Paukenschlag am Donnerstag
No. 33/2010
vom 19. August 2010

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Die Geld-Hirn-Schranke

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Leserbriefe
 
Paukenschläge 2010 (ältere)
1 Angela Merkel
2 Innere Angelegenheiten
3 Werbung ist Krieg
4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
gehören zusammen
 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
26 Problematisches Goldverständnis
27 Woran man eine gute Regierung erkennt
28 Von Frau zu Frau Eva Scherrer
29 Ungarn - Irland - Deutschland ...
30 Alles Verbrecher
31 Das Staatsziel in drei Sätzen
32 Aktion Staatsziel
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Geld-Hirn-Schranke

Als medizinischer Laie weiß man zwar nicht so ganz genau, wie sie funktioniert, aber dass es sie gibt, die Blut-Hirn-Schranke, das wissen dann doch die meisten Mitbürger.

Bei Wikipedia heißt es dazu aktuell:

Die Blut-Hirn-Schranke

schützt das Gehirn vor im Blut zirkulierenden Krankheitserregern, Toxinen und Botenstoffen. Sie stellt einen hochselektiven Filter dar, über den die vom Gehirn benötigten Nährstoffe zugeführt und die entstandenen Stoffwechselprodukte abgeführt werden. Die Ver- und Entsorgung wird durch eine Reihe spezieller Transportprozesse gewährleistet.

Andererseits erschwert diese Schutzfunktion des Gehirns die medikamentöse Behandlung einer Vielzahl neurologischer Erkrankungen,
da auch sehr viele Wirkstoffe die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren können.

 
Sie erinnern sich, das Gehirn wird vor Gefährdungen geschützt, aber leider bleibt die Schranke zu oft auch geschlossen, wenn Hilfreiches und Nützliches Eingang finden soll.
 
Daran erinnerte ich mich, als ich kürzlich eine E-Mail von Jost Reinert erhielt, der sich beklagte:
 

Lieber Egon W. Kreutzer,
(...)

Komisch ist es allerdings. Ich habe hunderte von Bloggern angeschrieben, insbesondere, wenn die die Finanzkrise thematisierten und gebeten - gerne auch als Verriss - über das Rheingold zu schreiben. Hab sogar 500 Rheingold ausgelobt. Später habe ich nur noch von 500 geschrieben in der Hoffnung, da fragt einer rück, ob ich Euro oder Rheingold meine.

Null Reaktion, einfach gar nichts. Nicht mal eine Rückfrage.

Ich gelange zu der Überzeugung, daß eine Bewußtseinssperre uns hindert, Geld zu denken.
(...)

Das Blöde ist nur, Rheingold kann sich nur verbreiten, wenn es von den Rheingoldern offensiv vertreten und beworben wird.

Bei "eigenen Gutscheinen" stellt das keinerlei intellektuelle Herausforderung dar, aber wird Rheingold als "Geld" gedacht, macht es Peng im Kopf und nichts geht mehr.

Schon komisch, oder?
(...)

Herzliche Grüsse, jost reinert

 
Und Sie?
 
Schlägt bei Ihnen jetzt auch die Geld-Hirn-Schranke zu? Wollen Sie sich dringend wegklicken, von diesem sonderbaren Text?

Ja? Dann denken Sie an Odysseus, stopfen Sie sich Werg in die Ohren, lassen Sie sich nicht von den Sirenen weglocken, bleiben Sie hier, lesen Sie weiter, es ist hilfreich. Auch für Sie. Gerade für Sie!

Ja, obwohl die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass ich Sie, die Sie das gerade lesen, persönlich nicht kenne, kann ich mit Gewissheit behaupten, dass die Beschäftigung mit Rheingold auch und gerade für Sie hilfreich ist.
 
Oder brauchen Sie vielleicht kein Geld?
Haben Sie so viel, dass Sie sich schon längst alle Wünsche erfüllen konnten und nun so satt sind, dass Sie gar nicht mehr wüssten, wohin mit noch mehr Geld?
 
