Paukenschlag am Donnerstag
No. 38/2010
vom 23. September 2010

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Schlagzeilen eines Tages

 
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Paukenschläge 2010 (ältere)
1 Angela Merkel
2 Innere Angelegenheiten
3 Werbung ist Krieg
4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
gehören zusammen
 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
26 Problematisches Goldverständnis
27 Woran man eine gute Regierung erkennt
28 Von Frau zu Frau Eva Scherrer
29 Ungarn - Irland - Deutschland ...
30 Alles Verbrecher
31 Das Staatsziel in drei Sätzen
32 Aktion Staatsziel
33 Die Geld-Hirn-Schranke
34 nicht belegt
35 Entschuldung per Vermögensabgabe
36 Besinnungslos fürs Grundeinkommen
37 Be- und Verdrossenheit
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Schlagzeilen eines Tages

 

Wir haben ja, gottseidank, weiter keine Probleme.

Die von einem Computer ausgewählten und von Google News in permanenter Aktualisierung online gestellten Nachrichten, stellen - nach Auffassung der Programmierer dieses Computers - die wichtigsten Nachrichten dar. Aber Google und seine Programmierer sind an dieser Auswahl nicht schuld, sie fassen lediglich zu Schlagzeilen zusammen, was von den meisten und von den reichweitenstärksten Medien an prominenter Stelle im Heft oder im Sendeschema dargeboten wird. Google News ist also eine Art Brennspiegel der öffentlichen Meinung, bzw. der veröffentlichten Meinung, oder gar der vermeintlichen Öffentlichung.

Heute morgen um 8 Uhr, auf der Suche nach einem halbwegs aktuellen Thema für den Paukenschlag, fand ich bei Google News die hier aufgelisteten Schlagzeilen.

 

Erste Abteilung - Die ganz großen Aufreger

Jörg Kachelmann und das Rätsel der blauen Flecken

Der vierte Verhandlungstag: Woher stammen die Hämatome an den Beinen der Frau, die den Wettermoderator der Vergewaltigung bezichtigt?

Das ist doch heiß, oder?

Klingt ganz genau so wie:

"Harry Potter und das Geheimnis der dritten Phönixfeder"

und das Schöne daran, statt ein paar hundert Seiten J.K.R. gibt es die Kachelmann-Saga quasi als Fortsetzungsroman, täglich ein Häppchen Reality-Soap (Glitschige Geschichte aus dem wahren Leben) - und schon sind Voyeurinnen und Voyeure beschäftigt.

Aber nichts für einen Paukenschlag.

Bayern-Schock: Ribéry fällt vier Wochen aus

Gips und mindestens vier Wochen Pause für Franck Ribéry: Bayern München hat den Befreiungsschlag von Hoffenheim teuer bezahlt. Am Tag nach dem 2:1 (0:1)-Triumph wurde bei dem Franzosen, der mit Tränen in den Augen vom Platz getragen worden war ...

FC-Bayern-Routine

zum Saisonauftakt schwächeln, da schauen sich die Bayern-Gegner die Spiele gerne an und erhöhen Einschaltquoten und Werbeeinnahmen,

und dann die legendäre Aufholjagd, bis zum nächsten Meistertitel, da sind dann alle begeistert.

Echt Bayern-Fans können über dieser Meldung tagelang alles andere vergessen.

Auch das ist nichts für einen Paukenschlag.

Eine flog über den Plattenbau:
Das Sozialdrama "Fish Tank"

Schreien soll ja manchmal helfen, auch wenn der triste Bahnhof von Tilbury im Osten Londons nicht der Ort sein dürfte, wo sich Lebensläufe dadurch zum Besseren wenden. Aber so war das 2008, als Katie Jarvis, damals 16, mit ihrem Freund ...

Kuckucksnest? Oder?

Geht wohl um die filmische Realität von irgendwas Sozialdramatischem. Wetten, dass die Realität deutscher Tafeln reeller ist. Tafeln sortieren und entsorgen den Müll der Supermärkte kostenlos. Das ist der Deal. Nix mit Nächstenliebe und so ...

