Paukenschlag am Donnerstag
No. 11/2011
vom 17.3.2011

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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In jeder Hinsicht idiotengerecht

 
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1 Angela Merkel
2 Innere Angelegenheiten
3 Werbung ist Krieg
4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
gehören zusammen
 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
26 Problematisches Goldverständnis
27 Woran man eine gute Regierung erkennt
28 Von Frau zu Frau Eva Scherrer
29 Ungarn - Irland - Deutschland ...
30 Alles Verbrecher
31 Das Staatsziel in drei Sätzen
32 Aktion Staatsziel
33 Die Geld-Hirn-Schranke
34 nicht belegt
35 Entschuldung per Vermögensabgabe
36 Besinnungslos fürs Grundeinkommen
37 Be- und Verdrossenheit
38 Schlagzeilen eines Tages
39 Die 10 Gebote, Nachtrag 2, Lohnabstandsgebot
40 Währungskrieg
41 Welt-Währungskrieg II
42 Auf dem Wachstumspfad
43 China - Macht und Ohnmacht
44 S21 und die aristotelische Lehre von der Handlung
45 Die Zeit der Narren
46 nicht belegt
47 Too big to fail
48 nicht belegt
49 Warum es fast allen immer schlechter geht
50 Jahresumbruch
1/2011 Rettung einer Illusion
2/2011 internes
3/2011 Diensleistungsgesellsch. 1
4/2011 Diensleistungsgesellsch. 2
5/2011 Diensleistungsgesellsch. 3
6/2011 Diensleistungsgesellsch. 4
7/2011 Warum es ist, wie es ist
8/2011 Der Untergang des Abendlandes
9 Theutschtest für Theutsche
10 Kam ein Wasserwerfer des Wegs
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

In jeder Hinsicht
idiotengerecht

 

So muss die Begründung für Regierungshandeln in der Demokratie wohl sein:

In jeder Hinsicht idiotengerecht.

 

Ich komme gleich auf die Atompolitik vor und nach Fukushima, um dies am aktuellen Beispiel zu belegen. Vorher ist jedoch ein klein wenig Theorie erforderlich, um zu verstehen, warum es so ist.


Ein ganz und gar unwissenschaftlicher Beitrag zur Gauß'schen Normalverteilung
und deren Wirkung auf demokratische Abstimmungsprozesse.

 

Ich bin nicht Mathematiker genug, um diese Theorie in beeindruckend komplexe Formeln zu kleiden, es genügt mir, offenkundige Sachverhalte verständlich darzustellen.

Früher, als Kartoffeln noch nicht im Supermarkt in Plastiktüten heranwuchsen, wo sie ohne jegliche Anhaftung von Ackerboden sortenrein und größengleich zum Verkauf stehen, sondern noch von Bauersleuten mühsam aus der Erde geholt werden mussten, gab es große und kleine Kartoffeln. Unter den großen Kartoffeln fanden sich einige besonders große, und unter den besonders großen hin und wieder riesengroße und die allergrößte Knolle wurde am Abend, nach getaner Arbeit, erst als "Kartoffelkönig" bewundert, dann am Kartoffelfeuer gebraten und verzehrt.

Unter den kleinen Kartoffeln wiederum gab es welche, die mit den kleineren unter den großen gelegentlich noch verwechselt wurden, aber auch kleinere, besonders kleine und sehr kleine.


Das ist bei uns Menschen nicht anders. Es gibt lange Exemplare, ja Riesen von mehr als zwei Metern Körpergröße und Zwerge, die als Erwachsene keine 1,20 Meter erreichen. Dazwischen jede Menge größere und kleinere Normalgrößen.

An Menschen werden aber auch noch andere Kriterien für "Größe" angelegt, als nur die Länge. Schönheit wird gemessen, damit Schönheitsköniginnen gekürt werden können, Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit werden gemessen, um olympische und nichtolympische Medaillen vergeben zu können, Treffgenauigkeit beim Schießen wird gemessen, um die Aspiranten für die Scharfschützenausbildung auszuwählen, und immer und überall gibt es einige wenige Beste, deren Ergebnisse sich nur in kaum mehr messbaren Graden unterscheiden, und unterhalb der Besten eine große Zahl von sehr Guten, unter denen viele, viele Gute, dann kommen viele, viele Schlechtere, etliche sehr Schlechte und ganz am untersten Ende der Skala findet sich das Häuflein der vollkommenen Nieten.

