Paukenschlag am Donnerstag
No. 46/2008
vom 13. November 2008

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

keine
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Eine Welt - eine Währung? Ein Wahnsinn!

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Leserbriefe
 
Paukenschläge 2008 (ältere)
1 Knut Beck
2 Bürgerkriech
3 Estate, real estate
4 Nur Börsencrash?
5 Unsere Freiheit 1
6 Unsere Freiheit 2
7 Zumwinkel, Klaus
8 Unsere Freiheit 3
9 Begrüßenswertes Urteil
10 Zur Schandtat unfähig
11 Feuer frei!
12 Die Welle
13 Fröhliches Aufsichtsraten
14 Über den Untersch. zwischen Privatisierung
15 945 Mrd. US$ Spurlos verschwunden
16 Zuvermismus
17 Christlich Soziales Versammeln
18 Narrenschiff - Narrenbahn
19 Frühjahrsmüdigkeit
20 Manneszucht
21 Verfassungsgut Kapitalismus
22 Protagonisten der Pataphysik
23 Straubinger, Max, Sprecher
24 Naomi Klein
25 Tswaansig-tswaansig
26 Blitzkrieg, Schweins- galopp, Gesetzgebung
27 Nun spart mal schön 
28 Antides lebt
29 Nine/twenty-eight
30 Von allen guten Geistern verlassen
 31 Nicht einfach zur Flasche greifen
 32 Sommerliche Erfrischungen
 33 Toll, doller., Dollar
34 Der SPD ins Stammbuch
 35 Das Wunder der gekleinten Zahl
 36 gemeinsam austreten
 37 fehlt noch
 38 Stilles Wasser
 39 Harte Landung
40 Die Häuser stehen doch noch
40a Das letzte Aufgebot
41 Ein Garten voller Böcke
42 Die Billionenflut
42a Die Ursache des akuten Geldmangels
43 Ackermanns Liquiditätsvernichtungsplan
44 Mein Gott, ist das aufregend
45 Schwalben im Herbst 
 
 
 
 
 Antides
 
 Volkszornindex

Der aktuelle Wert
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Eine Welt - eine Währung?
Ein Wahnsinn!

Am Samstag, den 15. November 2008 startet in Washington der sogenannte Welt-Finanzgipfel.

Die Gefahr, dass aus diesem Welt-Finanzgipfel nicht nur jenes läppische Regelwerk für die Finanzmärkte und deren Akteure entsteht, das den Verlautbarungen zufolge kaum mehr als eine gewisse Mindest-Sicherheit vor den allerwüstesten Formen der Finanzspekulation bieten soll, sondern dass - nebenbei und scheinbar volkommen unbeabsichtigt - damit auch der Grundstein für eine einheitliche Welt-Währung gelegt wird, darf nicht unterschätzt werden.

Auch deshalb nicht, weil die bittere Erkenntnis "Geld regiert die Welt", einer Weltwährung unausweichlich auf dem Fuße folgen wird.

Da sich wieder einmal sowohl diejenigen unter einem Dach versammeln wollen, die - wie Frau Bundeskanzler Merkel und ihr Finanzminister - nicht den Eindruck erwecken, wirklich zu verstehen, wovon und worüber sie sprechen, sondern daneben auch jene vertreten sein werden, die sehr wohl wissen, worum es geht, sich aber hüten, dies offen auszusprechen, wie z.B. der US-Finanzminister Paulson und der heimlich-unheimliche Meister-Drahtzieher der EU, Jean-Claude Juncker, ist Schlimmes zu befürchten.

Trotz aller offen zu Tage liegenden Probleme der (immer noch) Welt-Leitwährung "US-Dollar", wird in den öffentlichen Reden unbekümmert und beschönigend von einer Finanzkrise, einer Krise der Finanzinstitutionen, einer Krise der Banken und der Hedge-Fonds gesprochen.

Für die "Finanzindustrie", so tönt es in an Dummheit grenzender Naivität, müssten neue Regeln geschaffen, eine gemeinsame, internationale Aufsicht installiert werden, damit eine "Krise wie diese" nie wieder entstehen könne. Als ob die aktuelle Krise schon überwunden, oder doch zumindest unter Kontrolle sei.

Nichts ist überwunden. Nichts ist unter Kontrolle.

Es ist müßig, aufzuzählen, welche Banken weltweit aktuell um Staatshilfe bitten. Es ist müßig aufzuzählen, welche Unternehmen in Schwierigkeiten gekommen sind, weil ihnen der Absatz weggebrochen ist. Es ist müßig, sich den Baltic Dry Index vor Augen zu halten und entsetzt festzustellen, dass der Schiffsverkehr auf den Weltmeeren ganz offensicht kurz vor dem vollständigen Zusammenbruch stehen muss.
Die Krise ist ein selbsterklärendes Phänomen, wenn man sie von den Ursachen her zu verstehen versucht, statt überrascht auf immer neue und immer wieder vollkommen unerwartet auftretende Symptome zu starren und mit untauglichen Mitteln daran herumzudoktern.

Die Ursache, von der aus sich die Krise und ihre dramatische Entwicklung erklärt, ist der grundlegende Konstruktionsfehler des Kapitalismus. Ein Fehler, den wir jedoch so sehr als Selbstverständlichkeit verinnerlicht haben, dass er uns gar nicht mehr als Fehler erscheint, sondern als die normalste Sache der Welt.

 

Das Problem lässt sich
mit fünf einfachen Sätzen skizzieren.

