Paukenschlag am Donnerstag
No. 42/2008
vom 16. Oktober 2008

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Die Billionenflut

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Paukenschläge 2008 (ältere)
1 Knut Beck
2 Bürgerkriech
3 Estate, real estate
4 Nur Börsencrash?
5 Unsere Freiheit 1
6 Unsere Freiheit 2
7 Zumwinkel, Klaus
8 Unsere Freiheit 3
9 Begrüßenswertes Urteil
10 Zur Schandtat unfähig
11 Feuer frei!
12 Die Welle
13 Fröhliches Aufsichtsraten
14 Über den Untersch. zwischen Privatisierung
15 945 Mrd. US$ Spurlos verschwunden
16 Zuvermismus
17 Christlich Soziales Versammeln
18 Narrenschiff - Narrenbahn
19 Frühjahrsmüdigkeit
20 Manneszucht
21 Verfassungsgut Kapitalismus
22 Protagonisten der Pataphysik
23 Straubinger, Max, Sprecher
24 Naomi Klein
25 Tswaansig-tswaansig
26 Blitzkrieg, Schweins- galopp, Gesetzgebung
27 Nun spart mal schön 
28 Antides lebt
29 Nine/twenty-eight
30 Von allen guten Geistern verlassen
 31 Nicht einfach zur Flasche greifen
 32 Sommerliche Erfrischungen
 33 Toll, doller., Dollar
34 Der SPD ins Stammbuch
 35 Das Wunder der gekleinten Zahl
 36 gemeinsam austreten
 37 fehlt noch
 38 Stilles Wasser
 39 Harte Landung
40 Die Häuser stehen doch noch
40a Das letzte Aufgebot
41 Ein Garten voller Böcke
 
 
 Antides
 
 Volkszornindex

Der aktuelle Wert
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Die Billionenflut

Ihnen kommt dieser Titel bekannt vor?

Ja, ich gebe zu, ich habe vorgearbeitet, im Okober 2008 hab ich das geschrieben, was ich Ihnen heute, am 14 Juli 2011 noch einmal anbiete, und
ich bin mir sicher, heute werden weit mehr Menschen verstehen, worauf es ankommt - und worauf nicht.

Es ist so meine Art, die Themen aufzugreifen und auf das mögliche Ziel hin durchzuspielen, lange bevor sie von all denen
behandelt werden, die sich als "Nachträgliche Erklärer" immer schnell um den offenen Brunnen versammeln und über das
hineingefallene Kind jammern - ohne dabei auf die Idee zu kommen, hinunterzusteigen, und nachzusehen, ob es noch zu
retten ist, und ohne auf die Idee zu kommen, die Sicherung aller anderen offenen Fallgruben zu verlangen.

Nur diesen einen Brunnen, den, meinen sie, den sollte man jetzt doch, falls dadurch die Wasserentnahme nicht erschwert wird,
irgendwie sichern.

Jetzt rotieren sie wieder, die Zauberlehrlinge in den Sesseln der Finanzminister, die Zauberlehrlinge der EZB, die Zauberlehrlinge des IWF, die Zauberlehrlinge der US-Administration und die Zauberlehrlinge der FED, rotieren, weil drei kleine Privatfirmen beschlossen haben, die Welt, im Auftrag ihres Klientel, in den finanziellen Abgrund zu treiben - und es fällt ihnen nichts anderes ein, als auf alle Forderungen einzugehen, es fällt ihnen nichts anderes ein, als nur alles zu tun, um S&P, Moody's und Fitch zu gefallen,

Als ob ein feuerspeiender Drache ihr Hütten in Schutt und Asche legen würde, opferten sie nicht täglich eine Jungfrau und eine Viertelbillion Dollar dazu.

und so lautete der Originaltext vom 16. Oktober 2008:


 

Es ist ja nicht so, dass die Deutschen das Rechnen mit großen Zahlen noch nie geübt hätten.

Hier eine Banknote der Berliner Reichsbank aus dem Jahr 1923.

Wer große Schulden hat, braucht großes Geld, wenn es ans Bezahlen geht.

