Paukenschlag am Donnerstag
No. 4/2008
vom 24. Januar 2008

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer
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Nur ein Börsencrash?

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Nur ein Börsencrash?


Das ruckartige Nachgeben der Börsenkurse am Montag hat die Welt aufgerüttelt.

Allerdings ist auch dieses Ereignis nur eine Episode im Gesamtprozess. Niemand sollte sich dadurch vom eigentlichen Problem ablenken.

Das eigentliche Problem ist der rasante Verfall der langjährigen Welt-Leit-Währung.

Nachdem der Greenback in der Vergangenheit so oft gestützt, aufgefangen und gerettet wurde, weil die Furcht, gemeinsam mit dem Dollar unterzugehen, größer war als jede ökonomische Vernunft, sind diesmal die Dämme gebrochen.

Wir stehen im Grunde vor einem sehr einfachen, sehr überschaubaren Szenario, nach dem die soeben eingeläutete Weltwirtschaftskrise 2008 ablaufen kann und vermutlich auch ablaufen wird.

Lässt man alle Schnörkel, alle hochkomplexen Finanzmarktprodukte, alle beschwichtigenden Reden und allen Zweckoptimismus beiseite, sieht die Lage so aus:

1. Dollarflut

Alle Welt quillt über von Dollars, für die man - abgesehen von Öl, Flugzeugen und Microsoft-Software - fast nichts kaufen kann. Dies ist die Folge jahrelanger Außenhandelsdefizite und forcierter Verschuldung.

2. Auslandsschulden der USA

Die Schulden der USA beim Rest der Welt sind durch nichts anderes abgesichert, als durch

  • die nachhaltige wirtschaftliche Leistungskraft der USA,
  • die Werthaltigkeit der verpfändeten Sicherheiten und
  • die Notwendigkeit, Dollars für die Ölrechnung bereitzuhalten.
Aber wie sieht es mit diesen "Sicherheiten" aus?
  • Dass die Wirtschaftskraft der USA nicht ausreicht, in absehbarer Zeit per Außenhandelsüberschuss zu einem Abbau der Verschuldung zu gelangen, ist längst von niemandem mehr zu leugnen.
  • Dass es mit der Werthaltigkeit der verpfändeten Sicherheiten nicht weit her ist, wurde mit der sogenannten "Immobilien-" oder "Hypothekenkrise" offenkundig.
  • Dass Öl immer knapper wird und damit - trotz steigender Preise - in seiner Bedeutung für die Energieversorgung rasant abnehmen wird, weil die erforderlichen Energiemengen auch durch Knappheitspreise beim Öl nicht dazu führen, dass die Ölvorräte der Welt zunehmen,
    Öl folglich durch andere, nicht Dollar-gebundene Energieträger substituiert werden muss, spricht - gemeinsam mit der Tatsache, dass der Iran, als einer der Haupt-Erdöl-Produzenten dieser Welt, für sein schwarzes Gold inzwischen keine Dollars mehr als Zahlungsmittel akzeptiert - ebenfalls nicht mehr dafür, Vertrauen in den Dollar zu setzen.

3. Die Immobilienblase

Die Immobilienblase - die eben nicht nur eine Subprime-Krise ist, sondern die Überbewertung aller US-Immobilien widerspiegelt - wurde angestochen und befindet sich im Zustand der rasanten Implosion.

Aufgrund des Außenhandelsdefizits befinden sich die Dollars, mit denen Grundstücke und Häuser finanziert wurden, zu großen Teilen im Ausland. Der Nachschub an Dollars ist ins Stocken geraten, die Schuldner der Immobilienkredite sind überhaupt nicht mehr in der Lage, Zins- und Tilgung zu leisten.

Ein Haus nach dem anderen steht zum Verkauf, die Immobilienpreise geraten auf breiter Front ins Rutschen, damit werden immer mehr Kredite vorzeitig fällig, weil die Sicherheiten plötzlich nicht mehr ausreichen.

Der Zusammenbruch sehr vieler kleinerer Kreditinstitute und die ganz erheblichen Probleme der einstigen Börsenstars im Finanzgewerbe der USA haben das Vertrauen in die Branche und die Kurse der börsennotierten Finanzhäuser ins Wanken gebracht.

4. Das Konjunkturprogramm

Die Regierung der USA hat - neben der Ankurbelung der Rüstungsindustrie (sh. Paukenschlag No.3 / 2008) ein sogenanntes Konjunkturprogramm in Höhe von 150 Milliarden US-Dollar beschlossen.

Dieses Konjunkturprogramm weist - obwohl es im Detail noch gar nicht ausgearbeitet ist - einen schon jetzt erkennbaren, ganz erheblichen Mangel auf:

Es ist ein reines Steuersenkungsprogramm.

Wozu aber führen Steuersenkungen?

  • Zu einer großen Entlastung großer Steuerzahler

    Ein Teil dieser Entlastung wird tatsächlich zu Investitionen in die Realwirtschaft führen, der weitaus größere Teil wird jedoch in der Sphäre der Finanzspekulation verbleiben und damit ohne Auswirkung auf die Konjunktur bleiben.

  • Zu einer insgesamt wahrscheinlich immer noch erheblichen Entlastung kleiner Steuerzahler.

    Ein Teil dieser Entlastung wird tatsächlich verwendet werden, den Konsum zu beleben, der weitaus größere Teil jedoch wird eingesetzt werden, um Schulden zu tilgen, Zinsen zu zahlen und Notfallsparen zu betreiben und bleibt damit ohne Auswirkung auf die Konjunktur.

