Paukenschlag am Donnerstag
No. 40 /2009
vom 8. Oktober 2009

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Die Ruhe vor Schwarz-Gelb

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Leserbriefe
 
Paukenschläge 2009 (ältere)
1 Steinbrück, Peer
2 Die Würde des Menschen ist nicht mehr ertastbar
3 Asymmetrisches Treiben
4 Wenn Banken baden geh'n - Bad Bank
5 Schuldenbremser
6 Die Liquiditätsblase
7 Abwrackprämie für Bänke
8 Bankenkrisenprotektion
9 Währungskrieg gegen die Eurozone
10 Opel, zum Beispiel
11 Billionen- und Konsonantenverdoppelung
12 Im falschen Film -
Die Krisen-Illusion
13 Wie aber soll eine neue Welt entstehen?
14 Schokohasen - Opium fürs Volk
15 Zwischenhirnwesen
16 System-Relevanz-
Syndrom
17 Komm, lieber Mai, und mache
18 Rentner und Milliardäre
19 Die gestärkten Rechte des EU-Parlaments
20 Gute Banken, schlechte Banken 
21 Eine Zensur findet nicht statt
22 Staatsbank
23 Deutschland geht unter
24 Gesunde Unternehmen retten
25 Oasen Peer
26 Geld in der Krise Kreislauf des Irrsinns
27 Bundestagswahl
28 Rentenpolitische Paradoxien
29 Der ungerechte Lohn
30 Der gerechte Lohn

31 ist ausgefallen
32 Vom Unterschied zwischen der Schweine-
grippe und Karl Theodor zu Guttenberg
33 Auf dem Rummel
34 Allegorisches zum Gewähle
35 Deutschland darf OPEL nicht retten
35a Resonanz - Räsonanz
36 Banker und Boni
37 Pandora, die mit der Büchse
38 Reichtum bleibt tabu
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Ruhe vor
Schwarz-Gelb
Die wahlwilligen Wahlberechtigten haben am 27. September 2009 eine Koalition aus CDU, FDP und CSU möglich gemacht.

Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass sich die Mehrzahl meiner Mitbürger von einer schwarz-gelben Regierung eine Verbesserung ihrer Situation verspricht, ich will am Ergebnis der Auszählung nicht zweifeln.
 
Seitdem herrscht grummelige Ruhe.

Anfang dieser Woche haben die Koalitionsverhandlungen offiziell begonnen. Das Wenige, was bisher zu hören war, ist für mich nicht aufregend, weil durchaus absehbar.
 
Mich regt eher auf, dass sich die Mehrheit, die für Schwarz-Gelb gestimmt hat, nicht aufregt.
 
Dass sich diese Mehrheit nicht darüber aufregt,
 
  • dass Angela Merkel weiterhin das Amt des Bundeskanzlers ausüben wird,
  • dass Guido Westerwelle voraussichtlich Außenminister werden wird,
  • dass die SPD-Minister allesamt aus der Regierung ausscheiden,
  • dass zu Guttenberg als Minister auch in die neue Regierung eintreten wird, und
  • dass die Bundeswehr noch lange in Afghanistan bleiben wird,
 
das ist noch verständlich. Das war ja angekündigt, das haben sie ja gewollt -
 
aber,
 
  • dass der Gesundheitsfonds bleibt,
  • dass der Überwachungsstaat nicht zurückgefahren,
    sondern eher noch ausgebaut werden soll,
  • dass es eine "große" Steuerreform in dieser Legislaturperiode nicht geben wird
 
das haben doch zumindest die FDP-Wähler nicht gewollt -
 
und,
 
  • dass das Milliardenloch des Gesundheitsfonds voraussichtlich durch Zuzahlungen der Patienten (ohne Beteiligung der Arbeitgeber) gestopft werden soll,
  • dass der Bundeszuschuss zu den Sozialversicherungen insgesamt geringer ausfallen wird als in der Vergangenheit,
  • dass dennoch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer unvermeidlich scheint,
 
das müsste doch die CDU/CSU-Wähler auf die Palme bringen, denen zwar kaum etwas versprochen wurde, aber eben doch, dass es keine Mehrbelastungen für die Bürger geben soll, sondern, ganz im Gegenteil, dass irgendwann und irgendwie in diesen vier Jahren die Einkommensteuer gesenkt werden wird.
 
