Paukenschlag
am Donnerstag
No. 40 /2012
11. Oktober 2012


Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Geldschwemme folgenlos?

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Geldschwemme
folgenlos?
.
Mit der Gründung des ESM und der Zusage der EZB, Staatsanleihen in jeder erforderlichen Menge aufzukaufen, ist eine neue Diskussion aufgebrochen, ob daraus nun eine inflationäre Geldschwemme resultieren werde, oder nicht,
 
ob es sich um ein finanzpolitisches Vabanque-Spiel handelt, oder um eine risikolose Maßnahme zur Sicherstellung möglichst niedriger Zinsen für die Krisenländer.
 
Ich will nicht auf die teils kruden "Beweisführungen" eingehen, weil ich damit nur noch mehr zur allgemeinen Verwirrung beitragen würde.
 
In dieser Diskussion wird so viel durcheinander geworfen und als Argument verwendet, was mit dem Problem nicht direkt, zuweilen auch gar nicht im Zusammenhang steht, dass der einzige Weg der Kommentierung der ist, dem eine eigene, in sich schlüssige Argumentation gegenüber zu stellen.
 
 
 
Das Problem
 
Das Problem, vor dem die Euro-Zone steht, besteht darin, dass einzelne Länder nicht mehr in der Lage sind, ihren Schuldendienst zu erfüllen.
 
Dieses Problem ist dadurch entstanden, dass die Gläubiger sich insgesamt weigerten, die Staatsfinanzierung nach den bisherigen Spielregeln fortzusetzen.
 
Diese Spielregeln sahen so aus, dass ein Staat, bei Fälligkeit alter Staatsanleihen einfach neue herausgegeben hat und so seine alten Schulden, samt Zinsen, mit neuen Schulden bezahlte, während die Gläubiger damit zufrieden waren, sich von diesen ihren guten Schuldnern mit sicheren Papieren versorgen zu lassen, die auch bei niedrigen Zinssätzen ordentlich hohe Zinserträge einbrachten.
 
Dieses Spiel ist von den Gläubigern unterbrochen worden. Sie wollen Geld nur noch gegen exorbitante Risikozuschläge herausrücken und brachten damit einige Staaten an den Rand der Zahlungsunfähigkeit.
 
 
Der Lösungsversuch
 
Im Grunde bestand die ganze "Euro-Rettung" bis zu Mario Draghis Beschluss, unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen, einzig darin, dass die gesamte Euro-Zone zusammenlegt und die Schulden der Krisenstaaten direkt bezahlt oder Bürgschaften dafür übernimmt.
 
Damit sollte die Forderung nach Risikozuschlägen argumentativ zurückgewiesen werden und zu den bisher üblichen Spielregeln zurückgekehrt werden.
 
Die Gläubiger haben diese Option nicht angenommen. Deshalb wurde die Allianz aus ESM und EZB geschmiedet, die vorsieht, den Markt nun stattdessen mit frischem, faktisch ungedecktem Geld zu überschwemmen.
 
Jedwede Forderung der Gläubiger wird mit Euros bezahlt, die von der EZB direkt geschöpft werden, gegen eben jene Staatsanleihen, um welche die privaten Anleger einen großen Bogen machen.
 
Die Einschränkungen und Restriktionen, die eingebaut wurden, um "Missbrauch" zu vermeiden - vor allem der Zwang, jedes Krisenland müsse sich im Gegenzug für jede solche Hilfe zu rigorosen Sparmaßnahmen zu verpflichten - sind gleich mehrfach kontraproduktiv.
 
Erstens
 
Weil natürlich unter den Hauptgläubigern - es sind ja nur ein paar hundert Familien weltweit, die sich den Großteil des Kuchens teilen und die Spielregeln bestimmen - genau jene sind, die von sinkenden Löhnen und Sozialabgaben in den Krisenländern profitieren, weil es ihnen ermöglicht, dort billiger zu produzieren und damit letztlich wieder andere Staaten um die Exporterlöse zu bringen. Der "Internationale Wettbewerb" ist nun mal nichts anderes als der Wettlauf zwischen Hase und Igel. Und der Gewinner steht von vornherein fest. Nicht diejenigen, die rennen, hasten, schuften und schaffen werden gewinnen, sondern diejenigen, die es sich an Start und Ziel gemütlich machen ...
 
