Paukenschlag am Donnerstag
No. 30 /2011
vom 28.07.2011

Kommentare zum Zeitgeschehen
dieser von Sigrid Herwig mit einer Einleitung von Egon W. Kreutzer

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Die Gesundheit der Kinder und der Stoffwechsel

 
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Paukenschläge 2010 (ältere)
1 Angela Merkel
2 Innere Angelegenheiten
3 Werbung ist Krieg
4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
gehören zusammen
 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
26 Problematisches Goldverständnis
27 Woran man eine gute Regierung erkennt
28 Von Frau zu Frau Eva Scherrer
29 Ungarn - Irland - Deutschland ...
30 Alles Verbrecher
31 Das Staatsziel in drei Sätzen
32 Aktion Staatsziel
33 Die Geld-Hirn-Schranke
34 nicht belegt
35 Entschuldung per Vermögensabgabe
36 Besinnungslos fürs Grundeinkommen
37 Be- und Verdrossenheit
38 Schlagzeilen eines Tages
39 Die 10 Gebote, Nachtrag 2, Lohnabstandsgebot
40 Währungskrieg
41 Welt-Währungskrieg II
42 Auf dem Wachstumspfad
43 China - Macht und Ohnmacht
44 S21 und die aristotelische Lehre von der Handlung
45 Die Zeit der Narren
46 nicht belegt
47 Too big to fail
48 nicht belegt
49 Warum es fast allen immer schlechter geht
50 Jahresumbruch
1/2011 Rettung einer Illusion
2/2011 internes
3/2011 Diensleistungsgesellsch. 1
4/2011 Diensleistungsgesellsch. 2
5/2011 Diensleistungsgesellsch. 3
6/2011 Diensleistungsgesellsch. 4
7/2011 Warum es ist, wie es ist
8/2011 Der Untergang des Abendlandes
9 Theutschtest für Theutsche
10 Kam ein Wasserwerfer des Wegs
11 In jeder Hinsicht idiotengerecht
12 Aus den Tiefen des Bockshorns
13 Geld, das elende Missverständnis
14 Grundeinkommen à la Götz Werner
15 Dezentrale Energie / Speichertechnologie
16 Kernkraftwerksaktionäre
17 Dezentrale Energie /Speichertechnologie
18 Dezentrale Energieversorgung
19 Volks-
bewirtschaftungslehre
20 (nicht besetzt)
21 Die anonymen Wirtschaftskompetenzler
22 wieder nicht besetzt
23 Verschobene Spiele- verschobene Wahrnehmung 
24 Neues von Dr. Petschow
25 Fronleichnamsthema Steuersenkung
26 Empört euch!
27 Blick in leere Schädel - hilflos am Geld verzweifeln 
28 Die Billionenflut
29 Methylphenidat - die Wunderdroge
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Gesundheit der Kinder
und der Stoffwechsel
 
 
 
Der heutige Paukenschlag ist die Wiedergabe eines Schreibens von Sigrid Herwig, die sich von der in den letzten Wochen auf egon-w-kreutzer.de geführten Diskussion um die Kindergesundheit, um Methylphenidat und um die allgemeine Verfassung unserer Gesellschaft bewegt sah, selbst einen etwas umfangreicheren Beitrag zur Verfügung und damit zur Diskussion zu stellen.
 
Frau Herwig hat eine mehrjährige Fachausbildung zur
 
Fachwirtin für Soziale Dienste
 
absolviert und dabei die Kompetenz zu erworben, Menschen die in Situationen gesundheitlicher und/oder sozialer Benachteiligung stehen, bestmöglich helfen zu können.
 
Hochinteressant die Schwerpunkte dieser Ausbildung:
        • Lebensmittelkunde,
        • Ernährungslehre inklusive gebräuchlicher Diäten;
        • Gesundheitslehre, mitsamt Stoffwechsel, Vitalfunktionen und Krankheitssymptomen,
        • Medikamentenlehre, speziell dabei das Kennenlernen der Inhaltsstoffe und das Erkennen unerwünschter Reaktionen,
        • Pflegewesen und Pflegesysteme,
        • Psychologie,
        • Haushaltsführung,
        • und einiges mehr.