Paukenschlagverdächtig? Nee, nee ...

Film ohne Gewissen im Kino

Jud Süß - Film ohne Gewissen: Tobias Moretti (l.) spielt den Schauspieler Ferdinand Marian, der von Propagandaminister Joseph Goebbels (Moritz Bleibtreu) überredet wird, die Hauptrolle in "Jud Süß" zu übernehmen.In "Jud Süß" versucht Oskar Roehler, Tatsachen durch Erfinden aufzupeppen

Ein Film für die Deutschen

Die Historiker sollen entsetzt sein, und auch sonst kommt der Streifen irgendwie zur Unzeit. Man bedenke, was geschehen könnte, wenn jemand die Arbeit von Oskar Roehler mit den Ideen von Tilo Sarrazin in Verbindung bringt ...

Da könnte man einen Paukenschlag draus machen. Aber wo es so viele professionelle Aufgeregte gibt, kann ich mich zurückhalten, zumal es sowieso nur luftleere Stimmungsmache ist.

Drei, zwei, eins ... Mainz

Das Unglaubliche galt es festzuhalten. Mit einem Dauergrinsen im Gesicht filmte Lewis Harry Holtby die jubelnde Mainzer Meute nach dem Spiel. Er hätte die Kamera gut und gern auch nur auf sich allein richten können, ...

Noch ein Märchen. Ein Fußballmärchen.

Am fünften Spieltag ganz oben - das ändert sich schon noch. Aber warum sollen die Määnzer nicht auch mal träumen dürfen.

Kein Thema für niemanden.

Frauenrolle im Libanon: Große Brüste für den Traumprinz  

Das Fundament der konservativen arabischen Gesellschaft, die Ehe, steckt in der Krise. Im Libanon ist zu beobachten, wie eine zunehmend lockere Sexualmoral und wirtschaftliche Schwierigkeiten die traditionellen Rollenbilder infrage stellen. ...

So fängt es an.

Erst verfällt die Moral - dann hat wer blaue Flecken an den Oberschenkeln und ein deutsches Gericht klärt deren Herkunft. Komisch, dass der moralinsaure Vordere Orient bei Lockerung der Sitten zur Schlagzeilenreife gelangt. Wir sind viel weiter - bei uns heiratet der Außenminister, und niemand schert sich um traditionelle Rollenbilder.

Paukenschlagverdächtig? Da lach' ich doch nur.

Zweite Abteilung - Für die Tränendrüsen

Vermisster Mirco aus Grefrath:
Polizei durchsucht 17 Kubikmeter Abfall

Seit dem 3. September wird der elfjährige Mirco aus Grefrath vermisst. Die Polizei durchsuchte jetzt Müll aus öffentlichen Abfalleimern.

Gefunden hat sie vermutlich sehr viel Dreck,

und darin wühlt auch die Journaille gerne, immer mit der Entschuldigung, die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf.

Helfer kämpfen um das Leben gestrandeter Wale

Mindestens 50 Grindwale sind an der neuseeländischen Küste gestrandet und verendet. Wie viele der insgesamt etwa 80 in Not geratenen Tiere genau überlebt haben, war am Donnerstag noch unklar.

Die Meere sind längst zur Mülltonne der globalen Wachstum-um-jeden-Preis-Wirtschaft geraten.

Sozial ist, was Arbeit schafft. Wo gehobelt wird, fallen Späne. Wenn die Wale sich nicht integrieren lassen, unser Angebot des Forderns und Förderns nicht annehmen, dann werden sich solche Tragödien nachhaltig nur vermeiden lassen, indem die Fangverbote und Qutoenregelungen wieder aufgehoben werden. Wer nicht mehr ist, kann sich auch nicht mehr ver - irren.

"Der schlimmste Tag in meinem Leben"

Am besten und ehrlichsten fasste vielleicht der Rekordnationalspieler und heutige Bundestrainer die Rat- und Fassungslosigkeit in Worte. "Wir waren bisher davon ausgegangen, dass Tischtennis keine Probleme mit Doping hat", ...

Sport und Doping gehören zusammen wie der Sponsor und seine Marketingabteilung.