1. Die Wirtschaft im Kapitalismus ist vom Gewinnstreben dominiert.

Das führt soweit, dass das deutsche Finanzamt jedem Unternehmer, der innerhalb einer kleinen Anzahl von Jahren keinen Gewinn ausweisen kann, wegen mangelnder "Gewinnerzielungsabsicht" die steuerliche Geltendmachung der Kosten verweigert. Ein Unternehmen, das ohne erkennbare Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird, ist kein Unternehmen, sondern bestenfalls ein Hobby, ein Steckenpferd, eine Liebhaberei.

Jedes Unternehmen - und damit folglich die gesamte Wirtschaft eines Wirtschaftsraumes - ermittelt pro Geschäftsjahr einmal, wie hoch die Umsatzerlöse über den Kosten lagen, zahlt auf den Gewinn unvermeidliche Ertragssteuern und verteilt den verbliebenen Netto-Gewinn. Ein Teil davon geht in die Rücklagen des Unternehmens, ein anderer Teil fällt den Eigentümern als persönliches Einkommen zu.

Nun kann eine Milliardärin, der z.B. die Mehrheit der Aktien der Bayerischen Motorenwerke AG gehört, in Zeiten guter Geschäfte durchaus mehrere hundert Millionen Euro jährlich als ihren persönlichen Gewinnanteil verbuchen.
Ein Milliardär, dem zum Beispiel die Discounter-Kette Aldi Nord gehört, kann das ebenfalls, und jener Milliardär, dem die größte Schraubenfabrik Deutschlands gehört, ist ebenfalls unter diesen, so vom Schicksal Verwöhnten, zu finden.

Die absolute Legalität hoher und höchster Einkommen aus Kapitalvermögen gehört zum Grundkonsens derjenigen, die in unserem Lande glauben, bestimmen zu dürfen, wer regierungsfähig ist - und wem, wegen sozialromantischer Flausen, die Regierungsfähigkeit abzusprechen ist.

Wie oft wurde linken Ideen und linken Zielsetzungen entgegen gehalten, solche Luftschlösser seien unbezahlbar, während gleichzeitig den reichsten der Reichen - neben allen anderen Vergünstigungen, die ihnen der Staat gewähren zu müssen glaubt - auch noch die Steuern auf die Erträge ihres Kapitals gesenkt wurden?

Alle diese Milliardäre - und wir haben alleine in Deutschland über 200 davon - sind längst nicht mehr in der Lage, das was ihnen als Gewinn aus ihrem Vermögen im wahrsten Sinne des Wortes in den Schoß fällt, noch irgendwie vernünftig auszugeben.

Da das nicht nur den Milliardären so geht, sondern auch vielen Multi-Millilonären, und weil sogar einige einfache Millionäre ihre Gewinne lieber sparen, als sie auszugeben, sieht die teuflische Rechnung einer vom Gewinnstreben dominierten Volkswirtschaft so aus:

   Umsatzerlöse der Wirtschaft

 100

 -  Gesamtkosten der Wirtschaft

 80

 =  Gewinne der Wirtschaft vor Steuern

 20

 -  Steuern vom Ertrag

 8

 =  Netto- Gewinne der Eigentümer

 12

 -  Ausgaben der Eigentümer für Konsum und Realinvestitionen

 1

 =  Zuwachs des Geldvermögens der Eigentümer

 11

Die Zahlenwerte sollen nur beispielsweise helfen, die Relationen zu erkennen. Diese Relationen können beliebig verändert werden. So lange im Endergebnis ein Zuwachs des Geldvermögens, die "Verzinsung des Kapitals" gewährleistet bleibt, ist die von jedem wirtschaftenden Subjekt per Steuergesetzgebung geforderte Gewinnerzielungsabsicht nachgewiesen.

 

2. Die Ansammlung von Geldvermögen mindert die nachfragewirksame Geldmenge.


Was ist an Gewinnen falsch? Was ist an Geldvermögen falsch? Wurden wir nicht alle von Kindesbeinen an darauf getrimmt, möglichst schnell möglichst reich zu werden?

Nun, es ist eigentlich ganz einfach:

Im einzelnen Unternehmen entsteht ein Gewinn nur, wenn die Gesamtkosten des Unternehmens kleiner sind als die Summe seiner Umsatzerlöse.
Da alle Wirtschafts-Unternehmen einer Volkswirtschaft Gewinne erzielen müssen, werden also auch über die gesamte Volkswirtschaft hinweg die Kosten unter den Umsatzerlösen bleiben.

Löhne und Gehälter gehören zu den Kosten. Die Brutto-Löhne und -Gehälter samt Steuern und Sozialabgaben können folglich niemals die Höhe der Umsatzerlöse erreichen.

Und das bedeutet:

Die Summe der Arbeitseinkünfte der Erwerbstätigen und der Einnahmen des Staates einschließlich der Sozialsysteme reichen - solange die Wirtschaft Gewinne erzielt - niemals aus, um die von der Wirtschaft hervorgebrachten Güter und Leistungen abzunehmen.

Wie aber kommt es, dass die Wirtschaft - und hier speziell die deutsche Wirtschaft - bis in diese Tage Jahr für Jahr gewachsen ist?

