Paukenschlag
am Donnerstag
No. 42 /2012
25. Oktober 2012


Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Blühender Blödsinn 2.0

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Blühender Blödsinn 2.0
.
Das Bundesland Hamburg trägt im Bundesrat eine Gesetzesinitiative vor, die so unsinnig und überflüssig ist wie ein Kropf.
 
Dazu wurde extra ein neuer Begriff geboren, nämlich das
 
"Bestellerprinzip".
 
Wer eine (Dienst-) Leistung bestellt, soll sie auch bezahlen.
 
 
Das klingt gut.
 
Wenn also z. B. ein Opernhaus einen begnadeten Tenor einlädt, während einer Tournee an drei Abenden da zu singen, dann soll das Opernhaus das auch bezahlen.
 
Wenn eine Zeitung eine Exklusiv-Story bestellt, und damit ein Sonderheft herausbringt, dann soll die Zeitung auch dafür bezahlen.
 
Wenn ein Versandhandelsunternehmen die Leistung von Transportunternehmen bestellt, dann soll dieses Versandhandelsunternehmen auch dafür bezahlen.
 
 
Noch besser klingt:
 
Der Eintrittspreis des Opernhauses darf für den Auftritt des Startenors nicht erhöht haben, denn die Besucher haben diesen Tenor ja nicht bestellt.
 
Das Sonderheft der Zeitung muss gratis abgegeben werden, denn die Leser haben diese Exklusiv-Story ja nicht bestellt.
 
Das Versandhandelsunternehmen muss grundsätzlich frei Haus liefern, denn seine Kunden haben die Leistungen von Post, DHL, UPS, und wie sie alle heißen, ja nicht bestellt.
 
 
Diese Konsequenzen haben die Hamburger natürlich nicht im Gesetzentwurf stehen.
 
Sie wollen lediglich erreichen, dass Mietwohnungsinteressenten, die sich an einen Makler wenden, diesem bei erfolgreicher Vermittlung keine Provision zu zahlen haben, weil der Makler ja vom Vermieter "bestellt" wurde.
 
Und sie wollen vielleicht auch noch erreichen, dass Immobilienkäufer keine Maklerprovision zu zahlen brauchen, weil der Makler ja vom Verkäufer bestellt wurde.
 
Wie klingt das?
 
Das klingt SOZIAL!
 
Da tut die Politik endlich mal was Nützliches. Endlich wird die Wohnungssuche kostenlos! Hurra! Mieter werden massiv entlastet.
 
 
Gefährliche Augenwischerei.
 
 
Makler
 
Makler sind Vermittler zwischen Anbietern und Nachfragern. Beide wenden sich an den Makler, weil der Makler nicht nur eine Art "Marktplatz" zur Verfügung stellt, auf dem sich Angebot und Nachfrage begegnen, sondern weil er zudem aktiv, aufgrund seiner Marktkenntnis, Angebot und Nachfrage bestmöglich zusammenführt.
 
Makler erbringen also durchaus nicht nur Leistungen für den Anbieter, sondern ebenso Leistungen für den Nachfrager.
 
Damit unterscheidet sich der Makler grundsätzlich vom Immobilienteil der Tageszeitung. Das Inserat dort hat der Anbieter gestaltet und bezahlt.
Kein Mitarbeiter der Anzeigenabteilung hat sich die Wohnung angesehen, kein Mitarbeiter der Tageszeitung wird Mietinteressenten sagen, welche Wohnung aus dem aktuellen Immobilienteil für ihn am ehesten infrage käme, niemand wird den Interessenten zu einer Besichtigung begleiten - das reine Angebot ist eine ganz und gar einseitige Angelegenheit - und dennoch: Der Interessent muss sich die Tageszeitung kaufen. Und die Tageszeitungen verkaufen immer noch etliche Exemplare mehr an den Tagen, an denen Mietangebote veröffentlicht werden, machen damit also ein zusätzliches Geschäft.
 
