Paukenschlag
am Donnerstag
No. 34 /2012
30. August 2012


Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Merkel - Europa - China - USA

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    Merkel - Europa - China - USA
     
    Angela Merkel, der manche nachsagen, sie wolle als erste Kanzlerin eines wie auch immer gearteten Staatsgebildes "Europa" in die Geschichtsbücher eingehen, drängt nun auf einen neuen Europa-Vertrag.
     
    Das passt gut zu den schon länger zu hörenden Forderungen nach einer Volksabstimmung über dies und das, Europa betreffend.
     
    Vor ein paar Tagen griff ich die Forbes-Idee auf, Angela Merkel zur mächtigsten Frau der Welt zu küren, und meldete meine Zweifel an Merkels Macht an.
     
    zum Artikel vom 24.08.2012
     
    Und dazu hat sich nun Alexander Czerny zu Wort gemeldet, mit einem - wie ich weiß - hervorragend recherchierten historischen Abriss, in dem er nicht nur Merkels Herumgeeiere in der Euro-Krise auf die der Öffentlichkeit nicht bewussten Ursachen zurückführt, sondern auch den Begriff "Verschwörungstheorie" ein bisschen entzaubert und rationalisiert.
     
    Ich gebe diesen Kommentar, samt Anschreiben, hier ungekürzt wieder
    und wünsche Ihnen - mit den Worten von Maybrit Illner - viel Freude beim Vermehren der gewonnenen Einsichten.
     
    (Hervorhebungen und Layout sind von mir - und dass im von mir gewählten Titel dieses Paukenschlags "China" auftaucht, ohne im Text gewichtig zu erscheinen, das hat mit der aktuellen China-Reise zu tun die ja beweist, dass da noch ein Player auf der Matte steht, der mehr und mehr Einfluss gewinnt.)
     
     
     

    Sehr geehrter Herr Kreutzer,
     
    In Ihrem Artikel über die mächtigste Frau der Welt vom 24.8. schreiben Sie:
     
    „Und wo wäre Angela Merkel ohne die Unterstützung der Medien, ohne Friede Springer und Lisa Mohn? Ist ihre Popularität, der sie die Kraft verdankt, sich im Sessel zu halten, nicht nur ein Zeichen der Gnade mächtigerer Frauen? Und wo wäre Angela Merkel, hätten die Bilderberger, die Atlantik-Brücke (Transatlantischer Verein), die CIA und andere, nicht Wohlgefallen daran, WIE sie Deutschland regiert?“
     
    Dazu fallen mir noch einige Dinge ein:
     
    Bindeglied zwischen Rockefellers Banken, der Standard Oil Company und den Deutschen war der bis 1938 in Deutschland lebende Bruder,
     
    Max Warburg
    (Paul Warburg arbeitete ja seit August 1914 in der Fed!). Bruder Max saß ab 1924 im Reichsbankrat, war Mitbegründer der I.G. Farben, saß seit 1925 im Vorstand dieses Trusts (bis 1938) und von 1933 bis 1938 sogar im Vorstand der Reichsbank. Als Max Warburg wegen des Hitlerregimes seine Ämter aufgeben und in die USA emigrieren musste, übernahmen deutsche Nazibanker dessen Amtsgeschäfte.
     
    Warburgs Sohn Eric
    kehrte kurz nach dem Krieg nach Deutschland zurück, war Freund und Berater des Hochkommissars
     
    John J. McCloy
    (ein Rockefeller-Anwalt und Wall-Street-Banker) und gründete 1952 die
     
    Atlantikbrücke,
    eine Schwesterorganisation von Rockefellers offiziell erst 1921 geschaffenen, aber in Wirklichkeit schon 1918 existierenden
     
    Council on Foreign Relations (CFR).
    Diese Atlantikbrücke dient laut ihrer Satzung der „Förderung der Freundschaft und des Verständnisses für Deutschland“ insbesondere in den USA. Die Atlantikbrücke vergibt seither den Eric-M.-Warburg-Preis, insbesondere an solcherart Persönlichkeiten wie
     
    Henry Kissinger,
    Otto Graf Lambsdorff,
    George H. W. Bush,
    Condoleeza Rice und
     
