Paukenschlag am Donnerstag
No. 12/2009
vom 26. März 2009

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Im falschen Film - Die Krisen-Illusion

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Leserbriefe
 
Paukenschläge 2009 (ältere)
1 Steinbrück, Peer
2 Die Würde des Menschen ist nicht mehr ertastbar
3 Asymmetrisches Treiben
4 Wenn Banken baden geh'n - Bad Bank
5 Schuldenbremser
6 Die Liquiditätsblase
7 Abwrackprämie für Bänke
8 Bankenkrisenprotektion
9 Währungskrieg gegen die Eurozone
10 Opel, zum Beispiel
11 Billionen- und Konsonantenverdoppelung
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Im falschen Film
Die Krisen-Illusion
 
 
Warum, um Himmels Willen,
fällt die Welt in die Rezession, nur weil
ein paar Zocker
ein paar Tausend Milliarden verspielt haben?
 
 
Die Frage ist ernst gemeint - und sie zu beantworten ist gar nicht so leicht, denn die Zusammenhänge, auf die wir hier stoßen, sind weder mit den Gesetzen der Physik, noch mit den Gesetzen der Logik zu erklären.
 
Die Rezession, in die die Welt jetzt fällt, lässt sich nicht mit Naturgesetzen begründen - die Entwicklung, die dahin führt, ist absurd, verrückt, idiotisch und einer mündigen Gesellschaft absolut unwürdig.
 
Der verheerende Prozess, den man uns "Krise" zu nennen gelehrt hat, wäre von einem Augenblick zum anderen zu stoppen, der Staat bräuchte nicht einen Cent in die Rettung zu investieren, denn die Krise ist nur ein Element einer großen Illusion.
 
Eine nahezu perfekte Illusion, die ihre Kraft letztlich nur daraus bezieht, dass sich die große, überwältigende Mehrheit der Täuschung willig hingibt und denkt und handelt, als sei die Illusion real und die Realität gar nicht existent.

Die Botschaft der legendären MATRIX-Trilogie - die Filme mag ich allerdings nicht, weil sie zu sehr als pures Action-Spektakel inszeniert wurden - hieß: Lasst euch nicht einlullen von einer Scheinwelt, die nur existiert, um das Geschäft der totalen Ausbeutung so "human" wie möglich erscheinen zu lassen und es von den Ausgebeuteten vollkommen unbemerkt betreiben zu können.
Heute sind es nicht "die Maschinen", die darauf aus sind, Morpheus, Trinity und Neo, also diejenigen, die die Scheinwelt niederreißen und das Licht wieder einschalten wollen, zum Schweigen zu bringen. Es sind Menschen. Menschen, die sich für Übermenschen halten, Menschen, bei denen statt Herz und Hirn nur noch Profitgier und elitärer Dünkel zu finden sind, Mutationen und Anomalien unserer Art, deren scheinbare Überlegenheit nichts anderes ist, als der aus Rücksichtslosigkeit, Zügellosigkeit und Disziplinlosigkeit gezogene, kurzfristige Vorteil.
Mit diesen schlechten Eigenschaften, die in einer entwickelten Gesellschaft, die sich nicht zur Wehr setzt, Vorteile verschaffen, nicht anders als Dopingmittel im Leistungssport, haben sie Neid erweckt und Nachahmer auf den Plan gerufen und so den Keim der Selbstzerstörung in die Gesellschaft gepflanzt.
 
Die Folgen, die von vielen seit vielen Jahren sehr präzise vorhergesagt wurden, treten jetzt offen zutage.
Rings um uns bricht alles zusammen, ganze Staaten rauschen in den Bankrott, tausende Unternehmen müssen Mitarbeiter entlassen, Banken krachen, die Börsenkurse sind im Keller, niemand hat mehr Geld - ist das nicht die Realität?
 
Nein. Es ist und bleibt eine Illusion.
So wie die Bilder auf der Leinwand eines Kinos keine Realität sind, selbst dann nicht, wenn es sich um ein 3-D-Kino handelt und alle Kinobesucher die dazu passenden rot-blauen Brillen tragen, und sich unwillkürlich ducken, wenn der Tiefflieger aus dem Projektor scheinbar direkt über die Köpfe hinwegdonnert, so ist die Krise nur eine heimtückische Projektion, deren Bilder uns aus allen Medien entgegenspringen, eine Projektion, die uns zwingt, in Deckung zu gehen, die uns glauben macht, wir Bürger und Steuerzahler müssten jetzt in heroischer Manier neue Milliardenschulden schultern, um das Vaterland zu retten und die Krise zu bremsen, zu mildern, wenn sie schon nicht aufzuhalten ist.
 
Dabei müsste nur jemand den Film anhalten und das Licht einschalten...
Kaum ist das Licht an, schon ist der bedrohliche Tiefflieger verschwunden.
Es gibt nur noch den Kinosaal, die Besucher, auf ihren Klappsitzen - und den feinen, unausrottbaren Geruch von Popcorn und menschlichen Ausdünstungen.
 
Lassen Sie uns ganz bewusst den Film anhalten und das Licht im Krisenkino einschalten.
 
Was sehen wir?
 
Wir sehen ein Land, dessen Bevölkerung nach wie vor in der Lage ist, mit Hilfe der vorhandenen natürlichen Ressourcen und Produktionseinrichtungen alles zu produzieren, was seine Bürger für den eigenen, gar nicht bescheidenen Bedarf benötigen - und sogar noch sehr viel mehr, denn schließlich waren und sind wir Exportweltmeister, was es uns ermöglicht, notwendige Importe aus der Portokasse zu bezahlen.
Wir sehen ein Land, mit einer hervorragenden Infrastruktur aus Verkehrswegen, Ver- und Entsorgungseinrichtungen, Kommunikationsdiensten, Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Wir sehen ein Land mit einem hochentwickelten medizinischen System, mit Sicherheits und Rettungsdiensten, Polizei und Feuerwehren, wir sehen
Felder und Wälder, Gärten und Parks, Häuser, Wohnungen, Schlösser - fast alles in gutem Zustand - von äußeren Zeichen einer Krise keine Spur.
 