 
Maklerleistungen
 
Entgegen der weitverbreiteten Ansicht, alle Makler seien Betrüger, Halsabschneider und Großverdiener, kostet die Makelei dem Makler zunächst einmal viel Zeit und viel Geld. Und weil dieses Vorurteil weit verbreitet ist, meinen alle Jahre tausende von Menschen, das auch zu können und als Makler schnell reich zu werden. Doch eben so viele geben Jahr für Jahr wieder auf - und die meisten davon um einiges ärmer als sie vorher waren.
 
Der gute, erfolgreiche Makler verdient gut, weil er seinen Job gut macht. Weil er sich auf die Bedürfnisse und Anforderungen beider Seite einzustellen vermag und Angebot und Nachfrage so schnell und so präzise wie möglich zusammenbringt.
 
Der Aufwand, der dabei entsteht, einschließlich des Einkommens des Maklers, das sich aufgrund seiner Professionalität ergibt, sinkt nicht dadurch, dass die Nachfrage seine Dienste künftig grundsätzlich kostenlos in Anspruch nehmen soll.
 
 
Maklerverantwortung
 
Der Makler, der für Anbieter und Nachfrager tätig wird, ist neutraler Vermittler, der sowohl die Interessen des Anbieters als auch die Interessen des Nachfragenden zu wahren hat.
 
Wird der Makler ausschließlich vom Anbieter bezahlt, hat er auch ausschließlich dessen Interessen wahrzunehmen. Der Nachfrager wird also einem Makler gegenüberstehen, dem er - zu Recht - etwas mehr Misstrauen entgegenbringen muss als bisher, weil dieser sich ausschließlich dem Anbieter verpflichtet fühlt.
 
 
Provisionsfrei direkt vom Vermieter
 
Diese Formulierung wird aus den Angeboten vollständig verschwinden. War es bisher für den Vermieter eine Option, seine Wohnung ohne die Einschaltung eines Maklers anzubieten und seinem künftigen Mieter damit einen Vorteil zu verschaffen, wird ihm dies in Zukunft nicht mehr möglich sein. Sein Privatinserat wird sich nicht mehr von den Massen der Maklerinserate abheben, seine Chancen, eine Wohnung ohne Einschaltung eines Maklers zu vermieten, sinken damit rapide.
 
Er wird damit faktisch gezwungen, seine Kosten durch Einschaltung eines Maklers in die Höhe zu treiben.
 
 
Die Miete
 
Die Miete wird steigen. Wer bisher die Dienste eines Maklers in Anspruch nahm, hat in die laufende Miete nun die Kosten für die doppelte Maklerprovision einzurechnen.
 
Wer bisher keinen Makler in Anspruch nahm, hat nun ebenfalls die doppelte Maklerprovision in der Miete in Ansatz zu bringen.
 
Und weil der Vermieter nicht weiß, wie lange das einzelne Mietverhältnis halten wird, kann er diese Maklerprovision nicht auf einen Zeitraum von 10 oder 15 Jahren verteilen, sondern er muss damit rechnen, dass diese Kosten schon in drei oder vier Jahren wieder anfallen werden.
 
Was der langjährige Mieter also bisher dadurch spart, dass er nur ein Mal, zu Beginn der Mietzeit, seinen Anteil an den Kosten des Maklers trägt, dass wird ihm nun, auch wenn er die Wohnung über dreißig Jahre behält, alle paar Jahre über den Mietzins wieder in Rechnung gestellt, obwohl er gar keine Kosten verursacht.
 
 
Klingt es nun immer noch sozial?
 
 
Nein, gewiss nicht.
 
Es ist nichts als teure Kosmetik, die am Grundproblem des fehlenden preiswerten Wohnraums in Deutschland nichts ändert.
 
Bund, Länder und Gemeinden haben sich ja nicht nur aus dem Sozialwohnungsbau bzw. der Wohnungsbau-Förderung zurückgezogen, sie haben darüber hinaus ihre Wohnungsbestände zügig privatisiert und zum großen Teil an so genannte Heuschrecken verscherbelt.
 
Damit konnte sich "der Markt" frei entwickeln und hat folgerichtig zu den Verwerfungen bei den Mietkosten geführt, die gerade in den Großstädten die Wohnungssuche zum teuren Abenteuer gemacht haben.
 
