Paukenschlag am Donnerstag
No. 42 /2011
vom 20. Oktober 2011

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

Druckversionen
hoher Kontrast
reduzierter Kontrast
Kommentare lesen schreiben

Druckversionen: Manuela Engl

Stiglitz Oktober 2011 - Kreutzer August 2007

Q!u
34 Nicht belegt
35 Jens Bergers Kritik an der Zinskritik
36 Weiter so, meint das Verfassungsgericht
37 Kassandra-Rufe aus den USA
38 Worum es wirklich geht
39 Das eigentliche Bankgeheimnis
Impressum
Startseite
EWK-Verlag
Newsletter
Paukenschläge 2007
Paukenschläge 2008
Paukenschläge 2009
Weitere Kommentare
Leserbriefe
 
Paukenschläge 2010 (ältere)
1 Angela Merkel
2 Innere Angelegenheiten
3 Werbung ist Krieg
4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
gehören zusammen
 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
26 Problematisches Goldverständnis
27 Woran man eine gute Regierung erkennt
28 Von Frau zu Frau Eva Scherrer
29 Ungarn - Irland - Deutschland ...
30 Alles Verbrecher
31 Das Staatsziel in drei Sätzen
32 Aktion Staatsziel
33 Die Geld-Hirn-Schranke
34 nicht belegt
35 Entschuldung per Vermögensabgabe
36 Besinnungslos fürs Grundeinkommen
37 Be- und Verdrossenheit
38 Schlagzeilen eines Tages
39 Die 10 Gebote, Nachtrag 2, Lohnabstandsgebot
40 Währungskrieg
41 Welt-Währungskrieg II
42 Auf dem Wachstumspfad
43 China - Macht und Ohnmacht
44 S21 und die aristotelische Lehre von der Handlung
45 Die Zeit der Narren
46 nicht belegt
47 Too big to fail
48 nicht belegt
49 Warum es fast allen immer schlechter geht
50 Jahresumbruch
1/2011 Rettung einer Illusion
2/2011 internes
3/2011 Diensleistungsgesellsch. 1
4/2011 Diensleistungsgesellsch. 2
5/2011 Diensleistungsgesellsch. 3
6/2011 Diensleistungsgesellsch. 4
7/2011 Warum es ist, wie es ist
8/2011 Der Untergang des Abendlandes
9 Theutschtest für Theutsche
10 Kam ein Wasserwerfer des Wegs
11 In jeder Hinsicht idiotengerecht
12 Aus den Tiefen des Bockshorns
13 Geld, das elende Missverständnis
14 Grundeinkommen à la Götz Werner
15 Dezentrale Energie / Speichertechnologie
16 Kernkraftwerksaktionäre
17 Dezentrale Energie /Speichertechnologie
18 Dezentrale Energieversorgung
19 Volks-
bewirtschaftungslehre
20 (nicht besetzt)
21 Die anonymen Wirtschaftskompetenzler
22 wieder nicht besetzt
23 Verschobene Spiele- verschobene Wahrnehmung 
24 Neues von Dr. Petschow
25 Fronleichnamsthema Steuersenkung
26 Empört euch!
27 Blick in leere Schädel - hilflos am Geld verzweifeln 
28 Die Billionenflut
29 Methylphenidat - die Wunderdroge
30 Die Gesundheit der Kinder
31 Die Gesundheit der Kinder II
32 Euro-Land ist abgebrannt
33 Internationaler Wettbewerb
34 Nicht belegt
35 Jens Bergers Kritik an der Zinskritik
36 Weiter so, meint das Verfassungsgericht
37 Kassandra-Rufe aus den USA
38 Worum es wirklich geht
39 Das eigentliche Bankgeheimnis
40 EUtopia
41 Wenn EFSF wirkt
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Stiglitz Oktober 2011

Kreutzer August 2007

 

Am 3. Oktober 2011 veröffentlichte der Nobelpreisträger für Wirtschaft,
Professor Joseph E. Stiglitz (USA), einen bemerkenswerten Aufsatz mit dem Titel "Heilung der Wirtschaft", in welchem er die Ursachen der herrschenden Finanz- und Wirtschaftskrise beschreibt und im Schlusssatz seiner Hoffnung Ausdruck gibt:

"Irgendwann werden die politischen Führer weltweit – und ihre Wähler – dies erkennen. Angesichts sich weiter abschwächender Wachstumsaussichten werden sie nicht anders können. Aber wie viel Leid werden wir bis dahin noch ertragen müssen?"

Am 16. August 2007 veröffentlichte ich meinen Aufsatz "Das Beben der Märkte", in welchem ich die Ursachen der beginnenden Finanz- und Wirtschaftskrise beschrieb, die voraussichtlichen Folgen ausmalte und in einem resignativ-fatalistischen Schlusssatz äußerte:

Es steht für dieses Mal keine Alternative mehr in Aussicht. Nur Varianten des Ablaufs sind denkbar - die jedoch insgesamt darauf hinaus laufen, dass die werthaltigen Vermögensgegenstände, die in den USA und in Europa im öffentlichen Besitz oder im privaten Streubesitz befindlich sind, gegen Papiergeldlawinen eingetauscht werden.

Das Kind ist im Brunnenschacht unterwegs und wird erst durch den Aufschlag auf die Wasseroberfläche gebremst werden.