Welches Unheil ist also über uns hereingebrochen?
 
  • Hat es ein zerstörerisches Erdbeben gegeben, das den halben Rheingraben in ein Trümmerfeld verwandelt hat?
  • Hat eine verheerende Seuche die Hälfte der Bevölkerung dahingerafft?
  • Wurden wir von einem anderen Staat mit Waffengewalt angegriffen?
  • Ist das Waldsterben beendet, weil der letzte Baum verendet ist?
  • Gab es drei furchtbare Missernten in Folge?
  • Sind die schiffbaren Flüsse und Kanäle ausgetrocknet.
  • Leiden wir an Energieknappheit, ist die Versorgung mit wichtigen Importgütern unterbrochen?
  • Wagt E.On nicht mehr, die turnusmäßige Strompreiserhöhung und Gewinnmehrung durchzudrücken?
  • Ist die Bundestagswahl abgesagt, weil die Republik einem Diktator in die Hände gefallen ist?
 
Was,
verdammt noch mal,

hindert uns daran, ganz normal unserer Arbeit nachzugehen, ganz normal unser Geld zu verdienen und es ganz normal wieder zu verkonsumieren?
 
Wer,
verdammt nochmal,

zwingt unter diesen Voraussetzungen eine Million Menschen in Kurzarbeit? Wer sorgt dafür, dass die Arbeitslosenzahlen, trotz aller statistischen Tricksereien wieder kräftig steigen? Wer zwingt die Regierung dazu, die Neuverschuldung explosionsartig in die Höhe zu treiben?
 
Bei Licht betrachtet, gibt es keinen einzigen vernünftigen Grund für all diese Absurditäten.
 
Wir alle erliegen der gleichen, kollektiven Illusion. Wir alle sind gefangen in der gleichen, unwirklichen MATRIX.
Wie die Kühe im Stall, die als lebendige Glieder der Milch- und Fleischproduktion zwischen Heuraufe und Melkmaschine angebunden sind, sind wir eingesponnen in ein System, das unsere Geistes- und Körperkräfte einspannt, um das zu erzeugen, was die Volkswirte "Bruttosozialprodukt" nennen.

Aber nur etwa die Hälfte
des von uns Erzeugten gewährt uns das System über die Zahlung der vereinbarten Bruttolöhne (einschließlich der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung) für den Selbsterhalt. Davon dürfen wir die nächste Generation der Werktätigen aufziehen, der abgewirtschafteten Generation das Gnadenbrot gewähren und die Kranken schnell wieder arbeitsfähig machen, damit sie erneut in den Produktionsprozess eingegliedert werden können. Außerdem sind wir gehalten, die für den Produktionsprozess Unnützen und Überflüssigen, die wir zum Zwecke des Nachfragewachstums in die Arbeitslosigkeit hineingeboren haben, zu alimentieren. Der Regierungsapparat, den wir uns aus unseren Reihen selbst wählen dürfen, sorgt derweil dafür, dass für die Aufrechterhaltung der Ordnung im Inneren neben tausend Ämtern und Behörden auch ausreichend Polizei und Geheimdienste vorhanden sind, sowie dafür, dass die militärische Potenz des Gebildes, das wir immer noch Volkswirtschaft nennen, stets über die notwendigen Waffen und Soldaten verfügt, um seine Interesse auch nach außen mit Nachdruck vertreten zu können.
 
Die andere Hälfte
verjubeln die Züchter.
 
 
Nun erzählen Sie einmal einer Kuh, die im Stall von einer Kuh geboren wurde, deren Mutter, Großmutter, Urgroßmutter ebenfalls im Stall geboren wurden, nachdem der Tierarzt sie mit Samen aus der Zuchtsamenbank künstlich gezeugt hatte, erzählen sie einer solchen Kuh, dass das Gras, das ihr der Bauer, wenn er mit dem stinkenden Traktor durch den Stall fährt, vom Ladewagen vors Maul kippt, unter blauem Himmel auf weiten grünen Wiesen wächst, erklären Sie ihr, dass ihr Euter, dessen Entleerung per Saugpumpe ihr zweimal täglich Erleichterung verschafft, eigentlich die Nahrungsquelle ihrer Kälber sein sollte?
 
Die blöde Kuh würde fragen: "Welche Wiesen? Welche Kälber?", um dann stolz zu erklären: "Es geht mir doch gut. Es ist warm im Stall, es gibt genug Futter, ich werde gemolken, und um die Kälber, die ich laufend zur Welt bringe, muss ich mich nicht sorgen, die Mühe wird mir abgenommen. Ich wüsste wirklich nicht, was ich mir sonst noch wünschen sollte."
Und wenn man der blöden Kuh erzählte, dass sie lange vor ihrem natürlichen Ende geschlachtet und aufgefressen werden wird, wie die meisten ihrer Kälber - die sie ja nur bekommt, damit die Milch nicht versiegt - schon lange vorher aufgefressen wurden, dass man ihre Haut zu Leder gerben, ihre Hörner und Hufe in den Baumärkten und Gartencentern als Hornspäne zur Düngung von Blumenbeeten verkaufen wird, sie würde es nicht glauben, denn sie glaubt nur, was sie sieht, und gesehen hat sie so etwas noch nie.
 
Die Kuh weiß es nicht besser.
Der Bauer schon.
 
Der Antrieb, für den Bauern, mehr Kühe, Schweine und Hühner zu halten, als er und seine Familie für die eigene Ernährung brauchen, ist weder in seiner besonderen Tierliebe zu suchen, noch in seiner besonderen Menschenliebe, sondern einzig darin, dass er sich vom Verkauf seiner Produkte einen Verdienst verspricht.
Nicht anders ist es, wenn wir, statt von Kühen, Schweinen oder Hühnern zu sprechen, über Abteilungsleiter, Facharbeiter und Hilfskräfte sprechen, die in zweckdienlichen Hallen und Büros eingepfercht, wohlorganisiert zusammenwirken, um Kühlschränke zu montieren oder Tiefkühlpizzas zu erzeugen.