 

 

 
 
Und als ob ihr die theoretisch gewonnen Kenntnisse nicht reichten, arbeitete sie sich in diesem Beruf so weit auf, dass sie 2005 mit allen Anzeichen des Burn-Out-Syndroms selbst auf Hilfe angewiesen war. Die ihr gebotenen Therapien schlugen jedoch nicht an, schweres Rheuma kam hinzu - und am Ende stand die Diagnose: Depression.
 
Bei ihrem Versuch, herauszufinden, wo die Ursachen für den Mangel an Lebensfreude und Lebensenergie liegen könnten und wie es zu den mit der ersten Therapie einhergehenden Schmerzattacken kommen konnte, stieß sie auf die vielfältigen Wirkungen eines gestörten Stoffwechsels.
 
Ein gestörter Stoffwechsel gehört einerseits - von extremen Ausnahmen abgesehen - nicht zu den "anerkannten" Krankheiten. Und andererseits wird bei depressiven Patienten im normalen Medizinbetrieb kaum jemals nach einer Stoffwechselstörung gefahndet.
Frau Herwig traf auf einen Arzt, der ihr Problem erkannte und ihr helfen konnte.
 
Seitdem ist das "das Thema" von Frau Herwig geworden.
 
 
 
Die Gesundheit der Kinder
und der Stoffwechsel

von Sigrid Herwig
 
 
 
Es ist gut zu sehen, wie die Diskussion über die Gesundheit unserer Kinder gedeiht, gerade auch um AD(H)S und das umstrittene Ritalin.
Mich fordert immer wieder die Ursachensuche gesundheitlicher Störungen heraus, die sicherlich nie auf einen einzigen Aspekt zurück zuführen sind. Es sollten alle Ansichten zusammengetragen und ausgewertet werden.
 
Ich selbst bin spezialisiert auf Stoffwechsel, Lebensmittelkunde und Ernährungslehre.

Mich erschreckt die sorglose Verabreichung von Medikamenten wie Ritalin. Zahlreiche Nebenwirkungen werden stillschweigend in Kauf genommen. Zwar wird behauptet, diese seien reversibel, und auch, nach gewisser Eingewöhnungsphase verschwänden sie. Doch nachgewiesen ist das nicht. Außerdem können Kinder Unwohlsein weit weniger gut äußern als Erwachsene und oft genug wird ihnen nicht geglaubt.
 
Bauchweh, Übelkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität, Stressempfindlichkeit, Reizblase und -Darm, morgendliche Anlaufschwierigkeiten, all dies führt man gerne auf AD(H)S zurück. Doch zählen nicht genau diese Symptome auch zu den zahlreichen Nebenwirkungen von Ritalin? Worin soll also die Hilfe liegen?
 
Die Diagnose AD(H)S,
so Dr. Kuklinski in seinem Fachbuch, auf das ich bei meinen Recherchen gestoßen bin
 
"Das HWS-Trauma
Ursachen, Diagnose und Therapie",
 
sei primär auf eine Stoffwechselstörung zurückzuführen.
(S. 160, 162ff., 195, 203).
 
Zitat v. Kuklinski:
 
"Der Mensch erkrankt nicht, weil Medikamente fehlen, sondern weil biochemische Störungen im Körper ablaufen, die nicht erkannt und korrigiert werden"
 
Indem man also den Stoffwechsel korrigiert, so der Schluss daraus, wäre auch AD(H)S positiv zu beeinflussen.
 
In den 80ern, so kann ich mich noch erinnern, gab es einen lebhaften Diskurs, ob ADS ein Milieuschaden sei oder eine Hirnleistungsstörung. Selbst der Duden änderte diesbezüglich einige Male seine Definition. Die Diskussion hat sich kaum geändert. Sie hat sich nur etwas verlagert. Heute könnte man auch fragen, ob es sich bei AD(H)S um eine Behinderung oder um eine Krankheit handelt.
 
Gesundheit ist:
(sinngemäße Definition der WHO)
    Körperliches, geistiges und seelisches Wohlbefinden,
    auch bei nicht nur vorübergehender Abwesenheit von Gesundheit.

