Paukenschlag am Donnerstag
No. 26 /2010
vom 1. Juli 2010

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Problematisches Goldverständnis

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Paukenschläge 2010 (ältere)
1 Angela Merkel
2 Innere Angelegenheiten
3 Werbung ist Krieg
4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
gehören zusammen
 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Problematisches
Gold
verständnis
 
 
Mit dem letzten Paukenschlag (25 /2010 - Au weia - Wohin mit dem Gold) habe ich versucht zu erklären, für wen Gold eine sinnvolle Geldanlage darstellen kann - und für wen nicht.
Und weil ich weniger für Millionäre und Milliardäre schreibe, sondern vorzugsweise für Menschen, deren Geldvermögen deutlich unterhalb der 1-Million-Marke zu finden ist, ist die Antwort auf die Frage, ob es sinnvoll sei, jetzt Gold zu kaufen, recht negativ ausgefallen.
 
Mit dieser Einleitung will ich nun nicht zurückrudern, ganz bestimmt nicht.
 
Ich möchte jedoch diejenigen einladen, noch einmal mitzdenken, deren Goldverständnis sie bewegt, unabhängig von den Umständen des Einzelfalles unbedingt zur Anlage in Gold zu raten, um - ebenfalls unabhängig von den Umständen des Einzelfalles - drohende Verluste zu vermeiden.
 
Lassen Sie es mich mit einem Satz auf den Punkt bringen:
 
Wer nichts hat, kann nichts verlieren.
 
Es gibt auf dieser Welt mehrere Milliarden Menschen, die von der Hand in den Mund leben und kaum mehr besitzen, als das, was sie auf dem Leib tragen. Komme mir jetzt keiner mit der Wellblechhütte im Slum - die wird bei Bedarf von jeder Regierung einfach mit der Planierraupe weggeschoben. Diese Menschen haben weder Geld noch Gold.
 
Wer ein bisschen mehr hat - und dazu gehört schon, wer einen Anspruch auf eine regelmäßige Zahlung von Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Rente hat und vielleicht ein kleines Sparbuch für Notfälle angelegt hat. Diese Menschen haben etwas zu verlieren, nämlich die Grundlage ihres halbwegs gesicherten Lebensunterhalts. Diese Menschen müssen in der Inflation sehen, wie sie mit ihrem bisschen Geld zurechtkommen. Sie werden die ersten sein, die ihr Gold, wenn sie denn irgendwann unter großem Verzicht ein paar Gramm zusammenspart haben, weit unter Wert abgeben (müssen). Kaum einer aus dieser Gruppe wird es schaffen, mit dem Gold über die Ziellinie "Währungsreform" zu kommen.
 
Der sogenannte Mittelstand, Menschen mit Einkommen, von denen man leben kann, hat in Deutschland die Chance, zwischen dem Einstieg ins Berufsleben und dem Rentenbeginn ein paar Euro auf die Seite zu legen, der eine vielleicht nur ein paar Zehntausend, der andere einige Hunderttausend.
 
Ist es für diese Menschen sinnvoll, jetzt Gold zu kaufen?
 
Diese Frage beanworte ich mit einem klaren Nein - und 10+1 Begründungen
 
 1.

Gold ist kein Geld - und damit unpraktisch.

Man kann mit Gold nicht bezahlen, man kann Gold nur gegen etwas anderes tauschen.
Für den Privatmann ist Gold schwer zu "portionieren" - und es fällt ihm schwer, die Echtheit eines Goldbarren zu beweisen.

Wer Gold hortet, um in der Not über einen praktischen, leicht und unauffällig transportierbaren Geldersatz zu verfügen, wird daher feststellen, dass ihm daraus viele praktische Probleme erwachsen, die allesamt dazu führen, dass er sehr viel weniger für sein Gold bekommt, als es der jeweilige "offizielle" Umtauschkurs erwarten ließe.

2. 

Gold ist Spekulationsobjekt - und damit von fremden Zielen abhängig.

Der Preis für das Gold wird derzeit nur in geringem Maße vom Bedarf an Gold bestimmt, der im wesentlichen von Juwelieren, Uhrmachern, Zahnärzten und der Elektronik-Industrie ausgelöst wird, sondern ganz überwiegend von einer rein spekulativen Nachfrage.

Dass diese spekulative Nachfrage auf der Annahme beruht, Gold sei vor Inflation geschützt, bzw. Gold böte einen Schutz vor Inflation, ist ein Widerspruch in sich selbst. Steigende Goldpreise sind kein Indiz für einen substantiellen Wertanstieg, sie sind lediglich ein Indiz für eine steigende Nachfrage bei einem Überangebot von Geld. Die Parallelen zur holländischen Tulpenzwiebel-Hausse sollten jedermann auffallen. Geht das Überangebot an Geld, das verzweifelt nach Anlage sucht, zurück (z.B. infolge einer Währungsreform), fällt der Preis wieder, und das viel schneller als er gestiegen ist.
Tulipmania 

3. 