Und was der Schein damals wert war, ist aufgedruckt. Die Reichsbank versicherte,
5 Billionen Reichsmark dafür auszuzahlen. (waas?)
Es lohnte sich also nicht, den Schein zur Bank zu tragen, man hätte sowieso bloß wieder den gleichen, wenn nicht gar denselben Schein dafür erhalten.

Und jetzt versichert die Regierung, sie werde, wenn es denn die Banken nicht tun,
den Geldwert aller Sparguthaben auszahlen.

Ursula Behr, die uns gestattet hat, ihre Zeichnung hier zu verwenden, sieht das im Ergebnis so voraus:

Mehr von Behr?

Da darf man, ja da muss man dankbar sein.

 

Zu meiner Zeit war das "Kaufmännische Rechnen" ein Schulfach.

Man erfuhr dort, dass ein Jahr - der Einfachheit halber - für die Banker nur 360 Tage hat, und jeder Monat, auch der Februar im Schaltjahr, glatte 30. Man erfuhr, dass und wie man Wechsel unter Zuhilfenahme des Diskontsatzes auf einen Tageswert abzinst, auch das Rechnen mit fremden Währungen und Umtauschkursen gehörte dazu - und man wurde in die Geheimnisse des kaufmännischen Dreisatzes eingewiesen.

Leider scheinen diejenigen Kaufleute, die noch kaufmännisch rechnen konnten und den Dreisatz beherrschten, inzwischen ausgestorben zu sein.

Heute tummeln sich an ihrer Stelle Menschen, die sich als Chief Executiv Officer, Chief Account Manager oder sonstwelche Chiefs und Officer und Manager bezeichnen lassen. Kluge Köpfe, die nach vielen Semestern Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung perfekt in der Lage sind, sich die Chancen hochriskanter Spekulationen schön und ihre Risiken kleinzurechnen. Wirkliche Gefahren drohen nicht, Geld ist genug da, Kredit gibt es immer - und solange man nach einem verlorenen Spiel den Einsatz noch verdoppeln kann, ist nichts verloren. Das weiß man schließlich schon von den unfehlbaren Roulette-Systemen her.

 

Nun ist das letzte bisschen Kredit verspielt.
Die Gläubiger, die an jedem Spiel, an jedem Einsatz kräftig mitverdient haben, steigen aus und wollen ihre Billionen wiederhaben.

Aber wie es mit dem Geld so ist, es ist immer viel weniger davon da, als man bräuchte.

Oft und oft habe ich versucht zu erklären, dass das im Wirtschaftsraum der Bundesrepublik Deutschland vorhandene Geld nicht einmal ausreicht, um auch nur die Hälfte der Staatsschulden zu tilgen, geschweige denn, die von Staat, Wirtschaft und privaten Haushalten insgesamt aufgetürmten Schulden.

Und was machen sie jetzt, die Zauberlehrlinge? Sie reißen neue Löcher auf, um den von vornherein aussichtslosen Versuch zu unternehmen, die Schulden der Banken zu bezahlen.

 

Sie nennen es alternativlos.

Letzte Woche habe ich angeregt, Deutschland möge - für sich allein - zur DM zurückkehren. Das wäre eine alternative Möglichkeit.

Diese Woche ein weiterer, ganz anderer Vorschlag.
Von wegen, es gäbe keine Alternative!

Banken enteignen.

 

Statt den Großgläubigern, die hinter den maroden Banken stehen, noch weitere Billionen in den hungrigen Rachen zu werfen, werden die Banken entschädigungslos enteignet.

Die Rechtsgrundlage dafür ließe sich im Grundgesetz finden.

Und dass die Bankaktionäre in den vergangenen Jahren für einen Großteil dessen, was sie jetzt verlieren, durch ausgeschüttete Gewinne zweifelhafter Herkunft bereits mehr als entschädigt wurden, ist ein Gedanke, der ebenfalls jeder vernünftigen Überprüfung standhalten dürfte.

Die regulären Bankgeschäfte - Kontoführung, Überweisungen, Geldauszzahlungen, Geldwechsel und Umtausch von Devisen, Depotverwaltung, Kreditgewährung für realwirtschaftliche Zwecke (Sach-Investitionen von Unternehmen, Hausbau, Autokauf und die Überzieung von Girokonten), werden nach der Enteignung übergangslos mit der vorhandenen Infrastruktur fortgeführt.