Man sollte meinen, wenn für den Eigentümer mehr herauskommt, als er hineinstecken muss, lohnt es sich für ihn, die Kühlschrankproduktion zu betreiben oder Pizzas garnieren und einfrieren zu lassen.

Dummerweise, das sei hier vorweggenommen, lohnt es sich aber schon dann nicht, Kühlschränke in Deutschland zu produzieren, wenn bei der Kühlschrankproduktion in Tschechien unter dem Strich mehr herauskommt, oder wenn die Rendite, die mit einem gut gemanagten Aktienfonds erzielbar scheint, höher ist, als die Rendite, die sich mit der Produktion von Tiefkühlpizza erzielen lässt.
 
Unternehmen, die sich nicht ( - oder weniger - als alternative Anlagemöglichkeiten) lohnen, werden geschlossen. Kühe, Schweine und Hühner werden der Notschlachtung zugeführt. Abteilungsleiter, Facharbeiter und Hilfskräfte werden in die Arbeitslosenstatistik überwiesen.
 
Und dies geschieht ganz unabhängig von der Nachfrage nach Rindfleisch und Milch, nach Kühlschränken und Tiefkühlpizza, weil es eine Illusion ist, zu glauben, Fleisch, Milch, Tiefkühlpizza und Kühlschränke würden erzeugt, um die Ernährung der Mitmenschen sicherzustellen oder - ganz verrückte Idee - um Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen.
Sie werden nur erzeugt, weil es sich rentiert, also nur wenn - und nur so lange, wie - es sich rentiert.
 
Die blöde Kuh im Stall wird das verstehen:
"Ein Unternehmer, der wäre ja blöd", sagt sie, "wenn er etwas unternimmt, was sich nicht rentiert. Von daher ist es ja nur folgerichtig, dass er meine Milch an die Molkerei und meine Kälber an die Metzgerei verkauft und dass er mich schlachten lässt, wenn ich mich nicht genug rentiere. Ich als Unternehmer würde nicht anders handeln. So ist das Leben."
 
Der verständige Mensch fragt sich: "Ist das aber nicht doch die Realität?
Und die Antwort lautet erneut:
"Nein. Es ist eine Illusion."
Halten wir den Film an und schalten wir das Licht ein.
Die Fabrik, in der Kühlschränke produziert wurden, steht noch. Es kostet ein paar Handgriffe, sie in Betrieb zu nehmen.
Die Menschen, die diese Fabrik mit Leben erfüllen könnten, sind alle noch da. Es kostet ein paar Telefonate, sie wieder zur Arbeit zu holen.
Die Nachfrage nach Kühlschränken ist noch lange nicht gesättigt - und wenn alle Beschäftigten - von der Hilfskraft bis zum Direktor - zum gleichen Lohn wie früher arbeiten, dann könnten die Kühlschränke sogar deutlich preiswerter angeboten werden als früher - weil die Notwendigkeit, einen Gewinn für Eigentümer oder Anteilseigner zu erwirtschaften, entfallen ist.
Und weil aus Arbeitslosen (nicht nur in der Kühlschrankfabrik, sondern überall im Lande) wieder Beschäftigte geworden sind, können die produzierten Kühlschränke auch wieder verkauft werden.
 
Was also hindert die Belegschaft daran, Kühlschränke zu produzieren?
(Merken Sie sich Ihre Antwort, wir kommen noch darauf zurück.)
 

 
Bis hierher haben wir uns nur mit dem "ganz normalen" Wahnsinn der kapitalistischen Wirtschaftsordnung befasst, die "Krise" ist noch gar nicht behandelt worden.
 
Wie also kam die Krise zustande?
Und warum ist auch die Krise nur eine Illusion?

Die Suche nach Geldanlagen, die besser rentieren als Kühlschrankfabriken und die Tiefkühlpizzaerzeugung hat Menschen, klug bis zur Gerissenheit, dazu gebracht, Strategien zu entwickeln, wie man mit der Gier der Gierigen die bestmöglichen Geschäfte machen könnte, um die eigene Hypergier zu befriedigen. Diese Strategien brachten im Wesentlichen zwei gleichzeitig ablaufende Prozesse in Gang, die sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärkten:
 
Prozess A)
Die Verbilligung der Produktion durch Personalabbau, Lohnkürzung und Abbau der sozialen Sicherungssysteme
 
Prozess B)
Die Steigerung der Rendite reiner Finanzanlagen durch rücksichtsloses Wahrnehmen aller sich bietenden Gelegenheiten zur Bereicherung und durch den Einsatz immer gewaltigerer Hebel, um aus relativ kleinen Einsätzen vergleichsweise große Gewinne zu generieren.
 
 
Prozess A führte anfänglich noch zu Gewinnsteigerungen, was den Betrieb realwirtschaftlicher Unternehmen rentierlich machte. Da Personalabbau, Lohnkürzung und Reduzierung der Soziallasten aber unweigerlich zu einem Nachlassen der Binnenkaufkraft in exakt gleichem Umfang führten, musste der Export immer stärker ausgeweitet werden, was es erforderlich machte, die Konkurrenz auf den Weltmärkten noch weiter zu unterbieten und dazu die Produktion durch Personalabbau, Lohnkürzungen und Abbau der sozialen Sicherungssysteme noch weiter zu verbilligen.
 
Da Prozess A weltweit gestartet wurde, nahm die Kaufkraft der breiten Massen weltweit ab, was den Betrieb realwirtschaftlicher Unternehmen immer weniger lukrativ erscheinen ließ. Damit wuchs die Nachfrage nach rentierlichen Finanzprodukten, und die wurden geschaffen:
Erst wurden in vollkommen unverantwortlichem Maße Kredite vergeben, aus denen letztlich wieder Kaufkraft für den langsam sterbenden Prozess A generiert wurde, dann wurden diese Kredite in "Wertpapiere" verwandelt und mit höchsten Renditeversprechen weltweit verkauft.
Die irrwitzige Annahme, die Werte der Immobilien in den USA würden permanent vehement ansteigen, hat irrwitzige Kredite auf Immobilien ermöglicht, die größtenteils direkt in den Konsum geflossen sind.
Die Illusion, ein Haus brächte durch seine reine Anwesenheit, ohne vermietet oder verpachtet zu sein, permanent Geld hervor, das dem Hausbesitzer für seinen Lebensunterhalt zur Verfügung steht, ist geplatzt.
 