Sehen Sie, Sie sind im Grunde doch interessiert. Also bleiben Sie bitte noch ein Viertelstündchen dran, halten Sie die Geld-Hirn-Schranke für ein kleines Weilchen offen und erleben Sie die wohltuende Wirkung der Beschäftigung mit Rheingold.
 
 
Das ist Rheingold.
 
 
Mein Rheingold. Jedenfalls das, was ich im Moment in Scheinen zuhause habe. Daneben habe ich auch Rheingold auf einem Rheingold-Girokonto.
 
Warum habe ich Rheingold - und Sie haben keines?
Wie bin ich dazu gekommen?

Das ist genau die Frage, deren Beantwortung regelmäßig daran scheitert, dass die Geld-Hirn-Schranke zuschlägt und somit verhindert, dass die Fragestellung überhaupt im Großhirn ankommt.
 
Nun gut, die Buchstaben, die Worte, der Satz, das Fragezeichen, die kommen schon an, aber der Sinn nicht. Der Sinn wird ausgefiltert; die Frage wird als sinnlos und irrelevant verworfen und der Denkapparat wendet sich dem nächsten Thema zu.
 
Um die Geld-Hirn-Schranke zu überlisten, muss man vom Bekannten her kommen. Das Bekannte, das sind die Euros. Die Frage heißt also:
 
Warum habe ich Euros - warum haben Sie Euros - und wie sind wir dazu gekommen?
 
Da wird es licht, und die Antworten purzeln nur so heraus.
Ich habe Bücher verkauft und dafür Euros erhalten. Sie haben vielleicht gearbeitet und dafür Euros erhalten, vielleicht haben Sie Euros geerbt, vielleicht an der Börse spekuliert und gewonnen, kurz: Wir haben Euros, weil sie unser aller Zahlungsmittel sind und weil wir irgendetwas dafür getan haben (ob Bücher produziert oder im Supermarkt Regale befüllt oder zur Erbtante im richtigen Moment richtig lieb gewesen, das spielt gar keine Rolle), was andere haben wollten.
 
Also haben wir Euros, weil wir uns damit bezahlen ließen.
Also verwenden wir unsererseits Euros, um etwas bezahlen zu können.
 
 
Nach diesem Ausflug ins Reich des Bekannten, wage ich die Antwort auf die ursprüngliche Fragestellung.
 
Warum habe ich Rheingold - wie bin ich dazu gekommen?
Weil ich es angenommen, weil ich es akzeptiert habe.
Warum haben Sie keines?
Weil Ihnen noch keines angeboten wurde oder weil Sie es, als es Ihnen angeboten wurde, nicht angenommen haben.
 
 
Bei Licht besehen sind die Rheingold-Gutscheine unter denen, die Sie akzeptieren, nichts anderes als Euros auch. Ein Zahlungsmittel, das man für eigene Leistungen erhält und für fremde Leistungen ausgibt.
 
Jetzt schlägt allerdings die Geld-Hirn-Schranke erneut zu und lässt den Rheingold-Gedanken nicht zum Großhirn vordringen, denn wozu soll ein zweites Zahlungsmittel gut sein, wenn es doch nichts anderes ist, als der Euro. Statt also die Frage zu stellen, wo denn wohl der Unterschied liegen mag, wird die Information: "Rheingold ist ein Zahlungsmittel" als trivial eingeordnet und gar nicht erst weiter hinterfragt.
 
Es wird ein weiterer Ausflug ins Reich des Bekannten erforderlich, um die verflixte Geld-Hirn-Schranke erneut zu überwinden.
 
Was machen Sie denn (und wenn nicht Sie, dann doch die allermeisten Mitbürger), wenn das Guthaben auf dem Gehaltskonto wieder einmal vor dem Monat zu Ende ist?
 
Richtig, da hat man seinen Dispo und kann locker um ein paar Hundert Euro überziehen.
 