Dieses scheinbare Paradoxon hat Bestand, weil das Problem für eine bestimmte Zeit umgangen werden kann. Dafür stehen grundsätzlich drei Wege zur Verfügung:

a) Ausweg Export

Wenn auf den Weltmärkten ausreichend Nachfrage nach den Erzeugnissen der betrachteten Volkswirtschaft vorhanden ist, können Umsatz und Gewinn gehalten oder sogar ausgeweitet werden. Der Export lässt beständig Geld nachströmen (Devisen allerdings), die Kapazitäten können weiterhin ausgelastet werden.

b) Umweg Versilbern

Wer ein Haus, einen Acker, einen Wald, einen Renoir oder einen alten Ehering sein eigen nennt, kann diese Sachwerte zum Verkauf anbieten. Bei angemessener Preisvorstellung wird sich ein Geldvermögender finden, der einen Teil seines Geldes hergibt, um den Sachwert zu erwerben. So kommt "stillgelegtes" Geld neu in Umlauf, die Kapazitäten können weiterhin ausgelastet werden.

c) Königsweg Kredit

Mit der Gewährung von Krediten bringen die Banken neue Liquidität in den Markt. Ob die Hypothek den Hausbau - und damit die Beschäftigung von Architekten, Maurern, Dachdeckern und Installateuren - ermöglicht, oder der Ratenkredit den Kauf der neuen Polstermöbelgarnitur - mit positiven Folgen für die Beschäftigten der Möbelindustrie - ist dabei vollkommen gleichgültig. Selbst die Inanspruchnahme des Dispo-Kredits, also die Überziehung des Gehaltskontos, ersetzt in der Realwirtschaft einen Teil jener Geldmenge, die ihr durch die Ansammlung von Geldvermögen entzogen wurde.


Alle drei Wege zur Umgehung des Problems sind jedoch mit dem Makel behaftet, nur in begrenztem Umfang gangbar zu sein.

Der Export entpuppt sich schnell als völlige Fehleinschätzung.

Es handelt sich nicht um einen Ausweg, sondern nur um die Ausweitung des Problems. Auch die Kaufkraft der Konsumenten in den importierenden Staaten ist endlich. Und da auch Exportumsätze Gewinne abwerfen, die ins Geldvermögen wandern, wird mit dem Export von Gütern auch der Geldmangel nicht behoben, sondern lediglich (teilweise) exportiert.

 

Dem Verkauf von Sachwerten sind sichtbare Grenzen gesetzt.

Wenn der letzte Sachwert aus der Hand gegeben ist, ist das Spiel aus.

 

Sehr viel eleganter und zumindest technisch unbegrenzt erscheint der Weg der Verschuldung.

Immer neue Schulden schaffen immer neues Geld, das es ermöglicht, die Produktion vollständig abzusetzen und ungebremst Gewinne abzuschöpfen, die als Geldvermögen in den Büchern landen. Positive Nebeneffekte sind Erträge aus Zinsen und Zinseszinsen, welche die Ansammlung von immer mehr Geldvermögen nur noch attraktiver machen.

Hier sind Schlaraffenland und Kapitalismus nicht mehr zu unterscheiden. Wer es geschafft hat, sich hinter die Grießbreimauer durchzubeißen, dem fliegen die gebratenen Hähnchen bis ans Lebensende direkt in den weit aufgerissenen Hals.

Das böse Erwachen folgt, wenn statt gebratener Hähnchen nur noch dürre Kontoauszüge mit einer uferlosen Reihe von Nullen vor dem Komma durch die Luft flattern und die Vermögensanhäufer verwundert zur Kenntnis nehmen müssen, dass Geld nicht nur beschissen schmeckt, sondern auch mit größter Mühe kaum hinunterzuwürgen ist. Die finale Erkenntnis, dass es dem Gelde an Nährwert mangelt, wird ein paar Stunden, höchstens Tage, auf sich warten lassen.

 

3. Die reale Kaufkraft einer Währung ist umso geringer, je mehr "nachfragendes Geld" dem Angebot gegenübersteht.

Kaum jemand hat sich bis dato klar gemacht, dass die durch äußere Einflüsse nicht verfälschte Real-Kaufkraft einer Währung als klassisches Indiz für das Maß der Verteilungsgerechtigkeit innerhalb einer Volkswirtschaft herangezogen werden könnte.

Je höher die reale Kaufkraft der Währung,

        • desto niedriger die Gewinnabschöpfung,
        • desto höher die Lohn- und Staatsquote,
        • desto höher der allgemeine Wohlstand -

          und umgekehrt.

Tatsächlich wird aber auch dieser Zusammenhang nur selten so klar sichtbar, wie es den realen Verhältnissen entspräche. Der Trick dabei besteht darin, dass die Kaufkraft der Geldvermögen auf "Anlagemöglichkeiten" außerhalb der Sphäre der Realwirtschaft gelenkt wird. Wer sein Geld verwendet, um Anteile an Hedge-Fonds zu kaufen, wer es einsetzt, um auf Kurssprünge an den Börsen zu wetten, wer spekulative Geschäfte an den Warenterminmärkten tätigt, trägt mit dazu bei, die auf den Märkten der Realwirtschaft nachfragewirksame Geldmenge zu verkleinern und damit den bereits eingetretenen Kaufkraftverlust der Währung zu verschleiern. In der Hoffnung auf immer höhere Renditen entsteht so ein Automatismus, der dafür sorgt, dass immer mehr Geldvermögen in immer riskantere Anlagen umgeschichtet wird. Die Vermögensanhäufer erwerben nur noch mehr oder minder wertloses Papier, um es nach dem erhofften, einmaligen Spekulationserfolg wieder zu verkaufen - und die Differenz, den Gewinn, erneut in einer noch lukrativeren Anlage unterzubringen.

So koppeln sich die Finanzmärkte allmählich und zunächst unmerklich, später immer schneller und klarer erkennbar, vollständig von den realen Märkten ab. Schein-Werte, im wahrlich doppelten Sinne des Wortes führen zu einem immer schnelleren Wachstum der Geldvermögen, einer immer weiter aufklaffenden Schere, zwischen dem angehäuften Vermögen und den realen Werten.

