Paukenschlag am Donnerstag
No. 27 /2011
vom 07.07.2011

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Blick in leere Schädel - hilflos am Geld verzweifeln

 
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Paukenschläge 2010 (ältere)
1 Angela Merkel
2 Innere Angelegenheiten
3 Werbung ist Krieg
4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
gehören zusammen
 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
26 Problematisches Goldverständnis
27 Woran man eine gute Regierung erkennt
28 Von Frau zu Frau Eva Scherrer
29 Ungarn - Irland - Deutschland ...
30 Alles Verbrecher
31 Das Staatsziel in drei Sätzen
32 Aktion Staatsziel
33 Die Geld-Hirn-Schranke
34 nicht belegt
35 Entschuldung per Vermögensabgabe
36 Besinnungslos fürs Grundeinkommen
37 Be- und Verdrossenheit
38 Schlagzeilen eines Tages
39 Die 10 Gebote, Nachtrag 2, Lohnabstandsgebot
40 Währungskrieg
41 Welt-Währungskrieg II
42 Auf dem Wachstumspfad
43 China - Macht und Ohnmacht
44 S21 und die aristotelische Lehre von der Handlung
45 Die Zeit der Narren
46 nicht belegt
47 Too big to fail
48 nicht belegt
49 Warum es fast allen immer schlechter geht
50 Jahresumbruch
1/2011 Rettung einer Illusion
2/2011 internes
3/2011 Diensleistungsgesellsch. 1
4/2011 Diensleistungsgesellsch. 2
5/2011 Diensleistungsgesellsch. 3
6/2011 Diensleistungsgesellsch. 4
7/2011 Warum es ist, wie es ist
8/2011 Der Untergang des Abendlandes
9 Theutschtest für Theutsche
10 Kam ein Wasserwerfer des Wegs
11 In jeder Hinsicht idiotengerecht
12 Aus den Tiefen des Bockshorns
13 Geld, das elende Missverständnis
14 Grundeinkommen à la Götz Werner
15 Dezentrale Energie / Speichertechnologie
16 Kernkraftwerksaktionäre
17 Dezentrale Energie /Speichertechnologie
18 Dezentrale Energieversorgung
19 Volks-
bewirtschaftungslehre
20 (nicht besetzt)
21 Die anonymen Wirtschaftskompetenzler
22 wieder nicht besetzt
23 Verschobene Spiele- verschobene Wahrnehmung 
24 Neues von Dr. Petschow
25 Fronleichnamsthema Steuersenkung
26 Empört euch!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Blick in leere Schädel -
hilflos am Geld verzweifeln


Ich bin kein Anatom, weiß gerade mal, dass bei den aufrechtgehenden Großsäugern unter dem Schädeldach erst einmal die Hirnhaut, dann die vielfach gefältelte Großhirnrinde, darunter das Zwischenhirn und das Kleinhirn zu finden sind, die allesamt dazu beitragen, dass der Organismus insgesamt funktioniert, sich orientiert, auf Reize richtig reagiert und auch in komplexen Situationen die Übersicht behält.

Müsste ich - mit Knochensäge und Skalpell ausgerüstet - in einem Schädel nach dem Hirn und seinen Fähigkeiten suchen, wäre ich überfordert, weil mir dafür die Ausbildung fehlt.

Aber es gibt ja glücklicherweise eine andere Methode, den Inhalt eines Schädels zu ergründen, eine absolut nicht-invasive, die aus der Beobachtung des schädeltragenden Wesens, aus seinen Reaktionen auf Umweltreize und aus seinem Verhalten in komplexen Situationen durchaus gültige Schlüsse über Quantität und Qualität der grauen Substanz zu ziehen erlaubt.

Was ist also von einer Gesellschaft schädeltragender Wesen zu halten, die sich in ihrer hochentwickelten, komplexen arbeitsteiligen Wirtschaft darauf geeinigt haben, ein als ''Geld" bezeichnetes Verrechnungssystem zu verwenden, von dem immer zu wenig da ist, weil es von so genannten "Banken" beherrscht wird, die Handel und Wandel, Wohlstand und Wachstum - ja selbst die Gerechtigkeit - nur in dem Maße mit dem notwendigen Zahlungsmittel versehen, wie dadurch die Bereitschaft, dieses Geld - das Geld selbst - teuer zu bezahlen, nicht leidet.

 

Ja, wenn dem so wäre,

dann müsste man annehmen, dass die Geschicke dieser Gesellschaft von "wahren Hohlköpfen" bestimmt werden, was wiederum vermuten lässt, dass die gesamte Population derart von Hohlköpfen durchsetzt ist, dass die Hohlköpfe bei allen demokratischen Wahlen und Abstimmungen ganz selbstverständlich die Mehrheiten hinter sich versammeln können.

Ja, wenn dem so wäre.

Aber wie ist es denn?

 

Es ist so. Leider.

 

Folgen Sie mir bitte auf ein einfaches,
wenn auch gemeingefährliches Gedankenexperiment:

 

Es ist die Nacht vom Samstag auf Sonntag.
Überall auf der Welt haben die Banken geschlossen.