Gold ist Inflationsindikator - aber nicht inflationsresistent.

Weil Gold kein Geld ist, glauben viele, ihr Geld durch die Umwandlung in Gold sicher durch die Inflation bringen zu können. Dahinter steckt die Überlegung, ein kg Gold bliebe immer ein kg Gold, und sein Preis drücke lediglich die Kaufkraft des Geldes aus. Dieser Überlegung fehlt jedoch ein wichtiges Element, nämlich die Frage, welche Kaufkraft eingesetzt werden musste, um das Gold einzukaufen, und welche Kaufkraft bei seinem Verkauf zurückgewonnen werden kann. Gold haben, um Gold zu haben, ist schließlich noch lange keine Anti-Inflationsstrategie, sondern nur der Ausdruck kindlicher Freude an glänzenden Dingen.

Gold nimmt im Preis die Inflation vorweg. Der Goldpreis ist seit 2001 um rund 400% gestiegen und hat damit die "normale" Inflation um etwa das Zehnfache überholt.

Wer jetzt Gold kauft, entwertet sein Geld aus eigenem Entschluss selbst noch einmal viel kräftiger als es die allgemeine Inflation schon entwertet hat.

So herum muss man das denken!

4.

Gold ist nicht essbar - und damit eine schlechte Schwarzmarktwährung.

Die rührenden Geschichten, die uns erzählen, wie es in der Weltwirtschaftskrise und in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg gelungen ist, sich mit Hilfe eines kleinen Goldschatzes zu ernähren, ja sogar lebenswichtige Medikamente zu verschaffen, sind zwar sicherlich wahr, haben aber einen kleinen Nachteil: Sie erzählen nicht, womit auf dem Schwarzmarkt und bei den Hamstergängen ganz überwiegend - und mit dem gleichen positiven Effekt - tatsächlich bezahlt wurde.

Von den sogenannten "Schiebern" abgesehen, die allgemein verhasst waren, und den aus der Not entstandenen Schwarzmarkt nutzten, um sich mit ihren Schiebereien möglichst viel unter den Nagel zu reißen, war der Schwarzmarkt nämlich eigentlich eine Tauschbörse, bei der jeder versuchte, das was er selbst nicht oder nicht ganz so dringend brauchte, gegen etwas zu tauschen, was ihm dringend fehlte. Da ging man mit Geschirr und Besteck, mit Gardinenstoff und Schusterleim los, um mit Kartoffeln, Speck, ein paar Stricknadeln und zwei Rollen Verdunkelungspapier wieder nach Hause zu kommen - und zum Ausgleich von Wertdifferenzen waren Zigaretten das passende "Kleingeld".

Gold war und ist auf dem Schwarzmarkt ein Fremdkörper.
Man ist es losgeworden, natürlich, gar keine Frage.

Eine Gans für einen Klumpen Gold, wie weiland bei Hans im Glück...

5. 

Inflation ist ein Prozess, kein Ereignis - Geld verliert allmählich an Wert, Gold legt zu schnell zu.

Der Wertverlust des Geldes, der durch ein Überangebot an Liquidität erzeugt wird, ist ein schleichender Prozess, der sich mit wechselnden Geschwindigkeiten vollzieht. Der unausweichliche Effekt der Inflation ist die beschleunigte Entschuldung. Alte Schulden, für die Geld hoher Kaufkraft ausgezahlt wurde, werden mit Geld niedriger Kaufkraft getilgt.

Während die Einkommen mit der Inflation wachsen, wachsen Geldvermögen nur mit dem vereinbarten Zinssatz. Überholt die Inflation die Guthabenzinsen, werden Geldvermögen (übrigens auch Rentenansprüche) entwertet.

Über die Dauer der Inflation werden in der Regel die ältesten Guthaben am stärksten entwertet, während den jüngsten Guthaben die bei ihrem Erwerb vorhandene Kaufkraft noch weitgehend innewohnt.

Sinnvoll ist es daher, sobald die Inflation die Guthabenzinsen erkennbar und nachhaltig übersteigt, alle Einkünfte und Ersparnisse möglichst zeitnah und nützlich, wenn möglich kostensparend, zu verwenden.

Werden Sachwerte erworben, sollte die Wahl auf solche fallen, die - bei dauerhafter Verwertbarkeit - die geringste Preissteigerung durchlaufen haben.

6. 

Währungsreform ist ein Ereignis, kein Prozess - Geld hat plötzlich wieder einen Wert - Gold verliert ihn rapide.

ist das Inflationsziel erreicht, sind also die lästigen Schulden mit Hilfe der Druckerpresse weitgehend getilgt, ist es erforderlich, neues Vertrauen in das Geld zu schaffen. Das gelingt regelmäßig mit einer Währungsreform, bei der im erforderlichen Umfang "Nullen" auf Konten, Banknoten und Preisschildern gestrichen werden - und mit dem notwendigen Aufwand an psychologisch ausgeklügelten Sprüchen der Eindruck vermittelt wird, dass dieser wunderbare Zustand nun für alle Ewigkeit Bestand haben werde.

