Paukenschlag am Donnerstag
No. 38 /2011
vom 22. September 2011

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Worum es wirklich geht - von Stefan Neumann

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Paukenschläge 2010 (ältere)
1 Angela Merkel
2 Innere Angelegenheiten
3 Werbung ist Krieg
4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
gehören zusammen
 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
26 Problematisches Goldverständnis
27 Woran man eine gute Regierung erkennt
28 Von Frau zu Frau Eva Scherrer
29 Ungarn - Irland - Deutschland ...
30 Alles Verbrecher
31 Das Staatsziel in drei Sätzen
32 Aktion Staatsziel
33 Die Geld-Hirn-Schranke
34 nicht belegt
35 Entschuldung per Vermögensabgabe
36 Besinnungslos fürs Grundeinkommen
37 Be- und Verdrossenheit
38 Schlagzeilen eines Tages
39 Die 10 Gebote, Nachtrag 2, Lohnabstandsgebot
40 Währungskrieg
41 Welt-Währungskrieg II
42 Auf dem Wachstumspfad
43 China - Macht und Ohnmacht
44 S21 und die aristotelische Lehre von der Handlung
45 Die Zeit der Narren
46 nicht belegt
47 Too big to fail
48 nicht belegt
49 Warum es fast allen immer schlechter geht
50 Jahresumbruch
1/2011 Rettung einer Illusion
2/2011 internes
3/2011 Diensleistungsgesellsch. 1
4/2011 Diensleistungsgesellsch. 2
5/2011 Diensleistungsgesellsch. 3
6/2011 Diensleistungsgesellsch. 4
7/2011 Warum es ist, wie es ist
8/2011 Der Untergang des Abendlandes
9 Theutschtest für Theutsche
10 Kam ein Wasserwerfer des Wegs
11 In jeder Hinsicht idiotengerecht
12 Aus den Tiefen des Bockshorns
13 Geld, das elende Missverständnis
14 Grundeinkommen à la Götz Werner
15 Dezentrale Energie / Speichertechnologie
16 Kernkraftwerksaktionäre
17 Dezentrale Energie /Speichertechnologie
18 Dezentrale Energieversorgung
19 Volks-
bewirtschaftungslehre
20 (nicht besetzt)
21 Die anonymen Wirtschaftskompetenzler
22 wieder nicht besetzt
23 Verschobene Spiele- verschobene Wahrnehmung 
24 Neues von Dr. Petschow
25 Fronleichnamsthema Steuersenkung
26 Empört euch!
27 Blick in leere Schädel - hilflos am Geld verzweifeln 
28 Die Billionenflut
29 Methylphenidat - die Wunderdroge
30 Die Gesundheit der Kinder
31 Die Gesundheit der Kinder II
32 Euro-Land ist abgebrannt
33 Internationaler Wettbewerb
34 Nicht belegt
35 Jens Bergers Kritik an der Zinskritik
36 Weiter so, meint das Verfassungsgericht
37 Kassandra-Rufe aus den USA
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Worum es wirklich geht

 

Regelmäßigen Paukenschlaglesern ist Stefan Neumann kein Unbekannter mehr.
Fast jede Woche meldet er sich mit interessanten, die Thematik ausweitenden und abrundenden Kommentaren zu Wort.

Sie waren anfangs an seiner Grußformel "bis neulich" zu erkennen und seit ich dazu übergegangen bin, Kommentare mit dem Klarnamen des Verfassers zu kennzeichnen, taucht immer wieder "Stefan Neumann" auf, auch mit Kommentaren zu meinen tagesaktuellen Anmerkungen auf meiner Startseite www.egon-w-kreutzer.de.
 
Letzte Woche erreichte mich per Mail ein Kommentar von ihm auf den Gastbeitrag von Jürgen Polz, den Sie hier gerne noch einmal nachlesen können:
 

zum Gastbeitrag von Jürgen Polz vom 13. September 2011
 
Ich bat Herrn Neumann, seinen ausdrucksstarken und in sich runden Kommentar als eigenständigen Paukenschlag veröffentlichen zu dürfen.
Und er hat "ja" gesagt.
 

Da ist er nun:
 
Stefan Neumann
 
Worum es wirklich geht
 
Ich hoffe, ich kann ein wenig zum Nachdenken und Fragen anregen.
Ich möchte aber auch ein wenig aufklären und nicht ständig mit neuen Fragen oder Meinungen verwirren.
 
