Paukenschlag am Donnerstag
No. 41 /2011
vom 13. Oktober 2011

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

Druckversionen
hoher Kontrast
reduzierter Kontrast
Kommentare lesen schreiben

Druckversionen: Manuela Engl

Wenn EFSF wirkt ...

Q!u
34 Nicht belegt
35 Jens Bergers Kritik an der Zinskritik
36 Weiter so, meint das Verfassungsgericht
37 Kassandra-Rufe aus den USA
38 Worum es wirklich geht
39 Das eigentliche Bankgeheimnis
Impressum
Startseite
EWK-Verlag
Newsletter
Paukenschläge 2007
Paukenschläge 2008
Paukenschläge 2009
Weitere Kommentare
Leserbriefe
 
Paukenschläge 2010 (ältere)
1 Angela Merkel
2 Innere Angelegenheiten
3 Werbung ist Krieg
4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
gehören zusammen
 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
26 Problematisches Goldverständnis
27 Woran man eine gute Regierung erkennt
28 Von Frau zu Frau Eva Scherrer
29 Ungarn - Irland - Deutschland ...
30 Alles Verbrecher
31 Das Staatsziel in drei Sätzen
32 Aktion Staatsziel
33 Die Geld-Hirn-Schranke
34 nicht belegt
35 Entschuldung per Vermögensabgabe
36 Besinnungslos fürs Grundeinkommen
37 Be- und Verdrossenheit
38 Schlagzeilen eines Tages
39 Die 10 Gebote, Nachtrag 2, Lohnabstandsgebot
40 Währungskrieg
41 Welt-Währungskrieg II
42 Auf dem Wachstumspfad
43 China - Macht und Ohnmacht
44 S21 und die aristotelische Lehre von der Handlung
45 Die Zeit der Narren
46 nicht belegt
47 Too big to fail
48 nicht belegt
49 Warum es fast allen immer schlechter geht
50 Jahresumbruch
1/2011 Rettung einer Illusion
2/2011 internes
3/2011 Diensleistungsgesellsch. 1
4/2011 Diensleistungsgesellsch. 2
5/2011 Diensleistungsgesellsch. 3
6/2011 Diensleistungsgesellsch. 4
7/2011 Warum es ist, wie es ist
8/2011 Der Untergang des Abendlandes
9 Theutschtest für Theutsche
10 Kam ein Wasserwerfer des Wegs
11 In jeder Hinsicht idiotengerecht
12 Aus den Tiefen des Bockshorns
13 Geld, das elende Missverständnis
14 Grundeinkommen à la Götz Werner
15 Dezentrale Energie / Speichertechnologie
16 Kernkraftwerksaktionäre
17 Dezentrale Energie /Speichertechnologie
18 Dezentrale Energieversorgung
19 Volks-
bewirtschaftungslehre
20 (nicht besetzt)
21 Die anonymen Wirtschaftskompetenzler
22 wieder nicht besetzt
23 Verschobene Spiele- verschobene Wahrnehmung 
24 Neues von Dr. Petschow
25 Fronleichnamsthema Steuersenkung
26 Empört euch!
27 Blick in leere Schädel - hilflos am Geld verzweifeln 
28 Die Billionenflut
29 Methylphenidat - die Wunderdroge
30 Die Gesundheit der Kinder
31 Die Gesundheit der Kinder II
32 Euro-Land ist abgebrannt
33 Internationaler Wettbewerb
34 Nicht belegt
35 Jens Bergers Kritik an der Zinskritik
36 Weiter so, meint das Verfassungsgericht
37 Kassandra-Rufe aus den USA
38 Worum es wirklich geht
39 Das eigentliche Bankgeheimnis
 40 EUtopia
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Wenn EFSF wirkt ...

 

Die Europäische Finanz Stabilisierungs Fazilität, so heißt das Ding ausgeschrieben, für das jetzt die Regierung der Slowakei zurücktreten musste, um an die letzte, noch fehlende Unterschrift zu kommen. Die EFSF ist eine Gesellschaft - und Fazilität heißt soviel wie Kreditzusage.

 mehr dazu im Wirtschaftslexikon

Und was kann die Fazilitätsgesellschaft?

