Paukenschlag am Donnerstag
No. 32 /2011
vom 11.08.2011

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer - behutsam redigiert von Manuela Engl

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Euro-Land ist abgebrannt, flieg Käfer flieg ...

 
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1 Angela Merkel
2 Innere Angelegenheiten
3 Werbung ist Krieg
4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
gehören zusammen
 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
26 Problematisches Goldverständnis
27 Woran man eine gute Regierung erkennt
28 Von Frau zu Frau Eva Scherrer
29 Ungarn - Irland - Deutschland ...
30 Alles Verbrecher
31 Das Staatsziel in drei Sätzen
32 Aktion Staatsziel
33 Die Geld-Hirn-Schranke
34 nicht belegt
35 Entschuldung per Vermögensabgabe
36 Besinnungslos fürs Grundeinkommen
37 Be- und Verdrossenheit
38 Schlagzeilen eines Tages
39 Die 10 Gebote, Nachtrag 2, Lohnabstandsgebot
40 Währungskrieg
41 Welt-Währungskrieg II
42 Auf dem Wachstumspfad
43 China - Macht und Ohnmacht
44 S21 und die aristotelische Lehre von der Handlung
45 Die Zeit der Narren
46 nicht belegt
47 Too big to fail
48 nicht belegt
49 Warum es fast allen immer schlechter geht
50 Jahresumbruch
1/2011 Rettung einer Illusion
2/2011 internes
3/2011 Diensleistungsgesellsch. 1
4/2011 Diensleistungsgesellsch. 2
5/2011 Diensleistungsgesellsch. 3
6/2011 Diensleistungsgesellsch. 4
7/2011 Warum es ist, wie es ist
8/2011 Der Untergang des Abendlandes
9 Theutschtest für Theutsche
10 Kam ein Wasserwerfer des Wegs
11 In jeder Hinsicht idiotengerecht
12 Aus den Tiefen des Bockshorns
13 Geld, das elende Missverständnis
14 Grundeinkommen à la Götz Werner
15 Dezentrale Energie / Speichertechnologie
16 Kernkraftwerksaktionäre
17 Dezentrale Energie /Speichertechnologie
18 Dezentrale Energieversorgung
19 Volks-
bewirtschaftungslehre
20 (nicht besetzt)
21 Die anonymen Wirtschaftskompetenzler
22 wieder nicht besetzt
23 Verschobene Spiele- verschobene Wahrnehmung 
24 Neues von Dr. Petschow
25 Fronleichnamsthema Steuersenkung
26 Empört euch!
27 Blick in leere Schädel - hilflos am Geld verzweifeln 
28 Die Billionenflut
29 Methylphenidat - die Wunderdroge
30 Die Gesundheit der Kinder
31 Die Gesundheit der Kinder II
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Euro-Land ist abgebrannt,
flieg Käfer flieg ...
 
 
Die europäische Zentralbank, EZB, gerne auch als "Hüterin der Währung" bezeichnet,
ist im Rahmen der sogenannten Euro Krise in eine Rolle geschlüpft, die nur noch als absurd bezeichnet werden kann.
 
Um die Aufführung richtig zu begreifen, die Herr Trichet da so irritierend dirigiert, als handle es sich um ein Stück von Arnold Schönberg
 reinhören?
kann die Frage: "Wozu ist die EZB eigentlich da?", nicht gänzlich unbehandelt bleiben.
 
 
Ich erspare mir und Ihnen alle Details - aber in groben Zügen
 
ist es der Job der Zentralbank:
 
  • Als Bank der Geschäftsbanken deren Konten zu führen und den Zahlungsausgleich zwischen den Instituten zu administrieren.

    Wenn also heute ein Kunde der Deutschen Bank Geld für einen Lieferanten auf ein Konto bei der HypoVereinsbank überweist, dann bucht die Zentralbank diesen Betrag (theoretisch) vom Zentralbankkonto der Deutschen Bank ab und schreibt ihn dem Zentralbankkonto der HypoVereinsbank gut. Praktisch werden nur die Salden ausgeglichen. Wenn also an einem Tag 123 Millionen von der Deutschen Bank an die HypoVereinsbank und 124 Millionen von der HypoVereinsbank an die Deutsche Bank überwiesen wurden, dann wird das Zentralbankkonto nur von dieser einen Million Differenz berührt.

