Paukenschlag am Donnerstag
No. 12/2011
vom 24.3.2011

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Klägliche Rufe aus den Tiefen des Bockshorns
(Der permanente Euro-Rettungsschirm)

 
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2 Innere Angelegenheiten
3 Werbung ist Krieg
4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
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 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
26 Problematisches Goldverständnis
27 Woran man eine gute Regierung erkennt
28 Von Frau zu Frau Eva Scherrer
29 Ungarn - Irland - Deutschland ...
30 Alles Verbrecher
31 Das Staatsziel in drei Sätzen
32 Aktion Staatsziel
33 Die Geld-Hirn-Schranke
34 nicht belegt
35 Entschuldung per Vermögensabgabe
36 Besinnungslos fürs Grundeinkommen
37 Be- und Verdrossenheit
38 Schlagzeilen eines Tages
39 Die 10 Gebote, Nachtrag 2, Lohnabstandsgebot
40 Währungskrieg
41 Welt-Währungskrieg II
42 Auf dem Wachstumspfad
43 China - Macht und Ohnmacht
44 S21 und die aristotelische Lehre von der Handlung
45 Die Zeit der Narren
46 nicht belegt
47 Too big to fail
48 nicht belegt
49 Warum es fast allen immer schlechter geht
50 Jahresumbruch
1/2011 Rettung einer Illusion
2/2011 internes
3/2011 Diensleistungsgesellsch. 1
4/2011 Diensleistungsgesellsch. 2
5/2011 Diensleistungsgesellsch. 3
6/2011 Diensleistungsgesellsch. 4
7/2011 Warum es ist, wie es ist
8/2011 Der Untergang des Abendlandes
9 Theutschtest für Theutsche
10 Kam ein Wasserwerfer des Wegs
11 In jeder Hinsicht idiotengerecht
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Klägliche Rufe
aus den Tiefen des Bockshorns

Der permanente Euro-Rettungsschirm


Es gibt eine ganze Reihe von Bloggern, die sich in ihren Kommentaren und kritischen Äußerungen der Verwendung übler Schimpfwörter nicht mehr enthalten können. Da werden Verbrecher beschimpft, korrupte Schweine gebrandmarkt, Politschauspieler mit faulen Tomaten beworfen, und was der Schmähungen mehr sind.

Ich versuche meinem Grundsatz treu zu bleiben, solche Entgleisungen wenn irgend möglich zu vermeiden. Es genügt mir, Sachverhalte zu beleuchten und die Verantwortlichen beim Namen zu nennen. Mag der Leser entscheiden, wie er die Vorgänge und die Beteiligten im Stadium höchster emotionaler Erregung bezeichnen will.

 

Während ich diese Zeilen schreibe, läuft im Bundestag die Aussprache über die Regierungserklärung von Angela Merkel zum permanenten Euro-Rettungsschirm, der nun wohl nicht mehr zu vermeiden ist.

Merkel hat heute um 9.38 Uhr das Jahr 2011 zum "Jahr des Vertrauens" ausgerufen.

Lassen Sie mich an dieser vollmundigen Eigenlobsbekundung anknüpfen.

 

Was ist der permanente Euro-Rettungsschirm?

Der Euro-Rettungsschirm ist eine Versicherung.

Versichert sind die Risiken
des Kreditausfalls von Euro-Anleihen der Euro-Staaten.

Die Versicherungsprämien zahlen die Steuerzahler der Euro-Staaten.
Die Versicherungsleistung wird im Schadensfall den Gläubigern ausgezahlt.

Das also ist des Jahres des Vertrauens Kern!

 

Was bezweckt der permanente Euro-Rettungsschirm?

Der Euro-Rettungsschirm soll die Gläubiger bewegen, auch weiterhin Geld zu einigermaßen günstigen Konditionen an die Euro-Staaten zu verleihen.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

 

Was wäre dem Euro-Rettungsschirm auf der Ebene eines normalen bürgerlichen 4-Personenhaushalts (mit 4 lebenden Großeltern im Rentenbezug) vergleichbar?

Wenn Eltern und Großeltern eine Art Kautionskonto mit 8.000 Euro einrichten und den Einzelhändlern und gastronomischen Betrieben am Ort zusichern, mit dem Guthaben auf diesem Konto und mit einer Bürgschaft in Höhe von 50.000 Euro für alle Schulden ihrer Kinder aufzukommen, die diese eingehen, aber nicht selbst tilgen, dann wäre das dem permanenten Euro-Rettungsschirm durchaus vergleichbar.