Sie kann Kredite an Länder der Euro-Zone vergeben, wenn diese sonst nicht mehr an dringend benötigte Euros zur Bezahlung der Staatsausgaben kommen können, weil die Anleger, die üblicherweise Staatsanleihen kaufen, streiken.

Ja nun! Sie streiken!

Was ist es sonst?

    Die ganze Euro-Krise ist nichts
    als ein Streik
    der Kapitalisten

    für höhere Zinsen. 

 

Diese erinnert mich an einen alten, recht vulgären Witz aus meiner Jugend, den nun ein Kabarettist aufgegriffen und in Reimform geschmiedet hat (siehe Video).

Pfarrerstöchter und ähnlich zart besaitete Wesen sollten dieses Video nicht anklicken, für alle anderen gilt vorsichtshalber: Das Betrachten dieses Videos geschieht auf eigene Gefahr und Verantwortung, für eventuell eintretende Verletzungen des Zartgefühls übernehme ich keine Haftung.

 

 

Jetzt aber wieder ernst:

 

Stellen wir uns vor, die EFSF funktioniert.

 

Dafür gibt es drei grundsätzlich mögliche Ausprägungen:

A) Abschreckung, à la Kalter Krieg

Die Damen und Herren Märkte starren furchtsam - wie das Kaninchen auf die Schlange - in den bis zum Rand gefüllten Milliardentopf der EFSF und stellen alle Kampfhandlungen ein.

Die Angst, ihre schönen Zinseinkünfte könnten entfallen, wenn die überschuldeten Staaten künftig ihre Zinsen an die Bruder- und Schwesterstaaten im Euro zahlen, statt an sie selbst, lässt sie erstarren. Sie kaufen fleißig weiter Anleihen - auch der schwächsten Staaten - und überlegen sich eine neue Strategie.

B) Auge um Auge, Zahn um Zahn, á la AT, zweites, drittes und fünftes Buch Mose

Immer wenn eine Ratingagentur, oder gar gleich alle drei, ein Land herabstufen, nimmt die EFSF alte Staatsanleihen vom Markt und liefert dafür frische Euros an das entsprechende Land. Den Damen und Herren Märkte vergeht dadurch Schlag auf Schlag die Lust, weiter gegen Staaten zu spekulieren, weil sie jedesmal mit einem blauen Auge und einem ausgeschlagenen Zahn vom Schlachtfeld kriechen.

C) Prophylaktische Geldschwemme, à la USA

Um jeglicher Spekulation gegen Euro-Staaten von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen, versorgt die EFSF die Mitgliedsstaaten prophylaktisch mit so viel Geld wie immer sie brauchen, um Altschulden bei privaten Gläubigern zu tilgen. Es gibt für die Ratingagenturen nun erst recht keinen vernünftigen Grund mehr, ein Euro-Land niedriger als in die höchste Bonitätsstufe AAA einzustufen. Die Zinsansprüche der Gläubiger gehen entsprechend zurück, Friede, Freude und Eierkuchen halten auf alle Zeiten Einzug im Euroland.

 

Ha, Ha, Ha!

Dreimal kurz gelacht.

So blendet man das eigentliche Problem aus, ohne es aus der Welt zu schaffen.

Wie beim Vogel Strauß steckt der Kopf tief im Sand. Was ich nicht sehe, existiert auch nicht.
Das ist so einfach, so beruhigend, so suggestiv, dass in allen 17 Euro-Staaten

die Ermächtigung

zur massiven Neuverschuldung

zum Zwecke der Beendigung der Überschuldung

als das Mittel der Wahl angesehen wird. Im Zweifelsfalle dreimal lesen! Wir verschulden, uns um die Überschuldung zu bekämpfen?

 

Hallo! Aufwachen!

Wo wollt ihr denn das viele Geld hernehmen, das die EFSF an die jeweils angegriffenen Mitgliedsländer ausschütten soll?

 

 

 

Gibt es irgendwo in Europa noch einen Juliusturm, wie einst in der Zitadelle von Spandau, in dem ein unermesslicher Reichskriegsschatz lagert, wie der aus den französischen Reparationszahlungen für den deutsch-französischen Krieg von 1870/71?

 

 

Wohl kaum.

