Paukenschlag am Donnerstag
No. 6/2008
vom 7. Februar 2008 (tatsächlich erst am 11.2. erschienen)

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Unsere Freiheit

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Leserbriefe
 
Paukenschläge 2008 (ältere)
1 Knut Beck
2 Bürgerkriech
3 Estate, real estate
4 Nur Börsencrash?
5 Unsere Freiheit 1
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Unsere Freiheit - Teil 2

Der erste Teil dieser Betrachtung endete mit folgenden Sätzen:

"Wenn Freiheit zu Gunsten der Gemeinschaft sinnvoll aufgelöst oder beschränkt wird,
entstehen daraus nicht nur Rechte und Pflichten,
sondern darüber hinaus auch ein "Gemeinschaftsgewinn"

Ein Freiheitsideal kann also durch die Übertragung von Pflichten und Verantwortung nicht beschädigt werden, wohl aber durch Beschränkungen der Freiheit, sich zu entfalten und zu entwickeln, durch die Beschränkung der der Freiheit, Geheimnisse vor der Gesellschaft zu haben, der Freiheit, sorglos auf die Unverletzlichkeit der Wohnung, des Post- und Telekommunikationsgeheimnisses vertrauen zu dürfen, der Freiheit sich friedlich zu versammeln und der Freiheit, sich seine Regeln - von der Europäischen Verfassung bis zur Gemeindeordnung - in demokratischen Prozessen, die den Namen verdienen, selbst zu geben.

Erst wenn die Einordnung in die Gemeinschaft mit der Freiheit zur Entfaltung der Persönlichkeit belohnt wird, erweist sich die Gesellschaft insgesamt als stabil, lebens- und leistungsfähig.

 

Darauf aufbauend kann nun versucht werden, die zweite wichtige Fragestellung zu beantworten:

Wie kann der Kreis der Menschen umschrieben werden, die gemeinsam das schaffen, weiterentwickeln, bewahren und verteidigen, was jeder einzelne davon als jene gemeinsame Errungenschaft versteht, die wir "unsere Freiheit" nennen?


Teil 2

Gemeinschaft in Freiheit
drinnen und draußen

Am Reichstag in Berlin prangt seit Weihnachten 1916 in sechzig Zentimeter hohen Lettern die Widmung:

"DEM DEUTSCHEN VOLKE"

Im Jahre 2000 hat dem der Künstler Hans Haacke im Reichstag ein Kunstobjekt entgegengestellt, das den Titel trägt:

"DER DEUTSCHEN BEVÖLKERUNG"

 

Der Unterschied im Wortlaut der Widmungen ist gering, aber der Widerstand, den der Künstler und die Befürworter seines Projekts zu überwinden hatten, war enorm.

Auch und gerade durch diesen vehementen Widerstand hat Haackes Aktion wie keine andere dazu beigetragen, auf den durchaus vorhanden inhaltlichen Unterschied zwischen den Begriffen "Volk" und "Bevölkerung" hinzuweisen und damit viele, die sich für solche Feinheiten bis dahin nicht interessiert hatten, in eine Diskussion hineinzuziehen, die sich um eine Grenzlinie dreht, die auf keiner Landkarte zu finden ist.

Eine Diskussion, die von so vielen Interessen so leidenschaftlich befeuert wird, dass dabei längst alles durcheinandergeworfen ist, was fein säuberlich getrennt und unabhängig voneinander behandelt werden muss, wenn es gelingen soll, den Kern des Problems freizulegen und eine Antwort auf die Fragen zu geben:

"Was ist Deutschland - und wer ist Deutscher?"


Der historische Ansatz

Die Geschichtsbücher haben für diese Fragestellung die unterschiedlichsten Antworten.

Es kommt ganz darauf an, in welchem Jahrhundert und in welchem Jahrzehnt man nach Herrschaftsbereichen sucht, deren Gebiete sich mit dem Gebiet des Deutschlands unserer Tage überschneiden. Entsprechend vielfältig sind die Kombinationen von Stämmen und Volksgruppen, die jene Reiche bevölkerten und sich dabei auch munter vermischten.

Wer ernsthaft versucht, in den Höhen und Tiefen der europäischen Geschichte die unverwechselbaren Spuren eines ursprünglichen "deutschen Volkes" zu finden und deren direkte Nachfahren als die wahren Erben deutscher Geschichte zu identifizieren, der wird schnell einsehen, dass das ein müßiges, unsinniges und letztlich auch unseliges Unterfangen ist. Wer dennoch daran geht, eine völkische Theorie aufzustellen und dafür nach Beweisen sucht, wird für fast jede gewünschte Aussage auch die passenden Beweise finden - er muss nur vernagelt genug sein, alle übrigen geschichtlichen Fakten, die seinem Bild widersprechen, schlicht zu übersehen.

Es gibt einerseits die lange und wechselvolle Geschichte Europas
mit ihren sich ständig verändernden Herrschaftsgebieten, Staatenbildungen und großen Völkerwanderungen, die nicht nur auf den Hunneneinfall und die Wanderungen der Goten, Vandalen und Langobarden beschränkt blieben. Auch jüngere Wanderungsbewegungen, wie z.B. die Ansiedlung von Millionen Polen im Ruhrgebiet, wo die beginnende Industrialisierung im ausgehenden 19. Jahrhundert Arbeitskräfte aus aller Herren Länder anzog, gehören zu den Fakten, welche die Geschichte Europas beeinflussten.

Andererseits gibt es die relativ kurze Geschichte Deutschlands,
das eben nicht 9 nach Christus von Armin dem Cherusker im Teutoburger Wald, oder um 800 nach Christus von Karl dem Großen, sondern erst 1871 mit der Proklamation des "Deutschen Reiches" gegründet wurde und als Staat entstanden ist.

Dass dieser Staat vor nunmehr 137 Jahren nicht nur über ein Staatsgebiet, sondern mit den Menschen, die auf diesem Staatsgebiet lebten, auch über ein Staatsvolk verfügte, ist die zwangsläufige Folge Bismarck'scher Politik, hat aber, ohne die Größe seiner Leistung damit beschneiden zu wollen, dennoch keine anderen Menschen hervorgebracht, als jene, die zu diesem Zeitpunkt im Gebiet des neugegründeten Reiches siedelten.

Es ist weder 1871 noch irgendwann davor oder danach
durch einen speziellen Schöpfungsakt ein "Deutsches Volk" entstanden,
das über besondere und einzigartige Fähigkeiten und Merkmale verfügte.

Die noch darüber hinausreichende Idee, alle Deutschen seien Angehörige einer ganz besonderen Rasse, ist einfach nur abwegig.

Wenn wir also heute darüber nachdenken, wie "Freiheit" in Deutschland - am besten schon ab morgen - vernünftig und gerecht zu gestalten sei, dann wird die Geschichte bei der Frage, für wen diese Freiheiten gelten sollen, nicht viel weiter helfen, weil es eine eindeutige abstammungsgeschichtliche Antwort auf die Frage: "Wer ist Deutscher?", nicht gibt.

 

Der pragmatische Ansatz

Ausgangspunkt für die Frage: "Wer gehört zu uns?", kann nur die Gegenwart sein.

