Paukenschlag am Donnerstag
No. 24 /2011
vom 16.06.2011

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Neues von Dr. Petschow

 
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Paukenschläge 2010 (ältere)
1 Angela Merkel
2 Innere Angelegenheiten
3 Werbung ist Krieg
4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
gehören zusammen
 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
26 Problematisches Goldverständnis
27 Woran man eine gute Regierung erkennt
28 Von Frau zu Frau Eva Scherrer
29 Ungarn - Irland - Deutschland ...
30 Alles Verbrecher
31 Das Staatsziel in drei Sätzen
32 Aktion Staatsziel
33 Die Geld-Hirn-Schranke
34 nicht belegt
35 Entschuldung per Vermögensabgabe
36 Besinnungslos fürs Grundeinkommen
37 Be- und Verdrossenheit
38 Schlagzeilen eines Tages
39 Die 10 Gebote, Nachtrag 2, Lohnabstandsgebot
40 Währungskrieg
41 Welt-Währungskrieg II
42 Auf dem Wachstumspfad
43 China - Macht und Ohnmacht
44 S21 und die aristotelische Lehre von der Handlung
45 Die Zeit der Narren
46 nicht belegt
47 Too big to fail
48 nicht belegt
49 Warum es fast allen immer schlechter geht
50 Jahresumbruch
1/2011 Rettung einer Illusion
2/2011 internes
3/2011 Diensleistungsgesellsch. 1
4/2011 Diensleistungsgesellsch. 2
5/2011 Diensleistungsgesellsch. 3
6/2011 Diensleistungsgesellsch. 4
7/2011 Warum es ist, wie es ist
8/2011 Der Untergang des Abendlandes
9 Theutschtest für Theutsche
10 Kam ein Wasserwerfer des Wegs
11 In jeder Hinsicht idiotengerecht
12 Aus den Tiefen des Bockshorns
13 Geld, das elende Missverständnis
14 Grundeinkommen à la Götz Werner
15 Dezentrale Energie / Speichertechnologie
16 Kernkraftwerksaktionäre
17 Dezentrale Energie /Speichertechnologie
18 Dezentrale Energieversorgung
19 Volks-
bewirtschaftungslehre
20 (nicht besetzt)
21 Die anonymen Wirtschaftskompetenzler
22 wieder nicht besetzt
23 Verschobene Spiele- verschobene Wahrnehmung 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Neues von Dr. Petschow

Vielen Paukenschlaglesern ist Dr. Petschow längst ein Begriff. Ein Arzt, der sich eines Tages fragte, warum die Arbeit immer mehr und das Geld immer weniger wird, und der daraufhin begann, eine ausgeklügelte Rechnung aufzustellen, eine Flussrechnung, an der abzulesen ist, wie sich das Brutto-Inlandsprodukt am Ende tatsächlich verteilt,

Nun hat er sein Rechenwerk wieder fortgeschrieben und die Aussichten werden nicht besser.

Wie sollten sie auch.

 

Als ich heut in meinem Tageskommentar schrieb, den ich hier einfach noch einmal einfüge, weil eben doch längst nicht alle Newsletterleser auch regelmäßig auf meiner Hauptseite vorbeischauen, musste ich auch an Dr. Petschow denken,
der uns dies alles, auf seine Weise, aus seinen Nachrechnungen herauslesen lässt.

 08.55 Uhr .... noch eine sonderbare Meinung 

Während in Griechenland die Wogen bis zum Bürgerkrieg hochschlagen, wird uns eine sonderbare Botschaft gepredigt, es heißt: "Die Griechen lehnen das Sparpaket ab, weil wieder nur die Armen belastet werden, während die Reichen ungeschoren davonkommen."

Das klingt zunächst einmal so, als gäbe es da ein Einverständnis mit dem griechischen Volk, es klingt aber noch mehr so, als sei bei uns die Verteilung der Lasten zwischen den Reichen und den Armen um so viel besser, dass unsere Einflüsterer gar nicht fürchten müssen, dieses Argument könne eines Tages auf unsere Reichen zurückfallen.