 
Doch die andere Hälfte der Illusion, dass nämlich alle uneinbringlichen Schulden, die sich weltweit angesammelt haben - und das sind bei weitem nicht nur die Schulden aus der Subprime-Blase - einen Wert hätten, diese andere Hälfte der Illusion hält sich hartnäckig.
 
Wenn wir bei dieser Szene den Film anhalten und das Licht einschalten, sehen wir eine Horde von wütend tobenden Gläubigern, die nichts in Händen halten als bündelweise wertlose Schuldscheine, für deren Wertlosigkeit sie selbst verantwortlich sind, die aber uneinsichtig laut hinausbrüllen, sie wollten ihr Geld, sofort und vollständig, sonst ließen sie die Welt untergehen.
In einer normalen und geistig gesunden Gesellschaft würde man solche tobsüchtigen Narren in Zwangsjacken stecken und sie lebenslänglich in Sicherungsverwahrung nehmen.
 
Wir erleben jedoch das Gegenteil. Weltweit bleibt das Licht aus und der Film, der sich immer mehr zum absolut surrealen Albtraum entwickelt, läuft weiter.
Die Kühlschrankfabrik bleibt geschlossen. Sie ist Eigentum, das zur Erpressung genutzt werden kann, denn unser Eigentumsrecht macht es möglich, die Belegschaft (die das Unternehmen eigentlich geschaffen hat) auszuschließen und damit Arbeit und Lohn ebenso zu verhindern, wie das Entstehen nützlicher Produkte und das Wachsen des allgemeinen Wohlstands.

Statt Eigentum, das ungenutzt bleibt, zu ächten, weil es allen anderen verbietet, vorhandene Ressourcen sinnvoll zu nutzen, versammeln sich die Staatschefs aus aller Welt mit ihren Finanz- und Wirtschaftsministern, um sich im Kollektiv vor der Macht der Illusion zu verneigen, weil sie die Macht der tobenden Männer mit den wertlosen Schuldscheinen und den geschlossenen Fabriken fürchten, und beschließen dann, die Rabauken zu besänftigen, imdem sie ihnen die alten, wertlosen Schuldscheine der zahlungsunfähigen Schuldner für gutes Geld abkaufen. Geld, das sie nicht haben.
 
Und damit sie diesen fragwürdigen Deal trotzdem finanzieren können, verschulden sie sich genau bei denen, die vorgeben, gerettet werden zu müssen, und geben ihnen nicht nur das Geld, sondern neue, staatlich garantierte Schuldscheine dazu.
 
Das ist so verrückt, dass man verstehen kann, warum viele lieber in der vertrauten Welt der Illusion verharren, als die Realität zur Kenntnis zu nehmen.
 
Die Realität ist der größte Raubzug in der Geschichte der Menschheit und die Trickbetrüger und Illusionisten schaffen es, die Beraubten davon zu überzeugen, es gäbe keine Alternative; der Weltuntergang sei nur dadurch abzuwenden, dass dem Räuber nicht nur das Diebesgut freiwillig überlassen wird, sondern ihm auch noch ein Schuldschein von gigantischen Ausmaß ausgehändigt wird - als Zukunftssicherung, sozusagen.
Diese Illusion ist so dicht, dass die Ankündigung des Mr. Geithner, er wolle Schulden machen, um Schrottpapiere aufzukaufen, weltweit die Börsenkurse steigen ließ.
Münchhausen, der sich am eigenen Schopf samt Ross aus dem Sumpf gezogen haben will, nennt man bis heute "Lügenbaron" - eine Finanzpolitik, deren Story die Geschichte des "Hans im Glück" an Dummheit noch übertrifft, weil sie nämlich mit dem Verlust von Schleifstein und Feldstein nicht endet, sondern eine weitere Episode umfasst, in welcher die Steine einem Scherenschleifer übergeben werden, der sich dafür, dass er die schweren und lästigen Steine an sich nimmt, für sich und alle seine Nachkommen eine sofort beginnende und niemals endende Rentenzahlung zusichern lässt, so dass aus dem ursprünglichen Goldklumpen nicht nur nichts, sondern stattdessen eine "ewige" Schuld entsteht, eine solche Finanzpolitik hält man für geeignet, die Krise zu beenden.
 
Irre!
 
Wenn wir es wagen, aus dieser Illusion auszusteigen, und das Land und die Welt zu besehen, wie sie real gestaltet sind, sehen wir - abgesehen von den seit jeher bekannten Verrücktheiten der Menschheit - keinerlei Anlass zu Krisengeschrei, Angst und Wehklagen.
 
Bei Licht besehen stellen wir fest:
Was uns fehlt, ist nichts als die ausreichende Versorgung mit Zahlungsmitteln.
 
Und dieses Fehlen rührt ausschließlich daher, dass wir in der Illusion gefangen sind, Zahlungsmittel könnten und dürften nur von privaten Banken bereitgestellt werden.
Welch eine Narretei!
 
Die Kunst, Geld aus dem Nichts zu schaffen, ist eine Kunst, die im Grunde jedermann beherrscht. Die Kunst, diesem Geld auch einen beständigen Wert zu geben, verlangt jedoch einiges mehr, und daher kommt eigentlich nur der Staat als Idealbesetzung für die Herausgabe und Pflege des Geldes infrage.
 
