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Q!u |
- Volkswirtschaftlicher
Gesamtschaden?
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- Die 'Deutsche Hauptstelle für
Suchtfragen', ein eingetragener Verein, dessen erster Vorsitzender,
Heribert Fleischmann, als Neurologe und Arzt für Suchtmedizinische
Grundversorgung tätig ist, hat in diesen Tagen wieder einmal
von sich und vom Alkoholkonsum der Deutschen reden gemacht.
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- 9,9 Liter reinen Alkohol trinkt
jeder Deutsche pro Jahr, 9,5 Millionen Deutsche trinken Alkohol
in gesundheitlich riskanter Weise, jährlich 73.000 Todesfälle
viele Verkehrsunfälle und Gewaltdelikte lassen sich auf
Alkoholgenuss zurückführen, und
-
- der volkswirtschaftliche Gesamtschaden durch Alkoholgenuss wird auf 24,4 Milliarden
Euro pro Jahr geschätzt,
so die DHS.
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- Alkoholismus ist eine furchtbare
Suchtkrankheit, die den Betroffenen geistig und körperlich
zugrunderichtet und nur durch vollständige Abstinenz beherrscht
werden kann.
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- Die bestürzende Tatsache,
dass Deutschland es inzwischen auf Platz 5 in der weltweiten
Rangreihe des Alkoholkonsums gebracht hat, sollte jeden dazu
bringen, sich wenigstens für einen Augenblick seiner eigenen
Konsumgewohnheiten bewusst zu werden und sich ggfs. Rat zu holen.
Hilfreich dazu ist ein Blick auf den entsprechenden Artikel bei
Wikipedia.
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-
- Soviel zum Auslöser für
diesen Paukenschlag, der sich inhaltlich nun aber doch vom Thema
fortbewegt.
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- 24,4 Milliarden
- volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
-
- Diese Zahl, die mit dem Leiden
Alkoholkranker und ihrer Angehörigen überhaupt nichts
mehr zu tun hat, ist es, die mich ärgert, weil sie falsch
ist, weil sie von den eigentlichen Problemen der Alkoholkrankheit
ablenkt und die Betroffenen auch noch als "Volksschädlinge"
stigmatisiert.
-
- Was hat man denn wohl zusammengeschätzt,
um auf die 24,4 Milliarden Euro zu kommen? Und was davon ist
wirklich "volkswirtschaftlicher Schaden"?
-
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- 1. Medizinische Versorgung
Alkoholkranker
Das dürfte vermutlich
der größte Posten sein - und es handelt sich dabei
keineswegs um einen volkswirtschaftlichen Schaden, sondern, so
zynisch das klingt:
-
- Diese Aufwände
sind Bestandteil des Brutto-Inlandsprodukts.
-
- Ärzte, Krankenhäuser,
Pharmaindustrie und weitere Unternehmen im Bereich des Gesundheitswesens
hätten spürbare Umsatzausfälle zu verzeichnen,
gäbe es nicht die Notwendigkeit, Alkoholkranke (und z.T.
auch deren Angehörige) zu versorgen. Es käme zu Entlassungen
und zum Anwachsen der Arbeitslosigkeit, in der Folge gingen die
Beiträge zur Sozialversicherung und die Steuereinnahmen
zurück.
Um den volkswirtschaftlichen Schaden, der in Wahrheit erst durch
die absolute Abstinenz aller Deutschen entstünde, zu kompensieren,
müssten ggfs. andere, bislang von den Kassen nicht bezahlte
diagnostische und therapeutische Maßnahmen zugelassen und
ausgeführt werden.
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- 2. Alkoholbedingte Schadensereignisse
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- 52.381 Fälle alkoholbedingter
Gewalttaten, insbesondere im familiären Bereich, wurden
2008 aufgeklärt. Das hat zum Teil zu medizinischer Versorgung
der Opfer geführt, zum Teil für Beschäftigung
bei Polizei, Gerichten und Vollzugsanstalten gesorgt.
-
- So bedauerlich dies ist, so
schrecklich die Schicksale der Betroffenen auch sein mögen,
ein volkswirtschaftlicher Schaden ist auch hier nicht entstanden.
Im Gegenteil, all das löst Beschäftigungseffekte aus.
Und, um noch einmal zynisch zu sein, mag ich in diesem Zusammenhang
den zynischen Wahlspruch vieler führender Politiker zitieren:
-
- "Sozial ist,
was Arbeit schafft!"