Der Dispo heißt, ganz ausgesprochen, "Dispositionskredit". Macht man sich das klar, merkt man, dass das Überziehen eigentlich nichts anderes ist als Schulden zu machen. Für ein paar Tage ein paar Euro Schulden, die sofort getilgt sind, wenn das nächste Gehalt eingeht.
 
Also gibt es unter Umständen Geld auch ohne, dass man schon etwas dafür getan hat, als Kredit, um damit das bezahlen zu können, was man kurz vor dem Ersten unbedingt noch braucht.
 
Um den Kredit zurückzahlen zu können, muss man dann selbst wieder eine Leistung erbringen, also Bücher produzieren oder im Supermarkt Regale befüllen oder zur Erbtante im richtigen Moment richtig lieb sein.
 
Hat man dann nachträglich seine Leistung erbracht und Geld dafür erhalten, ist man auch seine Schulden wieder los, steht also (lässt man die Zinsen außer Acht) genauso da, als hätte man das Geld, zu dem Zeitpunkt an dem man es ausgegeben hat, selbst schon verdient gehabt.
(siehe auch: Samirah Kenawi, Falschgeld, EWK Verlag 2009, 37,60 Rheingold)
 
Also muss die Antwort auf die Frage, warum wir Euros haben und wie wir dazu gekommen sind, erweitert werden um den Satz:
 
Manchmal haben wir Euros auch, weil wir sie uns geliehen haben.
 
 
...und Rheingold?
 
Bei Rheingold heißt die entsprechende Erweiterung der Antwort:
 
Rheingold haben wir, weil wir es uns gemacht haben.
 
 
Rheingold kann praktisch jeder herausgeben. Die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, dass die Rheingold-Drucker eine neue Serie Rheingold in die Welt setzen und dem, der sie haben will, an die Hand geben, sind relativ einfach zu erfüllen.

Rheingold-Emittenten erklären, dass Sie Rheingold als Zahlungsmittel akzeptieren werden. Wenn sie ansonsten unbescholten sind und kein ernsthafter Zweifel daran besteht, dass sie das Rheingold, das sie gegen Erstattung der Druckkosten erhalten, auch wieder als Zahlungsmittel akzeptieren, nachdem sie es ausgegeben haben, ist im Grunde alles erledigt.
 
Rheingold ist also Kredit ohne Bank, ohne Schuld und ohne Zinsen.
(Das ist kein Widerspruch!)
 
Kredit, der in Form von schönen Noten (Gutscheinen) umlaufen und nacheinander alles Mögliche bezahlen kann, weil ihn keine Bank zurückfordert. Rheingold kommt immer nur als Zahlungsmittel zurück und fordert Waren bzw. Leistungen ein, kann dann aber auch sofort wieder ausgegeben werden, wie jeder Euro auch.
 
Der Unterschied liegt darin, dass Euros immer wieder zur Tilgung von Krediten bei der Bank abgeliefert werden müssen und erst dann wieder zur Verfügung stehen, wenn sich wieder jemand verschuldet. Da kann der Euro mit dem Rheingold leider nicht mithalten.
 
Die Rheingold-Geldmenge kann dem Bedarf entsprechend problemlos und schuldenfrei ausgeweitet - und auch wieder eingeschränkt - werden. Rheingold ermöglicht Wirtschaften auch noch da, wo restriktive Kreditvergabe der Banken dazu führt, dass arbeitslose Dachdecker unter dem löchrigen Dach der Arbeitsagentur Hartz-IV-Anträge ausfüllen.
 
Rheingold ist "geschenkte" Liquidität.
 
 
Ja, gut. Sie nehmen keine Geschenke. Das ist Ihnen suspekt. Da rebelliert Ihre Geld-Hirn-Schranke.
 
Dann machen Sie sie jetzt ein letzten Mal einen Spalt weit auf:
 
Euros kann man auch nicht essen.
 
 
Kapiert? Euros kann man auch nicht essen.
 
