Paukenschlag
am Donnerstag
No. 12 /2012
vom 29. März 2012

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Eliten und Nieten

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Eliten und Nieten

 

Wieder einmal naht Ostern.

Unter Christen ein Fest, dessen Sinngehalt über die Suche nach Osternestern und die damit verbundene Umsatzsteigerung der Süßwarenindustrie, über die Suche nach Ausflugszielen und die damit verbundene Umsatzsteigerung der Gastronomie sowie über den Spaß an den freien Tagen hinausgeht.

Christus ist am Karfreitag am Kreuz gestorben, und hat damit die Schulden aller Menschen auf sich genommen.

Seit dem Sündenfall im Paradies - so die christliche Lehre - versank die Menschheit immer tiefer in der Schuld, Gott gegenüber, weil die Menschen so geschaffen waren, dass sie, nachdem sie erst einmal damit angefangen hatten, nicht mehr anders konnten, als sündigen, die einen mehr, die anderen weniger, die einen mit Gewissensqualen, die anderen ohne jegliche Skrupel.

Das System der ständig wachsenden Schuld war nicht mehr zu stoppen.

Da musste erst einer kommen, der auf alles verzichtete, was er besaß, selbst auf sein Leben, um eine Umkehr zu ermöglichen.

Wer willens und bereit ist, sich zu seinen Schulden zu bekennen, der kann seitdem hingehen, zur Eucharistie, und sich seine Schulden erlassen lassen.

 

Doch während die Menschheit - mit Gottes Hilfe - einen Weg gefunden hat, sich von ihrer Sündenschuld zu befreien, lässt sie sich hilflos von einem nicht mehr überschaubaren, nur noch in unvorstellbaren Zahlen bezifferbaren Gebirge aus Schulden erdrücken -

und häuft, statt damit aufzuhören, immer neue Schulden, immer höhere Schulden auf, ohne zu bemerken, dass damit die Schuld nicht getilgt werden kann, sondern immer weiter wächst. Ohne zu bemerken, dass (Rettungs-) Schirme nur so lange einen Sinn machen, solange man sie noch tragen kann, solange sich nicht der leiseste Wind darin so machtvoll verfängt, dass sie schlicht weggerissen werden.

Wo bleibt hier der Erlöser?

 

Mit diesen Gedanken leite ich über zu jenem Paukenschlag, den ich vor vier Jahren in der Woche vor Ostern geschrieben habe.

Damals unter dem Titel: Die Welle.

Heute habe ich ihn neu überschrieben:

 

Eliten und Nieten
(erstmals erschienen am 20. März 2008)

 

 

Mit nicht geringem Zorn

lausche ich den Worten der Experten, die seit Montag auf ihren Feldherrenhügeln vor Kameras und Mikrofonen stehen und ihre tröstend-zuversichtlichen Kommentare abgeben, während sich wenige Meter unterhalb der Dollar-Tsunami austobt.

Mein Gott, wie klug sie heute daherreden.

Die gleichen erlaucht-erleuchteten Figuren, die noch vor vier Wochen die Überzeugung verbreiteten, alle Warnungen seien pure Schwarzmalerei, in Deutschland könne so etwas nicht geschehen, und überhaupt sei alles nur eine kleine US-Immobilienkrise, und unser Export ließe sich auch vom schwächsten Dollar nicht unterkriegen -

die stellen sich heute hin und reden von der großen Katastrophe, vom Auge des Sturms, von vielen Monaten der Krise und halten plötzlich das Eingreifen des Staates zum Wohle des Gesamtsystems für dringend geboten - was sie vor ein paar Tagen noch lauthals als unzulässige Einmischung einer dafür vollkommen untauglichen Institution in das freie Spiel der Kräfte abgelehnt hatten.

Mit nicht minder geringem Zorn

lausche ich den Worten des bayrischen Innenministers Hermann und etlicher Gleichgesinnter, die mit immer aggressiveren Tönen vor der Partei die LINKE warnen, sie von den Verfassungsschutzämtern in mehreren Bundesländern beobachten lassen und ihr ganz unverhohlen Verfassungsfeindlichkeit nachsagen.