Dabei ist die Soziale Marktwirtschaft längst abgeschafft, in Deutschland. Dabei ist unser aller, seit mehr als zwei Jahrzehnten währender, sich immer mehr verschärfender Sparkurs, einzig zu Lasten der Schwachen und Armen, und die bereits vollzogene Privatisierung weiter Teile der einst öffentlichen Infrastruktur womöglich bereits weiter fortgeschritten als in Griechenland. Von einem höheren Niveau aus, wurden wir nach unten geprügelt, sind absolut vielleicht noch nicht ganz da, wo die Griechen sind, haben aber schon - in höherem Tempo, mit größerer Härte und ganz ohne nennenswerten Widerstand - mehr als zwei Drittel der Wegstrecke in den Bonzenfeudalismus zurückgelegt, während die Griechen mit tränenden Augen erst am Abgrund stehen, in den sie nun - mit vorgehaltener "Rettungspistole" - zu springen gezwungen werden, damit sie uns bald einholen, im freien Fall, damit man ihnen alles abnehmen kann, was als Sachwert zur Plünderung freigegeben ist ...

Und was sagt man den Griechen, wenn sie aufheulen, zornig die Faust erheben:

Man sagt ihnen:

  • Ihr seid doch selbst schuld. Hättet ihr eure Reichen nur etwas mehr besteuert, gäbe es das ganze Problem doch gar nicht.
  • Hättet ihr nur früher zu sparen begonnen, gäbe es das ganze Problem doch gar nicht.
  • Hättet ihr rechtzeitig die Akropolis, Stein für Stein, nach Disneyland verschiffen lassen, gäbe es das ganze Problem doch gar nicht.

Man sagt ihnen weißgott und ohne rot zu werden, man könne sich Wachstum und Wohlstand herbeisparen, und man weiß genau, dass diese Lüge funktioniert, denn man hat es ja schon durchexerziert, hier in Deutschland, bei den bravsten aller Europäer, die sich auch nach wilden Wasserwerferexzessen und einer exzellenten Schlichtungsshow und nach einer wunderbar gewonnenen Wahl von einem Gruberich aufs Neue wie die Tanzbären vorführen lassen, ohne erkennbare Neigung, diesen vermaledeiten Torereo und seine Helfer auf die Hörner zu nehmen und aus der Arena zu verjagen.

Es ist egal, ob reiche Griechen mit zur Kasse gebeten werden, es ist völlig egal. Die Feinde der Griechen sind nicht ihre reicheren oder reichen Landsleute, die wahren Feinde der Griechen nennen sich "die Märkte" und sind in ihrer Gier durch nichts zu übertreffen - und die drei, vier Figuren mit griechischem Pass, die man vielleicht mit zu "den Märkten" zählen kann, sind eben nur noch Figuren mit griechischem Pass, Figuren, denen niemals ein

"Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl",

in den Sinn kommen würde.

Die Schlusspassage aus dem unten verlinkten Aufsatz "Wachstum herbeisparen" für alle die nicht genug Zeit finden, alles zu lesen:

Was fehlt, ist der Mut, das Problem beim Namen zu nennen und es mit angemessenen Mitteln zu lösen.

Das Problem ist der Kapitalismus und die von ihm perfektionierte Erpressung durch Geldhortung und Geldzurückhaltung.

  • Es gibt unendlich viel sinnvolle Arbeit auf der Welt, die zum Nutzen aller Menschen getan werden sollte.
  • Es gibt viele Millionen von klugen, tüchtigen und arbeitswilligen Menschen, die diese Arbeit tun könnten, die aber arbeitslos oder unterbeschäftigt sind.
  • Es gibt Nahrung genug auf der Welt, um alle 6 Milliarden Menschen satt zu bekommen und trotzdem verhungern täglich mehr als zwanzigtausend, die meisten vor gutgefüllten Läden.
  • Um Arbeit und Arbeitswillige, Nahrungsmittel und Hungernde zusammenzubringen fehlt es in den meisten Fällen nur an den bunt bedruckten Papierfetzen, die wir Geld nennen und deren Herstellung sich selbst bezahlt.
  • Vielleicht fehlt es auch an der Phantasie, geeignete Wege zur Inverkehrbringung dieses Geldes auszudenken und durchzusetzen, die ein möglichst langes, zinsfreies Verweilen im Geldkreislauf sichern.

