Paukenschlag
am Donnerstag
No. 11 /2012
vom 22. März 2012

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Lesen - Schreiben - Denken

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Lesen - Schreiben - Denken
 
 
 
Lesen und Schreiben gehören zu den ersten Kulturgütern, die unseren Kindern vermittelt werden. Manche beginnen von selbst damit, das Geheimnis der Buchstaben zu ergründen und bringen sich das Lesen ganz alleine bei, andere entdecken die Möglichkeit, Gedanken und Fakten auf dem "Umweg" über jene Symbole, die wir Buchstaben nennen, aufzubewahren und jederzeit wieder abrufen zu können, erst in den ersten Schuljahren. Manchen gerät das Erlernen dieser Kulturtechnik zum völligen Fiasko, der Zugang zur Welt der Schrift bleibt ihnen versperrt.
 
Andere haben erhebliche Lese- und Rechtschreibschwächen. Ein Phänomen, das mit dem Begriff Legasthenie bezeichnet wird und mehr oder minder stark ausgeprägt auftritt.
 
Der Umgang mit diesen Schwächen ist merkwürdig.
 
Der Staat, der Eltern per Schulpflicht abverlangt, ihre Kinder in die öffentlichen Schulen zu schicken, damit ihnen dort das notwendige Wissen vermittelt wird, das sie brauchen werden, um sich später im selbstverantworteten Leben und im Beruf zurechtzufinden, kommt der damit übernommenen Verpflichtung, den Kindern die bestmögliche Ausgangssituation zu verschaffen, nur unvollständig nach.
 
Statt besonderer Förderung, statt des Eingehens auf die Besonderheiten und den speziellen Bedarf des einzelnen Kindes, wird ausgesiebt. Der Weg in die Förderschule, früher "Hilfsschule" genannt, der immer noch jedem Kind, das ihn gehen muss, einen Stempel aufdrückt, den es sein Leben lang nicht mehr verliert, ist eine Möglichkeit.
 
Die Verordnung so genannter konzentrationssteigender Mittel, mit denen Kinder ruhiggestellt werden, ist eine andere Möglichkeit, derer man sich gerne bedient - mit zweifelhaftem Erfolg.
 
Dabei wird der Streit darum, ob Legasthenie nun eine Krankheit sei, die mit Pillen, die auf den Hirnstoffwechsel einwirken, günstig beeinflusst werden kann, oder ob es sich um eine genetische Disposition handelt, mal so, mal so entschieden.
 
Für die Anhänger der Gen-Theorie hat man die Möglichkeit geschaffen, Kindern mit Lese- und Rechtschreibschwäche das Erlernen des Lesens und der Rechtschreibung ganz zu erlassen. Ein entsprechender Legastheniker-Schein befreit aber nicht nur die Kinder von der Mühe, auch die Lehrer brauchen sich der Schwächen dieser Kinder nicht mehr anzunehmen. Fehler werden vielleicht noch angezeigt, jedoch nicht mehr in die Benotung einbezogen, und so hat sich durchaus auch schon die Möglichkeit, die eigenen Kinder per Legastheniker-Schein über Versetzungshürden zu hieven, unter den Eltern herumgesprochen.
 
Da entwickelt sich eine bedenkliche Tendenz: Es geht in vielen Fällen gar nicht mehr primär darum, den Kindern Bildung, Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln, sondern ganz offensichtlich darum, Zeugnisse, Stempel, Atteste und Pillen zu erhalten, mit denen Unwissen und nicht erworbene Fähigkeiten zugedeckt werden, damit der Schein gewahrt werden kann, Schule und Schüler hätten ihre Aufgabe ordnungsgemäß erledigt.
 
Auch im selbsternannten Schulmusterbundesland Bayern, steht das im Widerspruch zur erklärten Absicht, die in Artikel 131 der Bayerischen Verfassung zum Ausdruck kommt:
 
 
 
Unsere Schulen vermitteln
nicht nur Wissen und Verstand,
sondern auch Herz und Charakter.
 
 
 
Die Thematik Schule und Lernen,
 
 
verbunden mit der Analyse der heute praktizierten pädagogischen Ansätze, die immer noch im Wesentlichen darin bestehen, Schüler unter permanenten Druck zu setzen, in ihnen Angst vor Tests, mündlichen Abfragen und Prüfungen zu wecken, in der Meinung, Angst sei die einfachste und billigste Methode, Schüler zum Lernen zu bringen,
 
einer Pädagogik, die vielfach auch davon ausgeht, die Schüler seien von Natur aus faul, würden jede Gelegenheit nutzen, sich vor schulischen Aufgaben jeglicher Art zu drücken, die dann in einigen Fällen in absurden Forderungen nach ärztlichen Attesten bei jedem einzelnen Fehltag wegen Krankheit mündet, in der dann aber auch Eltern und Ärzte gleich mit unter Generalverdacht gestellt werden, was darin zum Ausdruck kommt, dass es letztlich der Schulleitung überlassen bleibt, ein ärztliches Attest anzuerkennen oder nicht,

 

 

 
diese Thematik wird künftig einen breiteren Raum in meinen Beiträgen einnehmen.
 