Schwamm drüber.
 
Eine Woche vor der Wahl haben der scheidende Finanzminister Steinbrück und sein möglicher Nachfolger doch schon einmal ansatzweise die Wahrheit gesagt.
 
Aber da saßen die Mehrheiten offenbar nicht vor dem Fernseher, und die Mehrheiten haben sich auch nicht die Zeit genommen, diese Aussagen in der FAZ nachzulesen.
 
Die Mehrheiten haben wohl nichts anderes gehört, gesehen und gelesen, als mehr oder minder große Plakate mit aussagefreien Bildern und Sprüchen, mehr oder minder ansprechende Wahlwerbespots der Parteien und mehr oder minder wahrheitsgemäße, jedoch aufs wahltaktisch Opportune zugeschnittene Warnungen und Verheißungen von Experten aller Art.
 
Eine Woche vor der Wahl
 
  • hat Noch-Finanzminister Peer Steinbrück angekündigt, dass er im Jahr 2010
    100 Milliarden neue Schulden machen müsse - falls er dann noch Finanzminister sei
    (im Haushalt für 2010 stehen bisher nur 90 Milliarden)
  • hat Noch-Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gesagt: „Es werden Jahre werden, wo gespart werden muss und manches Liebgewonnene auf den Prüfstand muss.“
  • hat eben dieser zu Guttenberg erklärt, die Haushaltskonsolidierung habe zwar oberste Priorität, Einkommensteuersenkungen von rund 14 Milliarden Euro zur Entlastung der Mittelschicht seien durchaus möglich.
    (Anmerkung: Allerdings sind das 14 Milliarden, die Steinbrück in seinen 100 Milliarden noch gar nicht berücksichtigt hat.)
  • hat Steinbrück erklärt, es sei illusorisch, alle Probleme über Wachstum lösen zu wollen. Es werde nur langsam steigende Wachstumsraten geben, gegebenenfalls werden Verteilungskonflikte nicht ausbleiben.
  • hat Peter Ramsauer erklärt, CDU und CSU hätten seit Monaten gemeinsam geplant, die Mehrwertsteuer für arbeitsintensive Handwerksbetriebe wie Friseure und für Hotels und Gaststätten zu senken und die Einkommensteuer in zwei Schritten ebenfalls. Wörtlich: „Man darf den aufkeimenden Aufschwung nicht kaputt sparen“
 
 zum FAZ-Artikel vom 21. September
 
Diese Aussagen bräuchte eigentlich niemand zu kommentieren, wäre die Mehrheit in diesem unserem Lande in der Lage, daraus selbst Schlüsse zu ziehen. Das ist sie aber offenkundig nicht.
 
Man muss daher zumindest einige Fragen vorgeben, ohne die das Denken der Mehrheit offenbar nicht in Gang kommt:
 
  • Wo sieht Raumsauer einen Aufschwung aufkeimen? Von welchem Schwindler hat er sich die Kristallkugel andrehen lassen, aus der er seine Prognosen bezieht?
  • Wie wollen die FDP und die CDU/CSU ihre Steuersenkungen finanzieren, die mit 14 (CDU) bis 35 (FDP) Milliarden zu Buche schlagen sollen?
  • Wie soll der Haushalt konsolidiert werden, wenn dieses Jahr knapp 50 Milliarden, nächstes Jahr über 100 Milliarden und 2011, 2012 und 2013 jeweils mindestens weitere 50 Milliarden neuen Schulden schon heute als unvermeidlich gelten?
 
Ja, wir kennen die wohlfeile Antwort, von der sich die Mehrheit übertölpeln ließ:
 
Wachstum.
Wachstum löst alle Probleme.
 
