Paukenschlag am Donnerstag
No. 11/2009
vom 19. März 2009

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

keine
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Billionen- und Konsonantenverdoppelung

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Leserbriefe
 
Paukenschläge 2009 (ältere)
1 Steinbrück, Peer
2 Die Würde des Menschen ist nicht mehr ertastbar
3 Asymmetrisches Treiben
4 Wenn Banken baden geh'n - Bad Bank
5 Schuldenbremser
6 Die Liquiditätsblase
7 Abwrackprämie für Bänke
8 Bankenkrisenprotektion
9 Währungskrieg gegen die Eurozone
10 Opel, zum Beispiel
 
 Antides
 
 Volkszornindex

Der aktuelle Wert
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
Billionen- und
Konsonantenverdoppelung

Vom Segen der Verdoppppelung
von Billionen Dollar, einsamen Konsonanten
und anderem.
 
Heute frisch vom Ticker:
Fed pumpt eine Billion Dollar
in US-Wirtschaft
 
Wenn Konsonanten im Text so verteilt würden, wie derzeit das Geld von den Notenbanken,
 
wirrr errrttttrrrrrännnnnnkkkkkkkkennnn innnnn einnnner schschschschschier ufffferrrrllllosen Bbbbuchchchchchchssssssttttabbbbenssssuppppppppe.
 
 
Nun hat die Fed ihr Füllhorn frisch aufpoliert, denn es soll Freude aufkommen, wenn sie daraus in Kürze eine weitere Billion Dollar in die Welt setzen wird, als ob die Welt den Dollar nicht längst ebenso verzweifelt zu bannen versuchte, wie einst der Zauberlehrling den Besen. Walle! walle ... (beachten Sie auch hier, wie schon bei Meister Goethe, die unheilkündenden Doppekonsonanten im Doppelpack die Dramatik steigern!).
Walle! walle manche Strecke, daß, zum Zwecke, Wasser fließe und mit reichem, vollem Schwalle zu dem Bade sich ergieße.
 
Was ist das nun also, mit der weiteren Billion?
Wird sie der US-Wirtschaft aus der Krise helfen?
 
Natürlich nicht.
Entgegen der vollmundig unüberlegten Überschrift wird da ja nicht einfach eine Billion (aus irgendeinem Brunnenschacht) mit Geisteskräften in die Wirtschaft gepumpt.
 
 
Es ist genau andersherum.
 
Die USA als Staat, und viele US Banken, haben in der jüngeren Vergangenheit viele, viele Billionen US-Dollar gepumpt. Gepumpt hier eher umgangssprachlich im Sinne von "geliehen", "Kredit genommen", "sich verschulden" gebraucht, nicht im Sinne von "Fördern", wie bei Öl, oder "Aufpumpen", wie bei Fahrradreifen.
 
Für diese gepumpten Gelder haben sich die Gläubiger (von denen übrigens praktisch nie die Rede ist - dabei spielen sie die Hauptrolle in der Schmierenkomödie namens Finanzkrise), Schuldscheine unterschiedlichster Art ausstellen lassen. Die Schuldscheine des Staates heißen "Staatsanleihen" oder "Schatzbriefe", die der Banken nennt man Anleihen, Pfandbriefe, Obligationen usw., es sind Papiere, mit denen letztlich "Schulden von Kreditnehmern" der Bank "verbrieft" und damit als "Schulden der Bank" an Anleger/Einleger weitergereicht werden, doch letztlich handelt es sich bei allen diesen Papieren um nichts anderes als um stinknormale Schuldscheine, aus denen hervorgeht, wer, wann, wieviel Geld an den Inhaber des Schuldscheins zurückzuzahlen hat - und wie viel Zinsen bis dahin fällig werden.

Die Billion, von der jetzt die Rede ist, ist also eigentlich schon in die Wirtschaft und den Staatshaushalt gepumpt worden, nämlich genau zu dem Zeitpunkt, als die Kredite aufgenommen und ausgezahlt wurden.
 
Diese Vorgeschichte zu übersehen führt leicht zu einer völlig falschen Einschätzung der Situation und macht es unmöglich zu verstehen, was die Fed da jetzt eigentlich angekündigt hat.
 
Die Fed will nämlich eine Billion Dollar in die Hand nehmen, um genau solche Schuldscheine aufzukaufen.

Um abzuklären, welche Folgen das haben wird, ist es nützlich, einige trivial erscheinende Fragen zu stellen.
 