 

Der Endpunkt ist der Crash.
So wie wir ihn gerade erleben.

 

4. Ein Währungsraum ist immer zugleich auch ein "Werte-Raum" auf der Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner.

Es wäre ein grober Irrtum, zu glauben, eine gemeinsame Weltwährung, oder doch zumindest eine noch weiträumiger etablierte Leit- und Gemeinschaftswährung als der Dollar, könnte die vorstehenden Probleme leichter beherrschbar machen.

Der Wert oder Unwert einer Währung ist nicht an die Zahl der teilnehmenden Staaten, nicht an die Finanzkraft der angeschlossenen Banken, nicht an die Zahl der nutzenden Unternehmen oder Konsumenten gebunden, sondern einzig an das Gebaren, die Usancen, der handelnden Akteure einer Volkswirtschaft - und damit natürlich auch an den von diesen hochgehaltenen Wertekanon.

Wo eine Gesellschaft zulässt, dass stetig von unten nach oben umverteilt wird, wo man Gewinne in den Himmel wachsen, aber Löhne aus vorgeblicher Inflationsangst eher sinken, als steigen lässt, da wird - nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten den Geldwert zu wahren - das Missverhältnis zwischen den auf Geldvermögen gegründeten Ansprüchen der parasitären Kräfte und dem Leistungsvermögen der Volkswirtschaft sehr früh problematisch.

Wo eine soziale Marktwirtschaft - im Geiste Ludwig Erhards - etabliert wird, bleibt die Real-Kaufkraft der Währung bei steigendem Wohlstand der Bevölkerung sehr viel länger auf hohem Niveau stabil.

Währungsstabilität ist aber davon abhängig, dass ein Staat nicht nur seine eigene, gesamtgesellschaftlichen Entwicklungszielen verpflichtetete Wirtschaftspolitik betreibt, sondern dass diese Wirtschaft auch auf die Werthaltigkeit der eigenen, vom Ausland oder anderen externen Kräften nicht manipulierbaren Währung vertrauen kann. Die politische Gestaltung der Rahmenbedingungen des Wirtschaftens übersteigt in ihrer Wirkung auf die Werthaltigkeit einer Währung die Einflussmöglichkeiten von Zentralbanken bei Weitem.

 

Ein Gesetzgeber, der hohe Gewinne hoch besteuert, sinnvolle Regeln für die Kreditvergabe erlässt und spekulative Geschäfte beaufsichtigt und begrenzt, hält die Währung stabil!

Ein Gesetzgeber, der Kapitaleinkünfte weitgehend steuerfrei lässt, der die Staatsquote nach unten fährt und den Sozialstaat aufgibt, ruiniert langfristig die Währung.

Zwingt man zwei Staaten mit derart abweichenden gesamtgesellschaftlichen Entwicklungszielen eine einzige, gemeinsame Währung zu benutzen, wird das Land mit der hohen Gewinnbesteuerung hilflos dem Zusammenbruch der eigenen Wirtschaft zusehen müssen. Das Geld wird den Wirtschaftsraum, der die schlechteren Gewinnchancen für die Eigentümer der Wirtschaft bietet, beschleunigt verlassen - und alles, was durch Exporte, durch den Verkauf von Sachwerten und durch neue Kredite dort neu in Umlauf gebracht wird, wird den gleichen Weg gehen.


Frei fließendes Geld wird immer dazu führen, dass in überschaubaren Zeiträumen der kleinste gemeinsame Nenner gefunden wird, auf den der Wohlstand der Bevölkerung aller angeschlossenen Staaten heruntergezwungen wird.

Einzelstaaten mit eigenen Währungen haben alle Instrumente in der Hand, um sich gegen schädliche Einflüsse von außen abzugrenzen.
Selbst wenn sie diese Instrumente, aus dem unseligen Glauben heraus, die Freiheit des Kapitals habe auf dieser Welt als der höchste Wert zu gelten, für eine Zeit nicht nutzen, sie bleiben ihnen dennoch, für den Fall der besseren Erkenntnis, zur Verfügung.

Ist die eigene Währung jedoch aufgegeben, wird der Staat mit der übelsten Sozialverfassung, mit der gröbsten Ausbeutung die Maßstäbe setzen - und niemand kann sich dagegen wehren.

Unmäßige Gewinne an einer Stelle, zwingen im Kapitalismus alle anderen dazu, ebenfalls unmäßige Gewinne zu erzielen (anstreben reicht nicht). Eine einheitliche Währung beschleunigt diesen Prozess und macht ihn vollkommen unbeherrschbar.

Das Geld wird oft mit dem Blut in den Adern der Wirtschaft verglichen. Eine Währung ist aber mehr als Geld. Wer die eigene Währung aufgibt, lässt sich nicht nur die Adern mit fremdem Blut füllen, er verzichtet - um im Bild zu bleiben - auch auf das eigene blutbildende Gewebe im Rückenmark, auf ein eigenes, schlagendes Herz, auf die gasaustauschende Funktion der eigenen Lungen, auf die reinigenden Funktionen eigener Leber und Nieren und auf weite Teile des eigenen Immunsystems - und macht sich damit bis zur Lebensunfähigkeit abhängig.

Die Weltwährung wird die Krönung der Globalisierung sein. Die vollständige Unterwerfung aller angeschlossenen Volkswirtschaften unter den Willen der Global Player.

