Paukenschlag am Donnerstag
No. 2/2011
vom 13.1.2011

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Paukenschläge 2010 (ältere)
1 Angela Merkel
2 Innere Angelegenheiten
3 Werbung ist Krieg
4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
gehören zusammen
 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
26 Problematisches Goldverständnis
27 Woran man eine gute Regierung erkennt
28 Von Frau zu Frau Eva Scherrer
29 Ungarn - Irland - Deutschland ...
30 Alles Verbrecher
31 Das Staatsziel in drei Sätzen
32 Aktion Staatsziel
33 Die Geld-Hirn-Schranke
34 nicht belegt
35 Entschuldung per Vermögensabgabe
36 Besinnungslos fürs Grundeinkommen
37 Be- und Verdrossenheit
38 Schlagzeilen eines Tages
39 Die 10 Gebote, Nachtrag 2, Lohnabstandsgebot
40 Währungskrieg
41 Welt-Währungskrieg II
42 Auf dem Wachstumspfad
43 China - Macht und Ohnmacht
44 S21 und die aristotelische Lehre von der Handlung
45 Die Zeit der Narren
46 nicht belegt
47 Too big to fail
48 nicht belegt
49 Warum es fast allen immer schlechter geht
50 Jahresumbruch
1/2011 Rettung einer Illusion
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Der Beginn eines neuen Jahres zwingt nicht nur dazu, die Jahreszahlen im Schriftwechsel zu verändern, er verleitet auch dazu, weitere Veränderungen vorzunehmen.

Was da - von meiner Seite aus - auf Sie zukommt, habe ich für Sie an Stelle und in Form eines Paukenschlags zusammengefasst:

1. Die Statistik der Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland wird eingestellt
2. Paukenschlag am Donnerstag - inhaltliche Neuausrichtung
3. Die Verlagsarbeit - mehr Vorteile für Direktkunden

 

1. Statistik der Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland

Angekündigt habe ich es schon mehrfach, und immer wieder habe ich mich überreden lassen, weiterzumachen. Doch nun ist endgültig Schluss.

Die ursprüngliche Zielsetzung ist nicht mehr relevant.

Dem vollmundigen Versprechen der Regierung Schröder, die Arbeitslosigkeit binnen zwei Jahren - per Hartz - von vier auf zwei Millionen zu halbieren, wollte ich ein Abbild der realen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt entgegenstellen, um so die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufzuzeigen.

Schröder sitzt inzwischen im Gasprom-Sessel, Hartz ist rechtskräftig verurteilt, und auch nach 8 Jahren ist - trotz vieler neuer statistischer Tricks, die seitdem eingeführt wurden - noch nicht einmal die offizielle Zahl der Arbeitslosen bei 2 Millionen gelandet. Was also sollte noch bewiesen werden müssen, wenn schon die offiziellen Zahlen das Eingeständnis des Versagens belegen, von den realen Zahlen ganz zu schweigen.

 

Die Datenerhebung wird immer schwieriger.

Es ist ja nicht so, dass die Informationen über Kündigungen und Insolvenzen, über geplanten Arbeitsplatzabbau und Outsourcing, über den Umgang mit der Fluktuation und den Umgang mit Leih- und Zeitarbeitern mühelos zu besorgen wären. Anfangs prahlte die Wirtschaft noch damit, wie schnell und wie kräftig die Belegschaften reduziert werden sollten, inzwischen hält man die Zahlen eher verschämt zurück. Die Medien folgen diesem neuen Bewusstsein, und so haben sich inzwischen erhebliche Veränderungen in der Berichterstattung ergeben.