Nicht anders ist es bei den geistigen und charakterlichen Fähigkeiten.

Wissen und Intelligenz, Klugheit und Weisheit, Egoismus und Altruismus verteilen sich in allen möglichen Kombinationen nicht anders als sich bei den Kartoffeln Sorten unterschiedlicher Kochfestigkeit, unterschiedlicher Farbe, unterschiedlichen Geschmacks, unterschiedlicher Pestizidresistenz und letztlich auch unterschiedlicher Größe in jedem Supermarktregal finden lassen.

Sucht man nun nach Menschen, bei denen sich ein Höchstmaß an Wissen mit einem Höchstmaß an Intelligenz verbindet, die zudem klug, ja vielleicht sogar weise auf Nachhaltigkeit achten und eine vorbildliche soziale Gesinnung an den Tag legen, so wird man diejenigen, die in allen diesen Kriterien vorbildlicher sind als die übrigen, auffinden können.

Je nachdem, wie streng man urteilt, fände man dann unter Tausend vielleicht drei, vielleicht zehn, vielleicht auch zwanzig, die man allgemein als "die Besten" bezeichnen könnte. Dann kämen vielleicht fünfzig, vielleicht hundert Gute, zwei-, dreihundert Überdurchschnittliche ...

Dies ist in Diktaturen nicht anders als in Demokratien, in Monarchien nicht anders als in Republiken: Je höher man die Messlatte hängt, desto ungleicher wird das Verhältnis zwischen Besseren und Schlechteren.

Daher kommt es in der Demokratie nicht darauf an, die wenigen "Hochbegabten" zu überzeugten, sondern vielmehr darauf, das Gros der übrigen Wähler, deren intellektuelles Leistungsvermögen mehr oder minder stark zurückbleibt, für sich zu gewinnen.

Die muss man überzeugen, der kleine Rest der ganz kleinen Kartoffeln ist wieder uninteressant, die bringen, wenn sie denn überhaupt wählen, ebenso wenig Stimmen ein, wie die wenigen am anderen Ende der Skala.

Fazit: Wahlentscheidungen werden mehrheitlich von denen getroffen, deren intellektuelle Fähigkeiten nicht an die der herausragenden Köpfe
heranreichen.

Vulgo: Die Dummen sind immer in der Mehrheit.

Ich komme gleich auf die Atompolitik vor und nach Fukushima. Vorher ist jedoch ein klein wenig Theorie erforderlich, um machtpolitische Strategien besser zu verstehen.


Ein ganz und gar unwissenschaftlicher Beitrag zur Psychologie der Eliten

Ich bin nicht Psycho- oder Soziologe genug, um in langen, gewundenen Sätzen die fachspezifischen Begrifflichkeiten aneinander zu reihen. Es genügt mir auch an dieser Stelle, offenkundige Sachverhalte verständlich darzustellen.

Sich selbst als Elite oder elitär zu verstehen, ist immer ein Zeichen von Überheblichkeit
(das ergibt sich aus der reinen Logik, ist nicht etwa Ausfluss von Missgunst und Niedertracht). Überheblichkeit ist zudem die Schwester der Arroganz und die Vorstufe zum Größenwahn.

Überheblichkeit, Arroganz und Größenwahn führen dazu, dass der eigenen Person und vielleicht auch der eigenen Gruppe (Partei, Unternehmen, Religionsgemeinschaft) und den darin verkörperten Idealen und Zielen ein "höherer Wert" zugebilligt wird, den es gegen alle anderen (minder - wertigeren) Personen, Gruppen, Ideale und Ziele mit allen Mitteln zu verteidigen gilt.

Überheblichkeit, Arroganz und Größenwahn befähigen dazu, die Welt ganz bewusst so selektiv wahrzunehmen, wie es den eigenen Auffassungen dienlich ist.