 

 
Demgemäß sollte der Ansatz Dr. Kuklinskis weiter verfolgt werden, den innerzellulären Stoffwechsel zu untersuchen und bei Bedarf zu korrigieren. Dazu wäre Der Lebensrhythmus des Betroffenen an die Erfordernisse des gestörten Stoffwechsels anzupassen.
 
Sollte man hingegen Betroffene als Behinderte eingruppieren wollen, so wäre zu fragen:
 
Wen oder was behindert AD(H)S eigentlich?
 
 
Doch wahrscheinlich am meisten nichts anderes, als unsere normierten Lebensabläufe; Tagesleistungen, die von gesunden, vitalen Menschen, von Erwachsenen für Kinder, vorgegeben werden.
 
Vom betroffenen Kind verlangt man, seine Beschwerden zu unterdrücken, sich der Leistungsfähigkeit Gesunder anzupassen, notfalls mit Gewalt.
 
Neuroleptika, Psychopharmaka, Antidepressiva sind chemische Substanzen, die durchaus Gewalt auf den Menschen ausüben können. Besonders nach langjähriger Verabreichung äußern sich vielfältige unerwünschte Symptome, wie
            • Sehstörungen
            • Hörstörungen,
            • Geh- und Gleichgewichtsstörungen,
            • Nerven- und Muskelschmerzen,
            • Muskelzucken,
            • Speicheln,
            • Krämpfe,

 

 
um nur einige zu nennen, von Organschäden ganz zu schweigen. Diese Störungen machen es Betroffenen nicht selten unmöglich, sich in die Gesellschaft zu wagen. Auch ein Mensch mit Behinderung hat ein Anrecht auf Wohlbefinden!
 
Er darf weder ausgegrenzt noch überfordert werden, und vor allem darf er nicht durch leichtfertig verabreichte Medikamente zu Schaden kommen.
 
Der Biochemie des Stoffwechsels sollte man daher volle Aufmerksamkeit widmen. Leider sind dafür weder diagnostische noch therapeutische Maßnahmen im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen vorhanden und die Abteilungen "Außervertragliche Leistungen" stellen sich taub. Zum Beispiel konnte die Gesundheitskasse AOK keinen vertraglich zugelassenen internistischen Molekularbiologen benennen, der sich mit Mitochondriopathie befasst. Mitochondriopathie ist die medizinische Bezeichnung für Störungen der Mitochondrien, unserem wichtigsten Stoffwechselorgan. In den Mitochondrien findet der aerobe Stoffwechsel statt, bei dem Glucose mit Hilfe von Sauerstoff in Wärme und Bewegungsenergie umgewandelt wird. Laut Uniklinik Göttingen ist eine von 5000 Personen von der Krankheit betroffen. Mitochondriopathie zählt demnach zu den seltenen Krankheiten.
Die Molekularbiologen Prof. Pall, USA, und Dr. Kuklinski, Deutschland und Österreich, kommen zu völlig anderen Ergebnissen:
 
Aufgrund mangelnder Diagnostik und Therapie liege die Dunkelziffer bezüglich Mitochondriopathie so hoch, dass wahrscheinlich bis zu zehn Prozent der Gesamtbevölkerung davon betroffen sind, wobei AD(H)S nur eine der zahlreichen gesundheitlichen Störungen ist, deren Ursache in dieser Stoffwechselstörung zu suchen sei. Man therapiere bislang nur die daraus resultierenden Spätfolgen, Ursachenforschung unterbleibe.
 
Wenn man dann noch bedenkt, dass die Mitochondrie nicht nur ein Stoffwechselorgan ist, sondern die mDNA (mitochondriale DNA) beherbergt, also jenes Erbgut, welches über die Mütter an die nächste Generation weitergegeben wird, stimmen die genannten Zahlen von Pall und Kuklinski schon recht nachdenklich. Weitere Studien wären sicherlich hilfreich.
 
Mit dem Bewusstsein über die tatsächliche Verbreitung dieser Stoffwechselstörung würden sich für viele Symptomatiken neue Behandlungsansätze finden und einsetzen.
 
