Paukenschlag am Donnerstag
No. 6/2011
vom 10.2.2011

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Dienstleistungsgesellschaft - Utopie mit Charme (4)

 
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1 Angela Merkel
2 Innere Angelegenheiten
3 Werbung ist Krieg
4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
gehören zusammen
 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
26 Problematisches Goldverständnis
27 Woran man eine gute Regierung erkennt
28 Von Frau zu Frau Eva Scherrer
29 Ungarn - Irland - Deutschland ...
30 Alles Verbrecher
31 Das Staatsziel in drei Sätzen
32 Aktion Staatsziel
33 Die Geld-Hirn-Schranke
34 nicht belegt
35 Entschuldung per Vermögensabgabe
36 Besinnungslos fürs Grundeinkommen
37 Be- und Verdrossenheit
38 Schlagzeilen eines Tages
39 Die 10 Gebote, Nachtrag 2, Lohnabstandsgebot
40 Währungskrieg
41 Welt-Währungskrieg II
42 Auf dem Wachstumspfad
43 China - Macht und Ohnmacht
44 S21 und die aristotelische Lehre von der Handlung
45 Die Zeit der Narren
46 nicht belegt
47 Too big to fail
48 nicht belegt
49 Warum es fast allen immer schlechter geht
50 Jahresumbruch
1/2011 Rettung einer Illusion
2/2011 internes
3/2011 Diensleistungsgesellsch. 1
4/2011 Diensleistungsgesellsch. 2
5/2011 Diensleistungsgesellsch. 3
6/2011 Diensleistungsgesellsch. 4
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Dienstleistungsgesellschaft

Utopie mit Charme (Teil 4)

 

Bewusstseinsbildung

 

Bewusstsein, was ist das?

Hier ist nicht der Ort für tiefschürfende, die Geschichte der Philosophie wiederkäuende, abstrakte Erörterungen. Ein Schlüsselsatz aus ganzen fünf Worten - im lateinischen Original sind es nur drei - soll genügen, um das Thema "Bewusstseinsbildung" einzuleiten.

Ich denke, also bin ich.
(René Descartes)

Das ist Bewusstsein.


Doch erst die Frage:

Wer bin ich - und wer will ich sein,
führt zur Bewusstseinsbildung.

 

König David wird als Verfasser des 23. Psalms angesehen. Dieser Psalm, dessen Inhalt für die gesamte Christenheit prägenden Einfluss hatte und hat, beginnt mit den Worten:

"Der Herr ist mein Hirte."

Fragt man, welches Bewusstsein einen solchen Satz hervorbringen und akzeptieren kann, ist die Antwort bestürzend einfach: Dieser Satz entstammt dem Bewusstsein des domestizierten Schafes.

Nun ist ein Schaf nichts Schlechtes.

Kinder lieben lebende Lämmer. Den Erwachsenen verhilft das Schaf mit seiner Milch zu Schafskäse. Das jährliche Kahlrasieren der Schafe verschafft uns Wolle für wärmende Kleider. Ist dem Schaf das Fell, das wir in gegerbter Form als Futter in Mänteln und Schuhen ebenso lieben, wie als Bettvorleger oder Wandbehang, dann erst einmal über die Ohren gezogen, lässt sich das Muskelfleisch als Braten genießen. Besonders wohlschmeckend dabei: das Fleisch der Lämmer.

Auch ein Hirte ist nichts Schlechtes.

Er hält seine Herde zusammen, treibt sie von Weide zu Weide, spritzt, wenn's sein muss, auch einmal ein Antibiotikum, hilft beim Scheren - und beim Selektieren zum Schlachten.

Fragen wir, welcher Satz über einen "Herrn und Hirten" dem Bewusstsein eines nicht domestiziertes Schafes entspringen könnte, dann bieten sich zwei einigermaßen gegensätzliche Varianten an.

Nämlich:

  • Ich bin ein freies Schaf und keines Herren Untertan.

    Was darauf schließen ließe, dass Herr und Hirte als eine unerwünschte Obrigkeit angesehen werden, der man sich nicht freiwillig, sondern nur unter Zwang und Gewaltanwendung unterwirft.

    und

  • Ach hätte ich doch einen Hirten.

    Was darauf schließen ließe, dass das nicht domestizierte Schaf die Vorteile der Unterordnung unter einen Herrn und Hirten höher einschätzt als die Nachteile.
 
 
Wahr ist, dass es Schafe gab, bevor es Hirten gab.
Wahr ist, dass es die Hirten waren, die sich Schafe gefangen und unterworfen haben.
Wahr ist, dass das Schafsleben, von der Geburt bis zur Schlachtung ausschließlich vom Interesse des Herrn und Hirten bestimmt wird.
Wahr ist, dass aller Nutzen, den der Hirte dem Schaf verschafft, dem Schaf nur deshalb zuteil wird, weil das dem übergeordneten Nutzen des Herrn und Hirten dient.
 