 

5. Einzeln zu überleben ist besser als gemeinsam unterzugehen.

Es ist empirisch nicht zu beweisen, dass Deutschland die aktuelle Krise mit der DM besser überstanden hätte, als mit dem Euro. Wir haben nur noch den Euro und daher keine Vergleichsmöglichkeit.

  • Dass aber die EU-Politik mit den forcierten Bestrebungen, auch die deutschen Grenzen für das Kapital aus aller Herren Länder vollkommen durchlässig zu machen, einen guten Anteil an der Verstrickung Deutschlands in die Krise hat,
  • dass wir mit den Gesetzen, wie sie noch bis zum Jahr 2000 in Deutschland die Finanzmärkte reglementierten, weitaus höhere Dämme gegen die Spekulationsflut mit Schrottpapieren errichtet hatten, ist wohl kaum zu bestreiten.
Liberalisierungspolitik der Finanzmärkte einerseits und die Auflösung der nationalen europäischen Währungen zugunsten einer Gemeinschaftswährung haben - auch wenn dies derzeit vollkommen unbegründet hundertfach behauptet wird - die erhoffte Währungs- und Wirtschaftsstabilität Europas nicht hervorgebracht.

Dieser Beweis ist erbracht.

Europa fährt - im Gefolge der US-Schuldenpolitik - vollkommen ungeschützt gegen die Wand. Wir haben unsere kleinteiligen Strukturen aufgegeben. Haben die freien Kräfte des Marktes (eines Schein-Marktes der Monopole und Oligopole!) von der Kette gelassen, die Sozialsysteme geschleift, und trotzdem fliegt uns nun alles um die Ohren. Weg ist er, der Merkel'sche Aufschwung. Weg ist der Glaube an die ausgeglichenen Haushalte. In voller Panik werden alleine in Deutschland hunderte von Milliarden Euro aus dem Hut gezaubert und mit hohem Druck in die zusammbrechenden pekuniären Stützen des Exportweltmeisters injiziert - ohne erkennbaren Erfolg.

 

Und da soll nun ein Weltfinanzgipfel eine Weltfinanzordnung erarbeiten?

Es gibt nur eine kleine Gruppe von Nutznießern einer Weltfinanzordnung. Das sind diejenigen, die als Global Player agieren und kein anderes Ziel haben, als befreit von lästigen Landes- und Währungsgrenzen das abzuschöpfen, was der Kapitalismus von seinen erfolgreichsten Vertretern verlangt - nämlich immense Gewinne.

Sie werden sie anhäufen - und die Realwirtschaft weltweit ausdörren. Eine einzige, einheitliche Weltwährung ist dabei von großem Nutzen.

  • Nur eine konkurrenzlose Weltwährung kann endlos Kredit gewähren.
  • Nur eine konkurrenzlose Weltwährung kann endlos inflationieren - und den Schaden ausgleichen, indem alle Jahre die letzte Null ersatzlos gestrichen wird.
  • Nur eine konkurrenzlose Weltwährung kann die gesamte Menschheit so tief in die Verschuldung treiben, dass eine neue Art von Reform, nämlich die "Freiheitsreform" erforderlich wird, an deren Ende dann endlich wieder die Leibeigenschaft steht.

Das "Wehret den Anfängen" ist ebenso ungehört verhallt, wie die Warnung es sei inzwischen fünf vor zwölf. Zu sehr waren wir damit beschäftigt, uns wenigstens einen kleinen Anteil am Gewinn zu sichern, um zu bemerken, dass auch die größte Lohnerhöhung niemals dazu führen kann, dass die Kosten die Erlöse übersteigen, wir waren zu beschäftigt, um zu bemerken, dass die abhängig Beschäftigten zu keiner Zeit eine Chance hatten, die Verliererstraße zu verlassen.

Nun ist es fünf nach zwölf. Jetzt heißt es nicht mehr, wehret den Anfängen, es heißt: "Zieht die Lehren daraus und gestaltet den Neuanfang!"

Aber auch diese Warnung geht unter in dem Geschrei und Gebrüll, jetzt sei nicht die Zeit der Besinnung und der Vernunft - jetzt gelte es nur, das lodernde Feuer zu löschen.

... und sie löschen mit allem, was ihnen geeignet erscheint, hauptsächlich mit der sogenannten Liquidität. Einer leicht entflammbaren und hochexplosiven Flüssigkeit.

 

Das Feuer wird von selbst verlöschen, wenn ihm die Nahrung ausgeht.
Aber Liquidität ohne Grenzen gibt dem Weltbrand neue Nahrung.


Hätte man bei den ersten Bränden, vor über einem Jahr, begonnen, Schneisen zu schlagen und Gräben auszuheben, man hätte noch so manches Territorium vor dem Überspringen der Flammen bewahren können.

Stattdessen hat man sich erst darauf geeinigt, den Brand zu ignorieren; dann, ihn zu bagatellisieren - und als dann der Horizont Nacht für Nacht von rotem Schein erleuchtet war, hat man beschlossen, nun alles Trennende zu überwinden, hat den Brand auf dem amerikanischen Dach zur großen, gemeinsamen Feuersbrunst erklärt (genauso wie man den Anschlag auf das World-Trade-Center zur großen gemeinsamen terroristsichen Bedrohung erklärt hat), und in einem letzten Aufbäumen Billionenbeträge in den wichtigsten Währungen dieser Welt mobilisiert und sie auf sehr kurzen Wegen den Eigentümern der großen Vermögen zum Geschenk gemacht.

Die Teilnehmer am Weltfinanzgipfel haben allesamt zu der herrschenden Krise beigetragen.