    Helmut Schmidt
    (ja, NATO-Schmidt! Der hat's Faustdick hinter den Ohren! Bitte nicht wundern. Das EWS 1979 mit Giscard D'Estaing war nur, um der deutschen Exportindustrie im innereuropäischen Handel wieder feste Wechselkurse zu verschaffen. Schmidt wollte nie eine EWU!)
    Im selben Jahr, 1952, gründete Eric M. Warburg zusammen mit McCloy eine weitere Schwesterorganisation des CFR namens
     
    American Council on Germany,
    ebenfalls mit dem Zweck, „das deutsch-amerikanische Verständnis“ zu fördern.
    Eine weitere Schwesterorganisation des CFR wurde 1955 unter dem Namen
     
    Deutsche Gesellschaft für auswärtige Politik (DGAP)
    gegründet. In den USA wird die DGAP auch unter dem Namen German Council on Foreign Relations geführt. Der Verein versteht sich als Think Tank in Sachen Politikberatung.
    Als wirtschaftspolitische Berater der ersten Stunde verstanden sich auch die noch heute existierenden Lobbygruppen und pressure groups der ehemaligen Rüstungskonzerne von Rhein und Ruhr. Zu ihnen gehören der
     
    Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI),
    vormals Reichsverband der Deutschen Industrie (RDI), der
     
    Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) und die
    Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).
    Personell sind diese drei Lobbyvereine nicht nur untereinander verflochten, sondern seit ihrer Gründung auch mit den Organisationen von Rockefellers CFR. Die deutsche Exportindustrie gründete unter Aufsicht des CFR nach dem Krieg auch Vereine, die die Aufgabe hatten, die Adenauer-Regierung und alle folgenden sowohl mit Spendengeldern zu versorgen, als auch Wirtschaftspropaganda zu betreiben. Namentlich seien hier genannt die
     
    „Staatsbürgerliche Vereinigung“
    (zur Geldwäsche von Parteispenden), der Propagandaverein
     
    „Die Waage“
    (ein Vorläufer der heutigen INSM) und die
     
    „Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft (ASM)“
    ebenfalls eine Vereinigung, die im Interesse der Exportindustrie die neoliberalen Positionen der Ökonomen der so genannten
     
    „Freiburger Schule“
    vertritt. Die Vertreter der „Freiburger Schule“ hatten schon während des Zweiten Weltkrieges vor allem daran gearbeitet, die Wirtschaftspolitik für die Zeit nach dem Krieg zu entwerfen. Als sich abzeichnete, dass insbesondere Frankreich und Großbritannien zur staatlichen Lenkungswirtschaft übergehen werden, um die wirtschaftlichen Folgen des Krieges zu meistern – eine Art Planwirtschaft, die mehr der sozialistischen Planwirtschaft als dem „laissez faire“ der 1920er Jahre ähnelte -, wurde die Freiburger Schule in den Augen der USA hochinteressant:
     
    Frankreich und Großbritannien
    waren noch immer Kolonialmächte mit Sterling-Area und Franc-Block. Diese Währungsblöcke wollten die USA im Interesse ihrer lang geplanten Dollarhegemonie gerne aus dem Weg geschafft haben.
    F+UK konnten wegen ihrer vielen Kolonien, der riesigen Sterling Area und dem Franc-Block, keinen Währungsschnitt durchführen, um den kriegsbedingten Geldüberhang zu beseitigen.
     
    Deutschland
    hingegen hatte keine Kolonien und nach Kriegsende noch immer eine mächtige Industrie, die von den Bombardierungen kaum (im Schnitt nur 10-15%) zerstört wurde. Also hat man in Westdeutschland den Geldüberhang mit einem Währungsschnitt 1948 beseitigt und die Bank deutscher Länder mit McCloys Getreuen besetzt. Mit ihrer superharten Währung, "Freiburger" Wirtschaftspolitik und der riesigen Exportindustrie fungierte die junge Bundesrepublik im Interesse der Amis (und natürlich der deutschen Industrie) als
     
    "finanzieller „Staubsauger“,
    der die britischen und französischen Gold- und Devisenreserven regelrecht absaugte. Schon 10 Jahre nach dem „verlorenen“ Krieg, 1955, hatte dann Westdeutschland die zweithöchsten Goldreserven der Erde.
    Und auch die deutschen Neoliberalen der Freiburger Schule wurden frühzeitig in ein transatlantisches Netzwerk eingebunden, das der
     