Zum Text von Herrn Polz muss man sich nicht weiter äußern. Im Grunde stellt sich ja nur weiterhin die Frage, worum es wirklich geht (ich fürchte, das wird wieder ein wenig länger…).
 
Wer stellt sich diese „Frage“ überhaupt noch?
Was ist mit „worum“ gemeint?
Wer will denn noch wissen was „wirklich“ ist, und,
geht“ da überhaupt noch etwas?
 
 
Ein paar Antworten:
         
        Die Lebenslüge „Freiheit“ ist es, die uns stillstehen lässt.
        Wir denken, handeln und reden in Freiheit.
        Wir dürfen unsere Meinung äußern und uns beschweren.
        Wir dürfen auch kritisieren und Missstände aufzeigen.
         
        Aber wir tun es nicht! Jedenfalls nicht in ausreichender Zahl.
        Dabei haben wir das Recht und die Pflicht uns zu regen!
 
Das angeborene Recht eines jeden Menschen auf die „…Würde und dergleichen", und die unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen, welche Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bilden…“
 
„Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.“
 
„Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar* oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken.“
(*durch den Autor hervorgehoben)
 
Niemand verbietet (Schröder wollte das glauben machen) die unmittelbare Einflussnahme – z. B. die Möglichkeit der sog. direkten Demokratie durch Volksabstimmungen usw.
 
Aber noch einmal die Frage:
 
Warum tun wir es dann nicht? Warum geschieht es nicht?
 
Die Fragen implizieren zugleich die Antwort:
 
Warum tun wir es dann nicht?
Warum geschieht es nicht?
=
Es geschieht nicht, weil wir es nicht tun!
 
 
Das klingt sehr abstrakt und unbefriedigend. Doch so klingt die Wahrheit oft.
Abstrakt und unbefriedigend. Da babbelt jemand in die Runde und plötzlich herrscht Stille. Alle sehen dich verblüfft an und schweigen, weil sie keine Antwort haben.
Und dann wird munter weiter lamentiert: „…du glaubst doch wohl nicht, dass wir da etwas dran ändern können? Die machen doch sowieso was sie wollen. Wer will denn dagegen etwas tun…?“
 
Und das war’s dann wieder…!
Nichts passiert – keiner tut etwas.
 
 
Wie oft müssen wir solche oder ähnliche Situationen erleben. Bevor man überhaupt etwas erklären oder ausführen kann, wird die Diskussion bereits im Keim erstickt.
Es scheint so, als gäbe es bestimmte Reizworte oder Themen, die bei den meisten Menschen eine Art Gedankensperre auslösen. Als wollten sie mit aller Macht vermeiden, ihre eigenen Ängste und Fehler zu erkennen.
Die relativ neue Form der Kommunikation der „Blogger“ hat durch die Anonymität des Internets eine Möglichkeit geschaffen sein „Gesicht“ zu wahren. Hier findet man ja auch die meisten „Querdenker“ und „Nachfrager“, weil man im Netz eben nicht direkt der Gefahr ausgesetzt ist, eigene Schwächen und Ängste - und in diesem Zusammenhang so genannte "Fehler" - preiszugeben. Man steht nicht in direkter Rede und hat Zeit, über das Gelesene nachzudenken, bevor man es diskutiert.
Die Angst, Fehler zu machen und seine eigene Unzulänglichkeit preiszugeben, ist für viele Grund genug zum Schweigen. „Da hab’ ich keine Ahnung…, da sag ich lieber gar nix zu…“
Dieses Schweigen oder besser Verschweigen der so genannten Fehler beruht aber lediglich auf einer gesellschaftlichen Fehlentwicklung. Wir versuchen unseren Kindern beizubringen, dass sie Fragen sollen, wenn sie etwas nicht verstehen. Das geschieht aber meistens erst, wenn die Schule beginnt – also im Alter von etwa 6 Jahren.
Das angelernte Verhalten in den Jahren zuvor ist da bereits fest verankert, jedenfalls wenn man davon ausgeht - und ich glaube das ist unstrittig - dass die sozialen Kompetenzen bereits in den ersten vier Jahren ausgebildet werden. In den ersten Jahren lernen die Kinder z. B. sehr schnell, was sie tun müssen, um Ihren Willen zu bekommen. Sie lernen aber auch, wie Mama und Papa mit anderen Menschen umgehen und wie sie sich geben und verhalten.
 