Wenn die EFSF Geld braucht, um damit Mitgliedsländern zu helfen, muss sie es sich von den Mitgliedsländern leihen, im Verhältnis derer Kapitalanteile an der EZB.

Das ist leichter gesagt als getan, denn die Mitgliedsländer sind allesamt klamm und stöhnen unter der Last ihrer Schulden. Da ist nichts zu holen. Definitiv nicht. Da gibt es keine Rücklagen, keinen Entenhausener Geldspeicher in dessen Bargeldfluten sich ein Finanzminister nach Art des reichen Onkels aus Amerika suhlen könnte.

Wenn die Mitgliedsländer der EFSF Geld überweisen, müssen sie es sich vorher zusammenpumpen, Kredite aufnehmen, Schulden machen. Euro für Euro, Milliarde für Milliarde.

 

Und wo tun sie das?

Da, wo Geld angeboten wird.
Auf dem Kapitalmarkt. Also bei den streikenden Kapitalisten.

Die streiken nämlich nicht nur für höhere Zinsen, sondern zugleich auch für einen ruhigeren, erholsameren Schlaf während der Arbeitszeit, den sie sich davon versprechen, dass ihre Forderungen nicht mehr an die ganz klammen Staaten gerichtet sind, sondern an alle Mitgliedsländer der Euro-Zone, vornehmlich an diejenigen, deren Leistungsvermögen vergleichsweise hoch ist.

Sicherheit ist neben der Rendite ein wichtiges Anliegen, und wer sich, der Rendite halber, auf unsichere Geschäfte eingelassen hat, der erinnert sich plötzlich an den Staat und dessen Versprechen, den Geldwert stabil zu halten. Und der Geldwert, der steckt ja nicht nur in den Banknotenbündeln im heimischen Safe, nicht nur in den Guthabenpositionen auf den laufenden Konten, sondern eben auch in den Pfandbriefen und Schuldverschreibungen.

Dass mit dem Streben nach höherer Sicherheit das eigentliche Streikziel, nämlich höhere Zinseinkünfte zu erzielen, verloren ginge, ist nur eine optische Täuschung.

Jede Neuverschuldung eines Euro-Staates geht in sein Ranking ein. Und wenn die Neuverschuldung stark genug gestiegen ist, wird auch das beste Land herabgestuft, was wiederum die Rendite aller umlaufenden Anleihen steigen lässt und die Nominalzinsen von Neuemissionen zwangsläufig in die Höhe treibt.

 

Das ist
die maximal erreichbare Sicherheit
bei dennoch gestiegenen Zinseinkünften.

 

Man muss nichts anderes tun, als bei sinkenden Kursen emsig nachzukaufen, und schon lässt sich der Nominalzins statt auf den Nennwert auf den Kurswert beim Kauf beziehen - die Rendite klettert steil nach oben. Dass am Ende der Laufzeit sogar noch ein Schlussbonus winkt, wenn nämlich der Schuldner den Nominalwert tilgen muss, und die Differenz zwischen Einkaufskurs und Nominalwert hoch ist, wird nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern gezielt angestrebt.

Würden sich die Verantwortlichen die Frage stellen, wie man einem Streik begegnet, wenn man dessen Ziele und Forderungen als unangemessen und unerfüllbar betrachtet, würden sie sich in der Realität umsehen und nach Beispielen suchen. Die Lösung des Problems läge zum Greifen nahe.

In einem ersten Schritt könnte man versuchen, unter Bezug auf bestehendes Recht, und unter Bezug auf die vollkommen unangemessenen Schäden, den Streik mit einstweiligen Verfügungen und taktischen Tricks durch die "Friedenspflicht" unter Kontrolle zu bekommen und mit den Streikenden an den Verhandlungstisch zu gehen, um in der Interessenabwägung zu einer Lösung zu gelangen.

Hilft auch das nichts, kann man einen Schlichter bemühen, der aus neutraler Sicht die Positionen bewertet und zu einem Spruch kommt, den beide Seiten akzeptieren sollten.

