Paukenschlag
am Donnerstag
No. 36 /2012
13. September 2012


Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Galgenhumor nach dem ESM-Urteil

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Kaffeekasse? Was ist das denn?

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Galgenhumor nach dem
ESM-Urteil
Was sind denn das
für Bäume da?
 
Wo die gros-sen E-le-fanten spazierengehn,
ohne anzustoßen.

 
Schon mal gehört?
 
Falls nicht, sind Sie vermutlich einfach zu jung. Diesen Spruch habe ich erstmals in den 70er Jahren gehört - und vermutlich stammt er aus dem Kulturgut der Außerparlamentarischen Opposition der 60er Jahre.
 
Aus dieser Zeit stammt ja auch der schöne Spruch:
 
"Unter den Talaren, der Muff von tausend Jahren ..."
 
Womit wir beim Jüngsten Gericht angekommen wären.
 
So, wie Gott der Herr einst richten wird, über Gerechte und Ungerechte, richtete das Bundes-Verfassungsgericht über Soll und Haben, Aktiva und Passiva, als sei es eingesetzt, nicht die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, sondern die des Euro zu hüten, also seinen Kurs hoch, und die Zinsen für Staatsanleihen niedrig zu halten - und des Pudels verborgenen Kern
    Nachhilfe 1:
    des Pudels Kern = Goethe, Faust 1, Mephisto in Gestalt eines Pudels,
    Nachhilfe 2:
    Mephisto = der Satan, der Teufel, das ewig Böse, nach eigener Aussage ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will - und doch das Gute schafft

zu schützen und seine ungehinderte Entfaltung zu gewährleisten.
 
Aber wie das so ist, in unserer schnelllebigen Zeit (seit Neuestem mit drei l), die Bedeutung der Worte wandelt sich stetig.
 
Was einst als Müllhalde stank, lädt nun als Entsorgungspark zum Lustwandeln ein.
Was einst als Reform herbeigesehnt wurde, um eine Verbesserung zu erreichen, wird heute gefürchtet (bloß nicht schon wieder eine Reform - wir sind doch schon am Ende!). Was einst als Kaufmann ehrbar war, ist heute pleite - und deswegen heißen Konkurs und Bankrott auch nicht mehr so, wie sie einst hießen, sondern Insolvenz - und der Insolvenzverwalter ersetzt den Gesundbeter früherer Zeiten, mit vergleichbarem Erfolg.
 
Aber wir waren bei den Gerichten.
 
Zu unterscheiden ist hier grundsätzlich zwischen Fleischgerichten und Nudelgerichten,
und weil unsere Zeit schnelllebig (mit drei l) geworden ist, gibt es beide auch in Schnellfutter Versionen.
    Nachhilfe 3:
    Schnellfutter = dt. für Fastfood,
    Nachhilfe 4:
    dt. = Abk. f. deutsch,
    Nachhilfe 5:
    Abk. f. = Abkürzung, wegen der Schnelllebigkeit mit drei l, für "Abkürzung für",

 
Daneben gibt es im Landgasthof Landgerichte.
 
Im Berner Oberland serviert man Oberlandesgerichte, meist mit viel Rahm, wegen der vielen Kühe, und mit viel Kalb, ebenfalls wegen der vielen Kühe, die es braucht, um die viele Milch zu erzeugen, damit immer genug da ist, um sie zu verschütten.
    Nachhilfe 6:
    Kühe = weibliches Rindvieh, Plural (Singular: Kuh)
    Kühe tragen sog. "Euter", denen durch das sog. "Melken" Milch
    entnommen werden kann.

Wobei man verschütteter Milch nicht nachtrauern darf und damit sinnlos Zeit verschwenden, sondern nach vorne schauen muss.
 
 
Vorne darf man dann eine neue Kuh suchen, zum Melken - denn davon sind ja genug da - und Milch geben die immerzu, wenn man nur dafür sorgt, dass sie gleich nach dem Kalben wieder trächtig werden.
    Nachhilfe 7:
    Kalben = wenn eine Kuh ein Kalb gebiert,
    Nachhilfe 8:
    trächtig = Schwangerschaft der Kühe,

 
Dieses Milch-Verschütten darf keinesfalls verwechselt werden, mit dem Ausschütten sogenannter Subventionen, wie z.B. Hartz IV.
 
Es darf ebenfalls nicht in Verbindung gebracht werden, mit dem nicht enden wollenden Ruf nach einer höheren Trächtigkeitsquote unter den deutschen Frauen. Deutsche Frauen bringen schließlich keine Kälber zur Welt, sondern Kinder.
 