Zweitens
 
Weil natürlich ein unter einem Spardiktat leidendes Land immer weniger in der Lage sein wird, zu einem ausgeglichenen Haushalt zurückzufinden, ohne massive soziale Ungerechtigkeiten und Unruhen in Kauf zu nehmen - und weil auch der ausgeglichenste Haushalt nicht weiter hilft, wenn im Folgejahr die Steuereinnahmen erneut massiv einbrechen, weil die Binnenwirtschaft total am Boden liegt.
Auch Steuern haben eine Bemessungsgrundlage, und wenn die kaputtgespart wird, dann geht eben auch das Steueraufkommen in den Keller.
 
Drittens
 
Weil der unbedingte Wille der europäischen Führungsfiguren (wer auch immer das in letzter Konsequenz sein mag), den Euro durch Stützung der Krisenländer zu retten, sich auch über die Verletzung der jetzt hochgehaltenen Spardiktate hinwegsetzen wird. Die ganze kurze Geschichte des Euro ist voll von folgenlosen Vertrags- und Rechtsbrüchen. Warum sollte sich daran nun auf einmal etwas ändern. Die Figuren, die darüber bestimmen, sind im Kern immer noch die gleichen.
 
(Und gerade eben erfahre ich, dass Frau Lagarde, die IWF-Chefin, den Griechen schon wieder zwei Jahre mehr Zeit geben will, was nach der bisherigen Logik des Vorgehens zweifellos auch geschehen wird.)
 
 
Die Folgen
rein finanztechnisch betrachtet
 
Die Maßnahmen zur Euro-Rettung sind Maßnahmen zur Kurspflege von Staatsanleihen.
 
Banken, Versicherungen und private Großanleger können ihre Bilanzen retten, indem sie in der Aktiva Werte für Staatsanleihen ausweisen, die bei einem nicht durch die "Euro-Rettung" manipulierten Markt niemals mehr zu erzielen wären.
 
Banken, Versicherungen und private Großanleger erhalten zugleich die Chance, sich zu "Bestkursen" von ihren Schrottpapieren zu trennen und sie in die von der EZB großzügigst zur Verfügung gestellte Liquidität einzutauschen.
 
Die Schulden der Krisenstaaten werden dadurch nicht weniger.
 
Es finden nur zwei Veränderungen statt:
 
  • Gläubiger sind in Zukunft immer weniger "Externe", sondern in immer größerem Maße Institutionen der EU.
  • In der Haftung stehen nicht mehr die Einzelstaaten, sondern der gesamte
    Euro-Raum.
 
Das wäre im Grunde nicht schlecht.
 
Mit jedem Euro, den die Euro-Zone bei sich selbst und ihren eigenen Institutionen verschuldet ist, sinkt der Einfluss der externen Gläubiger, die Euro-Zone könnte auf diesem Weg zurückfinden zur Selbstfinanzierung, sogar die Hoheit über das eigene Geld zurückgewinnen,
 
wäre da nicht ein gigantischer Pferdefuß:
 
die mit dem Herauskaufen der externen Gläubiger in deren Hände gegebene gigantische Liquidität.
 
 
Es handelt sich um zusätzliche Geldmengen, die da in die Welt gesetzt werden.
 
Und es ist ein frommer Traum zu glauben, die EZB wäre in der Lage, in gleichem Maße Liquidität einzuziehen, wie sie sie neu in die Welt zu setzen gedenkt.
 
Die Welt außerhalb ist kein einziger großer Topf, in den man oben frisches Geld einfüllt und es unten durch einen Ablass-Hahn wieder herauslaufen lassen könnte.
 
Da sind mindestens zwei sehr, sehr unterschiedliche Töpfe.
 
  • Der Topf der (bisherigen) Gläubiger, der mit Liquidität gefüllt wird, weil alle Hilfszahlungen ja von den Hilfe-Empfängern direkt an die Gläubiger weitergereicht werden müssen. Aus diesem Topf kann die EZB nichts herausnehmen, denn sie hat keine Forderungen gegen diesen Topf, die sie fällig stellen und einziehen könnte.
  • Der Topf der (immer noch) Schuldner, der über die Hilfs-Spritzen auf einigermaßen gleichem Füllstand gehalten wird, um die Abflüsse in Richtung des Topfes der Gläubiger auszugleichen. Wollte man dort Liquidität abschöpfen, hätte man auch gleich auf die Rettungsmaßnahmen verzichten können.
 
