Paukenschlag am Donnerstag
No. 37/2010
vom 16. September 2010

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Be- und Verdrossenheit

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Leserbriefe
 
Paukenschläge 2010 (ältere)
1 Angela Merkel
2 Innere Angelegenheiten
3 Werbung ist Krieg
4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
gehören zusammen
 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
26 Problematisches Goldverständnis
27 Woran man eine gute Regierung erkennt
28 Von Frau zu Frau Eva Scherrer
29 Ungarn - Irland - Deutschland ...
30 Alles Verbrecher
31 Das Staatsziel in drei Sätzen
32 Aktion Staatsziel
33 Die Geld-Hirn-Schranke
34 nicht belegt
35 Entschuldung per Vermögensabgabe
36 Besinnungslos fürs Grundeinkommen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Be- und Verdrossenheit

Wer meint, den Begriff Bedrossenheit gäbe es nicht, hat Recht.

Das Verb (sich) bedrossen, gibt es allerdings. Es entstammt dem frühen Neuhochdeutsch und ist eine Bezeichnung für "unflätige Besudelung".

Kein Wunder, dass - wer sich unflätig besudelt vorkommt - aus der Bedrossenheit, von der er betroffen ist, in eine Verdrossenheit fällt, also in einen Ärger über den Zustand, in dem er sich befindet und über den oder die Täter, die er dafür verantwortlich macht.

Eine Überlegung, die zu dem Wort "Politikverdrossenheit" eine neue, hochinteressante Deutungsmöglichkeit eröffnet.

 

  • Wenn bei der angeblich wichtigsten Aussprache des Jahres, der alljährlichen Haushaltsdebatte des Deutschen Bundestages, im Plenarsaal des Reichtags nur wenige Reihen besetzt sind, weil ein großer Teil der Parlamentarier glaubt, dieses Geschwätz ginge sie, nachdem sie den Redner der eigenen Partei ausführlich beklatscht und den Hauptredner der Gegenseite mit Zwischenrufen hinreichend genervt haben, nichts mehr an,
  • wenn die wenigen Anwesenden sich dann auch noch nach Kräften mühen, auf keinen Fall den Anschein zu erwecken, sie schenkten den Reden des politischen Gegners auch nur das geringste Quäntchen Gehör,
  • dann ist es irgendwie ungeheuerlich, wenn sich dieselben Volksvertreter bei jeder Gelegenheit über das mangelnde politische Interesse des Volkes beklagen.
 

Ich fühle mich dann jedenfalls bedrossen.

 

Doch von dem Verdruss und dem Zorn, der einen beschleicht, wenn man eine solche Debatte live verfolgt, bleibt nichts übrig, wenn man anschließend die kurzen Zusammenschnitte sieht, die von der GEZ-finanzierten Hofberichterstattung dargeboten werden.

Da stehen dann zwei der unwichtigsten Sätze von Sigmar Gabriel neben einem kurzen Ausschnitt aus dem "Weihnachtsansprachen-Teil" der ansonsten furiosen (kommt von Furie) Rede Merkels. Gregor Gysi wird kurz eingeblendet und sein von der Redaktion mit Bedacht ausgewählter Satz anschließend vom Kommentator wohlwollend durch den Kakao gezogen. Trittins geschliffene Rede wird auf zwei Halbsätze reduziert - und Kommentatoren und Kommentatorinnen reden das Trauerspiel "gelebter Parlamentarismus" zum Gipfel der Demokratie hoch. So wie die Masse der Polit-Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften auch.

Leider haben die meisten berufstätigen Menschen keine Gelegenheit, Bundestagsdebatten live zu verfolgen - und diejenigen, welche die Gelegenheit hätten, nehmen sie zumeist nicht wahr.

Sie hätten Volker Kauder hören sollen, die autonome, atomstromgetriebene Freisprecheinrichtung der CDU. Er stellte sich ans Rednerpult, warf den Phrasengenerator an und schwadronierte drauf los. Eigenlob und Attacke, vollkommen abgehoben, nichts Konkretes dabei, nur der wortreiche Versuch, den politischen Gegner zu diffamieren und die eigenen Parteifreunde in den christlich-demokratischen Himmel zu loben.

Ich kann Ihnen sagen. Da kommt Bedrossenheit auf.