Die in einem Augenblick vollzogene Verkürzung der nominalen Guthaben und Preise sieht zwar schrecklich aus. Wer statt 100.000 alter Euro plötzlich nur noch 10.000 neue Euro auf dem Konto hat, fühlt sich leicht um 90.000 Euro betrogen, doch wenn gleichzeitig der Preis für einen Hektar Ackerland von 100.000 auf 10.000 Euro, der Preis für einen Konfektionsanzug von 5.000 auf 500 Euro und der Preis für den Liter Dieselöl von 15 Euro auf 1,50 Euro fällt, stellt sich heraus, dass die Währungsreform am Ende doch nur das Streichen überflüssiger Nullen darstellt - den finalen Schlussstrich unter die Inflation.

Es kommt also darauf an, die Inflation zu überstehen, denn so, wie man am Abend vor der Währungsreform dasteht, wird man - in etwa - auch am Morgen danach dastehen. Mit dem kleinen Unterschied, dass dann die Läden wieder voll sind, weil das Vertrauen in die Wertbeständigkeit des Geldes wiederkehrt.

7. 

Deutschland ist ein geldpolitischer Kastrat - und hat auf die weltweite Inflationsentwicklung kaum Einfluss.

Während andere Staaten, allen voran die USA, über die Möglichkeit verfügen, durch Anwerfen der Druckerpresse die zur beschleunigten Entschuldung erforderliche Inflation selbst zu erzeugen und zu kontrollieren, ist Deutschland, gefesselt durch die Verträge zum Euro-System, dazu nicht in der Lage.

Im Gegenteil: Statt sich durch eine selbst entfachte Inflation aus der Überschuldung retten zu können, muss der deutsche Finanzminister jeden Anstieg der Inflation mit zusätzlichen Krediten und Zinslasten bezahlen, die er sich (teuer) am Markt besorgen muss. Die gleiche Handlungsschwäche hat zu den Problemen der Euro-Wackelkanditaten Griechenland, Spanien, Portugal, Italien und Irland geführt und hält diese weiter am Kochen.

Dies mag einer der Gründe für die Hinwendung zum Sparen sein, die sich die deutsche Politik auf die Fahnen geschrieben hat, ohne sich jedoch wirklich daran zu halten.

Zur Entschuldung durch Inflation wäre Deutschland auf die Hilfe des Auslands angewiesen, kann dies jedoch niemals öffentlich zugeben sondern muss, zur Aufrechterhaltung des Vertrauens in das Euro-System, das wiederum unverzichtbare Voraussetzung für die deutschen Exportüberschüsses ist, publikumswirksam dagegen ansparen.

Für Deutschland ist eine Währungsreform so lange nicht sinnvoll, wie das Euro-System Bestand hat. Bricht die europäische Gemeinschaftswährung zusammen, muss Deutschland zur eigenen Währung zurückkehren. Dabei wird es höchstwahrscheinlich zu einer, zumindest für die Inländer, nahezu "verlustfreien" Umrechnung aus der alten in die neue Währung kommen.

8. 

Die Welt ist ein geldpolitisches Pulverfass - und seine Explosion wird auch die Insel der Seligen "Deutschland" erschüttern.

Auf der einen Seite stehen Länder, die alljährlich aufs Neue gigantische Handelsbilanzdefizite einfahren und dazu gigantische Staatsschulden aufhäufen, auf der anderen Seite stehen Länder, die alljährlich aufs Neue gigantische Handelsbilanzüberschüsse erzielen und sich bemühen, ihre Staatschulden nur gebremst wachsen zu lassen. Kurz: Die Welt zeigt immer stärker eine Struktur, in der sich Großschuldner und Großgläubiger gegenüberstehen. Der größte Großschuldner, gleichzeitig die weitaus größte Militärmacht, lebt ständig weit über ihren Verhältnissen, während die Großgläubiger versuchen, ihre Bevölkerung mit allen Mitteln zu kontrollieren und wirtschaftlich möglichst knapp zu halten.

Dies entspricht so ungefähr dem Zustand der Welt, den wir aus der Blütezeit des Kolonialismus kennen. Allen voran war es damals das Britische Empire, das weite Teile der Welt aussaugte, ohne je eine adäquate Gegenleistung zu erbringen.

Die Inflation, auf die wir uns einzurichten haben, ist von den USA längst ausgelöst, wird aber von China, Japan, den Ölstaaten am Persischen Golf und nicht zuletzt auch von Deutschland noch aufgehalten, weil der Dollar international als Zahlungsmittel akzeptiert wird, und nicht zuletzt, weil das meiste Öl immer noch in Dollar bezahlt werden muss.