 

Mein Gott wie selbstgerecht sie daherreden.

Wenn ich Hermanns jüngst gehaltene Rede anlässlich der Vorstellung des bayrischen Verfassungsschutzberichtes richtig verstanden habe, geht er davon aus, dass das Bestreben "den Kapitalismus zu überwinden" eine verfassungsfeindliche Geisteshaltung sei.

Soweit ich weiß, ist der Kapitalismus weder in der Verfassung des Freistaats Bayern noch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, noch in der Charta der Vereinten Nationen in irgendeiner Weise als schützenswerte "Ideologie" erwähnt.

Soweit ich weiß, ist der Kapitalismus weder eine Staats- noch eine Regierungsform. Soweit ich weiß, kommt der Kapitalismus vielerorts sogar ganz gut ohne Demokratie aus.

Soweit ich weiß, ist der Kapitalismus der Auslöser jener gigantischen, zerstörerischen Welle, die soeben unterwegs ist, um alles wegzureißen, was fleißige Arbeit an bescheidenem Wohlstand geschaffen hatte um sich vor wirtschaftlicher Not zu schützen.

 

Ich habe eigentlich gar keine Lust mehr, noch einmal zu erklären, wie das Süppchen angerührt wurde, das uns jetzt zum Auslöffeln vorgesetzt wird.

Doch wenn ich höre, wie schon wieder alles verschleiert und vertuscht wird, wie Schuldige da gesucht werden, wo lediglich die willfährigen Handlanger des Kapitalismus zu finden sind, die für vergleichsweise lächerliche Jahresgehälter von ein paar Millionen Euro die Drecksgeschäfte jener vollkommen parasitären Nutznießer erledigen, die sich jährlich Milliarden abholen - ohne dafür mehr geleistet zu haben, als reich zu sein, dann kommt mir die Galle hoch.

Deshalb schreibe ich doch noch einmal alles auf. So kurz und prägnant es geht.

 

Der Kapitalismus

Der Kapitalismus ist ein Herrschaftssystem, das seine Macht daraus bezieht, dass es die Gesellschaft, in der es existiert, in zwei Gruppen von Menschen aufteilt. In Gläubiger und Schuldner, in Reiche und Arme - oder, um die neueste Mode aufzugreifen, die Reichtum mit Elite gleichsetzt und Armut mit Unfähigkeit, in Eliten und Nieten.
Ich bleibe bei diesem Begriffspaar - und hoffe, Sie vergessen beim Lesen nicht, dass ich Eliten und Nieten sage, weil ich damit Überheblichkeit und Zynismus derer entlarven will, die die Welt als Selbstbedienungsladen und ihre Mitmenschen als dienstverpflichtetes Personal ansehen.

Die Definitionen für die beiden im Kapitalismus existenten Gruppen sind sehr einfach:

Eliten, das sind diejenigen, denen es stets möglich ist, weniger auszugeben, als sie einnehmen.

Nieten, das sind diejenigen, die stets gezwungen sind, mehr auszugeben, als sie einnehmen.

 

Die Umstände, die es ermöglichen, dass die Eliten stets weniger ausgeben brauchen, als sie einnehmen, sind schnell beschrieben:

Sie sind entweder

  • so hoch bezahlte Angestellte, und/oder
  • Eigentümer von so vielen Unternehmen oder Unternehmensanteilen, die Gewinne abwerfen, und/oder
  • Eigentümer von so vielen bebauten und unbebauten Grundstücken, die Pachten und Mieten einbringen, und/oder
  • Eigentümer von so vielen reinen Geldanlagen, die Zinsen abwerfen,

dass sie aus diesen Erträgen ihren Konsum, ihre neuen Sachinvestitionen und auch die von ihnen gelegentlich geforderten Steuern zahlen können, ohne Gefahr zu laufen, dass ihre Ausgaben die Höhe ihrer Einkünfte übersteigen.

 

Die Umstände, die dazu führen, dass es Nieten überhaupt geben kann, sind sehr viel schwerer zu beschreiben.


Wer wird schon gezwungen, mehr auszugeben, als er einnimmt?
Ist es nicht eher ein Zeichen von fehlender Sparsamkeit und Disziplin, wenn die Ausgaben die Einnahmen übersteigen?