  • Den Banken Überziehungskredite zu gewähren, wenn deren Zentralbankkonten ins Minus (bzw. unter die Mindestreserve) rutschen und sie sich auch im Interbankenhandel keine Liquidität besorgen können.

    Dabei handelte es sich in Vorkrisenzeiten um ausgesprochen kurzfristige Ausleihungen, von maximal wenigen Tagen und das bei relativ kleinen Volumina. Man muss bedenken, dass die Verteilung der Giralgeldmenge auf die einzelnen Institute an der gesamten Giralgeldmenge innerhalb des Bankensystems nichts verändert. Es ist also theoretisch immer möglich, dass sich eine Bank deren Zentralbankkonto ins Minus rutscht, von einer anderen Bank, die da (unverzinste) Guthaben stehen hat, das benötigte Kleingeld für den Saldenausgleich leihen kann.

    Bewegung kommt in dieses Spiel erst, wenn in großem Maße durch neue Kreditvergaben Liquidität geschaffen wird, die sich erst nach und nach so verteilen kann, dass die Zentralbankkonten wieder in einen eingeschwungenen, ausgeglichenen Zustand geraten.

  • Devisen, die von "Währungsinländern" eingenommen wurden, anzunehmen und gegen inländische Währung zu tauschen.

    Ein deutscher Exporteur, der mehr US-Dollar einnimmt, als er auf dem Weltmarkt an Vorlieferanten wieder ausgibt, wird seine überschießenden Dollarbestände letztlich bei der Zentralbank los, die dafür "frische" Euros gutschreibt.

    Insofern führen Exportüberschüsse primär zum Anwachsen der inländischen Geldmenge und würden damit Inflation auslösen, bliebe die Geldmenge in der Realwirtschaft. Da wir uns aber in einer Phase des langfristigen Wirtschaftszyklus befinden, in der ein Großteil der gesamten Liquidität in den Finanz- und Anlagemärkten gebunden ist, sind dort (unrealistische) Kursgewinne zu beobachten, während die Warenmärkte, aufgrund der stetig wachsenden Gewinnansprüche der Anleger, durch Lohnkürzungen und Arbeitslosigkeit schrumpfen und bei einem Wettbewerb über sinkende Preise eher deflationieren.
 
Das ist der administrative Job der Zentralbank, den Geldverkehr unter den Geschäftsbanken sicher und störungsfrei abzuwickeln.
 
Neben dieser rein administrativen Aufgabe, wird der Zentralbank aber von den Staaten auch ein Steuerungs-Auftrag mitgegeben, der über die Instrumente der Geldpolitik erfüllt werden soll.
Die Bundesbank - als Hüterin der DM - hatte einst den Auftrag, mit ihrer Geldpolitik die Beschäftigung in Richtung Vollbeschäftigung zu führen, die Geldwertstabilität (Binnenkaufkraft) zu sichern und den Außenwert der DM zu stabilisieren. Diese Kriterien (magisches Dreieck) wurden später noch um den Auftrag ergänzt, das Wirtschaftswachstum zu fördern.

 

 

 
Die EZB hat in Bezug auf den Euro nur einen Auftrag, nämlich die Geldwertstabilität zu sichern, und dabei - konkret - darauf zu achten, dass die Zielmarke für die jährliche Inflation von 2 Prozent nicht überschritten wird.
 
Das Instrumentarium, das ihr dazu zur Verfügung steht, ist nicht besonders mächtig. Alles was die Zentralbank tun kann, wenn sie ihre Kompetenzen nicht überschreitet, ist:
 
  • Die Zinssätze für ihre Ausleihungen an die Geldinstitute verändern,
    wobei angenommen wird, steigende Zentralbankzinsen würden die Konjunktur bremsen und damit inflationsbegrenzend wirken, während fallende Zinsen die Konjunktur beleben, jedoch die Inflationsgefahr verstärken - was jedoch in der Realität immer ein bisschen anders kommt, als beabsichtigt.