  • Wer erhält das Geld aus dem Verkauf der Schuldscheine?
  • Woher nimmt die Fed das Geld, um die Schuldscheine aufzukaufen?
  • Welches Interesse haben die Gläubiger, ihre Schuldscheine zu verkaufen?
  • Welches Interesse hat die Fed, diese Schuldscheine zu erwerben?
 

Geldempfänger


sind die Gläubiger. Diese Gläubiger sind letztlich Privatpersonen, die solche Papiere direkt, oder indirekt über Beteiligungen an Banken und anderen Unternehmen, in ihrem Besitz haben.
 
Geldempfänger ist
nicht
"Die Wirtschaft".
 
 
Geldherkunft
 
Die Fed schreibt die Billion den Gläubigern einfach gut, ohne diese Billion selbst besessen zu haben.
Das ist das tatsächliche Geschehen.
Die malerische Umschreibung dafür lautet:
Die Fed nimmt Banknotenpapier und Farbe und verwandelt diese Zutaten mittels Druckplatten und zweckdienlichen Maschinen in Geld.
Es handelt sich um Geldschöpfung aus dem Nichts, um fiat money. Allerdings mit einer kleinen, aber wichtigen Feinheit, auf die noch eingegangen werden muss:

Das Geld für den Ankauf existiert nicht.
Die Fed verdoppelt schlicht die mit den ursprünglichen Krediten in die Welt gesetzte
Geldmenge, ohne dass sich damit die Forderungen an die Primärschuldner verdoppeln.
 
 Zum schrittweisen Nachvollzug dieser Überlegung hier klicken
 
 
Gläubigerinteresse

Die Gläubiger wissen am besten, was ihre Schuldscheine wert sind: Nichts.
Die Gläubiger stecken bis zum Hals in übelriechenden Exkrementen. Etliche der in ihrem Eigentum befindlichen Banken sind längst insolvent, betreiben aber als Untote weiterhin ihre entsetzlichen Geschäfte, andere haben noch einen Hauch von Leben in sich, und sollen als Geldmaschinen erhalten bleiben.
 
Da ist es doch nur allzu verständlich, wenn die Gläubiger "vollkommen wertlose" Papiere gegen Dollars eintauschen, die ja glücklicherweise immer noch einen gewissen Wert darstellen - weil eben alle neuen Dollars mit allen alten Dollars in einen großen Topf geworfen werden, bei dem laufend ein Durchschnittswert ermittelt wird, obwohl die neu hinzugekommene Geldmenge für sich betrachtet exakt so viel wert ist, wie die dafür erworbenen Schrottpapiere. Nichts.
 
Gläubiger retten mit dem Forderungsverkauf ihr Vermögen.
(Falls sie es schaffen, die vielen, vielen Dollars, denen kein adäquates Warenangebot gegenübersteht, vor dem Beginn der Hyperinflation in Sachwerte umzutauschen. Falls nicht, nicht.)
 
Fed-Interesse

Fed-Interessen sind die Interessen der Fed-Eigentümer, also der US-Banken und deren Eigentümer.
Alles was hilft, den Zusammenbruch des Bankensystems so lange hinauszuzögern, wie es noch möglich ist, Unsummen frischen Geldes in die Taschen der immer gleichen alten Reichen zu spülen, die sich im Gegenzug ihrer Schrottpapiere entledigen, ist im Interesse der Fed.
 
Das Interesse der Fed und das Interesse der Volkswirtschaft der USA sind nicht fix aneinander gekoppelt. Jetzt scheint die Zeit gekommen, in der diese Interessen diametral auseinander laufen.

Die Wahrung der Gläubigerinteressen scheint derzeit das vorrangige Interesse der Fed zu sein.
 
 
Wirkung:
 
Eine Billion Dollar mehr in der Welt ist zwar zunächst einmal inflationsfördernd und scheint den Gläubigern damit zu schaden, zumindest aber nicht zu nützen.
 
Doch eine Billion Dollar mehr in der Welt hat eine zweite Wirkung.
Die Relationen der Anspruchsvolumina der Geldvermögenden können sich verschieben.
 
Man muss die zusätzlichen Dollars nur geschickt platzieren, also nicht mit der Gießkanne über Gerechte und Ungerechte verteilen, sondern so punktgenau zuteilen, dass sich die Verteilung des Geldvermögens zugunsten der zu Begünstigenden verschiebt.

Wenn es schon so ist, dass am Ende eine Markträumung stattfindet, bei der alles Geld aufgewendet werden wird um alles käufliche Werthaltige zu erwerben, dann ist der im Vorteil, der mit mehr Geld antritt.
 
Auch in der Inflation und in der Hyperinflation ist es von großem Vorteil, mehr Geld zu besitzen als alle anderen.
 