Dass Deutschland parallel dazu mit aller Macht in den "wettbewerbsfähigsten Niedriglohnsektor" aller Zeiten umgestaltet wurde, hat selbstverständlich ebenso mit dazu beigetragen, dass die Mieten, im Verhältnis zu den Realeinkommen, da, wo es noch Arbeit gibt, ganz exorbitant in die Höhe geschossen sind.
 
Das ungezügelte Gewinnstreben der Energiekonzerne hat die Mietnebenkosten für Heizung und Strom in die Höhe getrieben, und die klammen Kassen der Städte, die im Standortwettbewerb gegeneinander ihre Gewerbesteuer-Quellen gedrosselt haben, haben zum steten und meist ungerechtfertigten Anwachsen der kommunalen Gebühren im Bereich Wasser, Abwasser und Müllabfuhr geführt.
 
 
Der Vorstoß Hamburgs im Bundesrat, diese insgesamt durch eine verfehlte Politik angerichtete oder zumindest begünstigte Misere mit einem Feigenblatt zu versehen, ist lächerlich.
 
 
Zudem ist das geplante Gesetz ein neuer Eingriff in die Vertragsfreiheit.
 
Es verändert die Arbeit der Makler soweit, dass der Begriff Makler schon irreführend ist, denn es handelt sich dann nicht mehr um eine Vermittlungstätigkeit, sondern um eine reine Vertriebstätigkeit.
 
Es benachteiligt Vermieter, die bisher ohne Makler vermietet haben - und damit indirekt gezwungen werden, ebenfalls "Vertriebsbeauftragte" einzuschalten.
 
Es verursacht im Endeffekt höhere Kosten für die Mieter.
 
 
Außerdem würde es, sollte es sich beim "Bestellerprinzip" um einen allgemein gültigen Rechtsgrundsatz handeln, wirklich dazu führen müssen, dass in Deutschlands Opernhäusern nur noch drittklassige Tenöre zu hören wären.
 
Und weil es genau die Leute sind, die Gesetze machen und von Gesetzen profitieren, die sich in den - wiederum von ihnen mit Subventionen bedachten Theatern - zumeist noch bei freiem Eintritt - von Startenören das hohe C vorträllern lassen, sollten sie schon aus Eigeninteresse darauf achten, das "Bestellerprinzip" nicht weiter hochzuhalten.
 
 
Aber es klingt halt so schön sozial.
 
Und es bringt ganz bestimmt die Stimmen aller, die schon mal eine Maklerprovision bezahlt haben, und all derer, die in nächster Zeit eine neue Wohnung suchen, und sowieso schon nicht wissen, wie sie sie bezahlen sollen.
 
Dafür kann man doch nicht ganz und gar vergebens gesorgt haben, das muss sich doch irgendwann in dankbaren Wählerstimmen auszahlen.
 
Wird es auch.
Ganz bestimmt.
 
Der deutsche Michel ist nun mal für alles dankbar,
selbst für vergiftete Geschenke.
 
 
 Link zur Meldung in der FAZ
 

 
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Reaktionen auf diesen Paukenschlag
 
Vorab, zu den nachstehenden Reaktionen:
 
Als ich den heutigen Paukenschlag schrieb und online stellte, hatte ich schon den Verdacht, dass ich damit bei einigen in ein Fettnäpfchen treten würde. Makler nicht einfach nur wüst zu diskriminieren, sondern ihre Arbeit einfach nur einmal einigermaßen neutral zu würdigen, um aufzuzeigen, dass da eine Gesetzesinitiative auf nichts anderes baut, als durch die Bestätigung des schlechten Rufs einer Berufsgruppe ein paar Stimmen fangen zu können, das ist einigen übel aufgestoßen.
Dass mein Text im Interesse der Mieter geschrieben wurde, deren bescheidene Position durch Versäumnisse und aktives Handeln der Politik erst hergestellt wurde, ist einigen gar nicht mehr aufgefallen. Die sind einfach auf das rote Tuch "Makler" losgegangen und haben mich gleich mit über den Haufen gerannt.
Einige dieser Kommentare hier gebe ich weiter. Anonym, weil sie eben nicht über die Kommentarfunktion abgegeben sondern als persönliche Mails an mich gesandt wurden.
 