Hier eine kurze Gegenüberstellung:

 Frühere Formulierung  "Moderne" Formulierung
Stellenabbau bei XYZ
Die XYZ-AG plant in den nächsten beiden Jahren den Abbau von 2.000 Stellen in Deutschland. Betroffen sind die Standorte Marmeladenhausen und Leberwursthofen.
Hohe Erwartungen bei XYZ
Die XYZ-AG erwartet in den beiden nächsten Geschäftsjahren Gewinnsprünge um 10 bzw. 15%. Der Vorstand hat positive Entwicklungen im Personalkostenbereich eingeleitet und erwartet steigende Marktanteile.
Insolvenz! 500 Jobs verloren
Das Traditionsunternehmen UVW hat überraschend Insolvenz beantragt. 500 Mitarbeiter erhielten inzwischen die Kündigung, die restlichen 40 wickeln die letzten Aufträge ab.
40 Jobs gesichert!
Das Traditionsunternehmen UVW wird trotz Insolvenz weitergeführt. Nachdem der Insolvenzverwalter die notwendige Kapazitätsanpassung durchgeführt hat, können 40 Mitarbeiter aufatmen. Ihre Jobs sind vorerst gesichert.
RST kündigt 1.000 Beschäftigten in Buttertal
Die im Familienbesitz befindliche RST-KG hat 1.000 Beschäftigten Ihrer Buttertaler Fabrik den blauen Brief geschickt. Die Produktion wird nach Ungarn ausgelagert.
RST im Aufschwung - 1.000 neue Jobs in Ungarn
Die RST-KG eröffnet in Kürze ein neues Werk mit 1.000 Arbeitsplätzen in Ungarn. Der eventuell notwendig Abbau von Arbeitsplätzen am Stammsitz in Buttertal wird in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat sozialverträglich geregelt.

Und so weiter, und so weiter. Es ermüdet einfach ...

Heißt es, nicht zu Unrecht, jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, so möchte ich diese Spruchwahrheit ergänzen um den Halbsatz: " … doch irgendwann ist's wie verhext!

Zwanghaft, weil zur Routine geworden, regelmäßig den gleichen Job verrichten, mit letztlich immer der gleichen Aussage, das macht müde. Verbunden mit der Gewissheit, die Zeit besser nutzen zu können, zermürbt es sogar.

Man sollte meinen, dass es inzwischen auch der Letzte verstanden haben sollte, wie der Arbeitsmarkt in Deutschland funktioniert - und wie die Berichterstattung darüber aussieht. 8 Jahre lang habe ich Belege dafür geliefert. Dafür habe ich ungefähr 1.600 Stunden "ehrenamtlich" gearbeitet - das ist ungefähr soviel, wie ein Vollzeitbeschäftigter im Jahr leistet.

Ich danke

  • allen, die mich bei dieser Arbeit durch gelegentliche oder beinahe regelmäßige Informationen über Arbeitsplatzabbau unterstützt haben,
  • und allen, die durch das regelmäßige oder gelegentliche Anklicken dieser Statistik dazu beigetragen haben, das Page-Ranking der Statistikseite in die Höhe zu bringen.


Tipps für Arbeitsplatzvernichtungsjunkies:

Gehen Sie jeden Montag vormittags zu Google.
Wählen Sie folgende Einstellungen:
Ergebnisse pro Seite: 100
News-Suche, Ergebnisse der letzten Woche


und geben Sie dann nacheinander die folgenden Suchbegriffe ein:

Stellen
Stellenabbau
Arbeitsplätze
Mitarbeiter
Beschäftigte
Jobs
Entlassungen
Kündigungen
Insolvenz

Dann erhalten Sie wöchentlich mindestens 2.000 Suchergebnisse, von denen ungefähr 20 bis 50 relevant sind. Die dürfen Sie dann abgleichen, mit dem was schon bekannt ist, auf den Webseiten der Unternehmen nach fehlenden Informationen recherchieren, und sich hier und da kleine lustige Kommentare dazu ausdenken.

Mit ein bisschen Übung ist das in ungefähr 4 Stunden zu schaffen.



2. Paukenschlag am Donnerstag

Der bisher überwiegend auf trockene Sachthemen zielende Paukenschlag soll seinen Fokus ein wenig verändern.

Über Geld und Währung ist alles Grundsätzliche längst gesagt, ebenso über den Unsinn von Exportüberschüssen und die destruktive Macht des Kapitals. Und ob die EU-Kommission nun einen noch rigideren Sparkurs von EU-Staaten verlangt, um Milton Friedmans Vision vom schwachen Staat noch näher zu kommen, das hängt mir inzwischen auch so was von zum Hals heraus, dass ich meine, auch Sie haben davon irgendwann die Nase voll - und für alle, die neu beginnen, sich mit der Materie zu befassen, gibt es hinreichend Material in den Aufsätzen der letzten Jahre.