 
Wo und wie also will die EZB die zusätzliche Liquidität wieder einfangen, ohne mit einer "Kreditklemme" ohnegleichen die Realwirtschaft vollends zu strangulieren?
 
Es entsteht zwangsläufig ein massiver Geldüberhang.
Dieser massive Geldüberhang entsteht aus der 1:1 Umwandlung ehemaliger Guthaben bzw. Forderungen in Liquidität.
 
Er ist die Folge der Kursmanipulation durch (ungedeckte) Stützungskäufe.
 
 
Selbst wenn es der EZB gelingen sollte, nach und nach alle Anleihen der Euro-Zone aufzukaufen, weil sie als einzige maßlos überhöhte Kurse garantiert, selbst wenn also alle Euro-Staaten, einschließlich Deutschlands, am Ende - über den Umweg EZB - nur noch bei sich selbst verschuldet wären, bliebe eine gigantische Schuld des Währungsraumes gegenüber der von den Gläubigern gehaltenen Liquidität übrig.
 
Stellen wir uns weiter vor, kein Euro-Staat wäre fortan mehr darauf angewiesen, sich auf dem internationalen Kapitalmarkt Geld zu besorgen, weil die EZB endgültig die Staatsfinanzierung übernommen hat, was letztlich in eine sehr sinnvolle Lösung überführt werden könnte, dann stehen die Gläubiger mit ihren (unverzinsten) Euro-Guthaben da - und ...
 
 

 Quizfrage:

     
    Sie haben 50 Milliarden Euro auf dem unverzinsten Euro-Konto.
    Sie wissen, mindestens 100 Familien in Ihrer Verwandtschaft befinden sich in der gleichen Situation.
    Leider finden Sie niemanden, der sich das Geld von Ihnen leihen will, auch keine Bank, die bereit wäre, für eine längerfristige Anlage mit lohnenden Zinsen zu winken, was tun Sie:
     
    a) nichts, abwarten,
    b) die Kohle in 5-€-Scheinen abheben und der thermischen Verwertung zuführen,
    c) kaufen, was zu haben ist, bevor es der Schwager oder der Pate wegschnappen.

Die Gläubiger werden nicht nichts tun. Sie werden sich auch nicht Papierhaufen als Brennstoff für die Dampfheizung von den Banken holen.
 
Sie werden mit ihren Billionen auf Shopping-Tour gehen, die Börsen leerkaufen, sowohl die Aktien- als auch die Warenterminmärkte, sie werden ein Grundstück nach dem anderen erwerben und mit alledem, mitten hinein in die per Spardiktat kaputt-deflationierten Binnenmärkte die Inflation tragen.
 
Diejenigen, die noch etwas zu verkaufen hatten, werden in der Lage sein, ihre Kredite zu tilgen, die Bankenaktiva werden zügig ihre Forderungen gegen Wirtschaft und Privatkunden dahinschmelzen und stattdessen ihre Zentralbankguthaben wachsen sehen, Guthaben, denen wiederum kaum mehr gegenübersteht als die zum Ankurbeln der Druckerpresse als Sicherheit angenommenen Schrottpapiere der Krisenländer.
 
Und dann sind wir, auf allerhöchstem europäischen Niveau dort, wo vor fünf, sechs Jahren die US-Subprime-Krise ihren Anfang nahm.
 
Und nun sehen auch die letzten geduldigen Anleger, dass ihren Guthaben nichts, aber auch gar nichts von Wert mehr gegenübersteht, und kaufen noch blindwütiger ein.
Alles. Alles, was Sachwert ist - und nicht Geld. Und weil sie das, was sie da zusammenkaufen, weder selbst brauchen noch wieder verkaufen wollen, bevor es nicht eine stabile Währung gibt, verschwindet alles, was die Bevölkerung braucht, aus den Läden.
 
Und dann sind wir auf allerhöchstem europäischen Niveau dort, wo Deutschland von 1945 bis 1949 war.
 
Staatliche Zwangsbewirtschaftung, Lebensmittelmarken und ein - trotz drohender Todesstrafe - florierender Schwarzmarkt mit Zigaretten und Kartoffelschnaps als Leitwährung.
 
 
 
Fatales Fazit
 

Dieses Szenario ist kein Albtraum, aus dem wir morgen erwachen und glücklich feststellen werden, dass immer noch alles gut ist.
 