Daher müssen wir unser Interesse zunächst noch einmal den Eliten zuwenden. Woher kommt denn deren Überschuss? Das ständig anwachsende Vermögen?

Richtig: Es kommt aus hohen Gehältern, Unternehmensgewinnen, Mieten, Pachten und Zinserträgen.

Das alles wächst aber nicht auf Bäumen. Es muss von irgendjemandem bezahlt werden.

  • Gewinne und hohe Managergehälter sind in den Preisen der Produkte enthalten -
    eigentlich klar, dass die Löhne der Beschäftigten daher niemals ausreichen können, um die Produktion des eigenen Unternehmens abzunehmen (und das gilt für alle Beschäftigten aller Unternehmen!),
  • die Miete für die Wohnung muss aus dem Lohn gezahlt werden, obwohl der schon nicht ausreicht,
    die selbst erzeugten Produkte zu kaufen,
  • die Pacht für den Acker ist mit dem Preis der Kartoffeln und des Brotes wiederum von denen zu bezahlen, deren Lohn nicht einmal ausreicht, um die eigene Produktion zu kaufen -
  • und die Zinsen werden von denen bezahlt, die - weil das Einkommen nicht ausreicht - Kredite aufgenommen haben, um den Urlaub, das Auto oder das Reihenmittelhaus zu bezahlen.

Bevor der Gedanke aufkommt, Preise müssten neben Gewinnen und Löhnen auch die Kosten für Material und Energie hereinbringen, sei daran erinnert, dass Material und die Energieträger noch nie etwas gekostet haben. Alles ist auf dieser Welt von Anfang an vorhanden. Kostenlos und ganz umsonst.

Wer das verstanden hat, weiß, dass es - allen betriebswirtschaftlichen Auffassungen zum Trotz - auch nur zwei Kostenfaktoren gibt, die genau den beiden Gruppen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung entsprechen, nämlich

  • die nahezu leistungsfreien Einkünfte aus Unternehmensgewinnen, Grundbesitz und Geldvermögen auf der einen Seite - und
  • die Löhne derjenigen, die die Werte schaffen, die sich bei den Angehörigen der selbsternannten Eliten anhäufen.

 

Mit diesem Erkenntnisstand sind wir ganz nahe dran -

am Grundprinzip des Kapitalismus und
an der Ursache der akuten Wirtschaftskatastrophe:

Weil die Gruppe der Eliten stets mehr einnimmt, als sie ausgibt, entsteht bei ihr ein stetig wachsender Überschuss an Geldvermögen, während es der Gruppe der Nieten zwangsläufig beständig an Geld mangeln muss.

Die Lösung, die der Kapitalismus bevorzugt, Handel und Wandel nicht unmittelbar am Geldmangel ersticken zu lassen, besteht darin, dass über Kredite ständig neues, zusätzliches, vorher nicht vorhandenes Geld in die Welt gesetzt wird.

Es ist dabei egal, ob die Kredite vom Staat, von den Unternehmern oder von den Konsumenten aufgenommen werden, die Tilgungslast und die Zinslast liegen letztendlich immer bei den Nieten.

Es sind die Nieten, die den Staat finanzieren und die Lasten der Staatsverschuldung auf sich nehmen, weil sie nicht nur ihre eigene Steuerlast tragen, sondern über Preise, Mieten, Pachten und Zinslasten auch das Geld für die Steuerzahlungen der Eliten aufbringen.

Es sind die Nieten, die letztlich auch für die Tilgung und Zinsen derjenigen Kredite aufkommen, die von den Eliten aufgenommen wurden, weil die Eliten in den Preisen, in Mieten und Pachten die entsprechenden Kapitalkosten längst eingerechnet haben.

Der Endbezahler ist das Ziel alles Wirtschaftens. Diejenigen, aus deren Leistungen nicht nur ihr eigener Lebensunterhalt, sondern auch der gesamte Aufwand des Staates, der Unterhalt der Rentner, der Kranken und der Arbeitslosen bestritten wird, und darüber hinaus auch der Luxus, das Wohlleben und der Vermögenszuwachs der Eliten.