 
Nehmen wir die kleinstmögliche runde Zahl für die Neuverschuldung bis 2013, dann sind das alleine für den Bund 300 Milliarden Euro. Um die wieder zu tilgen bräuchte man, von den laufenden Zinslasten ganz abgesehen, irgendwann diese 300 Milliarden als zusätzliche Steuereinnahmen in der Kasse.
 
Nun nimmt der Bund aber leider gar nicht so sehr viele Steuern ein.

Nach der Steuerschätzung vom Mai 2009 werden es dieses Jahr gerade einmal
225, 5 Milliarden Euro sein. Der Finanzbedarf des Bundes liegt aber, auch nach Privatisierungserlösen und Bundesbankgewinn, immer noch rund 50 Milliarden höher.
 
Unter der sehr optimistischen Annahme,
 
dass die Steuereinnahmen im gleichen Maße wachsen, wie das BIP, wäre also schon für einen "nur" ausgeglichenen Haushalt, ohne weitere Privatisierungserlöse und ohne Tilgung der 300 Milliarden Neuverschuldung ein sprunghaftes, sofort wirksames Wirtschaftswachstum von 22 % erforderlich.
 
Wollte man die jetzt aufzunehmenden 300 Milliarden ab 2014 im Laufe von 10 Jahren tilgen, um auf den Schuldenstand von 2008 zurückzukehren, wäre entweder ein sprunghaftes Wirtschaftswachstum von 36 Prozent erforderlich - mit folgenden 9 Jahren Null-Wachstum, oder über 10 Jahre eine jährliche Wachstumsrate von mindestens 7 Prozent.
 
Im Szenario mit jährlichem Wachstum von 7 Prozent würden bis 2017 immer noch rund 135 Milliarden neuer Schulden auflaufen, bis das Wachstum dann jene Schwelle überschritten hätte, ab der tatsächlich getilgt werden könnte, und zwar:
          14 Milliarden 2018,
          36 Milliarden 2019,
          61 Milliarden 2020,
          87 Milliarden 2021,
          115 Milliarden 2022,
          145 Milliarden 2023.

 

 

 

 
Wie gesagt, alles unter der optimistischen Annahme, Steuereinnahmen und BIP wüchsen im gleichen Maße.
 
Realistisch betrachtet
 
ist zunächst einmal eine Steigerung des BIP um jährlich 7% über einen Zeitraum von 10 Jahren als pure Fantasterei zu bezeichnen.
 
10 Jahre ununterbrochen jährlich 7 Prozent bedeuten im Ergebnis eine Verdoppelung des BIP. Die dafür erforderlichen Produktivitätszuwächse sind weit und breit nicht zu erkennen, und sollte die Produktivität jährlich um 7% wachsen, wird sich das derzeitige Preisniveau nicht in dieser Höhe halten lassen. Umsätze sind schließlich nicht nur von den Kapazitäten der Produzenten abhängig, sie erfordern gleichzeitig einen kaufkräftige Nachfrage, also Geld.
 
Geld, das es im Inland nicht geben wird, weil die Löhne mit der Produktivitätsentwicklung nicht Schritt halten, sich eher immer noch weiter gegenläufig entwickeln müssen, da der unzureichende Zuwachs der Löhne im Inland Voraussetzung für den Absatz auf den Weltmärkten ist, wo in Deutschland produzierende Exporteure in vielen Bereichen mit Entwicklungs- und Schwellenländern in Preis- und folglich auch in Personalkosten- Konkurrenz stehen.
 
Wenn aber kaum nennenswerte Veränderungen bei den Löhnen - und damit bei der Inlandsnachfrage - zu erwarten sind, werden auch weder die Mehrwertsteuer (ungefähr 1/3 des gesamten Steueraufkommens) noch die Lohnsteuer (ungefähr 1/4 des gesamten Steueraufkommens) höhere Einnahmen bringen können. Auch bei den Bundessteuern wie Öko-, Mineralöl-, Tabak- und Branntweinsteuer einschl. Solidaritätszuschlag (ungefähr 1/6 des gesamten Steueraufkommens) sowie bei den Länder- und Gemeindesteuern, wie Gewerbe-, Grund-, Erbschafts- und Vermögenssteuer ist keine zusätzliche Einnahmequelle für den Fiskus zu erwarten.
 