Frau Homburg, eifernd bemüht, Frau Merkel in Stimmgewalt und Angriffslust noch zu übertreffen, schrammte mit ihrem Vortrag permanent an der Grenze zwischen "noch reden" und "schon kreischen" entlang, ignorierte wichtige Aussagen der Vorredner so vollständig, als hätte sie die Debatte bis zum eigenen Auftritt im Tiefschlaf verbracht, und leitete damit über, zu jenem unerträglichen Teil der Debatte, in dem die direkten Vordermänner der Hinterbänkler ihre holprig zusammengezimmerten Texte, mühsam vom Blatt ablesend, den Mikrofonen, der Lautsprecheranlage und den Bundestagsstenografen übermittelten - und diese Mikrofone, die Lautsprecheranlage und die Stenografen verdienen für die einwandfreie Haltung, in der sie diese Geduldsprobe überstanden haben, höchste Anerkennung.

 

Und was ist herausgekommen?

Entschieden wird auch diesmal nur was die Regierung will, mit der vom Fraktionszwang disziplinierten Mehrheit der Sitze.

Ja, mehr ist es ja wohl nicht.
Sitze werden gezählt.

Was sich auf den Sitzen breitmacht, muss nicht mehr sein als ausreichend viel Masse.

Denn auf nicht mehr kommt es an, als auf die Trägheit dieser Masse, auf ihr Unvermögen, sich von den Vorgaben der Vorsitzenden zu lösen, auf ihre Unwilligkeit, den Argumenten der politischen Gegner wenigstens Gehör zu schenken, geschweige denn, sie in die eigenen Überlegungen einzubeziehen.

Welch ein jämmerliches Schauspiel.

 

Ein Parlament sollte sich doch zunächst einmal als ein Verfassungsorgan verstehen.

Ein Organ - eine selbständige funktionale Einheit im demokratischen Staatswesen.
Ein Organ, mit ganz und gar eigenen Aufgaben und Kompetenzen - unabhängig von Wünschen und Zielvorstellungen der Exekutive.

Ein Organ, mit einem eigenen Selbstverständnis, einem eigenen Selbstwertgefühl und einem gesunden Selbsterhaltungstrieb - breit über alle darin vertretenen Parteien hinweg!

Unser Parlament erscheint dagegen wie so eine Art Boxschule, in der alle vier Jahre ein neuer Champion aufs Podest gehoben wird, der diese Schule nutzt, um bei jeder Gelegenheit die für ihn bereitstehenden Sparringspartner zu verprügeln.

Und selbst wenn unter den Sparringspartnern einige sind, die dem erkorenen Champion klar überlegen sind, müssen sie sich mindestens bis zur nächsten Wahl verprügeln lassen, weil die Regeln der Schule besagen, dass der Gewählte Recht hat und sonst keiner.

Insofern hat sich unsere parlamentarische Demokratie bedrohlich in Richtung auf die Regierungsform der "Diktatur auf Zeit" entwickelt.

Das wäre unter Umständen noch erträglich. Es gibt Situationen, in denen ein gewählter Diktator schneller und effizienter arbeiten kann als ein ewig zerstrittenes Parlament - das hatten schon die alten Römer erkannt - vorausgesetzt er hält sich an die Vorgaben.

Unerträglich wird es, wenn es bei der Wahl des Diktators auf Zeit so verlogen zugeht, dass ein Großteil der Wähler bezüglich der zur Wahl stehenden Figuren und ihrer wahren Absichten einer massiven Täuschung unterliegt.

Unter Wahlbetrug verstehen wir gemeinhin den Versuch, zwischen den abgegebenen Stimmen und den ausgezählten Stimmen eine Verschiebung vorzunehmen, die ausreicht, aus dem eigentlichen Verlierer einen Gewinner zu machen.

Ist es aber nicht ebenso Wahlbetrug, wenn eine Regierung nicht im Traum daran denkt, in ihrer Amtszeit das umzusetzen, was den Wählern im Wahlkampf als Absicht "suggeriert" wurde?


Versprochen wird ja sowie nichts mehr. Jedenfalls nicht konkret.

Wer aber mehr Geld für Bildung verspricht - und dann nur das Zahlenwerk neu ordnet, der hat doch auch betrogen, oder?