Fazit:
Der artgerechte Anführer einer Schafsherde
ist Leithammel, nicht Hirte.

Menschen sind, anders als Schafe, nach Abschaffung von Sklaverei und Leibeigenschaft, nicht mehr im Besitz und Eigentum von "Herren".

Sie könnten frei sein.

 

 

Doch wohin man auch schaut, überall im Menschenreich herrschen Zwänge, drücken Pflichten und Lasten. Fremdbestimmtes Handeln macht einen Großteil unserer Lebensäußerungen aus, freie Entscheidungen sind in einen engen Rahmen von Gesetzen und Vorschriften, Verträgen und fremden Rechten gepresst, dessen Verlassen Strafverfolgung und Freiheitsentzug nach sich zieht.

Ist das alles nur die zwangslogische Folge einer hochgradig arbeitsteiligen Gesellschaft, deren geschriebene und ungeschriebene Gesetze dafür sorgen, dass die Freiheit des einen da enden muss, wo die Freiheit des anderen beginnt?

 

Die wichtigste Frage, die hilft, aus dem Bewusstsein des domestizierten Schafes heraus und zum Bewusstsein eines freien Bürgers zu finden, ist die alte Frage

"Cui bono - wem nützt es"

 

 

Der Zauberer aus dem Reigen der Moriskentänzer im Münchner Rathaus zieht - sein Nichtwissen entschuldigend - mit einem Lächeln die Schultern hoch. Er weiß von nichts und kann für nichts.

Erasmus Grasser hat diese Geste um 1480 in Holz geschnitzt.

Wo immer uns auf die Frage "Wem nützt es?" das eigene Nichtwissen beschleicht oder ein fremdes unbeschwert präsentiert wird, haben wir die Chance, den Weg zur Befreiung des Bewusstseins durch impertinentes Nachfragen einen Schritt weiter zu gehen.

Denn mit dem Erkennen der Nutznießer ist ja untrennbar die Frage verbunden, ob der Nutzen denn einigermaßen gerecht verteilt wird - oder nicht. Ob er denen zugute kommt, die ihn schaffen, denen, für die er geschaffen wird, oder ob er - ganz oder teilweise - ungerechtfertigt abgegriffen wird.

Die Freiheit der Schafe wird vom Pferch, vom Hund des Schäfers und letztlich vom Schäfer selbst in engen Grenzen gehalten. Aus der Erkenntnis, dass ihr gesamtes Schafs-Dasein nur dem Chef des Schäfers, dem Schäfer und dessen Hund dient - und zwar im Verhältis von ungefähr 95 : 4 : 1 - können sie keinerlei Konsequenz ziehen. Sie sind ihrer planmäßigen Verwertung hilflos ausgeliefert - da ist es sinnvoller, das Bewusstsein beim 23. Psalm zu belassen und jeden anderen Gedanken mit der Hoffnung auf die Vergeltung im Paradies zu unterdrücken.

Wer als gesunder Mensch vor lauter Sachzwängen sein eigenes Spiegelbild nicht mehr sieht, wer überzeugt ist, dass "die da oben" ja doch machen, was sie wollen, wer sich einredet, es hätte ja doch alles keinen Sinn, wer meint, weil es schon immer so war, wird es auch immer so bleiben, wer sich für klug hält, wenn er als Naturgesetz erkannt hat, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, bewegt sich auf dem Bewusstseinsniveau von Schafen.

 Erkenne

Dich

selbst

Wer als gesunder Mensch erkennt, dass sein Bewusstsein auf diesem Niveau verharrt, muss nicht verzweifeln.

Es ist doch zugleich die Erkenntnis des ungeheuer großen Potentials, das sich noch erschließen lässt.

Es ist die Erkenntnis nahezu unbegrenzter Möglichkeiten und es ist eine unerschöpfliche Quelle kreativer Energie, die Wege zur Wahrnehmung und Realisierung dieser Möglichkeiten zu finden und zu beschreiten.

Hier einige Anregungen für die ersten Schritte zur Bildung eines neuen Bewusstseins:

 schwaches Bewusstsein

starkes Bewusstsein

Alleine bin ich verloren

Gemeinsam sind wir stark

 Das kann ja gar nicht gutgehen

 Das werden wir ja sehen!

 Das hat noch keiner geschafft

 Irgendwann muss das ja klappen

 Das kann ich nicht glauben

 Ich habe meine Meinung, aber ich werde mich guten Argumenten nicht verschließen

 Das ist mir zu gefährlich

Ich weiß, es ist riskant, aber man muss es doch wengistens versuchen

 Du verrennst dich da in was ...

 Erklär mir doch, wie du dir das im Detail vorstellst

 Ach lass mich doch in Ruhe!