Ein teuflisch konstruiertes Computervirus, bereits millionenfach in Rechnern dieser Welt schlafend, wird zum programmierten Zeitpunkt aktiviert. Er rast lautlos durch das Netz, frisst sich durch jede noch so raffiniert errichtete Firewall und löscht alle Daten, die eine natürliche oder juristische Person als "Eigentümer" von Geld ausweisen.

Sechs Stunden später, noch bevor der Schaden entdeckt ist, rast ein wüster Magnetsturm von der Sonne über die Erde, das irdische Magnetfeld wird deformiert, Nordlichter erhellen den Himmel bis zum Äquator, aber - wie durch ein Wunder bleibt alle Elektronik unbeschädigt. Nur die Sicherheitsfäden der Banknoten, die eingearbeiteten Hologramme, die verdampfen. Weder meterdicker Beton noch dicke Stahlwände, und schon gar nicht das Leder der Geldbörsen schützen davor, und die Münzen verlieren ihre ursprünglichen magnetischen Eigenschaften, werden von Automaten abgewiesen und von Experten als Falschmünzen angesehen.

Als es nach und nach Montag wird auf der Welt, und die Banken, Zeitzone für Zeitzone ihren Betrieb aufnehmen wollen, ist das Werk vollbracht.

 

Es gibt kein Geld mehr.

Kein Bargeld, kein Giralgeld, kein Tagesgeld, kein Festgeld, kein Spargeld, nichts.

Nirgends auf der Welt.

 

Können Sie sich dieses Chaos ausmalen?

Den totalen Geldausfall.

Tausendmal schlimmer als Stromausfall?

 

Wetten, dass nichts mehr funktioniert.

 

 

Irrtum.

Alles funktioniert.

 

  • Der öffentliche Nahverkehr rollt.
  • Die Zeitungen liegen an den Kiosken
  • Warmer Brötchen- und Kaffeeduft dringt aus Bäckereien und Cafés
  • Die Fabriken öffnen ihre Tore für ihre Beschäftigten, Maschinen laufen an, Gabelstapler rasen durch die Gänge, Computer piepsen,
  • In den Krankenhäusern läuft die erste Visite, während gleichzeitig Patienten auf die OP vorbereitet werden,
  • Die Einzelhandelsgeschäfte öffnen ihre Rolltore,
  • die Polizei fährt Patrouille,
  • Tanklastwagen beliefern Tankstellen,
  • Flugzeuge starten und landen,
  • Containerschiffe stampfen über die Ozeane,
  • Bauern schließen Kühe an Melkmaschinen an
  •  
  •  
  • Es ist alles genau so, wie an jedem anderen Montag.
  •  
  • Nichts bleibt stehen, weil es kein Geld gibt.
  • Geld entpuppt sich als das Überflüssigste überhaupt.
  •  
  • Alle arbeiten weiter, wie bisher, alle konsumieren wie bisher,
  •  
  • es bezahlt bloß keiner mehr irgendwas.

 

 

Es ist ja auch nicht nötig, dass irgendwer irgendwas bezahlt. Es ist genug da, für alle, und alle tun weiter ihren Job, damit das auch so bleibt.

Und weil niemand Geld beschaffen muss, um Löhne bezahlen zu können, arbeiten nun sogar die Arbeitslosen mit, schaffen Werte, die sie vorher, weil sie niemand bezahlen wollte, nicht schaffen konnten, ermöglichen so sich und der gesamten Gesellschaft ein gewisses Wohlstandswachstum - und zugleich die Verkürzung der Arbeitszeiten.

 

Das Gemeingefährliche an diesem Gedankenexperiment
ist die Tatsache,
dass es funktionieren würde.

 

 

Geld, mit tatsächlicher Leistung erworbenes Geld, ist doch nichts als eine Quittung dafür, dass der, der das Geld hat, dafür etwas geleistet hat, ohne noch selbst eine richtige Gegenleistung in Anspruch genommen zu haben.

Geld ist eine Quittung für Leistung.
Geld ist im Grunde nur ein Verrechnungssystem.

Geld selbst hat keinen eigenen Wert.

Eigentlich könnte jedermann mit einem kleinen Quittungsblock herumlaufen und damit seinen Lieferanten und Dienstleistern bestätigen, von Ihnen etwas erhalten zu haben, ohne dafür schon etwas anderes hergegeben zu haben, als diese Quittung, die damit zugleich ein Schuldschein ist.

Ein Schuldschein, den er von irgendjemandem zurückerhalten wird, der eines Tages eine Leistung von ihm, dem ehemaligen Quittungsschreiber, abnimmt. Dann kann er diese Quittung, seinen alten Schuldschein, vernichten. Er schuldet dafür nichts mehr, er hat sein Leistungsversprechen, das er mit der Quittung dokumentierte, erfüllt.