Einlagen und Guthaben von Privatpersonen und Unternehmen im Bereich der Geldmenge M3 bleiben ebenfalls unbeschädigt in den Büchern, soweit sie zum Stichtag die durchschnittlichen Guthaben und Einlagen der letzten 12 Monate um nicht mehr als 20 Prozent übersteigen.

Übersteigende und längerfristige Guthaben/Einlagen (außerhalb M3) werden je nach Höhe progressiv im Verhältnis 11:10 bis 1000 : 10 abgewertet. Gleiches gilt für die Schulden inländischer Nichtbanken.

Alle Schulden der Institute gegenüber in- und ausländischen Kreditinstituten, einschließlich der Zentralbanken werden im gegenseitigen Einvernehmen ausgebucht, was den Verlust aller Guthaben bei anderen Kreditinstituten einschließt.

Danach eventuell verbleibende Eigenkapitallücken der einzelnen Institute werden von der Zentralbank aufgefüllt.

Damit wäre die gesamte Luftblase mit einem Schlag geplatzt,

die Realwirtschaft könnte jedoch - abgesehen von den bereits eingetretenen Schäden - gerettet werden und sich schnell wieder erholen.

Und die Staatsschulden würden nicht wachsen - im Gegenteil.

 

Offenbar waren an den Beratungen für die sogenannten Rettungspläne aber keine Kaufleute beteiligt. Sonst hätte sich vielleicht der eine oder andere auf den kaufmännischen Dreisatz besonnen, oder wenigstens versucht, logisch zu denken.

Der Kaufmännische Dreisatz enthebt den Kaufmann der Not, für einfache und überschaubare Sachverhalte komplizierte mathematische Formel entwickeln oder auswendig lernen zu müssen - und er ist ein belastbares Instrument, das sowohl in der Vertikalen, wie auch in jeglicher Schräglage, bis hin zur Horizontalen, ja sogar unter Wasser bis in Tauchtiefen von mehreren Tausend Metern ebenso korrekt funktioniert, wie in sauerstoffarmen Hochgebirgen.
Der kaufmännische Dreisatz ist ebenso temperaturstabil, wie der Kaufmann selbst und kann daher sowohl in der Finnischen Sauna wie beim Eistauchen bedenkenlos angewendet werden.

Der Dreisatz verlangt vom Kaufmann nicht mehr Erkenntnisvermögen, als nötig ist, um sich ein für allemal darüber klar zu werden, dass alles relativ ist - und gelangt damit, vollkommen unbeabsichtigt und ohne sich dessen rühmen zu wollen, in die Nähe der Einstein'schen Theorien.

Per Dreisatz erfährt der Kaufmann, dass 1 Billion Dollar zwar relativ viel Geld ist, dass es aber ganz entscheidend darauf ankommt, was man dafür kaufen kann, wenn man den Wert von 1 Billion Dollar erkennen will.

Auf diesem Wege wäre dem Kaufmann unmittelbar einsichtig geworden, dass
2 Billionen nicht mehr wert sind, als eine Billion, wenn auf einem faktisch leergekauften Markt lediglich die nachfragende Geldmenge verdoppelt wird.

Es würde ihm auch einsichtig, dass ein Schuldengebirge von mehreren hundert Billionen Dollar, wie es in den Derivaten noch vermutet wird, sich mit 2 Billionen ebensowenig abtragen lässt, wie mit einer Billion, dass Schulden durch den Zinseszinseffekt ab einem bestimmten Zeitpunkt völlig losgelöst von der Realität ins Unendliche wachsen und gestrichen werden müssen, bevor den Computern die Nullen ausgehen. Dass damit gleichzeitig auch Vermögen zusammengestrichen werden müssen, deren Wert, wenn man nur die nominal genannten Milliarden betrachtet, gigantisch zu sein scheint, ist unumgänglich.
Aber es ist doch letztlich nur das Streichen von Nullen, von Nullen, die sich ohne nennenswertes Zutun der "Nullenhorter" angesammelt haben und wie eine drückende Last auf der Welt liegen.