Ich will da mitmachen.
   

 ich bin ein Schaf

 ich bin ein Mensch

 

Und. ... wie lauten Ihre persönlichen Standard-Reaktionen auf neue, ungewöhnliche Ideen und Vorschläge?


Einfach ist das natürlich alles nicht.

Selbstbewusste Bürger stoßen auf erhebliche Widerstände.

Es gehört sich nicht, den eigenen Kopf hoch zu tragen, eigene Gedanken zu äußern, Gesetze ändern zu wollen. Das alles gebührt nur dem Fürsten.

Selbstbewusste Fürsten können sich alles erlauben. Das gilt beileibe nicht nur für Ernst August von Hannover.

So mancher kleine Gruppen- oder Abteilungsleiter lässt sich wie ein Fürst von seinen Untertanen hofieren, so mancher kleine Parteibezirksvorsteher gebärdet sich hoffärtig wie die Hofschranzen im Versailles Ludwigs XIV.

So mancher kleine Kreditsachbearbeiter genießt seine Macht - wen nimmt es da noch Wunder, dass sein Vorstandsvorsitzender auftritt wie ein Gottkönig!

 

Machen wir uns bewusst, dass es viele Menschen gibt, deren Wissen, Können und Erfahrung Respekt, Anerkennung und entsprechenden Verdienst verdient.

Denn dabei wird uns zugleich auch bewusst, dass es daneben viele andere gibt, deren Einkommen und Vermögen durch ihre Leistung bei weitem nicht gerechtfertigt sind; viele, deren Arroganz und Selbstherrlichkeit weder eine rechtfertigende Leistung noch Wissen und Verstand gegenübersteht; dass es viel zu viele gibt, die Gehorsam fordern, ohne sich selbst je Schranken aufzuerlegen - und die meinen, uns wie Schafe von einer Weide zur nächsten treiben zu können ...

 

Ziviler Ungehorsam zieht sich als
roter Faden des gesellschaftlichen Fortschritts
durch die Geschichte.

Hätte Wilhelm Tell Gesslers Hut devot gegrüßt, hätte Martin Luther auf dem Reichstag in Augsburg seine Thesen ängstlich widerrufen, hätte Martin Luther King seine Rede - I have a dream - nicht gehalten, hätte Lech Walesa auf der Danziger Leninwerft resignierend nur seinen Elektriker-Job erledigt - wo wären wir denn heute?

Und glauben Sie mir:

Neben den vielen großen und bekannten Namen, deren Wirken wir verdanken, heute in einer Demokratie zu leben, unser Meinung äußern, unsere Ziele und Absichten artikulieren und Verbesserungen anmahnen zu können, gab und gibt es Millionen, die von den Geschichtsbüchern nicht erwähnt werden, die aber in vielen kleinen Schritten, da, wo ihr Einfluss hinreichte, die großen Entwicklungen erst ermöglicht oder ihnen zum Durchbruch und zur Stabilität verholfen haben.

Jetzt, da die Fundamente der Demokratie auch in Deutschland ins Wanken geraten, bedarf es erneut selbstbewusster Frauen und Männer, die den Schaden beheben und den nächsten Fortschritt vorbereiten.

Sich von Brot und Spielen - auf heutige Verhältnsse übersetzt: von der Angst um den Job und der Fernsehscheinwelt - ruhigstellen zu lassen, ist eine große Versuchung.

Niemand kann ihr immer und überall widerstehen.

Doch, wie heißt es so tröstlich?

 

Fallen ist keine Schande,

aber liegen bleiben.

Unser Leben, unsere Gesellschaft, unsere Zukunft
zu gestalten,
ist unser Job.

Wer sich der Mühe nicht unterziehen will,
muss mit dem zufrieden sein,
was andere für ihn bestimmen.

So einfach ist das.

 

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Warum ist das so?

Der auf vier Paukenschläge aufgeteilte Text "Dienstleistungsgesellschaft - Utopie mit Charme" hat nicht bei allen Besuchern dieser Seite und nicht bei allen Beziehern des Newsletters Anklang gefunden. Die Daten für diese Grafik zeigen jeweils die Besucher innerhalb der ersten beiden Tage ab Veröffentlichung in Prozent von den durchschnittlichen Besucherzahlen aller Paukenschläge.

Da ist also letztlich nur ein Drittel dran geblieben. Schade.
Ich hatte mir mehr Resonanz erwartet.

Auch die üblichen "Content- und Linkverbreiter" haben längst nicht alle zugegriffen und den Text übernommen bzw. verlinkt - und an der Front der Kommentatoren ist es verhältnismäßig still geblieben.

Ich gehe in mich.

Und Sie könnten mir sagen, was Ihrer Meinung nach Schuld daran war.