Natürlich werde ich auch in Zukunft große, wichtige Themen aufgreifen,

doch meine Absicht ist, den Paukenschlag wieder mehr als ein vorwärts gerichtetes, um nicht zu sagen "visionäres" Instrument einzusetzen, das neue Ansätze aufgreift, beleuchtet, vorstellt, und mit jedem dieser Ansätze einen Bruchteil der vielen ungenutzten Chancen sichtbar macht, die zur Verbesserung dieser Gesellschaft führen könnten.

Einer dieser Ansätze ist wohl die junge Berliner Theatergruppe

THEATER
MACHT
STAAT

die sich vorgenommen hat, Theaterstücke

      • gegen die allgemeine Kleingeistigkeit,
      • gegen den Ästhetizismus,
      • gegen die Depression und
      • gegen die Opferposition
      • und für ein neues Bewusstsein
      • für echte Kreativität,
      • für öffentliche Verantwortung und
      • für simple Sinnlichkeit zu entwickeln.
 
 
Die Begründung für die Gründung dieser Gruppe ist ebenso tiefsinnig wie originell (wie selten ist doch diese Kombination geworden!) und lautet:
In einer Welt, wo die Objekte sich verselbstständigen,
das Ich noch gehypt, aber eigentlich schon gelogen ist,
wo nichts mehr einen Gebrauchs- sondern nur noch einen Tauschwert besitzt,
ist alles hyperreal.
 
Wir bewegen uns nur noch in gedachten Räumen.Es beginnt bei Omas Fotoalbum und endet im Web 2.0.

Das Theater, in seiner Natur schon ein simulierter Raum, ist plötzlich kein elitäres Gebilde mehr, das uns aus unserer gewohnten Realität herausreißt und uns zwingt, uns auf höhrere Vorstellungsebenen zu begeben. Vielmehr hat die Gesellschaft das Theater eingeholt.

Der Mensch ist es gewohnt, sich in virtuellen Räumen zu bewegen, als wäre es die Wirklichkeit. Disneyland ist genauso real wie vor zweihundert Jahren der Hof vom Nachbarn. Unser Lebensraum ist hyperreal, somit ist das Theater unser Leben. Wie in der Antike, als es in den Köpfen keine Trennung von Schauspiel und Realität gab, hat das Theater die unglaubliche Chance, seine Existenzberechtigung, die Zweckmäßigkeit und die Gestaltungskraft für sich zurück zu gewinnen. (...)

Schluß mit der Theorie, her mit den Fakten

Wer in der U-Bahn ein bettelndes Kind sieht, kann vorbei schauen, sobald er das Theater betritt, gehen wir davon aus, dass er hinschauen will.

Wir haben Sehnsucht nach Leben, aber fast alles ist Kalkül, weil die Reizquellen nicht mehr sinnlich erfahrbar sind und Informationen überwiegend aus zweiter oder dritter Hand stammen.
Manipulationsmechanismen werden sogar öffentlich dargestellt, sei es Korruption von Politikern oder Hilfsorganisationen, wirtschaftliche Ausbeutung großer Gesellschaftsgruppen, oder offizielle Einflussnahme großer Lobbyisten aufs Finanz- und Rechtssystem.
Tabuisierung, Kleingeistigkeit und Unterdrückung finden heute viel subtiler statt, sei es durch gelogene Bildung, gelogene Demokratie oder gelogene Toleranz.
Unser Anliegen ist es deswegen, die Fortschrittsblocker in unserer Gesellschaft ausfindig zu machen und kritisch und satirisch zu bearbeiten.

Die Welt ist ein Zirkuszelt geworden. Wir wollen Zirkus machen. Aber so, dass der Schwindel echt ist.
 

Da kann ich nur dazu aufrufen: Schaut mal hin!
" THEATER MACHT STAAT


Ja, solche und ähnliche, und womöglich auch ganz andere Themen sollen im PaD in Zukunft stärker vertreten sein - und damit das gelingt, bitte ich Sie um Mithilfe.