 

Wir wissen, dass es - geschätzt - 200.000 Menschen auf dieser Welt gibt, deren Vermögen 100 Millionen Euro übersteigt. 2.000 davon sind Milliardäre, und vielen dieser Milliardäre gehört weit mehr als nur eine Milliarde. Vorsichtig geschätzt dürfte das Gesamtvermögen dieser 200.000 irgendwo zwischen 100 und 150 Billionen Euro liegen. Pro Nase durchschnittlich zwischen 500 und 750 Millionen.

Es ist nicht alles Geldvermögen, es ist viel Grundbesitz dabei, daneben Unternehmensbeteiligungen, Edelmetalle, Kunstschätze und vieles andere mehr. Aber dass ein Großteil dieser Vermögen auch aus Ansprüchen auf Geld besteht, dass sie "Großgläubiger" sind, das kann als ebenso gesichert gelten, wie die Tatsache, dass flüssiges Geld, echte Liquidität, also Banknoten und Sichtguthaben, nur den geringsten Teil dieser Vermögen ausmacht.

...und die machen sich nun einen Spaß daraus, sich von den Regierungen der Staaten dieser Welt, im Handumdrehen noch ein paar Billionen in den - im übertragenen Sinne - feisten Hintern schieben zu lassen.

Kaum hat die "Krise" begonnen, schon stehen weltweit mindestens 2 Billionen bereit, um deren Geldhunger zu befriedigen. Mit dem kaufmännischen Dreisatz könnte man herausfinden, dass es sich bei diesen Riesensummen nur um bescheidene zwei bis drei Prozent des Gesamtvermögens der Reichsten handelt - und dann könnte man auf die Idee kommen, dass die nun Begünstigten viel leichter auf diesen Vermögenszuwachs verzichten könnten, als die Steuerzahler in aller Welt auf Essen und Trinken, Kleider und Schuhe, Fahrräder und Autos, wohlverdienten Urlaub und schuldenfreie Häuser.

 

Früher opferte man den Drachen Jungfrauen.

Heute opfert man den feuerspeienden Gierschlünden, die es sich am oberen Ende der Skala der Unersättlichkeit gemütlich gemacht haben, scheinbar nur Geld. Dabei füttern wir sie über Zinsen, Dividenden, Mieten, Pachten und Lizenzgebühren beständig mit ungefähr einem Drittel dessen was die Schaffenskraft und das Leistungsvermögen der gesamten Menschheit hervorbringt - und nun sollen sie, nur damit sie "das Finanzwesen nicht zerrütten" - noch einmal mit Billionen von Dollars und Euros gefüttert werden.

Man sollte ihnen das Finanzwesen aus der Hand nehmen.

Sie waren es, die es zu ihrem Nutzen und unserem Schaden - dahin gebracht haben, wo es heute ist.

Die vielgeschmähten Bankmanager, denen man die Gier und die Unersättlichkeit vorhält, denen man die Gehälter kürzen und die Privilegien nehmen will, um ein Exempel zu statuieren oder "Gerechtigkeit" zu inszenieren, sind doch nicht die Profiteure. Es sind die Handlanger der Profiteure. Diejenigen die sich für ein paar Millionen pro Jahr die Finger schmutzig machen, damit den eigentlichen Profiteuren die Milliarden zufließen. Wenn ein Herr Ackermann mit der Deutschen Bank im letzten Jahr 6,5 Milliarden Gewinn - nach Steuern (!) - für die Aktionäre eingefahren hat, dann liegt sein Jahreseinkommen von 14 Millionen (vor Steuern) bei lediglich 2,15 Promille.

Zum Vergleich: Hätte Joseph Ackermann beim Waldspaziergang einen Lkw, mit 6,5 Milliarden Euro auf der Ladefläche, gefunden und, ehrlich und bescheiden, wie er nun mal ist, im Fundbüro abgegeben, dann stünden ihm nach deutschem Recht volle 3 Prozent Finderlohn zu, also 195 Millionen. Nur fürs Finden!

Da muss man sich, selbst als Vorstandsvorsitzender mit einem Jahreseinkommen von 14 Millionen Euro, dann schon fragen, ob es wirklich gerecht zugeht, auf der Welt.