In der Gegenwart leben aber auf dem Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland nicht nur jene Menschen, die aufgrund ihrer Abstammung und Gebietszugehörigkeit von 1871 an als Deutsche gelten können, sondern auch jene Menschen und ihre Nachkommen, die wir einst als Gastarbeiter ins Land geholt haben, um mit Hilfe ihrer Arbeit die Industrialisierung zu voranzutreiben und - später - das Wirtschaftswunder zur höchsten Blüte zu treiben. Ein Teil davon hat die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen, ein Teil nicht.

Es leben darüber hinaus viele weitere Menschen auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, die aus den unterschiedlichsten Gründen ins Land gekommen sind. Ein Teil davon legal, mit Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung, ein Teil illegal und ohne jede Rechtsgrundlage.

Unter allen diesen Menschen gibt es solche, die sich als Deutsche fühlen und ihren Platz in der deutschen Gesellschaft suchen und finden, und solche, die in unserem Lande Fremde bleiben. Wobei nicht unerwähnt bleiben soll, dass die Chance zur Integration nicht alleine vom Willen der Migranten abhängt, sondern auch von der Bereitschaft der "Eingesessenen", sie auf- und anzunehmen.

Unter all' diesen Menschen mit ihren unterschiedlichen Schicksalen und Zielsetzungen sind es ausgerechnet die Illegalen, die es ermöglichen, klar und eindeutig feststellen zu können, dass nicht jeder, der sich auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland aufhält, deshalb schon zu "uns" gehört, und sich damit das Recht erworben hat, unsere Rechte und Freiheiten zu teilen und am "Gemeinschaftsgewinn" teilzuhaben, selbst dann nicht, wenn er die Bereitschaft zeigt, auch die entsprechenden Pflichten zu übernehmen, was allerdings aus der Illegalität heraus recht schwierig sein dürfte.

Dass niemand seine für sich getroffene Entscheidung, zu uns gehören zu wollen, ohne unser Wissen und unsere Billigung wirksam umsetzen kann, ist eine fundamental wichtige Feststellung, die nur von wirklich böswilligen Kommentatoren als Ausfluss unüberwindlicher Ausländerfeindlichkeit angesehen werden kann.

Gleich hinter dieser Linie der Erkenntnis ist das Terrain allerdings vermint.

Wer glaubt, von dieser argumentatorischen Basis aus schnell und direkt weiter vorangehen zu können, unbedacht vorprescht und schon nach wenigen Schritten unfreiwillig in die Luft fliegt, verdient kein Mitleid. Das Minenfeld ist deutlich markiert.

Der scheinbare Umweg, nämlich erst einmal ganz grundsätzliche Überlegungen anzustellen, welche unterschiedlichen Formen von Gemeinschaften es gibt, und wie man die Zugehörigkeit dazu erlangt, führt nicht nur sicherer zum Ziel, er eröffnet auf dem Weg dahin auch wichtige Erkenntnisse.

 

Parallelgemeinschaften

Überall da, wo der Staat die einzige Gemeinschaft ist, der man angehören kann, weil alle innerhalb des Staatsgebildes existierenden Gruppierungen über eine einheitliche Führung und Ausrichtung gleichgeschaltet sind, etablieren sich zwangsläufig Parallelgemeinschaften im Untergrund. Die Menschen sind zu unterschiedlich. Eine zentralistische Führung ist schon aus rein organisatorischen Gründen nicht in der Lage, allen Interessen gleichermaßen zu dienen und individuellen Vorlieben oder Abneigungen Rechnung zu tragen. Vor allem ist es ihr vollkommen unmöglich, neuen Ideen und sich verändernden Werten mit der Anpassung der verbindlich vorgegebenen Ideologie so schnell zu folgen, dass den Angehörigen der Zentralgemeinschaft der erhoffte "Gemeinschaftsgewinn" entstehen könnte.

Das führt regelmäßig zum Zerfall von zwangsweise - und an den Bedürfnissen der Menschen vorbei - gebildeten Gemeinschaften. Ein schönes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit dafür ist das Jugoslawien des Marschall Tito, das zeigt, dass auch die beste Absicht eine törichte Entscheidung nicht heilen kann.

(Dass die EU unweigerlich den gleichen Weg gehen wird, wenn es nicht in letzter Minute gelingt, den Prozess des Zusammenwachsens von Nationen, die in vielerlei Hinsicht dafür einfach noch nicht reif sind, zu entschärfen, kann mit großer Sicherheit vorhergesagt werden.)

Was Menschen in Gemeinschaften alles suchen und finden, wenn man ihnen die Freiheit lässt, sich nach ihren Interessen und Neigungen in Vereinigungen jeder Art zusammenzufinden, reicht von Sicherheit, Geborgenheit und Zuversicht, wie sie zum Beispiel den Angehörigen religiöser Orden als Lohn für mancherlei Verzicht winken, über das Gefühl gemeinsamer Stärke und Macht, die der Hooligan in der Masse Gleichgesinnter verspürt, wenn es darum geht, die Fans der gegnerischen Mannschaft in die Flucht zu prügeln, bis hin zu jenem stillen, hilfsbereiten Verständnis, das Menschen bewegt, sich Selbsthilfegruppen anzuschließen.

Aber es gibt auch die sprichwörtliche Kameradschaft von Soldaten im Fronteinsatz, die Verbundenheit in gemeinsamer Trauer, die manchmal wildfremde Menschen dazu bringt, sich gegenseitig um den Hals zu fallen; es gibt die in ihr Schicksal ergebene Gemeinschaft der Kranken einer Leprakolonie und es gibt verwandtschaftliche Bande, die eine lebenslängliche Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft begründen, die man sich nicht selbst aussuchen konnte.

Schüler bilden Klassengemeinschaften, Mitarbeiter von Unternehmen und Behörden bilden in den formalen Gliederungen von Abteilungen und Dienststellen ihre Gemeinschaften, aber auch in Betriebssportgruppen und - quer über alle offiziellen Ordnungen hinweg - auch völlig informelle Gruppierungen. Letztlich bilden auch die Bürger von Gemeinden, Landkreisen und Bundesländern Gemeinschaften, die - im gesetzlich vorgesehenen Rahmen - aufgerufen sind, ihr Zusammenleben auf der jeweiligen Verwaltungsebene selbst zu regeln.

Diese Sammlung von Beispielen unterschiedlichster Gemeinschaften lässt einige Grundprinzipien menschlicher Gemeinschaftsbildungen erkennen:

  1. Gemeinschaften können sowohl auf freiwilliger Basis spontan, wie auch unter Zwang gebildet werden oder aufgrund historischer Entwicklungen vorgegeben sein.
    (Verein: freiwillig und spontan, Wehrpflichtigenkompanie: Zwang und historische Entwicklung)
  2. Jeder kann gleichzeitig Mitglied mehrerer unterschiedlicher Gemeinschaften sein - und ist das in der Realität auch. Derartige Überschneidungen von Gemeinschaften können sowohl horizontaler wie auch vertikaler Natur sein (horizontal zum Beispiel: Schützenverein, Gesangsverein, Kirchengemeinderat - vertikal zum Beispiel: Betriebsrat, Aufsichtsrat).
  3. Menschen, die lediglich eine Reihe von gleichen, statistisch relevanten Merkmalen aufweisen, wie es z.B. die Zielgruppen der Werbewirtschaft oder die Bezieher von ALG II sind, können wegen dieser gemeinsamen Merkmale noch nicht als Gemeinschaft angesehen werden.
    Dazu ist es erforderlich, dass sie sich selbst organisieren, gemeinsame Ziele anstreben, sowie Rechte, Verantwortung und Pflichten formulieren.
  4. Menschen, die per Gesetz aufgrund ihrer Abstammung, Herkunft oder bestimmter Eigenschaften einer bestimmten bestehenden Gemeinschaft zugeordnet werden, bilden allerdings sehr wohl eine Gemeinschaft und unterliegen deren Ordnung, auch wenn sie sich nicht aktiv für deren Ziele einsetzen, die ihnen zugewiesene Verantwortung ablehnen und ihren Pflichten nicht nachkommen.
    Solche Zwangsgemeinschaften bilden z.B. die Mitglieder der IHK, die Wehrpflichtigen einer Gruppe oder Kompanie, aber auch die Bürger einer Stadt oder eines Bundeslandes. In Deutschland lebende Menschen sind aufgrund historischer Entwicklungen (Staatenbildung, Landesgrenzen, Stadtgründungen) per Geburt oder Zuzug zwangsweise Mitglied von Gemeinschaften. Diese umfassen jeweils die gesamte Bevölkerung einer klar umschriebenen Landfläche und unterwerfen diese einer einheitlichen Ordnung, aus der Rechte, Pflichten und Freiheiten hervorgehen.
  5. Grundsätzlich können alle Gemeinschaften unterschiedliche Kategorien der Gemeinschaftszugehörigkeit festlegen. Ein Wohlfahrtsverband kann zwischen aktiven und Fördermitgliedern unterscheiden und darüber hinaus auch noch Ehrenmitglieder ernennen. Gemeinden können ihren Bürgern unterschiedliche Rechte und Pflichten einräumen, alleine abhängig davon, ob sie ihren Erst- oder Zweitwohnsitz dort haben. Selbst der Gesamtstaat unterscheidet zwischen Bürgern, denen alle Grundrechte gewährt werden und solchen, deren Grundrechte eingeschränkt sind, wie z. B. Soldaten, Strafgefangenen oder Entmündigten. Letztlich trifft er auch die Unterscheidung zwischen solchen Personen, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen - und solchen, die sie nicht besitzen.

Nachdem man sich diese Sachverhalte in Erinnerung gerufen hat, erscheint das ganze aufgeregte Gezerre um Inländer und Ausländer, um Volk und Bevölkerung, um Angst vor dem Aussterben und Angst vor Überfremdung relativ absurd.

Der Umweg um das Minenfeld hat sich gelohnt. Niemand muss bis zur Heiserkeit brüllen "Ausländer raus!", niemand muss uns bis zur Erschöpfung an unsere humanitären Verpflichtungen gegenüber Asylbewerbern erinnern, niemand muss verzweifelnd auf die kopfstehende Alterspyramide verweisen und damit die Notwendigkeit des Zuzugs junger Menschen begründen:

Wir leben nicht im Chaos und es droht kein Chaos,
denn wir haben Regeln - und, was wichtiger ist:
Wir sind in der Lage, unsere Regeln anzupassen, zu verändern und fortzuschreiben.

Wenn dies einigermaßen klar geworden ist, wird auch klar, dass wir kein "Ausländerproblem" haben. Das könnten wir nämlich lösen.

Wir haben ein "Inländerproblem",
das darin besteht, dass wir es nicht geschafft haben, eine gemeinsame Vorstellung davon zu entwickeln, wer wir sind, wer wir sein wollen, wer zu uns gehört, wer sich uns unter welchen Bedingungen anschließen darf - und wer nicht.

Hätten wir eine gemeinsame Vision, eine gemeinsame Zielvorstellung, gemeinsam erarbeitete Kriterien für die Aufnahme fremder Menschen in unsere Gemeinschaft - unser Problem hätte sich längst in Luft aufgelöst.

So aber scheiden sich an dieser Frage weiterhin die Geister.

Die Feigheit der Vertreter der Mitte, selbst klare Standpunkte zu beziehen, hat es den Vertretern extremer Positionen überlassen, immer wieder an die Notwendigkeit der Diskussion zu erinnern. Das ist ein einfacher Trick, das Problem totzuschweigen, denn auf Argumente und Meinungsäußerung von "Nazis" und "Kommunisten" kann man getrost mit jenen in langen Jahren perfekt eingeübten Abscheureaktionen reagieren, die nicht nur geeignet sind, den politischen Gegner bestmöglich zu diffamieren, sondern - und darauf kommt es wohl an - auch das von diesem vorgetragene Problem als "nicht diskussionswürdig" vom Tisch zu wischen und es selbst nie wieder aufgreifen zu müssen.

 

 

Völlig daneben:
Das vollkommen tabuisierte Thema

Es gibt eine Entwicklung, die im allgemeinen verharmlosend als "Globalisierung" bezeichnet wird. Verharmlosend, weil mit diesem Begriff suggeriert wird, die Globalisierung bewirke ein Zusammenwachsen der Völker und Nationen, einen intensiveren Austausch auf allen Gebieten - von der international arbeitsteiligen Produktion bis zum besseren Kennen- und Verstehenlernen der unterschiedlichsten Kulturen. Zweiflern und Kritikern hält man entgegen, dass Globalisierung nur denjenigen Volkswirtschaften Probleme bereite, die nicht fit sind, für den internationalen Wettbewerb, dass am Ende des Prozesses der Globalisierung aber ein allgemeiner Anstieg von Wohlstand, das Verschwinden der großen Unterschiede und damit das Verschwinden aller Spannungen zu erwarten sei, dass Globalisierung also dem Frieden auf Erden und dem Wohlergehen der Menschen diene ...

Faktisch aber bewirkt die Globalisierung, dass die Menschen allüberall auf diesem Globus gegeneinander in Konkurrenz gesetzt werden, dass sie von feigen Lügnern, Speichelleckern und falschen Propheten aus dem eigenen Volk aufgefordert und gezwungen werden, immer mehr Leistung zu erbringen und sich mit immer weniger Gegenleistung zufrieden zu geben. Die Menschen können sich dem nicht widersetzen, weil man sie geschickt von fast jeder Möglichkeit getrennt hat, anders als in Lohnsklaverei selbst für ihren Unterhalt zu sorgen. So wetteifern sie global um die Gunst eines fernen, gesichtslosen Kapitals, zwingen sich selbst einen ruinösen Wettbewerb auf und befriedigen - mit dem Mühen um das eigene Überleben - ohne es zu wissen, auch die größte Gier und die wildesten Gelüste jener unbarmherzigen Ausbeuter und Parasiten, die die Macht haben, jeden, der ihnen nicht zu Willen ist, bedenkenlos am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen - und die nicht ruhen und rasten werden, bis sie auch die letzte Bastion sozialer Absicherung niedergerungen haben und Kranke und Arme, Rentner und Arbeitslose überall auf der Welt abhängig sind von dem, was sie mit großzügiger Geste bei ihren Wohltätigkeitsbällen von der Portokasse abzweigen, um sich des nimmer endenden Dankes derer zu versichern, die sie in rechtloser Abhängigkeit halten.