Man würde die Kinder natürlich mit Strenge dazu anhalten, sich selbst um ihre Angelegenheiten zu kümmern, vor allem aber, die Garantieleistung von Eltern und Großeltern nicht fahrlässig anzutasten.

 

Auch das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Vor allem vor dem Hintergrund, dass sowohl die Kaution als auch die Garantiebeträge nur dadurch bereitgestellt werden können, dass sich Eltern und Großeltern selbst neu verschulden, weil sie selbst seit Jahrzehnten nicht anders können, als Schulden über Schulden aufzutürmen.


Auf Phönix schreit Frau Homburger gerade Begriffe wie "Transferunion", "Haftungsunion" und "Vollkasko" in den Raum. Ich schalte das jetzt aus.



Jemanden ins Bockshorn jagen,

hat die Bedeutung, ihm Angst zu machen, ihn in die Enge zu treiben, ihn zum Aufgeben zu zwingen.

Wie konnte es dazu kommen, dass man Gläubiger, die sonst gar nicht wüssten, was sie mit ihrem vielen überflüssigen Geld anfangen sollten, bitten muss, ihr Geld so billig zu verleihen, dass die Schuldner wenigstens eine Chance haben, die Zinsen zu zahlen?

Es ist müßig, der Frage nachzugehen, woher die Gläubiger ihr vieles Geld haben. Sie haben es sich auf mannigfache Art und Weise angeeignet.

Es ist auch müßig, der Frage nachzugehen, warum alle Staaten pleite sind. Sie haben zum Beispiel nie gewagt, sich die benötigten Steuergelder dort zu holen, wo sie zu holen gewesen wären - was wiederum auch eine Antwort auf die vorangegange Frage ist.

 

Die eigentlich relevante Frage lautet:

Warum spielen diese ..., diese ..., warum spielen sie dieses Spiel mit?

 

Ein souveräner Staat macht sein eigenes Geld.

Sogar ein souveräner Staatenbund wie die EU gerne einer wäre, könnte sein eigenes Geld machen.

Solange man sich aber darauf beschränkt, dem Geld der Banken einen Namen zu geben und das Geld der Banken zum alleinigen gesetzlichen Zahlungsmittel zu erklären, solange ist man auf Gedeih und Verderb den Banken und den Bankern ausgeliefert.

Hilflos zappeln sie herum, spannen Rettungsschirme über Rettungsschirme auf und merken nicht, dass auch die Rettungsschirme wieder nur für teures Geld von den Banken gepumpt sind.

 

Geld ist schwer zu verstehen.

Obwohl sich seit Beginn der Finanzkrise die Beschäftigung mit dem Thema kräftig verstärkt hat und nicht mehr jeder, der es wagt, über Geld - seine Herstellung und Verwendung - kritisch nachzudenken, als Spinner gehänselt wird, ist doch in der breiten Öffentlichkeit längst noch nicht klar geworden, was Geld wirklich ist.

 

Geld, als Schein oder Münze im Geldbeutel, als Guthaben auf dem Girokonto, ist der Nachweis dafür, in irgendeiner Form eine Leistung erbracht zu haben, für die eine Gegenleistung noch aussteht.

Kürzer: Wer Geld hat, ist schon Gläubiger.

 

Der Arbeiter, der Güter erzeugt hat, hat Lohn dafür bekommen. Geld kann man aber nicht essen, man kann sich damit auch nicht wärmen.

Geld ist in diesem Fall der vom Arbeitgeber ausgestellte Nachweis für erbrachte Arbeit und dafür, dass die Gegenleistung noch nicht erbracht wurde.

Gibt der Arbeiter das Geld aus, und landet es irgendwann auf mehr oder minder verschlungen Pfaden als Kaufpreis für ein Produkt des Arbeitgebers wieder bei diesem, ist der Kreislauf geschlossen.

Dann hat der Arbeitgeber ein Produkt abgeliefert, aber dafür wiederum nichts anderes erhalten als den vom Kunden ausgestellten Nachweis, dass er geliefert, aber noch keine wirkliche Gegenleistung erhalten hat ....

Das kann man lang fortsetzen, aber eigentlich sollte es an dieser Stelle begriffen sein:

Geld hat keinen eigenen Wert. Geld ist ein anonymisierter Schuldschein.

 

Banken stellen diese anonymisierten Schuldscheine her.