Lediglich die veranlagte Einkommensteuer und die Abschlagsteuer auf Kapitalerträge, zusammen weniger als 10% des gesamten Steueraufkommens, könnten, aufgrund gestiegener Unternehmensgewinne und Kapitalerträge einen nennenswerten Zuwachs verzeichnen.
 
Um damit aber die jährliche
Steigerung des Steueraufkommens um 7%
zu realisieren, müssten Einkommens- und Abgeltungssteuer
10 Jahre lang um jährlich 25 Prozent steigen.
 
Damit das gelingen kann, müssten entweder die Unternehmensgewinne um jährlich 25% steigen, oder die Steuersätze entsprechend angepasst werden.
 
Ersteres ist bei jährlich 7% Wachstum kaum möglich, letzteres würden sich die Einkommensteuer- und Abgeltungssteuerzahler nicht gefallen lassen.
 

 
Aber Wachstum muss ja nicht unbedingt
preisbereinigt betrachtet werden.
 

Wir werden uns an den Gedanken gewöhnen müssen, dass die Formel, die in diesen Tagen in den Koalitionsverhandlungen in wirtschafts- und fiskalpolitischen Diskussionen am intensivsten bemüht wird, so lautet:
 
Inflation = Wachstum
 
 
Die Grundlagen dazu sind mit der ungehemmten und unverantwortlichen*) Geldvermehrung zur Bankenrettung gelegt. Wir sprechen noch von der Finanzkrise und der Immobilienblase und sind doch längst im Endstadium der "Geldblase" angekommen.
 
*) Geld zu schöpfen, dem kein realistischer Wert gegenübersteht, ist unverantwortlich.
 
 
 
Mit dieser Art von "Wachstum" kann jede Regierung darauf bauen, dass sich alte Schulden durch viel neues, inflationäres Geld leicht tilgen lassen. Ein probates, oft erprobtes, Mittel - ungefähr so wirkungsvoll, wie die Verordnung eines Laxativs bei Diarrhoe.
 
Wenn allgemein die Preise steigen, steigen - ein Rest gewerkschaftliche Wirkens ist ja immer noch lebendig - auch die Löhne. Also steigen die Aufkommen der Lohnsteuer, der Mehrwertsteuer und aller weiteren Konsumsteuern.
 
Man muss nur darauf achten, dass die Staatsausgaben nicht im gleichen Maße steigen.
 
 
Sichere Renten sind Renten, die nicht sinken.
783 Euro sind auch in 10 Jahren noch 783 Euro.
Für die Kaufkraft der Rente sind die Rentner selbst verantwortlich.
 
Gleiches gilt für das Arbeitslosengeld II.
Gekürzt wird nicht.
Für die Kaufkraft sind die Hilfe-Empfänger selbst verantwortlich.
 
Die Reihe der Beispiele der Leistungskürzung per Inflation ließe sich fortsetzen, wie auch die kalte Progression im Lohn- und Einkommensteuertarif immer wieder dafür sorgt, dass der Finanzminister von der Inflation profitiert.
 
Weitere Ersparnisse in den Öffentlichen Haushalten lassen sich durch die Privatisierung öffentlicher Aufgaben erzielen...
 
Dennoch wird uns der Inflations-Voodoo-Zauber am Ende um die Ohren fliegen.
Lange bevor der Abbau der alten und neuen Schulden auch nur ansatzweise realistisch möglich sein wird.
 
Die Rechnungen, die uns vorgesetzt werden, gehen einfach nicht auf.
 