Eine fachgerecht vorgenommene Korrektur einer biochemischen Störung zeigt keine schädlichen Nebenwirkungen. Dazu ist sie weitaus preiswerter als aufwändige Symptomtherapie und bietet darüber hinaus ausgezeichnete Prävention.
 
Davon kann ich aus eigener Erfahrung berichten, da ich schon seit Jahren auf Ursachenbehandlung umgestiegen bin und die von den gesetzlichen Kassen in aller Regel gewährte, symptomorientierte Behandlung, aufgrund der unabsehbaren Folgewirkungen ablehne. Gesetzliche Kassen und deren Vertragsärzte lassen häufig einfachste Fragen nicht zu.
 
Zum Beispiel bleibt die Frage:
 
Woher kommt zu hoher Blutdruck?
 
in aller Regel unbeantwortet. Es wird lediglich festgestellt, dass ein zu hoher Blutdruck vorliegt - und dann der Versuch unternommen, die Patienten medikamentös "einzustellen".
 
Beharrt man darauf, eine Antwort auf die Frage nach den Ursachen zu erhalten, kommen Ausflüchte, die eher wie Schuldzuweisungen anmuten:
    • Sie sind zu dick
    • Sie treiben zu wenig Sport
    • Sie ernähren sich ungesund
      (Leider wird über gesunde Ernährung auch falsche Aufklärung betrieben. Man beachte nur die vielen voneinander abweichenden Ernährungspyramiden. Eine jener Lebensmittelpyramiden fiel mir einmal in die Hände, nachdem sie einem Diabetiker von seinem Hausarzt überreicht worden war. Der Allgemeinzustand des Patienten verschlechterte sich zusehends, nachdem er diesen Plan anwandte. Die Medikation gegen Bluthochdruck und Diabetes musste in Folge immer wieder gesteigert werden. Im weiteren Verlauf wurden erhöhte Cholesterinwerte gemessen).
    • Sie schlafen zu viel / zu wenig
    • Sie rauchen
    • Sie trinken zu viel Alkohol
    • Sie trinken zu viel Kaffee / Schwarztee
    • Sie haben negativen Stress / neigen zur Depression
    • Sie sind psychisch belastet
    • Ihre Arbeit / familiäre Situation bringt zu viel Stress / ist zu einseitig u. dgl.

 

 
 
Ein Internist des Fachgebiets Molekularbiologie wird bei der Suche nach der Ursache des Bluthochdrucks den Stoffwechsel untersuchen und ihn korrigieren. Der Blutdruck normalisiert sich. Auf Betablocker, Blutverdünner und andere Mittel aus dem Repertoire der Pharmaliste kann, sofern sich der Patient an die Therapievorgaben hält, nicht selten vollständig verzichtet werden.
Sodbrennen und die davon ausgelösten Schlafstörungen bleiben aus, das Gewicht pendelt sich ein, Bewegungslust und Lebensfreude kehren zurück.
 
Richtige Ernährung macht vielfach auch eine medikamentöse Diabetesbehandlung überflüssig, oft schon nach nur drei Wochen. Dazu gibt es Studien, sogar von der Bundesrentenversicherungsanstalt.
 
Auch wenn das Beispiel "Bluthochdruck" vom eigentlichen Thema etwas ablenkt, zeigt es doch deutlich die unterschiedlichen Behandlungsmethoden auf.
 
Warum sollte, wenn die Korrektur des Stoffwechsels - und daran ist immer auch die Ernährung beteiligt - Diabetikern und an Bluthochdruck Leidenden helfen kann, nicht auch bei AD(H)S und sonstigen gesundheitlichen Störungen der Kinder helfen?
 
Kinderärzte könnten sich mit dem biochemischen Stoffwechsel ihrer kleinen und größeren Patienten sorgfältig auseinandersetzen, ihn untersuchen, erforderlichenfalls korrigieren und gleichzeitig Studien darüber anfertigen.
 
Dies ist gewiss eine große Aufgabe, aber die Verantwortung ums Wohlbefinden unserer Kinder sollte der Mühe wert sein.
 