Das wird leider meist unterschätzt und oft mit einem Wink kaschiert.
 
Jeder kennt Sprüche wie „…du weißt ja, wie ich das meine…“, oder „…hör mal eben weg…“ bzw. „…das hast du jetzt aber nicht gehört oder?“,
 
die immer dann zum Einsatz kommen, wenn die Eltern einfach davon ausgehen, dass sie ihrem Kind bereits genug beigebracht haben und es solche "aufgeschnappten" Informationen selbst einordnen kann. Das ist natürlich in diesem Alter nicht der Fall!
 
Aber sollen diese ersten Lebensjahre für die Fehler verantwortlich sein, die dann ein ganzes Leben lang mitgeschleift werden?

Nein, natürlich nicht. Sie sind aber verantwortlich für den Umgang mit diesen Fehlern und das meist daraus folgende (Ver-)Schweigen.
 
 
„Fehlerkultur“ ist das Stichwort.
 
 
Die Angst davor, Fehler zu machen, entsteht aus der Beurteilung durch die Gesellschaft. Wir bestrafen unsere Kinder bereits sehr früh, wenn sie Fehler machen, und belohnen sie, wenn sie unserer Meinung nach keine Fehler machen.

    • Aber welche „Fehler“ machen denn kleine Kinder?
      („Man merkt sehr schnell welch garstig Wesen diese Kinder sind!“)
    • Sie schreien zu laut.
      (Ich kann nicht mehr! Irgendwann muss man doch mal zur Ruhe kommen!)
    • Sie quengeln zu viel.
      (Man kann es doch nicht andauern jedem Kind recht machen!)
    • Sie stellen zu viele Fragen.
      (Wer hat denn schon auf jede Frage eine Antwort?)
    • Sie verlangen Aufmerksamkeit.
      (Wie soll ich denn bei der ganzen Arbeit auch noch zum Spielen kommen?)
    • Und sie wollen bei all diesen Ansprüchen auch noch ständig geliebt und in den Arm genommen werden!
      (Eine Kita ist allein deshalb schon nicht der richtige Ort für ein Kind!)

 

 

Das scheint zunächst sehr überspitzt und kaltherzig.
Das ist aber leider viel zu oft Realität.
 
Nun habe ich ja schon einmal erwähnt, dass es da ein gravierendes Problem gibt:
 
Der Verfall der Gesellschaft in Bezug auf die Kindererziehung geht meines Erachtens auf die seit Jahrzehnten betriebene Zerstörung der Familie zurück.
 
Diese generationenübergreifende, schleichende Entwicklung ist ein Teufelskreis, der nur schwer zu durchbrechen sein wird. Deshalb ist es unabdingbar, dass wir gerade im Bereich der Erziehung eine offene und den Bedürfnissen der Familie entsprechende Kultur schaffen.
Damit meine ich aber keine Institution, die versucht den Eltern etwas beizubringen. Damit meine ich einen in der Gesellschaft verankerten Konsens, der den Eltern Zeit gibt, mit ihren Aufgaben fertig zu werden!
 
Eltern entwickeln bereits vor der Geburt Instinkte, die sie auf die kommenden Aufgaben vorbereiten. Das betrifft nicht nur den Geburtsvorgang sondern auch die Ausrichtung der weiteren Ziele. Aktuell ist z. B. eine Studie herausgegeben worden die besagt, dass Männer, sobald sie Väter werden, einen deutlich niedrigeren Testosteronspiegel aufweisen als vor der Geburt.
 Link zum Bericht über diese Studie
Das Kümmern um die eigene Sippe ist somit scheinbar von der Evolution vorgegeben und keine Erfindung der Zivilisation.
 
Was den Eltern nur fehlt, ist die Zeit!
Deshalb ist es richtig, was Herr Hasselbach schreibt: Die Eltern brauchen keinen Erziehungsurlaub – sie brauchen Erziehungszeit („Arbeit“ möchte ich das eigentlich nicht nennen, weil es für mich eher eine Erfahrung ist! Man bildet schließlich einen Menschen heran, der seinen Platz in der Gesellschaft finden soll. Das sollte nicht entlohnt sondern belohnt werden!)
 
Eltern brauchen Zeit!
Und zwar soviel Zeit – wie es eben dauert!
 