Wo geschieht in Ihrer Nähe Neues, wo entwickelt sich ein zartes Pflänzchen? Wo sind interessante Menschen, die ein Podium wie den PaD brauchen könnten, um Helfer, Unterstützer und Mittäter zu finden?

Schreiben Sie mir, stellen Sie Kontakte her, damit auch der alten Paukenschlag am Donnerstag eine neue Blüte treiben kann.

 

Diesen Wandel vollziehe ich übrigens auch, weil ich gewiss bin, dass es nicht nur genügend, sondern vielleicht sogar schon zu viele kritische Geister im Internet gibt, die sich beständig gleichzeitig und nebeneinander her mit dem Kommentieren der aktuellen Geschehnisse beschäftigen.

Man kommt gar nicht mehr durch - und wenn ich in diesen Tagen die Nachdenkseiten besuche, dann sagt mir die Vielzahl der alleine dort angerissenen Themen und Kommentare, dass es genug ist.

Soll ich das, was unter der Federführung von Albrecht Müller und Wolfgang Lieb dort zusammengetragen und beleuchtet wird noch einmal beharken? Und was kommt dabei an Mehrnutzen für die Internetgemeinde heraus?

Zu wenig, meine ich, um noch länger auf dieser Straße zu bleiben.

Paukenschlagthemen werden künftig visionäre oder zumindest doch weit vorausschauend angelegte Themen sein. Ich würde mir wünschen, dass Sie mich auch auf diesem neuen Weg begleiten.


3. Die Verlagsarbeit

Wie Sie wissen, verlege ich Bücher.

Angefangen hat das mit meinen eigenen Büchern. Heute blicke ich dankbar auf eine Schar von über 30 Autorinnen und Autoren, die bereits beim EWK-Verlag veröffentlicht haben.

Die Arbeit mit den Autorinnen und Autoren, die Entwicklung der Buchprojekte, vom ersten Kontakt übers Lektorat, bis zur Covergestaltung und endlich zur Buchvorstellung ist nicht immer einfach, macht mir aber immer wieder großen Spaß.

Das Dumme bei der Sache ist, dass ich praktisch keine realistische Möglichkeit habe, meiner "treuen Stammkundschaft", den Newsletterbeziehern und Besuchern meiner Website einen Nachlass auf den Ladenpreis zu gewähren. Es lebe die deutsche Buchpreisbindung!

Die einzige gangbare Ausnahme besteht darin, ein Subskriptionsangebot zu unterbreiten, das während einer kurzen Zeit vor dem Erscheinen zu einem besonders günstigen Subskriptionspreis angeboten werden darf.

Davon möchte ich in Zukunft öfter Gebrauch machen und heute damit beginnen:

 

Abbildung: Entwurf Schutzumschlag

 

 

 

Marion Bialloblotzky

hat mit ihrem wunderschönen Roman "Mein friedliches Vietnam" vor nunmehr fast sieben Jahren den Reigen der "fremden" Autoren des EWK-Verlags eröffnet. Das 2004 in der Erstausgabe als Taschenbuch veröffentlichte Werk, mit vielen kunstvoll verfremdeten schwarz-weiß-Fotos einer realen Vietnam-Reise, war seinerzeit mit 14,80 Euro sicherlich recht hochpreisig kalkuliert, aber das entsprach durchaus auch dem Aufwand, den ich mit der Eigenproduktion der Bücher damals hatte.

Es sind denn auch vom Taschenbuch deutlich weniger Exemplare verkauft worden, als es das Buch verdient hätte.

Nun habe ich beschlossen, diesem Titel zu neuen Ehren zu verhelfen - und, weil es mir nun möglich ist - den ganz großen Schritt zu tun, und

 

"Mein friedliches Vietnam"

als Ganzleinen-Ausgabe mit Schutzumschlag
neu herauszubringen.

 

Und das zum gleichen Preis, wie er einst für die Taschenbuchausgabe zu berappen war - ganze 14,80 €.

Allerdings nur für Subskriptionsbesteller, die den Titel bis zum Ablauf der Subskriptionsfrist (31. Januar 2011) verbindlich ordern und bezahlen.

Hier ist der Link

schnell und direkt zur Subskriptionsbestellung.