Kinder aus denen - wenn man die Schulausbildung preiswert gestaltet und dennoch der Großteil später in sozialversicherungspflichtigen Mini-Jobs zum Brutto-Sozialprodukt beizutragen in der Lage ist, am Ende zumeist solche werden, deren Saldo aus geleisteten Steuern und Abgaben und empfangenen Subventionen über die Lebenszeit hinweg gesehen bei Null liegt.
 
Netto-Steuerzahler zur Welt zu bringen ist indes nicht so einfach. Zumal dabei nicht die Höhe des Einkommens oder des Vermögens das ausschlaggebende Kriterium ist, sondern die Vererbung des Mittelstands-Bauch-Gens.
Da bekanntlich die relative Steuerlast mit steigendem Einkommen sinkt, entstehen Netto-Steuerzahler nur dann, wenn sie, geprägt vom Mittelstands-Bauch-Gen, bei noch vertretbarem, geringem Eigenverbrauch, maximal dazu beitragen, die bauchartig ausgewölbte Progressionskurve des Einkommensteuertarifs mit Geld aus ihren Einkünften zu füllen.
 
Deshalb hat das Verfassungsgericht die Harz-IV-Sätze für Kinder auch nicht wirklich neu festgelegt, sondern der Hannoveraner Albrechts-Dottir und siebenfachen Mutter
 
(warum fällt mir jetzt das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein ein? Egal, komm nicht drauf an.)
 
auch weiter freie Hand gelassen hat, für ihre Klavierspielgutscheine - mit gedruckten Tastaturen, zum Auf-den-Küchentisch-Legen, zum Üben, für alle Hartz-IV-Kinder, bei denen es trotz großzügiger Staatsknete wegen der Sauferei der Eltern einfach nicht zum Steinway-Flügel reicht.
 
 
Zurück zu den Gerichten:
 
Über den Oberlandesgerichten gibt es nur noch die Bundesgerichte, das sind große Festmahle, an denen Bundes-Brüder schlagender und nichtschlagender Verbindungen, sowie Brüder anderer, selbst mannigfacher geheimer Bünde, nicht etwa das Süppchen auslöffeln, das sie uns eingebrockt haben,
 
sondern,
 
Diners, bei denen ihnen die erlesensten kulinarischen Kostbarkeiten oral verabreicht werden.
 
Und, so,
 
wie man die Pferde füttern muss, damit die Spatzen was zu fressen haben,
 
fallen auch bei diesen Bruderschaften anal Verdauungsprodukte ab, an denen sich laben darf, wer nicht an diesen Tafeln sitzen darf.
 
 
Es gibt natürlich auch andere Gerichte.
Solche mit Richtern.
 
 
Das ist was anderes.
 
Da gibt es erstinstanzliche Gerichte, die ihre erstinstanzlichen Urteile sprechen.
    Nachhilfe 9:
    erstinstanzlich = es wird prinzipiell zu Gunsten des wirtschaftlich Stärkeren entschieden - das verkürzt den Rechtsweg und hilft somit den wirtschaftlich Schwachen, Kosten zu sparen

Und es gibt dann den Instanzenweg, der von einem Gericht zum anderen führt.
Auch da sitzen wieder Richter, die Juristen sind, und daher zu allem zu gebrauchen.
 
 
Juristen
 
sitzen ja nicht nur in Gerichten, nicht nur in Staatsanwaltschaften und Anwaltskanzleien, Juristen sitzen auch überall in den Unternehmen, in den Verwaltungen und in den Parlamenten, weil sie eben für alles zu gebrauchen und zu allem fähig sind,
 
besonders dazu, aus klaren und eindeutigen Gesetzestexten das Gegenteil, oder doch zumindest etwas so Anderes herauszulesen, dass damit der Wille ihres Brötchengebers gegen den Willen derjenigen, die sich durch Gesetze und Verträge fälschlich geschützt fühlten, elegant, eloquent und legal (mit nur zwei l) durchzusetzen ist und sie sich dabei neben goldenen Nasen auch goldene Wasserhähne und die Dienste goldiger Hostessen verdienen können.
 
(Warum es nicht Hostesser und Hostesserinnen heißt, werd ich wohl auch nicht mehr verstehen. Vermutlich, weil man meinen könnte, es handele sich dabei um männliche und weibliche Wesen, die gerne Host essen, was aber nicht geht.)
 
Es gibt Schnellrichter, die schnell richten, und Gleichrichter, die gleich richten.
 