Jedes Dorf kennt seinen Deppen, der sich für etwas Besseres hält. Solche Menschen kommen in einer bestimmten Häufigkeit vor. Man hört ihnen still zu, dreht sich um und lacht aus Leibeskräften. Das war es dann.

Gefährlich wird es erst, wenn sich zu Überheblichkeit, Arroganz und Größenwahn die Macht gesellt, wenn also "jemand" den Menschen mit solchen Persönlichkeitsdefekten die Mittel, den Apparat, das Geld, zur Verfügung stellt, das sie brauchen, um ihre größenwahnsinnigen Ziele zu realisieren.

Meist handelt es sich bei diesen "Jemanden" um Menschen (es sind immer Menschen ...), die annehmen, durch die gezielte Förderung ausgewählter Überheblicher ihre eigenen Ziele besser verfolgen zu können, weil sich der nun nicht mehr öffentlich Verlachte - in der Gefahr schwebend, wieder fallen gelassen zu werden - die Aufrechterhaltung des Patronats durch Gefälligkeiten immer wieder neu verdienen muss.

Über Parteispenden, als milde und zum Teil legale Form der Korruption, ist viel nachgedacht und geschrieben worden. Über das Ausmaß der real existierenden Korruption können nur Vermutungen angestellt werden, von denen diejenige, dass die Dunkelziffer weit größer ist als die Zahl der aufgedeckten Fälle, wohl der Wahrheit am nächsten kommt.

Selbsternannten, selbstherrlichen, und sich nur wegen der Zugehörigkeit zur richtigen Partei schon allen politischen Gegnern moralisch überlegen fühlenden Menschen wird jede Förderung ihrer Person und ihrer Partei nicht als Korruption, sondern als willkommene Unterstützung ihrer Ziele erscheinen müssen. Wie anders könnten sie, auch nach den schlimmsten Skandalen, "andertags" frohgemut und ohne das geringste Anzeichen von Schamesröte im Gesicht wieder auf der Regierungsbank sitzen?

Es kann nicht schaden, auch einmal die Frage zu stellen, ob "zufällig aufkommende" Informationen über diese und jene Verfehlung nicht in Wahrheit nur "Warnschüsse" darstellen, die ausdrücken sollen, dass man sich nicht scheuen wird, den "ungetreuen Protegierten" fallen zu lassen und völlig zu vernichten, sollte er nicht zügig auf den rechten Weg zurückfinden.

So hat sich in der von Überheblichkeit und Arroganz keineswegs freien Politkaste unserer Republik die Auffassung allgegenwärtig eingenistet, Kritik und daraus folgend drohender Vertrauens-, Stimmen- und Amtsverlust, könnten nur (wie arrogant, wie größenwahnsinnig!) dadurch aufkommen, dass man nicht vermochte, das eigene Handeln und die dahinter stehenden Absichten richtig zu erklären.

Das ist nur scheinbar ein Eingeständnis eigener Unfähigkeit.

In Wahrheit bedeutet diese Floskel nichts anderes als:

Die sind doch viel zu blöd.

Und nun zu Fukushima:

(Bilder vom heutigen Donnerstag)

Wenn ich sie höre, von Merkel bis Mappus, von Kauder bis Söder, von Westerwelle bis Homburger, kommt mir nicht nur das Essen wieder hoch, sondern das unbändige Verlangen, diese Figuren nie wieder sehen und hören zu müssen.

In wahrhaft idiotengerechter Argumentation reißen sie erstaunt die Augen auf, betonen dreist, zu jedem Zeitpunkt alles richtig gemacht zu haben, rühmen sich immer noch, mit der Verlängerung der Laufzeiten genau die Entscheidung getroffen zu haben, die zum damaligen Zeitpunkt aufgrund der Faktenlage zum Wohle Deutschlands getroffen werden musste, würden nun aber, nachdem für sie Sicherheit immer an erster Stelle stand, nach diesem "Einschnitt", nach "Japan", nach diesen "neuen Informationen" und dem Eintreten "unvorstellbarer" Ereignisse selbstverständlich eine vollkommene Kehrtwende vollziehen und die deutsche Energiepolitik ganz und gar den Sicherheitsaspekten unterwerfen.