Die Zinsen für die Staatsschulden werden nicht vom Staat bestimmt, sondern von den Bankern. Die Preise für Platzpatronen und scharfe Munition jedes Kalibers werden nicht vom Staat bestimmt, sondren von den internationalen Rüstungskonzernen. Die Personalkosten der Öffentlichen Hände, einschließlich der Pensionslasten, lassen sich nicht von der allgemeinen inflationären Preisentwicklung abkoppeln - auch der Posten, der für die Netto-Zahlungen an die EU-Kasse zu berappen ist, wird mit dem Sinken des Geldwerts steigen und die Diäten der Abgeordneten und Regierungsmitglieder werden zu allererst steigen, wenn das Leben teurer wird.
 
Da die Billionen Dollar und Euro, die den Bankern und ihren Anlegern in den Rachen geworfen wurden und dort jetzt als staatlich gesicherte Guthaben liegen, jede vernünftige Relation zwischen dem Angebot von Gütern und Leistungen auf der einen Seite und der Geldmenge auf der anderen Seite endgültig gesprengt haben, steht der Staat vor der Wahl zwischen Pest und Cholera.
 
Entweder auf ewige Zeiten für untilgbare Schulden Zinsen zu zahlen, und damit die Handlungsfähigkeit des Staates zu ruinieren, also den Schrecken ohne Ende wählen,
was aber nur ein Aufschieben unter ständig steigendem Leidensdruck bewirkt,
 
oder die galoppierende Inflation - also den Crash - zügig herbeizuführen, also sich gleich für das Ende mit Schrecken zu entscheiden.
 
 
Die Chance, dass die globalisierten Finanzmärkte der deutschen Regierung diese Entscheidung bald abnehmen werden, ist hoch.
 
Die Hoffnung, dass bis dahin wieder eine Regierung von Sozialdemokraten und Linken in der Verantwortung sein wird, der man die Schuld in die Schuhe schieben kann, ist gleich mehrfach unbegründet.
 
Der Crash wird nämlich nicht darauf warten,
dass die linken Kräfte in dieser Republik sich einigen.
 
Warum auch?
 
Mit Schwarz-Gelb, als dem wirtschaftskompetentestem Brandbeschleuniger aller Zeiten, crasht es sich doch viel heftiger.

 

 

 

 


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Reaktionen auf diesen Paukenschlag
Sehr geehrter Herr Kreutzer,

Sie hatten mich - einen in der Wolle gefärbten Antikommunisten - überzeugt, daß taktisch wählen links wählen heißt. Ich habe versucht, diese Auffassung in Berlin zu verbreiten. Mir begegnete der platte Verweis auf die Rolle der Linken in Berlin, die nicht mal in der Lage seien, sich Gewerkschaftsbrandschriften über unterlassene S-Bahn-Wartung zu eigen zu machen - solange nur multikulturell gelabert und auf dem Arbeitsmarkt weggesehen wird. SPD: sozial reden und Menschen in sozial unwürdige Arbeitsverhältnisse hineinerpressen (Leiharbeit, vierhundert-Euro-Gewerkschaftsbrecher für Discounter usw.).

Mir begegnete der deutliche Hinweis auf Herrn Schily und den Überwachungsstaat. Auf die SPD, die seit einschließlich Willy Brandt nur “Geld rausschmeißen, LebensabschnittspartnerInnen gut versorgen und sich selber Pöstchen verschaffen” kann und die sämtliche Sozialgrundsätze abgeschafft hat, an die sich Helmut Kohl (aus Traditionalismus oder katholischer Soziallehre?) trotz FDP nie rangewagt hat. Auf Fischer, Schröder, Müller und die Aufsichtsräte, daß also unter Rot-Rot überhaupt nichts besser werde, daß nur unter Berufung auf Europa und internationale Zusammenarbeit noch zusätzliches Geld ins Maul der Heuschrecken geschossen werde.

Das Problem ist die SPD.