    Mont Pelerin Society.
    Schon im April 1947 wurden die wichtigsten neoliberalen Köpfe Deutschlands ins schweizerische Mont Pelerin eingeladen, um sich mit ihren Kollegen der University of Chicago zu treffen. Das Ziel des zehntägigen Treffens bestand darin, die deutschen Ökonomen der Freiburger Schule mit den Vorgaben und Zielen der University of Chicago auf eine Linie zu bringen. Diese Konferenz gilt als Gründungstreffen der Mont Pelerin Society, eines der bedeutendsten und mächtigsten neoliberalen Think Tanks.
    Seither erfolgt deutsche Wirtschaftspolitik im wesentlichen – von wenigen Ausnahmen in den 1960er und `70er Jahren abgesehen - nach den Vorgaben der Chicago School of Economics.
     
    Die University of Chicago
    selbst ist eine reine Privatuni – von John D. Rockefeller Ende des 19. Jahrhunderts gegründet und von ihm und seinen Erben finanziell ausgesprochen üppig ausgestattet, genauso wie die Mont Pelerin Society.
     
    Zu den wichtigsten deutschen Köpfen innerhalb des umfangreichen transatlantischen Netzwerkes zählten
     
    Robert Pferdmenges und
    Hermann Josef Abs.
    Beide waren nicht nur enge Freunde und Berater von Konrad Adenauer, sie waren auch während des Dritten Reichs wichtige Banker der Rüstungskonzerne. Während die USA Pferdmenges als Präsident des Bundesverbandes der deutschen Banken einsetzten, wurde Hermann Josef Abs zunächst zum Chef der Kreditanstalt für Wiederaufbau ernannt. Abs hatte als ehemaliges Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und als Aufsichtsratsmitglied der I.G. Farben während der Nazizeit die besten Kontakte zu den Konzernen von Rhein und Ruhr und sorgte in der KfW nun dafür, dass die
     
    Marshallplan-Gelder
    vorrangig zum zügigen Wiederaufbau der deutschen Exportindustrie verwendet wurden. Ab 1957 wurde Abs Vorstandssprecher der reorganisierten Deutschen Bank, während das alte Beteiligungsgeflecht zwischen Bank und Großkonzernen wiederhergestellt wurde.
     
    Das alles klingt nach einem super-verschwörerischen Masterplan für US-Außenpolitik und Dollarhegemonie.
    Aber in Wirklichkeit ist den Amis vieles aus dem Ruder gelaufen.
    Politik ist halt viel komplizierter, eben, weil viele abweichende Einzelinteressen dazwischenfunken.
     
     
    Das fing schon bei Adenauers Schmusekurs mit De Gaulle an, den die Amis hassten und in den Medien dauernd verarschten.
     
    Doch die deutsch-amerikanische Freundschaft wurde so richtig brüchig mit Willy Brandt’s Ostpolitik und eigenmächtigen Deals von Mannesmann und der Deutschen Bank mit den Sowjets (Pipeline-Projekte!)
    ausgerechnet zu einer Zeit, als die EG eine Währungsunion anstrebte (Wernerplan), als der Dollar abschmierte, die Fed ihre Goldreserven an Frankreich verlor, in der Nordsee Erdöl entdeckt wurde und sich herausstellte, dass es vor der Küste Vietnams doch nicht so viel Öl gab, wie zunächst erhofft.
     
     
    Die Amis waren teils stinkesauer, teils in Panik und haben 1973/’74 mit den Arabern und dem Schah die Ölkrise gemacht.
    Die USA haben ja in Westasien und Nordafrika das Erdöl nicht für sich selber, sondern für den westeuropäischen Absatzmarkt gefördert – und während der so genannten Ölkrisen hatten Araber und Ölkonzerne Rekordeinnahmen aus den Devisenreserven der Europäer. Und die Amis wussten genau, wann Ägypten und Syrien sich die von Israel besetzten Gebiete zurückholen werden wollen. Die Israelis nehmen das noch heute den Amis krumm!
     
    Tja, und dann das Ding mit der Europäischen Währungsunion.
     