Es gibt eine Reihe von Gesetzen und Vorschriften, die den Banken dabei Grenzen auferlegen, doch sind diese Gesetze und Vorschriften und die damit gezogenen Grenzen willkürlich festgelegt und jederzeit revidierbar. Und dass man sich im Zweifelsfall elegant darüber hinwegsetzt, zeigen die gigantischen Rettungspakete für Banken und Währungen, die nur entstehen konnten, weil man sich nicht mehr an das gehalten hat, was man vorher feierlich geschworen hatte.

Banken geben diese anonymisierten und genormten Schuldscheine gegen ein Schuldanerkenntnis (Darlehens-/Kreditvertrag) an ihre Kunden weiter.

Die Kunden der Bank zahlen damit Leistungen Dritter.

Ihre Gegenleistungen erbringen sie zum Beispiel durch Arbeit gegen Lohn.

Einen Teil des Lohns verwenden Sie, um ihren Kredit mit den anonymisierten und genormten Schuldscheinen zu tilgen,die sie vom Arbeitgeber erhalten haben.

So schließt sich der Kreis, und das Geld und die Schuld verschwinden wieder aus der Welt.

 

Die Banken verdienen natürlich daran, indem sie für ihre im Grunde lächerlich geringwertige "Leistung" gigantische Gebühren (Zins) erheben. Und daran, dass es im Geldkreislauf immer einige Stellen gibt, an denen Menschen weit mehr einnehmen als sie wieder ausgeben, so dass für die Tilgung bestehender Schulden das Geld fehlt, verdienen sie auch, weil dies ein Problem ist, das nur durch die Aufnahme immer neuer Schulden gegen immer neue Zinsen nur immer weiter hinausgeschoben, aber nie gelöst werden kann.

Es sei denn, der Staat holt sich die Hoheit über das Geld zurück.

 

Ein interessanter und intelligenter Vorschlag, der mir dazu unter die Augen gekommen ist, lautet zum Beispiel:

Der Staat soll seine Ausgaben (zum Teil) mit Steuergutschriften bezahlen.

Gibt der Staat also eine Million Papiere heraus, auf denen steht: "1.000 Euro Steuererlass" und bezahlt damit 1 Milliarde Euro Beamtengehälter, hat er sich einen Milliarde Schulden und rund 30 Millionen Zinsaufwand gespart.

Ein solches Papier ist für Steuerpflichtige wie Bargeld. Sie werden es also statt Bargeld annehmen und statt Bargeld ans Finanzamt abführen.

Das hat den Vorteil, dass es keine Zinsen kostet. Es könnte außerdem dazu führen, dass die Steuern so festgelegt werden, dass möglichst alle Steuergutschriften wieder hereinkommen.

Man darf das ruhig zu Ende denken.


Leider denkt niemand von denen, die es ins Werk setzen könnten, darüber nach.

Die setzen sich lieber in Brüssel zusammen und beschließen, den Gläubigern einen Anreiz zu geben, ihr Geld gegen Zinsen zu verleihen.

Einen Anreiz in Höhe von 580 bis 700 Milliarden Euro - je nach Betrachtungsweise.


Da werden jetzt die Eisdielenbesitzer und Fahrradhändler, die Nintendoverkäufer und Kinobetreiber hinter den Kindern her rennen und ihnen erklären, sie hätten unbegrenzt Kredit, ihre Eltern und Großeltern kämen für alles auf, das hätten sie schriftlich, und einer wird den anderen überbieten, im Bemühen um Kundengewinnung und Wachstum, bis sie merken, dass die Garantien längst überzogen sind.

Dann werden sie wieder knauserig und warten auf die nächste Ausweitung der Garantie.


Es gibt eine ganze Reihe von Bloggern, die sich in ihren Kommentaren und kritischen Äußerungen der Verwendung übler Schimpfwörter nicht mehr enthalten können. Da werden Verbrecher beschimpft, korrupte Schweine gebrandmarkt, Politschauspieler mit faulen Tomaten beworfen, und was der Schmähungen mehr sind.

Ich versuche meinem Grundsatz treu zu bleiben, solche Entgleisungen wenn irgend möglich zu vermeiden. Es genügt mir, Sachverhalte zu beleuchten und die Verantwortlichen beim Namen zu nennen.

Mag der Leser entscheiden, wie und wo er sich bei den nächsten Wahlen positionieren will.

In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist am Wochenende beste Gelegenheit, Farbe zu bekennen.