Hier können Sie abstimmen  
 

 


Reaktionen auf diesen Paukenschlag


Sehr geehrter Hr. Kreutzer,

ihr 4-geteilter Paukenschlag war und ist eine Wohltat, ich stimme ihnen fast hundertprozentig zu. Einzig die Reihenfolge würde ich umkehren.

Ein weiser Mann hat einmal gesagt:
"Werdet bewusst und dann macht was ihr wollt".

All ihre volkswirtschaflichen und gesellschaftspolitischen Theorien werden sich mit der Bewusstseinbildung automatisch entwickeln und/ oder diese vielleicht an Kühnheit noch übertreffen.
Wichtig ist es , dass es sich diesmal nicht um eine Revolution handelt, wo nur die Pole wechselseitig ausgetauscht werden ("weiß" ist besser als "schwarz", oder umgekehrt), sondern dass jeder in heiterer Gelassenheit sekündlich Entscheidungen im Sinne des Gemeinwohls trifft. Das macht Schule, all der Schwachsinn dünnt sich aus und verschwindet letztendlich als logische Konsequenz ganz automatisch.

Wenn jemand etwas im Sinne des Gemeinwohls tut: danke es ihm, gib ihm gleiches zurück- nur ein wenig mehr.
Wenn jemand gegen das Gemeinwohl agiert: sag es ihm, gib ihm gleiches zurück- nur ein wenig weniger.

Ich bin zuversichtlich. Die Schafe dieser Welt rücken den Schäfern der entrückten Welt bereits auf ihren geborgten Schafspelz- auch dank Leithammeln, wie sie einer sind.


Sehr geehrter Herr Kreutzer,

ich habe diesen Ihren (bisher) vierteiligen Paukenschlag mit größtem Interesse verfolgt, wobei ich bereits von Anfang an die Bewusstseinsbildung als das wichtigste Element angesehen habe. Das Ergebnis dieser Bewusstseinsbildung kann nur die Vernunft sein, wobei der Prozess selbst aus zwei Schritten besteht: 1. Erkenntnis, 2. Einsicht (in diese Erkenntnis).

In Ihrem Bibelzitat „Der Herr ist mein Hirte“ erkenne ich diesen Prozess und gleichzeitig dessen Ergebnis. Besteht Einsicht nicht darin, sich der Erkenntnis zu unterwerfen und diese zu dem zu erheben, was mein Leben (Denken und Handeln) bestimmt (= Herr!)? Und ist es nicht so, dass dadurch, dass ich mich der Erkenntnis unterwerfe, plötzlich die Vernunft regiert – und nicht mehr mein (unvernünftiges) egoistisches Interesse? Und wo die Vernunft regiert, da regiert sonst niemand mehr!

Da Sie aber auch Descartes zitieren (Cogito ergo sum), möchte ich eine aus meiner Sicht viel wichtigere Passage dieses Philosophen einbringen: Descartes fragte sich (in seiner dritten Meditation), warum wir irren, wenn wir irren. Seine Erkenntnis war, dass wir immer dann irren (oder größte Gefahr laufen zu irren), wenn unser Wollen über die Grenzen unseres Wissens hinausschiesst. Das bedeutet nichts anderes, als dass wir uns in diesem Falle der Erkenntnis eben NICHT unterwerfen und somit Gefahr laufen, uns höchstwahrscheinlich zu irren. Die Lösung dieses Problems ist, laut Descartes, sein Wollen innerhalb der Grenzen seines Wissens zu halten, womit wir wieder bei der Einsicht in (Unterwerfung unter) die Erkenntnis wären. Und somit bei der Vernunft.

Andererseits – und sicherlich der Einsicht förderlich – ist die Erkenntnis, dass sich das Erkannte erst durch die Einsicht in Vernunft verwandelt und sich durch diese in unseren unumschränkten Dienst stellt! Erst dann eröffnet sich der Zugang zum „Gelobten Land“ , wo Milch und Honig fliessen, also einer Welt, wie die unsere eigentlich sein sollte – und auch sein kann!

Mit freundlichen Grüßen

Eine kleine Anmerkung von Egon W. Kreutzer
Sich irren ist ein zwingender Schritt, wenn der Erkenntnisprozess über das bereits erkannte (=Wissen) hinausführen soll. Hypothesen werden aufgestellt, um ihre Widerlegbarkeit zu prüfen, der Mensch lernt durch Versuch, Irrtum und Erfolg. Die Grenzen des Wissens mit dem Wollen zu überschreiten ist Notwendigkeit, Irrtumsvermeidung hingegen ist Arroganz.

Das Wort vom guten Hirten habe ich übrigens nicht eingeführt, um Religion zum kritisieren; wenn es in diese Richtung zielt, dann allenfalls in Richtung Klerus.




Hallo Herr Kreutzer,

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Blechtrommel!

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