 

Beide Aufsätze gleichen sich von den Feststellungen und den Folgerungen her. Dass dies so ist, ist nicht verwunderlich, die Tatsachen sprechen ihre Sprache. Der Fortgang der Krise bestätigt meine damaligen Vermutungen und Prognosen in weiten Teilen, auch wenn es insgesamt viel länger gedauert hat, auch wenn sich herausstellte, dass das Leiden, von dem Stiglitz spricht, sich als Schrecken - scheinbar ohne Ende - bis heute fortgesetzt und gesteigert hat.

Stiglitz hat die herrschende Wirtschaftsordnung, die Globalisierung und die Finanzordnung dieser Welt auch schon früher kritisiert, wobei seine Problemlösungen aber vorwiegend innerhalb des Systems blieben, also Reformen der systemrelevanten Institutionen präferierten, statt das System als solches infrage zu stellen.

Auf dem Weg, das System insgesamt infrage zu stellen, ist er nun einen wichtigen Schritt gegangen, wiewohl er noch immer im weiteren, beschleunigten "Wachstum" den einzigen Ausweg aus der Krise zu sehen scheint.

Ich weiß, ein Wissenschaftler tut sich schwer, seine Prognosen vorzutragen, solange es an Beweisen fehlt. Ich weiß aber auch, dass den herausragenden Volkswirten dieser Welt weit mehr Informationsmöglichkeiten offen stehen als mir. Ich weiß, dass sie die Entwicklung schon Jahre vor mir hätten voraussehen und als Warnung an die Wand malen können.

Dass die Meisten so lange die Augen vor dem heraufziehenden Unheil verschlossen haben, viele auch heute noch den Kopf tief in den Sand stecken, und statt nach notwendigen Korrekturen am Kapitalismus nur immer wieder nach "Wachstum " rufen, einem Wachstum, das eben auch das Ausmaß der Katastrophe wachsen lässt, während es Zeit kauft und dabei nichts anderes vermag, als die wachsenden Symptome zu verdecken, das macht mir Kopfzerbrechen.

Es ist gut,
dass der Nobelpreisträger Stiglitz jetzt mit diesem Aufsatz herausgekommen ist.

Ich wünsche mir, dass er heute Gehör findet.

Ich wünsche mir, dass weltweit mehr Nationalökonomen in einflussreichen Stellungen, sei es als Hochschullehrer, sei es als Regierungs- oder Wirtschaftsberater, auf diese Linie einschwenken und ein neues Denken einfordern.

Ich wünsche mir, dass es nach dem Crash genügend kluge Köpfe gibt, die eine neue, menschlichere Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung zu implementieren in der Lage sind.

Ich wünsche mir, dass die Menschheit nach dem Chaos, auf das wir zutreiben, zur Einsicht gelangt, dass ungezügelter Egoismus und ein unbegrenztes Recht auf beliebig viel Eigentum in einer Hand auf direktem Weg in diese Katastrophe geführt haben.

Ich wünsche mir, dass hinreichend viele Menschen verstehen, welche Rolle unser Geld beim Erzeugen der Katastrophe gespielt hat, und dass sie dafür eintreten werden, eine neue Geldordnung zu errichten.

Ich wünsche mir, dass hinreichend viele Menschen einsehen, dass die Gewinne, die im Casino-Kapitalismus leicht und ohne Arbeit einzustreichen sind, letztlich als Raub und Erpressung, als ungerechtfertigte Bereicherung und Betrug anzusehen sind, und dass man diese Art von Glücksspiel, dessen Verlierer noch nicht einmal am Spieltisch sitzen, schlicht verbietet.

Ich wünsche mir, dass die Welt aus diesen Erfahrungen lernt und endlich zulässt, dass sich die Potentiale der vielen Menschen guten Willens in einem fruchtbaren, auf Gegenseitigkeit beruhenden Zusammenwirken in einer arbeitsteiligen Wirtschaft entfalten können, statt diese Menschen weiterhin von überheblichen, arroganten Egoisten als "Humankapital" abstempeln und vereinnahmen zu lassen.

 

Stiglitz' Aufsatz ist ein Lichtblick.

Ich wünsche ihm die Aufmerksamkeit, die ihm zukommt.

Leider ist der Text urheberrechtlich geschützt, so dass ich ihn hier nicht wiedergeben, sondern nur verlinken kann. Bitte sehen Sie ihn sich an.

Egon W. Kreutzer

 

  •  

 

 

Mein besonderer Dank geht an Frau Elisabeth Metzger,
die mich auf diese Veröffentlichung von Joseph E. Stiglitz
aufmerksam gemacht hat.

       

       

 

 

 

 

 
    Sicher surfen auf
    egon-w-kreutzer.de
     
    Mit dem Original Facebook-Button nutzt FB die Gelegenheit, Ihre Nutzerdaten abzugreifen, sobald Sie eine solche Seite betreten. Hier entscheiden Sie mit dem Anklicken des Links recht selbst, ob Sie sich mit "Gefällt mir" für Facebook sichtbar machen wollen.

  

 
 
 


nach oben  Newsletter bestellen

 
 
 
 
 
 
 
Reaktionen auf diesen Paukenschlag


Hallo Herr Kreutzer,

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Trommel!

u
Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits