Paukenschlag
am Donnerstag
No. 24 /2012
21. Juni 2012


Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Das 10.000 Euro Haus

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Das 10.000 Euro Haus
 
 
Eine aufregende Idee.
 
Eine aufregende Idee, die Egon Hauck, der diese Idee hervorgebracht hat, in einem Kommentar zum Paukenschlag letzter Woche eher beiläufig erwähnte.
 
  • Die Kommunen von Wohngeldzahlungen zu entlasten und
    den Menschen, die noch von Sozialleistungen und Wohngeldzuschüssen abhängig sind, die Sicherzeit zu geben, auf Lebenszeit unkündbar im eigenen Heim wohnen bleiben zu dürfen.
  • Das alles für einmalige Gestehungskosten von nicht mehr als rund 10.000 Euro.
 
Das ist die Idee, um die es geht.
 
 
Unmöglich,

erklärte mir meine innere Rechenmaschine, mit 10.000 Euro ist heutzutage noch nicht einmal die Kellerdecke betoniert.
 
Doch ich war neugierig.
 
Herrn Hauck kenne ich schon länger, hin und wieder tauschen wir E-Mails aus, mal zu diesem, mal zu jenem Thema. Nein, Egon Hauck ist kein Spinner: Er wird nicht nur die Vision haben, sondern auch ein paar konkrete Ideen für die Umsetzung.
 
Also sah ich mir die Webseite an, die er genannt hatte, um mich schlauer zu machen.
Leider gelang das dort auch nicht. Die Anforderungen groß, die Bitte um Hilfe und Unterstützung ebenfalls groß - die Details zur Ausführung, wie das Details nun mal an sich haben, sehr klein. Zu klein, zu abstrakt, um mir wirklich ein Bild machen zu können.
 
Das alles schrieb ich Herrn Hauck, freundlich, aber kritisch:
 
 

Hallo Herr Hauck,

danke für diesen Kommentar, danke auch für die Erwähnung des Projekts:

10.000 Euro Haus.


Was mir beim allerersten Blick auf die Website fehlt, ist ein Konzept für das Haus selbst. Mit etwas Herumklicken habe ich allerdings die Anforderungen gefunden und bin zu dem Schluss gekommen, dass 10.000 Euro einfach nicht reichen werden.

Gut, ich unterstelle, der Grund soll von den Kommunen unentgeltlich und voll erschlossen zur Verfügung gestellt werden. Das könnte funktionieren, wenn die Kommunen einsehen, dass sie sich auf lange Sicht entlasten (womöglich besteht daran aber in vielen Kommunen überhaupt kein Interesse ...)

Die 10.000 Euro sind allerdings verbraten,
bevor die Kellerdecke betoniert ist.

Das ist Fakt,
und da führt kein Weg dran vorbei.


Außer man spart sich den Keller und betoniert nur eine Grundplatte auf Streifenfundamente.

Dann bleibt etwas übrig für eine Tragekonstruktion aus Kanthölzern, dann ist auch da das Ende des Geldes erreicht.

So jedenfalls meine "konservativen" Vorstellungen.

Welche Gedanken haben Sie sich zu dieser Frage gemacht?

Mit besten Grüßen
Egon W. Kreutzer

 
Ja, und mit dieser Frage hat sich einen sprudelnder Brunnen an Ideen und Konzepten geöffnet, den ich hier, mit Erlaubnis des Autors, nur geringfügig für den Paukenschlag bearbeitet, gerne allgemein zugänglich mache.
 
 
    Hallo Herr Kreutzer,
     
    danke für Ihre Kritik und vor allem deren konstruktive Form.
     
    10.000 €
     
    das ist der Preis für ein Referenzobjekt,
     
    innerhalb des Sozialprojekts, mit Namen 10.000 € Haus.
     
    Es geht in diesem Projekt
     
    um mehr

    als um die Bereitstellung
    preiswerten Wohnraums
    für materiell Benachteiligte.
     
     
     
    Positive Aspekte für die Kommunen
     
    Die Ausgaben für Wohngeldzuschüsse an Menschen mit geringem Einkommen (alle Hartz-IV-Empfänger, viele Alleinerziehende, viele Rentner) sind bereits hoch und werden in den nächsten Jahren weiter ansteigen. Neben den allgemeinen Kostensteigerungen wirkt sich dabei besonders der Umstand aus, dass die geburtenstarken Jahrgänge nun ins Rentenalter kommen und dass davon viele mit der mageren Rente nicht mehr in der Lage sein werden, ihre Wohnkosten ohne staatliche Hilfe zu tragen.
     
    Jeder Stadtkämmerer, jeder Gemeinderat, der eine Gesamtrechnung über mehr als ein Budgetjahr aufzustellen in der Lage ist, wird erkennen, dass die Fortführung der Praxis, die Bedürftigen aus ihren angestammten - nach Richtlinie zu großen - Wohnungen zu vertreiben und sie in fragwürdige Unterkünfte im untersten Mietpreissegment umzusiedeln, die Kostenexplosion nicht verhindern wird.
     
    Wohl aber wäre ein einmaliger Zuschuss von vielleicht 5.000 Euro zu einem Bauprojekt, das Wohnraum für ein bis zwei Personen schafft, die Gelegenheit, sich damit in jedem Einzelfall - bis zum natürlichen Ende der Bewohner - von weiteren Wohngeldzahlungen freizustellen.
     