Bedauerlich ist, dass es in Deutschland ambulant tätige internistische Molekularbiologen lediglich ein bis zwei Hand voll zu geben scheint. Wer wird sich auch freiwillig auf ein Fachgebiet spezialisieren, bei dem von vornherein klar ist, dass er erstens keine kassenärztliche Zulassung erhalten wird und zweitens seinen Patienten nur selten sieht, sofern dieser nach richtiger Ausführung der Therapieanweisungen sein Wohlbefinden zurück erlangt?
 
Zum Abschluss vielleicht noch diesen Hinweis:
 
Mitochondriopathie (und eine der Folgen AD(H)S?) ist eine Krankheit,
die einen mehr oder weniger schweren chronischen Energiemangel zur Folge hat und nicht selten begleitet wird von einer Anreicherung von Ethanol im Körper (Gehirn!).
 
Kein Wunder also, wenn man in Ritalin das Mittel der Wahl sieht, soll es doch Anpassungsfähigkeit und damit die Leistung steigern.
 
Für Diagnosen wie Mitochondriopathie ist in einer Hochleistungsgesellschaft kaum Raum. Ihre Therapie fördert die mit dem Gesundheitssystem verbundenen Aktiengesellschaften nicht und übt darüber hinaus Kritik an der heutigen industriellen Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung. Erklärt sich damit das bereits Jahrzehnte dauernde Schweigen bezüglich der Kenntnisse des biochemischen Stoffwechsels?
 
 
Mit freundlichen Grüßen
S. Herwig
 
 
(Fortsetzung folgt)
 
 
 
 

 


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Reaktionen auf diesen Paukenschlag:
Kommentar von Manuela Engl:

Liebe Frau Herwig,

mit großem Interesse habe ich Ihren Beitrag auf unseren Paukenschlag vom 21.07.2011 "Methylphenidat - eine Wunderdroge" gelesen.
Vielen Dank für Ihre wertvollen und aufklärenden Gedanken, die zum Nach- und Weiterdenken anregen.
Spannend finde ich Ihre Frage:

"Warum sollte, wenn die Korrektur des Stoffwechsels
- und daran ist immer auch die Ernährung beteiligt -
Diabetikern und an Bluthochdruck Leidenden helfen kann,
nicht auch bei AD(H)S und sonstigen gesundheitlichen Störungen der Kinder helfen?"

In einem Gespräch mit Frau Dr. Maria-Elisabeth Olszewsky, Hautärztin und Allergologin, konnte ich erfahren, dass "AD(H)S-Symptome" bei über 80% ihrer AD(H)S-diagnostizierten Patienten nach einer Ernährungsumstellung in kürzester Zeit verschwanden.

Die Ernährungsumstellung beruhte darauf, Nahrungsmittel zu meiden,
in denen u.a. folgende Stoffe enthalten sind:

  • Phosphate
  • Zitronensäure (E 330-33),
  • Benzoesäure (E210-219),
  • Sorbit und
  • insbesondere der mittlerweile in vielen Nahrungsmitteln enthaltene
    Geschmacksverstärker Glutamat.

 

Für mich stellt sich die Frage, ob Eltern von AD(H)S-diagnostizierten Kindern darauf hingewiesen werden, darauf zu achten, dass ihr Kind möglichst keine dieser "Stoffe" zu sich nimmt.


Wissen die Eltern das?

Ich vermute, dass die meisten Eltern keinerlei Informationen von ihrem Arzt darüber erhalten. Möglicherweise kennen viele Ärzte selbst den Zusammenhang von Ernährung und Krankheit nicht. Woher auch? In ihrem Studium beschäftigen sie sich, wenn überhaupt, nur am Rande mit der Bedeutung einer ausgewogenen, vitalstoffreichen Ernährung für die Gesundheit eines Menschen.

Besonders interessant finde ich persönlich die Tatsache, dass bei ADS ähnliche Symptome zu beobachten sind wie bei der biochemisch-enzymatischen Störung Kryptopyrrolurie (KPU), die über eine Urinprobe leicht feststellbar ist und relativ einfach - und vor allem mit geringem Kostenaufwand - durch Gabe von Zink und Vitamin B6 behandelt werden kann.
Eine Behandlung, die allerdings der Pharmaindustrie keine großen Gewinne machen lässt.

Da öffnet man dann doch lieber die Türen zu Methylphenidat - und produziert es tonnenweise. Ein Mittel, das unter dem Betäubungsmittelgesetz steht - und allzu leichtfertig unter das Volk gebracht wird.

Was vermutlich den Wenigsten bewusst ist, ist die Tatsache, dass sich jeder, der dieses Mittel einnimmt, ohne eine entsprechende Diagnose von einem Arzt zu haben, strafbar macht.


Wissen das die "Nutzer" von Methylphenidat?

  • Wissen das all die Studenten, die es mittlerweile als Gehirndoping verwenden, um dem Leistungsdruck standhalten zu können?
  • Wissen es die Eltern, die ihren Kindern das Mittel verabreichen?
  • Wissen unsere Lehrer und Erzieher, dass sie sich strafbar machen, wenn sie einem Kind das Mittel verabreichen - auch wenn eine schriftliche Bestätigung des Arztes vorliegt?
  • Ist unseren Ärzten bewusst, dass sie dieses Mittel erst dann verschreiben dürfen, wenn eine vorhergegangene nicht-medikamentöse Behandlung erfolglos blieb?
  • Sind unsere Eltern darüber informiert, dass ihr Kind dieses Mittel nur einnehmen darf, wenn die Behandlung unter Aufsicht eines Spezialisten für Verhaltensstörungen erfolgt?
  • Wissen unsere Ärzte, dass sie strafrechtlich verfolgt werden können, wenn sie einem Kind Methylphenidat verordnen, ohne eine entsprechende Anamnese durchgeführt zu haben, die in der Regel 1 ½ Stunden dauert?

 

Methylphenidat - die Wunderdroge …

Wir werden mit ihr noch Wunder erleben, sofern wir tatenlos zusehen, wie sich dieses Mittel weiter ausbreitet. Die Nebenwirkungen sind bekannt - und die Folgeschäden mit allem drum und dran trägt dann wieder mal die Gesellschaft. Doch das ist für uns ja nichts Neues.


Es ist nichts Neues, dass Symptome bekämpft werden,
anstatt die Ursachen zu erforschen und daran zu arbeiten.


Das fängt im Familienleben an, findet sich im Bildungssystem wieder - und breitet sich Schritt für Schritt in allen Wirtschaftssektoren aus:

Symptome mit allen Mitteln zu bekämpfen, anstatt die Ursachen zu erforschen und an gemachten Fehlern zu arbeiten.

Die Zeit ist reif!
Reif dafür, den Grundsatz von Ursache und Wirkung in allen Lebensbereichen ins Bewusstsein zu rufen.

 

Ich freue mich auf eine rege Diskussion
auf der Seite von Egon W. Kreutzer!

Herzliche Grüße aus Oberbayern
Manuela Engl



Sehr geehrter Herr Kreutzer,

es ist sehr löblich, dass Sie Ihre Paukenschläge anderen Themen widmen und auch andere die Feder führen dürfen.

Aber der letzte Paukenschlag zeigt, dass Sie sich vergaloppieren:

Da werden Mitochondriopathien, also ERBKRANKHEITEN, zum Thema gemacht.

Was, zum Kuckuck, soll das?
Es liegt in der Natur von Erbkrankheiten, dass es für sie keine Lösung in Form von Ursachenbekämpfung gibt.
Wenn Sigrid Herwig wenigstens eine Therapie aufgezeigt hätte, deren Wirksamkeit erwiesen ist, und aufgezeigt hätte, dass Mitochondriopathien eindeutige Ursachen für AD(H)S sind, hätte ich gegen diesen PaD nichts einzuwenden. Gegen das Aufzeigen gangbare Lösungswege ist ja nichts einzuwenden. Aber nichts dergleichen tut sie, stattdessen bietet sie Spekulationen, verwirrt mehr als dass sie aufklärt, getreu dem Motto: Sie haben ein Problem? – Ich habe da noch eins für Sie."

Hätte ihr Ausbildungsschwerpunkt auf Parasitologie gelegen, hätte sie wahrscheinlich etwas anderes geschrieben.
Und was glauben Sie wohl, was Ihnen ein Allergologe oder Umweltmediziner über AD(H)S erzählen würde?