Doch mit etwas Mut, ist alles leicht ins Werk gesetzt.

Daran stirbt der Kapitalismus.

Langsam zwar, aber sicher, und in fünfzig oder hundert Jahren wird man Mühe haben, den Schülern zu vermitteln, daß es tatsächlich einmal Menschen gab, die glaubten, Geld könne sich aus sich heraus vermehren.


Nun hat mir Dr. Petschow vor rund einer Woche geschrieben,
einen Brief, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

 Lieber Herr Kreutzer,

Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, in dem: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! (Gal 5,14) - die Übersetzung ist etwas ungenau. "Liebe deine(n) Nächsten, weil er/sie so ist wie du" kommt dem Sinn des Orginal-Textes schon näher.

Und dann noch etwas: Über Jahrhunderte beteten die Christen im Vater unser:

„Adveniat regnum tuum“ -

„Deine Herrschaft komme“ (entgegen der Herrschaft des Kapitals) und

„panem nostrum cotidianum da nobis hodie“,

„unser tägliches Brot gib uns heute“,

 

und dann folgen, zusammengefasst im größten Gebet der Christenheit, jene zwei Zeilen, deren soziökonomischer Tiefgang längst kulturell tabuisiert wurde (auch auf dem Kirchentag!):

„et dimitte nobis debita nostra,

sicut et nos dimittimus debitoribus nostris”

– zu deutsch: „und erlasse uns unsere Schulden,

wie auch wir sie erlassen unseren Schuldnern.“

Erst dann herrscht (ökonomischer) Frieden und jeder bekommt soviel auf dem Markt, wie er für die Gemeinschaft eingebracht hat, mit einem Geld-System, das dient und nicht herrscht.

(Anbei eine neue Version von "Per Saldo", kluge Köpfe haben sich eingebracht und mich stetig verbessert. Mittlerweile wird diese Art der Betrachtung von Abgeordneten in Berlin neugierig beäugt.)

 

Mit nicht nur freundlichen, sondern auch dankbaren Grüßen,

 

Ihr
Dr. med. Dieter Petschow

 

Mitglied bei

Christen für gerechte Wirtschaftsordnung e. V www.cgw.de
Kairos Europa e.V. www.kairoseuropa.de
attac-Deutschland www.attac.org
INWO-Deutschland www.inwo.de
Mehr Demokratie e.V. www.mehr-demokratie.de

 

Dr. Petschows Ausarbeitungen sprechen für sich selbst, es ist gar nicht so schwer, den manchmal verschlungen wirkenden Rechenwegen zu folgen, an deren Ende solche Erkenntnisse stehen:

Der Netto-Lohn-Anteil am BIP betrug 1960 schon nur 30 Prozent, 2010 war er auf rund die Hälfte gesunken, obwohl die Brutto-Löhne im gleichen Zeitraum nur von 50 auf 45 % des BIP sanken.

 

dem gegenüber stehen die anteilig wachsenden Renditen als Ertragsanteil aus dem BIP. Sie werden über Marktpreise kassiert und sind für Unternehmer "Durchlaufposten". Sie wuchsen von 1960 bis 2010 auf rund das Zwanzigfache und machen über 20% des BIP aus.

 

Aber ich will Ihnen nicht alles vorwegnehmen. Dr. Petschow lädt ein zu einer spannenden Entdeckungsreise, entlang der Geld- und Ertragsströme. Steigen Sie ein, hier finden Sie den kompletten Text

 Dr. Petschow - Per Saldo - Stand Juni 2011 -

 

und hier ein gesondertes Tabellarium

 Dr. Petschow - Tabellarium - Stand Juni 2011 -




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Reaktionen auf diesen Paukenschlag:





Hallo Herr Kreutzer,

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Blechtrommel!

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