 

Wenn unser Schuldscheinaussteller also "Maier" hieße und Steuerberater wäre,
ließe sich der Prozess so darstellen:

Erster Schritt

Herr Maier lässt einen neuen PC liefern und stellt darüber eine Quittung aus

Zwischenschritte

die Maiersche Quittung wird vom Hardwarelieferanten an dessen Lieferanten weitergereicht, so spart der sich das Ausstellen einer eigenen Quittung

auch diese Lieferanten geben diese Quittung immer wieder einmal weiter, bis

Zweiter Schritt

Ein Klient des Steuerberaters Maier - zufällig - dessen Quittung in Händen hält und - zufällig Maiers Rechnung damit bezahlt.

Dritter Schritt

Maier erkennt seine alte Quittung und zerreißt sie.
Seine "Schuld" ist ausgeglichen, und wenn er wieder eine Lieferung quittieren muss,
dann stellt er eben eine neue Quittung aus.

 

(Der klassische "Wechsel" als Möglichkeit, sich Liquidität zu beschaffen, entspricht genau diesem Prinzip.)


Warum wir das nicht wirklich so machen, sondern uns der Banken bedienen, die uns mit diesen Quittungen versorgen, das hat zwei Aspekte.

Erstens ist da der Aspekt der Sicherheit, wir verlassen uns darauf, dass die Bank schon darauf achten wird, dass derjenige, der sich Geld leiht, auch in der Lage sein wird, noch so viel Leistung zu erbringen, dass er seine Schuld pünktlich ausgleichen kann.

Zweitens ist da der Aspekt der Bequemlichkeit. Die Banken erbringen im Zahlungsverkehr eine umfassende und in aller Regel fehlerfreie Dienstleistung, sie weisen nach, wer noch etwas zu erhalten hat und wer noch etwas leisten muss. Das tun sie einigermaßen neutral und gewissenhaft.


Warum dieser Umgang mit dem Geld dennoch zum Fiasko führt, warum nun plötzlich ganze Staaten vor dem Problem stehen, ihre Schulden nicht mehr begleichen zu können, das hat seine Ursache in einem winzigen Detail, das ich eingangs schon - ganz nebenbei - erwähnt habe.

Dieses System funktioniert nur,

  • wenn tatsächlich allem Geld auch eine adäquate Leistung gegenübersteht -

    und umgekehrt.

  • Es muss nämlich auch aller Leistung, für die ein Bedarf besteht, die nötige Menge Geld gegenüberstehen, um sie überhaupt möglich zu machen.

Solange ein Gut produziert, eine Dienstleistung erbracht wird, die tatsächlich einen Abnehmer findet, solange ein Bäcker Brot bäckt und ein Arzt Kranke behandelt, solange also ein Bedarf befriedigt wird - und solange niemand auf die ganz und gar kranke Idee kommt, durch eigene Mehrleistung einen anderen arbeitslos zu machen, so lange ist das System nahezu perfekt - vorausgesetzt, man befindet sich in einem Zustand ausgewogenen arbeitsteiligen Wirtschaftens, einem Zustand, in dem auf lange Sicht, ja über ein Leben hinweg betrachtet, ein Ausgleich zwischen Geben und Nehmen, zwischen Leistung und Konsum erreicht wird,.

Diejenigen, die wenig leisten, können in diesem System auch nur wenig konsumieren, die verhalten sich damit durchaus systemkonform und unschädlich.

Was aber geschieht, wenn da jemand ist, der - von raubritterischen Vorfahren über Jahrhunderte ererbt - ein großes Landgut sein eigen nennt. Wenn der gar nichts tut, außer sein Land gegen entsprechende Pacht den Landlosen zur Bearbeitung zur Verfügung zu stellen?

Was aber geschieht, wenn da jemand ist, der - wie auch immer - zu einem großen Geldvermögen gekommen ist, der so viel Geld besitzt, dass er beim besten Willen nicht mehr weiß, wohin damit, außer es gegen Zinsen zu verleihen - und der sonst auch gar nichts tut?

Richtig:

Da entstehen

Einkommen, denen keine adäquate Leistung gegenübersteht.

  • Einkommen die auf den Markt gehen und dort einkaufen können, ohne dafür selbst jemals etwas zum Markt tragen zu müssen. Ein Verhalten, das man in der Tierwelt ganz selbstverständlich als parasitär bezeichnen würde, was unter Menschen aber zu den erstrebenswertesten Formen ihrer Existenz gezählt wird.

So reich sein, dass man nie mehr arbeiten muss ...

  • Vor allem aber auch Einkommen, die wiederum so hoch sind, dass auch beim besten Willen gar keine Chance besteht, sie zu verkonsumieren oder sinnvoll realwirtschaftlich zu investieren. Einkommen, die keine andere Wirkung haben, als den Austausch auf den Märkten zu behindern, weil das eingekommene Geld nicht wieder ausgegeben wird.

Dies zwingt dazu, neues Geld in den Markt zu bringen -

und dazu muss sich jemand verschulden.

 

Ja glaubt denn irgendwer,

dass die
Gewinne

(" ... und Deutschland", höre ich Frau Merkel uns belehren, "profitiert am meisten vom Euro ..."

der in Deutschland ansässigen Unternehmen mit ihrer internationalen Aktionärsgemeinschaft,
die letztlich den Nutzen davon hat,

Gewinne, die als absolut nicht
leistungsadäquate Einkommen,
dafür aber zu vermindertem Steuersatz
ausgeschüttet werden,

jemals hätten erzielt werden können,

hätten sich nicht überall auf der Welt Menschen dafür verschuldet?

Hätten sich nicht auch ganze Staaten, wie Griechenland, Portugal, Italien, Frankreich, die USA und selbstverständlich auch Deutschland

dafür verschuldet?

 

Schulden haben und nicht mehr abtragen können ist die direkte Folge davon,

dass nicht leistungsadäquate Einkommen erzielt werden, ohne sie in eine realwirtschaftliche Verwendung zurückzuführen.

 

Da sollten sich diejenigen, die jetzt mit dem Finger auf die "Sünder" zeigen,
und sie zwingen, ihr letztes Eigentum herzugeben,

doch einmal die Frage stellen:

Wie kommt es bloß, dass wir so reich sind?

 

Aber schon um auf diese Frage zu kommen,
geschweige denn die Antwort zu finden,

fehlt es wohl an grauer Substanz.

Nicht umsonst trägt dieser Aufsatz den Titel:

 

Blick in leere Schädel - hilflos am Geld verzweifeln.

 

 

Geld verstehen ist einfach, wenn es verständlich erklärt wird.
Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre, Band III, Über das Geld,
habe ich zu diesem Zweck geschrieben, als noch mehr Zeit
war. Jetzt wird es zwingend notwendig, mit Sachverstand am
Geldsystem für die Zeit nach dem Crash zu arbeiten.
Worauf es ankommt, finden Sie hier:
 
 
 
 
Band III, der Hammer!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Reaktionen auf diesen Paukenschlag:
Hallo Herr Kreutzer,

ich finde es einfach unglaublich, wie Sie es immer wieder schaffen, diese so oft angesprochenen Themen, in ein neues und interessantes Gewandt zu packen!

Bein „Anlesen“ dachte ich erst „oh, das hatten wir aber schon ein paar mal“. Doch beim Weiterlesen habe ich das schnell wieder vergessen und fand es wieder, einfach nur KLASSE!!!

Trotzdem muss ich natürlich meine Sicht darstellen, die in diesem Fall eine ganz andere ist!

Geld, und die dadurch entstandene Schuld, ist ein Mittel der feudalen Herrschaft. Es ist die Peitsche der Herrschaft. Eigentum ist deren Tempel!

„Geld, ist nur für den überflüssig, der genug davon hat!

Der Andere ist sein Diener und Lakai. Geprägt von allgegenwärtiger Dekadenz und erniedrigt durch die Schuld, die ihm auferlegt wurde. Voller Neid und Gier erhascht er jede Krumme, die vom voll gedeckten Tisch herunterfällt und sucht sogleich die Schatten, in denen er von Hunger geplagt das trockene Stück herunter würgt. Wenn einer stürzt, seines Standes beraubt, zusammengekauert im Staube liegend, wird er zur Seite gerollt und fällt ins Bodenlose. Der Nächste steht bereit und springt ins Feld.“

Ich glaube tatsächlich, dass die, die für diesen ganzen Mist verantwortlich sind, sehr intelligent sind und äußerst klug und bedächtig vorgehen.

Die Herrschenden, wie ich sie immer nenne, haben einen Plan, der unseren Gedanken weit voraus ist. Wir wissen nicht wirklich welches Ziel sie am Ende verfolgen. Deshalb ist es auch so schwer etwas dagegen zu tun.

Es ist wie bei einem Antivirenprogramm. Man stellt Routinen auf und versucht Verknüpfungspunkte in den Systemschnittstellen zu überwachen. Man forscht und sucht nach Lösungen, um sie unschädlich zu machen. In Wirklichkeit liegt man aber immer einen Schritt zurück, weil man ja nicht weiß, wo der „Gegner“ ansetzt und wie er vorgehen wird. Deshalb kann man immer nur reagieren. Nicht umsonst sucht man bei den Firmen oder Regierungen und Geheimdiensten die Hackerszenen nach Talenten ab, um wenigstens mit deren Kreativität und Vielseitigkeit, die eigenen Systeme testen zu können. Natürlich nicht nur zur Verteidigung, sondern auch um die Systeme der „Gegner“ zu hacken.

Das ist einfach die Logik die dahinter steht.

 

Wir wissen: das System ist falsch und funktioniert nicht. Gerade das Beispiel vom „plötzlich fehlendem Geld“ zeigt, wie theoretisch überflüssig, diese Komponente des Systems sein kann. Die anderen Komponenten, grob unter den Begriff „Gesellschaft“(Politik – Wirtschaft – Kultur usw.) zusammengefasst, zeigen ebenfalls verschiedene, bereits mehrfach deutlich gemachte Schwächen und Fehler.

Deshalb macht es wenig Sinn, nur einzelne Komponenten zu verändern. Wir müssen die Grundlagen, z.B. das Eigentum, oder den Menschen selbst verändern.

Die schnellen und sehr fruchtbaren Reaktionen auf ihren „Tagesbericht“ zur Kindergesundheit haben gezeigt, dass viele Menschen bereit sind, die grundlegende Basis unserer Gesellschaft zu verändern.

Und das ist auch schon die Vorgehensweise, die ich derzeit als die einzig Richtige beurteilen kann. Meines Erachtens ist das der Weg, um die Gesellschaft vom Grunde auf zu erneuern.

Wir brauchen ein anderes System. Ein System das ohne Gier und Profit funktioniert.

Ein System das für Menschen gemacht ist und nicht für Produktion- und Konsumfaktoren!

In diesem Zusammenhang möchte ich kurz erwähnen, dass nicht nur die in der Presse gescholtenen Griechen ihre „Wert“ verscherbeln. Auch in Deutschland wird munter weiter gemacht. Im Kreis Gütersloh wir gerade ein neues Schwimmbad als PPP Projekt geplant. Ich bin gespannt auf die Eintrittspreise! Und die Verträge würde ich gerne einmal sehen! Na ja, das kennen wir ja bereits aus vielen anderen Beispielen…

Bis die Tage

S. N.


Sehr geehrter Herr Kreutzer,

aufgrund meiner jahrelangen Beobachtung der von Ihnen beschriebenen "Hohlheit" im Bereich des Cerebrum, hat sich meinerseits der Verdacht substanziiert, dass es sich dabei um eine Infektion der betreffenden Organe handelt. Dies reflektiert sich in einem abnorm veränderten Bewußtsein mit der Folge des Verlustes angeborener sozialer Verhaltensweisen. Sowohl das Cerebellum wie auch das Cerebrum erleiden infolge dieser Infektion einen irreversiblen Schaden.

Nachweisliche Ursache für diese hochansteckende Kontagion ist der Virus "GIER".

Dieser zerstört grundsätzliche Bereiche im Cerebrum und Cerebellum. Man könnte diesen Zustand auch in einfacher, technisch-bildlicher Sprache umschreiben mit der Erklärung:

"Dem Betreffenden sind einige Sicherungen durchgeknallt!" und dies in grundlegenden Bereichen seiner Persönlichkeitsstruktur.

Hiervon sind primär die Bereiche sozialer Verhaltensweisen, gekoppelt an die mehr oder weniger verständesmäßig kontrollierten Urtriebe wie Fresslust, Unersättlichkeit Habsucht, Raffgier, Raffsucht, Triebhaftigkeit usw. , betroffen.

Das Interessante an den Verhaltensweisen betroffener Personen ist, dass diese sich aus ihrer chaotischen, sozialen Perspektive vollkommen im Recht glauben. Einige tendieren sogar zu einem Bewußtseinszustand, der sie glauben macht, sie seien eine über die Massen der menschlich sozialen Gesellschaften herrausragende, gottgleiche Persönlichkeit. Hierdurch wird in den verbliebenen Hohlräumen des Groß- und Kleinhirns die Psychose sanktioniert: "Ich bin so überragend (gottgleich), dass ich das Recht habe, die (unwissenden, machtlosen) Massen für meine (Wahn-) Vorstellungen unbegrenzt unterdrücken und ausplündern zu können!"

Die Frage ist, wie viele solcher Hohlköpfe kann eine Gesellschaft letztlich (er-)tragen?

Herzliche Grüße
D.K.


Sehr geehrter Herr Kreutzer ,
schon einige Jahre lese ich ihre Paukenschläge .
Das Wesen des Geldes habe ich nach sehr langer Zeit und zahllosen Darlegungen ihrerseits glaube ich verstanden .
Dafür schon mal ein Danke .
Als ich auf ihre Seite gestoßen bin , habe ich erstmal nur Bahnhof verstanden und mich sehr gewundert wie man solche langen und genialen Sätze drechseln kann .
Nach und nach habe ich gemerkt wie ich mich immer mehr mit ihrer Sichtweise der Dinge idendifizieren konnte .
Inzwischen ist es für mich fast immer ein Hochgenuss ihre Aufsätze zu lesen , manchmal muß ich aber auch abbrechen weil es mir zu einfach zu "hoch" ist.
Es gibt so viele Seiten im Netz , die sich mit vielerlei Problemen unserer Zeit kritisch auseinandersetzen , aber Ihre ist ein
Ort der Intelligenz und einem Scharfsinn wie ich ihn noch nie erlebt habe .
Es ist jammerschade das Ihr Potenzial höchstwahrscheinlich nicht zur Entfaltung kommen wird .
Dieser Kampf gegen Windmühlen muß furchtbar frustierend sein , vor allem wenn man sieht mit welcher Frechheit und an Dreistigkeit nicht zu überbietender offensichtlicher Täuschungsabsicht man von unseren Politikern und Bankstern verschaukelt wird .
Und so viele Menschen glauben denen noch . Unfassbar .
Die Zeit für ein Umdenken ist überreif und ich bin aus tiefstem Herzen froh das es Menschen wie Sie gibt .
Das gibt mir das Gefühl in einer Welt zu leben in der nicht nur Wahnsinn und Egoismus herschen .

Ich möchte Sie ermutigen weiter zu machen , auch wenn Sie nicht Die erreichen die es eigentlich erreichen sollte .

Vielen Dank für ihre Arbeit und den unablässlichen Bemühungen die Vernunft anzusprechen , die irgendwo in fast jedem von uns steckt .
Ich bete dafür das Sie Erfolg haben werden .

 

Danke!

(Vielen Dank für Ihre so positive Rückmeldung. Es trifft in Kürze eine Mail bei Ihnen ein …)

 


Lieber Herr Kreutzer,
mit Vergnügen habe ich wieder mal Ihren Paukenschlag gelesen. Welche Wirkungen der Zins hat, darüber sind wir uns sicher einig. Aber ich habe festgestellt, dass der Zins allein nicht für die Umverteilung verantwortlich ist. Er beschleunigt sie lediglich.dazu ein kleines Gedankenexperiment:

Wir denken uns eine Insel. Auf dieser gibt es Fischer, Handwerker und Bauern. Wir nehmen ferner an, dass zu Beginn der Simulation in allen Kassen gleich viel Geld ist und dass alle gleich viel Einkommen und Ausgaben haben. Bei dieser idealisierten Konstellation bräuchte man beim ersten Hinsehen tatsächlich kein Geld. Aber so ist es leider nicht. Wie gesagt gibt es mehrer Fischer. Und so nehmen wir einfach mal an, das einer von ihnen etwas mehr Fische gefangen hat, als die anderen. Sein Einkommen wird also etwas höher sein, während das der Übrigen zwangsläufig um den gleichen Betrag schrumpfen muss. Und nun kommt das Sparen. Wir unterstellen, dass dieser Fischer nicht mehr ausgibt, als bisher. In diesem Fall fehlt entsprechend viel Geld im Kreislauf. Geschieht das ein paar mal nacheinander, dann verteilt sich das Geld anders. Ich will damit sagen, dass sich die Kassenbestände auf unserer Modellinsel im laufe der Zeit anders verteilen, als zu Beginn. Manch einer arbeitet mehr, manch einer hat etwas mehr Glück, als sein Nachbar usw. Mach einer spart etwas mehr, als der andere.und genau durch das Sparen wird dem Kreislauf Geld entzogen, was die Preise fallen lässt. Diejenigen, die wegen ihres höheren Einkommens mehr sparen, als andere, können ihren Reichtum vergrößern, indem sie billig Häuser und Grundstücke etc. kaufen können. Natürlich kennen Sie diese Entwicklung als Deflation. Ohne die Existenz eines Geldzinses entsteht ein Realzins allein durch Preisverfall, ausgelöst durch Sparen. Es bleibt nicht aus, dass auch in einer derartigen Modellwirtschaft für einige die Notwendigkeit entsteht, sich zu verschulden. Entspßrechend entstehen Guthaben. Schlägt man nun einmal den Bogen zu den alten Juden, dann wird deren Weisheit offensichtlich. Ihnen war es bekanntlich verboten einen Zins zu nehmen. Dennoch differenzierte sich die Gesellschaft im Laufe der Zeit in ärmere und reichere Bundesgenossen. Schulden und Guthaben wuchsen ebenfalls, aber - und das ist das Entscheidende - sie wuchsen linear an. Und dann kam im siebten Jahr das Sabbatjahr, indem den Schuldnern die Schulden erlassen wurde und die Guthaben weg waren. Diesen drohenden Gläubigerverzicht konnte jeder in seiner Finanzplanung berücksichtigen. Es handelte sich um einen gezielten Reset des Systems. Sicher kamen die Schuldner bis zum Sabbatjahr in eine Situation, in der sie die Arbeit, die nötig gewesen wäre, nicht mehr erbringen konnten. Der Zins beschleunigt diese Entwicklung, die meiner Ansicht im Gebrauch des Geldes selbst und in den Unterschieden in der menschlichen Leistungsfähigkeit liegt. Der reset kommt dann nach 70 Jahren und zwar unkontrolliert. Es ändert aber nichts daran, dass letztlich der Gläubigerverzicht unausweichlich ist.
Erfreulicherweise erkennen immer mehr Menschen, wie das System funktioniert, so dass die Hoffnung besteht, nach dem Crash ein besseres System zu installieren.

Herzl Grüsse

H. K.


Lieber Herr Kreutzer,

27 ist mein Jahrgang, und merkwürdigerweise haben Sie ausgerechnet unter der Zahl 27 verständlich und einfach das geschrieben, was ich voll unterschreiben kann. Wenn wir nicht verstanden werden, liegt es ja oft genug daran, dass wir uns immer noch nicht wirklich genug Mühe gegeben haben, verstanden zu werden.