Die Liquidität ist jedoch ausgeschüttet, seit dem Vietnamkrieg in immer schneller steigenden Volumina. Wenn die Inflation kommt, dann wird sie zwar zuerst die Dollarbestände verzischen lassen, doch fast alle übrigen Währungen der Welt werden diesem Reinigungsprozess entweder gerne folgen oder notgedrungen, aufgrund der vielfätigen Verflechtungen der Schuldverhältnisse, folgen müssen.

Gold wird gefragt sein und im Preis immer weiter anziehen, solange die Inflation galoppiert. Wenn die Flutwelle von einer Weltwährungsreform gebrochen wird, ist Gold nicht mehr interessant.

9. 

Das "Wann" ist offen - aber nicht das "Ob".

Ich bin der Auffassung, dass die Inflation längst da ist, dass es sich allerdings um eine Inflation handelt, die noch auf die Finanzmärkte (im weitesten Sinne, also incl. Goldmarkt) beschränkt ist. So sehr ich im allgemeinen den rein mechanistischen Formeln der Volkswirte misstraue, das Missverhältnis zwischen Liquidität (was haben die Zentralbanken und die Regierungen weltweit nicht alles in die Märkte gepumpt?) und dem dieser Liquidität gegenüberstehenden Angebot auf den Güter- und Warenmärkten ist nicht mehr zu übersehen.

Gut für den Kleinen Mann, dass nicht das Brot und die Butter so schnell teurer werden, wie Gold und Wertpapiere.

Nun verschwindet Liquidität aber nicht vom Markt, dadurch, dass jemand Gold oder Aktien kauft. Sie verschwindet erst, wenn sie

  • zur Tilgung von Bankkrediten eingesetzt, oder
  • als langfristige Einlage bei einer Bank geparkt wird.
Netto-Tilgung findet jedoch immer noch nicht statt - weder was die Staatsfinanzen betrifft, noch was die Finanzierung der Wirtschaft oder gar die Verschuldung der privaten Haushalte betrifft. Im Gegenteil, die Geldmengen wachsen immer noch.

Bleiben die Einlagen als letzte Hoffnung. Die wachsen zwar kräftig, was gut wäre, aber es stehen ihnen immer weniger wertbeständige Posten auf der Aktivseite der Bankbilanzen gegenüber. Die Banken müssen also über eine Politik der niedrigen Zinsen versuchen, viele neue (und kreditwürdige) Schuldner zu finden, um ihre Bilanzen ausgeglichen zu halten.

Die Schnittstelle zwischen den beiden Teilmärkten - hier Inflation bei den Anlagewerten, dort Deflation auf den Warenmärkten - ist jedoch nicht nur in eine Richtung durchlässig. Der Strom der in der Realwirtschaft erwirtschafteten Gewinne in die Finanzmärkte wird dünner - der Druck der angestauten Geldvermögen und deren inzestuelle Selbstvermehrung auf der anderen Seite nimmt zu. Es ist doch klar, dass man zwar mit immer neuen Gewinnen aus immer neuen Finanzprodukten immer neue Finanzprodukte kaufen kann, dass daraus aber kein Vermögenszuwachs resultiert, sondern dass nur das Wachstum einer Blase zu bestaunen ist.

Die angesammelten Einlagen müssen eines Tages in die Sphäre der realen Werte eindringen und dort aufkaufen, was zu haben ist. Dann haben wir auch dort die Inflation.

Wann das sein wird? Keine Ahnung. Es kann morgen sein, es kann noch 5 Jahre dauern. Ausschlaggebend ist dafür keine der realwirtschaftlichen Kennzahlen, auch keine Entwicklung auf den Geld- und Devisenmärkten, auch nicht der jeweilige Goldpreis.

Ausschlaggebend ist einzig der eine Großgläubiger, der als erster die Nerven verliert. Bis dahin ist der Verkauf von Gold ein gutes Geschäft.

10.

Butter ist weich - aber außerordentlich preisstabil.

Die kurze und verblüffende - an der Butter festgemachte - Begründung eines Paukenschlaglesers für den Erwerb von Gold ist so aufschlussreich, dass ich sie hier gerne widergebe. Er zitiert aus dem letzten Paukenschlag

Diese in den Konsum wandernde Liquidität, die auch durch eine wachsende Zahl von Notverkäufen von Gold in den Markt gebracht wird, drückt jetzt auf den Goldpreis. Er wird - zum Ende hin - womöglich immer noch weiter steigen, aber weit langsamer, als die übrigen Preise.

und fragt dann: "Der Goldpreis wird langsamer steigen als die übrigen Preise" - gemessen in was? In Fiat-Money! Auf Deutsch: Der Goldpreis in € wird langsamer steigen als der Butterpreis in €.

Welche "Währung" ziehe ich dann vor? € oder Gold?

Ich finde, das ist eine schöne Frage, aber sie führt in die Irre, weil sie zumindest die dritte, hier angesprochene Anlagemöglichkeit außer Acht lässt.

Es ist doch klar, dass es am sinnvollsten wäre, in Butter zu investieren.

