Paukenschlag am Donnerstag
No. 44 /2009
vom 5. November 2009

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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am Beispiel BMW

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Leserbriefe
 
Paukenschläge 2009 (ältere)
1 Steinbrück, Peer
2 Die Würde des Menschen ist nicht mehr ertastbar
3 Asymmetrisches Treiben
4 Wenn Banken baden geh'n - Bad Bank
5 Schuldenbremser
6 Die Liquiditätsblase
7 Abwrackprämie für Bänke
8 Bankenkrisenprotektion
9 Währungskrieg gegen die Eurozone
10 Opel, zum Beispiel
11 Billionen- und Konsonantenverdoppelung
12 Im falschen Film -
Die Krisen-Illusion
13 Wie aber soll eine neue Welt entstehen?
14 Schokohasen - Opium fürs Volk
15 Zwischenhirnwesen
16 System-Relevanz-
Syndrom
17 Komm, lieber Mai, und mache
18 Rentner und Milliardäre
19 Die gestärkten Rechte des EU-Parlaments
20 Gute Banken, schlechte Banken 
21 Eine Zensur findet nicht statt
22 Staatsbank
23 Deutschland geht unter
24 Gesunde Unternehmen retten
25 Oasen Peer
26 Geld in der Krise Kreislauf des Irrsinns
27 Bundestagswahl
28 Rentenpolitische Paradoxien
29 Der ungerechte Lohn
30 Der gerechte Lohn

31 ist ausgefallen
32 Vom Unterschied zwischen der Schweine-
grippe und Karl Theodor zu Guttenberg
33 Auf dem Rummel
34 Allegorisches zum Gewähle
35 Deutschland darf OPEL nicht retten
35a Resonanz - Räsonanz
36 Banker und Boni
37 Pandora, die mit der Büchse
38 Reichtum bleibt tabu
40 Die Ruhe vor Schwarz-Gelb
41 Die Tücken des Wahlrechts
42 Per Saldo 2009
43 Galgenhumor ist immer nur vorher
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
am Beispiel BMW
Am 3. November 2009 wurde in München
 
ein 43-jähriger Kfz-Mechaniker zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Der Mann hatte, zusammen mit drei Komplizen versucht, Susanne Klatten zu erpressen. Sie forderten die Summe von 800.000 Euro und einen fabrikneuen BMW.
 
Erpressung ist ein scheußliches Verbrechen, auch wenn nur damit gedroht wird, intime Bilder hochgestellter Personen öffentlich zu machen, obwohl man diese gar nicht besitzt.
Erpresser gehören in einem Rechtsstaat ohne Wenn und Aber verfolgt,
gestellt und verurteilt.
 
Egal, wer sie sind, wen sie erpressen und womit.
 
 Bericht aus der Berliner Morgenpost

 
Am 3. November 2009 wurden in München
 
die Quartalszahlen von BMW veröffentlicht. Der Autobauer hat im dritten Quartal nach Steuern 78 Millionen Euro verdient. Das hat zu einem massivem Kurseinbruch geführt, denn die Analysten hatten mit mindestens 118 Millionen gerechnet - im Vorjahr hatte es in den drei Monaten Juli, August und September immerhin noch einen Gewinn von 298 Millionen Euro zu verteilen gegeben.
 
 Der Bericht aus der FAZ

 
Verteilt wird der Gewinn von BMW zu 46,6 % an die Familiie Quandt.
 
Stefan Quandt stehen 17,4% zu, Johanna Quandt 16,7% und Susanne Klatten, geb. Quandt, ist mit 12,5% beteiligt. Der Rest geht an kleinere Aktionäre.
 
12,5 % von 78 Millionen sind 9.750.000 Euro.
12,5 % von 298 Millionen sind 37.250.000 Euro
 
Gut, das sind nicht die Jahreszahlen, das sind nicht die Ausschüttungen an die Aktionäre, es sind nur die Gewinnzahlen eines Quartals. Die aber - ob sie nun ausgeschüttet werden oder nicht - letztlich das Vermögen der Eigentümer erhöhen.
 
Ausgeschüttet wurden 2006 458 Millionen, 2007 694 Millionen und im ersten Krisenjahr 2008 immer noch 197 Millionen.
 