Das Phänomen ist uns wohlbekannt vom Cousin unseres Vaters, der Mikrobiologe ist. Er behauptet, Infektionen seien nach wie vor die Hauptursache für das krankheitsbedingte Verscheiden von Menschen, nicht Herzkasper, Krebs und Demenz. Er hat nicht unrecht, jedoch ist es ein viel zu beschränkter Blick auf die Realität.
Mein Tipp: Befragen Sie den nächstwohnenden Landwirt Ihres Vertrauens zum Thema AD(H)S. Sie werden schlimmstenfalls keine Antwort bekommen. ;-)

Die Konstante Ihrer Aufsätze war und muss bleiben, dass Probleme UND Lösungen benannt werden und das in einer Weise, die selbst Laien nachvollziehen können. (Und dazu Ihre persönliche Würzmischung aus Ironie und bajuwarischem Temperament.)

(EWK: Danke, für dieses dann doch wieder ermunternte Lob!)

Allgemein ist zu sagen:
Es macht wenig Sinn über die Auswüchse und Symptome einer kranken Gesellschaft zu diskutieren, wenn bereits die Ursachen, die Grundprobleme und mögliche Lösungen benannt worden sind.

Ich bin der festen Überzeugung, dass AD(H)S nur eine Folgeproblem ist, das ersatzlos verschwinden wird, sobald das Grundproblem beseitigt ist, und das ist das kapitalistische Missmanagement, das inzwischen jeden Winkel unserer Gesellschaft, auch Schulen und Kindergärten und fast jede Familie, durchseucht hat.
Anders formuliert: Ich teile Ihren Optimismus, den Sie einst mit folgenden Worten auf den Punkt gebracht haben: "Denn wo ein Anfang gemacht ist, ergibt sich der Rest von ganz alleine."

Themenwechsel: Die Anschläge in Oslo

haben mich kalt gelassen, geschweige denn überrascht. Ich rechne jeden Tag mit so einem "Knall". Warum?
Ich bin selber ein junger Mann, ähnlich perspektivlos und hocke hin und wieder mit anderen jungen Leuten, ähnlich perspektivlos, beim Bier zusammen. Sobald der Alkohol einen gewissen Pegel erreicht und die Zungen sich zu lösen beginnen, ist mir in Anbetracht der daraufhin gefällten Äußerungen schon so oft ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen, sodass mich jene Ereignisse in Norwegen fast völlig kalt lassen.
Und wohlgemerkt – ich habe ein Jahr lang in Belgien gearbeitet, dort ebenfalls mit jungen Kollegen beim Feierabend-Bier zusammengesessen: dieselben Erfahrungen!
Ja, Europa ist bereits vereint, zumindest, was die Perspektivlosigkeit und die Frustration seiner Jugend anbelangt, die nur noch darauf wartet, sich in Aggression zu entladen.
Ich will Ihnen wirklich nicht Bange machen, aber ich fürchte, dass das Schlimmste noch bevorsteht. Als Hoffnung kann ich hier nur meinen Grundoptimismus anbieten: Die Menschheit hat die Katastrophe "Menschheit" schon so oft überlebt...

Erschreckend war für mich, als die Begründung des Attentäters für sein Schlachten verbreitet wurde: Sie zeigt, dass die gängige Propaganda, insbesondere die islamfeindliche Hetze, Früchte trägt.
Positiv wie neu ist allein, dass der Attentäter überleben wollte und auch überlebt hat. Ganz im Gegensatz zu den bisher dominierenden Selbstmordattentätern und Amokläufern. Es handelt sich offenbar nicht um einen hoffnungslosen Fall, den man für immer wegsperren oder dessen Tötung man als Fakt hinnehmen muss.

So genug des Bösen für heute. Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende.
Mit freundlichen Grüßen
Frederick Sauer


und hier die Anwort von Sigrid Herwig auf die beiden vorangegangen Kommentare:


 
Lieber Herr Kreutzer,

meinen herzlichen Dank für die Möglichkeit, über Zusammenhänge des Stoffwechsels berichten zu dürfen. Über die Diskussion bin ich sehr erfreut.