 
Es ist ja nicht so, dass es keine anderen Möglichkeiten gäbe.
 
Es ist ja nicht so, dass es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber gäbe,
wie eine Lernumgebung aussehen sollte, in der die Kinder mit Begeisterung und Freude, ganz ohne Druck, Einschüchterung und Angst das Wissen und die Fähigkeiten erwerben, die zu vermitteln "Schule" angetreten ist.
 
Eine Lernumgebung, in der zudem besonderer Wert auf das gelegt wird, was in unserem Schulsystem inzwischen fast vollständig unter die Räder geraten ist - nämlich die Fähigkeit zu selbständigem Denken.
 
 
Unterrichtsfach: Denken
 
Unsere Schulen vermitteln Wissen, und mit dem Wissen Fähigkeiten, die auf dem Wissen aufbauen.

Viele glauben, schon zu denken, wenn sie sich nur zu erinnern versuchen, was sie in Schule und Ausbildung gelernt haben. Viele glauben, schon zu denken, wenn sie den richtigen Ansatz zur Lösung einer mathematischen Aufgabe suchen. Viele glauben, schon zu denken, wenn sie einen Einkaufszettel schreiben und sich fragen, was denn in den nächsten Tagen im Haushalt benötigt wird.

Das ist zwar Gehirnarbeit, die als umso schwieriger empfunden wird, je geringer das vorhandene Wissen ist, doch so mühsam das Erinnern an Erlerntes, Erfahrenes und Notwendiges auch sein mag, um es dann möglichst korrekt anzuwenden - Denken ist es deshalb noch nicht.

Und so genügen Wissen und das Erinnern an das Wissen vollkommen, um einen Beruf zu ergreifen, eine Anstellung zu finden, den Lebensunterhalt zu verdienen und sogar zum "wertvollen Glied" der Gesellschaft zu werden, ohne auch je im Leben einen eigenen Gedanken zu fassen und zu Ende zu denken.
 

Es gibt ja Gesetze, an die man sich halten kann, es gibt moralische Werte, die man übernehmen und sich an ihnen orientieren kann, es gibt ungeschriebene Regeln, denen man folgt, um nicht anzuecken, es gibt die Verhältnisse, wie man sie vorfindet, es gibt oben und unten, Faule und Fleißige, Arme und Reiche - und es gibt den eigenen Platz, irgendwo dazwischen.

Punkt. Aus. Amen.
 
 

Wozu also denken?
 
Wozu also denken?

Diesen Satz kann man als rhetorische Frage verstehen, mit der eine Diskussion über das Denken als beendet erklärt wird, man kann die Frage aber auch ernst nehmen - und tatsächlich mit dem Denken beginnen.
 
Gäbe es ein Unterrichtsfach "Denken" und ein didaktisches Konzept, das ein stufenweises Erlernen des Denkens vorsieht, wie könnte dann der Stoff der ersten Stunden aussehen?

Nun, es müsste gelingen, die Schüler für das Denken zu begeistern, man bräuchte einen Aufhänger, einen Aha-Effekt, etwas, das neugierig macht, auf mehr.
Es müsste gelingen, die Schüler zu ihrer eigenen Überraschung in einem kleinen Experiment zum Denken zu bringen, Denken mit einem schönen Ergebnis und der Erkenntnis:
 
Denken tut nicht weh.
 
 
Stünde ich vor der Aufgabe, einer Klasse 10- bis 12-jähriger Schüler den Einstieg in das Denken zu ermöglichen, dann würde ich die Klasse bitten, innerhalb eines Vormittags, vier oder fünf Unterrichtsstunden am Stück, zu einer einfachen, wertfrei formulierten Information, eine Stellungnahme "der Klasse" abzugeben - mich dann still in eine Ecke zurückziehen und das Geschehen beobachten.
 
Eine solche Information könnte zum Beispiel lauten:
 
Gestern kostete
der Liter Normalbenzin
an den Münchner Tankstellen
durchschnittlich 1, 64 Euro.
 
 
 
Zwanzig Schüler, fünfzig spontane Ideen dazu. Die meisten davon wertend und urteilend.