Es gibt aber nicht nur die Globalisierung im Großen, es gibt unterhalb der globalen Ebene den Prozess der "Europäisierung", der den Bürgern der Mitgliedsländer der EU als der Weg ins Schlaraffenland dargestellt wird. Als ob der Wegfall von Grenzkontrollen, der Wegfall ursprünglicher Landeswährungen und die Gelegenheit, hin und wieder die Mitglieder einer Organisation zu wählen, die als europäisches Parlament bezeichnet wird, wirklich darüber hinwegtäuschen könnte, dass mit den Grenzen und den Währungen auch die staatliche Souveränität und die demokratische Verfassung der Mitgliedsländer abhanden gekommen ist, weil die tatsächliche Macht innerhalb der EU nicht vom Volk, nicht von den gewählten Abgeordneten des europäischen Parlaments, sondern von Räten und Kommissaren ausgeübt wird, deren Machtfülle nahezu unbegrenzt ist und keiner wirksamen Kontrolle unterliegt.

Der Prozess der Europäisierung nach den Regeln der EU ist ein Prozess der Entdemokratisierung und der Deregulierung. Immer mehr Menschen aus immer mehr ursprünglich eigenständigen und in vielerlei Hinsicht verschiedenen, also auch sehr wohl unterscheidbaren Gesellschaften werden zu einer großen Masse von Beherrschten, deren Rechte zur gesamtgesellschaftlichen Mitbestimmung sowohl insgesamt, wie auch auf jeden einzelnen bezogen, immer weiter abgebaut werden. Bei absoluter Ungleichheit der Lebensverhältnisse werden alle schützenden Schranken, wie sie in Form von Zöllen, von Beschränkungen der Niederlassungsfreiheit für ausländische Unternehmen und ausländisches Kapital bestanden und nicht zuletzt auch in Form der eigenständigen Währungspolitik höchst wirksam waren, rigoros niedergerissen.

Menschen aus hochentwickelten Gesellschaften und Menschen aus Staaten, die im europäischen Maßstab als wirtschafts- und vor allem sozialpolitische Entwicklungsländer gelten müssen, werden im Wettbewerb aufeinander gehetzt, ohne dass dafür Sorge getragen wurde, den Wettbewerb durch Vereinheitlichung der Rahmenbedingungen zu einem fairen Wettbewerb zu machen. Die Veranstalter dieser Schmierenkomödie können gar kein anderes Ziel haben, als das Wohlstandsniveau der Bevölkerung in allen EU-Staaten innerhalb kürzester Zeit auf den niedrigst möglichen Stand abzusenken.

Neben der Fragestellung, die schon kaum noch offen auszusprechen gewagt wird, wer denn Mitglied unserer Gesellschaft sein soll, muss im Kontext der Frage nach "unserer Freiheit" zwangsläufig auch das vollkommen tabuisierte Thema angesprochen werden, wem wir als freie Bürger das Recht zubilligen wollen, uns auf Zeit zu regieren, weil wir sonst unweigerlich nicht mehr von selbstgewählten Repräsentanten regiert, sondern von dubiosen Statthaltern des Kapitals beherrscht werden.

Die Bestrebungen, innerhalb der EU die frei gewählten und damit zur Regierung autorisierten Vertreter der Völker an den Rand zu drängen und durch die Unterwerfung unter das Vertragswerk der EU faktisch der Herrschaft von Kommissaren, Räten sowie von Richtern des Europäischen Gerichtshofs zu unterstellen (alles übrigens Organisationen, deren demokratische Legitimation so weit hergeholt ist, dass sie im Lichte der demokratischen Verfassung Deutschlands recht zweifelhaft erscheinen muss), sind weit fortgeschritten.

Schildbürger hätten es sich nicht schöner ausdenken können!

Fehlt einem Europa, das selbst in seinen höchsten Gremien unfähig zur Verständigung ist, wenn die Simultandolmetscher ausfallen, nicht schon die grundlegendste Voraussetzung für die Bildung einer lebensfähigen Gemeinschaft, nämlich die gemeinsame Sprache?

 

Unsere Freiheit, von der wir glauben, sie gegen eine drohende Überfremdung der Bevölkerung verteidigen zu müssen, weil wir uns haben einreden lassen, dass darin die eigentliche Gefahr liege, ist durch das unverkennbare Bestreben zur Ausweitung der Herrschaft global agierender, anonymer Anteilseigner und Investoren zumindest in gleichem Maße, wenn nicht noch viel stärker gefährdet!

 


Wie also kann unsere Vision aussehen?
Wer kann gemeint sein, wenn wir von "uns" sprechen?

Es ist zunächst wichtig, daran zu erinnern, dass Menschen grundsätzlich mehreren Gemeinschaften gleichzeitig angehören können und dass Menschen innerhalb einer Gemeinschaft unterschiedlichen Kategorien der Gemeinschaftszugehörigkeit zugeordnet sein können.

Darüberhinaus ist daran zu erinnern, dass die Satzung, die sich die "Gründungsmitglieder" einer Gemeinschaft gegeben haben und die bei Bedarf ggfs. fortgeschrieben wurde, darüber bestimmt, wer in die Gemeinschaft aufgenommen werden darf - und wer unter welchen Umständen ausgeschlossen werden kann oder muss.

Nicht zuletzt ist zu bedenken, dass jeder, der sich auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland aufhält, solange er nicht aus irgendeinem Grunde Immunität genießt, den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland unterliegt.

Was also sollte uns daran hindern, den Kernsatz des Art. 116 des Grundgesetzes so zu akzeptieren, wie er ist?

Dort ist klipp und klar festgelegt:

Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist (...),
wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, (...)

 Link zum vollständigen Text des Artikels 116 GG

Ob sich diese Staatsangehörigkeit im Einzelfall abstammungsgeschichtlich bis auf die Staatsgründung 1871 zurückverfolgen lässt oder nicht, muss irrelevant bleiben. Niemand kann einem Deutschen die Staatsangehörigkeit streitig zu machen, gleichgültig wann - seit 1871 - er oder einer seiner Vorfahren sie erworben hat.

Jede andere Regelung ermöglichte es jedem, praktisch jederzeit, aus jedem erdenkbaren Grund, jedermanns Staatsangehörigkeit anzuzweifeln oder aufzuheben - eine irrsinnige Vorstellung!

Wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, ist Deutscher.

Alle Deutschen unterliegen dem gleichen Recht, das sie sich selbst
in gemeinsamer die Verantwortung für Deutschland geben.
Sie erfüllen die ihnen von der Gemeinschaft auferlegten Pflichten,
genießen die ihnen eingeräumten Rechte
und haben am Nutzen der Gemeinschaft gerechten Anteil.

Mit dieser Formulierung ist das Wichtigste zum Ausdruck gebracht, was über die Staatsangehörigkeit gesagt werden muss. Ein zusätzlicher Begriff der "Volkszugehörigkeit", der sich auf ethnische und kulturelle Merkmale stützt, mag in bestimmten Fällen als Kriterium für die Gewährung der Staatsangehörigkeit herangezogen werden können, darf aber keinesfalls Kriterium zur Bildung qualitativer Kategorien von Staatsangehörigen sein.


Wir, die Deutschen, sind also eine Gemeinschaft von Staatsangehörigen, unabhängig davon, ob wir uns in Deutschland aufhalten, oder nicht.