    Die Idee kam vor fast 30 Jahren (wie schon 1929, Ende der 1950er Jahre, 1969) mal wieder aus Frankreich, doch die
     
    Deutsche Bank
    hat 1984 sofort die Profitchancen erkannt und wurde fortan der deutsche Vorreiter in Sachen EWU. Ich glaube auch nicht mehr, dass es die RAF war, die 1989 Alfred Herrhausen mit einer Hightech-Sprengfalle ermordet hatte. Herrhausen war schon vorher Wall Streets Hauptfeind, auch wegen seiner Bemühungen um die Erlassung der Dollarschulden der Dritten Welt (Dollarschulden sind ein wichtiger Stützpfeiler für den Dollar-Wechselkurs!).
    Ein weiterer Tiefpunkt in den transatlantischen Beziehungen war mit
     
    Gerhard Schröder
    erreicht, der sich weigerte, am Irakkrieg teilzunehmen und ausgerechnet mit Gasprom mauschelte.
     
    Die deutsche Exportindustrie und die Deutsche Bank hatten weit größeren Einfluss auf die Politik der Schröder-Regierung als der CFR, die Bilderberger, die Atlantikbrücke und all die anderen Vereine.
     
     
    Zum Verdruss dieser Vereine wollten auch die meisten der in Deutschland produzierenden US-Konzerne den Euro erhalten. Auch sie verdienten sich an diesem Währungskonstrukt und dem Export in die anderen Eurozonenstaaten eine goldene Nase.
    Die deutsch-amerikanischen Beziehungen sind verdammt kompliziert und schwer zu durchschauen.
     
    Aber
    Angela Merkel
    ist alles andere als mächtig. Sie wird nur von zwei mächtigen, aber oppositionellen Interessengruppen getriggert: auf der einen Seite die deutsche Exportindustrie, die den Euro nicht verlieren will, und auf der anderen Seite die gegen den Euro kämpfende Wall Street, die darauf hofft, dass Angela Merkel Entscheidungen auf europäischer Ebene weiterhin so erfolgreich blockiert.
     
     
    Merkel wusste von Anfang an: Wenn sie in Brüssel einen Fehler macht und was Falsches sagt, wird sie von einer der beiden Interessengruppen abgeschossen. Ich würde nicht in ihrer Haut stecken wollen. Aber wir wissen nun, warum die Merkel so redet wie sie redet.
    Diese beiden oppositionellen Interessengruppen und die Regierung zwischen beiden Stühlen seit der Einführung des Euro - - - schauen sie sich mal die Stoßrichtungen der Wirtschaftspropaganda in unseren Medien an!
     
    Man kann unsere großen Printmedien in zwei Gruppen aufteilen:
     
    • Die eine Gruppe (hauptsächlich die in Frankfurt und Köln ansässigen Printmedien) will für die deutschen Exportkonzerne maximale Profite – und propagiert Wirtschaftspolitik a la Chicago School.
    • Die andere Gruppe umfasst hauptsächlich in Hamburg und München ansässige Medien, die kurz nach Hitler von der Eric Warburg/ McCloy-Clique und ihren Marionetten geschaffen wurden und daher traditionell stark US-beeinflusst sind (z.B. Die Zeit, SZ, Spiegel, Springerpresse). Sie bringen am laufenden Band Euro-kritische Artikel und im selben Atemzug (meist auf der selben Seite) Wirtschaftspropaganda, die die Eurozone letztendlich durch gravierende Inflationsdifferenzen zerstören - und propagieren Wirtschaftspolitik a la Chicago School!
     
    Das ist kein Witz, Herr Kreutzer! Daher kommt, meiner Meinung nach, diese scheinbare Gleichschaltung aller Medien seit der Schröder-Regierung in Sachen Wirtschaftspropaganda.
     
     
    Die einen wollen aus Deutschland ein einziges Billiglohnland machen, damit die Kasse klingelt – und die anderen wollen aus Deutschland einen Niedriglohnsektor innerhalb der Eurozone machen, um sie von innen zu zerstören.
     
    Es ist kaum möglich, in der Propaganda irgendwelche Grenzen zu erkennen. Die einen wollen die Profite mit Billiglohn maximieren, die anderen wollen noch einen kleinen Schritt weitergehen.
     
    Ich muss gestehen, dass ich die riesige Bertelsmann-Krake noch keiner Interessengruppe zuordnen konnte. Viele Artikel sehen nach Ami-Einfluss aus, aber sie ist auch supereng mit der deutschen Exportindustrie und der deutschen Bank verbandelt. Vielleicht kann man die Krake auch gar nicht richtig zuordnen, einfach, weil sie aus zu vielen Einzelunternehmen besteht und zu viele interne Interessenkonflikte herrschen.
    Die Grenze zwischen diesen beiden Interessengruppen erscheint genauso verschwommen, wie die Politik der Merkel.
     