Und darauf arbeiten sie jetzt hin.
Mit Billionenspritzen.
In den USA, in England, in Japan ...
Überall, außer in der EU.
 
Die EZB hat nämlich noch einen Zinssenkungsspielraum,
heißt es.
 
Und die EU-Finanz- und Wirtschaftsminister - unsere vorneweg - sind froh, dass Ihnen die EZB und der Oberkommissar und die Nebenkommissare die Verantwortung abnehmen.
 
 

 
Nachrangiges Thema:

Konsonantenverdoppelung im Inland
 
Als das ZDF mit der sogenannten Doku-Show "Unsere Besten" den in meinen Augen idiotischen Versuch unternahm, seinen Zuschauern einzureden, man könne Martin Luthers Mut, seinem Papst Paroli zu bieten und Sophie Scholls Mut, dem Faschismus Paroli zu bieten, mit ein und derselben eindimensionalen Messlatte abmessen und bewerten, man könne Ludwig van Beethovens Kampf gegen die Alterschwerhörigkeit und Konrad Adenauers Vertrauen in die Kraft seines Altersstarrsinn gegeneinander abwägen und man könne letztlich sogar quer durch die Jahrhunderte und die Fachrichtungen eine Rangreihe (ranking) der besten Deutschen aufstellen, da war Johannes Gutenberg, der Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern, mit unter den Nominierten, landete am Schluss aber, hinter Adenauer, Luther, Marx, Scholl, Brandt, Bach und Goethe nur auf Platz 8, jedoch vor Bismarck (9) und Einstein (10).
(Welch ein Blödsinn!)
 
Aber da wusste die Welt noch nichts vom wirklich Größten, vom Allerallgegenwärtigsten, von von und zu Guttenberg.
 
Kabbalistiker, die sich der Kunst der Namensdeutung per Numerologie verschrieben haben, wissen, dass der Unterschied zwischen Gutenberg und Guttenberg, jenes einfache, kleine, kurze trockene "t'', für den Träger dieses Namens zunächst einmal - positiv gesehen - ein Mehr an Eloquenz und diplomatischem Geschick bedeutet, was bei negativer Ausprägung aber auch auf ein intrigantes, und der Wahrheit bei Bedarf abholdes Wesen hindeuten kann.
 
Es würde zu weit führen, diese numerologische Studie bis in die letzte Feinheit zu betreiben, doch dass der ein-t-ige Gutenberg auf seine Mitmenschen einen eher positiven Eindruck machte, weil er sich nicht von ihnen abgrenzte, sondern mit ihnen und für sie arbeitete, während ein doppel-t-iger Guttenberg - nach kabbalistischer Deutung - ein eher distanzierter, sich seiner Bildung und elitären Herkunft bewusster Mensch, sich mit dem Volk nicht so leicht gemein machen will, das sollte noch erwähnt werden, wie auch die Annahme, dass beiden, dem Gutenberg mit nur einem und dem Guttenberg mit dem doppelten "t" die Neigung zu eigen ist, sich nichts sehnlicher zu wünschen, als sich ruhend und kraftschöpfend auf das enge Geviert des Bekannten, möglichst auf eigenem Grund und Boden, zu beschränken. Eine Sehnsucht, die Gutenberg, dem Ein-t-igen, nie erfüllt wurde, weil sein ganzes Leben - aus kabbalistischer Erkenntnis gesehen - ein wild bewegtes Kaleidoskop von Aufregung, Abwechslung, Ausschweifung von, Leid, Tragik und Getriebenheit war. Dem zwei-t-igen Guttenberg jedoch, dem - nach kabbalistischer Namensdeutung - die Gabe der weitschweifigen Schwafelei zu Gebote steht, hinter der er er sich, wann immer es ihm beliebt, wie der Tintenfisch hinter der Tinte, vortrefflich zu verbergen weiß, gelingt es mühelos, immer wieder ungestört hinter dem Horizont des eigenen Gartenzaunes abzutauchen.
 
Die Frage, warum ausgerechnet von und zu Guttenberg, der Doppel-t-ige, Wirtschaftsminister werden musste, wird von Tag zu Tag dringlicher. Er ist es ja nicht nur geworden, er wird auch in einer schon grotesk wirkenden Art und Weise inszeniert und hofiert, medial präsentiert und - mangels zitierwürdiger Masse bislang nur gelegentlich - aber eben doch auch zitiert, dass ihm auszuweichen eine Kunst ist, die vermutlich nur Koma-Patienten beherrschen - und selbst da bestehen Restzweifel.
 