 

Vorher zu Buchvorstellung und Leseprobe?
... und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen finden Sie hier



Nach dem 31. Januar 2011 verteuert sich der Titel im regulären Verkauf um volle fünf auf 19,80 Euro.

 

 

 

 

 

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Reaktionen auf diesen Paukenschlag


lieber herr kreutzer,

bez. ihres letzten paukenschlages:

da haben sie recht, dass die arbeitsplatz-zahlen keine neuen erkenntnisse mehr bringen. das lohnt den aufwand nicht mehr.

vielen dank, dass sie sich über jahre so viel mühe gemacht haben. auch ihre artikel zu monetären und wirtschaftlichen fragen habe ich gern gelesen. sie sind einer der wenigen, die komplexes auch runterübersetzen können. die mühe dahinter liest der leser ja nicht.

ihr verweis auf die nachdenkenseiten ist nachvollziehbar. mein lieblingsblog bez wirtschaftlicher fragen sind - neben dem ihren - die querschuesse.de geworden.immerhin sehe ich an diesen blogs, was der mainstream journalismus unterläßt.

und im übrigen glaube ich ist inzwischen alles gesagt. wers wissen will, der weiss es: game over. die eliten werden weitermachen, jeden strohhalm zur systemverlängerung ergreifen und irgendwann knallt es. das mag schnell gehen, das mag noch ein paar jahre dauern. ist halt ein chaotisches system. '

apropos chaotisches system: lese gerade eine soziolgische untersuchung über die zeit: hartmut rosa "beschleunigung" (2005).

am ende schreibt er: das hohe tempo des sozioökonomischen und technischen wandels überfordert systematisch die zeitrstrukturen und - horizonte demokratisch-deliberativer politik, die in der beschleunigsungsgesellschaft just aufgrund der hohen sozialen dynamik sogar zu einer verlangsamung ihrer willensbildung- und entscheidungsprozesse tendiert. die soziale beschleunigung strapaziert sowohl die sonziale integrations- als auch die regenerationsfähigkeit..." (S. 485)

h. rosa erklärt, die "endgültige preisgabe des projektes der moderne" sei die möglichkeit die zu "postmodernen formen von subjektivität und einer neuen art von (sup-)politik (hadt, negri (...) spontane selbstorganisation) führen könnte..." (s.487)

da gehen mir lichter auf. bildlich gesprochen: oben auf der brücke des dickschiffes wird zwar gesteuert, doch das schiff fährt zu schnell. die steuerung ist für dieses tempo nicht ausgelegt. die brückenmannschaft (= politik-wirtschaftselite-andere eliten) wollen das nur nicht zugeben, weil sie sonst erstens ihrer legitimation und damit auch ihrer privilegien beraubt würden. und zwotens wollen sie nicht, dass die passagiere in panik und egoismus ausbrechen. hoffen wir nur, dass keine
blöden eisberge in der nähe rumschwimmen....

immerhin nimmt mir diese erkenntnis teilweise den ärger über die aktuelle politik.

(...) und drücke
ihnen die daumen, dass ihre neuen paukenschlag-ideen resonanz finden.

herzliche grüsse aus jena


Hallo Herr Kreutzer,

wie meine Vorschreiber, habe auch ich vollstes Verständnis für Ihre Beweggründe. Dennoch ....... Sie werden mir fehlen!

LG

Sehr geehrter Herr Kreutzer,

auch ich halte die Neuausrichtung für eine ausgezeichnete Idee und kann Ihre Argumentation sehr gut nachvollziehen.

In Bezug auf die oben erwähnten 1600 Stunden: Was ich nie ganz verstanden habe ist, weshalb es parallel zu Ihrem Newsletter nicht so etwas wie einen kostenpflichtigen Premium-Paukenschlag (z.B. im Monatsabonnement) gibt. Ich bin beruflich sehr eingespannt und komme deshalb über dasBerufliche hinaus kaum zum Lesen. Ihren Paukenschlag
lasse ich mir jedoch nie entgehen. Spiegel, Fokus & Co verlangen auf ihren Internetseiten ja auch Geld für besonders umfangreiche Artikel...