Es genügt nicht von der eigenen Genialität überzeugt zu sein. Wir müssen auf allgemeinverständliche Weise die Mühe des Begriffs auf uns nehmen. Das haben Sie mit dem 27. hervorragend gelöst.

Herzlichen Glückwunsch.

Durch diese Einfachheit und einfache Folgerichtigkeit tritt allerdings ein Mangel an Aufmerksamkeit erregenden Paukenschlägen im Gesamttext auf. Das ist schade.

Klappern gehört zum Handwerk. Vielleicht können Sie hier oder da noch eine „Klapper“, sprich einen „rhetorischen“ Höhepunkt einbauen.

Das wünscht sich in alter Verbundenheit
herzlich Ihr H.


Lieber Herr Kreutzer!

Sie schreiben, dass auch ohne Geld alles weiter funktionieren würde wie bisher. Jeder arbeitet wie bisher und konsumiert wie bisher. Geld braucht man dazu nicht.
Ich denke dass kann schon deshalb nicht funktionieren, weil niemand mehr genötigt wäre sich zu bescheiden. Ich würde zum Beispiel keinen Wein für 6€ die Flasche trinken weil der für 60€ eindeutig besser schmeckt. Die Produzenten des 6€-Weins hätten das Nachsehen usw.usw. Das heißt, den Konsumenten wäre nur noch das Beste gerade gut genug und das würde zuende gedacht zum Zusammenbruch des Systems führen.

Freundliche Grüsse
W. R. S.

Anmerkung von EWK

was ich zum Ausdruck bringen wollte, dass das Geld selbst keinen Wert hat, dass es nur ein Verrechungssystem ist, solange nicht unsinnige Restriktionen und Missbrauch stattfinden, hat mich dazu verleitet, für einen kurzen Augenblick, im Übergang vom "Gedankenexperiment" zu den eigentlichen Ausführungen, zu sagen, Geld sei die überflüssigste Sache der Welt. Nehmen Sie das nur so ernst, wie es in diesem Zusammenhang gemeint war, und ich bin sicher, wenn Sie nochmal drüberlesen, werden Sie feststellen, dass die eigentliche Botschaft dieses Paukenschlags eine ganz andere ist.


Sehr geehrter Herr Kreutzer,
Ihren zunehmenden Unmut, ja Zorn, kann ich gut nachempfinden. Allerdings meine ich feststellen zu können, dass Ihre stets hochgeschätzten Paukenschläge immer angriffiger werden, was meiner Einschätzung nach der Sache nicht dienlich ist, weil die wesentliche Botschaft dadurch die Ziel-Adressaten nicht zu erreichen vermag. Jene, die es lesen sollten, sind ja "die Hohlköpfe", wissen es aber nicht und fühlen sich daher nicht angesprochen. Dies nur als vielleicht überlegenswerter Hinweis, wobei ich die direkte, knorrige, gnadenlose Art der Paukenschläge immer sehr schätze.

So, wie zuletzt mit meinem Text "Die griechische Tragödie", habe ich ja bereits (ich glaube) 2001/2002 mein sogenanntes Projekt "Dornröschen" zur Diskussion gestellt, das auf dem Gedankenexperiment "Ab heute Mitternacht gibt es kein Geld" beruhte. In meiner Naivität dachte ich damit die Medien zu einer Art Forschungspreisausschreiben bewegen zu können und hatte dafür auch bereits ein recht konkretes Konzept ausgearbeitet. Überflüssig zu erwähnen, dass meine Aussendungen damals "nicht einmal ignoriert" wurden. Vielleicht ist heute die Zeit dafür reif. Mit Dank, dass Sie diesen Gedanken aufgegriffen und grandios dargestellt haben, wobei mir, wie erwähnt, die Einleitung über mangelnde Hirnfunktionen und Hohlköpfe entbehrlich erscheint. Dass die Erdenbewohner von nur mäßig intelligenten Wesen beherrscht wird, ist ja bekannt, sonst würde unser Zusammenleben auf dem Planeten anders aussehen. "Wir Schafe" wählen aber sogar "die Wölfe" als unsere Beschützer und bestätigen damit die landläufige Erkenntnis, dass Schafe nun einmal sehr, sehr dumme Tiere sind.

Mit lieben Grüßen
Dr. Günther Hoppenberger


Sehr geehrter Herr Kreutzer,

wie recht Sie wieder haben mit diesem Paukenschlag.