Nicht, weil sie die falschen Gesetze erlassen oder die richtigen geändert haben, nicht weil sie Deregulierung und sogenannte Reformen durchgepeitscht haben, nicht weil sie in vielen einzelnen Entscheidungen immer wieder versagt haben - nein.

Ihre Schuld besteht darin, den fatalen Konstruktionsfehler des Kapitalismus weiterhin nicht erkennen zu wollen. Ihre Schuld besteht darin, sehenden Auges zu Gunsten einiger weniger Profiteure des Wirtschafts- und Finanzsystems ganze Volkswirtschaften an die Wand fahren zu lassen. Keiner davon hat bis heute den geringsten Zweifel am Kapitalismus geäußert, man redet höchstens einmal von Auswüchsen, die man beschneiden müsse - aber ein Instrument, das an Mächtigkeit einer Nagelschere auch nur minimal überlegen wäre, haben sie nicht im Arsenal.

Wer unbeirrbar Freiheit mit Kapitalismus gleichsetzt und Demokratie nur unter den Bedingungen des Kapitalismus für möglich hält, kann auch die Lösung nur im Kapitalismus finden - und wird damit das Problem nicht lösen, allenfalls hinter neuer Tünche wieder für eine Weile verbergen können.

Und so werden sie hinter den "gemeinsamen Regeln für das Weltfinanzsystem" auch noch die letzten nationalen Brandmauern schleifen - denn die stehen der gemeinsamen Feuerwehr nur im Wege.

 

Protektionismus ist verpönt,
im fortschrittlichen einundzwanzigsten Jahrhundert.

 

Bis zur Polizei hat sich das allerdings noch nicht herumgesprochen. Die Kriminalploizei rät den Bürgern immer noch, sich und ihre Habe zu schützen. Mit massiven Türen, Sicherheitsschlössern, Mehrfachverriegelungen, gesicherten Fenstern und abschließbaren Jalousien, mit Video-Überwachung, Bewegungsmeldern, Flutlicht und Sirenengeheul.

Darf sie auch ruhig, die Polizei.

Die kleinen Diebe sind ja schließlich auch noch da.


 

Eins noch:

Für Kapitalisten gelten nur Kapitalisten als Menschen. Den Rest hielte man sich am liebsten so, wie sich Bauern Rinder halten. Das habe ich früher einmal beschrieben, in dem Aufsatz:

Des kgl. Ökonomierats
A.R. SCHLOCH

Leben und Werk

Man könnte darüber lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

 

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Reaktionen auf diesen Paukenschlag

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Hervorragend !

Für mich neu die Betrachtung des Gewinns in diesem Spiel. Bis dato hatte ich nur die Kapitalentwicklung durch Zins und Zinseszins als Chrasfaktor im Blick. Klar können Gewinne die vom Unternehmer nicht selbst verbraucht oder reinvestiert werden ein schnelleres Durchbrechen "der Grießbreimauer" ermöglichen und bilanztechnisch höchst sonderbare Konstrukte hervorbringen. Wiedeking läßt grüßen...

Ich beschäftige mich noch nicht allzu lang mit Wirtschafts- und Finanzpolititk, aber wenn ich mir überlege welche Stellschräubchen implementiert werden müßten um den Kapitalismus sozialverträglich zu gestalten, verdient das Ding einen neuen Namen. Schwierig wird's diese "Schräubchen" unkorrumpiert zu kontrollieren, ohne die Freiheitsrechte der Bürger einzuschränken. Das ist heute so, und morgen - wir bleiben dran.

mit besten Grüßen

Hallo Herr Kreutzer

„Die Rufe der Propheten schallen wieder…“

Nun ist es wieder soweit meine Damen und Herren: Die Zeitenwende wird heraufbeschworen! Die „Lichtarbeiter“ sind zurück! Lasst uns neu beginnen im Angesicht der intellektuellen Überwindung materieller Ideologien, bla bla bla!

Diese schöne Vorstellung von der Einheit des Ganzen! Die Quantenphysik soll es richten…

Die Einheit des Ganzen mit dem Mittel der Globalisierung?

Genau das Gegenteil ist der Fall, nicht wahr!? Sie fordern einen Rückzug aus dem globalen Wahnsinn! „Einzelstaaten…Instrumente…gegen…die Freiheit des Kapitals…für den Fall der besseren Erkenntnis...“

Einerseits gibt es viele gute Ansätze und Lichtblicke, meinetwegen auch Visionen, die eine Besserung der gesamten Beschränkt- äh, sorry; Menschheit in Aussicht stellt. Das Problem ist nur, dass allenthalben ein devoter Vokabelimporteur fehlt der in der gleichen Währung tauschen kann!

Die Hinweise mit dem Zaunpfahl sowie die Puderung mit dem Klammerbeutel, haben aber bisher nicht zu den gewünschten Ergebnissen geführt!

Es ist ja nicht so, dass wir nun zum ersten Mal davon hören, dass alles mit allem verbunden sein soll. Nicht erst die moderne Wissenschaft, die über die Quantenphysik dahin kommen will. Fantastische Autoren, führen über ihre Romane zu den gleichen Ergebnissen wie die alten, modernen Hexen, die die uralten Traditionen der alten Völker verbreiten (ob Fantasie oder Tradition ist in diesem Fall egal).

Was alle diese Probanten beschreiben, ist die Verbundenheit allen Seins und Nichtseins in einem zeitlosen oder zeitgleichen Kosmos! Ob wir es nun „Energie“ oder „Magie“ nennen oder ob die „Midi-Chlorianer“ dafür verantwortlich sind, ist vollkommen egal!