Mit freundlichem Gruß


hallo egon,

schon länger erhalte ich deine mails mit den referenzen zum paukenschlag. der neue paukenschlag freut mich, macht mich glücklich. schluß mit der opferkultur, dem jammern und klagen. nein, auf zum entwurf einer neuen gesellschaft. beschäftigen wir uns mit dem, was unsere zukunft ausmachen soll.

die analysen und reflektiven betrachtungen sind wichtig. aber damit lassen sich keine prinzipien erstrebbarer lebensverhältnissen entwickeln. diese prämissen liegen in unserer natur, in unseren jahrtausenden alten
entwicklungsprozessen. der politische überbau ist immer konstruktiv und hat wenig bezug zu den realen notwendigkeiten. er ist den elitären interessen geschuldet und bildet sich ab in den repräsentativen strukturen, ist also entsouveränisierung.

mit lieben grüßen,


Hallo Herr Kreutzer,

die Absicht der Neuausrichtung Ihrer Themen finde ich sehr gut. In der Tat ist längst alles gesagt, was es über die Herrschaft des großen Geldes und der damit verbundenen Übel zu sagen gibt. Was in den Blogs allgemein kaum vorkommt, aber das Wichtigste ist, sind alternative Lebensformen. Dazu zwei Sprüchlein (aus dem Gedächtnis zitiert):
"Es hilft nichts, die bestehende ungerechte Gesellschaftsform zu kritisieren, man muss Alternativen schaffen, dann verschwindet das Alte von selbst".
"Wer nicht alles verändert, der verändert gar nichts".

Es gibt diese alternativen Lebensformen in tausenden von kleinen Gruppen verteilt über die ganze Welt, alleine in Deutschland weit über hundert. Diese Gruppen haben ganz unterschiedliche Ansätze, so dass für jeden was dabei ist. Gemeinsam ist allen Gruppen der radikale Bruch mit dem, was die Besitzer der Welt ihren Schafen aufzwingen.
Ich nenne stellvertretend für diese Gruppen das "Ökodorf Sieben Linden". Die sind recht weit fortgeschritten und über die kommt man auch an Informationen über die anderen Gruppen ran.

Ich wundere mich seit langem, wieso diese alternativen Lebensformen in den üblichen politischen Blogs praktisch nicht vorkommen. Wenn Sie, Herr Kreutzer, dieses Thema gelegentlich aufgreifen würden, hätte das vielleicht mehr Wirkung als alle noch so klugen Gedanken.
Gruß.
__________________________

Da sage ich ja, schaut mal hin: http://www.siebenlinden.de/htmcontent2000.html


Hallo, Herr Kreutzer

"..die Statistik der Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland wurde mit Beginn des Jahres 2011 eingestellt."

Aus einem Gefühl des Bedauerns und gleichzeitig des vollsten Verständnisses und der aufrichtigen Anerkennung und Wertschätzung heraus, einfach ganz kurz:

Vielen Dank - für (nicht nur) diesen Teil Ihrer Arbeit, für Ihren hohen persönlichen Einsatz, Ihre Informationen und Ihre Aufklärung in den letzten Jahren !

Mit besten Wünschen und herzlichem Gruß,


Hallo, Herr Kreutzer,

ich fand Ihre Paukenschläge immer sehr wichtig, vor allem haben sie mich an politische Falschdenke erinnert, die ich eigentlich schon vergessen hatte. Die Parole vom Antikommunismus wäre doch ein Feld, das gerade heute beackert werden müsste. Wenn ich mir diverse Facebook-Kommentare anschaue, ist das Thema „Kommunismus“ noch lange nicht ausdiskutiert. Oder ist es Ihnen zuwider?

Mich würde es jedenfalls freuen, wenn der Paukenschlag weiter aktiv wäre, um die Mitmenschen zum Nachdenken anzuregen. Ich erwähne Ihre Homepage regelmäßig auf meiner FB-Seite.

Als aktive Kämpferin gegen die Inhaftierung der fünf kubanischen Kämpfer gegen den Terrorismus gegen Kuba seit dem 12.09.1998 – genannt „Cuban Five“ oder „Miami5“ - in fünf verschiedenen Gefängnissen der USA wäre dieses Thema zum Beispiel auch eine Möglichkeit, der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Was meinen Sie?