Es ist die Kreditpumpe, die neues Geld entstehen und in das Vermögen der Eliten wandern lässt, während die Schulden der Nieten (einschließlich des Staates) ständig wachsen, was die Ansprüche der Eliten an die Gruppe der Nieten ebenfalls ständig wachsen lässt.



Damit das Ganze funktioniert, braucht die Kreditwirtschaft immer neue Kreditnehmer.

Verhalten sich die Banken bei der Kreditvergabe restriktiv, dann wird in unzureichendem Maße neues Geld in die Welt gesetzt, was zu deflationären Erscheinungen führt und das Wachstum hindert.

Also hat man in den USA vor vielen Jahren begonnen, Geld dadurch in den Markt zu pumpen, dass man die Preise für Immobilien einfach ein bisschen höher angesetzt hat, als es dem tatsächlichen Verkehrswert entsprochen hätte.

So konnten sich die Amerikaner über Jahre auch noch auf die übelste Bruchbude immer wieder eine neue Hypothek holen, weil die steigenden Immobilienpreise als höhere Sicherheit eine zusätzliche Belastung ermöglichten. Das Geld ging zu großen Teilen direkt in den Konsum.

Es wurden also -- für nichts als eine fromme Lüge -- Kredite ausgereicht, von denen man von Anfang an wusste, dass der Großteil davon niemals getilgt werden könnte.

Dass die Preissteigerung der Billigst-Immobilien zwangsläufig den gesamten Immobilienmarkt in die Höhe heben musste, war wohl auch niemandem unbekannt, als das Prinzip der Immobilienblase auf dem US-Markt ersonnen wurde.

So floss also massenhaft Geld in die US-Wirtschaft. Es wurden Gewinne, Zinsen, Mieten und Pachten abgezweigt und den Vermögen der Eliten zugeführt - und weil es einfacher war, und ohne mühselige Anstrengungen und Investitionen zu bewerkstelligen - hat man das, was sich die Schuldner für ihre Kredite kaufen wollten, vermehrt aus dem Ausland importiert, anstatt im eigenen Lande die Realwirtschaft so auszuweiten, dass der gewachsenen Geldmenge auch eine adäquate volkswirtschaftliche Leistung gegenübergestanden hätte.
(einige relevante Zahlen zur US-Wirtschaft habe ich kürzlich hier veröffentlicht.) 

So floss ein Teil des Geldsegens nach China, nach Japan, in die EU und in viele andere Länder auf dem Globus, wo die Dollars dann auf großen Haufen liegen blieben, weil die USA zwar eine große Exportnation sind, aber eben nicht so viel im Angebot haben, dass auch wirklich alle Lieferanten sich für ihre Dollars in den USA wieder etwas kaufen könnten.

Im Grunde lebte die komplette US-Volkswirtschaft nach dem gleichen Prinzip, wie die kleinen Vorstadthausbesitzer. Man hat im Übermaß eingekauft und konsumiert, dafür aber nichts als Schuldscheine ausgegeben, über deren Einlösung man sich keinerlei Gedanken machte.

 

Dass die Banken im Kapitalismus eines Tages zwangsläufig krachen müssen, ist eine relativ einfache logische Ableitung aus dem Konstruktionsprinzip des kapitalistischen Systems.
Dass der Crash in Kürze bevorsteht, war Mitte letzten Jahres an diversen Anzeichen klar zu erkennen.
 (Damals, im August 2007, schrieb ich "Das Beben der Märkte")

Noch als vor wenigen Wochen in Deutschland die Sachsen LB, die IKB und die West LB in schwere Schlagseite gerieten, wurde offiziell ganz massiv abgewiegelt.


 

Urplötzlich hat sich die Meinung gewandelt.

Herr Steinbrück fürchtet um seinen ausgeglichenen Haushalt -

Herr Ackermann schreit nach dem Staat,

und die Experten eiern herum, und erklären, es sähe so aus, als hätten die Banker ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

über Steinbrücks ausgeglichenen Haushalt schrieb ich übrigens schon im Juli 2007 

 

In den USA bricht derzeit die komplette Immobilienfinanzierung in sich zusammen. Die Erkenntnis, dass die Sicherheiten keine Sicherheiten sind, sondern lediglich als Vorwand für ungehemmtes Gelddrucken dienen mussten, hat sich nicht mehr verbergen lassen.