Als letztes Mittel, um einen Streik zu brechen, kann man aber auch zum Mittel der Aussperrung greifen - und mit den Streikenden auch alle ihre Kollegen vors Werkstor setzen, obwohl die gar nicht streiken wollten, die auch gar nicht gewerkschaftlich organisiert sind, die folglich auch keinen Cent Streikgeld sehen, in der Hoffnung, so Zwietracht zu säen und das soziale Gewissen der Streikenden zu belasten.

Nichts von alledem ist im Szenario der so genannten Euro-Krise zu sehen.

Es gibt keine Verhandlungen mit den Streikenden.

Was daran liegen mag, dass diese sich gar
nicht zu erkennen geben, sondern sich hinter
ihren Vermögensverwaltern, Banken und
Beratern verstecken.

Es gibt kein Bemühen, zu einer Schlichtung zu gelangen.

Was daran liegen mag, dass die Streikenden,
die sich ihrer Macht sicher sind
und sich niemals einem Schlichterspruch unterwerfen würden.

Es gibt keinen Gedanken daran, einen Schlussstrich zu ziehen.

Statt die Aussperrung zu wagen, wird die
Systemrelevanz der Streikenden beschworen
und Milliarde für Milliarde aus dem Fenster geworfen,
um den unerbittlichen Gegner zu besänftigen.

 

Die Aussperrung der Auswüchse des Kapitalismus, insbesondere der unersättlichen Gier, aus der Sphäre der Realwirtschaft ist möglich.

Die Abhängigkeit der Staaten von fremdem Geld ist eine selbst auferlegte, törichte Beschneidung der eigenen Möglichkeiten.

Europa, und wenn es da keine Einigung geben kann, dann eben jeder einzelne Staat der Euro-Zone, braucht nur den Mut zu finden, die Herrschaft über das eigene Geld zurückzuerobern.

Wer sagt denn, dass es für die Geldversorgung der Realwirtschaft der teuren Dienste privater Banken bedarf?

Da geschehen wirklich keine Wunderdinge!

Eine Bank ist eine Organisation, in der Menschen mit den notwendigen Arbeitsmitteln ihren Job tun. Das könnten die ganz genau so, wenn es keine privaten, gewinnorientierten Eigentümer gäbe.

Es ist keine Kunst, Geld herzustellen. Es ist keine Kunst, Kredite zu vergeben, es ist noch nicht einmal eine Kunst, stets dafür zu sorgen, die umlaufende Geldmenge dem Liquiditätsbedarf anzupassen, es ist keine Kunst, wenn man mit der Herrschaft über das Geld nicht zugleich auch die Herrschaft über Wohl und Wehe ganzer Volkswirtschaften anstrebt.

Die Vereinigung "Monetative", deren Ziele ich unterstütze, fordert die Errichtung einer vierten Gewalt im Staate, eben die "Monetative", die genau diese Aufgaben wahrnehmen soll.

Meine eigene Vorstellung sieht den Staat - bzw. eine eigenständige, innerstaatliche Organisation - als wirksames Korrektiv an, um Fehlentwicklungen in der Geldversorgung auszugleichen, ansonsten aber den Marktteilnehmern - bei wieder verstärkter Regulierung - freie Hand zu lassen. Diese Vorstellung ist mit den etwas "radikaleren" Zielsetzungen der Monetative mühelos und in allen möglichen Abstufungen vereinbar.

Ich habe sie, meine Vorstellungen, über alle vier Bände von "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" - von den Sachzwängen der Unternehmer über die globalen Verflechtungen, bis hin zu einer konstruktiven Kritik unseres de facto uneingeschränkten Eigentumsrechts - argumentativ entwickelt und zur Diskussion gestellt.

Der dritte Band dieses Gesamtwerks mit dem Untertitel "Über das Geld" widmet sich speziell und intensiv der Geldproblematik und der meines Erachtens "gewaltlos" gangbaren Lösung, deren einzige Voraussetzung darin besteht, dass sich eine Mehrheit von Demokraten findet, die bereit ist, für die notwendigen Veränderungen einzutreten.

 

Link zur Website der Monetative 
Buchvorstellung "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre"

 

 

 
    Sicher surfen auf
    egon-w-kreutzer.de
     
    Mit dem Original Facebook-Button nutzt FB die Gelegenheit, Ihre Nutzerdaten abzugreifen, sobald Sie eine solche Seite betreten. Hier entscheiden Sie mit dem Anklicken des Links recht selbst, ob Sie sich mit "Gefällt mir" für Facebook sichtbar machen wollen.