 

Geht es darum jene zweite, etwas größere Gemeinschaft zu beschreiben, die wir als die "deutsche Bevölkerung" bezeichnen wollen, dann kann auch dafür eine einfache Definition gefunden werden:

Der deutschen Bevölkerung gehören alle natürlichen Personen an,
die sich - vorübergehend oder dauerhaft - legal in Deutschland aufhalten.
Angehörige der deutschen Bevölkerung unterliegen deutschem Recht und Gesetz.

Was spricht dagegen, alle in Deutschland lebenden Deutschen und Ausländer als "deutsche Bevölkerung" zu bezeichnen und deutschem Recht und Gesetz zu unterwerfen? Nichts!

Und nach diesen Klärungen, sind wir endlich frei dafür, als Deutsche diejenigen Regelungen zu formulieren, die wir für sinnvoll halten, um das Zusammenleben in der Gemeinschaft der deutschen Bevölkerung zu organisieren.

 

Orientierungsrahmen:
Bevölkerungsdichte und Demografie

 

Deutschland ist sehr dicht besiedelt. Fast doppelt so dicht wie China.

Erreichten alle Staaten dieser Welt unsere Bevölkerungsdichte, dann müsste unsere Erde nicht 6,6 Milliarden Menschen tragen, sondern rund 30 Milliarden.

Wenn wir auch mit 231 Menschen pro Quadratkilometer nicht Rekordhalter sind, gehören wir mit unseren 82,5 Millionen Menschen doch zu den bevölkerungssreichsten Staaten der Welt.

 Staat

 Einwohner absolut

Einwohner pro qkm
 China, Volksrepublik

 1.296.000.000

 135

 Indien

 1.064.000.000

 324

 USA

 291.000.000

 30

 Indonesien

 215.000.000

 112

 Brasilien

 177.000.000

21

 Pakistan

 148.000.000

 187

 Russland

 143.000.000

 8

 Bangladesh

 138.000.000

 936

 Nigeria

 136.000.000

  148

 Japan

  128.000.000

 338

 Mexiko

 102.000.000

 52

Deutschland

 82.300.000

 231

 Philippinen

 81.500.000

 272

 Vietnam

 81.300.000

  246


Wer sich um das Wohlergehen der Deutschen in Deutschland sorgt, kann also gute Argumente dafür vorweisen, dass ein allmählicher und insgesamt verträglich gestalteter Rückgang der absoluten Bevölkerungszahlen und damit der Bevölkerungsdichte für unsere Gemeinschaft sinnvoll wäre:

  • weil das in Deutschland gegebene Überangebot an Arbeitskräften von den Arbeitgebern - nach streng betriebswirtschaftlichen Regeln - ausgenutzt wird, um einen ruinösen Wettbewerb unter den Mitgliedern der arbeitsfähigen Bevölkerung auszulösen, was sich negativ auf die Lebensverhältnisse der Gesamtbevölkerung auswirkt,
  • weil die von vielen als bedrückend empfundene Regelungsdichte nur dann vermindert werden kann, wenn die Regelungsnotwendigkeiten entfallen, die sich aus dem zu dichten Zusammenleben zu vieler Menschen ergeben,
  • weil die Bevölkerungsdichte als solche eben auch ganz massive Einflüsse auf die ökologische Balance hat.

      Wir fürchten aus Gründen der Luftverschmutzung eine Entwicklung, die eines Tages auch in China dazu führen wird, dass auf 2 Chinesen ein Pkw kommt, der eine durchschnittliche jährliche Fahrleistung zwischen 10.000 und 15.000 Kilometern erbringt -

      und vergessen dabei, dass wir es geschafft haben, in Deutschland alleine mit unseren Pkws
       
      pro qkm Landesfläche eine Jahresfahrleistung von rund 1.600.000 km zu erbringen,
       
      wodurch pro Quadratkilometer jährlich rund 130.000 Liter Kraftstoff verbrannt werden müssen. Bei gleicher Pkw-Zahl pro Einwohner und gleicher Fahrleistung pro Pkw wären die Chinesen dann trotzdem erst bei einer Fahrleistung von 930.000 km und 74.000 Liter Kraftstoffverbrauch pro Quadratkilometer Landesfläche - also im Verhältnis der globalen Verschmutzungswirkung um 40 Prozent "sauberer" als wir Deutschen.
  • (Ansatz: Deutschland: 45 Millionen Pkws, durchschnittlich 12.500 km Fahrleistung, 357.000 Quadratkilometer, Verbrauch ca. 8 l /1oo km - China: (fiktiv) 710 Millionen Pkws, durch-schnittlich 12.500 km Fahrleistung, 9.572.419 Quadratkilometer, Verbrauch 8 l / 100 km)

    Doch wie kann der insgesamt sinnvolle Rückgang der Bevölkerung erreicht werden?

    • Wir wissen: Etwa 2,1 Kinder pro Familie sind erforderlich, um eine Bevölkerung konstant zu halten, mehr Kinder führen zu Bevölkerungswachstum. Der vielbeklagte Geburtenrückgang bringt uns allerdings allmählich dahin, wozu die Chinesen sich per staatlicher Notbremsung entschlossen haben, nämlich zur 1-Kind-Familie.
    • Wir wissen: Ein Kind pro Familie führt von Generation zu Generation zur Halbierung der fortpflanzungsfähigen Individuen und damit relativ schnell zu einem deutlichen Bevölkerungsrückgang bei erheblicher Veränderung der Altersstruktur.
    • Wir wissen: Die Freizügigkeitsregeln der EU erlauben (nahezu) allen Bürgern der Mitgliedsländer sich freizügig bei uns zu bewegen - und, bei Erfüllung sehr einfacher Bedingungen (5 Jahre ununterbrochener, rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland) sich auch dauerhaft in Deutschland niederzulassen.

    Die Entwicklung der Bevölkerungsdichte Deutschlands hängt also hauptsächlich von folgenden Faktoren ab:

      1. Geburten- und Sterbezahlen der in Deutschland lebenden Deutschen
      2. Aus- und Rückwanderung von Deutschen
      3. Geburten und Sterbezahlen der übrigen Bevölkerung
      4. Zu- und Abzug von Angehörigen der EU- Mitgliedsstaaten im Rahmen der Freizügigkeitsregelungen
      5. Zu- und Abzug anderer Ausländer

     

    Wo gilt es anzupacken?

    Die Bevölkerung Deutschlands ist in den 50 Jahren von 1956 bis 2006 von rund 71 Millionen bis auf rund 82,5 Millionen (2002) angewachsen und bewegt sich heute mit 82,3 Millionen (darunter 8,8% = 7,255 Mio. Ausländer) wieder knapp unter dem Höchstwert.

    An diesem Wachstum war in ganz erheblichem Maße die Zuwanderung aus dem Ausland beteiligt, die allerdings seit 1992 kontinuierlich rückläufig ist und im Jahre 2006 nur noch einen Wanderungsüberschuss von knapp 23.000 Personen hervorbrachte.

    Gelingt es, den Wanderungsüberschuss weiterhin gering zu halten, wird die auf die Gesamtbevölkerung bezogene niedrige Geburtenrate zu einem allmählichen und absolut unproblematischen Sinken der Bevölkerungszahlen führen.