Die Banken, deren Aktiva mit Forderungen aus Immobilienkrediten bis zum Platzen aufgepumpt waren, implodieren jetzt.

Das viele schöne Geld, mit dem der Markt geflutet worden war, ist nicht mehr greifbar. Es hat sich in den Vermögen der Eliten akkumuliert - also fehlt es der Gruppe der Nieten, die vor der unmöglichen Aufgabe stehen, jetzt unverzüglich ihre Schulden zu tilgen.

Die Geldspritzen der FED - wie auch der EZB - können nichts anderes bewirken, als die Insolvenz einzelner Finanz-Institute immer wieder für ein Weilchen hinauszuschieben. Doch solange bei den eigentlichen Schuldnern, der Gruppe der Nieten nämlich, nichts davon ankommt, verändern sie an der Gesamtlage nichts.

Daran hat - wie ich vorhergesagt habe- auch der US-Notfall-Fonds  nichts ändern können

Im Gegenteil, trotz aller Geldspritzen in die Finanzmärkte, leiden die Märkte der Realwirtschaft in den USA unter akutem Geldmangel. Die Arbeitslosigkeit wächst, an Tilgung und Zinszahlung ist immer weniger zu denken.

Diejenigen, die Geldvermögen angesammelt haben, die also letztlich die Gläubiger der Nieten sind, müssen versuchen, in letzter Sekunde in die Sachwerte zu wechseln. Doch wer sowieso schon fast alles besitzt, tut sich schwer, noch irgendwo einen Sachwert zu finden, der für Dollars zu haben ist.

Das hat uns seit Jahren das massenhafte Auftreten von Aufkäufern aus den USA beschert, die ihre Dollars gegen Industrieanlagen und Wasserwerke, Staatsbetriebe und städtische Wohnungen eintauschten. Wir haben sie als "ausländische Investoren" noch umworben, freudig begrüßt und ihnen mit allerlei Subventionen und Vergünstigungen so lange sprichwörtlich Federn in den Hintern geblasen, bis wir - als völlig unbeschwerter Hans im Glück, endlich die Last unserer Sachwerte gegen ein paar armselige Ziffern auf einem Kontoauszug getauscht hatten. Wir haben die Freiheit des Kapitalverkehrs in der Globalisierung gefordert und geschützt, wir haben es damit den von den Eliten ausgesandten internationalen Heuschreckenschwärmen ermöglicht, Dollars noch anzulegen, obwohl es die Spatzen schon von den Dächern pfiffen, dass es sich beim Dollar nur noch um so eine Art monetären Sondermülls handelt.

Die von den Eliten in den USA ausgelöste Tsunami Welle wird die Grenzen der EU mühelos überwinden und hier, wie an den Gestaden vieler anderer Volkswirtschaften, eine nie vorher gekannte Verwüstung anrichten.
Wen es wie treffen wird, habe ich im August letzten Jahres (Das Beben der Märkte) schon einmal beschrieben, ich muss das hier nicht wiederholen.

Die akute Gefahr im März und April 2008 droht dem Euro-Raum dadurch, dass die von den Amerikanern fein gestreuten Risiken am Ende tatsächlich ausreichen könnten, in schneller Folge mehrere kleine und ein zwei große Banken zu Fall bringen.

Diese Situation, die keineswegs unwahrscheinlich ist, würde die Instrumente zur Einlagensicherung absolut überfordern. Die Guthaben auf Spar- und Girokonten von Millionen Menschen, von Tausenden kleiner und größerer Unternehmen wären von einer Minute auf die andere nur noch uneinbringbare Forderungen, allenfalls geeignet, sie zur Erheiterung des Insolvenzverwalters auf Gläubigerversammlungen vorzutragen.