    Über die Jahre eine massive Entlastung
    der kommunalen Haushalte!
     
    Sicher, es gäbe noch eine andere, einfacher Möglichkeit, die Kommunen zu entlasten. Mit einem Federstrich ist das Wohngeld gekürzt, und wenn es ganz hart kommt, auch vollständig abgeschafft.
    Wohin dann aber mit dem "Menschenmüll"?
     
    Dieses Strandgut der zerbrechenden Wohlstandsgesellschaft wird sich wie auf wilden Müllkippe irgendwo ansammeln, aus Latten, Wellblech und Plastiksäcken seine Siedlungen errichten, in denen es weder eine Infrastruktur noch ein Auskommen für die Bewohner gibt. Slums also.
     
    Hier vorzusorgen und Probleme zu lösen, bevor sie wirklich teuer oder vollkommen unlösbar werden, kann eigentlich nur weise sein.
     
     
     
    Positive Aspekte für die Bewohner
     
     
    Das 10.000 Euro Haus soll 1 - 2 Personen den notwendigen Wohnraum bieten - und zwar als Eigentum ad Usum, also nicht verkäuflich aber auf Lebenszeit.
     
    Dies gibt den Eigentümern ein erhebliches Mehr an Sicherheit, verglichen mit jenen Menschen, die ohne eigenen Wohnraum unter Hartz-IV-Bedingungen stets vom Gespenst der drohenden Obdachlosigkeit begleitet werden.
     
    Viele Städte im Ruhrgebiet mit hohen und immer noch wachsenden Arbeitslosenzahlen weisen heute schon die Keimzellen späterer Slumviertel auf. Wer dort einmal gelandet ist, hat kaum eine Chance, je wieder herauszukommen - außer die Gemeinde bestellt die Planierraupe. Und wohin dann?
     
    Wie viel anders sieht es aus, wenn es diesen Menschen ermöglicht wird, ein kleines, bescheidenes Wohneigentum zu begründen, das für wenige Jahre aus entfallenden Wohngeldzahlungen finanziert wird und danach vielleicht für die Kommune eine moderate Pacht abwirft, die zur Erhaltung der Infrastruktur eingesetzt werden kann.
     
    Da ist der Mensch dann nicht mehr wehr- und willenloses Objekt einer undurchschaubaren Bürokratie zur Verteilung des Mangels. Dann kann Mensch wieder Mensch sein, ganz nach dem Motto: Klein, aber mein.
     
     
    Wohin mit diesen Häusern?

    Die voll erschlossenen Wohngebiete gibt es längst.
     
    In den aufgelassenen Industriegebieten des Ruhrgebiets,
     
    in den nach der Wiedervereinigung massenhaft ausgewiesenen und erstellten Industriegebieten wo in vielen kleinen Städten der neuen Bundesländer nur ein oder zwei Gewerbebetriebe mühsam vor sich hin dümpeln,
     
    und auch in den "reichen" Bundesländern finden sich vielerorts voll erschlossene, ungenutzte oder aufgelassene Flächen, die sich für ein solches Vorhaben eignen.
     
    Der positive Nebeneffekt:
     
    Diese Kommunen könnten mit diesem Wohnraumangebot wenigstens einen Teil der jüngeren Generation von der Landflucht abhalten und so der Gefahr entgehen, langsam aber sicher zu Geisterstädten zu werden.

    Der Bauplan
     
     
    Auf einer Grundfläche von ca. 50 m² werden zunächst statisch sichere Streifenfundamente in den Boden gebracht, auf denen Natursteine
    stehen. Ein Keller ist nicht vorgesehen.
     
    Darüber wird eine Folie gegen aufsteigende Feuchtigkeit gespannt.
     
    Darüber bildet eine Holzrahmenkonstruktion, in die Strohballen verpresst sind, die einfache und stabile Grundlage für Wände, Böden und Decken, bzw. das ebenfalls strohgedämmte Flachdach.
     
    Eine einzige Installationsebene für Wasser, Abwasser, Elektrizität und Heizungswasser verteilt die notwendigen Anschlüsse auf die Räume, die bedarfsgerecht einzeln beheizt werden.
     
    Über diesem ca. 50 m² großen Innenhaus wird mit ordentlichem Abstand eine zweite, an den Sonnenseiten verglaste Haut, eine Art "Gewächshaus" errichtet, das ggfs. auch Photovoltaik-Elemente tragen kann.
     
    In der Basisversion ist diese zweite Haut
     
    • der eigentliche Schutz vor Wind, Regen und Schnee - und
    • zugleich passiver Sonnenkollektor für die kalte Jahreszeit.
    • Im Sommer wird die südwärts gelegene Front des Außenhauses am Boden geöffnet, an der nordseitigen Front wird eine große Luftklappe unter dem Dach geöffnet, so dass durch den Kamineffekt die erwärmte Luft abströmt,
    • dabei Kollektorrohre als Wärmetauscher passiert, der die Energie als Warmwasser in einem drucklosen Tank speichert,
    • womit ein Teil der Energie für die Warmwasserversorgung und ggfs. die Wandheizung preiswert selbst gewonnen wird.
    • Zugleich wird kühle Luft, ggfs. über einen vorgelagerten Teich, ins Innere gezogen.
     