Die konnte wirklich keiner mehr wählen. Und weil man aus Berlin, Mecklenburg usw. weiß, wie wenig die Linke bringt, sobald sie nur mit am Tisch sitzt, haben viele Menschen nicht daran geglaubt, daß sich was ändert. Schade, daß sie dann nicht wenigstens Piraten gewählt haben. Aber wehe, wenn Henscheid über den Hosenanzug und seine Parteigänger sagt, was er denkt, und wenn er es dann in der “falschen” Zeitung tut... So bellen nur getroffene Hunde.

Bitte bleiben Sie nachhaltig und bleiben Sie dran, wirken Sie der allgemeinen Gehirnwäsche entgegen.

Grüße aus Berlin,


Hallo Herr Kreutzer, und heiter weiter!

Wieder haben die Nichtwähler eine Wahl entschieden. Die niedrigste Wahlbeteiligung aller Zeiten! Wenn die Menschen nicht an einen Wechsel glauben, dann gehen sie auch nicht wählen. Angesichts dieser bitteren Erkenntnis kommt man leicht ans Resignieren.

Sollten -- könnten -- hätten nur 10 Prozent aller Nichtwähler Rot- Rot-Grün gewählt, hätten wir jetzt den Wechsel. 10 % der Nichtwähler das sind bereinigt* 1.624.255 Menschen.

Also anteilig 974.553 SPD und jeweils 324.851 für Linke und Grüne.
Soviel hat da doch gar nicht gefehlt!

 

Warum die Brandbeschleuniger der Schwarzen und Gelben gewonnen haben? Weil dies die beste Konstellation für die Herrschenden in diesem Land ist. Deshalb bilden CDU/CSU und FDP nun die Regierung.

Alle anderen Begründungen sind schlicht und ergreifend dieser Erkenntnis untergeordnet. So war es vorher und davor und davor und…

Ich glaube die letzte halbwegs demokratisch gewählte Regierung war die unter Willi Brandt.

(Wobei ich den Beweis dafür natürlich schuldig bleiben muss… Da reicht kein Aufsatz oder Referat. Da müsste man schon ein Buch drüber schreiben um das zu erklären. Doch ich denke mal, da liege ich gar nicht so falsch!?)

Die Lobby ist doch längst bekannt und entlarvt. Wen kratzt es noch, zu hören, dass in allen Medien und allen Ministerien diese „Interessenvertreter“ sitzen? Wer ist denn für Bildung zuständig und treibt die armen dummen Abgeordneten zu so einer Politik? Wer sitzt denn in den Ausschüssen und Gremien bzw. wer erstellt denn wirklich die Gesetzesvorlagen? Die Abgeordneten in langen aufreibenden Diskussionsrunden? Oder die Anwälte der Interessenvertreter und Mittelsmänner der Herrschenden?

Nein, ich weiß, dass es nicht so einfach ist, wie ich es schreibe! Die Antwort auf diese Fragen lautet nicht Bertelsmann oder RTL oder BILD! Es sind die, die dahinter stehen. Die noch nicht einmal ihre Hände aufhalten müssen, weil ihnen alles in den Rachen geworfen wird. Die so nett mit „leistungslose Einkommen“ beschriebene Abzocke eines ganzen Volkes ist pervers. Und doch regt sich niemand um dagegen aufzubegehren.

Deutschland ist das Land wo Milch und Honig fließen!
Aber leider nicht für uns…

Wir werden weiter geblendet, betäubt, kaltgestellt, überrumpelt. Und bevor wir es verdaut haben, schieben sie uns den nächsten zu. Schlucken – Würgen – Luftholen. Biomechanische Maschinen sind wir, nichts weiter! Mir wird grad schlecht – ich steig mal aus an dieser Stelle (…) sorry!