Früher musste man "gleichrichten" zusammenschreiben, wenn man es meinte, heute weiß das keiner mehr so genau, es versteht deshalb auch keiner mehr so genau, dass ein Gleichrichter was aus der Elektrotechnik ist, während ein Schnellrichter eher die legale Form der Lynchjustiz darstellt, also aus der Juristerei stammt.
 
Nun ja, Gleichrichter richten Wechselströme, dieses abwechselnde Plus und Minus, dieses Auf und Nieder im Elektronenpotenzial (muss jetzt mit z geschrieben werden, ist - siehe oben - nun ein "dt.es" Wort geworden) in langweiligen Gleichstrom um, während Wechselrichter keineswegs über Wechselreitereien urteilen, sondern aus langweiligem Gleichstrom, wie er z.B. aus den - zur Begründung der Gewinnoptimierung der vier großen Energiekonzerne per EEG-Umlage der Kleinstverbraucher geförderten - Solarzellen kommt, wieder Wechselstrom machen, an dem dann Staubsauger und Mikrowelle und E.On und Vattenfall und RWE und EnBW ihre Freude haben.
    Nachhilfe 10:
    Wechselreiterei = früher beliebter Sport mittelloser Herrenreiter, bei dem Geld gegen ungedeckte Wechsel geliehen wurde, und kurz vor Fälligkeit des ersten Wechsels ein zweiter ausgestellt wurde, um damit den ersten zurückzuzahlen, während zur Begleichung des zweiten ein dritter, für den dritten ein vierter - usw. ausgestellt wurde, bis sich keiner mehr fand, der sich von dem nach wie vor mittellosen Herrenreiter noch eine Wechsel andrehen ließ. Dann war der Wechsel geplatzt - und alle die ihn jemals in Händen hatten, mussten dem letzten Inhaber dafür haften.
     
    Wechsel sind weitgehend aus der Mode gekommen, heute bedient man sich in den Kreisen mittelloser Staatskassenwarte der vielfältigen Möglichkeiten der durch dt. Steuerzahler über ESFS und ESM und EZB bis in alle Ewigkeit gedeckten Staatsanleihen.

 
 
Nun aber zu den echten Gerichten,
die in Gerichtsgebäuden untergebracht sind,
 
meist mit eigener Gerichtskantine, die mittags sowohl Fleisch als auch Nudelgerichte anbietet, wozu eigens Köche angestellt sind, von denen nie viele gleichzeitig da sein dürfen, wegen der Gefahr des Verderbens des Breis.
 
In diesen in Gerichtsgebäuden residierenden Gerichten finden sich Richter.
 
Solche Richter sind weder Schnell- noch Gleichrichter, sondern richtige, beamtete Richter, die zugleich aber Juristen sind - und die sind - wie bereits erwähnt, zu allem zu gebrauchen, vor allem aber weder ihrem Verstand noch der Gerechtigkeit noch dem Wohl des Volkes oder der Bevölkerung,
    Nachhilfe 11:
    Volk = Bewohner des Staatsgebietes ohne Migrationshintergrund,
    Nachhilfe 12:
    Bevölkerung = dito, jedoch mit und ohne Migrationshintergrund

sondern lediglich dem Recht und ihrem Gewissen verantwortlich.
 
Wobei die unbedachte Berufung auf diese Weisungsfreiheit durchaus zu Kollateralschäden an den Sprossen der Karriereleiter führen kann.
 
Wer ganz oben angekommen ist, egal wo, der ist entweder der Sohn des Chefs (habemus papam!) oder er muss sich über die Jahre den stellenvergebenden Stellen und ihren Inhabern mehr als einmal als nützlich erwiesen haben.
 
Dazu muss man allerdings auch clever sein.
 
Idioten, wiewohl es auch viele nützliche Idioten gibt, kommen nie ganz oben an - und sollte es doch einmal so aussehen, als sei ein nützlicher Idiot ganz oben angekommen, dann liegt das daran, dass ganz oben soweit oben ist, dass man es von unten - und auch vom Mittelstandsbauch aus - gar nicht sehen kann.
 
Kleine Gerichte
 
in kleinen Gerichtsgebäuden kommen zumeist mit Einzelrichtern aus, weswegen ihre erstinstanzlichen Urteile auch regelmäßig zu Gunsten des wirtschaftlich Stärkeren ausfallen.
 