Ein derartiger Aderlass an Liquidität und Reserven würde die Volkswirtschaften des Euro-Raumes in kürzester Zeit in die vollkommene Zahlungsunfähigkeit stürzen - und gäbe es nicht inzwischen hinreichende mechanische Sicherungen, die Banker würden sich reihenweise aus den obersten Stockwerken ihrer Türme stürzen...

 

Wir hätten uns davor schützen können.


Bevor wir uns den Forderungen von Weltbank und Welthandelsorganisation (WTO) unterworfen haben, bevor wir uns mit dem Wechsel von der DM zum Euro zur finanzpolitischen Selbstkastration entschlossen haben.

Wir hätten uns davor schützen können, hätten wir nicht daran geglaubt, die Globalisierung sei etwas, dem man sich unterordnen müsse.

Dadurch dass wir uns nicht geschützt haben, dienten wir den Interessen der Eliten.

Sie haben das Spiel mit den Schulden, das der schwarzen Seele des Kapitalismus entsprungen ist, gespielt - und sie haben es gewonnen. Ihre Scheuern (=Lutherbibel <alemannisch> für Scheunen) sind voll mit allen Sachwerten, die sie nur greifen konnten.

Dass ihre Geldvermögen jetzt entwertet werden, ja sich praktisch in Luft auflösen, das gehört zu den Spielregeln. Dass sie dem verlorenen Geld Krokodilstränen nachweinen, statt über die gewonnenen Werte zu jubeln, ist Ausdruck jener vornehmen Menschenfreundlichkeit, aus der den Nieten der Trost erwächst, ein tückischer Schachzug des Schicksals hätte Eliten und Nieten gleichermaßen getroffen.

Dadurch dass wir uns nicht geschützt haben, haben wir zugelassen, dass den Nieten am Ende nichts bleiben wird, als der Schwarze Peter.

 

 

Ackermanns Einsicht, der Staat müsse nun helfen,
ist übrigens vollkommen richtig.

Nur der Staat wäre noch in der Lage, das Schlimmste abzuwehren.

Aber dazu bräuchte er die Hoheit über das eigene Geld, Grenzen, die er sowohl gegen Kapital, wie auch gegen Dumping-Preise und Löhne abschotten könnte - und wahrscheinlich bräuchte er auch das, was Herr Hermann für verfassungsfeindlich hält: Den festen Willen zur Überwindung des Kapitalismus.


 

Dass ich im vorstehenden Aufsatz immer wieder das Wörtchen "Wir" gebrauchte, was in diesem Kontext häufig sehr befremdlich klingt, weil dieses "Wir" nicht wirklich "Uns" meint, sondern diejenigen, die als gewählte und nicht gewählte Politiker, als Wirtschaftsführer und Verbandslobbyisten unser Wohl und Wehe bestimmen, sollte ebenfalls ein Denkanstoß sein.

 


In einer kapitalistischen Demokratie herauszufinden, wer wessen Interessen vertritt, wer sich welchem "Wir" zugehörig fühlt, ist nicht so einfach.

In "Unsere Freiheit" habe ich einen Versuch unternommen, die Basis zu finden, auf der sich die Mehrheit der Demokraten versammeln könnte, um aus ihrer Lethargie herauszufinden.

...man kann sich dafür einsetzen.

 

 




Mehr über das Geld, den Kapitalismus, die Globalisierung finden Sie in

"Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre"

 Alles hier zu finden!

 

 

und dieses kurze Video habe ich aus aktuellem Anlass

hier noch eingefügt.

Es macht Hoffnung.
http://www.youtube.com/watch?v=mYjuUoEivbE

 

 

Eine Hoffnung, die auch Nicole Engbers in ihrem Buch

Der Hase Donnerstag und die anderen Tiere aus dem Wälchen hinter dem Mond

eindringlich ausgedrückt hat:

 

Eines Tages beschlossen die Waldbewohner,
dass sie in Frieden miteinander leben wollten.

Sie beschlossen das einfach so.
Von einen Tag auf den anderen.

Es war gar nicht so schwer,
weil es alle von ganzem Herzen wollten.

Und wenn man etwas von ganzem Herzen will,
dann klappt es auch.