  

 
 
 


nach oben  Newsletter bestellen

 
 
 
 
 
 
 
Reaktionen auf diesen Paukenschlag

Sehr geehrter Herr Kreutzer!
Einmal mehr kann man Ihnen zu Ihrem scharfsichtigen (und scharfzüngigem) Paukenschlag nur höchste Anerkennung zollen! Wie "Experten und Politiker" die Krise zu lösen versuchen, habe ich in anhängendem Cartoon darzustellen versucht (Natürlich frei zu Ihrer Verfügung, Verbreitung und Kommentierung).
 
 


Bei dieser Gelegenheit möchte ich Sie auch auf die interessante Kommunikationsplattform von Manfred Gotthalmseder aufmerksam machen, auf der Sie und "Wolfs wahnwitzige Wirtschaftslehre" absolut noch fehlen: www.geldmitsystem.org

Mit lieben Grüßen
Günther Hoppenberger
Lieber Wolfgang,
ein unglaublich Augen öffnender Paukenschlag.
Natürlich, es ist ein Streik! Es wird einem nur nicht bewusst. Und genau, es liegt an Nebelkerzen, die geworfen werden, damit wir es nur ja nicht erkennen sollen.
Die wöchentlichen Paukenschläge, das stetige Erinnert-Werden, woran unsere Gesellschaft krankt, ja, warum sie gar immer kränker wird, sind ein unglaublicher Gewinn für mich. Die Auseinandersetzung im heutigen Paukenschlag ist ja nicht etwa nur wieder so ein Vergleich, wie der, dass Geld das wahrhaftige Blut des Wirtschaftskreislaufs darstellen würde und daher immer wieder aufs Neue der Rettung bedürfe. EFSF ist nun real, ist der Ist-Zustand, ist die ganz klar verkündete Botschaft auf das Erwarten noch besserer Tage, noch froherer Botschaften und noch reichlicherer Renditen (für die Einen). Der Streik findet gerade statt vor unser aller Augen. Es ist ein ganz raffinierter und noch dazu hinterhältig eingefädelter Streik. Und natürlich, immer trägt die stärkere Mannschaft den Sieg vom Feld.
Der frühe Vogel fängt den Wurm. Doch allzu sehr sollten sich die Jäger vielleicht doch nicht ihrer Vorfreude hingeben. Auch andere erwarten das Morgengrauen und spähen bereits aus ihren Fluglöchern, warten auf den Wettstreit um den Wurm und haben längst die grün schillernden Augen des gefräßigen Katers ausgemacht und ihn herum streichen sehen.
Sie haben erkannt, dass etwa die Privatisierung von Bahn, Pflegeheimen, Krankenhäusern und sonstigen sozialen Einrichtungen nichts anderes ist, als ein Rettungsschirm, unter dem es sich gut leben lässt, sei es auf Kosten des Bundes, der Länder oder der Kommunen. Das Spiel läuft schon lange so. Immer weiter hat man sich nun in seiner Gier vorgewagt, weil noch niemand protestierte. Offenbar läuft mit EFSF nun alles auf den Höhepunkt hinaus. Wer hoch hinaus will, kann auch tief fallen.
Die kleine Einblendung … , ich konnte herzhaft lachen über das temperamentvoll vorgetragene Gedicht. Das brachte einen wirklich tiefen Schub Sauerstoff in die Lungen.
Danke für die klaren Gedanken.
Herzliche Grüße
Sigrid Herwig