Euros muss man ausgeben, wenn man damit im Restaurant bezahlen will. Und der Wirt muss sie ausgeben, wenn er seine Leute und seine Lieferanten bezahlen will. Die müssen die Euros wiederum ausgeben, wenn sie etwas anderes davon haben wollen, als Zahlen auf dem Kontoauszug oder Geldscheine in der Hosentasche.
 
Die Euros selbst sind genausowenig wert, wie die Rheingold-Gutscheine.
 
Erst wenn Euros und Rheingold als Zahlungsmittel eingesetzt werden, erfüllen sie ihren Zweck.
 
 
Warum also, liebe Geld-Hirn-Schranke, soll man einer Bank Zinsen für die durch Tilgungsforderungen befristete Zurverfügungstellung eines Zahlungsmittels zahlen?
 
Warum sollen Sie (und mit Ihnen einige Millionen anderer Mitbürger) arbeitslos bleiben, nur weil die Bank dem Unternehmer, der Sie einstellen würde, um Sie das Dach der ARGE reparieren zu lassen, keinen Kredit gibt, damit dieser Material und Löhne vorfinanzieren kann, bis die ARGE die Schlussrechnung bezahlt?
 
Vollbeschäftigung in der arbeitsteiligen Wirtschaft hängt in erster Linie von der ausreichenden Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln ab.
(siehe auch: Thomas Koudela, Entwicklungsprojekt Ökonomie, EWK Verlag 2004, 57,00 Rheingold)
 
 
Der Staat hat die Hoheit über das Geld abgegeben.
 
Die Banken alleine bestimmen, wieviel Geld der Realwirtschaft zur Verfügung steht. Das ist eigentlich ein Zustand, der jedem Menschenrecht Hohn spricht, weil die freie Entfaltung der Persönlichkeit ihre Grenzen nicht in Leistungsfähigkeit und Leistungswillen des Einzelnen findet, sondern da enden muss, wo die Banker durch die Verknappung des Zahlungsmittels den Hebel ansetzen, um die Gewinne ihrer Aktionäre zu sichern.
(siehe auch: Freimut Kahrs, Lebenslüge Freiheit, EWK-Verlag 2008, 49,80 Rheingold)
 
Warum also verhindert diese vermaledeite Geld-Hirn-Schranke immer noch, dass wir das, was uns an Euros vorenthalten wird, schlicht durch Rheingold ersetzen?
 
Rheingold kostet weder Zinsen noch werden regelmäßig Tilgungsraten fällig. Rheingold ist da.
Jeder kann es verwenden, jeder kann es akzeptieren.
 
Und was ist Rheingold wert? Kaufkraftmäßig?
 
Nun, Jost Reinert schreibt vor: 2 Rheingold = 1 Euro *).
 
Wer also zum Beispiel ein Buch für 20 Euro anbietet, der wird es auch für 40 Rheingold abgeben. Wer die Stunde Babysitten für 8 Euro anbietet, der wird es auch für 16 Rheingold erledigen.
 
Immer vorausgesetzt, er will die Leistung, die durch das zusätzliche Zahlungsmittel erst bezahlt werden kann, auch erbringen und zu einer zusätzlichen Einnahme machen.
 
Wer den Hals schon voll hat, hat daran natürlich kein Interesse.
 
Wer seine Geld-Hirn-Schranke nicht überwinden kann, wird gar nicht bemerken, dass er Interesse haben könnte.
 
Wer aber - als Arbeitnehmer oder als Unternehmer - unterbeschäftigt ist, Zeit, Lust und Laune hätte, mehr zu leisten, als die von der Geld-Hirn-Schranke blockierte Euro-Kundschaft abzunehmen in der Lage ist, der sollte sich Rheingold besorgen und es ausgeben.
 
Es wird zurückkommen. Ganz sicher.
...und wenn nicht?
 
Ja, wenn nicht, dann bleibt er die eigene Leistung eben schuldig.
 