    • Da gibt es die innerhalb Deutschlands produzierenden US-Konzerne, die wie die deutsche Exportindustrie den Euro erhalten wollen. Wie stehen diese einflussreichen US-Töchter zur Merkel?
    • Und die für den riesigen europäischen Absatzmarkt in den USA und China produzierenden US-Konzerne – unterstützen die ebenfalls die Wall Street in ihrem Kampf gegen den Euro? Wohl kaum.
     
     
    Und alle wissen: In der selben Minute, in der der Euro abschmiert, explodiert das US-amerikanische Zahlungsbilanzdefizit und implodiert der Dollar.
     
    Beide gehen zur selben Zeit den Bach runter, halten sich voraussichtlich aber auf ihrem Niedergang die Waage. Und das sprichwörtliche Zünglein an der Waage hier:
     
    Womit wollen die Öl exportierenden Länder
    in Westasien, Nordafrika und Lateinamerika
    in der Krise bezahlt werden?
     
    Der inszenierte Arabische Frühling zur Kontrolle der Ölförderung scheint nicht so sauber zu funktionieren, wie von den USA noch vor einem Jahr erhofft.
     
    Alles vertrackt und kompliziert.
     
    Das Forbes-Magazin zeigt einmal mehr die Hilflosigkeit der USA in Sachen Europa. Da wird von den Amis eine Frau umgarnt und zur mächtigsten Frau der Welt erklärt, die in Europa, zwischen allen Stühlen sitzend, genauso hilflos ist wie die USA.
     
    Sie haben vollkommen Recht, Herr Kreutzer: So dick isse nich.
     
    Und irgendwie tut sie mir Leid. Eine der beiden Interessengruppen wird sie abschießen, sobald sie in Brüssel eine Entscheidung pro oder contra Euro treffen muss.
     
    Herzliche Grüße!
    Alexander Czerny
     
     
     
     
     

     

     
     
     
    Erwähnen mag ich in diesem Zusammenhang auch Freimut Kahrs, der eine grundsätzliche Abrechung mit unserer "libertären", angeblich "freiheitlichen" Gesellschaft vorgenommen hat und nachweist, dass unsere Freiheit in fast allen Lebensbereichen nur darin besteht, uns dem zu beugen, was andere für uns vorgesehen haben, oder zwischen den Möglichkeiten zu wählen, die andere uns vorlegen.
     
    Lebenslüge Freiheit

    Unsere Gesellschaft befindet sich in einer Krise. Viele Wissenschaftler, Wirtschaftsführer und Politiker stehen vor einem Rätsel.
    Deregulierung und Flexibilisierung haben nicht Wachstum und Vollbeschäftigung, sondern Finanzcrash und Wirtschaftskrise herbeigeführt.
    Freimut Kahrs beschreibt diejenigen Einflussfaktoren, die in der wirtschaftspolitischen Diskussion gerne vernachlässigt werden, obwohl sie unsere Gesellschaft entscheidend geprägt haben. Als Diplom-Volkswirt kennt er die theoretische Argumentation der etablierten Wirtschaftswissenschaft und deren Schwächen; als Unternehmensgründer hat er die Herausforderungen der Praxis analysiert. Aus dieser Perspektive entwickelt er die Grundzüge einer besseren ökonomischen und gesamtgesellschaftlichen Ordnung - die Freiheit wieder erlebbar macht.
     
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    .
       
       
       
       
       
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    Reaktionen auf diesen Paukenschlag
    Hallo Wolf.
     
    Das sind in der Tat interessante Gedankengänge. Weniger die historische Entwicklung, weil die Stringenz, die mancher Zusammenhang suggeriert, ja eben durch die Ungewissheit in der Politik ständig aufgeweicht wird; sondern eher wegen der Bögen die Zukunft betreffend.
     
    Angenommen die ölexportierenden Staaten wollen künftig in Yuan bezahlt werden. Das macht aus ihrer Sicht Sinn, weil ein großer und zunehmender Öl-Abnehmer China selbst sein dürfte. Dort entsteht also ein Absatzmarkt, der bei einem Niedergang des Euro- und Dollar-Raums wichtiger wird. Und dort erhalten die Ölexporteure aufgrund des Ausbaus der chinesischen Exportwirtschaft der vergangenen Jahre auch jene Waren, die sie brauchen. Ergo könnten sie auch von westlichen Ländern Yuan verlangen, was die Rolle Chinas und seiner Währung in eine völlig neue Position katapultieren würde.
     