  • Die Mindestreservebestimmungen verändern,
    wobei angenommen wird, dass lockere Mindestreservevorschriften die Geldschöpfung eher erleichtern, während hohe Mindestreserveforderungen bei niedriger oder gar keiner Verzinsung eher liquiditätsbegrenzend wirken - was jedoch in der Realität immer ein bisschen anders kommt, als beabsichtigt.
 
Dass die EZB mit Ihren Maßnahmen zur Bankenrettung und vor allem nun mit den Maßnahmen zur Rettung europäischer Schuldnerländer zu Mitteln gegriffen hat, die weit über ihre eigentlichen Aufgaben hinausgehen und deren Legalität vor dem Hintergrund bestehender Gesetze und Verträge durchaus bezweifelt werden darf, ist vielen Bürgern noch gar nicht klar geworden.
 
Der deutsche Michel und die brave Michaela sind glücklich zu hören, dass Politik und Finanzsektor alles Menschenmögliche unternehmen um den Euro zu retten.
 
Ob der Euro überhaupt gerettet werden kann, und falls ja, ob er gerettet werden sollte, das ist nicht Gegenstand der öffentlichen Diskussion, da findet sogar die diesbezüglich vor dem Verfassungsgericht anhängige Klage von Prof. Hankel (und anderen) kaum mediale Beachtung.
 
Dass für die fixe Idee: "Der Euro muss gerettet werden, koste es, was es wolle", nur immer neue Milliarden- und Billionengräber geschaufelt und schnellstmöglich mit immer neuem Zentralbankgeld gefüllt werden, für dessen Bereitstellung,
       
      die nicht mehr kostet, als den Willen aufzubringen,
      die Unterschrift zu leisten und
      ein paar Eingaben an einem Computerterminal vorzunehmen -
 
 
die Bürger der noch nicht zahlungsunfähigen Euro-Staaten als Schuldner ausgewiesen werden, ohne dass diese je danach gefragt wurden, das ist ein unglaublicher Akt, dessen eigentlicher Sinn und Zweck nach wie vor im Dunkel bleibt - es sei denn, man unterstellt, es handele sich um einen von langer Hand geplanten und mit äußerster Konsequenz durchgezogenen Raubzug.
 
Schließlich hatte man bei der Euro-Einführung feierlich versprochen und vertraglich fest vereinbart, dass niemals ein Euro-Staat für die Schulden eines anderen Euro-Staates aufkommen werde. Genau das ist aber nun das Mittel der Wahl.

Waren nun die Väter des Euro irre oder kurzsichtig oder beides, oder sind es die heutigen Sachwalter des Euro? Beide Denk- und Handlungsarten sind nun einmal nicht vereinbar.
 
 
Stellen wir daher zunächst noch einmal die Frage:
 
Was passiert da eigentlich,
 
wenn die EZB Anleihen von Griechenland, Spanien, Portugal, Irland und Italien aufkauft?
 
Da passiert allerhand, und das ist nicht einfach zu durchschauen:
 
 
Ereigniskette 1
  • Die EZB schafft viele, viele Milliarden Geld aus dem Nichts und setzt damit zusätzliche und vollkommen überflüssige Liquidität in die Welt.
  • Diese Liquidität landet bei wenigen Großgläubigern, die ihre "riskant" gewordenen Papiere abstoßen.
  • Dieser zusätzlichen Liquidität stehen auf den Märkten der Realwirtschaft keinerlei adäquate Güter und Waren gegenüber. Daher sucht diese Liquidität sofort neue Anlagemöglichkeiten - dazu gehören natürlich zuerst Immobilien und langlebige Wertgegenstände, zu einem großen Teil wird diese Liquidität aber auch wieder in Staatsfinanzierungskrediten landen, jetzt aber in solchen, die den "Märkten" und den Rating-Agenturen besser gefallen.
Im Ergebnis haben sich also Großanleger mit Hilfe der EZB zu sehr, sehr vorteilhaften Konditionen Liquidität verschafft, um damit in neue, bessere Anlagen zu gehen. Das Ausfallrisiko, das immer wieder bemüht wird, um das Zinsnehmen zu rechtfertigen, wurde also von den Gläubigern abgewendet und ihnen stattdessen die Chance angeboten, dem Risiko zu entgehen und schlechte gegen gute Anlagen einzutauschen.
 