(aber das versteht nur, wer die Geld-Hirn-Schranke komplett außer Betrieb genommen hat)
Die ganze Rheingoldwelt
finden Sie unter
 www.rheingoldregio.de
 
Bücher zum Thema aus dem EWK-Verlag,
die Sie mit Rheingold bezahlen können:
 
 Samirah Kenawi Falschgeld,
die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit
.....................................................
37,60 Rheingold
 Freimut Kahrs Lebenslüge Freiheit,
die ungeschriebenen Regeln einer liberalen Gesellschaft
................................49,80 Rheingold
 Thomas Koudela Entwicklungsprojekt Ökonomie,
Marktwirtschaft jenseits des Kapitalismus
......................................................57,00 Rheingold
 Egon W. Kreutzer Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre Band III,
Über das Geld
............................43,80 Rheingold
auch alle anderen Bücher aus dem EWK-Verlag gibt es gegen Rheingold  
 zum Gesamtprogramm  www.ewk-verlag.de
   
 
Bezahlen können Sie bequem per Überweisung auf mein Rheingold-Konto.
 
Falls Sie (noch) kein Rheingold haben und trotzdem (schon) Bücher bestellen möchten, nehme ich Ihnen zuliebe natürlich auch ausnahmsweise noch Euro-Überweisungen an :-))
 
Egon W. Kreutzer

 
 
*) ... aber natürlich können Vertragspartner trotzdem immer frei entscheiden, auf welchen Preis in welcher Währung sie sich einigen. Außer, dem steht die deutsche Buchpreisbindung im Wege
 
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Reaktionen auf diesen Paukenschlag


Sehr geehrter Herr Kreutzer,

ich glaube nicht, dass es sich hier um eine „Geld-Hirn-Schranke“ handelt, sondern vielmehr um einen Graben, für dessen Überwindung es an der notwendigen „Brücke“ fehlt, nämlich dem Verständnis dessen, was die Basis unserer Wirtschaft ausmacht: die Arbeitsteilung. Wenn man nämlich das Wesen der Arbeitsteilung begreift, dann ist das Begreifen des Wesens des Geldes nicht mehr so schwierig. Arbeitsteilung und Geld sind eng miteinander verknüpft, und beides kann wohl besser im Zusammenhang verstanden werden, denn Geld ergibt nur im diesem Zusammenhang Sinn, weil es nur in diesem Zusammenhang einen Zweck erfüllt, nämlich die Geltentmachung des Anspruchs auf Gegenleistung für die selbst erbrachte Leistung. Vielleicht sollte man „Geld“ besser mit „t“ schreiben...

In diesem Zusammenhang wird dann auch klar, dass zinsbelastetes Geld dem Wesen der Arbeitsteilung zuwiderläuft und deren eigentlichen Zweck sabotiert. Welches ist denn der Zweck der Arbeitsteilung? Ist dieser nicht der, dass durch die erhöhte Produktivität der Arbeitsteilung JEDER Teilnehmer mehr, viel mehr erhält, als er allein hätte fertigbringen können (schlicht aus Mangel an Energie und Zeit)? Die Arbeitsteilung wurde doch nicht eingeführt, nur um die Arbeit aufzuteilen! Sie wurde eingeführt, weil sie mehr Früchte hervorbringt, die dann ebenso verteilt werden wie zuvor die Arbeit. Es ergibt doch keinen Sinn, sich in die Arbeitsteilung einzubringen, ohne an deren Früchten proporzionell teilzuhaben, oder? Auf diese Teilhabe hat man als Teilnehmer (das Wort selbst sagt doch alles!) einen legitimen Anspruch! Dieser Anspruch wird in Form von Geld manifestiert. Geld ist also vom Wesen her ein Verteilungsmechanismus im Rahmen der Arbeitsteilung. Der Zins nun ist ein dem Mechanismus „Geld“ übergestülpter Mechanismus, der die gerechte Verteilung der Früchte der Arbeitsteilung be- oder gar verhindert und einen Teil der Ansprüche der Teilnehmer an der Arbeitsteilung in die Taschen weniger Parasiten umleitet. Heute nennt man das die „Umverteilung von unten nach oben“. Besser wäre es wohl, dieses Phänomen als „Umverteilung von fleißig nach faul“ zu bezeichnen.