Wer mehr Geld für Bildung bereitstellt, aber dort, wo Bildungsaufgaben wahrgenommen werden müssen, gleichzeitig in anderen, unverzichtbaren Etatpositionen massiv kürzt, der hat doch Etikettenschwindel betrieben,oder?

Es ist überflüssig, sich in weiteren Beispielen zu ergehen.
Es wimmelt davon.

Es ist jedoch auch überflüssig, sich konkret zu beklagen.

Wo keine konkrete Zusage steht, ist kein konkretes Handeln einzufordern - und an Wortschlachtnebelwerfern, die behaupten, entweder "schon immer", oder aber "nie" das gesagt zu haben, was man glaubt, "noch nie so" oder aber doch immer wieder bis zum Erbrechen gehört zu haben, besteht kein Mangel.

 

Reinhold Schramm hat für die Hans-Böckler-Stiftung statistische Aussagen über

Klassengesellschaft und Vermögensverteilung in
Deutschland

zusammengestellt.

Darin heißt es, das reichste Zehntel der Bevölkerung Deutschlands habe seinen Anteil am gesamten privaten Vermögen zwischen 2002 und 2007 von 57,9 Prozent auf 61,1 Prozent ausgebaut. Das ist eine putzige kleine prozentuale Veränderung. Na und, könnte man sagen, so schlimm ist das auch nicht - gerade einmal 3,2 Prozent in fünf Jahren.

Bei diesen vermeintlich nur 3,2 % Zuwachs handelt es sich aber in absoluten Zahlen um 558,6 Milliarden Euro.

Denn das hier betrachtete Gesamtvermögen der Deutschen betrug 2002 erst rund 6 Billionen Euro. 57,9 Prozent davon waren damals also 3.474 Mrd. Euro. 2007 betrug das Gesamtvermögen bereits 6,6 Billionen Euro. 61,1 Prozent davon sind 4.032,6 Mrd.

Das Vermögen des reichsten Zehntels ist also um 558,6 Mrd. Euro gestiegen. Die haben jetzt also 16 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor.

Noch gar nicht erfasst ist dabei derjenige Zuwachs an Privatvermögen, der ausländischen Investoren aufgrund ihrer Kapitalbeteiligung an deutschen Unternehmen erwachsen ist, bzw. der Zuwachs, der deutschen Staatsbürgern über undurchsichtige Beteiligungskonstruktionen im Ausland entstanden ist.
Insgesamt handelt es sich dabei vermutlich um bedeutend mehr als die ausgewiesenen 558,6 Milliarden innerhalb von fünf Jahren, zumal die Einkommen aus Unternehmens- und Vermögenseinkommen laut volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung alleine im Jahre 2007 den Betrag von 656,86 Mrd. Euro erreichten.

(Zum Vergleich: Arbeitnehmerentgelte, einschließlich der Arbeitgeberbeiträge erreichten im gleichen Jahr 1.180,95 Mrd. Euro.)

 

Nimmt man einfach nur zur Kenntnis, dass die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung ihr Vermögen innerhalb von 5 Jahren um 16 % und ihren Anteil am Gesamtvermögen um 3,2 Prozent erhöhen konnten, dann lässt sich daraus unwiderlegbar ableiten, dass dieser Vermögenszuwachs von den amtierenden Regierungen gewollt, begünstigt, aber zumindest nicht verhindert wurde.

Die Formel "Wohlstand für alle" entpuppt sich also bei einem einfachen Blick in die Statistik als ein Versprechen, von dessen Erfüllung man sich zwischen 2002 und 2007 deutlich entfernt hat - und wenn einmal die Zahlen für 2008 bis 2010 vorliegen, wird man ablesen können, dass sich an diesem Trend bis heute nichts geändert hat.

Dass sich mit dem Zuwachs des Vermögens der Reichsten der Anteil der weniger Reichen am Vermögen zwangsläufig vermindern musste, darf dabei nicht vergessen werden.

Wirklich deutlich wird die Veränderung der Vermögensstruktur aber erst, wenn man die inflationsbedingte Kaufkraftveränderung berücksichtigt. In der folgenden Tabelle habe ich eine durchschnittliche jährliche Inflation von 2% ab dem 2. Jahr angesetzt.

 

 

 Vermögen
2002

 Vermögen
2007

 Veränd.