 

und hier gibt es dazu eine schöne Leseprobe vom Anfang dieses Buches für Kinder ab fünf Jahren, ein Buch, dessen schöne, als Buntstiftzeichnungen gestaltete
Illustrationen die Kinder auch anregen, selbst zum Stift zu greifen,
ein Buch, dessen liebevoll und kindgerecht geschriebenen
Geschichten immer noch spannend genug
sind, um dieMotivation
zum Lesen zu
wecken.

 Leseprobe

Der Hase Donnerstag und die anderen Tiere
aus dem Wäldchen hinter dem Mond


(Leseprobe gestaltet von Manuela Engl)


 
 
Mir bleibt in diesen Tagen nur wenig Zeit zum Schreiben. Der bevorstehende Umzug - am 11. April ist es so weit - und alles, was damit im Zusammenhang steht, bindet doch viel Kapazität.
 
Aus diesem Grunde habe ich heute diese vier Jahre alten Gedanken noch einmal ins Scheinwerferlicht gestellt.
 
Mir selbst hilft das immer wieder auch, aus der schnelllebigen und vergänglichen Aktualität des Tagesgeschehens in die größeren Zusammenhänge einzusteigen und dabei wahrzunehmen, wie sich alles zwangsläufig, und wohl auch einem Plan folgend,
immer weiter auf einen Kulminationspunkt zu entwickelt, dessen Erreichen mit den Methoden, die in Europa von Regierungen und Kommissaren verfolgt werden, nicht zu verhindern sein wird.
 
Dennoch bleibe ich optimistisch und werde - die Gefahr vor Augen - nicht aufhören, immer wieder noch ein Apfelbäumchen zu pflanzen.

Meine Apfelbäumchen sind Bücher.
 

 

Bücher sind für mich die schönste Form, Gedanken und Wissen aufzubewahren und wieder zugänglich zu machen.
 
Sie gehören zu den Glücklichen, die tatsächlich in der Lage sind, längere, auch kompliziertere Texte zu lesen und zu verstehen.
 
Helfen Sie mit, diese Fähigkeit auch der jungen Generation zu vermitteln und zu erhalten.
 
Die Motivation zum Lesen entsteht bei Kindern durch das Interesse an einer sie ansprechenden und altersgerecht spannenden Geschichte.
 
Das bevorstehende Osterfest bietet die Gelegenheit, Ihren Kindern oder Enkeln eine solche Lesemotivation ins Nest zu legen.
 

Wie wäre es zum Beispiel damit:
 
 
 
Der Auftrag des Traumwandlers,

von Jenna Weigel,
mit sehr schönen farbigen Illustrationen von Jessy Talhorst.
 
Ein spannendes Buch,
in einer sehr ausdrucksstarken, farbigen Sprache,
 
ein Buch, das ich als Zehnjähriger in der Nacht unter der Bettdecke beim Licht meiner Taschenlampe verschlungen hätte, und das mir auch heute noch sehr viel Spaß beim Lesen gemacht hat.
 
mehr ...
 
 
 
oder damit:
 
 
Bodo, der Buddelschiffpirat,

von Uwe Brosch, mit Zeichnungen von Ines Rarisch,


ein Buch, mit dem der Autor bei seinen vielen Lesungen
an Grundschulen stets begeisterten Applaus erhält ...
 
mehr ...
 
 

Die Hexe von Ameland,
von Mathias Meyer-Langenhoff

ein klassisches Ferienabenteuer, spannend, lustig,
anregend, von der ersten bis zur letzten Seite
 
 
mehr ...
 
 
 
und weil Ostern und Hasen zusammenpassen,
für die ganz Jungen, als Vorlese- und Leselernbuch
 
 
Der Hase Donnerstag
und die anderen Tiere
aus dem Wäldchen hinter dem Mond

von Nicole Engbers mit vielen farbigen Zeichnungen von
Andrea Schmidthaler
 
mehr ...
 
 
 
Und natürlich dürfen Sie sich zu Ostern auch selbst beschenken.
 
Sehen Sie sich doch wieder einmal um - in unserer
 

Belletristik-Abteilung. 
 
 



 
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Hallo Herr Kreutzer,

 

 

 

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Trommel!

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