Ferner bewirkt nicht das Geld an sich, sondern der ihm angeflickte Zins noch, dass die Basis der Arbeitsteilung, nämlich die Kooperation, in ihr Gegenteil, nämlich den Wettbewerb, umgekehrt wird. Damit das niemand (so schnell) bemerken kann, wird uns der Wettbewerb als ein positives, die Wirtschaft förderndes Element verkauft (survival of the fittest).

Deshalb glaube ich, dass die Geld-Hirn-Schranke vielmehr eine Wissenslücke hinsichtlich des Wesens der Arbeitsteilung ist, also ein Graben, zu dessen Überwindung die Brücke fehlt. Mir zumindest hat diese ganzheitliche Sicht enorm geholfen, das Wesen des Geldes leidlich zu verstehen.

Mit den besten Grüssen


Sehr geehrter Herr Kreutzer,

der Rheingold ist wie viele andere Regionalwährungen ein guter Ansatz um die Umverteilung von Arm auf Reich nachhaltig zu stoppen, denn der Zins der uns von den Geldmaschinen (Banken) belastet wird ist ja logischerweise bei der Giral Geldschöpfung nicht mit dabei. Welche positiven Erfahrungen gibt es schon mit dem Rheingold, denn der Erfolg steht und fällt mit den Produzenten und Dienstleistern die dieses Geld akzeptieren. Ich halte es jedoch in nicht zu ferner Zukunft für unerlässlich eine Umlaufsicherung im Sinne von Silvio Gesell einzuführen, denn eine Geldhortung bei Privat Personen wie auch bei Firmen ist nicht zu dulden. Auch sollten wir uns sehr bald zu einem bedingungslosen Grundeinkommen durchringen, damit eindlich das Gespenst des "risk of ruin" bei allen Menschen verschwindet. Es würden unendlich neue Firmen und Berufe entstehen von denen wir heutzutage überhaupt noch keine Ahnung haben. Das Wunder von Wörgl oder der Wära haben angedeutet was möglich ist und wenn die Revolution nicht von unten kommt dann findet sie gar nicht statt. Die Reichen wie Warren Buffet oder Bill Gates wissen jedenfalls nicht wie es geht. Wieso gibt Bill Gates nicht den "Microsoft" heraus wenn er wirklich was für diese Welt tun möchte ?
M.F.G.


Hallo Hr. Kreutzer,

Da ich schon länger ein eifriger Leser Ihrer Paukenschläge und Aufsätze bin, schlägt die Geld-Hirn- Schranke bei mir nicht mehr so einfach zu.
Dank dieses Paukenschlags ist mir Rheingold wieder ins Blickfeld gerückt wurden. Die Idee und auch wie es grundsätzlich funktioniert finde ich absolut Klasse, es scheint so etwas wie der berühmte Strohhalm zu sein.
Nur was ich nicht verstanden habe, auch nicht nach längerem suchen auf der Rheingoldseite, wie komm ich als Privatperson an Rheingold heran? Vielleicht könnten sie etwas Licht ins Dunkel bringen, werde mich auf jedenfall weiter mit diesem Thema befassen.
Vielen Dank schonmal im vorraus


Guten Abend Herr Kreutzer,

Ihr Paukenschlag ist regelmäßig ein Gewinn und dieser ganz besonders.
Wenn ich mir meine persönliche Welt vorstelle, dann sehe ich eine Zusammenstellung von Rheingold als Zahlungsmittel, Bodenrecht von Andreas Popp und das Bandbreitenmodell von Jörg Gastmann und seiner DDP.
Zumindest halte ich es für überlegenswert diese Komponenten mal im Zusammenwirken zu bedenken.
Schönen Abend noch und einen lieben Gruß aus Wipperfürth,




Hallo Herr Kreutzer,

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Trommel!

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