Mit unsäglichen Äußerungen wie dieser "der schlimmste Tag in meinem Leben", soll verhindert werden, dass diese Wahrheit auch außerhalb von Sechs-Tage-Rennen und Tour de France wahrgenommen wird.

Wir wollen zwar Sieger, aber doch nur ehrlich und fair errungene Siege.

Was ein fairer Sieg ist, muss allerdings von Fall zu Fall neu definiert werden.
Drohnen, z.B., mit denen - von einem tausende Kilometer entfernten Kommandostand aus - lautlos aus mehreren Kilometern Höhe Terroristen beobachtet und mit einem Mausklick gezielt getötet werden können, sind schon deshalb fair, weil die Terroristen ihre Anschläge ja auch im Geheimen vorbereiten und ausführen.

Ein Virus soll Auslöser für Fettsucht sein

Nicht nur exzessives Essen führt zu Übergewicht: Schuld könnte ein Virus sein. Wie man sich diesen einfängt, ist jedoch ein Rätsel. Das Adenovirus AD36 löst normalerweise Atemwegskrankheiten aus, es könnte jedoch auch eine wichtige Rolle bei der ...

Da werden sie jetzt zu Millionen in Tränen ausbrechen

und jedem vergebens absolvierten Fastentag, jeder Hungerkur und jedem Verzicht auf das Sahnehäubchen nachtrauern. Dass alles nichts geholfen hat, wussten sie ja, aber dass es nicht an mangelnder Anstrengung und Konsequenz lag, nicht am zu oft dahinschmelzenden Widerstand gegen die nährstoffreichen Verführer, das hätte man ihnen doch auch früher sagen können.

Wann kommt endlich die Schutzimpfung gegen Adipositas?
Und wird das die Krankenkasse zahlen?

Familiendrama: Leiche gefunden

Auf der Suche nach dem mutmaßlichen Doppelmörder aus Aalen (Ostalbkreis) hat die Polizei eine Leiche bei Schloss Neuschwanstein gefunden. Mit großer Wahrscheinlichkeit handle es sich bei dem Toten um den gesuchten 46-jährigen

Ja, die Sonne bringt es an den Tag.
Niemand entgeht seiner Strafe. Gottes Mühlen mahlen ...

Dritte Abteilung - Die Welt der Wirtschaft

Gespräch: Dieter Rampl

Dieter Rampl muss die Weichen für die Unicredit Croup neu stellen. Doch er bleibt nur übergangsweise Chef. Im Interview sagt Rampl, dass er aber die Unabhängigkeit bewahren und die grundlegende Strategie der Bank beibehalten wolle. ...

Tja, der stolze, verantwortungsbewusste Banker

Weiß ja niemand, dass die Unicredit Group (mit G, nicht mit C, wie in der Meldung) die Hypo-Vereinsbank gekauft hat, aber erst, nachdem die Risiken der Deutschen in die HRE ausgelagert waren.

Der Markt für Tablet-Computer wird immer enger.

Auch vom Blackberry-Hersteller RIM soll es laut einem Zeitungsbericht noch in diesem Jahr einen Konkurrenten für Apples iPad geben.

Der Markt wird enger?

Was ist denn das für ein verlogener Quatsch. Der Markt wird doch nicht enger, wenn Konkurrenz auftritt. Sehnt sich hier jemand nach immerwährenden Monopolstellungen?

Ach so, das war nicht für Verbraucher geschrieben, sondern für Investoren, die die Finger von Unternehmen lassen sollen, die einen Markt bedienen, auf dem es echten Wettbewerb gibt. Ja dann ...

Deutsche Löhne steigen kräftig

München - Die Arbeitnehmer in Deutschland haben wieder mehr Geld in der Tasche. Die Reallöhne, also die preisbereinigten Verdienste, lagen im zweiten Quartal 2010 um 2,3 Prozent höher als im Vorjahr.

Das wird doch nicht den zarten Aufschwung abwürgen?

Von Streiks und Gehaltsforderungen war so lange nichts zu hören, und trotzdem sind die Löhne um so viel stärker gestiegen als die Inflation?