Die Anteilseigner haben also im Laufe der letzten drei Jahren von BMW 1,35 Milliarden Euro bezogen, davon entfielen auf die Familie Quandt 0,63 Milliarden Euro.
Frau Klatten alleine kam auf rund 169 Millionen, und - das sei ganz am Rande noch vermerkt - den Quandts gehört auf dieser Welt noch weit mehr, als nur die 46,6% an BMW.
 
Aber statt sich zu fragen, womit die Quandts dieses Einkommen verdienen oder wofür sie es erhalten, reden sich unsere Politiker die Köpfe heiß, wie man überzogene Managergehälter und Bonizahlungen begrenzen soll - und senken den Milliardären dieser Republik, nachdem die Vermögenssteuer schon seit Jahren nicht mehr erhoben wird, mit großem Eifer die Erbschaftssteuer.
 

 
Die Frage, was die Quandts tun, um sich dieses Einkommen zu verdienen, ist müßig. Egal was sie tun, es kann niemals in einem auch nur einigermaßen ausgewogenen Verhältnis zu den erzielten Einkünften stehen.
 
Der Frage, worauf der unaufhörlich sprudelnde Geldsegen zurückzuführen ist, kann schon eher nachgegangen werden. Ich habe es versucht - es war gar nicht so schwer.
 
 
 
Die BMW AG gibt es in Deutschland seit 1918.
 
Hervorgegangen ist die BMW AG aus der BMW GmbH (1917), die wiederum nach Namensänderung aus der 1913 von Karl Rapp gegründeten Rapp Motorenwerke GmbH hervorgegangen war. Das Geschäftsgebiet von BMW waren damals Flugzeugmotoren, also wesentliche Bestandteile jener fliegenden Kisten, in denen im Ersten Weltkrieg die bis heute gerühmten Helden der Lüfte saßen und sich gegenseitig mit Maschinengewehren nach dem Leben trachteten.
 
Hauptaktionär von BMW war damals Camillo Castiglioni.
 
Der 1879 in Triest geborene Sohn eines Rabbiners war zunächst als Vertreter der Österreichisch-Amerikanischen Gummiwarenfabrik AG (Reifenhersteller, später Semperit) in Konstantinopel tätig, wurde dann Leiter der Exportabteilung in Wien und schon 1904 Generaldirektor. Bei Austro-Daimler wurde er zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates bestellt und Chef der österreichischen Fiat-Gesellschaft war er auch.
 
1912 gründete er die "Motor-Luftfahrzeug-Gesellschaft m.b.H.", ein Handelsunternehmen, das Militärflugzeuge vermarktete, und die "Ungarische Flugzeugwerke A.G. ".
Zwei Jahre später die "Österreichisch-ungarische Albatros-Werke Ges.m.b.H" und die "Hansa und Brandenburgischen Flugzeugwerke, Berlin und Brandenburg".
1917 kamen die "Phönix Flugzeugwerke A.G." in Wien und die BMW GmbH in München dazu.
 
Da der Versailler Vertrag Deutschland die Herstellung von Kriegsgerät aller Art verbot, war auch die Produktion von Flugzeugmotoren nicht mehr gestattet. Damit erlahmte Castiglionis Interesse an BMW. Als BMW 1918, mit Castiglioni als Hauptaktionär, in eine AG umgewandelt wurde, erwarb Castiglione die Allgemeine Depositen Bank in Wien und verlegte sich schwerpunktmäßig auf Börsenspekulationsgeschäfte.
 

1922 schließlich verließ er das Unternehmen BMW - und nahm die Namensrechte mit.
 
Den alten Namen BMW übertrug Castiglioni auf seine jüngste Neuerwerbung, die Bayerischen Flugzeugwerke.
 
1923 brachte diese neue BMW AG das erste Motorrad, die R32 auf den Markt.
1924 wurde die Produktion von Flugzeugmotoren wieder aufgenommen.
 