 Veränd.
inflationsber.
 10. Zehntel 3.474 Mrd. 4.033 Mrd. + 559 Mrd. + 260 Mrd.
  9. Zehntel  1.194 Mrd.  1.254 Mrd.  + 60 Mrd. - 33 Mrd.
  8. Zehntel 708 Mrd. 733 Mrd.  + 25 Mrd. - 30 Mrd.
  7. Zehntel 420 Mrd.  396 Mrd.  - 24 Mrd.  - 30 Mrd.
  6. Zehntel 168 Mrd.  185 Mrd.  + 17 Mrd.  + 3 Mrd.
 2+3+4+5. Z. 102 Mrd.  106 Mrd.  + 4 Mrd.  - 4 Mrd.
  1. Zehntel - 72 Mrd.  -106 Mrd.  -34 Mrd.  - 26 Mrd. 
  5.994 Mrd.  6.601 Mrd.  + 607 Mrd.  + 140 Mrd. 
         

Hinweis für Mitdenker und Nachrechner:
Die Inflation trifft nicht nur die Veränderung, sondern jeweils das gesamte End-Vermögen. Daraus
resultieren die "sonderbaren" Abweichungen zwischen den Werten in den beiden letzten Spalten.


Das Ergebnis ist verheerend. Die Reichsten 10 Prozent haben 260 Mrd. gewonnen, alle anderen miteinander 120 Mrd. verloren.

 

Wer bisher nicht erkennen konnte, wie die Politik diese massive Umverteilung mitgestaltet, der möge einen kurzen Blick auf die jüngste Großtat der besten aller Regierungen werfen:

Der Atomdeal

  • Nach langjährigen, oft erbittert geführten Auseinandersetzungen um die friedliche Nutzung der Atomkraft in Deutschland,
  • nach Demonstrationen im Wendland, am Bauzaun in Wackersdorf und an vielen anderen Stellen,
  • nach massivem Polizeieinsatz gegen Demonstranten, unter dem nachhaltig nachstrahlenden Eindruck von Tschernobyl
hat die Rot-Grüne-Bundesregierung gemeinsam mit der Atomindustrie ein Ausstiegsszenario erarbeitet und verabschiedet.

Dieses Ausstiegsszenario trug einerseits den gegen den Betrieb immer älterer Meiler vorgetragenen Sicherheitsbedenken Rechnung, es bot Entlastung für die immer noch offene Endlagerfrage und letztlich wurden damit auch die (teils berechtigten) Renditeerwartungen der Kernkraftwerksbetreiber erfüllt.

Wenige Jahre später,

  • die Sicherheit der Kraftwerke hat sich nicht verändert,
  • die Bedrohung durch Terrorismus ist nach Ansicht diverser Innenminister eher gestiegen,
  • ein Endlager ist weiterhin nicht gefunden und
  • die Stromkonzerne verdienen sich dumm und dämlich,
beschließt der neue Schwergewichtschampion, Verzeihung, beschließt die den Deutschen Bundestag per Fraktionszwang dominierende Regierung, die Laufzeiten der Kernkraftwerke ganz massiv zu verlängern.

Das bringt - auch noch nach Abzug einer kleinen Brennelementesteuer - zusätzliche Gewinne für die Aktionäre von EOn, EnBw, RWE und Vattenfall in zwei bis dreistelliger Milliardenhöhe - je nachdem, wer sich daran versucht, vorherzuberechnen, was die Energieriesen uns bis 2045 tatsächlich für den Atomstrom in Rechnung stellen werden.

Ohne Not.
Gegen jede ökologische Vernunft.
Mit erheblichen Nachteilen für die im Aufbau befindliche Stromversorgung auf Basis regenerativer Energien.

Da können sich die Sparringspartner Gabriel und Trittin noch so abstrampeln. Da helfen die besten Argumente nichts. Da helfen auch die allerablehnendsten Meinungsumfragen nichts.

Das wird jetzt durchgesetzt.
Als "Brückentechnologie".

Mag sich bedrossen fühlen, wer immer will.

Aber dann lautstark herumnölen, wegen der Politikverdrossenheit.
Das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht.

 

Ach so, ja. Noch was.