1 kg Butter bringt einen physiologischen Brennwert von ungefähr 9000 kcal mit sich. Dieser Brennwert bleibt unabhängig von Gold- und Euro-Kursschwankungen erhalten (vorausgesetzt, man hat geeignete Lagermöglichkeiten), und der durchschnittliche Preis für Butter ist weitaus stabiler als der Preis für Gold.

Der Goldpreis inflationiert zunächst kräftig- weil viel zu viel Geld nach Anlage sucht, er verfällt dann wieder kräftig, wenn zu viel Gold nach Sachwerten sucht.
Der Butterpreis ist in dieser Hinsicht stabiler, weil Angebot und Nachfrage sich dauerhaft die Waage halten. Er nimmt folglich in der Inflation keinen abweichenden Verlauf, sondern folgt der allgemeinen Inflationsrate. Der Butterpreis wird auch nach der Währungsreform nur dem Abwertungsverhältnis folgend sinken - aber nicht stärker.

Ergo ist Gold, gemessen an Butter, viel zu teuer - und man sollte die Finger davon lassen.

Gut, Butter ist nun nicht gerade das klassische Anlagegut, aber ein gutes Beispiel für alternative Anlagemöglichkeiten.
 
Gold ist derzeit jedoch ein klassisches Spekulationsgut, dessen Preis von Angst und Panik (völlig gleichgültig, ob berechtigt oder nicht) in die Höhe getrieben wird.
11. 

Die Einschränkung

Mein PaD 25 /2010 war eine Warnung an alle, die über deutlich weniger als eine Million Geldvermögen verfügen, jetzt noch in Gold zu investieren.

Wer über eine Million und mehr Geldvermögen verfügt, wird ausreichend "Luft" haben, um Gold, wenn es darauf ankommt, im Safe liegen zu lassen. Wer in der Inflation seine Goldbestände "versilbern" muss, ist gekniffen - und wer nach der Währungsreform aus dem Gold aussteigt, weil er wieder richtig investieren will, wird m.E. sehr viel schlechter dastehen, als der, der einfach die Abwertung von Vermögen, Preisen und Löhnen hinnimmt.

 
 
Wenn ich mir vorstelle, dass heute Menschen mit relativ kleinen Einkommen und geringen Ersparnissen in der Panik, der Inflation entgehen zu müssen, Gold kaufen, bei Preisen von über 1.200 US$ pro Unze, dann frage ich mich, ob dieses Geschäft mit dem Gold nicht allmählich als Anlagebetrug angesehen und dementsprechend als Fehlberatung geahndet werden müsste.
 
 
Daher hier noch einmal die Schlussbemerkung aus dem letzten Paukenschlag:
 
 

 

    ..und sollten Sie ein Grundstück gefunden haben, und immer noch Geld übrig,
     
    dann können Sie auch noch einen kleinen Barren Gold kaufen -
     
     
    und ihn auf dem eigenen Grundstück unter dem stärksten Ast eines markanten Baumes vergraben.
     
    Ihr Gold wird dort weder verrosten noch verfaulen.
    Es wird in zwanzig, in hundert, in tausend Jahren immer noch genauso glänzen, wie an dem Tag, an dem Sie es gekauft haben -
     
    und eines fernen Tages wird es auch wieder einen Kurs haben, der Ihnen beim Verkauf zu der gleichen Kaufkraft verhilft, wie am Tag, als Sie es kauften.
     
    Doch dann sollten Sie es auf keinen Fall verkaufen - dann wird es Ihnen nämlich wieder helfen, der Inflation zu entgehen.
 
 
 

 
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Reaktionen auf diesen Paukenschlag



Hallo Wolf.,

Folgt aus deinem Paukenschlag nicht, daß die Leute, die nach Anlagemöglichkeiten suchen, in Butterproduktion investieren sollten, wenn schon nicht in Butter direkt? Anteile an Landwirtschaftsbetrieben, Einzelhandelsunternehmen, Handwerkern - sinnvollerweise regional. Ich möchte auf ein mögliches Vorbild verweisen: Die RegioSTAR eG, die im Berchtesgadener Land genau in diese Richtung denkt. Ein Dorfladen und ein Permakulturgartenprojekt gehören bereits zur Genossenschaft, genau wie das Regiogeld Sterntaler samt unternehmensinternem Barter/Tauschring. Das Modell wäre multiplizierbar in andere Regionen und bietet zudem den Vorteil: Die meisten deiner Leser sind eben keine Millionäre und haben damit dasselbe Problem wie ich: Zu wenig Geld, um sich selbst in Immobilien einzukaufen aber zuviel Geld, um einfachzusehen zu wollen, wie es sich in nichts auflöst.Die Lösung: Mehrere Leute tun sich (beispielhaft genossenschaftlich organisiert) zusammenund investieren auf diesem Wege gemeinsam in wirtschaftliche Grundlagen, die auch weit jenseits jeder Inflation nützlich sind - für sie selbst und die Gesellschaft, in der sie sich bewegen.In der nächsten "Humane Wirtschaft" (www.humane-wirtschaft.de) als auchin der nächsten OYA (www.oya-online.de) wird jeweils ein Artikel überdie RegioSTAR drin sein. Einer davon ist hier lesbar: http://www.unterguggenberger.org/page.php?id=491 Gruß!Norbert