     
    Ist die Außenhaut fertiggestellt, werden die Arbeiten zur Fertigstellung des Innenhauses im Schutz dieser Hülle fortgesetzt.
     
    Dort werden die Außenwände mit Lehm verputzt, die Innenwände, nachdem die Kabel, Rohre und Schläuche der Installation eingebracht wurden ebenfalls.
    Die tragende Holzkonstruktion liegt komplett innerhalb der Wand und ist durch die Lehmschicht geschützt. Eine solche Lehmwand wurde auf Feuerfestigkeit getestet und schnitt mit einem Wert von F90 ab, also dem Dreifachen dessen, was für Wohngebäude eingehalten werden muss.
     
     
    Weitere konstruktive Feinheiten
     
    Zwischen Innen- und Außenhaus entsteht eine fast ganzjährig verfügbare Nutzfläche, die zwar nicht aktiv beheizt ist, jedoch zum Pflanzen von Gemüse zur Selbstversorgung ganzjährig genutzt werden kann.
    Allerdings kann diese Fläche auch als erweitertes Wohnzimmer, als Spielplatz für die Kinder einer Tagesmutter, als Werkstatt für Kleingewerbe dienen.
     
    Der Rest der Parzelle um das Außenhaus herum kann ebenfalls bewirtschaftet werden, z. B. mittels Permakultur (nach Sepp Holzer) und so die Bewohner ganzjährig mit Gartenerzeugnissen versorgen.
     
     
    Und die Kosten?
     
     
    Die "Kanthölzer" für das Haus sollen als Bausatz in kommunalen oder gemeinnützigen Werkstätten hergestellt werden. Dort arbeiten zu einem großen Teil die zukünftigen Bewohner der Häuser als Praktikanten.

    Das hat den Vorteil geringer Lohnkosten und den weiteren Vorteil, dass sich die zukünftigen Hausbesitzer mit der Technik ihres Hauses so gut auskennen, dass sie Reparaturen weitgehend selbst erledigen und beim Bau des Hauses auch angemessene Eigenleistungen einbringen können.
     
    Die tragende, strohverpresste Holzkonstruktion würde bei Erstellung durch einen Fachmann inklusive Lohn etwa 2000,- € kosten. Bei angeleiteter Eigenarbeit (siehe oben: kommunale Werkstätten, Praktikum) wird dieser Kostenblock niedriger ausfallen.
     
    Elektrik und Wasserver- bzw. Entsorgung können bei der Größe des Gebäudes nach den weniger kostenintensiven Anforderungen für Hütten und Nebengebäude verwirklicht werden.
     
    Fenster und Türen in preiswerten Standardausführungen sowie die Dachabdeckung und die Verglasung der äußeren Hülle stellen die wesentlichsten Kostenfaktoren dar, könnten aber bei entsprechenden Abnahmemengen aufgrund des insgesamt geringen umbauten Raumes so preiswert hergestellt und bezogen werden, dass der angepeilte Gesamtpreis des Hauses eingehalten werden kann.
     
     
    Weiterführende Gedanken
     
    Wo ganze Siedlungen solcher 10.000 Euro Häuser entstehen, sind auch die besten Voraussetzungen für eine kreative und mehrwertfreie Tauschwirtschaft gegeben, die allen Bewohnern einer solchen Siedlung eine erhöhte Lebensqualität und eine wirkliche Nachbarschaft verschafft.
     
    Voraussetzung für das Wohlergehen einer Kommune sind eigene Geld- und Warenkreisläufe.
     
    Wenn das in einer Kommune ausgegebene Geld nicht in der Kommune verbleibt, entweder in Form eines Konsum- und Produktionskreislaufes oder in Form neuer Investitionen, sondern nach außen abwandert, ist die Kommune auf dem absteigenden Ast.
     
    Kleine Dörfer, die keinerlei eigenes Wirtschaftsleben mehr haben, werden in Zukunft massiv aussterben, oder sie hängen am Finanztropf eines Unternehmers. Solche undemokratischen Strukturen führen zu einer Wiederkehr des Feudalismus.

    In der Renaissance gab es unabhängige, so genannte "Reichsdörfer". Diese Dörfer hatten ihre eigenen Wirtschaftskreisläufe und alleine weil kein Adliger von ihnen Steuern eintreiben durfte, prosperierten sie.
     
    Damals wurden viele neue Städte gegründet und eines der wichtigsten städtischen Privilegien war das der eigenen Münze. Damit hatten diese neuen Städte ihre Währung unter Kontrolle und konnten gemeinsam zu Wohlstand gelangen. Da aber auch damals eine Art "Globalisierung" statt fand, wurde diesen stolzen Städten ihre Vormachtstellung auch bald wieder entzogen.
     
    Wenn jetzt eine ostdeutsche Kleinstadt schlicht Angst ums Überleben als Kommune hat, weil ihr die jungen Einwohner davonlaufen, sollte sie solche Prozesse in Gang setzen.
     
    Den Einwohnern sichere Lebensgrundlagen bieten, die Möglichkeit zunächst kleine Tauschgeschäfte und später auch größere zu tätigen, damit schafft sie sich eigene Wirtschaftskreisläufe und somit Prosperität. Eine eigene Währung wäre zum Schutz der internen Kreisläufe sinnvoll.
     
