Paukenschlag am Donnerstag
No. 49/2008
vom 4. Dezember 2008

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

keine
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Ich zahle, also bin ich.

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Leserbriefe
 
Paukenschläge 2008 (ältere)
1 Knut Beck
2 Bürgerkriech
3 Estate, real estate
4 Nur Börsencrash?
5 Unsere Freiheit 1
6 Unsere Freiheit 2
7 Zumwinkel, Klaus
8 Unsere Freiheit 3
9 Begrüßenswertes Urteil
10 Zur Schandtat unfähig
11 Feuer frei!
12 Die Welle
13 Fröhliches Aufsichtsraten
14 Über den Untersch. zwischen Privatisierung
15 945 Mrd. US$ Spurlos verschwunden
16 Zuvermismus
17 Christlich Soziales Versammeln
18 Narrenschiff - Narrenbahn
19 Frühjahrsmüdigkeit
20 Manneszucht
21 Verfassungsgut Kapitalismus
22 Protagonisten der Pataphysik
23 Straubinger, Max, Sprecher
24 Naomi Klein
25 Tswaansig-tswaansig
26 Blitzkrieg, Schweins- galopp, Gesetzgebung
27 Nun spart mal schön 
28 Antides lebt
29 Nine/twenty-eight
30 Von allen guten Geistern verlassen
 31 Nicht einfach zur Flasche greifen
 32 Sommerliche Erfrischungen
 33 Toll, doller., Dollar
34 Der SPD ins Stammbuch
 35 Das Wunder der gekleinten Zahl
 36 gemeinsam austreten
 37 fehlt noch
 38 Stilles Wasser
 39 Harte Landung
40 Die Häuser stehen doch noch
40a Das letzte Aufgebot
41 Ein Garten voller Böcke
42 Die Billionenflut
42a Die Ursache des akuten Geldmangels
43 Ackermanns Liquiditätsvernichtungsplan
44 Mein Gott, ist das aufregend
45 Schwalben im Herbst 
46 Eine Welt - eine Währung? Ein Wahnsinn!
47 Wer unter dem Schirm
48 Albrecht Müllers Frage
 
 Antides
 
 Volkszornindex

Der aktuelle Wert
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Ich zahle, also bin ich.
frei nach René Descartes


Ein gesunder Mensch ohne Geld ist halb krank.
(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832)

 

Als ich vor Jahren begonnen habe, auf meinen Internetseiten die Aufsatzreihe
"Der Fluss des Geldes" zu veröffentlichen, erreichte ich damit hauptsächlich Menschen, die bereits von sich aus begonnen hatten, nach Antworten auf all die Fragen zu suchen, die sich fast automatisch ergeben, wenn man erst einmal damit begonnen hat, über das Geld nachzudenken.

Seitdem sind einige Jahre ins Land gegangen. Der Kreis der Besucher meiner Internetseiten hat sich erheblich vergrößert - und mit dem immer deutlicher erkennbaren Heraufziehen der Währungs- und Finanzkrise - stellen sich immer mehr Menschen genau diejenigen Fragen, die seinerzeit nur in einem engen Zirkel von Geldtheoretikern diskutiert wurden.

Seit vielen Monaten wächst bei mir die Zahl der Zuschriften von Menschen, die feststellen, dass sich die aktuell zu beobachtenden Phänomene mit ihren Vorstellungen über das Geld nicht mehr in Einklang bringen lassen.

 

Typische Fragen lauten:

  • Wo sollen die Billionen herkommen, die jetzt zur Stützung der Banken und der Industrie in aller Welt ausgestreut werden?
  • Was machen die Zentralbanken, wenn sie "Geld drucken", und wem gehört das frisch gedruckte Geld?

Aber es gibt auch Stimmen, die meine Aufsätze lesen und dann ihren
Widerspruch anmelden. So, zum Beispiel:

Mein lieber Herr Kreutzer, Einspruch!

...
eine Bank stellt kein Geld her und sie konnte noch nie Geld herstellen (von den ersten Banken in der Lombardei mal abgesehen). Natürlich läuft das heute etwas anders aber die Prinzipien sind immer noch grundsätzlich gültig.

Wenn Banken Geld herstellen könnten, wären die Vorstände im Dauerrausch weil sie nur noch Party machen würden.

Geld wird vom Staat eingeführt und im Wert festgelegt wenn es an die START-Linie kommt - was davon übrigbleibt wenn es auf die ZIEL-Linie zutorkelt sehen wir gerade

und auch Albrecht Müller, dem ich letzte Woche geduldig versuchte zu erklären, wo und wie die von ihm vermisste Geldschwemme zu finden sei, stichelt heute auf seiner Nachdenkseite unbeirrt weiter:

Kommentar AM:
Wo ist denn nun all das angeblich um die Welt schwappende, nach rentablen Anlagemöglichkeiten suchende Geld?
 