Na ja, da hat jemand ein bisschen gemogelt. Die Löhne sind nicht gestiegen. Es wurde - nach der Kurzarbeit - wieder mehr gearbeitet, und für diese mehr geleistete Arbeit mussten die Arbeitgeber leider auch Löhne zahlen.

Neues Energiekonzept: Mein Haus wird klimaneutral

Die Bundesregierung drängt auf ein neues Energiekonzept. Doch die Sanierung von alten Gebäuden ist teuer. Aber sie rechnet sich fast immer. Oft sogar schon nach kurzer Zeit. Von Nadine Oberhuber Könnte man die Energie, die in Worten steckt, ..

Voodoo-Ökonomie

Das neue Energiekonzept ist so ähnlich wie die Abwrackprämie. Was früher hochgehalten wurde, der sogenannte "Bestandsschutz" wird immer mehr durchlöchert. Mit neuen Vorschriften werden alte Häuser massiv entwertet.

Statt die Eigentümer selbst die Abwägung zwischen Energiekosten und Investitionslasten treffen zu lassen, werden Investitionen erzwungen.

So mancher Rentner, der das selbstgenutzte Wohneigentum als Alterssicherung angesehen hat, wird feststellen müssen, dass ihm niemand einen Kredit gibt, für die Sanierung. Dann wird er feststellen müssen, dass ihm der Staat mit Zwangsmitteln auf den Leib rückt - und dann wird er feststellen müssen, dass er sich von dem Haus trennen muss - und dann wird der feststellen, dass niemand Geld für ein Haus ausgibt, das erst noch energiekonzeptkonform aufgerüstet werden muss.

Peng. Enteignung durch die Hintertür.

Voodoo.

Drohender Milliardenverlust GM-Rettung wird teuer für US-Steuerzahler

Mit 50 Milliarden Dollar hat die US-Regierung General Motors vor der Pleite gerettet. Davon wird der Staat kaum alles zurückbekommen. Beim anstehenden Börsengang müsste die Aktie dafür mehr wert sein als in der erfolgreichsten Zeit des Konzerns. ...

Und wer hat OPEL nicht gerettet?

Richtig, unsere beste aller Regierungen. Jetzt wird klar, welches Fass ohne Boden da auf uns wartete. Danke Angie, danke Gutti, danke Raini ...

Vierte Abteilung - Die politische Auseinandersetzung

Neuer Ausweis sorgt für Diskussionen

Die neue Personalausweis soll ab dem 1. November ausgegeben werden - und gleich eine Wundertüte neuer Online-Anwendungen ermöglichen: Über seine neue elektronische Identitätsfunktion soll er die Fluggastabfertigung und ...

Der Überwachungsstaat und sein neues Spielzeug.

Obwohl diejenigen, die sich auskennen, wissen, dass das Ding so unsicher ist, wie nur irgend möglich, hält die beste aller Regierung an ihrem Beschluss: "Der neue Personalausweis ist sicher", unbeirrt fest.

Kassen kritisieren GKV-Reform

Die vom Regierungskabinett beschlossene Reform der Krankenkassenfinanzierung stößt auf breiten Widerstand. Krankenkassen und Arbeitgeber kritisieren vor allem die Beitragserhöhung um 0,6 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent. ...

Philipp Rösler zappelt sich so durch, durch die Kritik.
Viel Feind, viel Ehr.
Wenn alle dagegen sind, muss es doch irgendwie gerecht sein.

Falsch! Diejenigen, die profitieren, hüten sich, dies laut hinauszuposaunen. Die kritisieren einfach irgendwie mit - und schon ist das Gesetz zur Förderung der Privaten Krankenversicherung ein gerechtes Gesetz.

SPD will Gesundheitsreform bei Wahlsieg rückgängig machen

Die SPD will die schwarz-gelbe Gesundheitsreform im Falle eines Sieges bei der nächsten Bundestagswahl vollständig zurücknehmen. "Von dieser Reform wird nichts übrig bleiben, wenn wir wieder Verantwortung übernehmen", ...