Genauso ist es: Alles würde ohne Banken u. ohne Geld weitergehen wie immer. Sie haben das sehr gut dargestellt. Genauso denke ich schon lange. Ich verstehe nicht, daß das keiner mitkriegt. Da wird herumgerechnet u. philosophiert u. theoretisiert, und dabei ist alles so einfach. Genauso mit dem Arbeiten u. der Arbeitslosigkeit. Das ist nur eine Frage der Organisation. Niemand brauchte mehr zu stressen, weil er sich totarbeiten muß, und niemand müßte mehr faul auf der Straße sitzen. Jeder arbeitet nur ein bißchen u. produziert nicht so sinnlosen Müll, den keiner braucht. Die Natur und die Tiere werden geschont und geschützt. Wachstum: wozu. Wir brauchen nicht jeden Tag ein neues Kleid oder ein noch besseres Auto. Geld: wozu. Wir brauchen nur eine Kontrollinstanz, die kontrolliert, daß jeder arbeitet und sich nichts untern Nagel reißt. Jeder bekommt, was er braucht. Kommunismus.
Und genau davor haben die Geldgeier Angst.
Sie schreiben immer alles so pfiffig und schlüssig. Schade, daß Sie nicht das Merkel sind.

herzlich
as

Anmerkung von EWK

Liebe Astrid, ich weiß ja genau, wie Sie es meinen, aber ich bin natürlich schon froh, dass ich nicht "das Merkel" bin ;-)). Danke für ihr positives Feedback und liebe Grüße


Hallo Herr Kreutzer,

erst mal im Voraus Danke für Ihre Aufklärungsarbeit in Sachen Ökonomie. Es ist schwierig das Denken zu ändern, wenn man jahrelang etwas Anderes "eingehämmert" bekommen hat.


Nun zu meiner Anmerkung zu Ihrem letzten PAD. Ich teile Ihre positive Ansicht auf das Weiter funktionieren der Wirtschaft nach einem quasi Zusammenbruch des Geldes nicht. Meine Vermutung ist, dass es eher sehr ungemütlich wird, um es vorsichtig auszudrücken. Nachdem unser Geldsystem seinen "Offenbarungseid" geleistet hat, wird unsere
Wirtschaft bzw. die gesamte Weltwirtschaft von einem Moment auf den anderen stehen bleiben. Denn wenn es das Geld nicht mehr gibt, dann fehlt der Antrieb der Wirtschaft.

Es ist doch so, es wird heutzutage doch nichts hergestellt, wenn es keinen Gewinn an Geld verspricht. Der Bäcker Beispielweise,stellt doch kein Brot her, weil die Leute Hunger haben. Er stellt es her, weil er sich vom Verkauf des Brotes einen finanziellen Gewinn erhofft. Und genau so ist es mit dem Rest der Wirtschaft. Es wird nicht produziert, weil es benötigt wird, es wird produziert weil Gewinn gemacht werden soll/muss.

Was sollte also den Bäcker veranlassen, weiterhin Essbares herzustellen, wenn er dafür kein Geld bekommt. Und genauso werden es seine Zulieferer sehen. Der Bäcker wird höchstens für die Menschen etwas herstellen, die ihm als Gegenzug
etwas anbieten können, was er braucht. Womit wir ganz schnell in einer Tauschwirtschaft landen.

Es müsste daher nach meiner Meinung von der dann amtierenden Regierung ein neutrales Tauschmittel installiert werden
und alle vom Handwerker bis zu den größeren Firmen müssten gezwungen werden, weiterzuarbeiten. Allerdings wird dann die Wirtschaft auf ein Maß zurechtgestutzt werden, wo die Produktion dem Maß der Nachfrage entspricht. Sollte das nicht geschehen, befürchte ich schlimme Zustände, denn wenn die Menschen nicht mehr mit Essen versorgt werden können und
wenn die Versorgung mit Strom und Wasser auch nicht mehr funktioniert, dann würde ich von bürgerkriegsähnlichen Zuständen sprechen.
Ich denke, das Ihr skizzierter, totaler Geldausfall, kein Gedankenexperiment ist, sondern wir auf den Weg dahin sind. Nur wird es kein Virus oder Magnetsturm sein. Es hängt nach meiner Einschätzung nur von dem einem "Großinvestor" ab, der als Erster nervös wird und seine "Geldanlagen" ausgezahlt haben will.

Sobald dieser "Investor" merkt, dass seine Geldanlagen eigentlich Schulden des Anderen sind und Zweifel
an der Rückzahlungsfähigkeit dieser Schulden bestehen, kippt das ganze System. Und ich denke, dieser Tag ist näher als wir vermuten bzw. als man uns glauben machen will. Vielleicht sollten wir Bier/andere alkoholfrei Getränke und Popcorn bereitstellen, dann kann man zuschauen,
wie die Dominosteine purzeln.

Mit freundlichen Grüßen
F. K.

 

Anmerkung von Egon W. Kreutzer
leider kann ich nicht in jedem Aufsatz ALLES ansprechen, das füllt nämlich viele Bücher, daher ist vielleicht der Sprung von diesem Gedankenexperiment hin zu dem, was es an guten Vorschlägen für die Gestaltung des Zahlungsmittels der Zukunft gibt, hier unterblieben, doch wenn Sie sich weiter auf meinen Seiten umsehen, oder sich ganz gezielt mit "Band III - Wolf's wahnwitzig Wirtschaftslehre - Über das Geld" befassen, werden Sie Lösungsmöglichkeiten erkennen, die immer noch gangbar sind.





Hallo Herr Kreutzer,

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Blechtrommel!

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