 

Weil es in dieser Woche keine herausragenden neuen Themen gibt, und weil ich mich an den hilflosen öffentlichen Debatten darum,

  • ob man nun lieber keine Konsumgutscheine ausgeben sollte,
  • oder ob man lieber die Steuern nicht senkt,
    solange der Umfang und das Ausmaß und die Dauer und das "Ob-Überhaupt" dieser so genannten "Grieße" (was immer das sein mag) noch nicht klar ist,

nicht beteiligen will, beginne ich heute lieber noch einmal mit der notwendigen Aufklärung über das Wesen des Geldes.

Wer's schon weiß, der mag hier gerne aussteigen.
Schönen Donnerstag noch!

Ich lese, wenn ich die Wahl habe, auch lieber Neues.



Für alle die dabeibleiben und das Geld (endlich) verstehen wollen:


Einführung und Überblick

Spezialisierung und arbeitsteiliges Wirtschaften sind die unabdingbare Basis, um in einer Sphäre von Freiheit und Wohlstand hohe Produktivität und allgemeine Bedarfsdeckung zu ermöglichen.

Voraussetzung dafür ist aber ein System, das zuverlässig und transparent jede erbrachte Leistung und jeden daraus entstehenden Anspruch auf eine Gegenleistung erfasst und permanent kumuliert.

Dieses System muss die Versorgung jedes Mitglieds einer solchen, hoch entwickelten und hochgradig arbeitsteiligen Gesellschaft mit Lebensmitteln, Konsumartikeln und langlebigen Wirtschaftsgütern gewährleisten - und zwar völlig unabhängig davon, an welcher Stelle im Prozess der Leistungserstellung der Einzelne seine Funktion ausübt. Dies gelingt nur, wenn dem einzelnen Individuum durch dieses System ein stets aktueller Leistungssaldo zugeordnet wird.

  • Ein positiver Leistungssaldo innerhalb eines solchen Systems drückt aus, inwieweit das Individuum der Gesellschaft gegenüber in Vorleistung getreten ist und daher noch Ansprüche geltend machen kann,
  • ein negativer Leistungssaldo entspricht einer persönlichen Schuld, die ausdrückt, in welchem Maße Leistungen in Anspruch genommen wurden, für welche die Gegenleistung noch geschuldet wird.


Das klingt so kompliziert, dass erst auf den zweiten Blick klar wird, dass es dieses System längst gibt:

Wir nennen es Geld.

 

Wir haben Geld und geben es aus. Für Essen und Trinken, für Telefon und Benzin, für Kleidung, Möbel, Autos und Häuser. Wir verdienen Geld durch Arbeit. Wir leihen uns Geld und zahlen unsere Schulden nebst Zinsen zurück. Wir legen Geld an, spekulieren und werden reich - oder arm.

Der Kontostand jedes Einzelnen zeigt, was und wie viel er sich von dem schon verdienten Geld noch kaufen kann, oder worauf er in der Zukunft verzichten muss, weil er Schulden abzutragen hat.

  • Aber wird dieses Geld wirklich dem Anspruch gerecht, der eingangs formuliert wurde?
  • Zeigt die Menge des Geldes, über die der Einzelne verfügen kann, tatsächlich an, ob er mehr für die Gesellschaft geleistet hat, als die Gesellschaft für ihn?
  • Sind im Gegenteil nicht gerade diejenigen die Reichsten, die es verstanden haben, möglichst viel von der Gesellschaft zu verlangen, aber im Gegenzug wenig oder gar nichts dafür zu leisten?
  • Ist unser Geld ungerecht?

Münzen, Banknoten und Kontoauszüge sind weder neutral noch harmlos. Es sind Bestandteile eines Systems, das eben nicht nur Handel und Leistungsaustausch in der arbeitsteiligen Gesellschaft unterstützt, sondern in einem ganz unglaublichen Ausmaß auch der Umverteilung und Ausbeutung, der Erpressung und Bereicherung dient.

Um dieses System so verändern zu können, dass es seine negativen Wirkungen verliert, ohne deshalb auch seine positiven Fähigkeiten einzubüßen, muss man zunächst das real existierende Geld und das System, in dem es sich bewegt, verstehen.

Dieser Erkenntnisprozess wird erleichtert, wenn man sich zunächst klar macht, dass zwischen dem

  • Tausch von Gütern und/oder Leistungen einerseits und dem
  • Bezahlen andererseits ein ganz erheblicher Unterschied besteht.

 

Geld ist Zahlungsmittel, nicht Tauschmittel.

Geld ist der Nachweis dafür, dass zu einer erbrachten Leistung die Gegenleistung noch fehlt! Geld ist also ein Guthaben, die Banknote ein Gutschein, der seinen Wert nur daraus bezieht, dass ein Schuldner verpflichtet ist, den Gutschein einzulösen. Von dieser Erkenntnis, bis zu der Frage, unter welchen Voraussetzungen diese Gutscheine hergestellt und von wem sie bei welcher Gelegenheit in Umlauf gebracht werden, ist es kein weiter Weg, doch wird damit klar, dass Geld nicht einfach da ist, sondern - bei Bedarf - geschaffen wird.