Auf diese Weise kann kein Brei verdorben werden. Es bekommt gleich (ohne Gleichrichter!) der Richtige Recht, und wenn die Gegenpartei in Berufung geht, dann findet sie dort mehr als nur einen Einzelrichter, womit das Viele-Köche-Problem der Gemeinschaftsverpflegung die höheren Weihen der ordentlichen Gerichtsbarkeit empfängt.
 
Die meisten Köche beschäftigt vermutlich die Kantine des Bundesverfassungsgerichts, weil das mit der Zahl der Richter pro Senat auf's Glücklichste harmoniert.
 
Man kann nun den Richtern des Bundesverfassungsgerichts nachsagen, was immer man will, sie haben es in dieser Woche wieder einmal verstanden, sich ihrer roten Roben würdig zu erweisen.
 
Angeblich wurde diese Tracht vor sechzig Jahren von einem Münchner Kostümbildner entworfen, nach einem florentinischen Vorbild aus dem 15. Jahrhundert.
 
Das Rot weicht ein bisschen von jenem Kardinalsrot ab, mit dem unsereiner sowohl den weißen Rauch "habemus papam",
    Nachhilfe 13:
    habemus papam = lat. für "Gentest erfolgreich, der Vater ist zweifelsfrei ermittelt", (vgl. "habeam papam" - könnte mein Vater sein),
    bedeutet im Katholizismus: "Wir haben einen neuen Papst".

 
der alle paar Jahre zum Aufsteigen gebracht wird, in Verbindung bringt, wie auch den jeweiligen Chef der Heiligen Inquisition. Wobei angemerkt werden darf, dass es die Heilige Inquisition selbstverständlich immer noch gibt, was aber weniger auffällt, weil sie heute niemanden mehr öffentlich verbrennen lässt, selbst dann nicht, wenn ihr danach gelüsten sollte.
 
 
Und Scharfrichter, die haben wir noch gar nicht behandelt, trugen auch bevorzugt rote Gewänder, wenn auch einfacher gestrickt als die Röcke der Kardinäle und die Roben der Verfassungsrichter.
 
 
Wären die Roben der Verfassungsrichter grau, könnte man meinen, bei ihnen handele es sich um die großen Elefanten, die sich von den Bäumen nicht in ihrem sturen Vorwärtsschreiten beirren lassen, sondern einfach alles niedermachen, was gegen ihre Rechtsauffassung geht.
 
So ist das aber nicht. Die Verfassungsrichter tragen ihre Machtfülle nicht unter bescheidenem Elefantengrau und scheren sich nicht wie die blinde Justitia (muss man das jetzt nicht auch mit z schreiben, Justizia?) nicht um das Ansehen der Person.
 
Sie tragen nun mal ihr knalliges Rot, mit einem weißen Halstüchlein, dass vorne keck aus dem Kragen springt, und erhoffen sich davon vermutlich, wenn es schon mit den Ergebnissen ihrer Arbeit nicht möglich ist,
 
weil die ja wieder von niemandem verstanden werden können und auch nicht verstanden werden sollen, weder im wörtlichen, noch im semantischen und schon gar nicht im Sinne einer ethisch-moralisch begründbaren Gerechtigkeit,
 
jenes erhöhte Ansehen ihrer Person, das nun mal mit bunten Kostümen immer noch eher verbunden wird als mit unverständlichem, langatmigem Reden - der gleiche Grund übrigens, aus dem auch viele Priester nicht darauf verzichten wollen, ihres Amtes in sonderbaren Gewändern zu walten.
 
Wenn sie also nicht jene standhaften, starken und sturen Elefanten sind, die im Wald der die Grundrechte immer stärker beschattenden, zu groß und mächtig gewordenen Bäume das Rodungswerk vollbringen,
 
und wenn sie andererseits aber auch keine Bäume sind,
 
was sind sie dann?
    Nachhilfe 14:
    Elefanten = im Sinne des vorangestellten Sinnspruchs, sind die Bösen, die alles rücksichtslos niedertrampeln.
    Nachhilfe 15:
    Bäume = im Sinne des vorangestellten Sinnspruchs, sind Lebewesen, die in der Lage sein sollten, den herumtrampelnden Elefanten Widerstand entgegen zu setzen.
    Laut Grundgesetz ist das Vorhandensein solcher widerstandsfähigen Bäume sogar Pflicht, sofern andere Abhilfe nicht möglich ist.

Nun, dann sie sind womöglich die Mahuts - die Elefantenführer, die vorausschauend den Weg des geringsten Widerstandes durch den Wald weisen, und diesen Weg von ihren Elefanten dann so schnell und so verdichtet niedertrampeln lassen, dass da nie wieder ein Gras wächst, geschweige denn ein Baum aufgehen kann.
 