     
    Bezieht man all diese Vorteile in die Rechnung mit ein, wieso sollte dann so ein Haus, von der Kommune mitfinanziert, mehr als 10000 € kosten?
     
    Der Nutzen solcher Häuser und Siedlungen als Grundlage für ein gesundes Gemeinwesen ist mit Gold nicht aufzuwiegen. Egal, ob eine eher kleine ländliche Kommune oder eine Großstadt, wie z. B. das längst zahlungsunfähige Wuppertal, einen solchen Weg beschreitet.
     
    Ein großer Posten abfließender Kaufkraft sind in jeder Kommune die Energiekosten. Egal ob Heizöl oder Gas, Kohle oder Strom, Heizen ist sehr teuer.
     
    Käme dieser Betrag nicht irgendwelchen Konzernen, sondern der heimischen Wirtschaft zugute, die Kommune würde florieren.
    Was liegt also näher, als Häuser zu bauen, die keine fossile Energie verbrauchen, die, wenn die Kommune sich traut und auf diese Siedlungsdächer noch Photo-Voltaik Anlagen setzt, die Stadt selbst zum Energieerzeuger machen?

    Selbst wenn eine Kommune pleite ist, für Investitionen in die Infrastruktur, die so massiv die eigene Wirtschaft fördern, gibt es günstige und angepasste Förderungsmöglichkeiten seitens der KfW. Da manche Kommunen sogar noch Baugeld erhalten, müsste diese Förderung nicht einmal eine 100% Förderung sein.
     
    Es ist kein Wunder dass "unsere" Energieriesen etwas gegen dezentrale und erneuerbare Energieversorgung haben und vor allem die Photovoltaik abschießen wollen, bietet sie doch die Möglichkeit dass jeder überall bedarfsgerecht Strom erzeugen kann.
    Inzwischen stehen organische Solarzellen kurz vor der Markteinführung, die nur einen Bruchteil dessen kosten werden, was für Solarzellen auf Siliziumbasis aufzuwenden ist.
     
    Auch dieser Wirtschaftsfaktor ist den Konzernen ein Dorn im Auge.
    Hier wird Wirtschaftskrieg geführt, und wie in jedem Krieg sind es die Schwächsten, die darunter am meisten leiden müssen.
     
    Dagegen will ich etwas tun.
     
    Und jede Kommune könnte sich am eigenen Zopf ein gutes Stück weit aus dem Sumpf ziehen, wenn sie es nur in Angriff nehmen würde.
     
    Jetzt habe ich viel über die Wirkung einer solchen Siedlung auf eine Kommune geredet, es ist aber auch hoffentlich klar geworden warum die Stadt, selbst wenn sie pro Haus 5000,- € zuschießt, letztlich immer noch Gewinn macht.
     
    5000,- €, das entspricht in etwa der Jahresmiete für eine günstige Wohnung für 1-2 Personen.
    Umgerechnet bedeutet das, ein solches Haus ist für den Aufwand von etwa fünf Jahren Wohngeldzahlung zu errichten.
     
    Was für ein Unterschied zu der Aussicht auf lebenslange Wohnfinanzierung dieser 1-2 Personen, die mit Mitte 50 in Hartz 4 gehen und dank einer mickrigen Rente mit 67 weiter in der Wohngeldförderung bleiben. Da kommen locker 25-30 Jahre zusammen.
     
    Tja, was ich immer so sage, wenn ich die Politiker im Fernsehen betriebswirtschaftliche Binsenweisheiten rausposaunen höre: Volkswirtschaft ist wesentlich komplizierter und man sollte jedem, der die Betriebswirtschaft mal gerade so in Ansätzen begriffen hat und sich nun als Fachmann aufbläst, kräftig auf die Finger hauen.
     
     
    Freundliche Grüße aus Köln
     
    Egon Hauck
 
 
 
Mich hat Herr Hauck mit diesen Ausführungen überzeugt.
 
Ich erachte es auch für gleichgültig, ob ein solches Haus nun acht-, oder zehn- oder fünfzehntausend Euro kosten wird.
 
Wichtig ist es, in diesem visionären Konzept die Chancen zu sehen und alle Möglichkeiten, sie wahrzunehmen, zu ergründen und umzusetzen.
 
Besuchen Sie die Website von Herrn Hauck,
 
 http://10000-euro-haus.de
 
treten Sie mit ihm in Kontakt,
unterstützen Sie ihn mit Ihrem Fachwissen, Ihrem Knowhow.
 
Treten Sie an die Verantwortlichen Ihrer Kommune heran,
mit dieser Idee, versuchen Sie, möglichst viele Menschen davon zu begeistern,
dann kann etwas daraus werden.
 
Ich freue mich, diesen Gedanken über diesen Paukenschlag
in die Breite tragen zu können.
 
Mit den besten Wünschen für das baldige Richtfest des ersten gelungenen
10.000 Euro Hauses.
 
Egon W. Kreutzer
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
Der zweite Sammelband
 
Paukenschläge
aus den Jahren
2009 bis 2011 ist nun lieferbar.
 