Vom Unterschied zwischen Tauschen und Bezahlen

 "Zahlen, bitte!"

Mit diesen Worten nähert sich der Besuch im Restaurant dem Ende. Der Gast hat Speisen und Getränke erhalten und - so hoffen wir - mit Genuss verzehrt. Nun ist er bereit, die Gegenleistung zu erbringen.

Kaum ist die Summe ermittelt, zückt er das Portemonnaie, rechnet sich überschläglich aus, wie weit er aufrunden sollte, damit die Bedienung ein angemessenes Trinkgeld erhält, holt dann den passenden Schein heraus, sagt gönnerhaft: "Stimmt so!", und verlässt gesättigt die gastliche Stätte.

Ein trivialer Vorgang?

Keineswegs. Hätten wir nicht verlernt, genau genug zu beobachten, käme uns das Geschehen höchst seltsam vor. Ganz objektiv betrachtet ist auf Wunsch des Gastes eine nützliche Ware - das Essen - hergestellt und zusammen mit dem gewünschten Getränk am hübsch gedeckten Tisch von einer freundlichen Bedienung serviert worden. Der Gast hat alles bis auf ein paar unbrauchbare Reste verzehrt und als Gegenleistung ein kleines Stückchen Altpapier abgeliefert.

Ein ziemlich unausgewogener Tausch.

Dagegen wirkt die hanebüchene Geschichte von "Hans im Glück", der seinen in sieben langen Jahren Arbeit verdienten Klumpen Gold auf dem Umweg über Pferd, Kuh, Schwein und Gans zwar mit herben Verlusten aber letztlich in einen immer noch nützlichen Schleifstein tauschte, noch ziemlich harmlos. Doch genau hier liegt auch der kleine, aber wichtige Unterschied:

"Hans im Glück" tauschte tatsächlich;
wenn hingegen ein Gast die Rechnung für seinen Verzehr mit Geld bezahlt, ist das kein Tausch, sondern ein Zahlungsvorgang.

Diese Feststellung klingt trivial und wirkt haarspalterisch, doch die Klarstellung ist erforderlich, um das Wesen des Geldes erkennen und Irrtümer und Denkfehler vermeiden zu können, die oft genug damit beginnen, dass Geld eben nicht als Zahlungsmittel, sondern "gleich-gültig" auch als Tauschmittel bezeichnet wird. Es bedarf nur einer geringfügigen Änderung des vorherigen Beispiels, um den Unterschied zu verdeutlichen:

Der Gast trägt jetzt einen Zylinder,
ein schwarzes Sakko, ein schwarzes Hemd, schwarze Hosen, schwarze Schuhe, und er hat vor dem Essen den Kamin des Gasthofes gefegt.

Mit dem Wirt ist er sich darüber einig, dass sein "Kaminfegen" und das vom Wirt angerichtete und servierte Essen einen ungefähr gleichen Wert darstellen und dass man sich nach diesem Tausch, "Kaminfegen gegen eine gute Mahlzeit", gegenseitig nichts schuldet.

Mit dem Verzehr der Mahlzeit wurde ein vollständiger Tausch abgeschlossen.

  • Die Arbeit des Kaminfegers zeigt sich in einem veränderten Zustand des Kamins. Es ist dem Wirt unmöglich, diese Arbeit, die dem Wirkungsgrad seiner Heizung ebenso wie dem vorbeugenden Brandschutz dient, aus dem Kamin herauszulösen und als eigenständiges Gut weiterzugeben.
  • Der Kaminfeger seinerseits hat Fleisch, Soße und Beilagen verzehrt, dazu ein Glas alkoholfreies Bier getrunken und ist auch beim besten Willen nicht in der Lage, den Zustand vor dem Verzehr wieder herzustellen.
  • Beide sind zufrieden und haben aus ihrem Tausch keinerlei Ansprüche gegeneinander und schon gar nicht gegen irgendwelche Dritte erworben.


Klar, es gibt auch Tauschvorgänge, bei denen handfestere, langlebigere Güter getauscht werden, z. B. Gas aus Sibirien gegen Pipelinerohre aus Deutschland, doch wenn ein Tausch vereinbart war, hat am Ende der eine das Gas, der andere die Rohre. Damit ist das Geschäft abgeschlossen und es existieren, soweit die Tauschgüter in Qualität und Menge den Vereinbarungen entsprechen, keine weiteren, über diesen Tauschakt hinausgehenden Ansprüche.

Anders ist es, wenn nicht Gut gegen Gut, Leistung gegen Leistung getauscht werden, sondern der Erwerb eines Gutes, bzw. die Nutzung oder Inanspruchnahme einer Leistung mit Geld bezahlt werden.