Dieses Szenario ist die einzig mögliche Prognose für den Ausgang der Euro-Rettung, wenn sie so durchgezogen wird, wie sie geplant ist.
 
 
Natürlich sind noch Wunder möglich.
Nur scheint mir, dass diese Wunder nicht erwünscht sind.
 
Denn die Einsicht, dass Wohlstand nur in der Realwirtschaft geschaffen werden kann, dass daher die optimale Geldversorgung der Realwirtschaft vorrangiges Ziel aller Wirtschafts- und Finanzpolitik sein muss, ist nur schwer zu vermitteln.
 
Auch die Einsicht, dass es nicht das Geld ist, das die Zinsen hervorbringt, wie ein Acker den Weizen, die Einsicht, dass Finanzspekulationen aller Art keinen Mehrwert schaffen, sondern ihre Gewinne parasitär einfahren, die Einsicht, dass Wetten auf Lebensmittelpreise Verbrechen an den Hungernden sind, diese Einsichten prallen an denen, die den Vorteil davon haben, ab, wie Gewehrkugeln an der Panzerung eines Leopard III. Das ist nicht verwunderlich.
 
Dass solche Gedanken auch an den Mitgliedern der EU-Kommission abprallen, dass sie an den Regierungschefs der Euro-Länder abprallen, dass sie an den Parteiideologen aller Couleur abprallen, die ja nun, wie man annehmen sollte, allesamt keinen Vorteil davon haben, dass sie mit vereinten Kräften auf den großen Crash hinarbeiten, gehört zu jenen Absonderlichkeiten dieser Welt, die ich nicht verstehen kann.
 
Die Währung "Euro" ist kein Wert an sich.
 
Die Währung "Euro" hat gezeigt, dass sie weder nach ihren ursprünglichen, streng formulierten Regeln funktionierte, noch dass sie funktionierte nachdem diese Regeln nach und nach und vollkommen "alternativlos "wieder abgeräumt und gebrochen wurden.
 
Die Rettungsversuche in der so genannten "Griechenland-Krise" haben gezeigt, dass die Währung "Euro" dabei nur noch mehr Schaden genommen hat und noch mehr von ihren einst ehernen Regeln aufgeben musste.
 
Die Währung "Euro" und der Währungsraum passen nicht zueinander.
 
Man wollte sie mit Gewalt passend machen.
Das ist misslungen.
 
Das ist so grotesk gelungen, dass spätere Generationen von Volkswirtschaftlern, die mit der Gnade der späten Geburt, ohne selbst mitgewirkt zu haben, in fünfzig oder sechzig Jahren darauf schauen, sich kopfschüttelnd fragen werden, welcher kollektive Wahnsinn zu diesem selbstzerstörerischen Plan und zum verzweifelten Festhalten daran, selbst als er schon erkennbar gescheitert war, geführt haben könnte.
 
 
Archäologen späterer Jahrtausende werden Börsensäle ausgraben und rätseln, wie es kommen konnte, dass der alttestamentarische Mammon, 2.000 Jahre nach Christi Geburt, noch einmal zum Zentrum der Anbetung einer Staats-, ja Weltreligion aufsteigen konnte.
 
Und sie werden den ehernen Lehrsatz des Kapitalismus finden, überschrieben mit den Worten
 
"Allokationskraft des Zinses"
 
 
und in mühsamen Nachforschungen werden sie auf die unglaubliche Tatsache stoßen, dass unsere Gesellschaft ihre gesamte Leistungskraft ausschließlich dort wirken ließ, wo es sich am meisten rentierte, wo der Großteil der Gemeinschaftsleistung den Reichtum einzelner vermehrte - und dass zugleich alles, was gut, notwendig und nützlich gewesen wäre, unterblieb, weil es sich für keinen der Geldfürsten und Zinspriester rentierte.
 
Mit Entsetzen werden sie feststellen, dass man Menschen, die arbeiten und leisten konnten nicht arbeiten und leisten ließ, obwohl ringsum Hunger und Not herrschten, ein Zustand, der durch ihre Arbeit gelindert, ja in Wohlstand hätte verwandelt werden können, nur weil es sich für die "Unternehmer" nicht "rentierte", etwas für den Wohlstand der Bevölkerung zu "unternehmen".
 