    Die Folge:

    Mehr Platz für jeden einzelnen, weniger Umweltbelastung, weniger Regelungsbedarf, weniger Arbeitslose, steigender Wohlstand.

     

    Europäische Staaten, wie Dänemark mit 125 Einwohnern pro Quadratkilometer, Finnland mit 15, Frankreich mit 110, Irland mit 57, Norwegen mit 14, Schweden mit 20, die Schweiz mit 178, Spanien mit auch nur 81 oder Portugal mit 113 Einwohnern pro Quadratkilometer beweisen zweifelsfrei, dass eine Gesellschaft keineswegs zusammenbrechen muss, wenn ihre Bevölkerungsdichte unter unserem Wert von 231 Einwohnern pro Quadratkilometer liegt.

    Statt sich einfach immer wieder nur von der Bevölkerungsentwicklung überraschen zu lassen, sollten wir uns als Gesellschaft an den Gedanken gewöhnen, dass es bei heute insgesamt 6,67 Mrd. Erdbewohnern zu den wichtigsten Aufgaben der Politik aller Staaten gehören muss, langfristige Zielmarken der Bevölkerungsentwicklung festzusetzen und die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, diese auch einzuhalten.

    Deutschland, als eines der dichtbesiedeltsten und bevölkerungsreichsten Länder der Welt kann sich nicht länger leisten, diese Tatsache zu verdrängen und sich einzureden - oder einreden lassen - wir seien vom Aussterben bedroht!

    Wenn wir - die Deutschen - uns allerdings darauf einigen, dass wir unseren Beitrag leisten wollen, die Bevölkerungsexplosion zu bremsen und auf lange Sicht möglichst umzukehren, wenn wir uns in Jahres- oder 5-Jahresschritten Ziele setzen, um wie viele Menschen unsere Bevölkerung kleiner werden soll, bis wir den angestrebten Endzustand erreicht haben werden, dann kommen wir nicht umhin, auch eine klare, eher restriktive Zuwanderungspolitik zu beschließen.

    Wenn es uns gelingt, das Problem unabhängig von parteitaktischen Aspekten auf der rein sachlichen Ebene zu beleuchten, können wir mutig und angstfrei beschließen, die Zahl der Zuwanderer so zu begrenzen, dass wir unsere Bemühungen zum Bevölkerungsabbau nicht dadurch ad absurdum führen, dass wir gleichzeitig ein Übermaß an Zuwanderung erlauben.


    Dies gilt insbesondere für Zuwanderer aus dem Bereich der EU-Mitgliedsstaaten, weil wir mit den EU-Vereinbarungen zur Freizügigkeit unter Aufgabe eines Teils unserer Souveränität zugelassen haben, dass eine von uns nicht mehr regelbaren Quelle der Zuwanderung entstanden ist.

     

    Fazit 1

    Viele Gründe sprechen dafür, die Größe unserer Gemeinschaft, also die Zahl der in Deutschland lebenden Menschen, in einem allmählichen und verträglichen Prozess zu reduzieren.

    Mit etwa 8,3 Geburten pro 1.000 Einwohner, wie sie in den letzten Jahren gezählt wurden, ist diese Entwicklung längst eingeleitet. Allerdings haben über viele Jahre hinweg massive Wanderungsüberschüsse dennoch zum Anstieg der Bevölkerungszahlen geführt.

    Werden sinkende Bevölkerungszahlen angestrebt, ist eine restriktive Zuwanderungspolitik unumgänglich und zugleich vollkommen ausreichend, das ansgestrebte Ziel in einem sanften Entwicklungsprozess zu erreichen.

     

    Fazit 2

    Die von der deutschen Bevölkerung hervorgebrachten Produkte und Leistungen (das um Importe bereits bereinigte Brutto-Inlands-Produkt / BIP) sind originäres Eigentum dieser deutschen Bevölkerung.

    Dass unser Wirtschaftssystem einen Zustand hervorgebracht hat, der es erlaubt, dass internationnal agierende anonyme Anteilseigner und Kapitalgeber

    • einerseits einen ganz erheblichen Teil dieser Leistung zur Mehrung ihres privaten Vermögens abziehen können, ohne selbst eine relevante Gegenleistung zu erbringen und
    • andererseits aufgrund ihrer "Eigentumsrechte" immer stärker in unsere Selbstorganisation eingreifen und versuchen, uns in wirtschaftliche Abhängigkeiten zu zwingen und dadurch zu beherrschen, widerspricht unserer Vorstellung von Souveränität und Freiheit.

    Wird die Eindämmung dieser Form der Fremdherrschaft angestrebt, ist die Rückkehr zu restriktiven Vorschriften in Bezug auf die Freiheiten internationaler Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalströme unvermeidlich - gleichzeitig stellt sich die dringende Aufgabe, die Hoheit über unsere eigene Währung zurückzugewinnen, um die ausreichende Geldversorgung unserer Volkswirtschaft nach eigenen Bedürfnissen selbst sicherstellen zu können.

     

    Wer ist also "wir"?

    Aus den vorstehenden Überlegungen ergibt sich meine Antwort:

     

    Wir, das sind alle Menschen deutscher Staatsangehörigkeit.

    Wir sind frei in unserer Entscheidung, Ausländer aufzunehmen oder
    - nach Maßgabe unserer Gesetze - auszuweisen.

    In friedlicher Gemeinschaft mit den in Deutschland
    unter unserem Recht und Gesetz lebenden Menschen anderer Staatszugehörigkeiten,
    bilden wir die deutsche Bevölkerung.

    Wir sind frei in unserer Entscheidung,
    grenzüberschreitenden Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Kapital zuzulassen, soweit dies unseren Interessen dient und unseren Wohlstand mehrt.

    Unsere eigene Währung ermöglicht uns, den Geldumlauf unserer
    Volkswirtschaft jederzeit den Bedürfnissen anzupassen und den Wert des Geldes, unabhängig von internationalen Währungskrisen stabil zu halten.


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    Bürgerkriech

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    Reaktionen auf diesen Paukenschlag

    An dieser Stelle werden Leser-Reaktionen in der Reihenfolge des Eingangs (jüngster Beitrag oben) veröffentlicht.
    Ich behalte mir dabei Kürzungen vor und veröffentliche Reaktionen zum Schutz der Absender grundsätzlich anonymisiert.


    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    leider haben Sie mit Ihren Auslassungen über die Reduzierung der Bevölkerung zur Lösung diverser Probleme bei mir viel von meiner bisherigen Hochachtung eingebüßt. Ich hätte Sie nicht für so technokratisch und herzlos gehalten. Not, Elend und Vernichtung der „Greisenvölker“ durch junge Eroberer wird in einer archaischen Zukunft die natürliche Folge sein. Ob die Macht der Unterdrücker damit auch beendet wäre, dürfte unseren Kindern und Kindeskindern danach einerlei sein.

    Und in Ihrer Einschätzung der germanischen Völker in Mitteleuropa, die sich schon in der Vorzeit gern bekriegten, sich aber nicht fremd waren (ist das nicht noch heute so in deutschen Landen?) und denen Sie die damit absprechen, Ahnherren zu sein, liegen Sie meiner Meinung nach schwer daneben.