Und wenn die Wege gebahnt sind, dann wird das wertvolle Holz geschlagen und auf den bereits gebahnten Wegen hinaus und einer Verwertung zugeführt.
 
 
Bis zuletzt
bleibt so das,
was noch Wald ist,
in guter Verfassung.
Dafür sorgen sie, die Mahuts.
Bis zuletzt.
 
 
Bis der Wald keiner mehr ist.
Dann braucht er ja auch keine gute Verfassung mehr.
 
Dann braucht es höchstens noch eine Ödland-Verfassung - und die kann man an jeder Straßenecke kaufen. Täglich.
 
Mit dicken Titten vorne drauf - damit's auch gekauft wird,
und einem Aufreger daneben,
 
damit die Verfassten wissen, dass jemand sich um ihre Rechte kümmert - und dafür auf die Griechen eindrischt, oder auf die Sozialschmarotzer, oder auf die LINKE oder auch mal auf den Bundestrainer.
 
Das muss reichen - auch wenn es ebenfalls das Papier nicht wert ist, auf dem es gedruckt wird
 
 
Die Elefanten ziehen derweil weiter.
Irgendwo auf dieser Welt wird sich schon noch ein Fleckchen Erde finden lassen, dessen Ausbeutung sich lohnt.
 
Da gehen sie hin - und geben erst mal Kredit - und suchen und verpflichten sich ihre Mahuts, die sich im heimischen Wald auskennen.
 
Dann verkaufen sie Maschinen, Saatgut, Schnaps und Zigaretten - und holen sich damit das Geld wieder. Und wenn die Maschinen kaputt, das Saatgut vergammelt, der Schnaps gesoffen und die Zigaretten geraucht sind, dann verlangen sie ihr Geld zurück.
 
Doch das Geld haben sie ja schon, also können sie es gar nicht wieder bekommen, und so nehmen sie sich, was sie für ihr Recht halten, weil sie es sich vorher verpfänden ließen - und wenn sie alles haben, was sie wollten, ziehen sie wieder ein Stück weiter.
 
Dies alles ist Recht.
 
Und mit diesem Recht, das zwar so nicht in der Verfassung steht, die keine ist, sondern ein Grundgesetz, weil die Bäume es nie fertig gebracht haben, sich eine Verfassung zu geben,
 
mit diesem Recht das nicht in der Verfassung steht, die es nicht gibt,
 
das aber nach Ansicht des 2. Senats des Bundesverfassungsgerichts nicht im Widerspruch zum Grundgesetz zu stehen scheint, wurden die Eilanträge der letzten aufrechten Bäume abgewiesen und das muntere Holzfällen darf weitergehen.
 
Bis der Wald keiner mehr ist.
 
 
 
Bäume haben Jahrmillionen der Evolution überlebt - und gegen jede Bedrohung, jedes Gift, jeden Fraßfeind eine hinreichend gute Abwehrstrategie entwickelt.
 
Gegen Bulldozzer und Motorsägen sind sie machtlos, sie können ja nicht einmal davonrennen.
 
 
Doch das Schöne ist,
dass wir keine Bäume sind.
 
Dass wir denken können, wenn wir nur damit anfangen,
dass wir mobil sind, uns bewegen können, Werkzeuge gebrauchen,
dass wir in diesem Krieg, der gegen uns geführt wird, nicht still dulden müssen.
 
Bert Brecht sagte:
 
Wer kämpft - kann verlieren.
Wer nicht kämpft - hat schon verloren.
 
Und Karl Popper sagt:
 
Optimismus ist Pflicht.
 
 
Nur müssen wir vorher begreifen, dass die Kettensäge nicht der Pflege des Waldes dient, sondern seiner finalen Nutzung, so wie auch das Bolzenschussgerät nicht der Pflege der Rinder dient, sondern ihrer finalen Nutzung.
 
Wir müssen begreifen, dass auch der beste Schäfer seine Schafe nicht deshalb zur Weide und zum labenden Quell führt, damit es den Schafen gut geht, sondern damit es ihm gut geht, weil er von ihrer Wolle, ihrer Milch und ihrem Fleisch lebt. Dafür hält er sich Schafe.
 