"Ja", sagt da der verblüffte Michel, "wenn so etwas kommt, dann muss man doch umdenken. Mir ist ja jetzt auch viel mulmiger als vorher. Ich würde ja jetzt sogar auch einmal gegen ein Atomkraftwerk demonstrieren gehen - jetzt werden sie ja wohl keine Wasserwerfer und Knüppelpolizisten mehr hinschicken .... Das macht sie schon ganz richtig, die Merkel."

Und damit geht der deutsche Michel in die Idiotenfalle, die in schönster Niedertracht aufgestellt worden ist.

Die Lüge beginnt ja mit dem Gebrauch des unschuldigen Wörtchens

"unvorstellbar".

Was sind denn das für Pfeifen, die sich nach hunderten schwerer Störfälle, nach dem Eintreten von GAUs und dem Super-GAU in Tschernobyl immer noch nicht vorstellen konnten, dass es noch einmal zu einem Kraftwerksunglück dieser Größenordnung kommen kann?

Das haben sie in Arroganz und Überheblichkeit schlicht ausgeschlossen. Nicht, weil der Super-GAU unvorstellbar war, sondern weil die "unvorstellbar" hohen Profite der Eigentümer der Kraftwerke sonst nicht hätten realisiert werden können.

 

Es hat sich doch am 11. März am Zustand der deutschen Kraftwerke nichts geändert.
Die Risiken waren und sind alle bekannt. Man hat die Eintrittswahrscheinlichkeiten wie den Schadensumfang durch unvorsichtige Annahmen bewusst niedrig gehalten. Da braucht es keine neue Überprüfung und kein Drei-Monats-Moratorium. Wir wissen doch zum Beispiel, dass Gorleben schon vor Jahrzehnten in ersten Gutachten - die dann vollständig unter den Teppich gekehrt wurden - als ungeeignet für ein Endlager bezeichnet wurde. Nun wird genau dort wieder erkundet. Warum wohl? Weil neue Erkenntnisse gebraucht werden?
Weil sich der Salzstock inzwischen grundlegend zum Besseren verändert hat (und weil das jetzt für eine Million Jahre unverändert so bleiben wird)?

Nein. Die Gorlebenerkundung ist wieder aufgenommen, weil das Zeug weg muss.

Weil die Idioten sonst rebellisch werden.

Aus den Augen, aus dem Sinn. Was da dann an Strahlung austritt, was an Radionukliden ins Grundwasser gelangt - wer will das je nachweisen. Und wer will beweisen dass sein Krebs davon ausgelöst wurde? Lächerlich!

Kommen da nicht eher die Atombombenversuche der 40er und 50er und 60er Jahre als Auslöser infrage, oder Tschernobyl oder Fukushima? Und hat er nicht auch geraucht?

Die Parlamentarier der Schwarz-Gelben Koalition, die die Laufzeitverlängerung beschlossen haben, wussten oder hätten wissen können (haben schuldhaft verweigert, sich kundig zu machen), welche Gefahren in jedem einzelnen Meiler lauern. Ihre Fraktionsführer und Parteivorstände, der Außenminister und Frau Bundeskanzler, die das Parlament ohne Not in diese Abstimmung getrieben haben, wohl wissend, dass das Verfassungsgericht angerufen werden wird, wollten schnellstmöglich, mit ausreichendem Abstand vor den Landtagswahlen, vollendete Tatsachen schaffen.

 

Weil das Risiko jetzt (wieder einmal) in seiner ganzen, kaum vorstellbaren Größe offenkundig geworden ist, spielen sie uns die völlig Überraschten vor und berauschen sich am eigenen Aktionismus.

Ja, es war wahrscheinlich außerhalb der Verfassung, dass die Bundesregierung gemeinsam mit ein paar Länderchefs und den Vorständen der Kraftwerksbetreiber die sofortige Abschaltung mehrerer alter Kraftwerke beschlossen hat.

Aber wen kümmert schon noch die Verfassung?