Die Exemplare für die Subskriptionsbesteller
sind bereits versandt.
 
Wann erfüllen Sie sich Ihren Wunsch, den besten Paukenschlägen aus den letzten drei Jahren einen Ehrenplatz in Ihrem Bücherregal einzuräumen?
 
 
 
 
 
 
 
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    Reaktionen auf diesen Paukenschlag
    Hallo Wolfgang,
    10.000,- € - „da bekommste nen Haus…und’n Ei außem Konsum?“
    10.000,- € - für ein Stück Menschenwürde, für ein Stück Menschenrecht, dass wir derzeit mit Füßen treten.
    10.000,- € - Anstelle der Almosen die man fordern muss, die den Menschen zum Bettler machen und zum getriebenen Antragssteller, der seine Würde in den mit Schleifpapier belegten Fluren der Behörden, jedes Mal aufs Neue abreiben lässt? Da finde ich die 10.000,- € eher zu billig!
    Das 10.000,- € Haus!
    Das ist nötig, das ist einfach eine gute Idee!
    Was ist denn los Leute?
    Bauvorschriften? Sicherheit? Grundstückskosten?
    Natürlich muss die jeweilige Stadt, die Kommune oder der Kreis die Federführung übernehmen, sonst wird das nix!
    Die jeweiligen Behörden müssen einen „Standard“ schaffen der auf solche Projekte anwendbar ist und nicht jedes Mal aufs Neue in Einzelgenehmigungsverfahren zu Tode bearbeitet wird.
    Zu Beginn sind die Kosten bis zum tatsächlichen Baubeginn natürlich größer. Aber wenn so ein Projekt einmal „Standard“ ist und keine weiteren, besonderen Genehmigungen mehr benötigt werden, dann fallen auch diese Kosten weg.
    Es muss einfach nur jemand anfangen! Das ist doch immer das Gleiche!
    Man muss den Verantwortlichen klar machen, dass sie damit auf lange sicht hin Kosten sparen. Die entsprechenden Konzepte könnten dann leicht von anderen Städten und Kommunen übernommen werden.
    Hinzu kommt, dass sich die Amortisationszeiten mit jedem durchgeführten Projekt verringern werden.
    Die Grundstücke müssen natürlich schon der Stadt oder dem Kreis gehören und von dieser Seite aus bereitgestellt werden. Vielleicht muss man das ja auch gar nicht verschenken. Es wäre doch auch eine Art Erbpachtvertrag möglich ohne den Eigentumsgedanken zu verlieren.
    Da gibt es doch Spielräume! Das ist doch alles nicht neu! Das braucht doch nur ein wenig Phantasie!
    Herr Hauk hat etwas angestoßen das man nicht zerreden sollte. Das geht genau in die Richtung in die sich unsere Gesellschaft entwickeln muss. Wir brauchen solche Konzepte als Übergang und Hilfe zur Neugestaltung. Die Richtung stimmt und die Idee ist gut.
    Also bitte Herr Hauk: Weiter machen!!!
    Bis die Tage
    Stefan Neumann


    Paukenschlag 10.000,- Eurohaus.
     
    In den 60-ger Jahren gab es einmal einen Bericht aus Augsburg. Dort bestand eine Siedlung, in der die damaligen Schluckspechte der Sozialhilfe Unterkunft fanden.
     
    Die Häuser dieser Sozialwohnungen gehörten der Stadt Augsburg. Fast alle Bewohner waren arbeitslos und
    blieben es auch, wenn die Adresse einmal dort war. Die Polizei war ständiger Gast, da die Kriminalität hoch war. Die Häuser verwahrlosten und Einrichtungen wurden als Heizmaterial verwendet.
     
    Dann kam jemand auf die schlaue Idee, den Bewohnern ihre Wohnungen zu verkaufen.
    Preis: die seitherige Miete als Abzahlungsrate zu verbuchen.
     
    Nach anfänglichem Zögern entschlossen sich fast alle, Eigentümer zu werden.
     
    Effekt: Ein blühende Siedlung, kaum noch Arbeitslose, Kriminalität "normal".
     
    Was draus geworden ist, weiß ich nicht, aus der Ferne bekommt man
    keine Auskunft. Der damalige Zeitungsartikel ist mir leider abhanden
    gekommen.
     
    Mach die Menschen zu Eigentümern, so wirst du freie und zufriedene
    Menschen haben. So einfach ist das!
     
    Dr. med. Gerhardus Lang, Bad Boll
    Eine sehr interessante Beobachtung, lieber Herr Dr. Lang,
    die Sie auf der Seite von Herrn Kreutzer gestern öffentlich gemacht haben:
    „Mach die Menschen zu Eigentümern, so wirst du freie und zufriedene
    Menschen haben. So einfach ist das!“
    So einfach ist das!
    Ja, es scheint in der Tat zu funktionieren:
    Jedem Menschen die Möglichkeit zu eröffnen, sich was Eigenes zu schaffen,
    dann verschwinden gesellschaftliche „Probleme“ meist von selbst.
    Das Eigentum von anderen wird immer mehr missachtet,
    das Eigene hingegen geschätzt.
    Herzliche Grüße nach Bad Boll
    und ein sonniges Wochenende
    mit vielen wertvollen Begegnungen
    wünscht Ihnen und allen, die jetzt mitgelesen haben,
    Manuela Engl
    Landkreis Freising
    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    das ist mit das Revolutionärste was ich je gelesen habe.