 
Zwischenergebnis
 
1. Vorwiegender Grund für die Tatenlosigkeit der meisten Menschen ist die Angst.
 
2. Ursache für die hierauf bezogenen Ängste ist eine nicht vorhandene Fehlerkultur.
 
3. Wichtigster Faktor für die „Erziehungsberechtigten“ ist die Zeit.
 
 
 
Ein Lösungsansatz

 

 

  • Angst als Methode angewandt

    das Einschüchtern ist geplant – Angst bricht Mut – Angst kriegt klein!

    Das Motto könnte lauten: „Sapere aude!“ Habe Mut! Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen (nach Kant). Oder besser gesagt, im Original: „Dimidium facti, qui coepit, habet: sapere aude, incipe“ Wer (erstmal) begonnen hat, hat (damit) schon zur Hälfte gehandelt! (http://de.wikipedia.org/wiki/Sapere_aude)

    Die Angst können wir nur selber überwinden, wenn wir uns bewusst vor den Spiegel stellen und uns fragen, was wir eigentlich wollen.
     
    Wenn wir dann im nächsten Schritt unsere Situation bedenken und die Punkte und Hebel suchen, an denen wir ansetzen können. (Siehe hierzu auch „Unsere Freiheit“ aus dem EWK-Verlag Leseprobe oder die entsprechenden „Paukenschläge“)
     
    Niemand wird verlangen, sein ganzes Leben umzukrempeln und alles hinzuwerfen, um von Neuem zu beginnen. Es sind die kleinen aber wichtigen Schritte. Man muss es eben einfach tun! Ganz langsam und umsichtig. Aber ebenso mutig und konsequent!

Als zweiten Punkt gewählt, weil wir zunächst die Einsicht und Erkenntnis aus dem ersten Schritt gewinnen müssen.

  • Eine Fehlerkultur

    kann entstehen, wenn wir bereit sind „Fehler“ zuzulassen und von formellen wie informellen Belohnungs- und Bestrafungssystemen abzusehen. Konkret bedeutet dies, dass wir unser Handeln im Bereich der Erziehung mit der nötigen Umsicht und der nötigen Gelassenheit angehen.

    Es ist weder sinnvoll, jeden Schritt bzw. Fortschritt in der Erziehung genauestens zu verfolgen und zu kontrollieren, noch ist es sinnvoll, allzu sehr auf sein eigenes Gefühl zu hören und die Dinge laufen zu lassen.

    Ja, gerade in der Erziehung ist es unerlässlich, sich mit dem Thema zu beschäftigen, und zwar bevor das Kind in den Brunnen gefallen (bzw. geboren) ist! Man muss aber nicht unbedingt bestimmte Bücher wälzen oder studieren. Man muss sich nur einmal umschauen. Bei Bekannten, in der Verwandtschaft oder einfach auf der Straße. Dort wird man sehr schnell „gutes“ und „schlechtes“ Verhalten unterscheiden.

    Der Ersatz für eine „Belohnung“ ist die Anerkennung und die Erklärung für das Kind, warum das gut war. Schlechte Belohnung ist der Preis, der gezahlt wird, um das Kind abzulenken oder ruhigzustellen. Bestrafungen sollte es für Kinder generell nicht geben.

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es sein kann, ein Kind nicht zu bestrafen – weil schon ein abfälliger oder missmutiger Blick Bestrafung sein kann. Aber im Grunde kann ein Kind für sein Handeln überhaupt nicht verantwortlich gemacht werden:

    Es handelt immer nur aus dem heraus, was es gelernt hat, oder aus dem, was es instinktiv als richtig erachtet.

    Kann man dafür eine Strafe anwenden? Diese Konsequenz ist der Knackpunkt einer „Fehler“-Kultur. Wenn man die Handlung auf den Grund derselben reduziert und die Lösung in Form einer Erklärung des daraus entstandenen Konflikts anbietet, ergibt sich plötzlich ein Bild der Aufklärung und Erkenntnis.

    Zu erwähnen ist natürlich in diesem Zusammenhang immer die Vorbildfunktion und der stark partizipierende Charakter eines Lernprozesses. Wenn ich aber mein eigenes Handeln und Verhalten schon nicht entsprechend ausrichte, werde ich auch mit den tollsten und pädagogisch wertvollsten Erklärungen nichts mehr erreichen!