Mit Entsetzen werden sie feststellen, dass der Staat - jene Organisation, die sich die Bürger geschaffen hatten, um wichtige gemeinsame Aufgaben für sie wahrzunehmen - sich aus diesen seinen ureigensten Aufgaben zurückgezogen und sie ebenfalls dem Renditestreben der eigentlichen Herrscher überließ.
 
 
Weder die Energieversorgung noch die Verkehrs- und Kommunikationswege, weder die Wasserversorgung noch die Geldschöpfung waren noch in staatlicher Hand. Dem Staat blieb am Ende nur das, was sich ums Verrecken nicht in eine sprudelnde Renditequelle verwandeln ließ.
 
Letztlich war dem Staat nur die Aufgabe geblieben, die Not unter der Bevölkerung möglichst gleichmäßig zu verteilen, ohne dabei die Pfründe der wahren Herrscher anzugreifen.
 
 
... und jetzt träume ich
 
schließlich werden sie in einer alten Bibliothek ein rauchgeschwärztes und angesengtes Büchlein finden: "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre Band II - Globale Konzepte" und es Seite für Seite mit modernsten technischen Mitteln wieder lesbar machen und erst staunend lesen, wie und warum es dazu kommen musste - und dann, mit noch größerem Staunen erkennen, dass es einen Ausweg gegeben hätte, dass da ein "Credo der Vernunft" und eine durchaus realisierbare Vision einer gerechten Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung aufgezeigt worden waren, einer Ordnung, wie sie nun seit Jahrtausenden als ganz selbstverständlich angesehen und von niemandem mehr bezweifelt wird.
 
Sie werden ihren Fund veröffentlichen, und die Menschen werden lächeln und sich fragen, was der Rummel um diesen Fund soll. Es steht doch nichts Neues drin, nur das, was schon immer ganz und gar selbstverständlich war ...
 
 

 WwW II,
ein Buch, das heute noch druckfrisch gelesen werden kann.
 
 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
Der zweite Sammelband
 
Paukenschläge
aus den Jahren
2009 bis 2011
 
 
Erfüllen Sie sich noch heute Ihren Wunsch,
 
den besten Paukenschlägen aus den letzten drei Jahren einen Ehrenplatz in Ihrem Bücherregal einzuräumen.
 
 
Und den ersten Paukenschlagband gibt es natürlich auch noch, beziehungsweise wieder ...
 
 
 
 
 
 
 
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    Reaktionen auf diesen Paukenschlag
    Zitat:
    "Dieses Szenario ist die einzig mögliche Prognose für den Ausgang der Euro-Rettung,
    wenn sie so durchgezogen wird, wie sie geplant ist.* Natürlich sind noch Wunder möglich. Nur scheint mir, dass diese Wunder nicht erwünscht sind."
     
    Zitat Ende
    *meine Hervorhebung
    Lieber Herr Kreutzer,
     
    dies ist eine der klarsten, besten Darstellungen der gegenwärtigen Situation in Europa.
    die ich bisher gesehen habe.
    Wobei die EUDSSR der Container ist, in dem die europäischen Staaten - allen voran
    Deutschland - endgültig ausgepresst werden sollen. "Germany must perish" - dieser
    Titel eines Buches aus dem Jahr 1941 gilt immer noch. Wobei die wirtschaftliche Kraft
    m.A.n. durch die Schuldenhaftung in der Gemeinschaft gegen Deutschland zum Einsatz
    gebracht wird. Was wie ökonomischer Wahnsinn aussieht, erweist sich bei richtigem
    Blickwinkel als vollkommen logisch. Und der nächste Handlanger steht schon bereit, er
    wird die letzte Steinerne Brücke in den Abgrund zu legen haben.
     
    Viele Grüsse
    W.H.

    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    bei Ihren Gedanken zu dem, was zukünftige Generationen einmal zu unserer heutigen Situation sagen werden, fallen mir spontan Ereignisse aus der Menschheitsgeschichte ein, die unsere Generation heute mit dem gleichen Staunen betrachtet, wie man uns dereinst betrachten wird.