Der strahlende Komet am deutschen Polithimmel - oder doch nur eine
Feuerwerksrakete, deren Leuchten bis zur Bundestagswahl die Rückbesinnung der Union auf ihre wirtschaftspolitische Kernkompetenz symbolisieren soll?

Ein Leuchtturm, der der deutschen Wirtschaft helfen wird, wieder auf den rechten Kurs zu kommen, oder doch nur ein superhelles Irrlicht, geeignet, den Glanz der Kanzlerin zu überstrahlen und deren Rivalen Gelegenheit zu geben, sich - bis zur Wahl - im hellen Schein des Doppel-t-igen zu präsentieren?
 
Er war jetzt mit gewaltigem Journalistentross in Amerika.
Es sei um OPEL gegangen, heißt es.
Man habe ihm Pläne vorgelegt.
Die habe er als unzureichend angesehen.
Es sei um deutsches Geld gegangen,
das nicht nach Amerika fließen soll,
soll er in Amerika den Amerikanern gesagt haben.
 
Da sollen die ihm gesagt haben,
dass sei im gegenseitigen Interesse.
Auch amerikanisches Geld solle nicht nach Deutschland fließen.
Da soll er nicht auf die Idee gekommen sein,
dass damit auf die 11,8 Milliarden Dollar angespielt worden sein könnte,
die alleine die Deutsche Bank aus den Rettungsgeldern für die AIG eingestrichen hat.
 
Nein, Opel wird von und zu Guttenberg, der Doppel-t-ige, nicht retten.
 
OPPEL,
wenn die Firma Oppel hieße,

Oppel vielleicht.
 
Noch nachrangiger
Peer Steinbrück, der untote Sparminister mit dem weit in die Zukunft geschobenen, aber immer noch unbeirrt hochgehaltenen Ziel des ausgeglichenen Haushalts, hat sich in der Schweiz unbeliebt gemacht. Ihm wird zur Last gelegt, er habe maßgeblich dazu beigetragen, das Bankgeheimnis der Schweiz aufzuheben - und dabei hat sich ein Abgeordneter des Schweizer Bundesparlaments, Thomas Müller von der christdemokratischen Volkspartei CVP, mit einem besonders starken Spruch hervorgetan:
     
     
"Peer Steinbrück, das darf man in aller Offenheit sagen,
definiert das Bild des hässlichen Deutschen neu.
Er erinnert mich an jene Generation von Deutschen,
die vor 60 Jahren mit Ledermantel, Stiefel und Armbinde
durch die Gassen gegangen sind."
 
 
Mit dem zeitlichen Abstand mag sich Herr Müller um ein paar Jahre geirrt haben, auch vergleichbare Absichten kann sicherlich bei ernsthafter Prüfung niemand unterstellen - aber mit der ihm eigenen Arroganz und Überheblichkeit, damit könnte Steinbrück tatsächlich eine Steilvorlage für diesen ansonsten unmäßigen Vergleich geliefert haben.
 
Allerdings hat die deutsche Regierung zu keinem Zeitpunkt ernsthaft erwogen, die Bundeswehr -- in Ermangelung jener "siebten Kavallerie vor Yuma", die Steinbrück meinte, bei Bedarf ausreiten lassen zu können -- zu einer Strafaktion in die Schweiz in Marsch zu setzen.
 
Sie haben also eigentlich keinen Grund, sich aufzuregen.
Die Schweizer.
 
Bellen und Beißen sind zweierlei.
Vielleicht wollte er ja auch nur spielen...

 
 
 

 Beispiel für die Billionenverdoppelung

Am besten, Sie betrachten das hier aufgeführte Beispiel als Spielanleitung für ein Rollenspiel, bei dem folgende Rollen besetzt sind:

  • Primärschuldner
  • Bank (=Bank/Bankensystem incl. Zentralbank)
  • Einleger (=Einleger/Nichtbanken/Wirtschaft/Staat)

(stehen mehr Personen zur Verfügung, können die zusammengefassten Rollenpersonen auch isoliert gespielt werden)

1. Akt - Schulden

Der Primärschuldner nimmt einen Kredit auf. Er erhält von der Bank 1.000 Dollar, die Bank hat eine Kreditforderung über 1.000 Dollar an den Primärschuldner.
Der Primärschuldner erhält einen Zettelkastenzettel mit der Aufschrift "1.000 Dollar", die Bank erhält einen Zettelkastenzettel mit der Aufschrift "Forderung über 1.000 Dollar".

Die ersten 1.000 Dollar sind in die Welt gesetzt.