Wie sagte schon der damalige Bundesinnenminister Hermann Höcherl?
Er könne doch nicht den ganzen Tag mit dem Grundgesetz unter dem Arm herumlaufen, das sagte er.

Dabei ist das Grundgesetz ein überschaubares Papier gewesen.

Heute müsste man den ganzen Tag mit den EU-Verträgen unter dem Arm herumlaufen und mühsam herausklamüsern, was davon noch mit dem Grundgesetz in Übereinstimmung steht und was davon das Grundgesetz längst ausgehebelt hat. Da bleibt einem ja gar nichts anderes übrig, als schnell selbst zu entscheiden und dann den Spruch des Verfassungsgerichts an sich abgleiten zu lassen, wie den Wassertropfen an der Teflonpfanne.

Aber das ist ein anderes Thema.

 

Zurück zur akuten bundesdeutschen Atompolitik:

Jedes Atomkraftwerk das abgeschaltet wird, erhöht unsere Sicherheit!

Also hindert sie um Gottes Willen jetzt nicht mit formaljuristischen Argumenten daran!

Der Bundestag kann, wenn er will, unter Protest sein Votum nachliefern. Die Frage ist nur, wer dann wie abstimmen wird ...

Aber niemand sollte deswegen gleich glauben, dass sie von der Gefahr vollkommen überrascht wurden, weil so etwas ja vollkommen unvorstellbar gewesen sei - und man jetzt alle Maßnahmen treffen werde, dass das, was in Japan passiert ist, in Deutschland nicht passieren kann. Das mehrheitlich für wahr zu halten, wäre nur der Beweis dafür, dass die idiotengerechte Argumentation wieder einmal funktioniert hat.

Was glauben Sie, wie oft wir hören müssten: "Es ist uns nicht gelungen, der Bevölkerung zu erklären ...", wenn die Bevölkerung nur ein kleines bisschen aufmerksamer und kritischer wäre.

Aber das ist wohl gar nicht erwünscht. Um in einer Demokratie das Verhältnis zwischen den "Gscheiten" und den "Dummen" zu verbessern, wäre es schon ein großer Schritt, würde für die Bildung auch nur halb so viel getan, wie es in schönen Reden verkündet wird.

Aber da mangelt es auch nicht an Arroganz, die materielle Ausstattung der Schulen, die Einstellung von Lehrern und die Lehrpläne eher nach haushaltspolitischen Notwendigkeiten mit niedriger Priorität zu versehen, als wirklich etwas dafür zu tun.

Gut gebildete Bürger sind eine Gefahr für Überheblichkeit und Arroganz, ja sie entziehen ihr die Grundlage. Da könnte es sein, dass auch einmal einer ausgelacht wird, der nicht nur überheblich, arrogant und größenwahnsinnig ist, sondern auch noch von mächtigen Interessengruppen gestützt wird.

Und, seien wir ganz ehrlich: Das will doch niemand. Das haben wir doch bei KT schon gezeigt, dass wir gewillt sind, dem "wirklich Großen" wirklich alles zu verzeihen, wenn er uns nur erlaubt, uns in seinem Licht zu sonnen.

 

 

 


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Reaktionen auf diesen Paukenschlag

 


Hallo,
trefflich beschrieben, der menschliche Abgrund hinter den guten Anzügen. Ich kenne das aus eigener Umgebung, das wohl nur gilt: Gut ist - was mir (alleine) nützt; schlecht ist - was mir selbst schaden könnte.
Es gibt halt Politiker und - im Gegensatz dazu - Staatsmänner!
Gruß


Hallo Herr Kreutzer,

zuerst einmal muss ich sagen, dass der bitterböse Paukenschlag genau die Lage beschreibt! Genauso isses!

Und wo ich gerade Ihren Paukenschlag lese, muss ich an Merkels Worte in der aktuellen Stunde zur Atompolitik denken, die da waren: "Wir brauchen einen Ausstieg mit Augenmaß!"