Dieser Gedanke stammt aber nicht erst aus den 20er Jahren des vorherigen Jahrhunderts! Diese Erkenntnis ist schon Jahrtausende alt! Aber Trotzdem schaffen wir es nicht, danach zu Leben und zu Handeln!

Der Mensch ist einfach zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt. Oder sagen wir mal so: der Mensch wird zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt! Mit unnützen und dummen Beschäftigungen. Wir müssen Müll konsumieren um nicht auf andere Gedanken zu kommen. Informationsmüll ebenso wie Konsummüll. Wir befinden uns längst in Beschäftigungsprogrammen, weil wir eigentlich schon lange nicht mehr die Menge an Arbeitskräften benötigen, die wir im Moment noch haben (Darüber hinaus haben Sie ja die Arbeitslosen bereits als Überbevölkerung entlarvt)! Trotzdem schaffen wir es nicht Systeme zu entwickeln die solche Gesellschaftsprobleme auffangen (Ok, auch das haben Sie skizziert)! Wir haben auch kaum eine Chance das zu schaffen! Und es wird alles daran gesetzt dieses „Versagen“ weiter zu forcieren!

„Die Bildungssysteme funktionieren nicht weil wir zu wenig Platz und zuwenig Lehrer haben. Die Binnenwirtschaft funktioniert nicht weil wir zu wenig Geld in der Tasche haben.“

Das sind zwei Aussagen, die an und für sich ganz vernünftig klingen. Aber das ist leider nur der zweite Blick. In Wahrheit ist es doch eher so, dass die Bildungssysteme nicht funktionieren weil diejenigen, die darüber bestimmen, ihre Kinder zu Privatschulen und Internaten schicken. Die Binnenwirtschaft funktioniert nicht, weil diejenigen die darüber bestimmen, die Binnenwirtschaft nicht brauchen! Die können sich nämlich jederzeit aussuchen wo und wie sie leben wollen und sei es auf der ISS!

Wir aber sind gefangen in einer Welt, die schon längst nicht mehr unserem Willen unterliegt. Das Wissen und die Überzeugung, den eigenen freien Willen zu nutzen und somit individuelle Entscheidungen zu treffen ist unser Gefängnis. Wir sind gefangen in einer Welt von der wir immer noch glauben, sie sei unsere eigene.

Ihre logisch herbeigeführten Ergebnisse zeigen immer wieder deutlich, wo der Hase begraben liegt. Aber trotzdem muss man die Menschen anstacheln und ermahnen zu den Wahlen zu gehen – was für ein Irrsinn; einen erwachsenen Menschen auf seine Rechte hinzuweisen! Und dennoch kommen wir nicht mehr über 60% Wahlbeteiligung! Die Menschen sind in einer Art und Weise zerstreut, die über alle Science Fiction Spinnereien von Massensuggestion und Fremdsteuerung hinausgeht. Natürlich sind die niedrigen Wahlbeteiligungen gewollt! Natürlich ist eine Weltwährung das Ziel der Herrschenden!

Es kann doch gar keinen Zweifel an so einfachen Zusammenhängen geben! Ich meine wie klar muss man es noch machen!? Je mehr Globalisierung, je mehr einheitliches Recht und einheitliche Währung es gibt, umso einfacher ist doch die Kontrolle und die (ich sage es jetzt einfach mal) BEHERRSCHUNG der Menschheit!

Und um nichts anderes als das, geht es doch! Das was uns in jedem Jimmy Bondi Film gezeigt wird, nämlich der Irre, der die Welt beherrschen will und der Held Ihrer Majestät, der immer wieder das Böse besiegt, ist eine Suggestion die uns einlullt und sagt: „das Gute gewinnt immer“ bzw. „einer wird’s schon richten“.

Doch, oh Wunder! Es kommt kein Superman! Es kommen keine Außerirdischen und es kommt verdammt noch mal kein Gott der uns errettet!

Wir selber müssen den Arsch hoch kriegen!!! Oder Ihn aufhalten…den A.R. Schloch! (Er geht nämlich tatsächlich noch immer um! Die Auferstehung fand klamm heimlich statt…in einer tiefen, dunklen Schlucht…im Lande mit dem Namen…)

Die Lösung des Problems ist wie gesagt schon lange beschrieben. Sie liegt natürlich in uns selbst. Die Überwindung unserer eigenen tief verwurzelten Ängste, ist aber nicht die einzige Ochsentour die uns bevorsteht. Vielmehr sind es die Barrikaden der „Heilen Welt“ mit der Aussicht auf das Paradies! Was kümmert es uns schon…Hauptsache wir kommen einigermaßen durch…wir können ja sowieso nichts ändern…und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her etc. bla bla bla…wie gesagt!

Ich denke, meine tiefe Überzeugung, ist Ihrer sehr ähnlich. Als einzelner und autonomer Staat, könnten wir einer solchen Krise mit Leichtigkeit begegnen. Wir könnten mit einer starken Binnenwirtschaft, die für die Bevölkerung dieses Landes ausgelegt ist, fast alles meistern. Nur die großen Konzerne und Spekulanten hätten bei uns nichts mehr zu gewinnen. Doch wer braucht schon ein Casino, wenn man abends, nach getaner Arbeit mit Freunden oder im Kreise seiner Familie, eine Runde „Mensch Ärgere Dich Nicht“ spielen kann!?

Ein Mensch der innerlich gefestigt ist und logisch und in aller Ruhe über seine Situation nachdenken kann, ist ebenso geschützt vor falschen Versprechungen und Irrglauben!