    Mit freundlichen Grüßen

    _______________________________________
    dazu muss ich nun doch kurz Stellung beziehen:

    Einzusehen, dass die Bevölkerungsdichte auf einem überbevölkerten Planeten und in einem überbevölkerten Staat reduziert werden sollte, um Katastrophen zu vermeiden, ist keine Frage von Technokratentum oder Herzlosigkeit - es gehört eigentlich nur ein bisschen vorurteilsfreies Kopfrechnen dazu.
    Ihre 'Rethorik', die einen Krieg zwischen "Greisenvölkern" und "jungen Eroberern" an die Wand malt, und verspricht ihn zu vermeiden, wenn wir uns nur ja noch mehr vermehren, als die anderen, führt doch nicht zu einer Lösung, sondern nur immer tiefer in die Krise.
    Und wenn ich ein WIR beschreibe, das seine Freiheit beschreibt, dann versuche ich dabei eine Definition zu finden, die heute eine politische Handlungsfähigkeit ermöglicht, statt mich in einer Art Selbstmitleid in Epochen und Episoden der europäischen Geschichte zurückzuziehen.

    Denken Sie mal darüber nach!
    Egon W. Kreutzer


    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    der erste Kommentar (Anm. d. Red.: Steht unter den Reaktionen auf dieser Seite ganz unten)
    zum Teil 2 bringt es auf den Punkt. Dazu meine 100prozentige Zustimmung.

    Ein deutsches "Wir-Gefühl", das hätte man wohl gern, doch leider fehlen dazu die objektiven Voraussetzungen.
    Wir sitzen tatsächlich in einem Boot - soweit gebe ich sogar "Bild" recht. Aber wer auf der Brücke steht, hat wohl immer andere Interessen als der, der mit Rudern seinen Lebensunterhalt verdienen muß, es sei denn, das Schiff gehört allen. (...)
    Aber "unseren" Kapitänen sind mittlererweile selbst die deutschen Ruderer zu teuer, gibt es sie doch (noch oder wieder ) weltweit billiger.

    Im übrigen ist wohl die "Staatsangehörigkeit" neben der Sprache das einzige was die Deutschen verbindet. Gewinne macht der gute deutsche Unternehmer dort, wo die höchste Ausbeutungsrate ist und die günstigsten Produktions- und Investitionsbedingungen sind (hohe Fördermittel, wenig Umweltschutz, Steuerfreiheit usw.). Seinen Wohnsitz verlegt er dahin, wo Einkommens- und Erbschaftssteuern am geringsten sind. (Ich meine damit nicht jeden deutschen Mittelständler, aber die Konzerne und ihre Manager auf jeden Fall.)

    Ungeachtet dessen werde ich Ihre weiteren Paukenschläge lesen - regen sie doch zum Nachdenken an und fertige Antworten hat wohl heutzutage keiner in diesem Land.

    Im übrigen nehme ich den "Hofnarren" von letztens zurück. Es war wohl etwas daneben.
    (Danke!)

    Mit freundlichen Grüßen


    Hallo Herr Kreutzer

    Korrekt, würde ich sagen, ohne aber!

    Sie haben deutlich gemacht, dass die Freiheit nicht einfach zu definieren ist. Haben aber dennoch eine Definition gewagt. Sie haben auch deutlich gemacht, dass da zunächst noch andere Begriffe definiert werden müssen. Und Sie haben deutlich gemacht, dass die Definition der Deutschen als „Deutsches Volk“ mit der Beschreibung „Wir“ in der Erklärung des „Wir“ Begriffes, auch nur Ihre Meinung widerspiegeln kann. Denn natürlich gibt es 231 Meinungen pro Quadratkilometer in diesem Land.

    Und das sind doch die Diskussionen die wir brauchen. Das sind die Grundsatzfragen die eine öffentliche Debatte finden müssen. Das sind Fragen, die sich in wirklichen und echten demokratischen Prozessen herauskristallisieren müssen!

    Wir können nicht einfach irgendwelche eingefahrenen und leicht zu manipulierenden Strukturen darüber entscheiden lassen! Es geht ja letztendlich nicht nur darum, dass wir alle vier Jahre irgendwelche Volksvertreter dazu ermächtigen, den großen Buba spielen zu können! Es geht um das Ausbrechen aus diesen alten, eingefahrenen und schlecht gewarteten Systemen!

    Die sog. Volksvertreter sind doch ohne Zweifel längst nicht mehr „frei“ in ihren Entscheidungen, oder? Mir graust es jedes Mal wenn ich daran denke, wie einfach solche Figuren Gesetze ändern und sogar Verfassungen übergehen können. Deshalb müssen wir auch über Alternativen nachdenken. Und dazu müssen Grundwerte und Ziele definiert und eindeutig „Verfasst“ werden! Ohne eine Hintertür, wie sie in unsere Verfassung eingebaut ist, und die somit eigentlich gar nichts festlegt. Frei nach dem Motto: „Alles Weitere ändern wir dann doch wieder in einem Bundesgesetz“. (Ja, repro, ich weiß, aber Wiederholung macht Meinung, so ist das halt...)

    Deshalb brauchen wir bestimmte Trennungen von Wirtschaft und Politik. Deshalb braucht jede Institution die ständige Kontrolle und Legitimation (ich denke dabei an so Ungeheuerlichkeiten wie Bertelsmann). Und deshalb muss, gerade wegen der Aufrechterhaltung dieser Grundsätze, die Grundversorgung durch den Staat, also durch uns alle (!) gewährleistet sein.

    Ziel einer jeden Gemeinschaft kann nur sein, die Grundbedürfnisse jedes einzelnen Mitgliedes dieser Gemeinschaft zu befriedigen. Dazu sollte unsere Gemeinschaft in ihren Grenzen in der Lage sein! Alles was darüber hinaus noch erreicht werden kann wage ich nicht anzudeuten.

    Dass eine Gemeinschaft aber Grenzen haben muss, sollte auch jedem klar sein. Auch wenn die Definition dieser Grenzen nicht immer willkürlich oder „vernünftig“ sein kann, sollten die Entscheidungen dazu zumindest auf den Grundwerten dieser Gesellschaft beruhen. Natürliche Gesetzmäßigkeiten müssen hingegen einfach akzeptiert und beachtet werden, weil sie unabänderlich sind. Das hat aber weder etwas mit Geschichte noch mit Ausländerfeindlichkeit oder so zu tun. Das sind eher Gefühle und Stimmungen, die einer Verarbeitung solcher Probleme im Wege stehen.

    Die Entscheidungen die wir treffen, sind immer die Entscheidungen die wir jetzt treffen! Und Grundlage ist immer das Wohl der Gemeinschaft, die ohne bestimmte Grundwerte nicht bestehen kann. Alles andere ist nicht nur krank und dumm, sondern einfach nur unlogisch, weil nicht zu Ende gedacht. Wir können also weder ohne natürliche Gesetzmäßigkeiten, noch ohne unsere selbst geschaffenen Gesetzmäßigkeiten auf Dauer überleben. Beides im Einklang zu bringen muss also das Ziel sein. Ein Ziel, das von jetzigen Führungsschichten (...) völlig übersehen wurde. Die heute übliche, nur noch symptomatische Behandlung der Probleme ist möglich, weil die Systeme nur noch um ihrer selbst Willen erhalten werden und nicht mehr dem Wohle der Gemeinschaft dienen. Aber das hatten wir ja auch schon...