In solchen Fällen - und die sind die Regel - wird immer nur eine Hälfte des Handels vollzogen. Daraus folgt:

Wer mit Geld bezahlt, erbringt die im Tauschgeschäft übliche Gegenleistung nicht. Er bleibt sie schuldig.

Allerdings steht derjenige, der mit Geld bezahlt, dem Handelspartner gegenüber nicht persönlich in der Schuld. Es ist vielmehr so, dass derjenige, der Geld als Entgelt für eine Leistung akzeptiert, dies im Vertrauen darauf tut, dass er - durch Verwendung eben dieses Geldes - bei nächster Gelegenheit auch selbst einem beliebigen Partner die eigentliche Gegenleistung schuldig bleiben darf.

Geld kann also als der "papierene" Nachweis dafür betrachtet werden, dass der jeweilige Besitzer des Geldes in der Vergangenheit eine Leistung erbracht, eine Ware herausgegeben hat, ohne dass er dafür im Gegenzug die Gegenleistung erhalten hätte.

Das alles klingt immer noch ganz trivial und manchem mag die Unterscheidung zwischen Tausch und Bezahlung nach wie vor als überflüssige Haarspalterei erscheinen, doch ein Rest von Unbehagen lässt sich nicht verleugnen. Irgendetwas stimmt da nicht:

Wenn Geld kein Tauschgegenstand, sondern ein Zahlungsmittel ist, wenn Geld folglich immer derjenige in Besitz hat, der eine Leistung erbracht hat, für die ein anderer die Gegenleistung noch schuldig geblieben ist, stellt sich schnell die Frage, wann, wie und wo dieses Bezahlen mit Schuldscheinen seinen Anfang genommen haben mag.

Die Logik sagt:

Wenn die bisherigen Annahmen über das Wesen des Geldes wahr sind,

  • dann muss sich, wenn der Weg des Geldes bis an seinen Ursprung zurückverfolgt wird, zwangsläufig ganz am Anfang der Kette ein Ur-Schuldner finden lassen. Einer, der zu dem Zeitpunkt, als er das Geld in Umlauf brachte, zwar selbst (noch) nichts geleistet hatte, der aber dennoch in der Lage war, die Leistung des Zweiten in der Kette mit Geld zu bezahlen.

Alles Nachdenken über andere, eventuell zur Führung des Gegenbeweises nützliche Geldquellen wie Erbschaften und Lottogewinne ist müßig - irgendwann gelangt man an allen Einwänden vorbei zu der Erkenntnis, dass es mindestens einen allerersten Ur-Schuldner gegeben haben muss, der Waren und Leistungen angenommen hat, ohne dass er vorher selbst schon eine Leistung erbracht hätte.

Mit etwas Fantasie gelangt man zu einer zweiten Möglichkeit:

Es könnte genau so gut auch ein Geldfälscher gewesen sein, der am Anfang der Kette steht. Es macht, zumindest für die Existenz und die Verwendbarkeit des Geldes als Zahlungsmittel, keinen Unterschied.

 

Wer diesen gedanklichen Schritt vollzogen hat, beginnt zu begreifen, dass das Geld tatsächlich keinen eigenen Wert besitzt, kein reales, materielles Gut ist, sondern immateriellen Charakter hat.

Er wird auch feststellen, dass Geld "nur" ein Anspruch ist, "nur" ein Recht auf Leistung, und folglich - je nach Standpunkt - entweder als Schuldschein oder als Gutschein anzusehen ist.

Daraus folgt zwingend, dass sich der Wert des Geldes nur über die Nutzung als Zahlungsmittel realisieren lässt,

nicht aber durch seinen bloßen Besitz.

Allerdings widerspricht diese Erkenntnis der erlebten Realität, in welcher der bloße Besitz von Geld dem Besitzer durchaus großen und größten Nutzen verschafft - und wer darüber nicht einfach hinweggeht, sondern versucht, den Widerspruch zu begreifen, der wird auf der ansonsten so wunderbar glatten und glänzenden Oberfläche unseres Wirtschaftssystems bald einen blinden Fleck entdecken, der verbergen soll, wie es kommt, dass der Großteil der Menschen, trotz aller Arbeit und Mühen in immer tiefere Armut und Abhängigkeit stürzt, während wenige Superreiche ganz ohne Mühen allen Luxus und allen Besitz dieser Welt für sich gewinnen.


Geld hat keinen eigenen materiellen Wert. Geld existiert zusätzlich, "neben" den Gütern und Leistungen. Geld ist Nachweis von Schuld, auch wenn dem einzelnen Geldschein nicht anzusehen ist, wer ihn einst als erster Schuldner in die Welt gesetzt hat - von den Urhebern der Guthaben auf dem Girokonten noch ganz zu schweigen.


Mit dieser Erläuterung des Unterschieds zwischen Tauschen und Bezahlen beginnt mein Buch über das Geld "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre Band III".