Gestern, pünktlich zum Schlagabtausch über die Atompolitik der Regierung, lag ein Brief von EOn in meinem Briefkasten. Preiserhöhung per 1. November 2010

Arbeitspreis Hochtarif Erhöhung um 4,5 %,
Arbeitspreis Niedertarif Erhöhung um 10,7 %

Diese Anhebung sei unvermeidlich, erklärt ein Konzern, der im letzten Jahr aus dem Verkauf von Strom und Gas bei einem Umsatz von 82 Milliarden Euro einen Gewinn von 8,645 Milliarden Euro erwirtschaftete. http://www.eon.com/de/investors/1018.jsp

Ich frage mich schon, was daran "unvermeidlich" sein soll - und komme mir schon wieder voll bedrossen vor.

 

... und dann denke ich mir, du bist doch nicht der Einzige, dem das Fell über die Ohren gezogen wird.

Da werden doch nachweislich 9 von 10 Zehnteln abgezockt.

Wo sind die denn?

Wer vertritt die denn?

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Reaktionen auf diesen Paukenschlag


Guten Morgen Herr Kreutzer, schöne Sprachkolumne!

Nicht erst seitdem ich gemerkt habe, daß eine Wahl nach bestem Wissen und Gewissen auch beim Erfolg der "eigenen" Partei nicht zu sinnvoller Politik führen muß, versuche ich, zumindest selbst sinnvolle Aktivitäten zu entwickeln. Ein Kommentator schreibt ja sehr richtig, daß EWS Schönau die wirklich bessere Alternative zu RWE, Eon und Co. ist - vielleicht haben Sie aber mit dem Eon-Kunden auch gar nicht sich selbst gemeint, sondern literarisch irgendeinen Eon-Kunden. Ich hätte Sie auch auf jeden Fall auch auf EWS Schönau hingewiesen.

Es gibt andere schöne Projekte, die eine Unterstützung verdienen, weil sie sinnvoll und zukunftsgerichtet sind:

http://www.syndikat.org/ unterstützt mietgünstiges Wohnen (man kann sich mit Direktdarlehen zu Zinsen von 0 bis 2 % beteiligen
 http://www.solar-lausitz.de/ will eine PV-Anlage im Braunkohle-Abbaugebiet in der Lausitz bauen, um damit möglichst den Abriß eines noch existierenden Dorfes bei Guben zu verhindern.
 http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33032/1.htmll Läuft noch nicht läuft, verdient aber eine weitere Überlegung
 http://www.atomausstieg-selber-machen.de  = EWS Schönau

Schönes Wochenende!


Lieber Herr Kreutzer,

einem meiner Vorschreiber antwortend möchte ich zunächst anmerken, dass Stromsparen kurzfristig zwar die persönliche Stromrechnung senken kann, langfristig die Energiekonzerne aber dagegen arbeiten werden, da sie bestrebt sind, ihren Gewinn des letzten Jahres im laufenden Jahr möglichst deutlich zu übertreffen. Streng nach betriebswirtschaftlichen Regeln werden sie also angesichts der durch Stromsparen verursachten, geringeren Auslastung ihrer Anlagen schlicht und einfach die Preise erhöhen. Einen Vorteil hat das Stromsparen also nur aus ökologischen Gesichtspunkten. Aber das ist ja auch schon etwas.

Nach der Lektüre Ihres - wie immer treffsicheren - Paukenschlages bleibt zu hoffen, dass sich bald das erfüllt, was ein ehemaliger Bundespräsident vor einigen Jahren im Auftrag eines bekannten Think Tanks gefordert hat: Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen, allerdings nicht im damaligen Sinn. So ein kleines Pflänzchen "Ruck" wächst ja gerade in Stuttgart, und auch in Gorleben hat man Gießkanne, Hacke und Spaten in die Hand genommen, um das dortige Pflänzchen zu pflegen und das Unkraut zu entfernen.

Ich habe in diesem Jahr zum ersten Mal Kürbiskerne in unseren Komposthaufen gepflanzt und war erstaunt, wie schnell so ein kleines Pflänzchen wächst und wie rasant es sich über den gesamten Garten verbreitet. Da kommt selbst das Unkraut nicht mit....

In diesem Sinne ein schönes Wochenende


(...)

Zum Thema: Ich sagte doch schon immer, und Sie bestätigen das auch: Die Regierung der Bundesrepublik macht
Politik im Interesse derer, die sie gewählt haben! Und das zu 100%!