Es wäre die Aufgabe der Regierung, dem Versagen des Bankensystems mit einer neuen Staatswährung zu begegnen. Weder der Euro, noch der Dollar müssten deshalb abgeschafft werden, kein Auslandsguthaben und keine Auslandsschuld in Euro oder Dollar müsste gestrichen werden - es würde vollkommen reichen, im Stile der Währungsreform von 1949 jedem Bürger ein Kopfgeld von - sagen wir - 1.000 Einheiten in der neuen Währung gutzuschreiben, alle laufenden Verträge (Löhne, Versicherungen, Mieten etc.) im Verhältnis 10:1 abzuwerten und alle Bank-Guthaben und Bank-Schulden sowie Banknoten bis zur Höhe von 100.000 Euro pro Person im fixen Verhältnis von 10:1 in die neue Währung zu übertragen und darüber hinausgehende Bank-Guthaben, Bank-Schulden und Banknotenbestände in einem deutlich ungünstigeren Verhältnis abzuwerten.
Das Regelwerk für diese neue Staatswährung müsste so ausgestaltet werden, dass die ausreichende Versorgung der Realwirtschaft mit Zahlungsmitteln stets sichergestellt ist, was sich durch fallweises Einschießen, frischen, unbelasteten, zins- und tilgungsfreien Geldes (wie es das anfängliche Kopfgeld ja auch ist) an jeweils geeigneten Stellen ebenso realisieren ließe, wie die Abschöpfung überflüssiger Zahlungsmittel durch eine zielgerichtete Besteuerung von Vermögen und Geld-Transaktionen.

Dass wir vielleicht aufhören würden, Exportweltmeister zu sein, sollte uns nicht betrüben. Exportüberschüsse, die niemals durch Importüberschüsse ausgeglichen werden, sind - aus Sicht der Beschäftigten - sinnlos verschenkte Leistungen. Gewinne machen nur die Eigentümer der exportorientierten Unternehmen.
 
Dafür zu arbeiten, dafür sollte sich jeder zu schade sein.
Stattdessen für eine Arbeitszeitverkürzung einzutreten, die endlich die Masse der Arbeitslosen von der Straße und allen mehr Freizeit und damit mehr Lebensqualität bringt, wäre die einzig richtige Einstellung.
 
 
Das ist der Kern. Ein paar tiefergehende Regularien - sowohl für den Binnemarkt, als auch für den Außenhandel, braucht es natürlich noch. Die im Detail hier auszuführen, würde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen.
Aber ich habe ja auch ein paar Bücher geschrieben, die sich mit der Problematik auseinandersetzen und Problemlösungen anbieten.
 
Die sofortige Wirkung:

Der uns belastende und an den Rand des Ruins treibende Mangel an Liquidität, der von den Banken herbeigeführt wurde, wäre unmittelbar beendet.

Alte, drückende Schulden wären durch die massive Abwertung und den Zufluss von gut 80 Milliarden schuldenfreier Einheiten der neuen Währung relativ schnell aufzulösen.
 
Die Macht der Banker und Bankster wäre gebrochen - und könnte, bei Fortführung einer vernünftigen Finanzpolitik nie wieder entstehen.
 
Die Entscheidung dafür ist einfach und kostet, außer dem Verlust einer Illusion, nichts.
 
Nur die Kuh, die blöde, wird das nicht verstehen wollen.
 

Mehr über die blöde Kuh
finden Sie in dem zynisch-satirischen Aufsatz über Leben und Wirken des kgl. Ökonomierats A.R. Schloch
 Hier
 
Mehr über die Problemlösungsansätze
primar in Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre, wobei
 
Band II die Problematik der Globalisierung, eine grundsätzliche Kapitalismuskritik und den wirtschaftsphilosophischen Ansatz für die Regeln einer vernünftigeren Gesellschaftsordnung umfasst.
 
Band III beschäftigt sich mit dem Geld. Aus der Analyse der Funktionsprinzipien des Gegenwartsgeldes führt die Argumentation direkt zu einem Konzept, das aufzeigt, wie ein Staatsgeld gestaltet werden könnte, damit die Geldversorgung der Realwirtschaft sichergestellt bleibt und sowohl Inflation, wie auch Deflation gebändigt werden können.
 
Band IV geht auf die Problematik des sogenannten "aggressiven" Eigentums ein, weist nach, dass ein unbeschränktes Eigentumsrecht schädlich ist, und entwirft ein Konzept der Teilhabe, das aus den Menschenrechten heraus eine Form eines Grundeinkommens entwickelt, das direkt an die Nutzung und die Verfügbarkeit von Grund und Boden gekoppelt ist.
 
WWW-Einführung und Leseproben 

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Reaktionen auf diesen Paukenschlag

An dieser Stelle werden Leser-Reaktionen in der Reihenfolge des Eingangs (jüngster Beitrag oben) veröffentlicht.
Ich behalte mir dabei Kürzungen vor und veröffentliche Reaktionen zum Schutz der Absender grundsätzlich anonymisiert.
Lieber Egon W. Kreutzer,

für diejenigen, denen es zu lange dauert, bis Frau Merkel mit Herrn Schily und Schäuble Ihren Vorschlag umsetzt, gibt es doch bereits eine Lösung, die Sie ja selber bereits nutzen.

Das Rheingold

Rheingold ist genau das von Ihnen beschriebene Zahlungsmittel in Form eines Gutscheines, allerdings nicht gedeckt von Politikern, sondern gedeckt von den Menschen. Der Rheingold-Bäcker deckt es mit leckeren Brötchen, Sie mit spannenden Büchern, das Theater mit interessanten Aufführungen.

Es ist ein kaufkräftiger Gutschein, der uns dient, um uns gegenseitig wertzuschätzen. Bereits über 800 Teilnehmer und über 100 Presseartikel zum Rheingold sprechen für unseren gemeinsamen Erfolg.

Ihre Leser, Ihre Lieferanten wie Kunden sollten sich jetzt auch mit Rheingold ausstatten. Dazu bedarf es doch nur eines Aufrufes. Je mehr Rheingold verwenden, desto kaufkräftiger wird es logischerweise.

Hier gibt es mehr Infos:
 http://www.rheingoldregio.de
Fröhliche Rheingoldgrüsse,
Jost Reinert


Hallo Herr Kreutzer!