Liebe Frau Engl,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Auch er bestätigt, dass doch vieles auf verborgene Ernährungsfehler hindeutet, was Kindern und Erwachsenen das Leben schwer machen kann. Ihre Aufzählung von Lebensmittelzusatzstoffen und deren Auswirkungen auf kleine Zappelphilipps ist sehr wertvoll. Das bereits von Herrn Kreutzer erwähnte Pökelsalz kann man gleich noch der Liste beifügen. Richtig beeindruckend ist außerdem Ihre Erläuterung zur rechtlichen Situation bei Verabreichung von Ritalin. Weiteren Erfahrungsaustausch mit Ihnen könnte ich mir sehr gut vorstellen und würde ihn mir wünschen.

Lieber Herr Sauer,

auch auf Ihren Beitrag möchte ich gerne antworten.

Der Cousin Ihres Vaters hat auf jeden Fall recht. Infektionen und Parasiten beeinträchtigen immer wieder auch unsere Gesundheit, bedrohen nicht selten gar Leben. Dennoch glaube ich, dass ein gut funktionierender Stoffwechsel helfen kann, uns robuster zu machen, gegenüber diesen Anfeindungen. Stoffwechselexperten und Experten zur Bekämpfung von Infektionen böte sich sicherlich ein fruchtbares Miteinander, um Menschen bei mangelndem Wohlbefinden oder gar schwerer Krankheit noch besser helfen zu können.

Um nun auch noch mal auf Gendefekte einzugehen: Erst nach über einem halben Jahrhundert erfuhr ich, dass ein derartiger Defekt für meine gesundheitlichen Störungen zuständig ist und unwissender Weise ich diesen meinen Kindern mitgab.

Hätte ich bereits vor der Geburt meiner Kinder davon wissen können, hätte ich sie bereits gut während der Schwangerschaft schützen können. Das sind doch echte Müttersorgen. Darüber informieren zu dürfen, ist ein Herzensanliegen. An dieser Stelle daher noch einmal meinen besten Dank an Herrn Kreutzer.

Bezüglich der Details der Therapie könnte ich Ihnen, sehr geehrter Herr Sauer, über eigene Erfahrungen berichten, was ich natürlich gern mache, sofern dies Ihr Anliegen ist. Vielleicht böte sich diesbezüglich dann auch ein etwas privaterer Raum.

Für allgemeine und weitreichendere Informationen empfehle ich das bereits erwähnte Fachbuch "HWS-Trauma ..." von Dr. B. Kuklinski. Es ist leider nicht ganz preiswert und ich musste bei unserer Stadtbibliothek etliche Wochen darauf warten, nachdem es aus einer Unibibliothek ausgeliehen werden musste. Nach abschließendem Lesen war es mir jedoch so wertvoll geworden, dass ich es mir kaufte.

Auch Dr. Kuklinskis Internetseite bietet viel. Er berichtet zahlreich von seinen Therapien bei multifunktionaler Erkrankung, geht vielfältig auf Krankheiten und deren Symptome ein und gibt seine daraus gewonnenen Studien preis. Ein gelegentlicher Besuch dieser Seiten lohnt sich für fachlich Interessierte immer:

www.dr-kuklinski.info/

Auf jeden Fall rate ich vom Selbst-Ausprobieren von Therapien ab. Diagnose und Therapie gehören immer in die Hand des (Fach-) Arztes, zu dem man Vertrauen entwickeln kann. Ich erwähne letzteres deshalb, weil ich glaube, dass auch unsere Psyche am Genesungsprozess mit beteiligt ist. Ich möchte in dem mir erlaubten Beitrag auf Herrn Kreutzers Seite auch keine Arztwerbung betreiben. Mir geht es allein um das Thema "Mitochondrialer Stoffwechsel", weil ich empfinde, dass diesem Thema noch zu wenig Beachtung beigemessen wird, obgleich die Biochemie diesbezüglich innerhalb der letzten beiden Jahrzehnte unglaublich weit voran geschritten ist.
Für die beiden Beiträge vielen Dank und meine herzlichen Grüße an Sie, liebe Frau Engl, lieber Herr Sauer.

S. Herwig

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