Paukenschlag am Donnerstag
No. 39 /2011
vom 29. September 2011

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Das eigentliche Bankgeheimnis

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Paukenschläge 2010 (ältere)
1 Angela Merkel
2 Innere Angelegenheiten
3 Werbung ist Krieg
4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
gehören zusammen
 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
26 Problematisches Goldverständnis
27 Woran man eine gute Regierung erkennt
28 Von Frau zu Frau Eva Scherrer
29 Ungarn - Irland - Deutschland ...
30 Alles Verbrecher
31 Das Staatsziel in drei Sätzen
32 Aktion Staatsziel
33 Die Geld-Hirn-Schranke
34 nicht belegt
35 Entschuldung per Vermögensabgabe
36 Besinnungslos fürs Grundeinkommen
37 Be- und Verdrossenheit
38 Schlagzeilen eines Tages
39 Die 10 Gebote, Nachtrag 2, Lohnabstandsgebot
40 Währungskrieg
41 Welt-Währungskrieg II
42 Auf dem Wachstumspfad
43 China - Macht und Ohnmacht
44 S21 und die aristotelische Lehre von der Handlung
45 Die Zeit der Narren
46 nicht belegt
47 Too big to fail
48 nicht belegt
49 Warum es fast allen immer schlechter geht
50 Jahresumbruch
1/2011 Rettung einer Illusion
2/2011 internes
3/2011 Diensleistungsgesellsch. 1
4/2011 Diensleistungsgesellsch. 2
5/2011 Diensleistungsgesellsch. 3
6/2011 Diensleistungsgesellsch. 4
7/2011 Warum es ist, wie es ist
8/2011 Der Untergang des Abendlandes
9 Theutschtest für Theutsche
10 Kam ein Wasserwerfer des Wegs
11 In jeder Hinsicht idiotengerecht
12 Aus den Tiefen des Bockshorns
13 Geld, das elende Missverständnis
14 Grundeinkommen à la Götz Werner
15 Dezentrale Energie / Speichertechnologie
16 Kernkraftwerksaktionäre
17 Dezentrale Energie /Speichertechnologie
18 Dezentrale Energieversorgung
19 Volks-
bewirtschaftungslehre
20 (nicht besetzt)
21 Die anonymen Wirtschaftskompetenzler
22 wieder nicht besetzt
23 Verschobene Spiele- verschobene Wahrnehmung 
24 Neues von Dr. Petschow
25 Fronleichnamsthema Steuersenkung
26 Empört euch!
27 Blick in leere Schädel - hilflos am Geld verzweifeln 
28 Die Billionenflut
29 Methylphenidat - die Wunderdroge
30 Die Gesundheit der Kinder
31 Die Gesundheit der Kinder II
32 Euro-Land ist abgebrannt
33 Internationaler Wettbewerb
34 Nicht belegt
35 Jens Bergers Kritik an der Zinskritik
36 Weiter so, meint das Verfassungsgericht
37 Kassandra-Rufe aus den USA
38 Worum es wirklich geht
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Das eigentliche
Bankgeheimnis
 
 
So eine Bank, ob nun so genannte "Privatbank", normale Geschäftsbank, Sparkasse oder Genossenschaftsbank, ist für die meisten Menschen eine geheimnisvolle Organisation.
Man weiß nicht so genau, was da hinter den schönen Fassaden geschieht, fühlt sich auch unfähig, zu verstehen, womit sich die intelligenten und so seriös dreinschauenden Banker eigentlich beschäftigen.
 
Doch weil es ja allen so geht, und weil immer noch alles gut gegangen ist, und weil die Frau im Amt des Bundeskanzlers, gemeinsam mit ihrem damaligen Finanzminister Steinbrück versichert hat, dass das Geld bei den Banken sicher ist, lässt man das Geheimnis Geheimnis bleiben - und macht so weiter wie bisher.
 
Selbst die Finanz- und Bankenkrise hat für die große Mehrzahl der Bürger nichts am Umgang mit ihrer Bank geändert. Dass man inzwischen gelernt hat, über die Banker zu schimpfen, dass man am Stammtisch von "diesen Betrügern" spricht, hin und wieder auch ein paar aufgeschnappte Brocken in die Diskussion wirft, von Hedge Fonds und Asset backed Securities, von griechischen Staatsanleihen und den aufgespannten Rettungsschirmen, das sind alles nur aktuelle Aufreger.
 
Man selbst ist ja seriös, spekuliert nicht, und der Spargroschen liegt bei der Sparkasse auf dem Sparbuch. Da bekommt man zwar wenig Zinsen dafür, aber das Geld ist sicher und gegen alle Risiken gefeit. Das haben Frau Merkel und Herr Steinbrück schon vor Jahren garantiert. Was soll's also?
 
 
Und so werden auch in diesem Jahr wieder am Weltspartag die Kinder schulklassenweise in die heiligen Hallen der Finanzinstitute pilgern, sich bunte Prospekte, Luftballons und Kugelschreiber abholen - und im Gegenzug das Sparschwein schlachten, Münzen und Scheine über den Tresen schieben und dafür einen neuen Eintrag im Sparbuch erhalten.
 
Ja, als Kind glaubt man, dass das Geld bei der Bank sicher ist, weil die einen tiefen, tiefen Keller hat, in dem sich ein riesengroßer, dickwandiger Stahltresor befindet, der vielleicht von einer Panzerknackerbande, wie man sie aus Entenhausen kennt, geknackt werden könnte, aber nie von einem kleinen Dieb, der einem schon mal das Ersparte unter dem Kopfkissen wegnimmt, ohne dass man es merkt.
 
Und außerdem glaubt das Kind, dass sein Erspartes, anders als in der eigenen Sparbüchse, ja ständig mehr wird. Geld, das bei der Bank im Tresor liegt, das vermehrt sich. Es wächst. So wie aus einer halben Kartoffel, die man im einen Jahr in die Erde legt, im nächsten Jahr 10 ganze Kartoffeln werden, so ungefähr jedenfalls - und die Bank behält das nicht für sich, nur ein ganz kleines Bisschen, und gibt den Rest an den Sparer weiter.
 
Größere Kinder, die nicht mehr an den Klapperstorch glauben, beginnen daran zu zweifeln, dass sich das Geld von selbst vermehrt und stellen neugierige Fragen.
 
Die Antwort darauf hält dann meist bis ins Rentenalter. Und die lautet:
 
Die Bank behält das Geld natürlich nicht im Tresor, jedenfalls nicht alles, aber immer genug, dass du jederzeit dein Geld wieder abheben kannst.
 
Die Bank sammelt das Geld bei denen ein, die es gerade nicht brauchen, und sie verleiht es an jene, die es brauchen. Das nennt man Kredit, oder Darlehen oder einfach Schuldenmachen. Und diejenigen, die sich das Geld borgen, das die Sparer in die Bank getragen haben, die müssen dafür eine "Leihgebühr" bezahlen, so wie man ja auch in der Biblio- oder Videothek eine Leihgebühr bezahlen muss, wenn man sich ein Buch oder einen Film ausleiht. Und von dieser Leihgebühr bestreitet die Bank ihre eigenen Kosten, die Löhne und Gehälter, die ganze Geschäftseinrichtung, Telefon und Internet und was da so alles anfällt - und dann zahlt sie die vereinbarten Zinsen an die Sparer, und wenn dann etwas übrig bleibt, dann hat die Bank einen Gewinn gemacht. Und das ist ja nicht schlecht, alle Unternehmen arbeiten, um Gewinne zu machen. Das ist ganz normal.
 
 
Das klingt so schön und einleuchtend, dass man es gerne glauben mag.
 
 
Das eigentliche Bankgeheimnis
 
 
Es klingt so schön und einleuchtend, dass man gar nicht mehr wissen will, was da eigentlich hinter den schönen Fassaden tatsächlich gespielt wird.
 
Ich saß kürzlich mit einem Banker zusammen, und wir haben gemeinsam einige Bankbilanzen angesehen, nur so zum Spaß.
 
Aus einer dieser Bilanzen mag ich heute ein bisschen zitieren. Über die Bank, die diese
Bilanz vorgelegt hat, reicht es zu wissen, dass es sich um eine Genossenschaftsbank handelt, ein Institut also, das in besonderer Weise ihren Genossen verpflichtet ist, die ja, angelockt von der oben genannten Erklärung, ihre Spargroschen zusammenlegen, damit davon an Genossen (und Nichtgenossen) Kredite ausgereicht werden können. Und um die Identifizierung noch weiter zu erschweren, habe ich die Bilanzsumme dieses Instituts im folgenden Beispiel auf exakt eine Milliarde Euro festgelegt, alle weiteren Zahlen stehen in der richtigen Relation dazu.
 
 
Die Idee, sich regional aus eigenen Mitteln gegenseitig günstig zu finanzieren, mit der Genossenschaftsbank als Mittler zwischen Einlegern und Kreditnehmern, hat vielen gefallen. Was inzwischen draus geworden ist - das ist womöglich mit der Satzung nur noch unter großen argumentativen Verrenkungen in Einklang zu bringen.
 
Denken Sie einfach mit:
 
 
 PASSIVA Millionen Euro  % von Bilanzsumme
     
 Eigenkapital, einschließlich Rücklagen 34 3,4 % 
 Kundeneinlagen 483  48,3 % 
 Sonstige Fremdmittel (Schulden der Bank) 483  48,3 % 
 Bilanzsumme 1.000  100,0 %
 
 
Das kann nicht stimmen, meinen Sie?
 
Es ist unmöglich, dass die Bank nicht nur den Einlegern 483 Millionen schuldet, sondern nebenher noch weitere 483 Millionen Schulden gemacht hat?
Es ist unmöglich, dass man mit einem Eigenkapital von nur 34 Millionen insgesamt 966 Millionen Schulden machen kann?
 
Nun, die Häuslebauer wissen, dass sie, ohne andere Sicherheiten aufzubieten, mit 3,4 % Angespartem den Weg zur Bank gar nicht erst anzutreten brauchen, doch bei Banken ist das anders.
 
Wie kann es dazu kommen?
 
Nun, eine einfache Erklärung wäre die, dass die Bank eben viel mehr Kreditwünsche aus dem Kreis ihrer Genossen und ihrer regionalen Kunden zu erfüllen hatte, als an Eigenkapital und Spareinlagen zur Verfügung stand. Da hat sich die Bank eben anderweitig "refinanziert", wie es so schön heißt, und selbst Schulden gemacht, um ihrer Verpflichtung, als regionaler Gewerbefinanzierer gerecht werden zu können.
 
Was da dran ist, zeigt ein Blick in die Aktiva:
 
 
 AKTIVA Millionen Euro  % von Bilanzsumme
     
 Kassenbestand und Zentralbankguthaben 27 2,7 % 
 Sach- und anderes Anlagevermögen 22 2,2 % 
Ausleihungen an Kunden 396  39,6 % 
 Wertpapiere und Beteiligungen

555

 55,5 %

 Bilanzsumme 1.000  100,0 %
 
 
Aha!
 
Das, was unsere Genossenschaftsbank im eigenen Kreditgeschäft an regionale Kunden ausgeliehen hat, das übersteigt die Einlagen keinesfalls, im Gegenteil, zwischen Einlagen und Kreditvolumen klafft eine Differenz von 87 Millionen Euro, 8,7 % der Bilanzsumme, 18 % Prozent der Einlagen.
 
Da wird sich mancher kleine Gewerbetreibende fragen, warum die Bank seinen Kreditantrag über 100.000 Euro ablehnen musste. Das Geld sei doch dagewesen, und so schlecht sei seine Bonität nun auch wieder nicht. Recht hat er, sogar doppelt, denn
 
 
erstens
 
würden die Einlagen absolut ausreichen, um weitere Kredite an Bankkunden zu vergeben, hätte die Bank tatsächlich ein Interesse daran. Und
 
zweitens
 
braucht die Bank keine Einlagen, um Kredite zu vergeben. Jeder Bankkredit entsteht vollkommen unabhängig von Kundeneinlagen dadurch, dass die Bank dem Kunden gleichzeitig ein Guthaben zur Verfügung stellt und auf seinem Kreditkonto eine Schuld verbucht. Das nennt man "Bilanzverlängerung".
 
Nehmen wir - spaßeshalber - die von der Bank vergebenen Kredite aus der Betrachtung heraus, zum Beispiel, weil alle Kredite gleichzeitig getilgt wurden, was im Gegenzug zur Bilanzverkürzung führt, dann ergibt sich (vereinfacht, doch prinzipiell korrekt, und für das Bankensystem insgesamt absolut zutreffend) folgende Bilanz:
 
 
 AKTIVA Millionen Euro  % von Bilanzsumme
     
 Kassenbestand und Zentralbankguthaben 27 4,5 % 
 Sach- und anderes Anlagevermögen 22 3,6 % 
Ausleihungen an Kunden 0 0 % 
 Wertpapiere und Beteiligungen

555

91,9 %

 Bilanzsumme 604 100,0 %
 
 
 PASSIVA Millionen Euro  % von Bilanzsumme
     
 Eigenkapital, einschließlich Rücklagen 34 5,6 % 
 Kundeneinlagen 87  14,4 % 
 Sonstige Fremdmittel (Schulden der Bank) 483  80,0 % 
 Bilanzsumme 604 100,0 %
 
Und jetzt wird es erst richtig interessant.
 
Jetzt wird nämlich klar, was die Bank mit den Kundeneinlagen tatsächlich macht:
 
Sie kauft sich, für sich, für eigene Rechnung, Wertpapiere.
 
Griechische Staatsanleihen, zum Beispiel, derzeit hochrentabel (im August waren das 40%, zwischenzeitlich wohl auch einmal 76 %), aber auch Aktien, mit dem Ziel, Kursgewinne zu realisieren.
 
Und weil ihr die 87 Millionen Kundeneinlagen fürs spekulative Geschäft nicht genug sind, nimmt sie dazu noch Schulden auf. Wobei von diesen 483 Millionen Schulden der Bank immerhin noch 15 benötigt werden, um den Kassenbestand, das Zentralbankguthaben und das (Sach-) Anlagevermögen darstellen zu können. Das Eigenkapital reicht nicht einmal dafür aus.
 
 
Die grundsolide Genossenschaftsbank stellt sich plötzlich als ein sonderbar aufgeblähtes Etwas dar, als eine "Spekulationsanstalt" mit miserabler Eigenkapitalquote und angeschlossenem Bankbetrieb.
 
 
Das zweite, eigentliche Bankgeheimnis
 
Doch das ist immer noch nicht die ganze Wahrheit.
 
Ende 2008 hat die Bundesregierung nämlich die Bilanzierungsregeln für Banken dergestalt geändert, dass der Wertpapierbestand der Bank nicht mehr unbedingt mit dem jeweiligen Zeitwert anzugeben ist, falls dieser den Anschaffungswert unterschreitet.
 
Die Bundesregierung erklärte dies seinerzeit - wenig klar - im Rahmen der Website "Regierung online" so:
Bilanzierungshilfen

Die Bilanzierungsrichtlinien werden geändert, damit die Banken flexibler auf die Belastungen durch die Finanzmarktkrise reagieren können. Sie dienen auch der Herstellung fairer Wettbewerbsbedingungen.
Die neuen Vorschriften sollen bereits für das 3. Quartal 2008 gelten.

 

 

 
 
Wer sich heute also arglos eine Bankbilanz betrachtet und feststellt, dass den Einlagen und dem Fremdkapital in der Aktiva Wertpapiere und Forderungen an Kunden in ausreichender Höhe gegenüberstehen, der könnte leicht einem Irrtum unterliegen.
 
Niemand, außer ein paar Leuten im Vorstand der Bank, weiß, wie viel die mit einem Wert von 555 Millionen bilanzierten "Wertpapiere" tatsächlich wert sind.
 
Dass die mit 555 Millionen ausgewiesen werden, obwohl der Zeitwert vermutlich um einiges darunter liegt, führte aber - in diesem Fall - dazu, dass ein Bilanzgewinn in Höhe von 2,2 Millionen ermittelt wurde (von mir im Eigenkapital berücksichtigt). Das ist eine Genossenschaftsbank, der ausgewiesene Gewinn ist mit 6,4 % Eigenkapitalrendite nicht exorbitant hoch, doch muss insgesamt im Blick auf alle deutschen Banken bedacht werden,
 
dass es durchaus sein kann, dass ein Institut, das nach den alten, schärferen Bilanzierungsrichtlinien längst einen massiven Verlust ausweisen müsste, immer noch Gewinne an seine Aktionäre ausschüttet. Die freuen sich darüber.
 
Und wenn die Karre dann endgültig im Dreck steckt, dann wird da nichts zurückgefordert. Das geht gar nicht. Dann ist der Steuerzahler wieder dran, so wie es die Bundesregierung seinerzeit auf "Regierung online" verkündet hat:
Stabilisierung der Finanzmärkte schützt Bürgerinnen und Bürger

Die Bundesregierung hat mit dem Gesetz zur Stabilisierung des Finanzmarkts Hilfen für die deutschen Banken beschlossen. Bundesbürgschaften und Kapitalhilfen für die Banken sowie neue Bilanzierungsregeln sollen den Finanzmärkten neue Stabilität geben – und die Sparguthaben der Menschen sichern. Das ist eine vertrauensbildende Maßnahme.

Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Das Maßnahmenpaket dient der Stabilisierung des Finanzsystems und dem Schutz der Bürger – und nicht dem Schutz von Bankinteressen."

 

 

 
Wenn also - so lese ich das - durch neue Bilanzierungsregeln die wahre Situation eines Geldhauses verschleiert werden kann, dann ist das in den Augen der Regierung eine vertrauensbildende Maßnahme?
 
Da kann man sich nur wundern.
 
Außer man kennt das eigentliche Bankgeheimnis.
 
Und dieses eigentliche Bankgeheimnis liegt vermutlich in irgendeinem Banksafe, ein kleiner Zettel, schon vergilbt und eingerissen, auf dem einst ein Urahn der Banker die rätselhaft-geheimnisvollen Worte schrieb:
 
 
Ohne Geld - keine Macht.
Ohne uns - kein Geld.
 
Wer also ist's,
der die Macht in Händen hält?
 
 
 
Und so hängt die Macht eben immer noch am Geld. Die Väter des Grundgesetzes formulierten deshalb wohlweislich auch nicht: "Alle Macht geht vom Volke aus."
 

Und so wundert es nicht, dass heute die Erweiterung des Rettungsschirmes für die Gläubigerbanken der Euro-Zone im Bundestag mit grandioser Mehrheit beschlossen wurde.
 
 
Und dass den Einlagen der Sparer im Vermögen der Bank unter Umständen nur Schrottpapiere gegenüberstehen, das braucht ja keiner zu wissen, das wäre nämlich vertrauensschädlich.

 
 
Passend zum oben angesprochenen dritten Bankgeheimnis:
 
 
Soeben erreichte mich noch ein Graffiti aus Berlin, das ein bisschen von der dort herrschenden Stimmung zeigt:
 
 
 
 

Wenn man sich die Bedeutung der Worte: "Sachzwang" und "alternativlos", auch "wir müssen - sonst" überlegt, dann kann dieser Verdacht schon aufkommen.

Ich hingegen bin der Meinung, dass Frau Merkel weiß, was sie tut, und dass sie es aus freien Stücken tut.
Sonst wäre sie wohl nicht Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland geworden.


 
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Mehr Informationen zu den beiden von Stefan Neumann im Text angesprochenen Titeln aus dem EWK-Verlag    

 

 

Unsere Freiheit - man kann sich dafür einsetzen

Egon W. Kreutzer unternimmt den Versuch, den Freiheitsbegriff in einer im Alltag handhabbaren Form zu umreißen, dabei darzustellen, wie sehr unsere Freiheit in Gefahr ist - und ruft dazu auf, sich für die Wiederherstellung und den Erhalt der Freiheit einzusetzen. Jeder da, wo er steht, und so, wie es ihm möglich ist
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Lebenslüge Freiheit Die ungeschriebenen Regeln einer liberalen Gesellschaft

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Reaktionen auf diesen Paukenschlag

Aber, aber lieber Wolf, natürlich ist das eine vertrauensbildende Maßnahme. Es bildet das Vertrauen der regierenden Hyänen...ups.. wollte "Herren" schreiben (da ist mir die VEB Logitech-Tastatur ausgerutscht *grml*) ... in den ihnen untergebenen Verwaltungsapparat Berlin VWIvWI (Verband zur Wahrung der Interessen von Wirtschaft und Industrie).

Wenn die plötzlich der Ansicht wären, kein Vertrauen mehr in ihre Berliner Angestellten zu haben, könnte womöglich gleich mal ein großer Austausch gegen zuverlässigere Leute stattfinden (ganz wie in der guten alten DDR halt) und (was noch schlimmer für die Angestellten wäre), für die Berliner Angestellten gäbe es kaum noch Chancen später (oder nebenbei) diverse Aufstiegsmöglichkeiten in der realexistiereden Regierung wahrzunehmen (wer weiß? Unser Rußlanddeutscher hätte vielleicht niemals im Vorstand der Gazprom Platz nehmen können - um nur ein wahlloses und natürlich zufälliges Beispiel zu nennen).

Aber sicher ist das eine vertrauensbildende Maßnahme lieber Wolf :o) aber sicher doch. Ich muß mich schon wundern, wo Du manchmal hindenkst >.o)=

mit freundlichen Grüßen
der übliche Verdächtige


Sehr geehrter Herr Kreutzer,
 
wie immer, habe ich auch diesmal Ihren Paukenschlag sehr aufmerksam gelesen. Die tatsächlichen Umstände anhand einer Bankbilanz nachzuweisen, halte ich für eine gute Idee. Nur habe ich da eine Frage:

Lässt sich diese Tatsache nicht auch auf andere Bereiche übertragen? Gibt es wirklich "nur" das Bankgeheimnis und wozu dient es?
 
Natürlich ist mir bewusst, dass anhand meiner Fragestellung kaum klar wird, worauf ich hinaus will. Deshalb mal eine Erklärung.
 
1) Das Bankgeheimnis
Wem dient das Bankgeheimnis? Dem normalen Bürger? Ist es tatsächlich zu seinem Schutz da? Das wage ich zu bezweifeln, da man fast jeder Stelle oder Institution Auskunft über die Kontendaten geben muss und diese immer berechtigt sind, die Verhältnisse zu überprüfen. Das bedeutet, für den "normalen" Bürger gibt es schon lange kein "Bankgeheimnis" mehr. Wie
Sie Herr Kreutzer richtig schrieben, ist wahrscheinlich Ihr Text das eigentliche Bankgeheimnis, welches gehütet werden muss.
 
2) Andere Bereiche
Vor kurzem wurde ich auf zwei wirklich interessante Dinge aufmerksam gemacht. Wie bestimmt viele Menschen bereits bemerkt haben, ist im letzten halben Jahr der Preis für Kaffee ( hier am Beispiel Jacobs Krönung ) von 5.29 Euro auf 5.99 Euro gestiegen. Diese Preissteigerung geschah gleichzeitig in allen großen Handelsketten. Begründet wurde sie mit den gestiegenen Großhandelspreisen.
Als ich aber dann vor wenigen Wochen in meinem Wohnort beim Bäcker den gleichen Kaffee kaufte, so wurde von meinem Bäcker nur 4.99 Euro verlangt. Für mich ungewöhnlich, dass mein "kleiner Bäcker" den Supermarktpreis derartig unterbieten
konnte, fragte ich nach. Als Antwort bekam ich, dass sich der Großhandelspreis gar nicht geändert hat. Warum also heben die
Supermärkte alle gleichzeitig die Preise an? Gibt es auch ein "Supermarktgeheimnis"?
 
Ähnliches bei den stetig steigenden Preisen für KFZ Reifen. Diese werden mit dem steigenden Preis für Kautschuk begründet. Anders als bei Kaffee steigt der Preis für Kautschuk im Großhandel tatsächlich, nur in den Reifen ist immer weniger Kautschuk enthalten. Also wird auch hier nur ein Vorwand für steigende Preise ( Gewinne ) benutzt, der überhaupt nichts mit der Realität zu tun hat.
Aber auch im sogenannten "Gesundheitswesen" würde mich durchaus mal interessieren, was von unseren Beiträgen denn wirklich wo ankommt.
 
Fazit: Das ganze System beruht meiner Meinung nach auf Betrug, egal in welcher Branche und ich bin Ihnen sehr dankbar dafür, dass Sie Herr Kreutzer immer wieder versuchen, diesen öffentlich zu machen.
 
Mit freundlichen Grüßen; Peter Fischer
 
Anmerkung von EWK:
 
Hätten wir Gesetze, die dieses Handeln und Argumentieren zweifelsfrei und lückenlos als Betrug erkennen lassen, dann hätten Sie Recht, mit dem Betrugsvorwurf. So ist das eine Meinungsäußerung, die einem funktionierenden Rechts- und Unrechtsbewusstsein entspringt, aber leider mit unserer Gesellschafts-, Wirtschafts- und Rechtsordnung nicht in Einklang steht. Das Streben nach Gewinn, das Nutzen aller sich bietenden Chancen ist quasi Pflicht für jeden Manager, und je weiter er sich erfolgreich, also gewinnsteigernd, in moralische und juristische Grauzonen vorwagt, desto sicherer sein Job und desto höher die Tantiemen.
 
Daher ist es besser, Veränderungen der Rechtslage einzufordern, von denen, die dafür zuständig und nur ihrem Gewissen verantwortlich sind, als jenen, die sich im Brustton der Überzeugung, nie bewusst ein Gesetz übertreten zu haben, Betrug vorzuhalten.

Hallo Herr Kreutzer,
ich werde leider nicht müde, der philosophischen Auseinandersetzung Gehör zu verschaffen!
Das eigentliche Geheimnis, ist das Geheimnis des Glaubens „Deinen Tod, oh Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit“
Dass bedeutet nichts anderes, als den immer währenden Glauben an die niemals eintreffende Erlösung.
Alles woran wir glauben, ist die Erwartung und die Hoffnung auf die Erfüllung unseres Glaubens. Ob wir nun an ein Bankgeheimnis oder an das Paradies und die Erlösung glauben, ist dabei völlig egal. So unterschiedlich die beiden Themen auch sein können – in Bezug auf die Aussage sind sie es nicht.
Warum glauben und folgen wir jemanden, der sich vor das Volk stellt und den großen Umbruch und die Revolution heraufbeschwört, der uns sagt was wir tun müssen damit dieses und jenes passiert? Weil er charismatisch agiert oder rhetorisch ausgetüftelte Reden hält? Nein! Letztendlich werden Ideen und Ziele verkauft, die immer so dargestellt werden, als ob es die Ziele und Wünsche des Volkes sind.
Das ist der Schlüssel zur Motivation der Massen. Wenn ich an etwas glaube, an eine bessere Zukunft, einen sicheren Status, oder einfach nur an den Sieg(!), dann bin ich auch bereit dafür zu kämpfen, oder einfach nur danach zu handeln.
Dabei müssen die dargebrachten Reden noch nicht einmal schlüssig oder logisch sein, geschweige denn der Wahrheit entsprechen. Auch der jeweilige Kontext ist völlig belanglos.
Es muss lediglich deutlich werden, dass wir auf dem einzig richtigen Weg sind und nur so das Ziel erreichen werden. Wer kann schon alle Informationen überprüfen?
Aber lassen wir bewusst alle „Informationen“ und „ Nachrichten“ beiseite, ergibt sich immer wieder das gleiche Bild. Ohne wirklich eine genaue Aussage zu treffen, oder gar gezielt jemanden anzusprechen, werden Worthülsen verabreicht. Placebos, die unser Gewissen streicheln.
„Die Märkte“, „Das Volk“, „Die Arbeit“ sind nur einige wenige von diesen Worthülsen, die wir alle kennen. Begriffe hinter denen sich nichts verbirgt – hinter denen sich aber alles verbergen lässt.
Das Geheime ist etwas Unbekanntes. Etwas, das sich unserer Wahrnehmung entzieht. Das verschleiert darauf wartet, entdeckt zu werden. Aber wir können es nicht entdecken weil wir daran glauben. „Wir wissen nicht wir raten…“
Wir können der Hoffnung und dem Glauben nur entfliehen, wenn wir aufhören, weiter an solche Phrasen und Denkmuster zu glauben. Wenn wir sie hinterfragen und diskutieren und mit neuen Inhalten füllen.
Aktuell:
Einsteins Relativitätstheorie war gut und (vorläufig) richtig, weil er sie so dargestellt hat, dass sie überprüfbar wurde. Sie hat sich bewährt und ist in die wissenschaftlichen Disziplinen eingegangen. Nun erreicht uns die Meldung, dass es Teilchen gibt, die sich schneller bewegen als das Licht. Damit ist diese Theorie im Prinzip widerlegt. Mal sehen, was die entsprechenden Disziplinen daraus machen, wenn die neuen Ergebnisse demnächst bestätigt werden…
Was das bedeutet?
In der jetzigen Darstellung – nichts!
Wenn wir darüber nachdenken und es diskutieren – alles!!!
Eine Welt steht Kopf! Nicht weniger als das, in der Tat!
Bis die Tage
Stefan Neumann

Hallo Herr Kreutzer
 
Immer mehr Menschen haben das Gefühl das mit dem Geld irgendetwas nicht stimmt und mit ihrem Paukenschlag über das „Bankgeheimnis“ geben Sie vielen Menschen Fakten in die Hand, um zu erkennen, wo das Unbehagen herkommt. Jetzt ist das Geld aber für die Mehrzahl aller Menschen heute eine Existenzgrundlage und damit etwas so Fundamentales, dass ein unbekümmertes Hinterfragen und Reflektieren nahezu unmöglich ist. Hoffentlich hilft meine etwas bildlichere Ausdrucksweise.
 