Das ist zweifellos einer der besten Paukenschläge! Und ich kenne sie alle :-)

Sie haben es echt drauf! Diese Leichtigkeit mit der Sie solch schwierige Themen beschreiben ist wirklich einzigartig. Die Geschichte des A.R. Schloch gehört auch zu meinen Favoriten! Daher kannte ich das mit den Kühen auch schon. Tolle Idee das wieder mal reinzubringen! Für mich ist die Kuhherde auch geradezu sinnbildhaft für den Zustand unserer Gesellschaft. Schon oft zitiert: „Wie eine träge Herde Kühe schauen wir kurz auf und grasen dann gemütlich weiter…“

Der Grund der uns in diesem Stall, in dieser virtuellen Welt festhält ist sehr einfach:
Wir wollen es so!

Niemand zwingt uns, niemand erpresst uns, niemand droht uns Gewalt an. Es ist immer noch unsere Entscheidung! Es ist immer noch unser Wille! Wir haben immer noch die Wahl!

Und nun sind mittlerweile fast alle Systeme in dieser Gesellschaft darauf ausgerichtet uns weis zu machen, dass wir es tatsächlich nicht anders wollen! Entweder weil etwas anderes ja völlig „illusorisch“ oder weil es „unmöglich“ wäre. Beides haben Sie ja schon des Öfteren aufgedeckt und beschrieben…

Leider hat der Mensch gewisse Eigenschaften, die einem selbstbestimmenden Handeln im Wege stehen. Das Leben in der Gesellschaft birgt einen Teil dieser Schwäche. Niemand kann in einer Gesellschaft leben ohne Kompromisse einzugehen. Man muss bestimmte Regeln einhalten damit die Gemeinschaft überleben kann. Diese notwendigen Kompromisse werden aber oft von den „Stärkeren“ und „Intelligenteren“ bzw. Skrupellosen und Abgezockten dieser Gesellschaft, zu ihrem alleinigen Vorteil ausgelegt und ausgenutzt.

Was wir nun in den letzten Jahren mit dem „EU-Reformvertrag“ und der geplanten verfassungsmäßigen Schuldenbegrenzung erleben, ist nur der Abschluss einer langen Reihe von antidemokratischen und pro „meudalistischen“ Bestrebungen. Das System wird langsam aber sicher an die Wand gefahren und man bereitet den Aufprall vor. Dazu gehören Maßnahmen wie der Einsatz der Bundeswehr im Innern, herstellersoftwareintegrierte Standardkontrollzugänge für die Exekutiven Staatsorgane, das beliebig auslegbare, allgemeine Zugriffsrecht bei Terrorverdacht usw.

All das dient dem Schutz des Eigentums derer, die überhaupt noch so etwas in erheblichem Maße besitzen! Also die Reichen und Superreichen, die Einteilseigner der Firmen usw.!

Wo ist der Ausweg?

Wir brauchen eigentlich nichts weiter tun als uns zu entscheiden! In jeder Situation in der das möglich ist! Bei allen Gelegenheiten wo wir das Recht dazu haben und das Recht dazu verspüren, müssen wir uns entscheiden. Wir dürfen nicht mehr einfach nur mitlaufen und funktionieren!

Wenn wir weiterhin das kleinere Übel wählen, wenn wir weiterhin, der Angst frönend, die bequeme Variante vorziehen, dann wird auch in Zukunft nur eine wirkliche Krise, eine die dieses Wort auch verdient, den nächsten Neuanfang schaffen. Ein Krieg, eine Naturkatastrophe, ein Volksaufstand, ich weiß es nicht. Aber es wird passieren…

Ich hoffe trotzdem, dass dieser Paukenschlag wieder ein paar mehr Menschen dazu bewegt, das Fenster zu öffnen! Just believe, Just keep passing the open window…This is the only life for me surround my self around my own fantasy

Wir müssen wieder da anfangen wo wir vor vielen Jahren schon als Kinder aufgehört haben. Wir müssen wieder anfangen selbst zu D E N K E N mit Fantasie und Neugierde!

Diesmal mit einem etwas weniger defätistischem Ende! [tolles Wort übrigens...]

Bis die Tage


Sehr geehrter Herr Kreutzer!

Ich lese jetzt seit einiger Zeit Ihre Paukenschläge und kann Ihnen fast ausnahmslos zustimmen. Es ist eigenartig, aber gestern (26.03.09) kam ich während der Heimfahrt von der Arbeit bei meinen Gedanken über die Krise und unsere Abhängigkeiten, in die wir uns so hineinmanövrieren ließen, auch auf die Matrix-Filme und zog so meine Parallelen daraus.

Heute (27.03.09) lese ich Ihren aktuellen Paukenschlag und bin verblüfft. Vielleicht ist es ja möglich dass jemand den Lichtschalter findet – noch einfachere Darstellung der komplizierten Zusammenhänge – damit es den Kühen wie Schuppen von den Augen fällt, und allgemein erkannt wird, in was wir uns befinden.

Gratulation und Dank


Sehr geehrte Leser,

über folgenden Hyperlink finden Sie den Flash-Clip "The Meatrix" über Täuschung der Verbraucher über Fleischproduktion und Landwirtschaft:
 http://www.themeatrix.com/intl/germany/subtitled/

Hier ebenfalls ein parodistischer Clip über Konsumrausch und Ausbeutung:
 http://sendables.jibjab.com/originals/big_box_mart

Auch in den USA gibt es genügend Leute, die erkannt haben, dass die Wirtschaft zu einem einzigen Schmierenthater verkommen ist. Die Probleme sind jedoch:

a) Die Probleme werden zwar gefühlt oder erkannt, aber die Menschen finden keine Lösungen, keine Alternativen. Die Menschen akzeptieren die Höhle nur, weil sie nichts anderes kennen und auch nichts anderes mehr ausdenken können, weil das intelektuelle Durchschnittsniveau, einschließlich Phantasie, der kapitalistischen Gesellschaften einen kritischen Wert erreicht hat.

b) Die Menschen werden zunehmend versingelt, individualisiert. Sie werden zunehmend unfähig, sich zwecks Lösung von Problemen zu organisieren und miteinander zu debattieren.

c) Die Menschen gehen bei der Suche nach Informationen nicht kritisch und wählerisch vor. Sie fragen schon gar nicht mehr, ob das, was z. B. Hörfunk und Fernsehen an Informationen senden, wirklich hilft, Probleme zu lösen und die Welt zu erklären. Sie wählen aus Bequemlichkeit die immer gleichen Infokanäle und bekommen keine echten Antworten.