Und dass es außerdem noch einige entrüstete Abbestellungen des Newsletters gegeben hat, das lässt mich nicht kalt, doch ich bleibe bei dem, was ich geschrieben habe.
 
Egon W. Kreutzer
 

Sehr geehrter Herr Kreutzer,
ich lese seit vielen Jahren Ihre Paukenschläge. Der „zweiundvierzigste“ ist m.E. der erste der völlig daneben ist. Beim Lesen könnte man fast den Eindruck gewinnen, Sie seien entweder selbst Makler oder Vertreter eines Interessenverbandes. Welcher betriebswirtschaftlichen Logik entspringt denn Ihre Befürchtung, der Vermieter müsse in Zukunft permanent eine kalkulatorische Kostenposition „potenzielle Maklerprovision“ mit einrechnen ? Makler fühlen sich heute eindeutig und ausschließlich den Verkäufern und Vermietern verpflichtet. Dies müssen Sie also nicht erst für die Zukunft befürchten. Selbstverständlich wird ein Verkäufer oder Vermieter versuchen, die ihm zusätzlich entstehenden Maklerkosten in seinen Verkaufspreis einzukalkulieren. Ob er diese Preise dann aber am Markt erzielen kann, steht auf einem anderen Blatt. Der Käufer/Mieter verhandelt dann ausschließlich mit dem Verkäufer/Vermieter über den Preis. Wenn ein Industrieunternehmen für den Vertrieb seiner Erzeugnisse die Hilfe von selbständigen Handelsvertretern in Anspruch nimmt, muß das Unternehmen dem Handelsvertreter bei Abschluß eines Vertrages eine Provision zahlen. Warum soll das auf dem Immobilienmarkt anders sein ? Die Vermieter/Verkäufer die heute schon nicht zu faul sind ihre Immobilie selbst zu vermieten/zu verkaufen werden auch in der Zukunft keinen Nachteil haben. Nach Ihrer Logik hätten die potenziellen Mieter bei Privatverkäufern/-vermietern dann doch wohl keine „Mietaufschläge für Maklerprovisionen“ zu befürchten. Der blühende Blödsinn trifft vor diesem Hintergrund leider auch auf Ihren Paukenschlag zu !
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Herr Kreutzer,
Ihr Artikel zu den ‚Maklern‘ veranlaßt mich Sie zu bitten, mich von Ihrem Verteiler zu nehmen.
Ihre ‚Argumentation‘ und Ihre Beispiele (‚Opernhaus‘) liegen in einem Ausmaß neben der Sache, dass ich meine Zeit nicht mehr mit Ihren Ausführungen verschwenden will.
Welche bzw. wessen Interessen bedienen Sie ?
Mit freundlichen Grüßen

Wenn einer klar denken kann, dann ist es der Herr Egon W. Kreutzer!
Vielen Dank
Peter Breuer

Erstaunlich wenig Reaktionen auf Ihren Paukenschlag!
Hallo, Herr Kreutzer!
Die Sektion der "Gesetzesinitiative" ist Ihnen sehr gelungen! Sie ist beispielhaft
für Vieles, was unter dem Namen "Gesetz" unter die Massen geschleudert wird.
Bei all dem vergessen die Gesetzgeber geflissentlich, daß das Gesetz den Schwachen
vor der Willkür des Starken schützen soll. Der Starke braucht kein Gesetz, er hat ja
die Macht! Wenn man so manches "Gesetz" der letzten Jahr(zehnte) unter diesem
Aspekt Revue passieren läßt, wird man durchaus feststellen, daß sie in nicht wenigen
Fällen die Interessen der wirtschaftlich Starken in den Vordergrund stellen, und noch
augenfälliger ist die vor allem im Zivil- und Sozioalrecht erfolgende Rechtsprechung,
bei denen nicht selten der Staat vor seinen Bürgern in Schutz genommen wird - ganz
im Gegenteil zu dem, was noch im Gesetz als Schutzfunktion zu finden ist.
Leider habe ich nicht die Muße, konkrete Beispiele dafür zu suchen. Ich will mal als
kleine Kostprobe auf die Internetseite http://www.rammegate.com/peter/ verweisen.
Bei näherer Betrachtung wird der/die LeserIn feststellen können, daß hier wirklich einige
putzige Dinge geschehen sind - alles im Namen des Rechtsstaats und des deutschen
Volkes!
Siegfried Wilhelm