Kleines Rechenexempel: Von der Politik, die in den zurückliegenden Jahren von der Bundesregierung gefahren
worden ist, haben lt. Ihrer Berechnung mindestens 3 Zehntel profitiert. Klar, daß die ihre Wahl wieder treffen! Demzufolge
sind max. 70% der potentiellen Wählerschaft dagegen.

Wenn von den potentiellen Wählern aber nur 60...70% zur Wahl gehen, weil die nicht wählenden 30...40% sich "bedrossen" fühlen und verdrossen sind, dann hebt das doch die Regierung nicht an, dafür aber die Wahlergebnisse zugunsten der Betuchten, denn deren Stimmanteil bekommt rund 30...40% dazu! Dadurch wird es nie gelingen, gegen diese Politik über Wahlen etwas zu unternehmen, solange es Koryphäen gibt, die zur Nichtwahl aufrufen, und Nachtmützen, die diesem Aufruf auch noch folgen! In die gleiche Richtung geht das Wählen von kleinen Parteien aus Trotz - die Kleinen kommen so oder so über eine Eins-Komma-Und-Prozent-Hürde für ihre Wahlkostenerstattung nicht oder nur knapp hinweg, aber die Stimmen fehlen derjenigen Partei, die etwas ändern könnte!

Und vielleicht könnten Sie noch den Hinweis veröffentlichen, daß es egal ist, ob mehr oder weniger als 50% wählen gehen.
Die Beteiligung an der Wahl, also das Wahrnehmen des passiven Wahlrechts, ist, wie der Name schon sagt, ein Recht
und keine Pflicht. Demzufolge kann einerseits niemand dazu gezwungen werden, seine Stimme abzugeben, es hat aber
auch keinen Einfluß auf die Rechtmäßigkeit des Ergebnisses, wenn weniger als 50% sich beteiligen. Dafür werden sich
mindestens 30% beteiligen, und das sind dann 100% der Wählerschaft und die wählen dann zu 100% genau diese
Regierung, die für 70% der Bevölkerung ein einziges Kasperletheater ist!

Mit herzlichen Grüßen


Guten Morgen Herr Kreutzer!

Feiner Paukenschlag mal wieder! Sehr gut Ihre bislang noch nirgendwo gehörte Bezeichnung „Diktatur auf Zeit“. Völlig richtig. Diese deutsche Regierung hat sich – für Jedermann klar erkennbar - das Ziel gesetzt, jenes kapitalstarke 10tel quasi als Pate rund um die Uhr zu betreuen. Der gesamte Rest, dieses Volk, wird lediglich widerwillig und arrogant verwaltet.

Doch dieses Volk ist bei aller Verdrossenheit todmüde. „Is doch sowieso alles sinnlos, Politiker sind alle Verbrecher, ich war zum letzten Mal wählen“ – diese Haltung überwiegt. Auch die paar tausend politisch Ungehorsamen in Stuttgart, von ihrem eigenen Schneid überwältigt und zu Tränen gerührt, dienen Herrn Schäuble im besten Fall zur Ermittlung der Zahlen von Einsatzkräften, die nötig sind, um den Spuk zu beenden. Gebaut wird in jedem Fall. Doch das Heer der Leiharbeiter, der Hartz-IV-er (nein nicht jene, die im (...) Trainingsanzug morgens um 9 die erste Pulle aufmachen und ins RTL-Mikro lallen) oder die Eineurojobber: was ist mit denen? Stellt sich der kleine Herr Schulz mit 15 handgemalten Flugblättern in den Regen? Radikalisiert er sich (...)?

Nein er tut es nicht. Diese ganzen Millionen von Betrogenen, die zusammen das Bauernopfer für die Industrie darstellen, sind müde, deprimiert und schwach. Resignation. Ich schreibe 300 bissige Kommentare in Focus online, wovon ¾ sogar veröffentlicht werden, und werde wahrscheinlich bereits vom Verfassungsschutz beobachtet. Es ist nichts zu machen, diese Massen sind einfach nicht zu mobilisieren. Mein Gott, als der Liter Sprit 1,10 € kostete, haben die empörten Speditionen halb Berlin lahmgelegt. Heute kostet der Liter 1,40 € und es geschieht nichts mehr. Und es geschieht nichts mehr.

Ausser: Leiharbeiter bilden bereits in 5 Jahren den Status quo, der nicht mehr hinterfragt wird. Diese Leiharbeiter wählen CDU oder SPD.