Am einfachsten lässt sich noch Punkt c) bewältigen, die Bewältigung der anderen Punkte bedarf nolens volens eines gesellschaftlichen Lernprozesses, bedarf also der zähen Geduld.

Einen schönen Tag wünscht Ihnen noch


Herr Kreuzer, diesmal treffen sie den Nagel besonders gut auf den Kopf.

Diese Krise ist nicht eine Folge übernatürlicher Kräfte, die dem Menschen ein Schicksal aufzwingen.
Obwohl ich denke, dass ihr Beitrag eher von Lesern der mehr gebildeten Schicht wahrgenommen wird und möglicher Weise verstanden wird.
Was daran liegt, dass wir so beschult werden, dass der Staat um Gottes willen niemals die Hoheit über das Geld haben darf, weil er der schlechteste Wirtschafter ist, dass dem Geld tatsächlich irgendwie ein Wert innewohnt und Schulden wirklich jemals zurückgezahlt werden können, dass alles zu 100% ohne jede Manipulation und ohne jedes Machtinteresse zum Besten der Bevölkerung geregelt wird, im freien Spiel der Märkte, dass das Wohl der gesamten Bevölkerung tatsächlich in den bestimmenden Kreisen ein wichtiger Punkt wäre.

Vielleicht traf das alles sogar in einigen geschichtlichen Phasen einmal für eine kurze Zeit zu...

Nun, der letzte Politiker, von dem ich glaube, dass das Wohl Deutschlands noch eine Rolle gespielt haben mag, war Helmut Schmidt, in Zukunft erwarten uns die Missfelders und Guttenbergs.
Die Demokratie ist dem Diktat des Geldes unterworfen, das Geld liegt in den Händer anonymer Superbehörden ausserhalb echter staatlicher Kontrolle. Die Bevölkerung wird ruhig gestellt.
Eine Änderung wird erst kommen, wenn die Eliten so dämlich und gierig werden, dass sie den normalen Menschen so wenig lassen, dass diese nichts mehr zu verlieren haben.
Ok, die deutsche Bevölkerung kann immer noch sehr viel verlieren aber die Anzeichen für ausgeprägte Eliten-Dämlichkeit sind nicht mehr zu übersehen.
Deutschland scheint sowieso unter ausgesprochen dämlichen Eliten zu leiden, wenn man sich so die Geschichte anguckt. Vermutlich kann man den Deutschen den Vorwurf machen, viel zu gutmütig und brav mit ihren Eliten zu sein und zu wenig fordernd.
Vielleicht gibt es ja im Laufe der dritten schweren Katastrophe in knapp hundert Jahren eine echte Besserung...

Man soll vorsichtig sein, in dem was man sich wünscht, es könnte eintreten!

mfg


Hallo Herr Kreutzer und Hallo Leser,

Ich finde Ihren Artikel überaus gelungen.

Es gibt nur einen Weg raus aus der "Matrix" ,das Volk muss aufwachen und
laut BRÜÜÜÜLLLLEN .

Es hilft also nix - Jeder von uns sollte soviel wie möglich Aufklärungsarbeit machen - Info blätter mit allgemeinem Einstieg und weiterführende Links z.B. diese Seite drucken und an Mitmenschen verteilen

viva la revolution

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Sehr geehrter Herr Kreutzer,

dieser Paukenschlag gehört wieder mal in die Rubrik: "besonders gelungen!".

Wenn ich mit meinen Mitmenschen über das aktuelle Tagesgeschehen plaudere, bin ich immer wieder erschüttert, wie viel Desinteresse und Berlin-Politiker-Gläubigkeit in den Köpfen steckt.

Sicher: Hellseher sind wir alle nicht, aber mit wachen Verstand kann man sich ausmalen, dass dieses Theater (sie nannten es "Kino") nicht ewig so weiter geht. Nur eines ist sicher: Die gesamte Politiker- und Funktionärs-Riege (manche Zeitgenossen verwenden den etwas boshaften Begriff "Parasiten") wird nicht tatenlos zusehen, wie deren Macht infolge Geldmangel dahinschwindet. Aus dieser Ecke vermute ich, dass der Reset-Knopf gedrückt wird. Wenn erst mal Anarchie herrscht, wird es schwierig, die alten Bevormundungs- und Einschüchterungszustände wieder herzustellen.

Beispiel? Um einen Familienvater richtig in die Enge zu treiben, reicht ein EDV-erstellter Brief einer Behörde, wo man den Bau eines Kinder-Baum-Hauses baurechtlich in Frage stellt. Aufwand: eine Briefmarke für 0,55 EUR.

Meine Bitte an Sie: Weiter so.
Und Danke für die Mühen.


Sehr geehrter Herr Kreutzer,

danke für diese Einschätzung, so sagt man doch heute wohl nichtssagend im TV.

Daß das alles nicht mehr normal ist, braucht man sicher nicht weiter zu diskutieren. Allerdings fürchte ich, daß Ihr Artikel nur noch von wenigen unserer Mitprimaten verstanden wird, aus den verschiedensten
Gründen. Da ist Lesen und Denken gefragt.

Ich wundere mich nur über die Psychiater dieser Welt. Wo bleiben sie in diesem ganzen Irrgarten? Ich meine, sie sollten schon erkennen, was oder wer uns wirklich krank macht; nur, wenn dem so ist, warum
unternehmen sie nichts? Sie hätten die ganz legale Möglichkeit, diese kranken Hirne in Wirtschaft und Regierung aus dem Verkehr zu ziehen. Sie täten der menschlichen Gesellschaft eine Wohltat, die sie ingesamt sogar noch billiger käme als dieser ganze Faschingszauber, der zur Zeit über die Weltbühne rollt.