Viele liebe Grüße – und bitte weiter so!


Lieber Herr Kreutzer,

ich finde Ihre Idee hervorragend, denn Ihre "Ermüdungserscheinungen" zu den ständig wiederkehrenden Themen kann ich völlig nachvollziehen. Diese "Erscheinungen" haben mich ebenfalls seit geraumer Zeit befallen. Im Grunde genommen kennt jeder, der sich intensiv mit der Thematik befasst und befasst hat, die Vorhaben, Ziele, Ungerechtigkeiten, Menschen verachtenden Vorgänge etc. in- und auswändig. Mittlerweile ist es doch so, dass wir ganz genau vorher sagen können, was mit welcher Aktion bezweckt werden soll - ganz gleich, welchen Bereich es betrifft. Meine Freundin ist zwar immer noch erstaunt, wenn das, was ich vorhersage, tatsächlich eintrifft, aber das liegt vermutlich daran, dass ihre Hoffnung auf Veränderung noch etwas ausgeprägter ist als bei mir.

Ihr bisheriges Vorgehen war sehr informativ, es hat dazu beigetragen, viele Dinge besser zu durchschauen - aber - Sie haben Recht - irgendwann muss damit Schluss sein.

Ich begrüße Ihre neue Entscheidung und freue mich weiterhin auf Ihre wöchentlichen Beiträge!

Grüße - nach wie vor aus Italien -
Hallo Durch - Kreutzer,
da haben Sie sich ja was vorgenommen, was ganz in meinem Sinne ist.

Ich habe gerade für mich festgestellt, daß ich ein Effektivitäts-Fan bin. Keinen Schritt zu viel. Nichts als einmal wiederholen. Etc.

Ja, benötigte eigentlich Seiten, wo das Wahre abgebildet ist. Daß dort mindestens Leute arbeiten, die nach bestem Wissen, das Wahre abbilden und ebend nicht ganz bewußt lügen, täuschen und betrügen.(...)

Kümmern wir uns um das, was wirklich wichtig ist.

Alles Liebe oder watt


Lieber Herr Kreutzer,
zunächst einmal wünsche ich ein frohes neues Jahr!

Ansonsten sprechen Sie mir geradezu aus der Seele. Wie Sie ja wissen - auch wenn es nicht so Ihren Beifall gefunden hat - gebe ich ein Heft raus, aber mir hängen die ewigen Wiederholungen und Kommentierungen immer des gleichen Unfugs auch am Halse heraus. Also habe auch ich beschlossen, mit dem neuen Jahr dem Heft eine neue Ausrichtung zu geben. Ich werd's mal auf der "Quantenebene" probieren, mal die Frage stellen, wie eigentlich Realität entsteht, wie das Bewußtsein des Einzelnen mit dem seiner Mitmenschen korrespondiert, wie man auf dem geistigen Weg Realitäten schaffen kann (machen die Lumpen ja auch, aber ich denke, es gibt Methoden, die man nur anwenden kann, wenn man eine gute Absicht verfolgt).
Nach meinen bisherigen Recherchen sind wir an unserem Unglück selber schuld (unbewußt und auch dorthin verführt), weil wir selbst uns in die Rolle des Ohn-Mächtigen begeben haben, in die Rolle des "Ausgebeuteten", des Betrogenen usw. Wenn unsere Umgebung nur ein Spiegel unseres Bewußtseins ist, so macht es wenig Sinn, den Spiegel zerschlagen zu wollen. Ich lächle dem Spiegel zu, wenn ich ein freundliches Gesicht sehen will - funktioniert immer, habe ich nur früher nicht gewußt...

Ich denke, das neue Jahr wird sehr spannend! Vielleicht erleben wir ja einen echten Bewußtseinssprung - trage ein jeder seinen Teil dazu bei.
In diesem Sinne -
liebe Grüße und gutes Gelingen


Hallo Kreutzer

Ich verstehe ihre Entscheidung und moechte dies zum Anlass machen, mich fuer ihre Muehe zu bedanken. Sie haben hervoragende Aufklaerungsarbeit geleistet.