-
-
- Daneben hatten sicherlich die
Autowerkstätten so manchen alkoholbedingten Blechschaden
zu beseitigen - und so mancher alkoholbedingte Totalschaden führte
zum Verkauf eines Neuwagens.
-
- Sachschäden infolge Fahrens
unter Alkoholeinfluss stellen also so eine Art Privatinitiative
zur Fortführung des staatlich geförderten Fahrzeugverschrottens
nach Wegfall der staatlichen "Umwelt"-Prämie dar.
-
- Das soll "volkswirtschaftlicher
Schaden" sein?
-
- Mit dem gleichen Konzept hat
die Bundesregierung die Automobilindustrie und die Automobilhändler
über das Krisenjahr 2009 gerettet!
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- 3. Alkoholbedingter Arbeitsausfall
-
- Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
zwingt den Arbeitgeber dazu, für einige Wochen Lohn- und
Gehalt weiterzuzahlen (bevor die Krankenkasse Krankengeld bezahlt),
auch dann, wenn die Krankheit alkoholbedingt eingetreten ist.
Das ist ein betriebswirtschaftlich relevantes Risiko,
das jedoch jeder einigermaßen kaufmännisch ausgebildete
Unternehmer in seiner Kalkulation angemessen berücksichtigt.
Je größer das Unternehmen, desto stabiler bleiben
über die Zeit die Aufwendungen für die Lohnfortzahlung
- kleinere Unternehmen können dadurch u.U. hart belastet
werden - aber mit "Volkswirtschaft" hat das alles nichts
zu tun.
-
- Die Produktion wird durch die
Krankheit einzelner doch nur in den seltensten Fällen vermindert.
In Großunternehmen registriert man nur noch die Veränderung
der Krankheitsquote, der Ausfall einzelner Mitarbeiter kann unmittelbar
kompensiert werden. In kleineren Unternehmen können Überstunden
fällig oder die Beschäftigung von Leiharbeitskräften
erforderlich werden. Echte Einbrüche in der Produktion sind
auch in kleinen Unternehmen kaum zu befürchten.
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- 4. Alkoholbedingte Todesfälle
-
- Wenn man bedenkt, dass jeder
Mensch am Ende seines Lebens stirbt, ist die Todesursache letztlich
unerheblich für den Aufwand, der zu betreiben ist, bis der
Verblichene unter der Erde und sein Grab mehr oder minder aufwändig
geschmückt ist.
-
- Von Relevanz könnte allenfalls
der Zeitpunkt des Ablebens sein. Wer stirbt, bevor die Kosten
der Ausbildung, die ihm zuteil wurde, durch seine Leistung wieder
hereingekommen sind, hat tatsächlich einen volkswirtschaftlichen
Schaden angerichtet. Dieser Schaden ist jedoch nur dann von Relevanz,
wenn Wissen und Fähigkeiten einzigartig und/oder nicht kurzfristig
zu ersetzen wären.
-
- In Zeiten vollster Vollbeschäftigung
ist das Ableben jedes erwerbsfähigen Erwerbstätigen
ein volkswirtschaftlicher Schaden. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit,
wenn Wissen und Fähigkeiten von Millionen Erwerbsfähigen
brach liegen, rückt einfach ein Arbeitsloser nach - und
der Schaden ist behoben.
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- vorläufiges Fazit
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- Statt 24,4 Milliarden volkswirschaftlichem
Gesamtschaden entstehen durch die negativen
Folgen des Alkoholkonsums jährlich etwa
24,4 Mrd. Euro volkswirtschaftlicher Leistung (BIP)
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- Doch das ist nur die eine
Seite der Medaille.
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- Laut DHS trank jeder Deutsche
im Jahr 2008 111,1 Liter Bier, 20,7 Liter Wein, 3,9 Liter Schaumwein
und 5,5 Liter Spirituosen.
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- Unterstellt man eher ein niedriges
Preisniveau und überwiegend häuslichen Konsum, so ergibt
sich daraus ein jährliches Umsatzvolumen alkoholischer Getränke
in Einzelhandel und Gastronomie von rund 40 Milliarden Euro.
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- Davon fließen 6,4 Milliarden
als MwSt und ca. 3,5 Milliarden als Steuern auf alkoholische
Getränke (Branntweinsteuer, Biersteuer, Schaumweinsteuer)
an den Fiskus.