Hallo Herr Kreutzer,
Investieren in Butterkäufe bzw. in reale Werte (z.B. Schrauben und Nägel...), einsetzen von Regionalwährungen, ok, und warum nicht auch dafür werben, dass der Staat, d.h. Parlament und Regierung, Ihre Staatsbons oder ihre Bundesschatzbriefe direkt als legales Zahlungsmittel, so zu sagen als bundesweite Regionalwährung parallel zum Euro, einsetzen?

Das brächte ein zins- und tilgungsfreies Tauschmittel in den deutschen Binnenmarkt, würde den Zwang zur Verschuldung stoppen und die Wirtschaft, unabhängig vom Euro und vom Export, ankurbeln.
Also klein gestückelte Bundesschatzbriefe als Teilentlohnung der Beamten - und die Möglichkeit für die Geschäfte damit ihre Steuern zu entrichten. Wäre doch so einfach, oder nicht?!
Mit freundlichen Grüssen,


Sehr geehrter Herr Kreutzer,
also nun fühle ich mich doch bemüßigt, noch eine wenig von meinem eigenen Senf dazuzugeben. "Lass Dich nicht nicht von...(Eichelburg) verführen..."frei nach E. T. A. Hoffmann. Auch wenn er Ihnen "als Linkem" Komplimente macht. Er, Eichelburg, schreibt ja nicht für die Mehrheit unseres Volkes, was Sie dagegen sehr wohl im Auge haben. In Ihrer Argumentation habe ich keinen Irrtum oder Fehlschluß entdecken können. Rein intellektuell jedenfalls. Sicher spricht da jemand, dessen Biographie wohl nur allzu gradlinig verlaufen ist, was natürlich kein Vorhalt ist, er ist eher dazu zu beglückwünschen. Bei anderen, älteren Personen, dürfte die Betrachtensweise auch von deren Erlebnissen geprägt sein, zumal wenn sie (wie ich) dem akademischen (mitteldeutschen) Proletariat angehören.
Ich beispielweise, könnte mir vorstellen, daß es im Entwicklungsgang der BRD durchaus zu Ähnlichkeiten mit der DDR kommen könnte. Derart, daß man für "Westgeld" nahezu alles erhalten konnte. Sicher betraf das Güter und Dienstleistungen, die nicht lebensnotwendig, aber dennoch begehrt waren. Was sich hier völlig anders entwickeln könnte. Stellen Sie sich vor, das Enkelkind benötigt tatsächlich eine Zahnspange, die sich die Eltern nicht leisten können. Falls die Oma über einen Eagle verfügt und sie den spendiert, wird das Enkelkind bestimmt eine Zahnspange bekommen. Das (zu Recht) so kritisierte Gold kann hier durchaus einmal die Rolle des Westgeldes der alten DDR einnehmen, auch wenn Sie sachlich völlig recht haben. Wir wollen nicht hoffen, daß sie, die Oma, dafür sogar ein Brot eintauschen muß. Ganz nebenbei, diejenigen, die über die Nahrungsversorgung der Welt bestimmen, werden sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, das ist aber ein eigenes Thema.
Selbstherrliche Staaten mit nationaler Währung benötigen keine Golddeckung, was nicht heißt, daß wir das Reichbank-und Bundesbankgold abschreiben sollten, aber das war nicht Ihr Thema.
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Hr. Kreutzer,

Ich gebe ihnen in ihrer Darstellung zu 100% Recht, allerdings ob sich die wirtschaftliche Lage nach der Währungsreform ebenfalls akzeptabel darstellt möchte ich bezweifeln. Ich befürchte für den Otto
Normalverdiner wird es schwer sein sein hart erspartes in etwas zu investieren das er bis zur Zeit danach durchhalten und besitzen kann.
Für einen Paukenschlag der sich mit Anlagemöglichkeiten jenseits von Butter befaßt wäre ich Ihnen dankbar.

MfG


Lieber Herr Kreutzer,

erst mal Danke für die Zusammenstellung in diesem Paukenschlag.

Auch wenn micro-ökonomisch Golderwerb für den einen oder anderen vielleicht sinnvoll sein möge, wäre die dies sicherlich als macro-ökonomische Empfehlung, reiner Unsinn. Wenn jeder Gold kaufen
würde um sich “abzusichern” wäre niemand sicherer als vorher.

Genau so wenig wie wir unser Leben “sparen“ können, so, dass wir “später dann auch noch was übrig haben”, genau so wenig können wir unseren allgemeinen Wohlstand statisch konservieren. Alles fließt, muss ständig aufgebaut und gewartet werde und wird trotzdem irgend wann einmal untergehen.