Ein Buch, das alle Interessierten auf sicheren Pfaden mitten hineinführt, in die Höhle des Geldes. Darin erwarten Sie weder unverdauliche volkswirtschaftliche Formelmonster noch endlose Ausführungen in unverständlichem Fachchinesisch - die Tatsachen und die daraus abzuleitenden Folgerungen sind aufregend genug:


Geld entsteht - aus dem Nichts - durch Kredit.

Nicht durch jeden Kredit, aber durch diejenigen Kredite, die von den Geschäftsbanken vergeben werden. Geld löst sich aber auch wieder auf, wenn der Kredit getilgt wird. Weil neben der Tilgung aber auch Zinsen fällig werden, muss Geld beschafft werden, das mit dem ursprünglichen Kredit nicht geschaffen wurde.

Das erfordert - über alle Interaktionen auf den Märkten hinweg - an irgendeiner Stelle die Schöpfung zusätzlichen Geldes, wiederum durch Kredit. Wer ein wenig weiterdenkt, kommt schnell zu der Erkenntnis, dass damit ein Prozess in Gang gesetzt wird, der eine immer schnellere und immer höher steigende Verschuldung in hervorruft.


Volkswirtschaftler verharmlosen diesen Prozess,

indem sie die Metapher vom "Natürlichen Zins" verwenden, um das exponentielle Wachstum von Schulden und Guthaben als unerschütterliches Naturgesetz darzustellen, das quasi außerhalb jeglicher menschlicher Eingriffsmöglichkeiten steht. Andere Gelderklärer stellen die Behauptung auf, das Wachstum von Schulden und Guthaben sei nur eine Fiktion, in Wahrheit handele es sich dabei nur um den Nachweis, dass das Geld, das von der Notenbank in die Welt gesetzt wird, mehrfach verwendet wird, wodurch es Spuren in Krediten hinterlässt, die aber, umgekehrt, durch dieses Notenbankgeld auch alle wieder getilgt werden könnten.


Behauptungen, die vollkommen falsch sind und verschleiern, wie das Geld als Wohlstandspumpe die Arbeitsleistung weiter Teile der Bevölkerung aufsaugt und wenigen Reichen als puren Luxus und Überfluss ganz von alleine vor die Füße spült.

 

Dass eine vernünftig gestaltete Vermögenssteuer für ein Mehr an Gerechtigkeit sorgen und gleichzeitig die Staatsfinanzen sanieren könnte, wird ebenso betrachtet, wie die Frage, ob die fortschreitende Privatisierung ehemals staatlicher Aufgaben und staatlichen Eigentums für die Bürger statt der versprochenen Vorteile nicht doch eher Nachteile mit sich bringt.


Etlichen Raum nimmt auch die Auseinandersetzung mit den so genannten "Regionalen Komplementärwährungen" und dem Prinzip einer - wie auch immer gearteten - "Umlauf-Sicherung" des Geldes ein. Schließlich sind die weit verbreiteten und viel beachteten Theorien der Freiwirtschaftslehre ebenfalls als Reaktion auf die Konstruktionsfehler des Geldsystems entstanden und in der Absicht verfolgt worden, der Realwirtschaft ein ehrliches, neutrales Geld zur Verfügung zu stellen, das - Dank Umlaufsicherung - vor erpresserischer Hortung sicher sein soll. Leider stellt sich bei eingehender und umfassender Betrachtung heraus, dass die bisher beschriebenen Umlaufsicherungsmodelle allenfalls im Zusammenhang mit Komplementärwährungen
überhaupt funktionieren können, als Konstruktionselement eines gesetzlichen Zahlungsmittels (Primärwährung) aber vollkommen untauglich sind.

Selbstverständlich geht dieses Buch dann auch darauf ein, was Währungsstabilität nach außen, was Inflation und Deflation im Binnenmarkt bedeuten, wie sie entstehen und wie sie beeinflusst werden können.

 

Eine realistisch-realisierbare Lösung

 

Das bestehende monetäre System ließe sich durch vergleichsweise kleine und für die bisher Begünstigten durchaus verkraftbare Schritte, ohne "Währungsreform", ohne "Abwertung oder sonstige Enteignung" in ein weitaus besseres System überführen.

Die aktuelle Krise wird jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Währungsreform erzwingen. Das könnte und sollte mehr sein, als nur eine mehr oder minder gerechte Abwertung von Guthaben und Schulden, sondern eine tiefgreifende Reform des Geldsystems. So, dass seine notwendige Eigenschaft,

 ...zuverlässig und transparent jede erbrachte Leistung und jeden daraus entstehenden Anspruch auf eine Gegenleistung zu erfassen und dem einzelnen Individuum einen stets aktuellen Leistungssaldo zuzuordnen ...

bewahrt, aber die Fähigkeit von Geldvermögen, leistungsfreie Zinseinkünfte zu erzeugen, soweit reduziert wird, dass die Finanzierung gesellschaftlich erwünschter Projekte nicht länger von der Erfüllung der Profitinteressen des Kapitals abhängig ist. Dazu aber braucht es ein System, das die ausreichende Geldversorgung der Realwirtschaft vom ersten Tag an auf intelligente Weise sicherstellt.