 

Viel mehr über das Geld und den Irrsinn, den wir aus falschem Geldverständnis heraus ertragen, aber auch über die Wege aus der Geldfalle finden Sie bei

Samirah Kenawi, Falschgeld, die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit

 

und

Egon W. Kreutzer, Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre, Band III - Über das Geld

 

(einfach Cover anklicken ...)

 

 

 

 

 

 

 


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Reaktionen auf diesen Paukenschlag


Lieber Herr Kreutzer,

Danke für diesen Paukenschlag, welcher ein Thema angeht, das in diesen Katastrophentagen fast so erscheint, als würde es diesmal um eine Nebensächlichkeit gehen. Jedoch steckt in unserem derzeitigen Geldsystem eine kaum geringere Zerstörungspotenz als bei der Anwendung von Kernkrafttechnik.

Dabei ist es sicherlich nicht falsch zu behaupten, dass nicht zuletzt dieses Geldsystem Mitursache dafür ist, dass trotz
aller schlimmen Erfahrungen immer noch an der todbringende Atomkraft festgehalten wird. Mit allen ihren Folgen.

Die "Idee", dass der Staat seine Aufgaben mit Steuergutschriften finanzieren sollte, ist allerdings alles andere als neu. Spending and recollecting by taxation, dieses System gab es schon einmal in den USA, bis es 1913 grundlos zu Gunsten privater Bankiers aufgegeben wurde. Woodrow Wilson der damalige President hat später sein Bedauern so
ausgedrückt:

"I am a most unhappy man. I have unwittingly ruined my country. A great industrial nation is controlled by its system of credit. Our system of credit is concentrated. The growth of the nation, therefore, and all our activities are in the hands of a few men. We have come to be one of the worst ruled, one of the most completely controlled and by free opinion, no longer a government by conviction and the vote of the majority, but a government by the opinion and duress of a small group of dominant men."

Als wiedergefundene Idee bin ich diesem Vorschlag 1996 im Internet begegnet. Leider scheint es, dass sie nie richtig verstanden, und vielleicht auch aus diesem Grunde in Diskussionen immer wieder niedergebügelt wurde.

Die genannten Steuergutschriften, da kann man ruhig einen Schritt weiterdenken, sollten aber als das bezeichnet werden, was wir heute "gesetzliches Zahlungsmittel" nennen und auch als solches angewendet werden. Einfach indem zwischen dem Ausgeben und dem wieder Einnehmen (durch Steuern) von Steuergutschriften, immer eine gewisse Zahlungsmittelmenge im Umlauf verbleibt.

Dieses "umlaufene Zahlungsmittel" funktioniert dann nämlich als öffentliches, zinsloses Zahlungssystem das zur Abrechnung aller monetären Verpflichtungen berechtigt sein muss. Ein Zahlungssystem ist aber immer auch ein Kreditsystem, woraus man folgern kann, dass "umlaufendes Zahlungsmittel" ein zinsloses Kreditsystem und dazu noch ein solches mit offenem Tilgtermin ist. Ein Freikreditsystem eben.

Natürlich benötigt unsere hochkomplexe Arbeitsteilung noch ein zusätzliches Kreditsystem um Investitionen zu finanzieren, aber dieses kann ohne weiteres auf das vorgeschlagene Freikreditsystem aufbauen.
Wir hätten dann also ein zweigliedriges Geldsystem. Das könnte man durchaus als eine revolutionäre Sache bezeichnen. "Revolutionär" kann man es aber eigentlich nicht mehr bezeichnen, es gab es ja schon einmal.

beste Grüße...


Sehr geehrter Herr Kreutzer,

das Problem der Euro-Zone ist doch wohl, dass Marktteilnehmer gegen verschuldete Euroländer zocken und damit deren Kreditzinsen hochtreiben. So habe ich das jedenfalls verstanden.
Was passiert: Das Land XYZ braucht neue Kredite. Ich vereinfache jetzt und betrachte nur die Banken und die EZB als Kreditgeber. Diese Banken können sich das Geld bei der EZB für z.Zt. wohl 0,5% holen, und geben es dann mit erheblichen Aufschlägen weiter an die verschuldeten Länder. D.h., die Miteigentümer der EZB bekommen kein Geld direkt von der EZB, sondern erst dann, wenn sie irgendeiner Bank noch ein paar Prozent Zinsen zusätzlich abdrücken.
Warum besteht die EU auf diesem Zwischenhandel, und warum gibt sie auch noch Garantien für die leistungslosen Gewinne der kreditgebenden Banken?