Ereigniskette 2
  • Mit der Übernahme des Risikos der Großgläubiger durch die EZB, wächst das
    Vertrauen der Damen und Herren Märkte in die Staatsanleihen der Euro-Zone wieder.
  • Die Risikoaufschläge beim Zins sinken. Und weil sich der tatsächliche Zins von festverzinslichen Papieren immer daraus ergibt, dass der Kurs zu dem die Papiere gehandelt werden, sich verändert, steigen die Kurse wieder.
  • Das hat für die EZB den Effekt, dass die angekauften Papiere im Buchwert steigen, sodass besonders schlaue Vordenker nun behaupten: Der Aufkauf von Schrottpapieren sei ein gutes Geschäft, weil der in den Büchern stehende Wert ja irgendwann einmal durchaus den Ankaufspreis übersteigen könne.
    Das ist natürlich Augenwischerei. Bei Fälligkeit haben die Papiere für den Inhaber und für den Schuldner wieder den Nominalwert - nur: Der Schuldner wird wieder nicht in der Lage sein, zu tilgen - es sei denn, er verschuldet sich neu.
  • Dieses Prinzip, das Staatsschulden in aller Regel nie getilgt werden, sondern nur durch einen ständige, zusätzliche Neuverschuldung die für Zins und Tilgung erforderliche Liquidität aufgebracht werden kann, ist praktisch nicht zu durchbrechen
  • Man kann die Schulden allenfalls auf andere Schuldner verteilen, aber es ist unmöglich, sie zurückzuzahlen, denn mit den Schulden verschwindet zugleich auch das Geld.
    (im Detail nachzulesen in Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre
    Band III - Über das Geld)
 
Im Ergebnis wird durch die Quasi-Garantie der EZB für die Schulden von zahlungsunfähigen Ländern die Tatsache der Zahlungsunfähigkeit verschleiert. Dies muss jedoch, aufgrund der Mechanik der Märkte und der Konstruktion des Schuldgeldes immer wieder neu geschehen, indem immer wieder neue Milliarden bzw. Billionen zum "Selbstbetrug per Kurspflege" aufgewendet werden.
 
 
Ereigniskette 3
 
  • Das wieder wachsende Vertrauen in die Werthaltigkeit der Staatspapiere hat dazu geführt, dass große Kapitalmengen, die wegen der sog. Euro-Krise in Aktien und andere Anlagen verschoben wurden, jetzt in die sicheren Anleihen zurück wollen.
  • Die ersten größeren Verkaufsorders, zu durchaus noch guten Kursen, haben an den sowieso schon nervösen Börsen eine Lawine ausgelöst, die trotz zwischenzeitlicher Erholungstendenzen, vermutlich noch lange nicht auf der Talsohle gelandet ist.
    (Meine Prognose, ohne jede Gewähr: Ziel = DAX bei 4.800)
  • Die Großanleger haben also auch die Aktienbörsen mit Taschen voller Liquidität verlassen, werfen sich jetzt auf sichere Staatsanleihen, vielleicht auch mit voller Absicht (um nämlich das Spiel im Sinne der Ereigniskette 1 zu wiederholen) auf die der nächsten Wackelkandidaten, und sehen getrost zu, wie sich die Aktien dem Punkt nähern, an dem es wieder lohnt einzusteigen.
  • Diese Spekulation auf Baisse funktioniert immer, so lange die Kurse sinken. Man kann, wenn man sich auf den selbstgemachten Trend verlassen kann, durchaus auch mit Verlust immer weiter verkaufen, bis der Kurs da ist, wo man ihn will, um dann, mit der aus den Verkäufen gewonnenen Liquidität wieder zuzuschlagen, um am Ende mit mehr Aktien, mehr Dividendenansprüchen und nach einer kleinen Wartezeit auch mit höheren Kurswerten im Depot als Gewinner dazustehen.
 