Weiterlesen - über das Geld - können Sie online in den hier erwähnten Aufsätzen
"Der Fluss Geldes" die von Februar 2003 bis Februar 2005 entstanden sind (Grundlagen No. 1 bis No. 15).

 Startseite Geld

Die Inhalte dieser Aufsätze, neu durchgesehen und zu einem runden Ganzen geformt, bilden den Inhalt von Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre, Band III, den Sie hier bestellen können:
 EWK-Verlag


und für alle, die WWW III schon kennen, hier noch einmal der Hinweis auf

ein neues Buch im EWK-Verlag

Freimut Kahrs

Unsere Gesellschaft befindet sich in einer Krise. Viele Wissenschaftler, Wirtschaftsführer und Politiker stehen vor einem Rätsel.
Deregulierung und Flexibilisierung haben nicht Wachstum und Vollbeschäftigung, sondern Finanzcrash und Wirtschaftskrise hervorgebracht.

Freimut Kahrs hat nach den Ursachen gefahndet - und Lösungen gefunden.

Mehr zu diesem wichtigen neuen Titel finden Sie hier:

Sachbuch Wirtschaft im EWK-Verlag


Als Service, für diejenigen Paukenschlagleser, die gerne noch einmal die Vorgeschichte der Krise nachvollziehen möchten, hier eine Art historischer Abriss über die wichtigsten Aufsätze der Vergangenheit zum Thema:

 Vorläufer 3 /2007 Internationaler Wettbewerb
  14 /2007 Einstürzende Luftschlösser
  20 /2007 Lügenmärchen für Kinder, Enkel und die zukünftigen Generationen
  25 /2007 Das Ende ist nahe
  28 /2007 Nullnummer 2011
  29 /2007 Schuldenfreies Düsseldorf
 Heiße Phase 33 /2007 Das Beben der Märkte
  42 /2007 Beunruhigendes
(Beben Teil 2)
  48 /2007 Die Banken-, Dollar-, Airbus-Krise
    3 /2008 Estate - real estate - Hypo real estate
    4 /2008 Nur ein Börsencrash?
  12 /2008 Die Welle
  14 /2008 Über den Unterschied zwischen Privatisierung und
  15 / 2008 Spurlos verschwunden - 945 Mrd. Dollar
  21 /2008 Verfassungsgut Kapitalismus
  26 /2008 Gesetz zur Förderung gewerblicher Diebstahls-, Raub- und Erpressungsunternehmungen
  27 /2008 Nun spart mal schön!
  33 /2008  Toll, doller, Dollar
 Finale furioso 39 /2008 Harte Landung
  40 /2008  Die Häuser stehen doch noch
  40a /2008 Das letzte Aufgebot
  41 /2008 Ein Garten voller Böcke
  42 /2008 Die Billionenflut
  42a /2008  Die Ursache des akuten Geldmangels
  43 /2008  Ackermanns Liquiditäsvernichtungsplan
  46 /2008  Eine Welt, eine Währung? ein Wahnsinn!
  47 /2008 Wer unter dem Schirm
     
     

 

 


und danach, nicht vergessen:
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Reaktionen auf diesen Paukenschlag

An dieser Stelle werden Leser-Reaktionen in der Reihenfolge des Eingangs (jüngster Beitrag oben) veröffentlicht.
Ich behalte mir dabei Kürzungen vor und veröffentliche Reaktionen zum Schutz der Absender grundsätzlich anonymisiert.
Hallo Herr Kreutzer,

wo Sie in der Überschrift zu diesem Paukenschlag an Descartes erinnern, dessen Definition der Aufklärung ("Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit") mir erneut zu
denken gab. In Bezug gesetzt zum kapitalistischen System und unserem Geldsystem drängt sich mir folgende Behauptung auf, die man quasi als Negativ der Aufklärung ansehen könnte:

"Kapitalismus ist der Eingang des Menschen in seine fremdverschuldete Abhängigkeit."

Ebenso wie vor der Aufklärung wenige Menschen über viele andere Menschen dadurch Gewalt erlangen konnten, indem sie für diese vielen Menschen vordachten, was die Masse nachzudenken hatte oder selbstverschuldet unmündig nachzudenken bereit war, können heute wenige Menschen mithilfe
ihres Kapitals viele Menschen dazu zwingen, sich in Abhängigkeit zu bewegen, um das eigene Überleben zu sichern.

Die Aufklärung konnte Menschen befreien, indem sie ihnen nahelegte selbst zu denken. Können wir den Kapitalismus überwinden, indem wir durch ein neues Geldsystem Unabhängigkeit sichern? Ich denke, es jetzt
genau der richtige Augenblick - angesichts der verheerenden Auswirkungen der Finanzkrise - die Weichen neu zu stellen. Mutare aude! Incipe!