Das Fell des Bären verteilen,

ohne ihn gefangen zu haben, ist das eine. Das andere ist die Unsitte, von Regierungswechsel zu Regierungswechsel immer mehr Porzellan zerschlagen zu wollen. Wie wäre es denn, wenn ein verantwortliches Parlament seine Rolle so verstünde, dass es der Versuchung der Regierer, von einem Exkrement ins andere fallen zu wollen einen Riegel vorschiebt und lieber für Kontinuität sorgt?

Wo kommen wir denn hin, wenn alle Gesetze automatisch zum Ende der jeweiligen Legislaturperiode auslaufen? Dass die SPD schon androht, sich an der Gesundheitsreform für die Laufzeitverlängerung rächen zu wollen, ist zwar verständlich, aber eben doch ebenso kontraproduktiv. Besser machen, statt Retourkutschen zu fahren, das ist angesagt.

Grippeimpfung senkt Herzinfarktrisiko

Eine Grippeimpfung schützt möglicherweise nicht nur vor einer schweren Lungenentzündung. Einer Fall-Kontrollstudie im Canadian Medical Association Journal (CMAJ; 2010; doi: 10.1503/cmaj.091891) zufolge, erkrankten die Geimpften nach einer ...

Gut. Wenn ihr euch schon nicht gegen Grippe impfen lassen wollt, dann doch wenigstens gegen Herzinfarkt.

Der ist ja viel schlimmer und viel letaler, als Grippe und Vogelgrippe und Schweinegrippe - und irgendwie hat die pharmazeutische Industrie die Produktionskapazitäten aufgebaut, die kann man doch nicht einfach leerstehen lassen.

Atomkraftgegner umzingeln Regierungsviertel

Zehntausende Demonstranten haben das Regierungsviertel in Berlin umstellt. Die Veranstalter sprachen von 100 000 Teilnehmern, die Polizei ging von mehreren Zehntausend aus. Zu der Großveranstaltung hatte das Organisationsbündnis „Atomkraft: Schluss ...

Ja, das war auch am Donnerstag noch in den Top-Schlagzeilen

Das ist der sogenannten Nachhall-Effekt bei Google. Die Erinnerung an das, was ganz groß in den Medien war, wird ein paar Tage wachgehalten, helfen wird es wenig. Die Regierung, die lange Zeit nicht regierte, regiert jetzt. Ohne Wenn und Aber.

Fünfte Abteilung - Weltpolitik

Afghanistan-Einsatz: Soldaten statt Tornados

US-Oberbefehlshaber Petraeus hatte es gefordert, jetzt könnten Taten folgen: Berlin will offenbar mehr Bundeswehrsoldaten an den Hindukusch schicken. Sie sollen die aghanischen Streitkräften ausbilden. Im Gegenzug könnten Tornados abgezogen werden. ...

Liegt das daran, dass die Wiederbeschaffungskosten für Soldaten niedriger sind?

Das geht irgendwie gegen den Trend der Bundeswehrreform, die auf Berufssoldaten und Technik, also auf die verbesserte Auftragsversorgung der Waffenschmieden abzielt. Da käme mir die Idee, statt Soldaten in Afghanistan zu stationieren, lieber ferngesteuerte Tornados über Kundus patroullieren zu lassen, sehr viel passender vor.

Nun ja, vermutlich wird man, wenn die Truppen aufgestockt sind, feststellen, dass man auf die Tornados doch nicht verzichten kann ...

Arktis-Konferenz in Moskau: Nato-gefährdetes Ökosystem

Russland scheint weiter bemüht, die Nato aus der Arktis herauszuhalten - schlägt aber mildere Töne an. Bei einer internationalen Konferenz geht es vor allem um Ökologie und Klimawandel. Der schönen neuen Rohstoffwelt stehen Gefahren gegenüber

Ob was dabei herauskommt?

UN-Bericht geißelt Flotten-Kaperung als Rechtsbruch

Der UN-Menschenrechtsrat verurteilt Israels Sturm auf die Gaza-Hilfsflotte im Mai bei dem neun Menschen starben - Jerusalem reagiert sofort. Der blutige Militäreinsatz gegen die Gaza-Hilfsflotte ist UN-Ermittlern zufolge ein Verstoß gegen ...