Castiglioni, der zunächst als Alleinaktionär das Sagen hatte und nach dem Börsengang 1926 mit 40% des Aktienkapitals neben dem neuen Hauptanteilseigner, der Deutschen Bank, immer noch großen Einfluss im Unternehmen wahrnahm, zog immense Kapitalmengen aus dem Unternehmen ab. Erst 1929, als die Beschaffungsstellen des Reichs die Auftragsvergabe an BWM mit der Forderung nach dem Ausscheiden Castiglionis verknüpften, wurde er gezwungen sein Engagement bei BMW ganz zu beenden und - weil er in einer Liquiditätsklemme steckte - seine restlichen Aktien an die Deutsche Bank abzutreten.
Von nun an verdiente die Deutsche Bank an BMW.
 
Die Zeit von 1933 bis 1944, Kriegsvorbereitung und Krieg, brachten dem für Görings Luftwaffe wichtigen Zulieferunternehmen BMW einen gewaltigen Höhenflug.
1938 fielen BMW im Zuge der "Arisierung" die „Argus-Flugmotorenwerke“ des jüdischen Fabrikanten Moritz Strauß zu, was zum Entstehen der „Reichswerke“ in Allach führte. 1939 wurden die Brandenburgischen Motorenwerke in Berlin-Spandau übernommen und die Niederbarnimer Flugmotorenwerke GmbH gegründet.
BMW setzte zur Fertigung von Flugzeugmotoren in Allach (Werk II) in großem Umfang Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge ein, die in Zwangsarbeitslagern und im Außenlager Allach des Konzentrationslagers Dachau untergebracht wurden. 1944 beschäftigte BMW rund 56.000 Menschen, etwa die Hälfte davon waren Zwangsarbeiter.
 
 
Zum Ende des Krieges waren die Produktionsanlagen in München völlig zerstört, das Werk in Eisenach unterstand sowjetischer Verwaltung. Ein Neuanfang war angesagt.
 
Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Kriegsproduktion den Anteilseignern der Deutschen Bank über die Jahre doch einigen Wohlstand eingebracht hat.
 
Der ausgewiesene Bilanzgewinn der BMW AG einschließlich der Ausschüttungen der GmbHs belief sich in den vier Jahren 1926 bis 1929 vom Börsengang bis zum Ausscheiden Castiglionis auf insgesamt 6.768.812 Reichsmark. Von 1930 bis 1941 wurden 19.661.621 RM Gewinn erwirtschaftet. Alleine 1941 waren es 3,7 Millionen Reichsmark - und der Krieg war 1941 noch nicht zu Ende, nur das Zahlenmaterial ab 1942 habe ich bei meiner Recherche nicht mehr gefunden.


 
 
Die ersten chaotischen Jahre nach dem Krieg mündeten in der Produktion des ersten Nachkriegsautomobils. Der BMW 501, ein echtes Luxus- und damit für BMW ein echtes Draufzahlauto - wie heutzutage der Phaeton für VW - wurde für die Eliten der Nachkriegszeit produziert. Erst 1955 kam der Frontklappen-Kleinstwagen Isetta in Lizenz des italienischen ISO-Konzerns ins Programm. Die Schere zwischen dem Luxusautomobil für die zahlungskräftige Kundschaft und dem als "Schlaglochsuchgerät" verschrieenen Rollermobil für eher klamme Kunden klaffte weit auf - und dazwischen gab es bei BMW nichts Vierrädriges im Angebot.
 
BMW schrieb Verluste. Im Dezember 1959 wollten BMW-Vorstand und BMW-Aufsichtsrat - beide letztlich von der Deutschen Bank bestellt - das Unternehmen an die ebenfalls von der Deutschen Bank beeinflusste Daimler Benz AG verkaufen. Die Übernahme konnte von Kleinaktionären trickreich abgewehrt werden, doch machte das die Lage der Gesellschaft nicht besser. Nach wie vor fehlte Geld, um die Entwicklung eines neuen, rentablen Mitteklassemodells zu finanzieren.
 
Hier beginnt die Ära Quandt.
 
Die aus Holland stammenden Quandts hatten sich um 1700 im brandenburgischen Pritzwalk niedergelassen. Die Erfolgsstory der Quandts beginnt damit, dass ein Emil Quandt 1883 mit der Produktion von Armeeuniformen groß ins Geschäft kam. Während des Ersten Weltkriegs und auch in den Jahren danach hat ein Günther Quandt die Produktion von Rüstungs- und Industriegütern in großem Maßstab ausgebaut. Mit der Proklamation der Rassengesetze profitierten auch die Quandts von der 'Arisierung' der Wirtschaft, übernahmen die Betriebe enteigneter Konkurrenten, bauten Ihren Konzern zu einem der größten Rüstungsproduzenten des Dritten Reichs aus und ließen sich mit Heerscharen von Zwangsargbeitern versorgen.
 