Viele Grüße,



Sehr geehrter Herr Kreutzer,

seit einigen Monaten lese ich nun auch regelmäßig Ihren / (unseren) „Paukenschlag am Donnerstag“. Bereits am Donnerstag morgen schaue ich oftmals, ob „er“ schon da ist.

Es ist sehr erfreulich, dass es jemanden wie Sie gibt, der die Volkswirtschaftslehre benutzt, um die Dinge auch mal von der kritischen Seite zu betrachten. Ich musste schmerzhaft erleben, was die „Macht des Geldes“ - wenn sie in skrupellose Hände kommt - mit engagierten Mitarbeitern anstellen kann. So wurde ich von einem Vorzeige-Unternehmen schwerbehindert und vollständig erwerbsunfähig (gemacht).

Seit 2 Jahren bin ich nun – finanziert durch die Rentenversicherung – Student. Hier höre ich im Fach „VWL“ - zumeist völlig unverständlich dargeboten - alles Mögliche. Rückfragen kann der Dozent meist nicht beantworten und er gibt sich von der aktuellen Krise persönlich sehr überrascht.

„Aber glücklicherweise sei ja bereits spätestens Ende 2009 die Talsohle der Multi-Krise durchschritten“, lässt er seine Studenten wissen und empfiehlt solange Hans-Werner Sinn´s Bücher zu lesen…

Mit erscheint es, als ob den Studenten von heute Dozenten vorgesetzt werden, die gedanklich „auf Linie“ sind – und trotz des Fachwissens nicht in der Lage sind, sich selbst die größeren Zusammenhänge erklären zu können.

Ich freue mich deshalb noch auf viele Paukenschläge, die mir volkswirtschaftlich definitiv mehr bringen, als die VWL-Vorlesungen an der Hochschule.

Schöne Grüsse und besten Dank!


Sehr geehrter Herr Kreutzer,
mit Interesse las ich Ihren o.a. "Paukenschlag". So sehr ich auch Ihre Kenntnisse und Ausführungen schätze, so können die dort gemachten Aussagen nicht unwidersprochen bleiben.

Nach Ihren sicherlich richtigen Ausführungen hinsichtlich des Unterschiedes zwischen Tauschen und Bezahlen, findet man folgendes Statement: "Volkswirtschaftler verharmlosen diesen Prozess, indem sie die Metapher vom "Natürlichen Zins" verwenden, um das exponentielle Wachstum von Schulden und Guthaben als unerschütterliches Naturgesetz darzustellen, das quasi außerhalb jeglicher menschlicher
Eingriffsmöglichkeiten steht."

Bis hierher kann ich das unterschreiben. Aber dann führen Sie weiter aus:

"Andere Gelderklärer stellen die Behauptung auf, das Wachstum von Schulden und Guthaben sei nur eine Fiktion, in Wahrheit handele es sich dabei nur um den Nachweis, dass das Geld, das von der Notenbank in die Welt gesetzt wird, mehrfach verwendet wird, wodurch es Spuren in Krediten hinterlässt, die aber, umgekehrt, durch dieses Notenbankgeld auch alle wieder getilgt werden könnten."

Hierbei haben Sie ganz offenkundig mal wieder Helmut Creutz im Visier. Aber Sie irren gleich zweifach: erstens behauptet Creutz nicht, dass das Wachstum von Schulden und Guthaben nur eine Fiktion sei. Ich weiß
garnicht, wie Sie darauf kommen. Gerade Creutz weist auf dieses Wachstum immer wieder hin. Oder meinten Sie doch jemand anders?

Anmerkung von Egon W. Kreutzer
Es handelt sich hier nicht um ein wörtliches Zitat, sondern um die verkürzte Wiedergabe meiner Wahrnehmung der Argumente, mit denen die eigenständige Geldschöpfungsfähigkeit der Geschäftsbanken bestritten wird.

Zweitens, das Geld wird tatsächlich von der Notenbank in die Welt gesetzt, es sei denn, Sie schließen sich der allgemeinen Verwirrung an und bezeichnen das als Geld, was Guthaben und Zahlungsmittel ist, aber
kein Geld, nämlich das Giralgeld.

Während Creutz immer nur das Zentralbankengeld im Auge hat, sehen sie offenbar nur das Geschäftsbankengeld und verweisen nirgendwo darauf, dass ohne Zentralbankengeld keine einzige Überweisung zwischen Girokonten, die bei verschiedenen Banken geführt werden, möglich ist. Da Geschäftsbanken ausschließich Zentralbankengeld akzeptieren, fließt bei den meisten Tilgungen auch ZBG. Ausgenommen sind Tilgungsvorgänge innerhalb einer einzigen Bank. Hier haben Sie recht. Hier entsteht bei der Kreditvergabe Zahlungsmittel aus dem Nichts und solange mit dem gutgeschriebenen Kredit nur innerhalb der kreditgewährenden Bank bezahlt wird fließt kein ZBG und wenn der Kredit auf dieselbe Weise getilgt wird, verschwindet das Zahlungsmittel auch wieder im Nirwana. Aber es war kein Geld, sondern Zahlungsmittel, das durch die Geschäftsbank nach bestimmten Regeln (Deckung durch ZBG) erzeugt wurde. Diese Differenzierung sollte man schon vornehmen und nicht einfach von Geld sprechen, wenn Geschäftsbankengeld gemeint ist.