Als die Welt 1930 am Vorabend des Weltuntergangs stand, wieviele mögen da gedacht haben: So schlimm wird schon nicht. Außer vielleicht die Arbeitslosen, die damals teilweise in Erdlöchern hausten, oder irgendwelche Mietswohnungen „trockenwohnen“ durften. Die haben dann auch gewählt ...

Mit freundlichen Grüßen


Lieber Herr Kreutzer,

danke für ihren "Paukenschlag". Allerdings gab es sehr wohl Menschen in diesem Land, die sich "das" angetan haben.
Im Blog feynsinn hat sich der Verfasser bis zum Nachmittag der "Mühe" unterzogen - und es live kommentiert. Ein Übriges haben die Nutzer des Blogs getan - recht kurzweilig des Ganze!

Und oder aber, was das Wichtigste ist: Alle haben ähnliche Schlüsse wie Sie von diesem "Kasperle-theater", dass sich Repräsentative Demokratie nennt, gezogen.

Insofern, eine wunderbare Ergänzung zu ihren Ausführungen.

Viele Grüße


Tja, Herr Kreutzer ... so ist es mit der Demokratur . (...)

Ich zahlte im Hintertaunus fuer mein Haus vor Jahren 950 Euro im Jahr fuer die Werkstatt in Frankfurt a.M. 3500 Euro p.a., hier für ein Haus von selber Groesse 110 £ im Quartal Werkstatt 320 £ im Quartal ... Kuechen und Haushaltsgeraete sind die selben..Werkstatt Einrichtung auch.

Merkel ignoriert - wie Sie schon sagen - grade alles und regiert wie einst Nero in Rom umgeben von Ja-Sagern. Linientreue meint naemlich, wie Gechlossenheit, nichts anderes als Diktatur. (...)

Verstehen Sie mich nicht falsch,ich will weder Bomben werfen noch Anarchie ... es ist einfach zu spaet.Wenn sie verpflichetet sind z.B. an einem Rennen zu den Klippen teilzunehmen, bei dem der, der als erster bremst,verloren hat, dann gibt es kurz bevor es ueber die Klippen geht einen Punkt, an dem Sie bei einer bestimmten Geschwindigkeit noch anhalten koennen, was ihr Leben rettet.Wenn Sie diesen Punkt ueberschritten haben, ist es egal ob sie weiter Gas geben oder mit beiden Fuessen auf die Bremse treten, das Ergebnis ist unausweichlich, Sie werden abstuerzen.
Das erleben wir meiner Meinung jetzt weltweit. Auch hier ist nicht alles Gold was glaenzt, im Gegenteil, hier sind nur ganz individuell die Bedingungen fuer mich besser als in Deutschland ...wie lange noch ..keine Ahnung.

Man kann schreiben und reden so viel man will, man wird bestenfalls Zuspruch finden aber aendern wird man nichts.Es liegt in der Natur der Sache. Ihr Paukenschlag ist wie immer brilliant aber leider nur Salz in der Wunde .

Mit freundlichen Gruessen


Hallo Herr Kreutzer.

Es gibt, zumindest was Strom angeht, eine gute Möglichkeit, etwas gegen die Stromkonzerne zu tun. Nämlich: keinen Atomstrom zu kaufen!!!

Diverse Ökostrom-Anbieter, z. B. die www.ews-schoenau.de bieten 100% Atomstromfreien Strom zu günstigen Preise
an. Nur, leider, keinen Nachttarif.

Außerdem senkt auch Stromsparen die Stromrechnung. Eine Alternative zu Glühlampen und zu den Quecksilber-
haltigen "Engergiesparlampen" sind inzwischen LED Leuchtmittel geworden. Habe schon meinen gesamten
Haushalt darauf umgestellt.

LED's haben ein angenehmes Licht und brauchen, bei gleicher Helligkeit, 50% weniger Strom als Energiesparlampen.
Außerdem halten sie bis zu 50.000 Stunden. Das ist mindestens 5 x länger, als herkömmliche Energiesparlampen. Und man
kann Sie immer ein und ausschalten, ohne das sie kaputt gehen. Außerdem sind sie sofort hell.

Wenn das jeder machen würde, dann bräuchte man die AKW's
bald nicht mehr, und auch keinen anderen Ersatz dafür.

Mit freundlichem Gruß




Hallo Herr Kreutzer,

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Trommel!

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