-
- In Getränkeindustrie und
Handel dürften an Herstellung und Vertrieb alkoholhaltiger
Getränke ungefähr 100.000 Arbeitsplätze hängen.
-
- Betrachtet man beides zusammen,
also
-
die wirtschaftliche Bedeutung
der Herstellung und des Verkaufs alkoholischer Getränke
und
die wirtschaftliche Bedeutung
der alkoholbedingten Folgen, so kann abgeschätzt werden:
Am Alkohol und seinen Folgen
- hängen rund 65 Milliarden
Euro BIP (ca. 2,5%)
- hängen rund 20 Milliarden
Steuereinnahmen
(MwSt., Alkoholsteuern, Lohn- u. Einkommensteuern, Körperschafts-
Gewerbesteuer)
- hängen rund 3,5 Milliarden
Sozialversicherungsbeiträge
- hängen rund 150.000 Arbeitsplätze
- Dafür nehmen wir jährlich
73.000 verfrühte Todesfälle und die vorangegangenen
Leiden der Betroffenen und ihrer Angehörigen in Kauf.
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- Alkohol ist ein gutes Geschäft.
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- und
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- Sozial ist, was Arbeit schafft.
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- In einer Gesellschaft,
in der Alkoholgenuss, selbst exzessiver, ganz selbstverständlich
als unverzichtbarer Bestandteil des sozialen Zusammenlebens angesehen
wird, wird Alkohol auch noch lange ein gutes Geschäft bleiben
- weit entfernt von jeglichem Verdacht, einen volkswirtschaftlichen
Gesamtschaden anzurichten.
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-
Reaktionen auf
diesen Paukenschlag Danke
Herr Kreutzer,
wie Sie -mal wieder- die Dinge vom Kopf auf die Füße
stellen!
Zum Thema "leichtere
Droge" (noch immer illegal in D.) ein vergnüglicher
Vorschlag von Liedermacher Götz Widmann bei youtube:
|
www.youtube.com/watch?v=BYaObBQTkpk&feature=related |
Schöne Grüße
aus Göttingen
Sehr geehrter Herr Kreutzer,
so bedauerlich es wirklich klingen mag und so furchtbar das für
einzelne Betroffene samt Angehörige/Freunde usw. sein mag:
Sie haben völlig recht. Denn genau diesen Aspekt muß
man einfach ebenfalls sehen und wenn man nicht direkt Betroffener
ist, dann ist Ihre in dem PaD dargelegte Ansicht sogar die relevantere,
wichtigere - gesellschaftlich betrachtet.
Keine Angst: ich möchte - genausowenig wie Sie - sagen "is
doch wurscht, soll er/sie/es saufen, spült Geld in die Kassen",
aber wer hier alles an was verdient ist schon ziemlich heftig.
Übrigens gilt das gleiche auch für Rauchen sowie leichtere
Drogen in der Art von Kokain oder Cannabis genauso wie bei den
Hardcore-Stöffchen Heroin, Methadon, Trips, XTC, Mamas little
Helpers und was dergleichen in unglaublichen Mengen teils legal,
teils illegal, in jedem Fall aber immer gut organisiert auf den
Markt gespült wird. Wenn auch bei den Drogen der Gewinn
eher in Taschen verschwindet, die ich an den seltsamsten Hosen
vermute, so bleibt doch genau der gleiche Folge-Aspekt: Sozialtherapeuthen,
Richter, Politiker, Polizei, Ärzte, serienweise sogenannte
'Sachverständige' und andere Dummschwätzer.... sie
alle holen einen Teil ihrer Daseinsberechtigung - und damit ihres
Einkommens - aus diesen Angewohnheiten (von denen man jetzt halten
kann was man will, das tut ja nichts zur Sache).