"Schweinerei!"

"Viel zu teuer."

"Und dann noch die Steuern."

    "Wer kann sich das denn noch leisten?"

Und so weiter, und so weiter.
 
 
Schon nach zehn Minuten wäre der Vorrat an dem, was die Schüler bis dahin über Benzinpreise so aufgeschnappt haben, erschöpft.

Das ist unbefriedigend.

Zumindest für einige der Schüler, für diejenigen, die die gestellte Aufgabe erfüllen möchten, die wissen, dass die Klasse eine Stellungnahme abgeben soll, und das Gefühl haben, dass diese Unmutsäußerungen noch nicht das sein können, was von ihnen in vierstündiger Arbeit erwartet wird.

Also wird einer von ihnen die Frage in den Raum werfen:

"Ja, und was soll das nun eigentlich?"

Ein anderer wird antworten:

"Das ist unsere Stellungnahme."
 

Bis die Frage auftaucht:
 
"Was ist das eigentlich, eine Stellungnahme?", und dann das Problem erkannt wird:
"Müssen wir unsere Meinung nicht irgendwie begründen?"
 
 
Das ist die Initialzündung des Denkens.
 
 
Die gefühlte Notwendigkeit, eine eigene Meinung zu bilden und sie zu vertreten, führt unmittelbar in die Grundübungen des Denkens.
Das beginnt mit dem wertenden Vergleich - und schon hier sind im ganz einfachen Beispiel sehr viele Vergleichsmöglichkeiten gegeben:

Zum Beispiel
 
  • die Preisunterschiede für Benzin und Diesel,
  • die Preisunterschiede zwischen den Münchner Tankstellen,
  • die Preisunterschiede zu den Tankstellen im Umland,
  • die Benzinpreise in den Nachbarländern,
  • der Vergleich des Nutzens der Ware Benzin mit dem Nutzen anderer, preisvergleichbarer Waren, was bei Benzin sehr einfach ist. Jeder andere Preis kann in den Preis für x Liter Benzin umgerechnet werden, und für x-Liter Benzin lässt sich wieder die ungefähre Fahrleistung eines Pkws in Kilometern ausrechnen.
 
Und so könnte ein Vergleich lauten:

Statt ein paar Jeans für 80 Euro zu kaufen, könnte man einen Pkw soweit volltanken, dass vier Personen mit Gepäck rund 700 Kilometer weit fahren könnten.
 
Das wiederum führt zu sekundären Vergleichen:

"Es gibt Pkws, die schaffen mit 48 Litern durchaus auch 900 Kilometer."
"Es gibt aber auch welche, die damit keine 500 Kilometer weit kommen."
 
Vermutlich wird sich daraus jetzt eine lange und hitzige Debatte über die Vor- und Nachteile aller möglichen Automobile ergeben und vom Thema scheinbar weit weg führen, doch letztlich trägt auch diese Diskussion dazu bei, eine Meinung, eine Stellungnahme zu festigen, die schon lange in der Luft liegt.

Und wenn ich, als Lehrer, dann eine halbe Stunde vor dem Ende dieser Unterrichtseinheit darum bitte, jetzt doch daran zu denken, die Stellungnahme zu formulieren, dann findet die Klasse zurück zum eigentlichen Thema und einer der informellen Klassensprecher wird anfangen zu formulieren, wird Einsprüche ernten, manche davon einbauen, andere zurückweisen,
 
und am Ende steht da der Satz an der Tafel:
 
Die Preise für Benzin sind stark gestiegen.
Die Kosten für den gefahrenen Kilometer hängen jedoch nicht ausschließlich vom Benzinpreis ab, sondern auch davon,
welcher Fahrzeugtyp genutzt wird, so dass gerade diejenigen,
die von der Benzinpreissteigerung am stärksten betroffen sind,
weil ihre Autos sehr viel Benzin verbrauchen,
die besten Möglichkeiten haben,
durch den Kauf eines sparsameren Autos
ihre Kosten deutlich zu senken.
 

 

 

 

 

 

 
 
Mit diesem Ergebnis wäre ich als Lehrer höchst zufrieden.
 
Ganz unabhängig von der getroffenen Aussage
 
- es gäbe schließlich noch sehr viele andere, ebenfalls interessante Möglichkeiten, zum Benzinpreis Stellung zu nehmen -

einfach deshalb, weil diese Aussage durch Denken entstanden ist.
 
 
Der Prozess des Denkens war ergebnisoffen.
 