2. Akt - Gewinne

Der Primärschuldner verkonsumiert das Geld. Seine Einkäufe bringen Geld in die Kassen des Handels, dann in die Kassen der Industrie, werden schließlich zu Löhnen und Gehältern, zu Steuern und Abgaben, die letztlich wiederum zu Umsätzen des Handels werden ... Und bei jeder Transaktion wird ein Teil des anfänglich in Umlauf gebrachten Geldes als Gewinn einbehalten. Diese Gewinne fallen der Rollenfigur "Einleger" zu, die nach wenigen Runden die kompletten 1.000 Dollar auf sich vereinigt und damit Pfandbriefe der Bank kauft.

Der Zettelkastenzettel "Forderung über 1.000 Dollar" bleibt bei der Bank.
Die Bank erhält den Zettelkastenzettel "1.000 Dollar"
Der Einleger erhält einen Zettelkastenzettel mit der Aufschrift "Forderung über 1.000 Dollar gegen die Bank"

3. Akt - Spekulation

Ausländische Aktien erweisen sich als rentabler als Pfandbriefe.
(nur zum Beispiel, es gibt viele andere Anlässe für die im Folgenden beschriebene Veränderung)

Der Einleger verkauft seinen Pfandbrief (seine Forderung an seine Bank) an der Börse - der neue Eigentümer ist eine andere Bank - und investiert an einer ausländischen Börse in Aktien.
Die 1.000 Dollar haben den Wirtschaftsraum der betrachteten Volkswirtschaft verlassen und bilden jetzt die Devisenreserven einer fremden Zentralbank.

Im Bankensystem befindet sich kein Geld mehr, lediglich ein Schuldschein des Primärgläubigers begründet eine Forderung, doch weil kein Geld mehr im System ist, kann der Primärgläubiger nicht tilgen. Der Schuldschein der einen Bank, der sich als Forderunge im Besitz einer anderen Bank befindet, saldiert sich innerhalb des Bankensystems zu Null. Der Einleger besitzt Aktien, hat aber auch kein Geld mehr.

Im Rollenspiel wandert der Zettelkastenzettel "Forderung über 1.000 Dollar gegen die Bank" vom Einleger an die Bank, im Gegenzug erhält der Einleger den Zettel "1.000 Dollar". Diese Aufschrift wird durchgestrichen und durch die Aufschrift "Aktien" ersetzt.

Es ist ein klassisches Patt entstanden.
Das Geld ist entschwunden, die eine Bank hat eine Forderung gegen eine andere Bank, die aber uneinbringlich ist, weil kein Geld mehr im System ist. Eine nächste Bank hat eine Forderung gegen den Primärschuldner, die aber ebenfalls uneinbringlich ist, weil im ganzen System kein Geld mehr exisitiert.

4. Akt - Rettungsversuch

Der Rettungsversuch erfolgt durch die Zentralbank, die der einen Bank die Forderung gegen die andere Bank abkauft. Der Zettel mit der Aufschrift "Forderung über 1.000 Dollar an die Bank" wandert zur Zentralbank. Ein neuer Zettel wird mit der Aufschrift "1.000 Dollar" versehen und der Bank übergeben.

Die zweiten 1.000 Dollar sind in die Welt gesetzt.

Im Endeffekt finden wir die Akteure wie folgt vor:

  • Den Primärschuldner, mit einer Schuld von 1.000 Dollar
    ~die er weiterhin nicht bedienen kann, weil immer noch kein Geld im Umlauf ist.
  • Eine Bank, mit einer Schuld von 1.000 Dollar und einer Forderung über 1.000 Dollar gegen den Primärschuldner,
    ~auch dieser Bank ist nicht geholfen. Die Forderung gegen den Primärschuldner ist uneinbringlich, aber die Schuld bei der Zentralbank kann jederzeit eingefordert werden.
  • Eine zweite Bank, mit 1.000 Dollar Zentralbankgeld
    ~Diese Bank wäre jetzt theoretisch in der Lage, neue Kredite zu vergeben. Nur ist weit und breit
    kein potentieller Schuldner mit ausreichender Bonität in Sicht. Vor allem der Primärschuldner ist nach wie vor überschuldet und kommt nicht in Frage.
  • Einen Anleger mit Aktien unbestimmten Wertes
  • Eine ausländische Zentralbank mit 1.000 Dollar Währungsreserve,
    ~Geld, das jederzeit in den eigenen Währungsraum zurückschwappen und die Inflation anheizen kann.
  • die eigene Zentralbank mit einer Forderung gegen eine Bank über 1.000 Dollar,
    ~die davon aber auch nichts hat, solange diese Bank nicht in der Lage ist, Geschäft zu generieren und
    Gewinne zu schreiben, die ausreichen, diese Schuld zu tilgen.
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