Und ganz nebenbei, über die Facharzthonorare ließe sich da sicherlich auch noch reden...

Herr Kreutzer, ich fürchte, es ist bereits zu spät; das Abnormale ist bereits Normalität!

Freundlichen Gruß!


Sehr geehrter Herr Kreutzer,

> Dafür zu arbeiten, dafür sollte sich jeder zu schade sein.
> Stattdessen für eine Arbeitszeitverkürzung einzutreten,
> die endlich die Masse der Arbeitslosen von der Straße
> und allen mehr Freizeit und damit mehr Lebensqualität
> bringt, wäre die einzig richtige Einstellung.

Da haben Sie (mal wieder) den Nagel auf den Kopf getroffen. Und - um im Bild zu bleiben - das Wahlvolk läßt sich vermutlich auch wieder zur nächsten Wahl von den allfälligen, vollmundigen Ankündigungen über die ganz bestimmt und sofort nach der Wahl ausbrechende Vollbeschäftigung verführen. Schließlich ist man ja durch die Theorie in den Massenmedien und durch die Praxis namens Hartz 4 und "Stütze" gut konditioniert und weiß daher, daß die ewige Vollbeschäftigung das edle Ziel allen Strebens sein muß.

Daß man die Produktivitätssteigerungen auch zur Abwechslung mal anders verwenden könnte, darauf kommt irgendwie keiner. Dabei heißt es doch Leistung = Arbeit pro Zeiteinheit ... ?

Freundliche Grüße,

Lieber Herr Kreutzer,

Sie sprechen mir aus der Seele! Wir selbst bestimmen unsere Realität und verstricken uns nur allzu leicht in einem Gewühl aus Lügen, Märchen, Hoffnungen und Enttäuschungen. Was kommt einem da besser gelegen als ein ausgelassener Tanz ums Goldene Kalb, der uns unsere selbst verschuldete Tristheit vergessen lässt und der nur deshalb ewig weitergeht, weil sonst auch der letzten "blöden Kuh" auffallen würde, wie öde das Leben
im Stall geworden ist. Jeden Tag das gleiche Futter, jeden Tag der selbe Bauer, jeden Tag die gleichen Nachbarkühe! Keine frische Luft, kein Gras unter den Hufen, kein blauer Himmel!


Und wie gerne lassen wir uns mitreißen in diesen Strudel, um mit den immer gleichen Leuten, im immer gleichen Büro für den immer gleichen Eigentümer zu werkeln mit der vagen Hoffnung darauf, dass dereinst alles besser sein würde. Man müsse nur kräftig weitermachen und die "Bewährunsprobe" meistern, dann meint es das "Schicksal" nur gut mit uns (um nur ein paar Stichworte aus Herrn Köhlers Rede - völlig aus dem
Zusammenhang gerissen - zu zitieren).
Die Aussichtslosigkeit, selbst etwas in einer Gesellschaft aus festgefahrenen Ritualen (Politik) und zementierten Rechten (Eigentum) verändern zu können, sowie die faktische Machtlosigkeit des Volkes (Wahlen) machen gefügig.

Statt sich aufzulehnen, nimmt die "blöde Kuh" was sie kriegen kann - denn ihr ist der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach! Wir fühlen uns gebunden an schriftliche Vereinbarungen, die wir größtenteils gar nicht selbst getroffen haben. Dabei könnten wir alles, was geschrieben steht, durchstreichen oder ausradieren und den Aufsatz neu beginnen. 1949 ist dies einmal geschehen und 1918 ebenfalls, ebenso wie 1871 - bemerkenswert und erschreckend, dass es immer einen vorhergehenden Krieg dazu bedurfte.

Was aber würde uns - das Volk - daran hindern, unsere Spielregeln im Stall neu aufzustellen? Was würde uns daran hindern, aus dem Stall auszubrechen und ihn abzureißen? Was würde uns daran hindern, das bereits bestehende Gerüst von 1949 mit Leben zu füllen? Was würde es uns kosten, endlich Eigentumsschranken aufzustellen oder ein neues Geldsystem zu entwerfen?
Angemessene Teilhabe - diesen Begriff habe ich aus Ihren Büchern gelernt, Herr Kreutzer - ist wie die Freiheit des einzelnen, welche die Freiheit des anderen nicht einschränken darf. Angemessene Teilhabe an Grund und Geld ist die Essenz eines freien Lebens. Im Gegensatz zum Kommunismus, der das Eigentum verteufelt (alles gehört allen, also niemandem etwas), verherrlicht der Kapitalismus das Eigentum und erklärt es für sakrosankt. Wie häufig - so glaube ich - liegt wohl die Wahrheit in der Mitte und die Formel heißt: "angemessene Teilhabe".

Mit freundlichen Grüßen,


Jagen wir doch einfach die Diebe vom Hof.
Aber die blöde Kuh, die es gewohnt ist sich melken lassen, sagt sich, warum sol ich was tun.

Ich habe so viele Manager (BWL-Dummköpfe) gefragt, ob sie einer verwelkten Rose im Garten Dünger geben?
Alle haben sie JA gesagt.
Das Volk ist zu dumm, die wahre Historie zu verstehen. Das Volk ist zu dumm, die eigenen Gesetze zu lesen.

Also müßen wir ALLE unter der Dummheit der wenigen büssen. Ihre Mail bzw. Ihre Meinung ist richtig und ich schließe mich dem an.

Grüße
aus dem Freistaat Sachsen, der ohne Volkszustimmung zur BRD annektiert wurde

Hallo Herr Kreutzer,

vielen Dank, ein super-knackiger Artikel!
Alles Gute, freundliche Gedanken und Grüße,


sehr gut herr kreutzer! kompliment, das ist mit herzblut geschrieben.
liest sich wie butter. schade nur, dass die kühe nicht lesen können.

herzliche grüsse


"Wenn ich eines in der Matrix gelernt habe, dann das:

Unwissenheit ist ein Segen" - Cypher



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