Ausgehend von wertenden Vergleichen wurden Unterschiede erkannt, diese Unterschiede (in der Fahrzeugtypen-Diskussion) sehr präzise beleuchtet und detailliert analysiert, um dann in der Zusammenfassung zu einer allgemeingültigen und korrekt begründeten Aussage zu kommen, die meilenweit von dem entfernt war, was kurz nach Beginn des Experiments an unreflektiert übernommenen Meinungen aus den Schülern heraussprudelte.

Die Erkenntnis des Denkens lautet:

Benzin, wie es an Tankstellen verkauft wird, ist ausschließlich als Energieträger für Benzinmotoren zu gebrauchen. Sein Wert liegt in seinem Energiegehalt. Je effektiver diese Energie genutzt wird, desto niedriger sind die Kosten für die gleiche Fahrtstrecke.
 
Klar, das ist nur eine erste Erkenntnis. Doch darauf kann man aufbauen, von da aus ist dem Weiterdenken keine Grenze gesetzt.
 

 
An dieser Stelle unterbreche ich diesen Gedankengang. Eine Fortsetzung wird folgen.
 
 
Mir bleibt in diesen Tagen nur wenig Zeit zum Schreiben. Der bevorstehende Umzug - am 11. April ist es so weit - und alles, was damit im Zusammenhang steht, bindet doch viel Kapazität.
 
Doch wie ich einleitend schrieb:
Buchstaben sind Symbole, die es ermöglichen, Gedanken und Fakten aufzubewahren und jederzeit wieder abrufen zu können.
 

 

 

 

Bücher sind für mich die schönste Form, Gedanken und Wissen aufzubewahren und wieder zugänglich zu machen.
 
Sie gehören zu den Glücklichen, die tatsächlich in der Lage sind, längere, auch kompliziertere Texte zu lesen und zu verstehen.
 
Helfen Sie mit, diese Fähigkeit auch der jungen Generation zu vermitteln und zu erhalten.
 
Die Motivation zum Lesen entsteht bei Kindern durch das Interesse an einer sie ansprechenden und altersgerecht spannenden Geschichte.
 
Das bevorstehende Osterfest bietet die Gelegenheit, Ihren Kindern oder Enkeln eine solche Lesemotivation ins Nest zu legen.
 

Wie wäre es zum Beispiel damit:
 
 
 
Der Auftrag des Traumwandlers,

von Jenna Weigel,
mit sehr schönen farbigen Illustrationen von Jessy Talhorst.
 
Ein spannendes Buch,
in einer sehr ausdrucksstarken, farbigen Sprache,
 
ein Buch, das ich als Zehnjähriger in der Nacht unter der Bettdecke beim Licht meiner Taschenlampe verschlungen hätte, und das mir auch heute noch sehr viel Spaß beim Lesen gemacht hat.
 
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oder damit:
 
 
Bodo, der Buddelschiffpirat,

von Uwe Brosch, mit Zeichnungen von Ines Rarisch,


ein Buch, mit dem der Autor bei seinen vielen Lesungen
an Grundschulen stets begeisterten Applaus erhält ...
 
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Die Hexe von Ameland,
von Mathias Meyer-Langenhoff

ein klassisches Ferienabenteuer, spannend, lustig,
anregend, von der ersten bis zur letzten Seite
 
 
mehr ...
 
 
 
und weil Ostern und Hasen zusammenpassen,
für die ganz Jungen, als Vorlese- und Leselernbuch
 
 
Der Hase Donnerstag
und die anderen Tiere
aus dem Wäldchen hinter Mond

von Nicole Engbers mit vielen farbigen Zeichnungen von
Andrea Schmidthaler
 
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Und natürlich dürfen Sie sich zu Ostern auch selbst beschenken.
 
Sehen Sie sich doch wieder einmal um - in unserer
 

Belletristik-Abteilung. 
 
 



 
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Reaktionen auf diesen Paukenschlag



Na, Gott sei Dank, endlich wieder ein Lebenszeichen von Ihnen.

Sehr geehrter Herr Kreutzer,

ich war schon sehr beunruhigt, denn ein Tag ohne geistige Inspiration von Ihnen ist ein ungewohnter.

Mit herzlichen Grüßen

Hans Heppe
 
(Danke, Herr Heppe, da kommt Freude bei mir auf.)


Sehr schön, diese Schule des Denkens, wenn es sie denn gäbe.
 
Allerdings, dass Denken nicht weh tut, möchte ich hiermit bezweifeln.
Denken tut spätestens dann weh, wenn ein Kind aus diesem Denken Konsequenzen zieht und handelt, wenn es die - zwischen Gewohnheiten, Do's und Don't's, Schablonen und Traditionen eingequetschte - Erwachsenenwelt durcheinander bringt.
 