    Warum? Weil es funktionieren könnte.

    Kleine überschaubare wirtschaftliche Kreisläufe verbunden mit Eigentum in Maßen macht freie, gleiche, zufriedene und friedliche Menschen und löst somit die meisten Menschheitsprobleme oder mindert sie jedenfalls.

    Aber unsere selbsternannten Eliten werden damit niemals einverstanden sein, deshalb braucht es auch noch eine unerschütterliche Überzeugung, Mut und Stehvermögen.

    Gruß. Heinz Mann
    Sehr geehrter Herr Hauck,
     
    in der Zeit direkt nach dem 2. Weltkrieg haben Baugenossenschaften diese Art von Häusern schon einmal sehr erfolgreich gebaut. Damals hat man schon erkannt, dass die Eigenleistung nur funktioniert, wenn viele gemeinsam bauen. Besonders einleuchtend fand ich dabei folgende Regel:
     
    Eine Genossenschaft kauft Baumaterial und wird Nutzer von Bauland. Gemeinsam bauen alle an den in etwa gleichwertigen Häusern und am Ende wird verlost, wer in welches Haus einziehen kann. Während der Bauphase kann sich so eine funktionierende Arbeitsteilung entwickeln und die Produktivität steigt dramatisch.
     
    Was mich aber spontan an dem 10000 Euro - Projekt missfällt ist ein gewisser Anspruch bezüglich der Baumaterialien und Bauweisen. Vielleicht gibt es in der Gemeinde keinen Lehm - aber Gips, vielleicht kann man alte Glasscheiben aus eine Abbruchhaus für eine einfache Festverglasung nutzen ...
    Stroh mit Ungeziefer, Lehm der viele Risse bekommt, der Mensch mit Höhenangst und die zwei linken Hände beim Verputzen und dann die Sehnenscheidenentzündung es kann viel schiefgehen.
     
    Ich wünsche allen ein starke Genossenschaft,
    denn alleine schaffen werden so ein Projekt nicht viele.
     
    Gruß und weiterhin viel Energie für Ihr Projekt!


    Sehr geehrter Herr Kreutzer,
    auch wenn ich nicht in Ihrem Verteiler bin so lese ich Ihre Webseite (inklusiver der Paukenschläge) regelmäßig.

    Auch ich habe letzte Woche den Kommentar zum 10.000 € Haus von Herrn Hauck gelesen und war sofort infiziert. Ich habe mich gleich mal schlau gemacht, wie diese Häuser realisiert werden könnten und bin auf einige interessante Dinge gestoßen. Man kann sogar noch einiges an Kosten sparen kann. Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit die Rahmenkonstruktion zu sparen und ein "Lasttragendes Haus" zu bauen, siehe hier: http://www.strohhaus.com. Außerdem besteht oftmals die Möglichkeit bei Abriss eines Gebäudes gute gebrauchte Fenster und Türen zum günstigen Preis zu schießen . Hier werden z.B. derzeit einige Plattenbauten abgerissen, deren Fenster und Türen noch im guten Zustand sind. Ich hätte sogar den Vorteil, dass ein Grundstück zur Verfügung stehen würde (Schwiegervater würde es sofort überschreiben) auf dem eine alte Scheune steht die ich abtragen müsste. Bauholz und ein Ringfundament aus Natursteinen wäre dann sogar vorhanden.

    Leider sehe ich ein paar Kosten, die nicht unerheblich sind. Man benötigt (berichtigen Sie mich wenn ich falsch liege) statische Berechnungen und 'ne Bauzeichnung allein für die Genehmigung. Ohne Architekt dürfte da kaum ranzukommen sein. Und der kostet!

    Des weiteren sehe ich, dass Herr Hauck an das Gute im Menschen glaubt. Ich sehe die Sache eher so, das eine Finanzierung durch die Kommunen nicht funktioniert. Die Meinung “Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen”, verbreitet sich leider immer mehr.
     
    Naja, essen geht ja vielleicht noch, ein billiges Dach über dem Kopf auch. Dann hört es aber auch schon auf!
     
    Eigentum? Niemals!
     
    Im Hartz-IV-Bezug ist es 'Imho' sowieso nicht erlaubt. Im Gegenteil, da muss Eigentum doch erst verbraucht werden, oder? Und Geringverdiener? Die sollen doch einfach nur richtig arbeiten, dann können sie doch ihr Haus selber finanzieren (nicht meine Meinung).
     