*abzüglich der Fehlerquote von 1,5% dazu hab ich das mal in folgender Tabelle gerechnet:

(ich dachte Sie schreiben eher etwas mehr zum Wahlergebnis deshalb hab ich ein bisschen rumgebastelt)

Wahlergebnis

 Partei  (gültige) Stimmen   Anteil (%)
 Gesamt  43.357.542  100
 CDU 11.824.794   27,3
 SPD 9.988.843  23,0 
 FDP 6.313.023  14,6 
 DIE LINKE 5.153.884  11,9 
 GRÜNE 4.641.197  10,7 
 CSU 2.830.210  6,5 
 Sonstige

  2.605.591

  6,0




Wahlbeteiligung
  Stimmen   Anteil (%)
 Wahlberechtigte 62.132.442   100
 Abgegebene Stimmen
davon ungültig

 43.997.633
640.091

 70,8
*1,5

 Gültige Stimmen

 43.357.542

 
Nichtwähler 

 18.134.809

 29,2

 *Nichtwähler bereinigt

 17.866.807

 * 1,5



Rot-Rot-Grün erhalten nur 10% der Stimmen aller Nichtwähler
 Partei  (gültige) Stimmen   Anteil (%)
 Gesamt 44.981.797    100
 CDU 11.824.794   26,3
 SPD 11.613.098 25,8
 FDP 6.313.023  14,0 
 DIE LINKE 5.153.884  11,5 
 GRÜNE 4.641.197  10,3 
 CSU 2.830.210  6,3 
 Sonstige

  2.605.591

 5,8

     
 Ergebnis:  Rot-Rot-Grün:

 47,6 %

  Schwarz-Gelb

 46,6 %

(Alle zahlen bis zur Zeile „Nichtwähler“ nach Wiki!)

Bis die Tage

ps: „Hoffnung, meine Pandora, warum hast du sie wieder frei gelassen!? Wo ist das Fass? Kann man es noch finden? Kann man es noch mal öffnen? Hoffnung…muss weg! Dann täte es wenigstens nicht mehr so weh…!“



Lieber Herr Kreutzer,

ihre Paukenscläge sind immer wieder ein wahrer Hochgenuß an fundierten Informationen. Leider erreichen Sie noch zu wenig Leute. Viele sind einfach lesefaul und träge. Das hat sicherlich mit der medialen Überflutung zu tun. Bei den privaten, und leider auch bei den öffentlichrechtlichen Sendern werden wir immer mehr für dumm verkauft. Auch die freie Presse berichtet so, als hätten wir eine Gleichschaltung. "Brot und Spiele" für das Volk, mehr braucht es nicht und ein satter Bauch geht nunmal nicht auf die Straße, viel zu bequem. Gezielt werden wir alle abgelenkt und jeder muß für sich sehen wo er bleibt. Da kümmert man sich nicht mehr um Politik, das können die da oben ja besser, so glaubt man. Geschickter und perfekter kann dieses System gar nicht funktionieren. Und keiner merkt etwas! Träum weiter du armes Volk!

Meine Frage: Kann man nicht den Paukenschlag als Video online stellen? Eine art Gegennachrichtensendung 1 mal im Monat? Diese ließen sich schön verlinken und einer breiteren Bevölkerung zuführen!

MfG
Lieber Herr Kreutzer,

schön, wieder etwas von Ihnen zu hören, auch wenn die Begleitumstände alles andere als erfreulich sind!

Angesichts des Wahlausgangs der Bundestagswahl 2009 sollten Sie das tun, was ich getan habe, auch wenn es am Anfang sehr schwer fällt. Akzeptieren Sie die Tatsache, dass die übergroße Mehrheit des deutschen (Wahl-)volkes

  • trotz Agenda 2010, Hartz IV, Lohn- und Rentenkürzungen, Praxispauschale, etc. immer noch sehr gut lebt, und
  • gar nicht weiß, für welche Politik die einzelnen Parteien eigentlich stehen,
  • von Wirtschaft und Politik absolut nichts versteht,
  • von Wirtschaft und Politik auch nichts verstehen will,
  • nur das wählt, was sie immer schon gewählt hat
  • undsich mit Hilfe der Medien leicht und sicher zum gewünschten Ergebnis leiten lässt.