Weil es (auch) den Quandts gelungen war, weite Teile ihres durch Kriegsvorbereitung und Krieg gewonnenen Vermögens über das Kriegsende hinweg zu retten, konnte ein Herbert Quandt 1959 die Kapitalmehrheit (60%) bei BMW erwerben.
 
Heute hält die Familie Quandt (Stefan Quandt, Johanna Quandt, Susanne Klatten) noch 46,6 Prozent der Anteile an BMW und erhält deshalb auch 46,6 Prozent der von BMW ausgeschütteten Dividende.
 

Hier schließt sich der Kreis.
 
Mit nur noch 78 Millionen Euro Quartalsgewinn ist kaum noch Staat zu machen.
 
Um die Relation des Gewinnrückgangs verstehen zu können, ist ein naheliegender Vergleich hilfreich:
 
  • Von 298 Millionen Quartalsgewinn im Vorjahr auf nur noch 78 Millionen Euro Quartalsgewinn im laufenden Jahr abzustürzen, das ist für den Anteilseigner genauso verheerend,
  • als wenn ein Hartz-IV-Empfänger plötzlich mit 90 Euro pro Monat auskommen müsste, statt mit dem gewohnten, gerade erst von 345 auf 359 Euro erhöhten Regelsatz.
 
Ungefähr 7.000 Jobs hat BMW im letzten Jahr schon abbauen müssen, um den Ruin der Anteilseigner zu verhindern und wenigstens noch 197 Millionen Euro ausschütten zu können. Weiterer Stellenabbau wird folgen.
 
Denn eines ist auch klar:
 
Jeder vernünftig denkende Handwerksmeister wird sich dreimal überlegen, einen Gesellen einzustellen, den zu beschäftigen ihm monatlich nicht mehr als 250 Euro Gewinn einbringt. Das ist doch die ganze Mühe und den Ärger nicht wert!
 
Warum also soll BMW 100.000 Menschen beschäftigen, die auch nur 250 Euro pro Monat einbringen.
 
Lohnt es sich da eigentlich noch, Arbeitsplätze zu erhalten?
 
Andererseits:
 
Anfang der 1970er Jahre - frühere Zahlen habe ich nicht gefunden - betrug das Aktienkapital der BMW AG 275 Millionen DM. Es ist mit großer Sicherheit anzunehmen, dass Herbert Quandt 1959 für die 60% Mehrheit bei der seinerzeit absolut maroden BMW AG nicht mehr als 200 Millionen DM ausgeben musste - eher um einiges weniger.
 
Gehalten werden von den Quandts heute noch 46,6% der BMW Anteile, deren Kaufpreis 1959 also bei höchstens rund 150 Millionen DM - umgerechnet 75 Millionen Euro gelegen haben dürfte.
 
Und nun wird gejammert, wenn der Konzern innerhalb von drei Monaten nicht mehr Gewinn abwirft, als den damaligen Kaufpreis?
 
Für die Erben der Alteigentümer
stellt das eine Kapitalrendite von 400% p.a. dar.
 
Da kann man dann schon verstehen, dass der eine oder andere von diesem Segen etwas abbekommen möchte.
 
Erpressung oder andere Straftaten sind allerdings der falsche Weg.
Der führt nicht zu Reichtum, sondern ins Gefängnis.
 
Der einzig gangbare Weg wäre es, eine Regierung zu wählen, die den Reichen und Einkommensstarken die Steuern endlich wieder erhöht, statt sie immer weiter zu senken.
 
Die Chance dafür haben wir gerade wieder einmal verpasst.
Es kommen noch einmal vier goldene Jahre für die deutschen Milliardäre.
 
Aber dann, 2013 ...
 
Bis dahin können wir jetzt versuchen, die Mehrheit der Demokraten zu organisieren, die wir dafür brauchen!
 
Auf geht's! Worauf warten wir noch?
 