Aber wie um alles in der Welt stellt man bei einer ganzen Bevölkerung eine innere Festigkeit her?

Karl Popper hat mal gesagt, dass jeder Intellektuelle die Pflicht hat, die Dinge so einfach und offen wie möglich darzustellen, damit jeder sofort die Argumente und Thesen nachprüfen und im Zweifel widerlegen kann!

Würde sich auch nur ein Bruchteil der sog. Intellektuellen daran halten – die Welt sehe schon längst anders aus!

Ich glaube das ist schon viel zu viel für einen Kommentar…aber das hab ich halt nicht so im Griff…sorry

Bis die Tage


Sie schreiben heute:

Der Endpunkt ist der Crash.
So wie wir ihn gerade erleben.

und Sie haben vermutlich völlig Recht, aber ich denke:

Der Crash muss nicht der Endpunkt sein.


Ich sehe in uns Menschen auch ein enormes Wachstumspotenzial. Lassen Sie mich kurz etwas ausholen, um das zu erklären, was ich meine.

„Die Quantenphysik hat gezeigt, dass Materie eine Erscheinungsform von Energie ist. Damit ist auch die Philosophie und das Verständnis der Welt und des Lebens betroffen. Die großen Quantenphysiker Werner Heisenberg, Max Planck, Erwin Schrödinger und Nils Bohr haben diese Konsequenzen schnell erkannt, aber der zweite Weltkrieg und die nachfolgende Aufbauzeit haben diese Diskussion „vergessen lassen“. Diese Diskussion ist jetzt wieder möglich und in Anbetracht der Probleme auf dieser Welt auch notwendig.

Der Einheitsgedanke weist auf das Verbundensein von allem mit allem hin und es ist offensichtlich, dass dieses ethische und moralische Auswirkungen haben muss, die uns an all dem hindern sollten, was durch den Gedanken der Trennung hervorgerufen wird: Neid, Missgunst, Streit, Egoismus. Stattdessen sollte die Einsicht in die Einheit der Natur uneigennützige Denkweisen fördern wie Kooperation, Verständnis, Liebe, Mitgefühl.“

Diese Erkenntnisse sind der Zündstoff für das, was ich Vision nenne. Was anders als eine regelrechte Explosion des Lichtes in unseren Herzen kann daraus folgen? Ich sage bewusst „kann“ und nicht etwa „muss“, weil ich mir nicht anmaßen will zu behaupten, dass dies in jedem Menschen nur die einzig mögliche Reaktion ist. Entscheidend ist dabei wohl der individuell jeweils vorherrschende Verinnerlichungsgrad der verzerrten Wahrnehmung über das Leben an sich.

Aber dennoch stimmt mich die Konstellation optimistisch, denn die zukünftigen Abwärtsentwicklungen in unserer Welt werden uns die Tatsachen des „Verbundenseins von allem mit allem“ geradezu unübersehbar vor Augen führen und somit wächst die Chance, dass wir uns selbst herausführen aus dem Nebel der Scheinwahrheit, in dem die Mehrheit der Menschen lebt. Die Menschen werden aufwachen und ihr Verhalten korrigieren. Ihre Einstellung zu sich selbst sowie zu dem Lebensraum Erde wird sich radikal in eine völlig neue Richtung ändern. Eine Basis der Orientierung im Sinne von Ganzheitlichkeit wird entstehen, weil wir in der Tiefe unserer Herzen erfahren werden, welch einem Irrtum wir uns bisher selbst ausgeliefert haben.

Das Traurige daran ist nur, dass sich dieser Wandel erst dann ereignen dürfte, wenn der Leidensdruck mächtig genug geworden ist. Erst das Bersten des Topfes, in dem wir bisher unsere Illusionsblasensuppe gekocht haben, dürfte den Deckel sprengen und den Inhalt verdampfen lassen. Die ersten Nieten, mit denen wir versucht haben diesen Deckel mit dem Topf regelrecht zu verschweißen, platzen gerade in immer kürzer werdenden Abständen. Was hervorquillt besteht überwiegend aus einem dunklen Nebel, entstanden aus den Folgen von Angst, Neid, Missgunst, Streit, Egoismus, Geiz, Ich-Sucht, Gier, Rücksichtslosigkeit, Vorteilnahme und all den weiteren kultivierten Eigenschaften von uns Menschen.

Mit besten Grüßen


Lieber Herr Kreutzer,

zu Inhalt und Qualität Ihres Paukenschlages muss ich nicht sagen - sie sind (wie immer) ausgezeichnet und gehören zum Besten, was man auf diesem Gebiet seit langer Zeit zu lesen bekommt!

Ich weiß nicht, ob Sie gestern Abend die Talkrunde bei Sandra Maischberger gesehen haben, trotzdem möchte ich Sie bitten, diesen Paukenschlag irgendwie an Heiner Geißler weiterzuleiten. Ich hatte von ihm den Eindruck, dass sich ganz, ganz langsam und wohl dem Alter geschuldet, ein Verständnis vom Zusammenhang der Ereignisse entwickelt. Seine Kapitalismuskritik war nicht mehr bloß oberflächlich, eine harmlose Spinnerei, die man sich als
altgedienter CDU-Mann im Ruhestand als harmlose Schrulle leisten kann, sondern sie ging deutlich tiefer, schon ganz nah an die Ursachen des Übels heran. Vielleicht braucht er nur noch einen ganz kleinen Anstoß, damit ihm
genug Lichter aufgehen, um im dunklen, modrigen Keller endlich die Gläser mit dem Eingemachten zu finden!

Viele Grüße



A
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