Doch das Schöne ist,
dass wir weder Schafe sind,
noch Legehennen,
 
sondern Menschen. Menschen, die den Unmenschen in allen Dingen ebenbürtig und überlegen sind, an Fähigkeiten, Wissen, sogar rein zahlenmäßig - nur in der Gier und in der Bosheit, im Lügen und in falschen Versprechungen, da haben sie uns einiges voraus - und unser Fehler ist, dass wir immer wieder darauf hereinfallen, immer wieder mitmachen, uns immer wieder gegeneinander aufhetzen lassen.
 
 
Doch das Schöne ist,
dass wir damit aufhören können.
 
Niemand muss mitmachen.
 
Verstehen Sie:
 
Niemand muss mitmachen!
 
 
 
 
 
 
 

     
     
     
     
     
    Der zweite Sammelband
     
    Paukenschläge
    aus den Jahren
    2009 bis 2011
     
     
    Erfüllen Sie sich noch heute Ihren Wunsch,
     
    den besten Paukenschlägen aus den letzten drei Jahren einen Ehrenplatz in Ihrem Bücherregal einzuräumen.
     
     
    Und den ersten Paukenschlagband gibt es natürlich auch noch, beziehungsweise wieder ...
     
     
     
     
     
     
     
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    Reaktionen auf diesen Paukenschlag
    Sehr geehrter Herr Kreutzer,
     
    auch ich möchte etwas zu Ihrem Schlussspruch: "Niemand muss mitmachen!"
    anmerken. Ja, mir hat Ihr Paukenschlag sehr gut gefallen, nur stelle ich
    mir die Frage, müssen wir wirklich nicht mitmachen?
     
    Welche Wahl haben wir denn? Können Sie, Herr Kreutzer, einfach nicht mitmachen?
    Das wage ich zu bezweifeln, ohne dass ich damit Ihre Bemühungen um Aufklärung und
    Ihre Verdienste dabei schmälern möchte. (...) möchte ich nun auf meine Frage zurück kommen. Können Sie selbst, Herr Kreutzer, einfach nicht mitmachen?
     
    Das kann ich mir nicht vorstellen.
     
    Auch Sie sind den Bedingungen des Systems unterworfen und wenn es Ihnen nicht gelingt, genügend Ihrer hervorragenden Sach und Fachbücher in gesetzliches Zahlungsmittel
    umzuwandeln, und das bei steigender Kreditverweigerung der Banken für
    die "Realwirtschaft", dann werden Sie meiner Meinung nach nicht mehr
    lange Ihrer gewohnten Tätigkeit nachgehen können.
     
    Nicht dass ich Ihnen das wünsche, denn ich bin sehr froh darüber, dass es Menschen wie Sie überhaupt noch gibt, aber ich behaupte, auch Sie sind abhängig vom System.
     
    Wenn ich mich irren sollte, dann liegt das an meiner unzureichenden Fachkenntnis.
    Also bleibt für mich die Frage übrig, wie kann man einfach nicht mitmachen?
     
    Meiner Meinung nach wird das nur möglich sein, wenn es gelingt, dass immer mehr Menschen das System zumindest in seinen Grundzügen verstehen. Deshalb zum Abschluss noch eine letzte Frage von mir. Wie kann ich Ihnen dabei helfen?
    Mit besten Grüßen, verbunden mit dem Wunsch, noch möglichst lange von
    Ihrem enormen Wissen profitieren zu können ( nicht in ausbeuterischer
    Absicht gemeint ).
     
    Peter Fischer
     
    Anmerkung von Egon W. Kreutzer:
     
    Lieber Herr Fischer,

    ich antworte Ihnen darauf in Kürze - und öffentlich, doch das werden ein paar Zeilen mehr, als hier Platz haben. Ich komm' drauf zurück.


    Hallo Herr Kreutzer
     
    Ihre Aussage oder besser Aufforderung ‚Niemand muß mitmachen’ ist ja theoretisch richtig.
     
    Aber: wie soll das gestaltet werden?
     
    Wie sieht denn Ihr ‚Niemand muß mitmachen‘ aus? Sie müssen doch auch die Konsequenzen der Politik tragen, die Sie vermutlich nicht gewählt haben! Und die Konsequenzen der Agenda 2010, die wir in unserer Umgebung und in der Gesellschaft ertragen müssen. Ich fühle mich hilflos, wenn ich in einer Gesellschaft lebe, in der die Schere zwischen arm und reich immer weiter und weiter auseinander geht.
     