Wenn die EZB (oder eine dazwischengeschaltete EU-Bank) diese Kredite direkt an die EU-Länder geben würde (natürlich im Rahmen eines Regelwerks), könnten die Zwischengewinne der Banken vermieden werden. In beiden Fällen käme ein Großteil des Geldes von der EZB, der direkte Weg wäre aber der billigere.

Aber viel wichtiger: Es könnte nicht mehr beliebig gegen einzelne Länder spekuliert werden, das Geschäft dieser Spekulanten könnte ausgetrocknet werden! Die Länder wären nicht mehr gezwungen, sich für z.B. 10% zu refinanzieren, sondern wesentlich günstiger. Es würden nicht mehr die Spekulanten die Zinsen bestimmen, sondern die EU. Und die EU könnte dafür sorgen, dass verschuldete Länder eine Chance bekommen, ihre Schulden zu reduzieren (oder sinnvoll einzusetzen).

Parallel dazu müsste die EU natürlich dafür sorgen, dass alle EU-Länder eine ausgeglichen Zahlungsbilanz untereinander haben (bewusste Subventionen ausgeklammert). Wenn Deutschland weiterhin darauf besteht, durch Lohndumping Exportüberschüsse zu erziehlen, wird es keinen Weg geben, dass schwächere EU-Länder ihren Haushalt sanieren können.

Mit freundlichen Grüßen,


Grüß Gott, Herr Kreutzer,

Nietzsche sagte:

"Der Irrsinn ist bei einzelnen etwas seltenes - aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel."
"Eure falsche Liebe zur Vergangenheit ist ein Raub an der Zukunft."

Nun denn, in diesen zwei Zitaten liegt der ganze Irrsinn, den wir aktuell erleben dürfen. Eine Zukunft innerhalb dieses Systems gibt es nicht mehr. Dort, wo wir denken, dass Zukunft ist, erwartet uns wohl nur noch das Finale. Sie haben zum Jahreswechsel Recht gehabt, als Sie sinngemäß sagten, genug Worte sind gemacht, es ist alles schon hunderttausend Mal geschrieben, beschrieben und gesagt worden. Natürlich will der "Gaul" immer wieder mit einem durchgehen, aber langsam müssen wir uns auf das "Danach" konzentrieren.

Wie wird wohl der Übergang für die Menschen in das Danach sein? Ich mag nicht einmal darüber nachdenken, weil ich wirklich erschüttert bin über das, was uns erwartet.

Beste Grüße


Sehr geehrter Herr Kreutzer,

ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, daß hier der Zusammenbruch der Finanzsysteme erzwungen werden soll.
Offensichtlich können einige der Herrschenden es gar nicht erwarten, die Notstandsgesetzgebung in Kraft zu setzen.
Es steht wohl viel schlimmer um die Staatsfinanzen aller Euro-Länder als es die Berichterstattung vermuten lässt.
Beim Ersten. - Plus-Minus - fand ich dieses hier:
http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,6g8dao9l1ckygt71~cm.asp

Die USA lassen grüßen.

Herzliche Grüße aus der frühlingshaften Oberlausitz
Guten Abend Herr Kreutzer!

Als langjähriger Leser habe ich zuweilen, oder besser gesagt oft die Kommentarfunktion in Ihrem Blog vermisst. Andererseits ist das nachvollziehbar, wenn man das „Kommentariat“ mancher Blogs begutachtet, das einem Hühnerhaufen gleicht, der seiner Tagesration Körner geharrt hat. Um endlich flattern zu können.

Nicht durchgängig, aber zumeist sprechen Sie eine sehr klare und eingängige Sprache bei der Behandlung des hochkomplexen Themas Geld und Geldumlauf, der ja als Blutkreislauf einer Gesellschaft gesehen werden muss.
Mein Anliegen: Wäre es nicht förderlich, im Sinne der offenkundigen Notwendigkeit eine Diskussion des Themas in Ihrem Blog zuzulassen?
Bedingung im strengsten (!) Sinn müsste natürlich sein, dass in jedem Beitrag ein Mindeststandard entlang des roten Fadens sichtbar bleibt. Jedenfalls bin ich sicher, der Verbreitung Ihres Gedankengutes und Ihres Blogs wäre das dienlich.

Mit freundlichen Grüßen (seltsamerweise auch aus der Lausitz)





Hallo Herr Kreutzer,

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Blechtrommel!

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