Anders sind Wahlausgänge wie bei dieser Bundestagswahl nicht zu erklären, wenn fast 19.000.000 Wahlberechtigte ihre Stimme nicht abgeben und über 35.500.000 Wahlberechtigte genau die Parteien wählen, die als Programm lediglich eine Fortsetzung der Politik der letzten 30 Jahre anbieten.
  • Fast 15.000.000 Menschen haben eine Kanzlerin gewählt, die vier Jahre lang nur körperlich anwesend war,
  • fast 10.000.000 Menschen haben einen Kanzlerkandidaten gewählt, der das Charisma einer Tüte Milch hat,
  • über 6.000.000 Menschen haben einen Außenministerkandidaten gewählt, der außer einem Dauergrinsen nichts anzubieten hatte,
  • über 4.500.000 Menschen haben eine Partei gewählt, die außer einer naturnah klingenden Farbe absolut nichts anzubieten hatte.

Das muss man schweren Herzens als Ergebnis demokratischen Wirkens akzeptieren und als Realität anerkennen, oder auswandern. Es nützt nichts sich zu fragen, wie ein solcher Wahlausgang möglich war, es sei denn, man zweifelt am Ergebnis.

Wie schon so oft in der Geschichte wird wieder ein großes Unglück über die Menschheit kommen und irgendwann werden sich Historiker erneut fragen, wie es dazu kommen konnte.
 
Mit besten Grüßen
Moin Herr Kreutzer,

ich lese nun seit Jahren ihren Paukenschlag und dieser ist, mit Verlaub, der unsinnigste. Nicht von Inhalt, vielmehr ist die Zielgruppe die falsche. Zugegeben, Sie haben keine andere.
Die, die das hier lesen, haben mit Sicherheit keine FDP und sehr wahrscheinlich keine CDU gewählt.
Ich behaupte, dass egal wer diese Wahl gewonnen hätte, in welcher Konstellation auch immer, der Untergang unserer derzeitigen Weltwirtschaft auch nicht aufgehalten werden hätte können.
Es wird an Symptomen rumgedoktert - nicht an der grundsätzlich falschen Ausrichtung. 2013 - 2014 wird es diese uns bekannte derzeitige Marktwirtschaft nicht mehr geben, sie wird zusammenbrechen- viele virtuelle Werte werden dann nichtig sein.
Die Bankenkrise ist doch nur ein Vorgeplänkel gewesen um nochmal die Kassen der großen Spieler, zu Lasten der kleinen und Zuschauer, zu füllen. Es war doch kaum noch was aus dieser Blase zu holen, es gibt ja durchaus noch andere.
 
Ziel dieser Krise war es für mich:
Den Markt etwas zu bereinigen, den kleinen Anlegern die Einlagen zu nehmen und noch zusätzlich die
Verluste sich vom Staat vergolden zu lassen.

Die Landesbanken fungierten damit als Geldbeschaffer. Nun geht es auf einem anderen Level wieder von vorne los und die Banken sacken wieder Gewinne ein bis garnichts mehr geht. Das ist das Spiel und die Politik hat ihre Aufgabe erfüllt und letztendlich auch der dumme Wähler, der an Wachstum glaubt - diesen Glauben habe ich seit den 80er nicht mehr.
Das gilt auch in anderen Bereichen. Wenn es knallt, haben wir doch schon mal die richtigen Mittel den
aufgebrachten Bürger an der Leine zu halten (Überwachung, BW im Inneren). Derzeit funktioniert das
noch mit der Angst vor dem sozialem Abstieg (HarzIV), der Angst um das körperliche Wohlbefinden
- Viren mit komischen Namen, die passend auftauchen und schön riesig als Angstgespenst durch die Medien Geistern usw.
Also, will man dem Staat was Gutes tun, muss dieser mit seinem Markt-System zusammenbrechen und dann
wollen wir hoffen, dass da einer ist mit einer Vision und dem richtigem Ansporn was gutes Neues zu zimmern.
Dann können wir unseren Enkeln auch was von der 40Mark Lüge erzählen
 
Gruß
 
PS. Ich schrieb das, auch auf die Gefahr hin, dass es in der großen
Rundablage landet.


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