Sehr geehrter Herr Kreutzer,
Sie gehen in Ihrer Argumentation davon aus, dass ein Makler die Interessen beider Parteien vertritt. Das ist zwar wünschenswert, entspricht aber eher nicht der Realität. Der Makler wird primär die Interessen desjenigen vertreten, der ihm die Aufträge verschafft, also für das Einkommen des Maklers sorgt.
 
Das gehört doch zum Prinzip einer
Marktwirtschaft. Ich wüsste auch nicht, dass ein Makler zu einer neutralen Interessenvertretung verpflichtet ist, wie z.B. ein Notar. Und wer den Vorteil von einer Dienstleistung hat sollte auch dafür bezahlen.
Welches Interesse sollte ein Mieter haben, für einen Makler zu zahlen, der garnicht seine Interessen vertritt? Weil es für ihn billiger ist? Er muss doch dafür bezahlen, war also nichts mit billiger! Natürlich kann ein Vermieter versuchen, seine Maklerkosten über die Miete wieder herein
zu bekommen. Er steht aber in einer funktionierenden Marktwirtschaft in Konkurrenz zu Vermietern, die weniger oder keine Maklerkosten haben. Es muss also keineswegs teurer werden, wenn die Vermieter die Maklerkosten zahlen!
Im Gegenteil, dann sind auch die Vermieter daran interessiert, diese Kosten zu senken. Wie gesagt: In einer funktionierenden Marktwirtschaft. In einer Monopolsituation bzw. bei sehr einseitigen Marktverhältnissen (Angebot vs. Nachfrage) sieht das anders aus. (Es wäre m.E. Aufgabe des Staates dafür zu sorgen, dass der Markt funktioniert. Sonst können wir eigentlich nicht von Marktwirtschaft sprechen.)
Mir schwebt eher ein Modell vor, wo Vermieter und Mieter nach eigener Entscheidung einen Makler beauftragen können, der dann im Interesse seines Auftraggebers handeln sollte/muss. Dann entscheidet jeder selbst darüber, ob er eine Makler-Dienstleistung in Anspruch nehmen will, oder
nicht. Und darüber, wie viel ihm diese Dienstleistung wert ist. In den USA ist das zumindest bei Immobilienkäufen durchaus üblich und in meinen Augen sinnvoll. Dann zahlt jeder seinen eigenen Interessenvertreter und kann dafür eine entsprechende Leistung erwarten. Natürlich kann man sich auch auf eien gemeinsamen Makler einigen, das wäre aber nur eine von mehreren Optionen.
 
Zum Vergleich: Warum wollen wir denn wissen, welche "Neben"-Einkünfte unsere Abgeordneten haben? Weil uns doch allen klar ist, dass die meisten Menschen sich in erster Linie um die Interessen derjenigen kümmern, die ihnen das meiste Einkommen verschaffen! Wenn z.B.
Steinbrück von Banken für seine Dienstleistungen mehr Geld bekommt, als für seine Abgeordnetentätigkeit, dann wird seine Motivation zu einer wirksamen Regulierung der Banken nicht sonderlich hoch ausfallen. Abgeordnete sollten nach ihrem eigenen Gewissen entscheiden. Dummerweise sitzt dieses Gewissen bei manchen Leuten im Geldbeutel. Warum sollte das
bei Maklern anders sein? Schon unsere Vorfahren haben gesagt: "Wessen Brot ich esse, dessen Lied singe ich."
Mit freundlichen Grüßen,
u
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