Übrigens gilt das auch für die Folgeschäden von
- Autoabgasen
- Feinstaub
- durch Industrieschlote
verseuchte Luft
- durch Chemiedreck
im Marken-Diskounter-Fraß ("Report München",
14.April 2008)
- durch PAKs im Gummigriff
des Hammers aus dem Baumarkt (1 Stunde mit denen arbeiten entpricht
nach dem TÜV Rheinland-Pfalz etwa dem Genuß von 3.000
gerauchten Zigaretten, "Report München", 8.Dez.2008)
- durch hochaktive Gifte
im Kinderspielzeug (u.a. "Frontal21", 28.Aug.2007 und
- hochinteressant - "Frontal21" vom 20.Jan.2009)
- Giftbelastungen an
deutschen Schulen ("Frontal21", 4.Sep.2007)
- durch Begasung der
aus China stammenden Warencontainer (in Deutschland eigentlich
verboten - in China aber nun mal nicht)
- durch ungeklärte
Abwässer
- durch massenhaften
Einsatz des Schwermetalls Kupfer im Bio-Anbau (u.a. "Plusminus",
4.Nov.2008)
- durch EU-Lobbyismus
verursachte Gesetze, was so alles in BIO-Babybreichen drin zu
sein HAT (schön nachzusehen in "Bericht aus Brüssel"
vom 25.Feb.2009)
- Pestizide im Wein
- Uran im Trinkwasser
("Report München", 4.Aug.2008)
- radioaktiver Müll
in unserem kompletten Privatleben ("Plusminus", 19.Aug.2008)
- Bisphenol A in unseren
alles durchdringenden Plastikflaschen
- durch allzu kuschelige
Nähe zu - lecken oder heilen - Atommeilern (und wer wohnt
eigentlich alles in der Nähe von Asse II?)....
- Klimakiller Dienstwagen
und chinesisches Heparin und was war gleich wieder Zyprexa? und
Trasylol? steht hier lol für *lol*? und was war gleich wieder
los mit den Wachstumshormonen von Sandoz?
- wieviel Schaden entsteht
eigentlich durch (stocknüchterne) LKW-Fahrer, denen es durch
Druck von oben unmöglich gemacht wird, ihre Pausen einzuhalten?
Man redet viel - und, ach wie schrecklich! - und man verdient,
still, leise, elegant, effektiv.
Ach ja, die 'Zahl des Tages' des ARD Morgenmagazins am 26.Nov.2008:
-
- 18.445.983.000 (Euro, die der Staat an unseren
kleinen Lastern eingenommen hat im Jahr);
- Ach ja, und wie hoch
ist der jährliche volkswirtschaftliche Schaden durch treuhehlerische
Stiftungen und Konten in Liechtenstein, Andorra, Schweiz, Caymans,
Österreich,..... gleich wieder?
Na, Hauptsach' das Kinderporno-Internet-Stoppschild von Zensursula
von der Leyen wurde durch Gollum als "Wahlgag" deklariert
- dann könnne wir ja noch ein paar Kiddies in die Kühlschränke
stopfen - da is noch Platz
ich könnte hier übrigens noch stundenlang so weitermachen....
In diesem Sinne
Prost Ha jol emlekszem a tegnapi riportra a tv-ben,
mi a negyedik helyen allunk az alkoholizmus teren - Magyarorszag
elfoglalja a "büszke" ezüstermes helyet a
listan!!!
-
- (nicht
verzweifeln: google sprachtools übersetzen auch von ungarisch
nach deutsch)
Hallo
Herr Kreutzer,
- diesmal kann ich den Argumenten im Paukenschlag
nicht so recht folgen. Kann aber auch sein, ich habe gestern
nur etwas zu viel getrunken ;-))
- Scherz bei Seite. Im Gesundheitswesen ist
es doch wirklich nicht so, dass zu wenig Arbeit da wäre.
Das BIP nimmt weder zu noch ab durch die Alkoholkranken, sondern
es können nur andere Sachen nicht entsprechend behandelt
werden. Ich weiß z.B., dass Ärzte auch mal eine Krankheit
"übersehen", weil es sonst dem Budget zu sehr
an den Kragen geht.
- Für mich sieht deshalb die Rechnung
so aus:
-
- wirtschaftlicher_Nutzen = Steuern
- Krankheitskosten + Renteneffekte
-
- Steuern: immer positiv
Krankheitskosten: immer negativ, weil Aufwand (Behandlung, ggf.
Kompensation Arbeitsausfall)
Renteneffekte: bei Erwerbslosenrente wäre das Aufwand bei
statistisch
vorzeitigem Ableben wäre das Ertrag, wie das nun wirklich
statistisch
ist, weiß ich aber nicht
-
- Ohne hier die genaue Statistik und deren
Grundlagen zu kennen, kann man sich kein Urteil erlauben. Die
von ihnen zitierte Pressemeldung hilft da (wie bei solchen Pressemeldungen
leider allgemein üblich) auch nicht weiter.
- Nochmal, der Auffassung, dass alle Aufwände
auf der anderen Seite auch Erträge gegenüberstehen
und diese somit keinen Schaden darstellen, kann ich nicht folgen.