Wenn ein denkendes Kind zum Beispiel sich nicht in die allgemeine Prüfungsangst hineinmanövrieren lässt. Wenn dasselbe Kind deshalb auch nicht auf die Idee kommt, abzuschreiben oder ähnliche verbotene Sachen zu tun, weil es selbst daran interessiert ist, wie weit es mit seinem Denken kommt. Solch eine Verhaltensweise ruft einen bösartigen des Reflex angstgesteuertes Pädagogen hervor, der versucht diese "respektlosen" Schüler zu vernichten.

Ich kann dafür als Beispiel allenfalls meinen eigenen "Werdegang" anführen. Hat dieses Kind dann, nach guter katholischer Sitte, im Elternhaus keine Unterstützung, sondern Eltern, die den "Pädagogen" bei seinem Bildungsauftrag nach Kräften unterstützen, weil sie dessen Autorität (klar der Typ ist Lehrer der hat einen Schein der muss es wissen) ungeprüft anerkennen, hat dieses Kind verloren.
 
Solange solche Angstpädagogen ihr Unwesen treiben, ist Schule das, was sie in den Anfängen der Schulpflicht war. Ein Mittel der Gehorsamsbildung und Indoktrination und wenn dabei noch Grundrechenarten und Schriftfähigkeit abfallen, müssen wir schon dankbar sein.
 
Heute sitzen die meisten ausgiebig geschulten, sprich studierten Arbeitnehmer in den öffentlichen Verwaltungen. Und welcher Zweig unserer Volkswirtschaft hat am besten gelernt, den größten Murks zuzulassen, nur weil es eine Vorschrift besagt? Die öffentliche Verwaltung.
 
Ich sehe da einen direkten Zusammenhang. Und ich behaupte, dass jedes Kind relativ gesund in die Schule kommt, dass aber jeder Schüler, der aus ihr heraus kommt, seelisch und sozial geschädigt ist. Eine Schädigung die beim Vollzug der Wehrpflicht noch vertieft wird. Dort wird man endgültig zum nützlichen Idioten verdummt.
Ich möchte nicht in Abrede stellen, dass es genug Menschen gibt, die sich gegen solche Prozesse immunisieren können und dies auch tun, aber auch diese Immunisierung ist eine Beeinträchtigung, die lebenslang als Schutz vor Indoktrination gewaltige Energien verbraucht, die normalerweise in Kreativität, in die Entwicklung sozialer Kompetenzen, eigenen Denkens und damit auch eigenen Handelns gesteckt werden.
Die Erziehung zur Unterordnung schafft einerseits den dummen Exekutor widerlichster Verbrechen, andererseits den Größenwahn, der selbsternannte Eliten hervor bringt.
 
Eine Lösung für dieses Dilemma ist nur schwer in Sicht, denn selbst wenn die Landtage und KMKs einen Umbau des Bildungssystems beschlössen, gäbe es wieder tausende Beamte, die dieses umsetzen MÜSSEN und aus Angst vor schlechter Bewertung diesen Gesetzestext Wort für Wort so lange pervertieren bis ihr Hauptziel verwirklicht ist:
 
Die Absicherung vor den Folgen einer sinngemäßen Auslegung.
 
 
Was dabei für Schüler übrig bleibt wird sich von heutigen Schulgesetzen nur marginal unterscheiden.
 
Dazu würde eine solche Bildung die Eltern viel stärker in die Pflicht nehmen, so dass Väter nicht mit 2 Monaten, sondern mit mindestens 5 Jahren Elternzeit pro Kind rechnen müssten.(Mütter eher mehr.) Da die Vertreter unserer Wirtschaft sich und ihre Bedürfnisse prinzipiell als oberste Priorität für Familienväter und -mütter begreifen, müsste solch ein Bildungssystem nicht nur die Kinder "umbauen", sondern unser ganzes Wirtschaftssystem, das auf die oben beschriebenen "nützlichen Idioten" immer noch angewiesen ist.
 
Vielleicht nicht mehr so sehr aus produktionstechnischen Gründen, sondern mehr und mehr zum Erhalt der hierarchischen Strukturen, die
 
  • eine Einkommenshierarchie,
  • darauf basierende Neidanreize und damit
  • das Weiterkommen des Neidischsten und Missgünstigsten fördern.
 
Klar, dass kreative Köpfe nicht in unserer Wirtschaft, sondern entweder in "Hilfsschulen", oder im inneren oder äußeren Exil landen, wo sie vielleicht die Chance haben, sich zu entwickeln.
 

Egon Hauck

Hallo Herr Kreutzer,

 

 

 

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Trommel!

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