  • Zeit ist relativ

    In unserer Wirtschaft ist Zeit relativ teuer! Doch wir klagen ständig über Fachkräftemangel, über Pisastudien und die schlechten Ergebnisse (lassen wir mal die Kritik dazu beiseite). Gleichzeitig verkürzen wir aber die Bildungsgänge und reduzieren die Studienabschlüsse auf wirtschaftspezifische Master- und Bachelor-Fachidioten (Entschuldigung, ich meine natürlich ausdrücklich nur das System und nicht die Personen!!!).

    Die eigentlich wichtige Bildung bzw. Heranbildung des Menschen wird überhaupt nicht mehr berücksichtigt. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, welche Kreativität und welcher Ideenreichtum dadurch unterdrückt werden und verloren gehen. Der technologische wie der sozialtechnische Fortschritt finden angesichts dieser Fixierung auf scheinbare Fachkompetenz einfach nicht mehr statt. (Dass das auch so gewollt ist, weil man ja sonst auf „dumme Gedanken“ kommen könnte, ist natürlich auch eine meiner Theorien, die vom Mainstream allzu leicht als „Verschwörungstheorie“ beiseite gelegt wird.)

    Fortschritt wird aber schon durch die unter "Angst" und "Fehlerkultur" genannten Punkte erreicht. Das Hinwirken auf mehr Zeit für die Familien oder Erziehungsberechtigten, bildet hierbei nur den Abschluss dieses Prozesses.

    Die jetzige Elternzeit (sog. „Erziehungsurlaub“) reicht dazu natürlich bei weitem nicht aus. Die Familie, als kleinste Zelle der Gesellschaft muss von der Gesellschaft gestützt und gestärkt werden. Ich will hier nicht als besonders konservativ auftreten, aber das klassische Modell:

    Papa geht Arbeiten und verdient das Geld und Mama kümmert sich um die Kinder,

    ist vorläufig nicht das Schlechteste. Dabei kann die Gesellschaft natürlich auch so eingestellt werden, wie es derzeit zwar als emanzipierender Akt dargestellt, aber nicht gleichwertig umgesetzt wird. Mama geht arbeiten und Papa (…)!

    Nicht gleichwertig, weil Mama bei gleicher Arbeit immer noch weniger verdienen wird als Papa! Dass aber wenigstens ein Teil der Erziehungsberechtigten ständig „zuhause“ ist und sich um die Kinder kümmert, sollte selbstverständlich sein. Dieser Verantwortung können sich die Eltern nicht entziehen! Keine KITA, keine Betreuung, kann das leisten, was Mama oder Papa leisten können, denn Lehren und Betreuen kann niemals Vorleben und Lieben ersetzen!

    Wir müssen wieder anstreben, dass ein Einkommen reicht, um eine Familie zu ernähren. Die verschiedenen Möglichkeiten und Systeme zum Umbau der Wirtschaft und Gesellschaft liegen bereits vor. Die Rückführung leistungsloser Einkommen an die Gesellschaft ist nur eines davon.




     
     
    Die Gesellschaft muss den Wert der wahren Bildung wieder erkennen und die Voraussetzungen dazu schaffen. Der Gewinn für eine Gesellschaft, in der Zeit für Bildung keine Rolle spielt, ist ungleich größer als die dadurch hervorgerufenen (Folge-) Kosten.
     
    Der Preis, den wir dafür bezahlen müssen, ist lediglich ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Und dann noch einer - und noch einer …
     
    Wir sollten aber langsam den Mut für diesen ersten Schritt aufbringen und über unsere eigenen Ängste hinwegsehen.
     
    Es wird sich lohnen! Nicht für jeden und nicht sofort.
     
    Doch am Ende steht eine bessere Zukunft in einer besseren Welt.
    Es gibt da diesen Traum, aus dem ich einfach nicht mehr aufwachen will!
     