Anmerkung von Egon W. Kreutzer
Sie sind, wie ich weiß, mit der von mir zur Erklärung und zum Verständnis des Geldes verwendeten Definition sehr wohl vertraut. Hier auch noch einmal verkürzt: "Geld ist, womit man unmittelbar bezahlen kann."
Sie wissen auch, dass "Zentralbankengeld" von "Geschäftsbankengeld" nur dann und nur solange unterschieden werden kann, wie Zentralbankengeld als Guthaben der Geschäftsbanken bei der Zentralbank hinterlegt ist. Dieses Zentralbankengeld entsteht ganz überwiegend daraus, das Geschäftsbanken Geschäftsbankengeld auf ein Zentralbankkonto überweisen. Zum Teil auch daraus, dass die Zentralbank den Geschäftsbanken (aus dem Nichts) einen Kredit einräumt und auf dem Zentralbankkonto gutschreibt.
Die Funktion der Zentralbank, als Clearingstelle für Überweisungen von einem Institut zum anderen tätig zu sein, könnte ebensogut von von einem x-beliebigen Finanzdienstleistungsunternehmen wahrgenommen werden, ohne dass dieses Unternehmen deshalb die Bestände auf den Konten der angeschlossenen Banken als "Zentralbankgeld" bezeichnen würde.
Letztlich ist die Zentralbank nur die Institution, die in einem immer kleiner werdenden Bargeldumfeld im Handel mit Geschäftsbanken Banknoten an- und verkauft.

Dass die Zentralbank (gelegentlich) auch Kredite an die Geschäftsbanken vergibt, hängt eng damit zusammen, dass die Geschäftsbanken unterkapitalisiert sind und zuwenig eigene Liquidität vorhalten. Dass diese Zentralbankkredite in der Regel sehr kurzfristig gewährt werden (oft nur für einen Tag) zeigt aber auch, dass das hier eigesetzte "Zentralbankgeld" nur ein "Notnagel" für kurzfristige Liquiditätsengpässe ist. Die wirklich tragende Basis des gesamten Geldsystems ist und bleibt das Geld, das von den Geschäftsbanken hergestellt wird.

Weiter führen Sie aus:

"Etlichen Raum nimmt auch die Auseinandersetzung mit den so genannten "Regionalen Komplementärwährungen" und dem Prinzip einer - wie auch immer gearteten - "Umlauf-Sicherung" des Geldes ein. Schließlich sind die weit verbreiteten und viel beachteten Theorien der Freiwirtschaftslehre ebenfalls als Reaktion auf die Konstruktionsfehler des Geldsystems entstanden und in der Absicht verfolgt worden, der Realwirtschaft ein ehrliches, neutrales Geld zur Verfügung zu stellen, das - Dank Umlaufsicherung - vor erpresserischer Hortung sicher sein soll."

Bis hierher ist das nur eine Beschreibung. Aber dann kommt eine Behauptung, nämlich:

 

"Leider stellt sich bei eingehender und umfassender Betrachtung heraus, dass die bisher beschriebenen Umlaufsicherungsmodelle allenfalls im Zusammenhang mit Komplementärwährungen überhaupt funktionieren können, als Konstruktionselement eines gesetzlichen Zahlungsmittels (Primärwährung) aber vollkommen untauglich sind. "

Zitatende.

Frage, woher nehmen Sie die Sicherheit, das zu behaupten? Sie können diese Behauptung ebenso wenig beweisen, wie die Freiwirte den erhofften Effekt des Schwundgeldes beweisen können. Anderer Meinung
dürfen Sie selbstverständlich sein. Aber den Beweis der Richtigkeit sollten Sie zumindest versuchen anzutreten. Guten Argumenten gegenüber bin ich aufgeschlossen. Aber unbewiesene Behauptungen zeugen ebenso von
ideologischen Denkschablonen, wie die neoliberale Ideologie und andere Ideologien auch.

Also bitte, sterengen Sie sich mal an.

MfG


Anmerkung von Egon W. Kreutzer
Der Anstrengung habe ich mich schon unterzogen, die Ergebnisse sind online nachlesbar. Hier die direkten Links zu zwei zusammengehörigen Aufsätzen zum Thema, die man in der angegebenen Reihenfolge lesen sollte:

 1. Regionale Komplementärwährungen
 2. Freigeld - Umlaufsicherung




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