Einer Gesellschaft, welche die unbegrenzte Ansammlung von Eigentum in den Händen weniger nicht nur ermöglicht, sondern dieses aggressive Eigentum und sein erpresserisches Potential, das in diesen Tagen in seiner ganzen Machtfülle zum Vorschein kommt, durch ihre Gesetze auch noch schützt und unangreifbar macht, ist wohl nicht mehr zu helfen.

Und wenn die Druckerschwärze zu Ende geht, dann werden sie statt der Billionenscheine doch wieder ihre Jungfrauen zum Drachenfelsen schleppen.

St. Georg kann nicht helfen.

Der absolviert gerade ein Bewerbungstraining, damit ihm die Hilfe zum Lebensunterhalt nicht gekürzt wird.

So ist das.

 

Und nun lesen Sie doch endlich Band IV von Wolf's Wahnwitzige Wirtschaftslehre.
Da ist die Frage von Inhalt und Grenzen des Privateigentums ausführlich behandelt - samt Gebrauchsanweisung für klüger gewordene, zukünftige Generationen.


Mehr in den kommenden Wochen.

Als Service, für diejenigen Paukenschlagleser, die gerne noch einmal die Vorgeschichte nachvollziehen möchten, hier eine Art historischer Abriss über die wichtigsten Aufsätze der Vergangenheit zum Thema:

 Vorläufer 3 /2007 Internationaler Wettbewerb
  14 /2007 Einstürzende Luftschlösser
  20 /2007 Lügenmärchen für Kinder, Enkel und die zukünftigen Generationen
  25 /2007 Das Ende ist nahe
  28 /2007 Nullnummer 2011
  29 /2007 Schuldenfreies Düsseldorf
 Heiße Phase 33 /2007 Das Beben der Märkte
  42 /2007 Beunruhigendes
(Beben Teil 2)
  48 /2007 Die Banken-, Dollar-, Airbus-Krise
    3 /2008 Estate - real estate - Hypo real estate
    4 /2008 Nur ein Börsencrash?
  12 /2008 Die Welle
  14 /2008 Über den Unterschied zwischen Privatisierung und
  15 / 2008 Spurlos verschwunden - 945 Mrd. Dollar
  21 /2008 Verfassungsgut Kapitalismus
  26 /2008 Gesetz zur Förderung gewerblicher Diebstahls-, Raub- und Erpressungsunternehmungen
  27 /2008 Nun spart mal schön!
  33 /2008  Toll, doller, Dollar
 Finale furioso 39 /2008 Harte Landung
  40 /2008  Die Häuser stehen doch noch
  40a /2008 Das letzte Aufgebot
  41 /2008 Ein Garten voller Böcke
     
     

 

 

und für alle, die das mit dem Geld jetzt aber doch endlich verstehen wollen, habe ich schon vor einer ganzen Weile eine ganzes Buch dazu geschrieben.

 

Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre Band III - Über das Geld.

Das finden Sie im EWK-Verlag unter Sachbuch Wirtschaft.
 Sachbuch Wirtschaft

 

 

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Reaktionen auf diesen Paukenschlag

An dieser Stelle werden Leser-Reaktionen in der Reihenfolge des Eingangs (jüngster Beitrag oben) veröffentlicht.
Ich behalte mir dabei Kürzungen vor und veröffentliche Reaktionen zum Schutz der Absender grundsätzlich anonymisiert.


Reaktionen auf die Neuveröffentlichung im Juli 2011

Guten Morgen Herr Kreutzer,

kaum einer erinnert sich noch an Thomas Münzer, den "Satan von Alsfeld", der vor rund 500 Jahren wagte, den Reichen und Mächtigen der damaligen Zeit, Papst, Kirche und Adel, dem Volk die Wahrheit zu sagen und es aufzufordern, endlich die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. 1525 wurde er, ohne Prozess und nach vorhergehender Folter, öffentlich hingerichtet und seine Leiche dem Volk als mahnendes Beispiel auf einen Pfahl aufgespießt präsentiert. Anders als Martin Luther, der zwar die Kirche reformieren wollte, aber nur insoweit, wie es der Mehrheit der Reichen und Mächtigen genehm war, wollte Münzer an den Ursachen der Ungerechtigkeit etwas ändern, stellte die vermeintlich "göttliche" Ordnung, so wie sie dem Volk in lateinischer Sprache "gelehrt" wurde, in Frage.