     
    Bis die Tage
    Stefan Neumann

     
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    Mehr Informationen zu den beiden von Stefan Neumann im Text angesprochenen Titeln aus dem EWK-Verlag    

     

     

    Unsere Freiheit - man kann sich dafür einsetzen

    Egon W. Kreutzer unternimmt den Versuch, den Freiheitsbegriff in einer im Alltag handhabbaren Form zu umreißen, dabei darzustellen, wie sehr unsere Freiheit in Gefahr ist - und ruft dazu auf, sich für die Wiederherstellung und den Erhalt der Freiheit einzusetzen. Jeder da, wo er steht, und so, wie es ihm möglich ist
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    Lebenslüge Freiheit Die ungeschriebenen Regeln einer liberalen Gesellschaft

    Freimut Kahrs wirft einen Blick hinter die von Ideologien verwirrten Begriffe und zeigt auf, was unser Leben beeinträchtigt und wie wir es neu gestalten sollten.
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    Reaktionen auf diesen Paukenschlag
    Lieber Herr Kreutzer,
    lieber Herr Stefan Neumann,
    lieber Herr Peter Fischer,
     
    erlauben Sie alle miteinander, dass ich Ihnen antworte.
    Ihnen Herr Kreutzer vielen Dank, dass Sie Stefan Neumann uns vorgestellt haben. Es hat wirklich gelohnt. Stefan Neumann
    hat den Vorzug, die Dinge ohne vorgefertigte Antworten anzugehen.
    Alles bleibt offen und entwickelt sich vor unseren Augen. Fein!
    Peter Fischer macht seinem Namen alle Ehre und ist wie sein Namensgeber Petrus, der Fischer, dessen Stellvertreter uns zur Zeit die Ehre gibt, ein hochkarätiger Fischer. Mit einem Griff hat er die beiden Punkte bei Neumann aufgegriffen, die auch ich ihn unwillkürlich gleich fragen wollte.
     
    Ja, erst einmal die Angst. Darf ich darauf hinweisen, dass schon vor mehr als 2500 Jahren eine Antwort darauf
    gegeben wurde, nicht mit Worten, sondern durch Tun.
    Als der nepalesische Prinz Sidharta Gotamo, der Buddha, aufbrach, sein Haus über Nacht verließ, da er nach der Niederkunft
    seiner Gemahlin – trotz zurückgehenden Testosteron Spiegels - mit seiner Brunst nicht zurechtkam – er hatte er ein ausgeprägtes Freiheitsbedürfnis auch dem gegenüber, was in ihm zu der Zeit wütete – dauerte es, als er unter dem Bo-Baum saß, bis zu dem sein Ross ihn getragen hatte, nicht lange, und die Einsamkeit ließ alle möglichen Ängste aufspringen.
    Hier zeigt sich bereits seine spätere Größe: Auch der Angst selbst ging er sofort auf den Grund. Ganz nüchtern zeigte sich ihm die Doppelgesichtigkeit der Angst: Hatte er Angst, weil lauter wilde Tiere um ihn herumstrichen und knurrten, oder kamen die alle nur, weil sie seine Angst rochen? Oder beides?

    Er begriff auch auf der Stelle sofort, woran er selbst etwas ändern konnte: Wenn er seine Angst überwand, musste sich herausstellen, wie das zusammenhing.
    Er überwand seine Angst, und bald war da kein einziges wildes Tier mehr um ihn herum.
    Ganz wie auch in der Baghavad Gita, als Prinz Arjuna mit seinem Wagenlenker Fürst Krishna in der Schlachtreihe stand und gegen all die Verwandten in der gegenüberliegenden Schlachtreihe nicht den Befehl zum Angriff geben konnte/wollte.
    Als er sich nach langem inneren Kampf endlich überwand und sich nicht länger sträubte, dem alten Gesetz von Kampf und Verteidigung ehrenvoll Folge zu leisten, war mit einem Male das Bild der Schlachtordnung wie weggewischt und weggeblasen. Er fand sich wieder auf einer Blüten übersäten Wiese, wo Vögel lieblich zwitscherten und Käfer herumkrabbelten.
    Als ob nie etwas anderes gewesen wäre.
    Der innere Kampf, der unser Feingefühl schärft, ist offenbar das Entscheidende. Genau vor dem weichen wir alle immer wieder aus.
     
    Ja, so viel zur Angst. Der zweite Punkt die Fehler. Zur Fehlerkultur können wir viel von einem Praktiker lernen, dem deutsch-österreichisch-brasilianischen Unternehmer Karl Semler. Siehe sein Buch Maverick und den Folgeband 10 Jahre später.
    Umwerfend was Praxis möglich macht, bloßes Denken aber nicht.
     