Hallo Herr Kreutzer,
„Eine Bank ist eine Organisation, in der Menschen mit den notwendigen Arbeitsmitteln ihren Job
tun. Das könnten die ganz genau so, wenn es keine privaten, gewinnorientierten Eigentümer gäbe.“
Da waren sie wieder, meine drei Probleme:
            - Aufmerksamkeit erzeugen und Anstoßen
            - Erkenntnisbezogenes, logisches Deduzieren
            - Wirksames und Menschengerechtes Handeln
Das vom Profit abhängige Eigentum ist ja der Kern des Problems!
Aufmerksamkeit für dieses Problem erzeugen wir mit jedem Widerspruch, mit jedem Hinweis und jeder Handlung, die dem Mainstream entgegenwirkt und für Aufklärung sorgt.
Erkenntnisbezogen und logisch deduziert ist dieser Satz (wieder mal) auf brillante Art und Weise. Er zeigt alles auf, was nötig ist und bietet zugleich Grund und Lösung. Diese so einfache und doch, entsprechend einem Paukenschlag, krachende Aussage ist das, was wir den Menschen immer wieder klar machen müssen. Jede Privatisierung, jede Umwandlung von steuerfinanzierten zu umsatzorientierten „Organisationen“ spielt den dahinter stehenden Eigentümern und Anteilseignern in die Hände.
Die Krankenkassen, die Banken, die Post, die Bahn, die Energieversorger. Eine Rückführung, gerade dieser Institutionen, die ja nur Mittel zum Zweck sein sollten, weil sie eigentlich nur der Versorgung der Menschen dienen sollten, ist unerlässlich!
Wir sollten uns wirklich alle mal wieder fragen: Wem nutzt das? Und was fehlt uns eigentlich?
Fehlt uns persönlich etwa der Profit oder das Gewinnstreben?
Nein, natürlich nicht! Und wenn man bei diesem Gedanken bleibt, verschwindet der Wahnsinn mit dem Profit und dem Gewinnstreben ganz von allein. Es wird unwichtig im Denken und im Handeln. Unwichtig, vielleicht sogar bei den Entscheidungen, die wir im täglichen Leben treffen. Welch ein mächtiger Gedanke, wenn man die Menschen nur dazu bewegen könnte ihn zu denken!
Nein, nein, ich bin beileibe kein Linker! Solche Ideologien sind mir auch eigentlich egal. Meine Position ist eine menschengerechte, der Menschenwürde gerecht werdende Position. Aber das ist eigentlich nur ganz logisch und normal. Wenn sich jeder so rücksichtslos und dumm verhalten würde wie die meisten Eigentümer und Anteilseigner, dann gäbe es ja überall auf der Welt Armut und Hunger, und Kriege und Konflikte!
 
Ach ja, Verzeihung, das ist ja diese Welt. Ich war wohl schon wieder kurz mal wo anders….
 
Nein, jetzt mal im Ernst! Als ob es das nicht schon gäbe!?
Es gibt Menschen, die sich dafür einsetzen und entsprechende Vorschläge verbreiten und Konzepte erstellen.
Auch wenn gerade in der logischen Konsequenz und vor allem, der klaren Darstellung in den Texten, der EWK-Verlag sicherlich herausragend ist, gibt es doch viele, die sich regen und mitdenken. Und ich hoffe natürlich, es werden immer mehr.
Die Besucherzahlen auf den Seiten zeigen es nur zu deutlich. Sieht man sich ein wenig um, z.B. auf den „NachDenkSeiten", findet man sehr schnell viele Quellen, von Autoren, Journalisten bis hin zu ehemaligen Politikern, die sich dafür engagieren und ihre Meinung verbreiten.
Allein, kann man diese Probleme sicher nicht lösen. Aber wir sind längst nicht mehr allein!!!
Ich bin kein Freund der Hoffnung, nein! Für mich ist es tatsächlich nur logisch und unausweichlich, dass die Welt sich positiv verändern wird.
Bis die Tage
Stefan Neumann



Lieber Herr Kreutzer,
einen schönen Text haben Sie da verfasst, der mal wieder für einen klaren Blick auf die Dinge sorgt, während der größte Teil der Mainstreammedien und die Politik sich eher bemühen, möglichst viel Nebel zu produzieren, damit auch ja alle brav hinter der Laterne her trotten. mit der TINA vorangeht.
Auch wenn Sie bei dem Thema verständlicherweise vielleicht an Zecken denken mussten dürften Sie
bei der Passage
"zum Zecke der Beendigung
der Überschuldung"
vermutlich den Zweck gemeint haben.
Beste grüße aus Münster
Willi Book
 
Danke für den Hinweis! EWK
Hallo Herr Kreutzer,

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Trommel!

u
Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits