Paukenschlag am Donnerstag
No. 32/2009
vom 13. August 2009

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Vom Unterschied zwischen der Schweinegrippe und
Karl Theodor zu Guttenberg

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Leserbriefe
 
Paukenschläge 2009 (ältere)
1 Steinbrück, Peer
2 Die Würde des Menschen ist nicht mehr ertastbar
3 Asymmetrisches Treiben
4 Wenn Banken baden geh'n - Bad Bank
5 Schuldenbremser
6 Die Liquiditätsblase
7 Abwrackprämie für Bänke
8 Bankenkrisenprotektion
9 Währungskrieg gegen die Eurozone
10 Opel, zum Beispiel
11 Billionen- und Konsonantenverdoppelung
12 Im falschen Film -
Die Krisen-Illusion
13 Wie aber soll eine neue Welt entstehen?
14 Schokohasen - Opium fürs Volk
15 Zwischenhirnwesen
16 System-Relevanz-
Syndrom
17 Komm, lieber Mai, und mache
18 Rentner und Milliardäre
19 Die gestärkten Rechte des EU-Parlaments
20 Gute Banken, schlechte Banken 
21 Eine Zensur findet nicht statt
22 Staatsbank
23 Deutschland geht unter
24 Gesunde Unternehmen retten
25 Oasen Peer
26 Geld in der Krise Kreislauf des Irrsinns
27 Bundestagswahl
28 Rentenpolitische Paradoxien
29 Der ungerechte Lohn
30 Der gerechte Lohn
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Vom Unterschied
zwischen
 
der Schweinegrippe
und
Karl Theodor zu Guttenberg
 
einen solchen Vergleich von vornherein abzulehnen, weil es
 
  • zwischen jener Grippe, die wahlweise als "die neue Grippe", "die Mexicogrippe" oder die "Schweinegrippe" oder einfach auch nur als "H1N1" bezeichnet werden kann
 
  • und jenem Bundesminister, der wahlweise als "Freiherr", "Baron", "fränkischer Adliger" oder einfach nur als "Verwalter eines nicht unbeträchtlichen Familienvermögens" bezeichnet werden kann,
 
überhaupt keine Übereinstimmung gäbe, ist schon mit dieser Vorrede entkräftet:
 
Grippe und von (oder zu, oder von und zu) Guttenberg
tragen viele Namen, von den Vornamen ganz zu schweigen.
 
 
Wäre das die einzige Übereinstimmung, es lohnte tatsächlich nicht, mühsam nach Unterschieden zu suchen, doch dem ist nicht so. Es gibt zum Beispiel eine unerklärliche kalendarische Übereinstimmung:
 
Gr (Grippe) und Gu (Guttenberg) traten im Februar dieses Jahres erstmals öffentlichkeitswirksam in Erscheinung.
 
  • am 10. Februar 2009 wurde Karl Theodor zu Guttenberg zum Bundeswirtschaftsminister ernannt,
  • am Freitag dem 13. Februar hielt er seine erste Rede als Wirtschaftsminister im deutschen Bundestag,
  • am 16. Februar 2009 konnte man in den Zeitungen lesen, dass Karl Theodor ein baldiges Abflauen der Wirtschaftskrise erwartet
  • am 24. Februar erfuhren wir, dass der Bundeswirtschaftsminister vor zu pessimistischen Prognosen warnt
 
Dies alles waren noch harmlose erste Regungen des frischgebackenen Ministers, doch ganz unbestritten nahm damit sein spektakulärer Höhenflug seinen Anfang.
 
Nicht anders bei der Schweinegrippe:
 
  • am 10. Februar 2009 trafen sich in einem mexikanischen Schwein erstmals ein Schweinegrippevirus und ein Menschengrippevirus und beschlossen, einen Mutanten zu erzeugen,
  • am Freitag, dem 13. Februar war das Werk gelungen und schweinische Zellen produzierten die ersten formvollendeten Schweinegrippeviren,
  • am 16. Februar kam der Vater eines mexikanischen Kleinstkindes mit dem infektiösen Schwein in Berührung und übertrug die Viren auf sein Baby,
  • am 24. Februar wurden bei diesem Baby, das später als "Patient Null" der Pandemie erkannt wurde, erstmals Symptome der Schweinegrippe festgestellt.
 
Das alles waren noch erste harmlose Regungen der frischgebackenen Pandemie, doch ohne Zweifel hätte sie ohne diesen Anfang niemals zu ihrem spektakulären Höhenflug ansetzen können.
 
Wieder sind wir bei der Suche nach Unterschieden keinen Schritt weitergekommen.
 
Zwei vielnamige Phänome, die im Februar 2009 gleichzeitig von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden, avancierten daraufhin in kürzester Zeit zu absoluten Medienstars.
 
Bei Guttenberg sah das so aus:
 
  • am 24. Juli 2009, schon vier Monate nach seiner Anti-Pessimismus-Ruck-Rede, kürt das ZDF-Politbarometer den fränkischen Adelssproß zum beliebtesten Politiker Deutschlands und zieht ihn damit - ohne dass er dafür schon eine erkennbare Leistung erbracht hätte - schwungvoll an der großen CDU-Vorsitzenden Angela Merkel vorbei. Beobachter sind sich sicher: Karl Theodor ist nicht mehr zu stoppen.
 
Die Schweinegrippe
hatte in Deutschland zur gleichen Zeit ihren großen Durchbruch:
 
  • am 24. Juli 2009, vier Monate nach den ersten Symptomen am "Patienten Null", waren in Deutschland innerhalb von nur 2 Tagen 1.000 Neuerkrankungen festgestellt worden und der Virologe Alexander Kekulé stellte fest: Deutschland ist für eine vorbeugende Impfung schon zu spät dran, denn wenn die zweite Impfrunde im Dezember vorbei ist, wird ein großer Teil der Menschen die Infektion schon hinter sich haben. Die Schweinegrippe ist nicht mehr zu stoppen.
 
Guttenberg und die Schweinegrippe haben innerhalb von nur vier Monaten den Aufstieg von weithin Unbekannten zu absoluten Medienstars geschafft und alles andere, bzw. alle anderen, weit in den Hintergrund gedrängt.
 
 
Es wäre allerdings verwegen, obwohl die Übereinstimmungen überraschend groß sind, schon auf Basis dieser wenigen Erkenntnisse zu schließen, Gr und Gu seien beliebig austauschbar.
 
 
Es muss doch Unterschiede geben.
Aber nur wer geduldig sucht, wird sie auch finden. Wie wäre es damit?
 
1. Von von Guttenberg gibt es weit mehr Fotos als vom Schweinegrippevirus.
2. Vor der Schweinegrippe warnen viele, vor von Guttenberg wenige.
3. Von Guttenberg geelt*) seine Haare, das Virus hat gar keine.
4. Die Schweinegrippe schlägt wahllos zu, der Freiherr prüft noch.
5. Von Guttenberg ist amerikafreundlich, die Schweinegrippe eher unparteiisch.
 
*) Ja, das ist natürlich falsch geschrieben - aber dafür klingt es richtig. Womöglich wäre gèlt die bessere Methode, aber die ist im Deutschen noch weniger gebräuchlich. Jedenfalls ist mir von Entgelt und Vergeltung her eine Unterscheidung sinnvoll erschienen.
 
Leider ist auch mit diesen Unterschieden nicht viel Staat zu machen.
 
Es sind zufällige Äußerlichkeiten.
Wer oder was aber ist jeweils des Pudels Kern?
 
Welch' sonderbares Spiel (mir wird von alledem so dumm, als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum) führt uns ein noch verborgener Mephistopheles da vor?
 
Mal überstrahlt der überirdisch-transatlantische Glanz des jugendlichen Helden aus Franken jede Virusgefahr, mal tritt die Seuche als Bedrohung aller (fast) sieben Milliarden Menschen an den Bühnenrand und lässt des Freiherrn Gloriole fast verblassen, doch dann wieder treffen sich beide - wie zum pas de deux - auf den Titelseiten der Gazetten.
 
Daneben hat seit dem 24. Juli nichts mehr Platz.
Kein Steinmeier und keine Altersarmut. Kein Jung und kein Afghanistan. Kein Schäuble, kein Steinbrück, kein Müntefering, kein Westerwelle, keine Nahles und schon ganz und gar kein Lafontaine und ganz bestimmt kein Gysi und keine Petra Pau und kein Lothar Bisky.
 
 
Wer sich intensiver mit der Schweinegrippe befasst, kommt um die Frage nicht herum, warum um diese - im Vergleich zur alljährlichen Grippewelle - recht harmlose Krankheit so viel Wind gemacht wird.
 
Und wer sich intensiver mit von Guttenberg befasst, muss sich ebenfalls verzweifelt fragen, warum um diesen - im Vergleich zu Politikern, die ihre Kompetenz bereits bewiesen haben - zögerlichen Vorschlagsprüfer so viel medialer Wind gemacht wird.
 
Wagen wir die Frage aller Fragen:
Wem nützt es?
 
Die Schweinegrippe nützt, so heißt es, überwiegend den Aktionären US-amerikanischer Pharmaunternehmen, die sich vom Verkauf der Impfstoffe und weiterer Medikamente zur Behandlung unvermeidlicher Nebenwirkungen Milliardengewinne versprechen.
 
Von Guttenberg nützt, wenn man den Schlussfolgerungen von Friederike Beck in ihrem "Guttenberg Dossier" folgt, ebenfalls überwiegend US-amerikanischen Finanz-Interessen, wofür er als "young leader" vom American Council on Germany (ACG) 'programmiert' worden sein soll.
 
 kurzer Textauszug aus "Guttenberg Dossier, Teil 1, der Zögling"
 
Und beide, Schweinegrippe und zu Guttenberg, tragen kräftig dazu bei, dass CDU/CSU und FDP die Bundestagswahl gewinnen.
 
Die Angst vor der immer drohender um sich greifenden Seuche eint die Menschen hinter den schon gewohnten Führungsfiguren. Angela Merkel und Frau von der Leyen werden schon dafür sorgen, dass rechtzeitig geimpft und die Impfung auch bezahlt wird.
 
Und der am 10. Februar so plötzlich Erschienene, ja direkt und ohne Umweg vom Himmel Gesandte, hätte - wäre er denn schon im 15. Jahrhundert erschienen, sogar eine Jeanne d'Arc vom Platz 1 der Beliebtheitsskala verdrängt und wäre vermutlich seit über fünfhundert Jahren als der Hl. Karl Theodor bekannt. Heute muss man ihm nicht in den Kampf gegen die Engländer folgen, die sind schließlich inzwischen auch irgendwie in der EU; heute kann man ihm bequem per Briefwahl von zu Hause aus die Gefolgschaft versichern - und es wird auch am 27. September noch viele geben, die, überwältigt vom Halleluja der Freiwillig Vereinigten Deutschen Medien e.V., gar nicht anders können, als ihm ihr Herz und ihr Kreuzchen zu schenken, zumal ihm selbst Superstar Michael Jackson seinen Platz am Himmel der Beliebtheit räumte, indem er am 24. Juni (genau einen Monat vor Guttenbergs Beliebtheitsrekord) damit begonnen hat, sich jenen Medikamentencocktail zu spritzen, dem er schon am nächsten Tag erlag.
 
 
Leider ist damit auch dieser Versuch, einen nennenswerten Unterschied zwischen der Schweinegrippe und dem frappierend forsch flankenden und fortschreitenden Freiherrn zu finden, an der unverhofften Aufdeckung einer weiteren Übereinstimmung gescheitert.
 
 
Doch beim letzten Versuch
wird der große Unterschied
erkennbar!
 
Die Schweinegrippe wird im Herbst auf die dann zu erwartende reguläre Grippewelle treffen, neue Mutationen hervorbringen und danach erst richtig gefährlich werden.
 
So wird es von allen Experten gepredigt und von allen Medien verbreitet.
 
 
Von Guttenberg hingegen wird im Herbst, gleich nach den Wahlen - in Berlin auf den mit neoliberalem Gedankengut infizierten neuen Koalitionspartner FDP treffen, mit diesem gemeinsam ein neues Regierungsprogramm hervorbringen - und dann erst wirklich aktiv werden.
 
So wird es
weder von den Experten gepredigt,
noch von den Medien verbreitet.
 
Der Unterschied ist gefunden.
 
Mir erscheint das Szenario eines Schwarz-Gelben Wahlsiegs allerdings nicht nur wahrscheinlicher, sondern auch gefährlicher als der Ausbruch irgendeiner weiteren, bisher noch vollkommen unbekannten Ratten-, Schnecken-, Krokodil-, oder Sonstwas-Grippe.
 
Helfen Sie daher bitte am 27. September mit, Schwarz-Gelb-(Grün) zu verhindern.
Gehen Sie wählen - und wählen Sie links.
 Die Begründung habe ich schon früher geliefert
 

 
 
     
    Der American Council on Germany

    Der American Council on Germany (ACG) etwa kümmert sich in vielerlei Hinsicht um Deutschland. Z. B. vermittelt er verschiedene Stipendienprogramme, die deutschen Journalisten einen Amerikaaufenthalt bis zu vier Wochen im Jahr ermöglichen, Tagesgeld von 200 Dollar, Flug und Zug inklusive.
     
    Dieser Amerikanische Deutschlandrat vermittelt Deutschen, die dort ein Lernprogramm absolvieren, Kontakte zu höchsten Kreisen der Hochfinanz, Wirtschaft, Militär, Medien.
     
    Ziel ist die stetige Einhaltung und Bewusstwerdung des amerikanischen Blickwinkels des Weltgeschehens und die Umsetzung US-amerikanischer Prinzipien und Ziele in den so bedeutsamen Bereichen Geostrategie und Wirtschaft (Globalisierung und Finanzen). Dies wird durch diverse Trainingsprogramme durch die Alumni immer wieder eingeübt.
     
    Der Amerikanische Deutschlandrat tagt und berät quasi permanent; ein besonderes Herzensanliegen ist ihm, die Verständigung der Finanzfunktionseliten beider Länder zu fördern, denen der Rat eine Art Dauerforum bietet.
     
    Auf der Homepage des ACG liest man nicht umsonst „programming“, denn hier werden „Young Leaders alumni“ regelmäßig von älteren „Leaders“ programmiert.
    Die Fotos zeigen Merkel, Guttenberg und der Ex-Staatssekretär im Verteidigungsministerium Friedbert Pflüger, erstere noch vor ihrer Amtsergreifung, vermutlich also noch im Modus „Young Leader alumna“ bei einer Programmierung 2002.
     zu den hier erwähnten Fotos
     
    So wundert man sich gerade bei SPIEGEL ONLINE, was für eine gute Figur Guttenberg in New York gemacht, und wie selbstverständlich er mit dem großen alten Finanzspekulatius George Soros diniert habe.
     
    Nicht schon wieder! Natürlich kennt Gutti diese Kreise seit Jahren, denn er ist bei diesen alten Führern als Young-Leader-Schüler in die Lehre gegangen, und auch wenn sich der alte Hexenmeister einmal weg begeben sollte, dorthin, wo Geld gar nichts mehr wert und seine Konten von einem ganz anderen verwaltet werden, so macht das gar nichts aus: Seine Besen werden hienieden auch weiterhin fegen und nach seinen Worten wesen.
    http://www.zeitgeist-online.de/special24.html 
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Reaktionen auf diesen Paukenschlag
Sg. Herr Kreutzer, was meinen Sie dazu:

Die von der Schweinegrippe infizierten Zeitungsenten schwellen weiter so stark an, dass ab dem 21. September die gesamte Bevölkerung unter Quarantäne gestellt wird (= Hausarrest, =Ausgangssperre, =Notstand, = Kriegsrecht). Dann wird ganz auf die Wahl verzichtet und einfach weiterregiert, bis die Weltgesundheitsorganisation das Ende aller grassierenden Pandemien verkündet. Gegen jeglichen Widerstand, auch gegen den grundgesetzlich verbrieften, könnte nach Notstandsgesetzen mit der gebotenen Gründlichkeit eingeschritten werden.

Sehe ich das vielleicht zu schwarz?
Gibt es eine abgemilderte schwarz-gelbe Sichtweise?

mfG


Hallo Herr Kreutzer,

Sie haben noch einen wesentlichen Unterschied unterschlagen. Es wird nicht einmal versucht, gegen zu Guttenberg einen Impfstoff zu entwickeln, obwohl die Risikogruppen hier wesentlich gefährdeter als bei der Schweinegrippe sind.

Mit freundlichen Grüßen

u
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