    Ja, die Macht. Lieber Herr Fischer, tatsächlich, das habe ich bislang immer übersehen gehabt: Nur das Eigentum ist geschützt, der Besitz nicht.
    Dass ich das bisher immer übersehen habe! Ich kann nur den Kopf schütteln.
    Wir haben immer wieder einen blinden Fleck.
    Ich danke Ihnen allen für Ihre Mühe! Ich habe viel von Ihnen gelernt.
     
    Mit guten Grüßen
    Ihr Hasselbach


    Sehr geehrter Herr Neumann, sehr geehrter Herr Kreutzer,

    mit großem Interesse verfolge ich die immer mehr in Gang kommende gesellschaftliche Diskussion zu den Problemen unserer Zeit. Ja, mit Hilfe des Internets wird vieles erst möglich und ebenfalls ja, das Thema Angst und Fehler bedarf dringend einer genauen Betrachtung.
    Ich gestatte mir, hierzu einige eigene Gedanken anzufügen. Diese Gedanken sind nicht als Kritik zu verstehen, sondern als Ergänzung, da ich ohne diesen Beitrag gar nicht darauf gekommen wäre.

    Viele Menschen haben Angst. Angst vor Verlust, Angst vor Schmerz, Angst vor Fehlern und vieles mehr. Ja, das ist einer der Gründe, warum wir uns fast alles bieten lassen. Nur, meiner Meinung nach ist es zu kurz gegriffen, das Thema Angst und Fehler ohne den Bezug zu den Machtverhältnissen zu betrachten. Und wenn man sich die Machtverhältnisse betrachtet, dann kommt man - ebenfalls meiner Meinung nach- nicht an der Frage des Seins und des Bewusstseins vorbei.
    Ich selbst sehe es wie Karl Marx, der feststellte, dass es das Sein ist, welches das Bewusstsein bestimmt. Unbestritten bleibt natürlich die Tatsache, dass es durchaus Wechselbeziehungen zwischen Sein und Bewusstsein gibt. Warum also haben
    heutzutage viele Menschen Angst? Warum müssen sie überhaupt Angst haben?

    Diese Frage lässt sich nicht allein mit Erziehung und Betreuung beantworten. Warum? Nur mal zum Verständnis: In der ehemaligen DDR hatten die Menschen kaum Angst, oder? Und das, obwohl ebenfalls beide Elternteile gearbeitet haben. Also so einfach ist das nicht. Man muss also die Machtfrage in die Betrachtung einbeziehen.
    Wer hat den hier die Macht und worauf gründet sich diese? Wenn die These von Herrn Neumann stimmen würde, müsste man ja nur das Bewusstsein ändern und das Problem wäre gelöst. Das wage ich zu bezweifeln.
    Die Macht in unserer Gesellschaft gründet sich in erster Linie auf dem Privateigentum an Produktionsmitteln. Hierzu zähle ich auch Grund und Boden und nicht wie mir dann oft unterstellt wird, das eigene Häuschen und den eigenen PKW. Der Staat hat sich sogar ins Grundgesetz geschrieben das Eigentum zu schützen.
    Natürlich meinen jetzt viele Menschen, dass es dabei um den Schutz ihres Hauses geht. Das sehe ich anders, denn ich betrachte das eigene Haus als Besitz und der Schutz des Besitzes steht nicht im Grundgesetz.
    Im Klartext bedeutet das, dass der Staat den Schutz des Eigentums der Kapitaleigner übernimmt, und genau dafür ist er da. Alles andere halte ich für Makulatur, denn die Macht der Kapitaleigner gründet sich auf dieses Eigentum. Deshalb sind sie in der Lage, der Gesellschaft ihre Bedingungen zu diktieren und diese auch durchzusetzen.

    Und wer nichts hat, weder Grund noch Boden, weder Eigentum noch Wohnung, der muss sich fügen, ob er will oder nicht. Das Individuum auf sich allein gestellt, kann dieser Macht nichts entgegen setzen. Nur durch Einigkeit vieler Menschen ließe sich das ändern. Nur werden die dann getreu dem Motto divide et impera (teile und herrsche) gegeneinander ausgespielt. Daher
    rührt meiner Meinung nach die eigentliche Angst und sie wird ganz im Sinne der Kapitaleigner von Beginn des Lebens unseren Kindern "eingepflanzt".