Was für ein Satz! Ein Ausstieg mit Augenmaß! Ich hatte immer geglabut, ein Ausstieg aus einer Sache ist ein Ausstieg. Entweder man macht's oder man lässt's sein. Wenn man nicht aussteigt, tut man's halt nicht.
Aber ein Ausstieg mit Augenmaß...!? Oder heißt das, man muss ganz genau hinsehen, wo man aussteigt...? Nicht dass man auf dem falschen Gleis landet und dann im Regen steht. Aber was bedeutet das in Bezug auf die Atompolitik?

Wenn ich solche verschwurbelten Sätze von Frau Merkel höre oder lese (und davon gibt sie reichlich von sich, meiner Meinung nach), dann muss ich seit heute an eine Webseite denken, die mir ein Arbeitskollege genannt hat: http://neusprech.org/
Diese Seite ist mehr als einen Besuch wert und sollte standardmäßig in jedem Browser "gebookmarkt" sein ;)

Viele Grüße,


Sehr geehrter Herr Kreutzer,

vielen Dank für diesen Paukenschlag und selbst die lange Einleitung war höchst interessant.

Bei uns im Forum (ich gestatte mir mal die Adresse mitzuschreiben: www.simforum.de) wird dieses Thema ebenfalls sehr intensiv diskutiert. Und ein Ergebnis ist die Feststellung:

Frau Merkel, mit bekannter Wortwahl und Intonation "Es gibt keine Alternative..." sagt jetzt zu Beginn dieses "Moratoriums" mit gleicher Wortwahl und Intonation "Es gibt keine Tabus ..." (bei den Sicherheitsüberprüfungen, ja, gab es denn vorher welche???) um, und das ist unsere Ahnung, am Ende der Moratoriumszeit mit gleicher Wortwahl und Intonation zu verkünden "Es gibt keine Alternative ... zur Laufzeitverlängerung".

Es wäre schön, wenn es anders käme. Herzliche Grüße aus Plauen Matthias Ludwig

PS: Auch wenn wir uns SimForum nennen und uns vornehmlich mit den Spielen Sims und SimCity befassen, bleibt genügend Raum für völlig andere Diskussionen. Sonst wäre es zu langweilig. Und ich werde mir erlauben, auf diesen Paukenschlag im Diskussionsthread zur Atomkraft zu verlinken.

Ihnen einen schönen Abend!


Lieber Herr Kreutzer,
haben Sie schon mal über das Unwort "Restrisiko" nachgedacht? Dann werden sie zu dem Schluss gekommen sein, dass "Restrisiko" keine statistische Größe, sondern die Bewertung einer solchen ist. Es gibt ein Risiko und damit basta. Und es scheint, dass das Risiko äußerst gering ist, wenn man andere Risiken zum Vergleich heranzieht. So sterben jährlich etwa 1,2 Millionen Menschen an den Folgen von Unfällen im Straßenverkehr. Das sind in 25 jahren satte 30 Millionen.

Beträgt das (Rest)risiko eines Supergau etwa 1 auf 10.000 Jahren Bertiebsdauer, so bedeutet das bei weltweit etwa 400 Kernreaktoren, dass im Mittel alle 25 Jahre einer davon hochgeht. Wenn also nun ein viertel aller Japaner an den Folgen der Reaktorunfälle stirbt, so entspricht das dem gewohnten "Rest"risiko des Straßenverkehrs. Und da wir das alle akzeptieren - ja diesem Risiko nicht einmal ausweichen können, ist das Todesrisiko kerntechnischer Anlagen nicht größer, als das des Straßenverkehrs.

Es stellt sich die Frage, ob die Verantwortlichen tatsächlich nach diesem Kalkül agieren und die Auswirkungen auf die Natur ignorieren. Wahrscheinlich! Denn Schiller fragte schon:"Was ist Demokratie?" Und beantwortete die Frage sogleich mit dem Satz:" Demokratie ist der Schwachsinn, denn Verstand ist stets bei Wen`gen nur gewesen".

In diesem Sinne


Hallo Herr Kreutzer,

großartig Ihr heutiger Paukenschlag. Warum sind Sie eigentlich nicht auf Facebook? Sie würden viel mehr Leute erreichen.

Mit freundlichen Grüßen





Hallo Herr Kreutzer,

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Blechtrommel!

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