    Mit dem Prager Fenstersturz 1618 begann eine der hässlichsten und grausamsten Episoden der europäischen Geschichte. Dreißig Jahre lang wurde, nahezu ausschließlich auf dem Gebiet des heutigen Deutschland, Krieg geführt. Unter dem Deckmantel der Religion führten Katholiken Krieg gegen Protestanten und ließen die Bevölkerung leiden. Die Söldnerheere der Kriegsparteien glichen dabei mehr heutigen Profifußballmannschaften, denn die Protagonisten kämpften nicht um Gottes Lohn oder für ihre Heimat, sondern ausschließlich für Geld und mal auf der einen, mal auf der anderen Seite. Am Ende diente der Krieg nur noch den Heerführern als Mittel zur Anhäufung von Reichtümern. Je länger der Krieg dauerte, desto mehr wurde er den Menschen zum Lebensunterhalt, da aufgrund der Verwüstungen keine andere Arbeit mehr möglich war. Hinter den Landsknechten zog ein riesiger Tross her, bestehend aus deren Frauen, Kindern und Händlern, die den Soldaten und deren Familien alles verkauften, was diese zum Leben brauchten. Krieg als Lebensunterhalt – absurder geht es kaum! Doch es dauerte unvorstellbare dreißig Jahre und Millionen von Toten, bis die Herrschenden endlich ein Einsehen hatten.

    Die Zustände in den Jahrzehnten vor der Französischen Revolution 1789 waren ähnlich grotesk, wie heute. Der französische Staat in Gestalt seiner absoluten Herrscher von Gottes Gnaden, musste sich von Jahr zu Jahr mehr verschulden, um nicht Bankrott anmelden zu müssen. Unsinnige teure Kriege, die Unterstützung der amerikanischen Kolonien in ihrem Unabhängigkeitskampf und maßlose Verschwendung führten zu einem Geldbedarf, der aus Steuermitteln nicht gedeckt werden konnte. Nun war es aber nicht so, dass die damalige französische Bevölkerung nicht genug geleistet hätte. Vielmehr waren die ersten beiden Stände des Staates, Klerus und Adel, von der Steuerpflicht ausgenommen. Genau jene also, bei denen ein Großteil des Sozialprodukts aufgrund der Besitzverhältnisse auflief. Es hätte den Monarchen doch ein Leichtes sein müssen, hier von den leistungslosen Einkommen abzuschöpfen, trotzdem taten sie es nicht. Der letzte König vor der Revolution, Ludwig XVI., ernannte den aufklärerischen Philosophen Turgot zum Finanzminister und als dieser vorschlug, ebenjene Schmarotzer der Gesellschaft zu besteuern, reichte schon ein leichter Protest von diesen aus, Turgot zu entlassen. Was folgte ist bekannt.

    Bisher können wir uns glücklich schätzen, dass ähnlich barbarische Szenarien noch nicht absehbar sind. Wir vertrauen darauf, dass die Europäer aus den fürchterlichen Kriegen der letzten Jahrhunderte gelernt haben. Wir vergessen dabei, wie schnell Kriegsgründe und Faschismus auch in jüngster Vergangenheit herbeigeführt wurden. Der letzte völkerrechtswidrige Krieg, der von demokratisch gewählten Regierungen verbrochen wurde, ist erst zwanzig Jahre her. Glauben die Menschen allen Ernstes, ihre gewählten Politiker würden sich um ihr Wohlergehen sorgen, wo doch die Politik in Deutschland seit 1998 eine mehr als deutliche Sprache spricht?

    Mit besten Grüßen
    Stefan Töns

    Ausgezeichnete Darstellung!

    Wie in der Naturwissenschaft üblich, machen Sie in einem Gedankenmodell eine Grenzwertbetrachtung:
    Was wäre, wenn wir die EZB-Rettung zu 100%, also vollständig, umsetzen würden. Wir retten einfach alles und jeden. Wie würde sieht die Situation dann aussehen? Wer hat dann das Geld, wer die Schulden?
    Und wie von Geisterhand wird in dieser Grenzewertbetrachtung schnell sehr deutlich, wohin der "Rettungsweg" führt: in den totalen Abgrund.

    Wir sind auf diesem "Rettungsweg" und wir kommen jeden Tag ein gutes Stück voran ... Das System wird natürlich schon viel früher instabil werden. Wir werden nicht die Gelegenheit bekommen, den Weg wie im Gedankenmodell zu 100% zu gehen. Und nur die Geschichte wird zeigen, ob das System bei 30%, 50% oder 80% des Weges zusammenbricht.

    Rolf Krauss
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