 
Geld ist wie Dosenfutter!
 
Der durchschnittlich Erwachsene ist abhängig beschäftigt und das Geldeinkommen daraus die einzige „unsichere“ Lebensgrundlage.
 
Die Dimension der Angst und fehlenden Horizonts mag individuell unterschiedlich sein, aber das Dilemma ist vergleichbar mit dem unsere Katze. Wir füttern unsere Katze und eine selbständige Futtersuche wäre möglich, aber es bleibt ein Spiel. Dosenfutter ist ihre Existenzgrundlage und der Mensch mit dem Dosenöffner der Gott, der die kleine heile Welt erhält. Durch eigentlich nur für sehr junge Katze typisches Verhalten wie Schnurren und Sabbern reagiert die Katze auf diese nicht altersgemäße Lebenssituation. Es ist fast, als wäre unsere erwachsene Katze vom Verhalten her ein Kätzchen geblieben.
 
Wie viel Prozent der Erwachsenen zeigen beim Geld kindliches Verhalten, weil die Selbstständigkeit wenig entwickelt ist?
 
Die meisten Menschen haben infolge ihrer Lebenssituation hohe Hindernisse in ihrem Kopf, wobei man fast schon von Behinderung sprechen kann. Es ist eine kulturelle und gemeinschaftliche Anstrengung nötig, hier Abhilfe zu schaffen. Doch kommen wir noch einmal auf das Katzenfutter zurück und schauen wir einmal in die Dose hinein. Mit Zusatzstoffe wird Katzenfutter bräunlich eingefärbt und weniger unangenehm aussehend und weniger stinkend gemacht. Dass dieser Zucker und andere Stoffe eigentlich für die Katze nur das Krankheitsrisiko steigen lassen, wird billigend in Kauf genommen, denn der Dosenöffner „will“ das so. Unser Geld ist auch diesem Punkt vergleichbar.
 
Durch Änderung von Gesetzen und Regeln wurden dem Geld schädliche Komponente beigemischt.
 
Das Geld wird nämlich nicht mehr durch den demokratischen Staat kontrolliert. Die europäische Zentralbank und die Politik haben gegenüber den privaten Geschäftsbanken keine Machtposition mehr, denn die herrschende Elite will das so. Der Beweis dieser Aussage soll an dieser Stelle nur angeführt werden, welches eigentliche NICHTS die Steuerzahler für die Milliarden an Euros bekommen haben, welche für die Bankenrettung ausgegeben wurden. Doch schauen wir uns die Banken mal genau an.
 
Die Banken und Versicherungen sind wie das Dosenblech – man sieht den eigentlichen Inhalt nicht mehr.
 
Uns haben doch die Volksverdummer schmackhaft gemacht, mit Geld langfristige Vorsorge und Absicherung zu betreiben. Mit Geld sollen alle möglichen Lebensrisiken abgesichert werden und wenn man nur das Geld zur Bank oder Versicherung bringt, ist alles sicher. Eine „schützende“ Mauer soll unser Geld vor dem Verderben retten.
 
Es bleibt aber hoch riskant, sehr stark in Vorleistung zu gehen und dann langfristig die Gegenleistung nicht abzurufen.
 
Der Mensch kann Risiken nur schwer einschätzen und auch der Begriff „langfristig“ ist individuell sehr unterschiedlich. Ich habe hier deshalb nur Fragen formuliert, welche jeder für sich beantworten kann.
 
Es ist 1900 und ein 20 Jahre alter Deutscher hat einen gewissen Überschuss an Leistungen erbracht und Geld dafür bekommen. In 50 Jahren, wenn er 70 ist, will er, dass andere für ihn Leistungen erbringen. Was soll er machen?
 
Wie kann man Banken und Versicherungen vertrauen, wenn diese nahezu unkontrolliert das Geld verwalten? Warum soll die Geldverwaltung langfristig nicht auch dumm, korrupt und ineffektiv sein?
 
Je länger man eine Dose mit Katzenfutter aufhebt, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Inhalt unbrauchbar geworden ist. Da sich die Privatbanken der Kontrolle entzogen haben, muss man sie erst - wie die Dose - zerstören, um an den Inhalt heranzukommen. Das Geld ist das Futter, das uns am Leben hält, und es sollte aufgegessen werden und nicht in Dosen im Keller verrotten.
 
Der Katzeliebhaber
 

 



Hallo Herr Kreutzer,

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Trommel!

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