    Ich befürchte das man mit der schlüssigen Logik des Herrn Hauck (der ich voll und ganz zustimme) nicht sehr weit kommt. Trotzdem werde ich mein Glück versuchen und berichten wenn sie es wünschen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Manfred Schlüter
    Sehr geehrter Herr Kreutzer,
    auch ich möchte zu diesem Paukenschlag einige Anmerkungen machen, da ich
    ebenfalls eher skeptisch bin, was die Realisierbarkeit betrifft. Dabei
    möchte ich gar nicht so sehr auf Vorschriften und tatsächliche Kosten
    eingehen, da ich auf diesem Gebiet kein Fachmann bin. Aber einen anderen
    Aspekt würde ich gern etwas näher betrachten. Nämlich die
    Realisierbarkeit innerhalb des kapitalistischen Systems.
    Soweit wie ich es verstehe, beruht doch der Reichtum der Kapitaleigner
    zumindest zu einem Teil darauf, dass Nichteigentümer den Eigentümern
    Miete für die Nutzung des Eigentums zahlen müssen. Diese Miete ist im
    Endeffekt immer wesentlich höher als die tatsächlichen Kosten, denn
    sonst würde es keinen Gewinn geben. Nehmen wir also mal an, es wäre
    tatsächlich möglich, ein 50 Quadratmeter großes Haus für 10000 Euro zu
    bauen. Selbst wenn es für 30000 oder gar 40000 Euro möglich wäre, würde
    das doch sofort einen Einbruch der Mieteinnahmen nach sich ziehen, denn
    wer würde noch Miete zahlen, wenn er Eigentum zu einem solchen Preis
    erwerben könnte? Was wären die Folgen? Bei sinkenden Mieteinnahmen
    müssten wahrscheinlich nicht nur einige Banken um die Rückzahlung der
    von ihnen ausgegebenen Kredite fürchten. Und auch ein
    Abhängigkeitsverhältnis, nämlich das Abhängigkeitsverhältnis Vermieter -
    Mieter ( Eigentümer - Nichteigentümer ) wäre damit beseitigt. Kann das
    im Sinne der Kapitaleigner sein, welche gerade dabei sind immer neue
    Abhängigkeitsverhältnisse zu installieren, indem sie die Menschen vom
    Eigentum trennen? Sogar auf Ihrer Seite steht: " Zweck allen
    Wirtschaftens ist es, die Verfügungsgewalt über möglichst viele
    Sachwerte ( Anmerkung von mir: Dazu zähle ich Eigentum ) zu bekommen".
    Nur damit hier kein Missverständnis auf kommt, ich selbst würde es
    sofort begrüßen, wenn so etwas umsetzbar wäre, habe jedoch aus den zuvor
    genannten Gründen starke Zweifel daran. Eigentum in den Händen weniger
    bedeutet Macht über die große Masse der Nichteigentümer und ich kann mir
    einfach nicht vorstellen, dass diese einfach so aufgegeben wird.
    Trotzdem begrüße ich jegliches Nachdenken in diese Richtung.
    Mit freundlichen Grüßen; Peter Fischer

    Sehr geehrter Herr Kreuzer,
    da ich mich ungern wegen einem Eintrag auf einer Homepage anmelde, sende ich meine Gedanken zum 10.000€ Haus direkt an Sie. Leiten Sie sie bitte weiter oder werten Sie diese selbst aus - wie es Ihnen lieber ist.
     
    Ich bin Bauingenieur und habe daher etwas Praxisbezug, als ich den Titel der Mail sah war ich daher schon gespannt auf den Inhalt. Beim ersten Überfliegen des Textes habe ich dann aber immer wieder geschaut, ob im Titel vielleicht ein Fehler ist und der Punkt in 100.000 so verrutscht ist, dass man zunächst 10.000€ liest - dem war nicht so.
    Ich halte 50m² für 10.000€ für schlicht unmöglich. Das hat mehrere Gründe, die ich gern kurz anschneiden möchte.
    Ein Haus, oder besser die Kosten eines Hauses setzen sich aus unterschiedlichen Bereichen zusammen. Neben den Kosten für Roh- und Ausbau, wären hier z.B. auch die Grundstücks- und Erschließungskosten, aber auch Planungskosten zu nennen. Selbst wenn man von 4 "Parzellen" für ein Haus ausgeht und somit 40.000€ für ein Haus mit 4 Parzellen zur Verfügung stünden, wäre dieser Betrag kaum ausreichend um ein passendes Grundstück zu erwerben. Um den angeforderten Profil gerecht zu werden, müssten für 4 Einheiten mindestens 200m² Grundstücksfläche zur Verfügung stehen - das würde bei 40.000€ einem Quadratmeterpreis von 200€ entsprechen. Üblich sind aber Quadratmeterpreise die dem 10- bis 50-fachen entsprechen. Dann sind aber noch keine Erschließungskosten berücksichtigt und ebenso keine Gebühren für den Notar. Geht man nun davon aus, dass die Stadt die Gebühren übernimmt, dann ist man problemlos bei einer Summe von 500.000€ verteilt auf die Maximalzahl von 8 Personen sind das 62.500€ p.P. - davon ließe sich 125 Monate oder gut 10 Jahre lang Wohnungsgeld bezahlen. Selbst bei optimistischer Einschätzung wäre dies der Bereich in dem die erste Sanierung der Häuser fällig wäre. Gehen wir aber davon aus, dass bei genauer Kalkulation tatsächlich herauskommen würde, dass es egal ist, ob Wohngeld (monatlich über 10 Jahre) oder Grunderwerb (auf einmal am Anfang!) bezahlt wird und der Steuerzahler diese Kosten übernimmt.
    Dann bliebe - neben den Außenanlagen, die ich als Eigenleistung auch außen vor lasse - die Kosten für Roh- und Ausbau. Hier soll mit natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen ein Passivhaus entstehen. Das ist von der Grundidee her löblich, das Problem ist, dass der Passivhausstandard genauste Anpassung an den Standort bedarf. Die Gebäudeform und -ausrichtung, Ausrichtung und Anzahl der Fenster, etc. kann für die Ansprüche des Passivhauses nicht "von der Stange" kommen. Hier wären also selbst bei höchst möglicher Standardisierung Planungskosten zu berücksichtigen. Gehen wir aber davon aus, dass auch diese von der Stadt übernommen werden (was die Bilanz im Vergleich zum Wohngeld weiter verschlechtert). Dazu kommt, dass es in Deutschland und auch den meisten anderen Ländern mehr oder weniger strenge Vorschriften gibt - diese machen es nötig, dass ein Fachmann den Bau plant. Sowohl das Fundament muss - auf den Standort angepasst, also nicht standardisiert - geplant, als auch das Haus selbst ausreichend sicher geplant werden.
    Die eigentlichen Baukosten für Roh- und Ausbau setzen sich aus Lohn- und Materialkosten zusammen. Während beim Rohbau sicherlich der Großteil der Lohnkosten bei Eigenleistung eingespart werden kann, sieht es hier beim Ausbau schon wieder ganz anders aus. Elektroarbeiten dürfen zu Recht nur von Fachleuten ausgeführt werden. Das Verlegen von Wasser- und Heizungsrohren muss von Fachleuten übernommen werden, um dem Passivhausstandard zu entsprechen - das bekommt ein Laie nicht ausreichend genau gefertigt, etc. pp. Unterm Strich sind also auf jeden Fall Lohnkosten zu berücksichtigen, um die man nicht herum kommt. Diese sind der Sicherheit geschuldet und zwingend notwendig. Da kann es auch keine Diskussion geben, allein schon weil sonst am Ende die entscheidende Behörde "der Dumme" ist.
    Selbst wenn nur die nötigsten Arbeiten bezahlt werden, sind 10.000€ schon für den Lohn sehr knapp kalkuliert. Dazu kommt das Material: Keller ist sowieso zu teuer, also normales Fundament - Streifenfundament mit 40m Länge (10m auf 10m Grundfläche), mind. 0,8m Tiefe und 0,5m breite bedeutet 16m³ Beton - das sind Kosten die schon mehr als 1.000€ betragen - ohne Schalung, ohne Miete für den Kleinbagger, ohne Bewehrung. Dazu kommt die Bodenplatte und für den Passivhausstandard Dämmung unter der Bodenplatte - 100m² in 20cm Stärke sind 20m³ Beton... Das Budget ist aufgebraucht, bevor überhaupt das Fundament fertig ist. Selbst wenn man hier ebenfalls nur 10.000€ ansetzt und mit dem 4 Einheitenhaus kalkuliert blieben nach Lohn und Fundament nun noch 20.000€ für den Roh- und Ausbau von 4 Einheiten a 50m² in Passivhausstandard. Das Haus hätte eine Außenfläche von ca 200m² - pro qm kann man mit 50€ bis 100€ für die Dämmung rechnen - das wären schon 10.000 bis 20.000€. Wohlgemerkt ist das dann aber eine Standardlösung, die nicht dem Passivhausstandard gerecht wird - dort ist die doppelte bis dreifache Dämmstärke erforderlich; natürlich mit doppelten bis dreifachen Kosten. Dann sind aber noch keine Fenster (3-fach verglast, also teuer) und Türen (luftdicht, sehr teuer) vorhanden, kein Treppenhaus, keine Zwischendecke, kein Dach mit Eindeckung, keine Heizungsanlage, kein Badezimmer, usw...
    Langer Rede kurzer Sinn: Selbst wenn es eine Möglichkeit gäbe, ein solches Projekt (10.000€ für 50m² "Eigenheim") zu verwirklichen, dann wäre dies in einer abgelegenen Ecke mit einem vorhandenen Altbau der notdürftig saniert wird, aber sicher nie Passivstandard entspricht. Dort will aber wiederum niemand wohnen, was den Wert dieser Immobilie wiederum drückt.
    Wenn das funktionieren soll, dann müsste - unter den vorgegebenen Standards - der Titel "Das 250.000 Euro Haus" heißen. Dann könnte man über Passivhaus und Wertanlage sprechen - dann würde sich das aber nicht mehr mit Wohngeld realisieren lassen...
    Mit freundlichen Grüßen
    Benedikt Schmidt
    Sehr geehrter Herr Schmidt,
    auch ich bezweifle, das die Kosten realisierbar sind, aber aus anderen Gründen. Haben Sie den Beitrag von Herrn Hauck gelesen und verstanden? Ich wage dieses zu bezweifeln. Ich möchte Ihren Kommentar nicht zerlegen (soviel Zeit habe ich heute leider nicht), aber zwei Dinge die mir sofort ins Auge gesprungen sind würden mich unkommentiert nicht schlafen lassen:
    1. Das Grundstück, da war die Rede von brach liegenden Grundstücken, die viele Gemeinden noch haben.
    2. frage ich mich, welche Dämmung sie noch um ein Strohhaus ziehen wollen?

    Mir scheint es, als wollten sie eine gute Idee einfach nur schlecht reden!

    Mit freundlichen Grüßen
    Manfred Schlüter
     
     


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