Die sogenannte “Krise” , von der ja noch nicht einmal klar ist, ob sie schon da ist, oder erst noch kommen wird, ist kein Angriff Außerirdischer, keine Heuschreckenplage und auch sonst keine
Naturkatastrophe, sie ist lediglich eine Prüfung unserer Vernunft und die Problematik diese, unsere Vernunft von Mensch zu Mensch zu verknüpfen.

Alles ist vorhanden, Maschinen, Werkzeuge, Verkehrsinfrastruktur, Telekommunikation, Krankenhäuser Schulen usw.

Wieso sollten wir uns über äußere Voraussetzungen Sorgen machen und versuchen uns mit äußeren Dingen ab zu sichern, wenn es doch darum geht, sich eher Sorge um unsre inneren Voraussetzungen zu machen.

P.S.

Das einzige, was bzgl. Goldkauf, macro-ökonomisch Sinn machen würde, ist, dass Gold vornehmlich importiert werden muss (da kaum inländische Ressourcen vorhanden). Denn dieser Import könnte dann ein wenig den verheerenden Exportüberschuss- Unsinn entkräften.

beste Grüße,....


Lieber Herr Kreutzer!

Ihren Gold-Pessimismus kann ich nur sehr eingeschränkt nachvollziehen:
Ihr Paukenschlag vom 24.06. enthält wohl logische Brüche. Darauf haben andere schon hingewiesen.
Daß nach dem Ende der Hyperinflation und der Einkehr guten neuen Geldes der Goldpreis plötzlich dramatisch sinkt weil alle das neue Papiergeld haben wollen und keiner mehr Gold will hat nach meiner Kenntnis noch nie gestimmt. Andernfalls müsste die Geschichte des Geld- und Finanzwesens dafür Beispiele liefern können. Kann sie aber nicht. Literatur über die recht zahlreichen Inflationen der jüngeren und älteren Historie gibt es genug.
Plausibler ist doch, daß die Besitzer von Gold und Sachwerten die soeben ihr Geldvermögen verloren haben dem neuen Papiergeld zunächst einmal äusserst skeptisch gegenüberstehen und kaum den Drang verspüren, ihr Gold schnell wieder los zu werden.
Es ist doch wahr, dass sich über die letzten paartausend Jahre Gold als recht kaufkraftstabiles Tausch- und Zahlungsmittel erwiesen hat: Für eine Unze gab es im alten Rom eine Toga, unterm Kaiser einen guten Anzug und heute auch. Für ca. ein Kilo davon bekam man im viktorianischen England eine Kutsche und heute einen VW-Golf.
Und: lassen wir mal Dornröschen heute einschlafen und in hundert oder zweihundert Jahren wieder wachgeküsst werden: Wäre sie dann besser dran wenn sie 30000 Euro -meinetwegen Schweizer Franken -dabei hätte oder ein Kilo Gold?
Und: Die Kaufkraft von angelegtem Geldvermögen muss nach dem Währungsschnitt logisch geringer sein als vorher. Sonst brauchte man doch gar nicht abzuwerten.

Herzliche Grüsse und Dank für ihre gescheiten Beiträge


Hallo, Herr Kruetzer,

Millionäre sind auch nicht mehr das, was sie früher einmal waren!
Haben Sie sich mal vorgestellt, für Ihr Alter selbst vorsorgen zu müssen?

Eine Million bringt Ihnen bei 2% Zinsen € 20000,-. Nun rechnen Sie aus, wie lange Sie vom Kapital zuschießen können, um so leben zu können wie es einem Pflichtversicherten möglich ist, der kein
Millionär ist.
Den e i n fachen Millionär mit dem Milliardär in einem Atemzug zu nennen ist in meiner Vorstellung schlicht oberflächlich und leichtfertig gegenüber den jungen Menschen, die sich selbständig machen wollen und dabei keine reale Vorstellung von der Höhe der Vorsorge haben.

MfG

Anmerkung von Egon W. Kreutzer:

Ein durchschnittlicher Pflichtversicherter, der nach rund 40 Berufsjahren in Rente geht, darf sich glücklich schätzen, wenn er monatlich mit 1.000 Euro nach Hause geht.

Dafür haben er (und sein Arbeitgeber) über 40 Jahre ungefähr 20 Prozent des Bruttogehalts an Beiträgen gezahlt. Da kommen - jeweils nominal und unverzinst - rund 200.000 € zusammen - hätte man die über die Jahre verznslich angelegt (was natürlich dem Geist der umlagefinanzierten Rente widerspräche), hätte sich da auch ein Kapitalstock von mindestens 700.000 € angesammelt.

Daraus die von Ihnen angesetzten 2%, und wir sind wieder ungefähr bei der Netto-Rente.