    Allerdings halte ich diese monolithische Entwicklung nicht für ausreichend. Als Ölexporteur ließe ich mich durchaus auch mit Euro, DM oder Dollar bezahlen, relevant ist vor allem, ob solch eine Diversifizierung aus Anlage- und Einkaufsgesichtspunkten Sinn macht. Und das macht es teilweise sehr wohl, denn deutsche Maschinen kriegt man nur als billige Kopie in China. Daher wette ich eher darauf:
     
    Der Ölmarkt wird sich künftig vom Monopol des Dollars trennen und bilaterale Geschäfte werden eine viel größere Rolle spielen. In der EWG des Ostblocks kannte man das schon: da zahlte man mit Waren statt mit Geld.
    Aber die Explosivkraft, die in der Verbindung zwischen Öl und Währungsräumen steht, ist massiv. Und hierzulande ist sich dessen kaum jemand bewusst. Nur eine Abkehr vom Rohstoff Öl kann ein gewisses Maß an ökonomischer Freiheit gewährleisten, alles andere bedeutet sich in gefährliches Fahrwasser zu begeben...
     
    Gruß!
    Norbert

    Hallo Herr Kreutzer,
     
    ein sehr erhellender Abriss über vor allem die deutsche Presse und die Verflechtungen zwischen Banken und Industirie, amerikanischen und den deutschen, auf Europa gerichteten Interessen den dritten Player Russland der in Herrn Schröder seinen Zugang zu Troja gefunden hat, und Frau Merkel, die in ihrer Angststarre von den Chinesen zu ihrem Pferdchen umgebaut wird.
     
    Meine Frage sowohl an Herrn Czerny als auch an Sie:
     
    Gibt es wirkliche "deutsche Interessen" also keine Interessen der deutschen Industrie oder anderer Minderheiten die ob ihres Einflusses für sich reklamieren ganz Deutschland zu vertreten.

    Wo, mal vom Grundgesetz abgesehen, sind die zu verorten? Besser bei wem? Bei einem ferngesteuerten riesternden Volk? Bei Beamten denen der Geldbeutel in der Hose wichtiger ist als ihre Arbeit? Bei einem Bundestag der sich von allen und jedem beeinflussen lässt, bei einer Regierung die ihren Entscheidungsspielraum privatisiert? Bei braunen Extremisten?
     
    Mal ehrlich, keiner kümmert sich darum, dass es diesem Land wohl ergeht. Und so präsentiert sich Deutschland als das, was es ist: eine große Familie ohne Umgangsformen und ohne Anstand, die sich gegenseitig das Schwarze unter den Fingernägeln nicht gönnt.
     
    Asoziales Verhalten wird dann gern in den untersten Einkommensklassen gesucht. Die wirklich Asozialen sitzen aber leider da, wo Politik und wo große Geschäfte gemacht werden. Solange die deutsche Industrie, die bei Czerny ein Gegenspieler amerikanischer Interessen ist, von den weltpolitischen Weichenstellungen der Amerikaner profitiert, kann sie wohl nicht so sehr dagegen sein. Vielleicht ist diese Industrie wohl eher eine Art Zauberlehrling, die vom großen Meister USA dessen Hilflosigkeit gelernt hat.
    (...)
    Ohne viel über Bertelsmann zu wissen und rein aus dem zuvor Gesagten geschlossen, scheint "die Krake" eigene Interessen zu verfolgen. Die rheinische und die bayrische Industrie sind klar den beiden Unionsparteien zuzuordnen. Es gibt inzwischen eine "grüne Industrie", die ebenfalls eine Partei als politische Vertretung hat, deren Wahlergebnisse anscheinend irgendwie mit dem Anteil erneuerbarer Energie im Energiegesamtaufkommen korrelieren. Diese Industrie ist gesamtdeutsch vertreten und eigentlich auch die erste gemeinsame industrielle Entwicklung seit der Wiedervereinigung. Zudem ist die Förderung der erneuerbaren Energie, in ihren praktischen Auswirkungen auf eine größere Unabhängigkeit Deutschlands von ausländischen Rohstoffquellen hinarbeitend, ein Vehikel, das Deutschland politisch unabhängiger machen kann. Unabhängiger vom transatlantischen Ölkartell, von der russischen Gasprom von Uranlieferungen und tausenden anderer, von extern zugeführter Rohstoffe.