    Wenn mir ein Verkäufer auf die Frage, wo der Artikel produziert wurde, sagt: In China, die lassen alle mittlerweile in China produzieren.
    Wenn ich sehe, wie Arbeitnehmer immer mehr arbeiten müssen für weniger Geld.
    Wenn ich sehe, welchen Repressalien Hartz IV–Empfänger ausgesetzt sind und Bekannte von mir immer noch sagen: Wer arbeiten will, findet auch Arbeit und solange die noch rauchen können, haben sie genug Geld.
    Wenn viele Menschen Zukunftsängste haben.
     
    Was bedeutet da: ‚Niemand muß mitmachen‘?
     
    Viele Grüße G. Nägele
     
    Anmerkung von Egon W. Kreutzer:
    Das hab ich vor einiger Zeit mal aufgeschrieben, in einer Artikelfolge "Unsere Freiheit", die auch als Büchlein erschienen ist, nichtsdestotrotz aber auch im Web immer noch und auch weiter frei verfügbar ist.
     
    Unsere Freihheit, Teil 3 (da steht drin, was Sie suchen):
    www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2008/8.html
     
    Teil 1 www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2008/5.html
     
    Teil 2 www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2008/6.html
     
    Das Buch finden Sie hier: http://www.ewk-verlag.de/ax+/a+SachSoz.html


    Niemand muss mit machen?
     
     
     
    Stimmt, es gibt unseren freien Willen, das wissen aber auch diejenigen, die uns zum Mitmachen zwingen wollen.
    Deshalb haben sie keine Peitschen und keine Fegefeuer, sondern binden uns durch den selben Trick an sich, mit dem sie ganze Volkswirtschaften ihrem Diktat unterjochen. Sie sorgen dafür, dass wir uns verschulden. Sie spielen die Armen eines Landes gegen die Armen anderer Länder aus, indem sie die Armen anderer Länder nach Deutschland karren, diesen aber keine Rechte geben, sondern nur schlecht bezahlte Jobs. Gleichzeitig mästen sie diejenigen, die hinterrücks Ausländer raus brüllen und behaupten, diese bösen Ausländer wollten uns die Arbeit wegnehmen. Und schon gibt es irgendwelche politischen Rudelführer, die laut auf ihre Brust trommeln und für mehr Gerechtigkeit sorgen wollen, indem sie diejenigen, die ohne die großzügige Unterstützung durch unsere "Arbeitgeber" nie hier her gekommen wären, mit uns um Arbeitsplätze um die Wette laufen lassen..
     
     
    Klar gibt es dann die Leute, die an "ihrem" Arbeitsplatz alles tun, endlos Überstunden aufhäufen um sich diesen Platz zu erhalten, anstatt die überschüssige Arbeit auf einen neu zu schaffenden Arbeitsplatz abzugeben. Das sei nämlich soooo teuer meinen Arbeitgeber, die eigentlich gar keine Arbeit geben, weil sie nichts tun. Vielmehr nehmen sie die Arbeit, die Lebensarbeit ihrer Arbeitnehmer, kaufen denen also um einen schlechten Preis deren Lebenskraft, Lebenszeit und Lebensenergie ab. Sie kaufen ihnen um den selben schlechten Preis das Glück ihrer Familien ab, weil der Chef immer wichtiger ist als das Kind. Sie kaufen sich Sklaven, die sie nicht einmal bar bezahlen müssen, sondern in moderaten Raten, und können ohne Probleme aus diesen Ratenverträgen aussteigen, wenn sie das angezahlte Arbeitsvieh nicht mehr benötigen.
     
    Und da hierzulande also Menschen nach wie vor als Arbeitsvieh gehalten werden, braucht es für diese Menschen auch keine Verfassung, sondern ein Gehege. genau so viel Freizeit und Essen dass sie sich erholen, und genau so wenig Geld, dass sie nie aus ihrem Schuldengehege ausbrechen können, weil der Zaun immer ein kleines Stück zu hoch ist.
     
    Stimmvieh für Wahlen, Arbeitsvieh für Werktage, Zahlvieh für die Rentenversorgung. Kinderkriegevieh?

    Sollen doch bitte nur die Rindviecher Kinder kriegen, die genug Geld haben, ihnen auch eine karriereverwertbare Ausrüstung und im Zweifelsfall lebenslangen Backup bereitstellen zu können. Dafür gibt es auch Taschengeld von Frau VDL. Ach nee, das macht ja inzwischen die Enkelin des Exkanzlers.
     