Der Unterschied liegt darin, dass der Geldanleger bei Verbrauch der Zinsen den Kapitalstock behält und vererbt, während der Pflichtversicherte nach dem Ableben keine - oder nur geringe Ansprüche an den Ehepartner - hinterlässt.

Außerdem möchte ich den Geld-Millionär kennen, der sich tatsächlich mit 2%
zufrieden gibt.


Sehr geehrter Herr Kreutzer,(...)

Die Befürworter des Goldhortens übersehen:- Wer Gold kauft, lässt sich auf Spekulation, ein Spiel mit klaren Gewinnern und Verlierern, ein. Wieso? Um zu den Verlierern zu gehören? Um zu den Gewinnern, die sich zu Lasten der Verlierer bereichern, zu gehören?-

Die materielle Beständigkeit von Gold täuscht offenbar viele darüber hinweg, dass der Goldkurs seit jeher manipuliert wird, und zwar von denen, die am meisten davon haben.

-Egal ob Aktien oder Gold, als Kleinanleger zieht man immer den Kürzeren.

- Da Goldreserven genau wie Geldreserven keinen Nutzwert haben, werden sie stets in spekulativer Absicht gehalten, das heißt, dass der Wert des Goldes auch wie der von Geld immer in nützlichen Sachwerten gemessen werden muss („Wo steht der Gold-Kartoffel-Kurs heute?“)Wie sich der Goldkurs gemessen in Geld (meinetwegen auch Fiat-money) entwickelt, ist ein müßiges Scheinargument.

- Wer Gold vor der Wirtschafts- und Währungskrise hatte und danach noch immer hat, hat vielleicht nichts verloren, aber definitiv nichts gewonnen! Was bringt ein Klumpen Metall, der unproduktiv herumliegt, ja der sogar noch gesichert und vielleicht bewacht werden muss, weil es (... Menschen) gibt, die diesem fast nutzlosen Metall einen hohen Wert beimessen und es unbedingt haben wollen?- Viel besser ist es, solange Geld noch einen Wert hat, es in Werkzeuge und andere PRODUKTIV nutzbare Sachwerte anzulegen. Wer pfleglich mit dem Spaten umgegangen ist, wird auch nach der Krise noch einen Spaten haben. Aber zwischendurch, während der Krise, hat er Kartoffeln anbauen, ernten und essen können (...).

- Gold – ein Langfristinvestment? Die einzigen langfristigen Investitionen, die etwas taugen, sind die, die den Fortbestand der Menschheit garantieren, allem voran die für die Grundsicherung (Wasser, Nahrung, Kleidung, Heizung, Obdach), dem schließen sich Investitionen in Produktionen an, aber eben auch der Einsatz für Schutzbedürftige (Nachwuchs, Alte, Kranke), den Erhalt, die Mehrung und Erweiterung von Wissen, den Einsatz für gesellschaftliche Einrichtungen wie Solidarität usw.- Für nichts haben wir die Schöpfung sinnloser zerstört als für die Gewinnung dieses Metalls. Heute wird tonnenweise taubes Gestein mit giftigen Chemikalien ausgelaugt, um am Ende ein einziges lumpiges Gramm von diesem Zeug geschürft zu haben. Erinnert sich niemand mehr daran, wie vor einigen Jahren starke Regenfälle Cyanidlauge aus einem rumänischen Goldbergwerk in Theiß und Donau spülten?Nehmen wir den wirtschaftlichen Nutzen als Vergleichsgröße, erscheint der durch den Abbau fossiler Brennstoffe verursachte Schaden schon fast entschuldbar...

- Der Goldwahn ist mit der optischen Faszination allein nicht zu erklären. Mir scheint es, dass einige (...) ihr religiöses Vakuum mit Aberglauben an den Wert des Goldes auffüllen. Was wäre das aber für eine erbärmliche Gesellschaft, die etwas Nutzloses als letzte Zuflucht der Wertbeständigkeit vergöttert, die glaubt, Gold sei in Krisenzeiten der letzte gemeinsame Nenner, auf den sich Menschen einigen können?Mit freundlichem Gruß


Guten Tag Herr Kreutzer,

ich mag Ihre "Querdenker-Briefe", weil Sie oft viel Wahrheit beinhalten.In Bezug auf den Erwerb von Gold, sind Ihre Warnungen durchaus berechtigt und Ihre Sichtweise nachdenkenswert. Insbesondere Ihr Hinweis auf den spekulativen Charakter des Kaufes von Gold, erscheint mir sehr hilfreich.Ich sehe den Goldpreis als einen guten Indikator, wie es um unser Geldsystem steht. Wie und wann dieses Geldsystem endet, ist allerdings auch eine Spekulation, bei der keiner sagen kann, ob es nicht doch gut gewesen wäre, einen Teil seines Vermögens ( auch wenn es unter 1 Mio. war ) in Edelmetalle gehabt zu haben.Mit freundlichen Grüßen aus Bocholt


Hallo Herr Kreutzer,

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Trommel!

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