Das gilt auch im Kapitalismus nur, wenn man das gleiche Geld
nicht auch für etwas anderes ausgeben könnte.
- Ich lasse mich aber gern bei einem Glas Wein
belehren.... ;-)
- In diesem Sinne - Prost aus Ilmenau!
-
- Anmerkung von Egon
W. Kreutzer:
-
- da will ich doch mal weit
ausholen...
-
- man kann unterschiedlicher
Auffassung sein, über die Effizienz und Effektivität
unseres Gesundheitswesens. Wir leisten uns in Deutschland vergleichsweise
viele Ärzte und vergleichsweise viele Krankenhausbetten,
geben vergleichsweise viel für Arzneimittel aus, sind aber
von vergleichsweise schlechter Gesundheit.
- Darauf kommt es aber nicht
an. Dass heute viele ehedem übliche Leistungen der Krankenkassen
von diesen nicht mehr bezahlt werden, dass neue und sinnvolle
Therapien nicht eingesetzt werden, hat ja hauptsächlich
damit zu tun, dass das Geld, das den Krankenkassen zur Verfügung
steht, im Interesse der Arbeitgeber immer weiter verknappt wird.
Die Leistungen werden dennoch abgenommen: Der Kunde zahlt halt
selbst - und hält damit den Beitrag des Medizinbetriebs
zum Brutto-Inlandsprodukt hoch, bzw. lässt ihn sogar noch
steigen.
-
- Es ist schlicht falsch
- und darauf will ich hinaus - Kosten und Aufwände, die
innerhalb der Volkswirtschaft entstehen - und die zugleich Umsatz
und Gewinn, Lohn und Brot für andere innerhalb der gleichen
Volkswirtschaft darstellen, als volkswirtschaftlichen Schaden
zu bezeichnen.
- Nähme man diese Grundhaltung
ein, dann wäre nicht nur jede Krebsoperation ein volkswirtschaftlicher
Schaden, sondern auch jede Vorsorgeuntersuchung, nicht nur der
Blechschaden am Automobil, auch der Aufwand für die Produktion
eines Neufahrzeugs müsste als volkswirtschaftlicher Schaden
angesehen werden. Wo will man da die Grenze ziehen?
-
- In dieser Denkweise kommt
man letztlich zu dem Ergebnis: Alles was nicht als Gewinn an
Aktionäre ausgeschüttet wird, was nicht als Zins an
Gläubiger fließt, was nicht als Miete oder Pacht den
Grundeigentümern oder als Lizenzgebühr den Rechteinhabern
zukommt, ist ein volkswirtschaftlicher Schaden.
- Verstehen Sie, worauf
es mir ankommt?
-
- Hier werden heute die
Alkoholiker als Volksschädlinge verdammt, morgen sind es
die Hartz-IV- und Sozialgeldempfänger und übermorgen
ist es jeder, der seine Arbeit nicht ehrenamtlich verrichtet.
-
- Noch eine Anmerkung zum
Thema Rente:
- Die gesetzliche Rente,
die umlagefinanziert einen Teil der Einkünfte der erwerbstätigen
Bevölkerung an die nicht mehr erwerbstätigen Menschen
weiterleitet, ist volkswirtschaftlich neutral, eher sogar positiv,
weil sie potentielle Sparleistungen der Besserverdienenden in
Kaufkraft der Rentner umwandelt.
- Der vorzeitige Tod (das
Sinken der Lebenserwartung) entlastet zwar die Rentenkasse, wirkt
aber grundsätzlich negativ auf das BIP, weil tendenziell
weniger Kaufkraft in den Markt gelangt (dies im Detail auszuführen
würde den Rahmen einer E-Mail sprengen, doch gehe ich davon
aus, dass Sie den Gedanken selbst weiterverfolgen werden).
-
- Dass man das gleiche Geld
immer auch für etwas anderes ausgeben könnte, ist zwar
richtig. Aber deswegen ist die derzeitige Verwendung dennoch
kein volkswirtschaftlicher Schaden.
- Abgesehen davon wäre
noch zu klären, ob das "gleiche Geld" überhaupt
verfügbar wäre, wenn alkoholische Getränke weder
produziert noch konsumiert würden.
- Mit besten Grüßen
Hallo
Herr Kreutzer,
Sie müssen,
glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die
Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre
Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen
Das
tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Trommel! 
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