Traurig ist eigentlich nur, das trotz des Wissens um die Umstaende, keine Aenderung folgt, da das System, die Demokratie, ja sogar unsere Gesellschaft dermassen korrupt, ignorant und egoistisch geworden ist, dass jeder nur noch versuchen kann, fuer sich seinen persoenlichen Weg zu finden.
Auf den Staat und seine Organe braucht man, wenn es um die dringende Verbesserung der Lebensumstaende der Bevoelkerung geht, nicht vertrauen.
Warum und dass es so ist wurde ausreichend erklaert ...

Rette sich wer kann ! ;-)

Mit freundlichen Gruessen


Sehr geehrter Herr Kreuzer,

hiermit möchte ich den Newsletter abbestellen! Ich würde mich freuen wenn Sie meiner Bitte nachkommen.

In den letzten 2 Jahren habe ich eine Menge lernen können und habe auch durch Ihren Newsletter und Ihre Kolumnen, gelernt hinter die "Kulissen" zu schauen! Doch in letzter Zeit habe ich mitbekommen, dass mein Interesse an diese Informationen gesunken ist!

Hochachtungsvoll


Recht so, Herr Kreutzer,

das gefällt mir: Visionen, statt immer in der abgestandenen Suppe rühren.


Hoffentlich lande ich jetzt nicht gleich auf dem Esoterikhaufen, aber Sie wissen ja: Was wir denken, ziehen wir an!
Ich wünsche Ihnen und uns Lesern geniale und wirksamste Visionen - und mächtig viel Anziehungskraft.
Das brauchen wir, denn die Zeit für ein "Danach" rückt wohl immer näher.

Übrigens: Wolfs wahnwitzige Wirtschaftlehre ist mal richtig gut und jeder, der hier mitmischt, sollte sie gelesen und im
Regal stehen haben!

Viel Erfolg und beste Grüße!


Ja, wir sollten wieder das Lesen lernen!

Danke, Herr Kreutzer, und viel Kraft und Gesundheit für neue Paukenschläge !

Ich bin mir sicher, sie werden dafür sorgen, daß uns dann und wann wenigstens
mal ein Licht aufgeht.

Beste Grüße!


Richtig so Herr Kreutzer,
das ist auch die notwendige Gedankenhygiene, aus der heraus Neues und Besseres entstehen kann

Wohl an denn!
Meinen herzlichen Glückwunsch zur Richtungsänderung.

Mit freundlichen Grüßen
Lieber Herr Kreutzer,

ich kann Ihre Entscheidung verstehen und akzeptiere diese, na klar.
Für mich jedoch gab es immer einen Unterschied, auch wenn viele Internetschreiber berichten,
dann war Ihr Bericht immer etwas Besonderes.


Sie haben Wert auf die Wörter gelegt.


Für mich ist Ihre Art der Mitteilung die genaue, erweiterte Art, so wesentlich.
Es wird doch von Politik und Wirtschaft alles verdreht was nur verdreht werden kann.
Humor hatten Sie schon immer, und mit Ihrer Liebe zum Wort und Ihrem Wissen war jeder Paukenschlag unvergleichlich.

Theater, das Leben in der Plastiktüte mal ironisch gezeigt, ich lasse mich mangels genug eigener Phantasie mal überraschen.
Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen


Hallo Wolf.

Na Mensch, heute muss ich dir schon wieder schreiben.
Gratuliere, scheinen mir allesamt gute Entscheidungen zu sein! Und sie kommen mir arg bekannt vor, ich erinnere mich da nur an feldpolitik anno 2004 :-)

Du willst Neues und Visionen?
Also ich finde die sich entwickelnde Transition Town-Bewegung grade sehr interessant. Oder auch den "Kurs für ländliche Entwicklung" im Berchtesgadener Land:
http://www.nachhaltige-region.de/zertifikatskurs
Über das Projekt habe ich mal einen Artikel für OYA geschrieben, eine auch noch nicht allzu alte, aber für dich vielleicht etwas zu "spirituelle" Zeitschrift:
http://www.oya-online.de/article/read/132.html

(...)

Grüße!





Hallo Herr Kreutzer,

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Blechtrommel!

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