    Fazit: Ohne ganzheitliche Betrachtung ist das Problem nicht lösbar, auch
    dann nicht, wenn ich den Beitrag wirklich begrüße.
    Mit freundlichen Grüßen
    Peter Fischer
     

     

    Sehr geehrter Herr Fischer,

    vielen Dank für Ihren Kommentar! Dem kann ich nur zustimmen!

    Das mit dem Eigentum hatte ich ja kurz mit der „Rückführung leistungsloser Einkommen“ angerissen. Ich vertrete hier sicherlich die gleiche Ansicht. Speziell zu den leistungslosen Einkommen, die ja auf die Eigentumsrechte zurückzuführen sind und wie Sie richtig bemerken, von den weiteren Gesetzen noch geschützt werden.

    Zunächst geht es aber darum, überhaupt ein Bewusstsein für ein Handeln zu entwickeln. Wenn Sie davon ausgehen, dass das „Sein“ das Bewusstsein bestimmt, befinden wir uns hier schon auf dem gleichen Weg. Deshalb habe ich die Kindererziehung als Basis verwendet, weil hier die Bewusstseinbildung anfängt. Wie aber soll man so einer „Macht“ entgegentreten, oder sie überhaupt erst einmal wahrnehmen und als Ungerechtigkeit einordnen, wenn man schon von Kindesbeinen an nichts anderes gelernt hat? Deshalb auch der Hinweis auf eine generationenübergreifende Aufgabe.

    Das „Bewusstsein“ wird durch das „Sein“ bestimmt. Das ist doch zweifellos eine gute Erkenntnis die wir gerne teilen. Es lohnt sich aber, darüber etwas länger nachzudenken.

    Wer sind denn die im „Sein“ – im „Jetzt“ und „Hier“, die bei den noch nicht „Bewussten“ – den „Unbewussten“ etwas bewirken wollen?

    Wir sind es, in diesem Moment, mit allen Lesern und Zuhörern. Und auch die Eltern sind es, jeden Tag, jede Minute bei ihren Kindern…

     

    Bis die Tage
    Stefan Neumann


    ________________________________________
    Sehr geehrter Herr Kreutzer,
     
    ich möchte den Ausführungen in diesem PS unumwunden zustimmen!
    Wenn man sich allerdings fragt, woher denn diese, unsere augenblickliche Situation der gesellschaftlichen Umformung - ja, ich möchte fast sagen Verblödung - eigentlich kommt, sollte man versuchen, sich unabhängig in der Literatur der Vergangenheit, beginnend im 19. Jahrhd. umzusehen. Anfang des 20. Jahrhd., nach dem WK1, hat Coudenhove-Kalergie
    Link zu Wikipedia: Coudenhove-Kalergie 
    in seiner Pan-Europa-Idee den Begriff der Eurasischen Mischlingsbevölkerung eingeführt, von der er sich eine wesentlich größere Duldungswilligkeit und Gefolgsbereitschaft erwartete, als von einem geschlossenen Nationalstaat. Das alles natürlich unter der Führung des von ihm so bezeichneten 'Geistes-Adels'.
    Da das Dritte Reich derartigen Plänen nicht folgte, wurden sie nach Ende des WK2 mit der 'Einigung' Europas wieder aufgenommen. R. Schumann und K. Adenauer waren in den Zwanzigern Mitglieder in Kalergies's Pan-Europa-Club geworden (Der Club besteht bis heute fort!).
    Durch die immer schneller erfolgende Entwicklung der Kommunikationstechnik, der Konsolidierung der Presse und Quasi-Monopolisierung der Medien ist es gelungen, besonders in Deutschland, aber auch weitgehend in West-Europa - was von den U.S.A. immer noch als ihr Vasallen-Bereich angesehen wird - eine durch die sog. Globalisierung vorangetriebene Sowjetisierung, mit den entsprechenden Maßnahmen der 'Umerziehung' eine neue Ausrichtung der gesellschaftlichen Ziele und Zerschlagung der alten kulturellen Strukturen in Gang zu setzen.
    Wie hat Rakowski gesagt: "Wir werden ein so großes Chaos schaffen, dass das Volk uns bitten wird, eine globale Regierung für sie zu bilden!".
    Wir sind noch nicht ganz angekommen - aber bald.
    Unsere gegenwärtige 'Regierung' tut ihr Bestes zur Erreichung dieses Zieles.
    Mit freundlichen Grüßen
    W. Heber



Hallo Herr Kreutzer,

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Trommel!

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