    Trotzdem, eine sehr korrekte und genaue Darstellung Ihrerseits.
    Aber ich fürchte eine Diskussion darüber endet derzeit wieder nur in forcierten, extremen Positionen ohne die notwendige Offenheit...

    Aber, aber...und doch noch ein aber...

    bis die Tage


    Sehr geehrter Herr Kreuzer,

    nun habe ich ihren zweiten Teil von „Unsere Freiheit“ gelesen. Vorab, - ich bin enttäuscht. Denn aus meiner Sicht geht Ihr Beitrag in diesem Teil2 am Thema vorbei. Ihr „WIR“ finde ich falsch definiert.

    Ihre Einschätzung zur Globalisierung und der Prozess der Europäisierung nach den Regeln der EU sind recht treffend beschrieben. Ihre Sicht zur Thematik Überbevölkerung sehe ich (teilweise) auch so. Sie ist und wird ein wachsendes Problem für die Menschheit. Diejenigen, die sich heute noch über die Politik der 1Kind Ehe in China aufregen, werden bald nach solchen Maßnahmen schreien. Nicht weil Vernunft einkehrt, sondern weil die Realitäten sie dazu zwingen werden. Dann aber kann ich ihren Ausführungen nicht mehr kritiklos folgen. Deshalb nur teilweise Zustimmung beim Thema Überbevölkerung:

    Einige Länder haben zwar mehr Fläche pro Kopf der Bevölkerung (Ihre angeführte Statistik), aber in der Realität sind durch extreme Klimagebiete, Gebirge, Wüsten usw. große Teile nicht für Besiedlung nutzbar. Oft lebt ein Großteil der Menschen jener Länder an wenigen geografischen Punkten, wo die Arbeitsmöglichkeiten bestehen. Zusammengepfercht in Megastädten, mit verheerenden Umweltbelastungen. Ja, weniger Menschen, mehr Raum für alle ist notwendig für eine lebenswerte Welt. Ich gebe ihnen Recht, dass diese propagandahaften Reden vom „aussterbenden Volk“ unerträglich sind und billigste Polemik.

    Aber die Ideologie und Folgen dieser kapitalistischen Konsum und Profitgesellschaft, die Kluft zwischen Besitzenden (=Macht) und Besitzlosen und den daraus sich ergebenden sozialen Ungerechtigkeiten und Ressourcenverschwendung bleibt, wird dadurch mitnichten in Frage gestellt, geschweige denn beseitigt!

    Bei ihren Definitionen und Ansichten zu den Begriffen „Deutscher, Deutschland, wer gehört dazu, wer denn Mitglied unserer Gesellschaft sein soll“,…da bin ich auch teils ihrer Meinung, teils ganz anderer. Es ist wohl müßig, darüber zu streiten …

    Am Ende ihres Beitrages Fragen sie in großen Lettern: Wer ist also "wir"? - Und geben ihre Antwort!

    Wenn Sie pauschal mit WIR alle Menschen deutscher Staatsangehörigkeit bezeichnen, dann haben Sie aber dabei das Ziel, die Vision und die Klasseninteressen der Einzelnen völlig außen vor gelassen. Ich denke, das ist aber wichtig. Denn ohne solche ideologischen Fragen kann man das WIR nicht interpretieren. Was Sie als WIR definieren gab es schon unter Kaiser Wilhelm und Hitler. Aus meiner Sicht ist es ein nicht greifbares WIR. Ein solches WIR hat und wird keine „Gemeinschaft in Freiheit“ (von der Sie sprechen) möglich machen. Die Geschichte zeigt dass dieses WIR eher die Basis für die sozialen und ökonomischen Verwerfungen auf dieser Welt sind!

    Das WIR für eine „Gemeinschaft in Freiheit“ muss man auch außerhalb von Deutschland suchen. Menschen die Konsum als Lebensinhalt, Gier und grenzenlosen Reichtum, Kapitalismus und deren Kriege in Frage stellen. Das ist aus meiner Sicht „WIR“ und nur DIESES WIR wird die Welt verändern. DIESES WIR ist in Deutschland kaum vorhanden.

    WER soll denn das sein (in einem kapitalistischem und global agierendem Wirtschaftssystem) welcher der Deutschen Bevölkerung Wohlstand mehrt und durch eigene Währung bei internationalen Währungskrisen das Geld stabil hält? Geht es wirklich darum, ob wir Deutschen irgendwo und was an „unseren“ Bedürfnissen anpassen? Wenn ein Großteil der Welt ringsum in Umwelt, Nahrungs, sozialen Problemen und blutigen Fehden erstickt?

    Die Soziale Marktwirtschaft?! Sie beruhte nur kurzzeitig ausschließlich auf den Nachkriegswirtschaftsboom, dem ideologischem Kampf zweier Gesellschafts und Wirtschaftssysteme und ging bereits noch vor Zusammenbruch des Ostblocks ihrem Ende entgegen. Sie war letzt endlich auch auf Kosten der Menschen der 3.Welt erkauft, mit deren Billiglohn, Billigware und Billigrohstoffen.

    Mit freundlichen Grüßen


    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    Was Sie zur Globalisierung und zur Begrenzung der Immigration sagen, findet selbstverständlich meine enthusiastische Zustimmung. Aber Ihre private Definition zur Frage, wer denn „Deutscher“ sei, ist einigermaßen dünn. Eine abstammungsgeschichtliche Antwort auf diese Frage gibt es in der Tat nicht (...).
    Unversehens driften Sie in eine willkürliche Nominaldefinition, die mit der Realität nichts zu tun hat. Sie sprechen nämlich gar nicht davon, wovon zu sprechen Sie behaupten. Sie sprechen nicht vom „Deutschen“ an sich, sondern vom BRD-Bürger. Und nach einigen Umwegen gelangen Sie zur Aussage, Deutscher, das sei ein BRD-Bürger, das heißt, die Definition, die Sie vorne hineingesteckt haben, kommt als Analyse wieder hinten raus. (...)

    Aus lauter Sorge um wirtschaftliche Gerechtigkeit und persönliche Freiheit vergessen Sie etwas. Der Kulturverlust der Moderne hat Sie vergessen lassen, daß das definierende Merkmal des Menschen sein Geist ist. Der Geist lebt in Kulturen. Eine Kulturgemeinschaft stellt ein Volk dar. Kann sein, daß zu einer Realdefinition der Volksangehörigkeit noch manches andere gehört, aber im wesentlichen ist ein Volk eine Kulturgemeinschaft. „Deutsch“, das hieß „gemeingermanisch“. Und da gibt es, völlig unabhängig von den Staaten und Systemen und Siedlungsräumen, eine Kontinuität der Deutschen, die erheblich weiter zurückgeht als bis zu jenem Zeitpunkt, als Tacitus die Germanen entdeckte. (...)

    Mit freundlichen Grüßen


     

     

     

     Art 116
    (1) Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist vorbehaltlich anderweitiger gesetzlicher Regelung, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat.
    (2) 1 Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist, und ihre Abkömmlinge sind auf Antrag wieder einzubürgern. 2 Sie gelten als nicht ausgebürgert, sofern sie nach dem 8. Mai 1945 ihren Wohnsitz in Deutschland genommen haben und nicht einen entgegengesetzten Willen zum Ausdruck gebracht haben.

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