Guido, Wolfgang, Karl-Theodor, Philipp und Angela sind schließlich auch schon voll Eifer bei der Arbeit.
 
 


 
Noch eine Bitte in eigener Sache:
 
Die Paukenschläge verteile ich inzwischen wöchentlich an rund 1.400 Newsletterempfänger. Je nach "Saison" und Thema kann ich dann in den ersten drei Tagen nach der Newsletter-Aussendung zwischen 1.000 und 3.000 Besuchern, in Einzelfällen manchmal auch bis zu 5.000, auf meiner Homepage zählen. Das ist ein Wert, der in etwa gleichlaufend mit der Zahl der registrierten Newsletterabonnenten wächst.
 
Was mich wundert, ist, dass die Zahl der Besucher an den übrigen vier Tagen pro Woche seit ungefähr einem Jahr eher sinkt und inzwischen ein deutlich vergrößerter Abstand zu den "Paukenschlagtagen" zu erkennen ist.
 
Ich wünschte mir, dass auch die kürzeren, meist tagesaktuellen Beiträge, die ich unter
www.egon-w-kreutzer.de/index.html online stelle, die Beachtung fänden,
die den Aufwand, den ich dafür erbringe, rechtfertigt.
 
Natürlich hängt dieser Wunsch auch mit dem Verhalten der Suchmaschinen Google zusammen. Eine Seite, die neben vielen Links, die auf sie verweisen, auch viele Besucher verzeichnet, wird bei den Suchergebnissen weiter vorne angezeigt, als Seiten mit weniger Besuchern. So trägt letztlich jeder Besucher ein kleines bisschen dazu bei, dass eine Seite mehr Besuchern von Google als "relevant" vorgeschlagen wird - und das heißt: Alleine mit dem häufigeren Besuch meiner Seiten können Sie dazu beitragen, dass mehr Menschen diese Seiten kennenlernen.
 
Mit besten Grüßen
Egon W. Kreutzer
 

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Als ergänzende Lektüre zum heutigen Paukenschlag emfpehle ich
"Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre, Band II - Globale Konzepte"
 

 

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Reaktionen auf diesen Paukenschlag
Sehr geehrter Herr Kreutzer!

Vielen Dank auch für diesen neuen Paukenschlag - der vielleicht gerade deshalb besonders erhellend ist, weil er sich nicht mit Opel befaßt, sondern die Aufmerksamkeit auf diejenigen Umstände lenkt, die in der öffentlichen Meinungsmache als “alternativlos” dargestellt werden.

Eine kleine Anmerkung zu BMW-Gewinnen der Jahre 1933-1944: die meisten Unternehmen, denen “Kriegsgewinne” vorgeworfen werden, haben in Real- oder Sachwertkategorien zwischen 1928 und 1948 Einbußen verzeichnet. Die Entwicklung von Reichsmarkpositionen nach 1931 - Devisenbewirtschaftung - sind nur mit Abstrichen, diejenigen ab 1935 - gesetzliche Entnahmegrenzen, Rohstoffbewirtschaftung, Preisvorgaben, Lohnobergrenzen usw. nur noch in der Tendenz als “Zuwachs” anzusehen. Reichsmarkguthaben, Forderungsbestände usw. sind 1943-1948 verpufft. Hierauf verweisen unternehmensnahe Wirtschaftshistoriker gerne. Sie unterschlagen dabei aber, daß es kollaborierenden Unternehmen durch ihre Kooperation mit den NS-Machthabern in der Regel gelang, den Sachgutbestand und Marktanteile und Markenwert zu sichern. Absolut und auch im Verhältnis verloren diese Gesellschaften (also ihre Anteilseigner) daher viel, viel weniger als Kleingewerbetreibende oder sonstige Normalverbraucher. Aus diesem relativen Startvorteil wiederum heraus griffen sich die ohnehin Reichen einen besonders großen Happen aus der Zuwachsrate der fünfziger und sechziger Jahre ab. In diesem Sinne betrachtet sind tatsächlich die Jahre des kollektiven Wohlstandsverlustes 1929-1954 eine wesentliche Voraussetzung der aberwitzigen Akkumulation, die Sie beschreiben.

Herzliche Grüße aus Berlin,

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