    In unserer Rindviecherrepublik sind wir sehr ehrlich. Früher behaupteten die Leitbullen immer noch, sie stünden auf dem "Boden des Grundgesetzes" wenn sie auf demselben herumtrampelten, heute wollen sie mit solchen rhetorischen Fragen nicht mehr belästigt werden.
    Es gab einmal eine zutiefst bürgerliche Idee eines Staates freier und denkender Bürger, eine starke Idee, die aber sobald sie möglich wurde, von den Speerspitzen des Bürgertums, den keifenden Professoren, den rassistischen Ärzten und faschistischen Juristen, den "klassenbewussten" Lehrern in gemeinsamem Bemühen selbst eine Art Elite zu formen, in den Dreck getreten und zertrampelt wurde. Dabei sind diese ach so gebildeten Dummköpfe denjenigen auf den Leim gegangen, nach deren Pfeife sie jetzt tanzen dürfen und so unterscheidet uns von der Oligarchie in Russland nicht mehr wirklich viel. Auch die USA können den Kampf für Freiheit bestenfalls parodieren, da sie selbst - neben vielen anderen - ihr eigenes Volk in eine finanzielle Versklavung geführt haben.
    Ein paar wenige Shareholder verteilen großzügig Elend an die ganze Welt um sich selbst den nächsten finanziellen Speckring anzupassen? Wenn das die neue Weltordnung sein soll, dann wissen deren Erbauer sehr wenig über Ordnung. Dann ist diese Weltordnung nichts weiter als eine Schmarotzerhybris. Wie das Krebsgeschwür angesichts seiner vielen Metastasen den Krieg gegen den Körper für gewonnen erklärt, vergessend, dass es die Grundlage seiner Existenz vernichtet, arbeiten diese Schwachköpfe an ihrer Weltherrschaft.
    Wer zu blöde ist, die Zusammenhänge des Lebens auf diesem Planeten zu verstehen, kann natürlich auch nicht verstehen, dass er auf gut Deutsch gesagt "unendlich große Scheiße baut". Diese Menschen, die in ihrer Egomanie diese Welt verfeuern, sind Verbrecher, die größten, die es jemals gab. Gegen die ist Hitler trotz seiner Abermillionen Opfer ein kleiner Spinner gewesen, Napoleon ein trotziger kleiner Junge.
     
    Und doch gibt es keinen Menschen, der sagt: "So und jetzt bekämpfen wir diesen Krebs". Leute, es wird Zeit. Was jetzt nötig ist, geht über eine Revolution, wie sie die Franzosen hatten, weit hinaus. Es muss nicht nur eine militätrische und polizeiliche Vorherrschaft gebrochen werden um ein neues Regime an die Stelle des Alten zu setzen.
     
    Was uns nötig ist, ist ein Evolutionsschritt, der unsere Gesellschaften in stabile und umweltgerechte Gemeinwesen verwandelt.

    Dabei geht es nicht nur um Windräder, sondern darum, dass die soziale Hackordnung und ihre existenznotwendige Ungleichheit beseitigt wird, es geht darum kommunikative Kommunikation anstatt des manipulativen Schwachsinns zu entwickeln der heute als Faktenvermittlung veranstaltet wird.
     
    Es geht darum dass blöde Sieger-/Verliererdenken zu recyceln und daraus eine Gesellschaft zu machen die füreinander steht, genauso wie sie miteinander lebt und mit der Natur.
     
     
    Egon Hauck

    seufz, seufz, ... seufz
    lieber Wolf, zu schön formuliert aber bedauerlicherweise hat sich ein Fehler eingeschlichen....

    Niemand muss mitmachen!

    schreibt man doch nicht mit 36pt Größe menno, sondern mit
    240 pt und natürlich mit Blinkeffekten, außerdem hast Du die Titten daneben vergessen damit die Leute auch hinschauen *zwinker*
    (ey, wir haben doch die neuen Breitbild-Monitore, da passt das schon hin!)
    (Du wirst das mit der neuen Rechtsgroßschreibung schon noch hinkriegen, du wirst ja hinkünftiglich genug Gelegenheit zum Üben haben in dieser uns'rer neuen Diktakrie... Demokratur... Oligapenetrat... Drolitraktat... Faschingkratie... öhm... kA... wie hieß das Dingens gleich wieder?)
    (sind jetzt zwei Klammern hintereinander erlaubt oder nicht?)

    seufz, aber trotz feinem Inhalts, trotz erlesener Formulierung... es wird ein Nichtsnutz sein weils nichts nützen wird.

    schreiben wir schon Heil Erika oder langt noch ein gewöhnliches, volkseigenes Betriebe-Grüß Gott?

    wie auch immer
    der übliche Verdächtige


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