Es ist m.E. der besondere Reiz dieser jetzt vom Großkapital durchgezogenen Strategie, dass es möglich ist, durch den ständigen Wechsel von einer riskanten Anlageform (Aktien) zu einer vom Steuerzahler abgesicherten (Staatsanleihen) beide Märkte zum eigenen Vorteil zu manipulieren - und die Steuerzahler der gesamten noch zahlungsfähigen Euro-Staaten bei Bedarf als Bürgen würgen zu können.
 
 
 
Fazit
 
Die EU entpuppt sich in diesen Tagen überdeutlich als das, was sie schon immer war:
      Ein System, von besonderer Relevanz,
      dass es der Wirtschaft
      und vor allem den Eigentümern, den Sharholdern,
      den - mit nicht als ihrem eingesetzten Kapital
      haftenden - Kapitalisten ermöglicht,
      ihre Geldvermehrung noch schneller, noch rigoroser,
      noch skrupelloser zu betreiben als je zuvor.
       
      Die EU als der wettbewerbsfähigste Wirtschaftsraum dieser
      Erde, dieses Ziel wurde 2004 von Gerhard Schröder, Tony Blair und Jacques Chirac ausgerufen.
       
      Deutschland, allen voran, hat dies durchgezogen, auf Kosten der Schwächsten, der Schwachen und vieler, die sich noch für stark hielten. Löhne runter, Gewinne rauf.
       
      Dann stellte sich heraus, dass die Realwirtschaft nicht mehr genug Potential hat, um die Gewinnansprüche zu befriedigen.
       
      Mit der Deregulierung der Finanzmärkte, der Zulassung von Hedge-Fonds und der unverhohlenen Unterstützung der Expansions- und Wachstumsgelüste deutscher Banken ist die Bankenkrise eingeleitet worden,
       
      Mit der Rettung der Banken und den dafür aus dem Hut gezauberten neuen Schulden war der Startschuss für die sogenannte "Euro-Krise" gesetzt,
       
      und mit der unverantwortlichen Übernahme der Schulden schwacher Länder durch die EZB wurde der Startschuss für die Baisse-Spekulation an den Aktienmärkten abgefeuert, die in dieser Woche ihren vorläufigen Höhepunkt erlebte.
       
      Keine Sorge, das Spiel wird weitergehen.
       
       
      Die Politik,
       
      traute sie sich denn überhaupt noch etwas zu sagen, sollte
       
      • die Casinos schließen,
      • den Handel mit Unternehmensanteilen streng reglementieren und vor allem die Haftungsfreistellung von Kapitalsgesellschaftsbesitzern beenden,
      • die Herrschaft über das Geld zurückerobern und eine der Realwirtschaft und deren Bedürfnissen angemessene Geldversorgung sichern,
      • den Anreiz, sich - auf Kosten anderer (es geht nicht anders) dumm und dämlich zu verdienen, durch massive Steuern auf höchste Einkommen und höchste Vermögen so weit zurückschrauben, dass die Auswüchse, die wir heute erleben, keinen Sinn mehr machen,
      • sich darauf besinnen, dass sie in Deutschland die Aufgabe hat, den Nutzen von rund 80 Millionen Menschen zu mehren, und Schaden von diesen rund 80 Millionen abzuwenden.
       
      Solange die Politik fortfährt, sich (und ein paar Spezln aus dem Geflecht von Kapital, Unternehmen und Medien) mit Deutschland zu verwechseln,
       
      solange besteht Veranlassung,
      sich ernsthaft mit der Partei der Nichtwähler zu befassen.
       
      Ganz im Ernst.
       
      Die wollen politische Strukturen so verändern, dass der Volkeswille überhaupt wieder eine Chance hat sich durchzusetzen,
       
      und das dadurch, dass sie eben nicht mehr nichtwählen, sondern sich zur Wahl stellen, weil das,
       
      schlössen sich dem alle Nichtwähler an,
      so massive Veränderungen der Mehrheitsverhältnisse zur Folge hätte, dass Änderungen tatsächlich gelingen könnten.
       
      Schaun Sie da noch mal rein, statt nur zu klagen, man könne ja sowieso nichts tun.
       
      Ich verlege dieses Buch doch nicht, weil ich Spaß an unsinnigen und sinnlosen Aktivitäten habe, ganz gewiss nicht ...
       

 

 

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