Ich fürchte, dass es heutzutage keine Thomas Münzers mehr gibt liegt daran, dass sich in dieser Beziehung die Sitten und Gebräuche der Profiteure der bestehenden Welt- und Wirtschaftsordnung, kein bisschen geändert haben. Jeder, der es geschafft hat, bis in die Kreise vorzudringen in denen sich tatsächlich so etwas wie "Macht" konzentriert, fürchtet sich vor den Konsequenzen, die sich zwangsläufig ergeben würden, wenn er es wagte öffentlich die Stimme zu erheben. Wie in der DDR, wo man nur als linientreuer Sozialist Karriere machen konnte und die ganze Familie und Freunde leiden mussten, wenn man nicht spurte. Die Macht der Reichen und Mächtigen ist heute im Grunde sogar noch größer, als zu Zeiten Thomas Münzers. Heute gibt es für untreue Untertanen global kein Entkommen mehr, wer auf die Abschussliste gerät ist erledigt, da gibt es auch kein erbarmen. Deswegen hält man es lieber mit Max Frisch, der einmal schrieb "Opportunismus ist ein spontanes Verhältnis zur Realität". Wer etwas bewirken könnte nimmt lieber und schweigt, auch der Familie zuliebe - Märtyrer zu sein war eben noch nie lustig!

Beste Grüße
Stefan Töns
Sehr geehrter Herr Kreutzer,

irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass die von Ihnen vorgeschlagene Lösung nicht bekannt ist. Sie ist nicht nur logisch und
sinnvoll, sondern in meinen Augen zwingend notwendig. Warum geschieht dann nichts?
Vielleicht sollte man mal genau darüber nachdenken. Was ist denn bisher überhaupt geschehen und das nicht nur in Bezug auf das
Geldsystem? Wie meine ich das?

Wir haben das Recht der Meinungsfreiheit. Nur in Ergebnissen betrachtet, ist das Resultat der Meinungsfreiheit doch wohl eher niederschmetternd.
Ich frage, wie viele Kastortransporte wurden trotz Demonstrationen verhindert? Welche Demonstration hat Hartz4 verhindert? Auch bei
Stuttgart21 vermute ich ein ähnliches Ergebnis und das trotz Abwahl der Regierung. Nicht dass ich gegen diese Demonstrationen bin oder mich in
irgendeiner Weise dagegen aussprechen möchte, so wage ich es dennoch auf das Resultat aufmerksam zu machen und genau das Resultat ist gleich
null. Selbst wenn in Griechenland mehre Generalstreiks das Land lahm legten, geändert hat das nichts. Warum? Diese Frage beschäfitigt mich
persönlich derzeit mehr als alles andere, auch in Bezug auf die unvorstellbare Verschuldung.

Der einzige Erfolg der durch die Meinungsfreiheit bisher erzielt wurde, ist der Austausch von ersetzbaren "Spielfiguren" in der Politik.

Vielleicht wird es Zeit, sich mal mit dieser Frage näher zu befassen?

In diesem Sinn mit freundlichen Grüßen; P. F.


Wieso gerade ich???

Danke für die Neuauflage.

Jeder der Paukenschläge ist ein Festleser, und - und das bringt mich
immer wieder an den Rand des Wahnsinns - jede der Prophezeiungen wird wahr!

Schlimm!

Danke!

Ihr S.W.