Wer außer den Toten erinnert sich noch daran?

Richtig, die Überlebenden. Aber waren die nicht alle selbst schuld? Wer sich in Gefahr begibt ...

Und dann die Wortwahl:

  • UN-Bericht, nicht die UN,
  • geißelt - das klingt nach Fanatismus
  • Flotten Kaperung - eine harmlose Umschreibung für dieses Geschehen
  • Rechtsbruch - ebenfalls eine verharmlosende Vokabel#
Handelte es sich nicht um einen militärischen Überfall auf einen zivilen Schiffsverband in internationalen Gewässern?
Nein. So sollte man das nicht nennen. Wäre nicht pieh cieh.

Berner Festspiele – und die SVP im Anflug

Die Bundesratswahl stand im Zeichen Berns – und der Stabilität. FDP und SP können mit Johann Schneider-Ammann und Simonetta Sommaruga ihren Besitzstand in der Regierung halten. In einem Jahr aber ist die SVP am Zug.

Alles was man über die Schweiz wissen muss.

In aller gebotenen Kürze.

Sechste Abteilung - Der Skandal

Abschluss des Millenniumsgipfels: Armutszeugnis für die Uno

Zum Finale des Uno-Gipfels verspricht Barack Obama in einer umjubelten Rede vor vollem Haus Wohlstand für alle - konkrete Zusagen macht er nicht.

Vor 10 Jahren wurde beschlossen, die Armut und den Hunger zu bekämpfen. Ehrgeizige Ziele wurden beschlossen.

Nun hat man Einigkeit darüber erzielt, dass die für 2015 angepeilten Ziele nicht erreicht werden können. Und Einigkeit ist ja schließlich ein Wert an sich.

Nicht nur Obama hat die Selbstverantwortung der Entwicklungsländer in den Vordergrund gestellt. Auch unsere Angela Merkel wollte die Hilfen vom Erfolg abhängig machen und den Erfolg von den Regierungen der Empfänger abfordern. Wie genau das gehen soll, weiß vermutlich Dirk Niebel alleine, der darin eine neue Chance für die Abschaffung von Entwicklungshilfe und -Ministerium sehen könnte.

 

Falls Sie, liebe Leser, diese Nachrichten aufmerksam gelesen haben, können Sie gewiss sein, über alles Wichtige voll und ganz informiert zu sein.

Vergessen Sie für heute Tucholkys verschwörungstheoretischen Spruch:

 

Das ist der Zeitung tiefer Sinn,

die bessern Sachen stehn nicht drin.

 

Sie würden sich vermutlich nur aufregen.

Aufregung erhöht jedoch das Infarktrisiko - und Sie wollen sich doch deswegen nicht gegen Grippe impfen lassen müssen.

 


Lesen Sie lieber wieder mal ein gutes Buch aus dem EWK-Verlag.

 Und falls Sie noch keines haben - wir verkaufen welche.








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Reaktionen auf diesen Paukenschlag


Hallo Herr Kreutzer,

einfach nur Klasse. Sie schreiben unaufgeregt, sie bleiben sachlich und immer humorvoll im Angesicht der Katastrophe.
Ich schreibe als einer von vielen Lesern, Sie brauchen auch Feedback, to keep up the good work.

Danke,

Hallo!

So und jetzt sage ich mal DANKE! ;-)

(Anmerkung von Egon W. Kreutzer: Das freut mich!)


Verehrter Herr Kreuzer,

einen journalistischen Höhepunkt gab es denn heute doch noch:

In der aktuellen Printausgabe des STERN outen sich ein paar Dutzend Bürger, FDP gewählt zu haben, und können nicht begreifen, so dämlich gewesen zu sein, auch wenn eine der Geläuterten noch immer nicht begriffen hat, wo in diesem Lande Sozialschmarotzer sitzen.

Wobei, vielleicht meinte sie ja doch ihren Arbeitgeber ...

Grüße, herzliche.




Hallo Herr Kreutzer,

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Trommel!

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