    Was passiert dann mit der Handelsbilanz? Der Export wird gegenüber dem Import rasant steigen, da der Bedarf an fossiler Primärenergie stark sinken könnte. Immerhin werden ca. 50 % des jährlich importierten Rohöls zu Kraftstoffen für den Verkehr raffiniert. Dieser Markt ist durch technisches wie strukturelles Energiesparen massiv bedroht.
    Sollten die erneuerbaren Energien - nicht wie offensichtlich geplant - abgewürgt werden, würden auch die Profiteure der rheinischen und der ostdeutschen Braunkohle in Bedrängnis geraten. Jedenfalls könnte ein erneuerbarer Technologieschub mit erfolgreicher Umsetzung im Land neue Exportmärkte in all die Länder eröffnen die sich von Öl, Gas oder Stromlieferungen unabhängig machen wollen und so die Weltkarte massiv verändern - genauso wie den deutschen Exportüberschuss.
     
    Durch erneuerbare Energien würden die Machtverhältnisse nicht nur in Deutschland, sondern weltweit relativiert. Eine Unabhängigkeit von großen Rohstoffvorkommen könnte arme Länder zu wohlhabenden Ländern machen, wenn sie nur genug in Bildung investieren. Ob das im Sinn der aktuellen Hegemonialmächte ist, mag zu bezweifeln sein. Trotzdem wird uns, wenn mir als Menschheit überleben wollen, nicht viel anderes übrig bleiben. Rohstoffe sind eben begrenzt vorhanden und nur deshalb so teuer.
     
    Hier kommen wir auf die Menschen, die mittels eines mächtigen Handelsapparats arbeitsfreies Einkommen erzielen wollen. Diese sind es, die ein Interesse daran haben, erneuerbare Energie zu deckeln. Dieselben Menschen spekulieren auch auf steigende Lebensmittelpreise und freuen sich über einen Reibach, der mit Hungertoten in anderen Ländern erkauft ist. Solche Menschen sitzen oft in Banken...
    Die Verflechtung von Banken und Industrie macht aus der Industrie ineffiziente Großkonzerne, deren Einkommen durch überteuerte Herstellungsprozeduren erzielt wird, an denen viele arbeitsfrei verdienen, während die daran Arbeitenden oft zu Hungerlöhnen beschäftigt sind. Dieses System ist weder für die Industrie noch für die Menschen oder die Umwelt gut.
    Die Entwicklung eines auf erneuerbarer Energie aufgebauten Gemeinwesens wird diese ineffizienten Strukturen überflüssig machen, da eine Kapitalkontrolle in dem bisher üblichen Ausmaß nicht mehr nötig ist. Einhergehend mit der Korrektur weiterer feudal-industrieller Gepflogenheiten, etwa der zentralisierten Elektrizitätsproduktion bei dezentralem Verbrauch (was schlicht Unfug ist). Genauso wie Dampfmaschine und Eisenbahn die Industrie von der Bindung an schiffbare Flüsse befreite, wird sich die zukünftige Produktion von zentralisierten Produktionsstandorten befreien. Die auf ganz Europa verteilte Airbus Produktion ist nur ein frühes und noch nicht perfektes Beispiel dafür. Dies wird sowohl Ware, als auch Nutzenergie betreffen.
     
    Auch die Produktion "geistiger Güter" wird immer mehr eine kollektive Angelegenheit sein als das Werk einzelner Personen. Ähnlich wie im Mittelalter üblich, wird es kein Recht eines einzelnen auf ein Werk mehr geben, weil die beigetragenen Einzelheiten nicht mehr von denen anderer Mitarbeiter abzugrenzen sind und vielleicht wird wohl eine vergemeinschaftete Urheberschaft irgendwann die Geschäftemacherei mit geistigem Eigentum gänzlich zum Aussterben bringen. Dies wäre ein politischer und wirtschaftlicher Paradigmenwechsel,
     
    ausgelöst durch eine technische Entwicklung, die gerade deshalb von den Profiteuren der jetzigen Weltordnung rigoros bekämpft wird.
     
    Und der ist fällig.
     

    Egon Hauck

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