Reaktionen auf die Erstveröffentlichung 2008
Lieber Herr Kreutzer,

meinen Respekt für Ihre scharfsinnige und wortgewandte Darlegung des Ist-Zustandes und der möglichen Lösungen daraus!
Sollte es einmal soweit kommen, dass jene, die zur Zeit das maßgebliche Vermögen besitzen und kontrollieren, ihre daraus entspringende unermessliche Macht verlieren, dann werden sogar Politiker und so genannte Fachleute wieder in der Lage sein bzw. sich trauen, der Öffentlichkeit reelle (ehrliche, redliche, und intelligente) Gedanken, Analysen und eben gangbare Lösungen zu präsentieren. Dann werden Menschen wie Sie auf einmal gefragt, gehört und beachtet werden.
Aber bis diese Macht gebrochen werden kann, müssen sich noch einige drastische Veränderungen und Ereignisse abspielen. Und dies ist die Chance und Aufgabe für uns alle in dieser bewegten Zeit im Zuge des kommenden, unausweichlichen Finanz- und Wirtschafts-Crashs. Bereiten wir uns vor, schärfen wir unsere Gedanken und Beobachtungen und lassen wir uns ein auf das was ist, sein sollte und was vor uns liegt.
Ich danke Ihnen für Ihre wertvolle Arbeit!
Liebe Grüße,



Irgendwo in der "Verfassung" (jaja, Grundgesetz).

Guten Morgen, Herr Kreutzer!
Mein Lieblingsartikel, der Art. 14, wo eben drin steht, daß das Eigentum alles andere als garantiert ist. Gerade dieser Artikel diente doch als Grundsatz für HIV ("Hartz IV"). Und wenn Sie schon den 14 haben, dann müssen Sie auch gleich noch den 15er mit dazu nehmen. Da steht nehmlich genau das drin, Herr Kreutzer, was Sie machen wollen und was unsere Politkasper schon längst hätten tun sollen, aber auf Sie hört ja wiedermal keiner...

Ich habe es doch schon immer gesagt: Deutschland hat die beste Verfassug, die seine Bürger sich wünschen können, es wird nur langsam Zeit nach fast 60 Jahren, diese auch mal anzuwenden!

Herzliche Grüße


Genau - das ist es !

ich bin kein ausgebildeter Volks- oder Betriebswirt, aber Industriekaufmann und beherrsche den Dreisatz. Die von Ihnen dargestellte Alternative erscheint mir plausibel. Haben Sie schon Herrn Steinbrück informiert ? Mich würde wirklich mal interessieren was passiert, wenn sozusagen über Nacht seitens der Politik so eine Maßnahme beschlossen und umgesetzt würde. Finanzsystem und Realwirtschaft wieder im Einklang - wäre toll.

Lese seit geraumer Zeit den Paukenschlag und wenn Sie so weiter machen, dann - kaufe ich noch die komplette Ausgabe von ;-) 'na Sie wissen schon und schenke sie "Michel" Glos als strategisches Wahlkampfpapier für 2009.

mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Herr Kreutzer,

nachdem mit dem Rettungsplan von läppischen 500 Milliarden Euro (das wären also 1 Billion DM) selbstverständlich keine Folgen für die Banken verbunden sind - und nicht nur das - die Regierung (also wir Steuerzahler) auch noch die faulen Papiere übernimmt, während die Banker sich die Appetithäppchen behalten dürfen, frage ich mich eins:

Könnten Journalisten mal diese seltsamen Kasperlefiguren der deutschen Politik mal mit einem etwas weiteren Ausschnitt zeigen? (und NEIN, ich meine jetzt nicht IM Erikas Bluse sondern das aufgenommene Kamerabild).

Ich glaube langsam, daß hinter denen - mit Gewehren im Anschlag - irgendwelche Sniperkommandos der Wirtschaft stehen um sie abzuknallen, sobald sie irgendwas Vernünftiges sagen.
Es ist einfach u.n.m.ö.g.l.i.c.h und ich möchte es (ich weiß, ich weiß, es ist Blödsinn) konjugieren und sagen U.N.M.Ö.G.L.I.C.H.E.S.T das dieser ganze Unsinn einem normalen Menschen einfällt, der einen Eid auf die Bundesrepublik abgelegt hat, seine Bewohner zu schützen und Schaden von ihm abzuhalten (ok seit Okt.1982 ist der Eid wohl kaum noch was wert aber immerhin...). Außer eben sie werden akut mit dem Leben bedroht - das wäre die einzige logische Erklärung für dieses hirnverbrannte Verhalten und die völlig hirnverbrannten Sprüche von Peer Steinbrück et al. Hm, ... also gut: irgendwelche Überdosen irgendwelcher illegaler Substanzen wären natürlich auch eine Möglichkeit.

*aufreg*

mit freundlichen Grüßen

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