  • Zu massiven Einnahmeausfällen im Staatshaushalt

    mit der Folge, dass die Neuverschuldung um ungefähr die Höhe des gesamten Konjunkturprogramms ansteigen wird. Dies wiederum führt unweigerlich zu einer weiteren Vergrößerung der Geldmenge und zu weiterem Vertrauensverlust in den Dollar.

 

5. Der schwarze Montag

Daraufhin kam es am Montag, den 21. Januar 2008, zu einem weltweiten Absturz an den Aktienbörsen - außer in den USA, denn dort blieben an diesem Tag die Börsen geschlossen. (Gutes Timing!)

6. Die Leitzinssenkung

Am nächsten Tag reagierte die FeD mit einer ganz ungeheuerlichen Zinssenkung - und die Börsen reagierten weltweit - irritiert - mit einer Unterbrechung des Kursverfalls.

Während ich dies schreibe (Mittwoch, 13.00 Uhr) bröckelt der DAX - nach festerer Eröffnung - bereits wieder munter vor sich hin und hat gegenüber dem Vortag um mehr als 3,3 % verloren.

7. Die Aussichten - Versuch einer optimistischen Prognose

Die Maßnahmen der FeD und der US-Administration, dem Dollar-Überschuss mit dem Ausschütten weiterer Dollars zu begegnen ist und bleibt währungspolitisch widersinnig, hat den Börsen aber dennoch für einen Augenblick Hoffnung gegeben. Frisches Geld - in Verbindung mit sinkenden Renditen der Rentenpapiere belebt die Kursphantasien.

Doch sind, und das muss ich an dieser Stelle noch einmal betonen, die Aktienbörsen nicht die Bühne, auf welcher das Stück vom großen Crash diesmal gespielt wird.
Sie sind ein hochinteressanter Nebenschauplatz, von dem nervöse Reaktionen ausgehen, die den laufenden Prozess des Verfalls der US-Währung möglicherweise beschleunigen und verstärken. Aber, das Gegenteil ist nicht zu erwarten, denn die Aktienbörsen sind, selbst wenn sie es wollten, nicht in der Lage den Dollar zu stützen.

Allerdings sind die Aktienbörsen in der Lage, den Dollar-Überschuss - wenigstens zum Teil - durch inflationäre Kursentwicklungen aufzunehmen und Dollars in - und seien es auch noch so windige - Anteile an Sachwerten umzuwandeln.

Meine Prognose für die allernächste Zukunft 2008 lautet also weiterhin:

Massive Inflation in den USA - getrieben durch Geldspritzen der Regierung (das ist jetzt eingetroffen), durch eine absolut widersinnige Zinssenkungspolitik der FeD (das hätte ich so nicht für möglich gehalten) und zugleich zurückströmende Dollarmassen, die versuchen, in den USA jeden erreichbaren Sachwert aufzukaufen, bevor der Dollar überhaupt nichts mehr wert ist.

Wir werden also rasant und massiv steigende Preise für alle Realien - einschließlich der Aktien gesund erscheinender Unternehmen außerhalb des Finanzsektors - erleben.

Die Währungssituation in den USA läuft damit auf ein Szenario zu, wie es Deutschland im letzten Jahr vor der Währungsreform 1949 erlebt hat. Der Markt kommt wegen absoluter Zurückhaltung der Anbieter zum Erliegen, gleichzeitig wachsen die Arbeitslosenzahlen. Die Menschen retten sich in Schwarzarbeit und Schwarzhandel, die Finanzierung öffentlicher Aufgaben bricht zusammen.

Um das Ruder angesichts dieser Entwicklung jetzt noch herumzureißen, ohne den Versuch zu unternehmen, die Lösung der hausgemachten Probleme durch ein kriegerisches Abenteuer noch einmal um ein paar Jahre hinauszuschieben, brauchen auch die USA eine Währungsreform.

Eine Abwertung des Dollars im Verhältnis 5 : 1 könnte die Lösung bringen.

Das entwertet vor allem die Auslandschulden, es ermöglicht den USA zu konkurrenzfähigen Preisen auf dem Weltmarkt anzubieten, also auch, die verbliebenen Auslandsschulden weiter zu reduzieren, aber es bringt die ausländischen Handelspartner in gewaltige Probleme.

Das was der Binnenmarkt der USA von den Anbietern weltweit insgesamt an Waren aufgenommen hat, ist künftig weltweit unverkäuflich - es sei denn, die Binnenmärkte der einzelnen Exportnationen können - jeder für sich - ihre eigene Produktion aufnehmen.

Das erfordert nicht mehr, als angemesse Löhne sowie endlich wieder ausreichende Finanzmittel für die Sozialsysteme und den Staat. Im Gegenzug würden die weit überzogenen, zum Teil ganz und gar unanständigen, und an Wucher erinnernden Kapitalrenditen sinken. Die aus dem Gleichgewicht geratene Verteilungsbalance könnte sich wieder einstellen und damit - nachdem die Krisensymptome überstanden sind - auch wieder ein allgemeines Anwachsen des Wohlstands aller Teile der Bevölkerung.

Das ist der positive Aspekt dieser Prognose.

Mittelfristig könnte die vernünftige und überfällige Entscheidung der USA, den Dollar massiv abzuwerten, weltweit positive Folgen zeitigen.

Es wäre ein Ende mit Schrecken - aber zugleich auch das Ende des Schreckens.

 

 

 

 



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Reaktionen auf diesen Paukenschlag

An dieser Stelle werden Leser-Reaktionen in der Reihenfolge des Eingangs (jüngster Beitrag oben) veröffentlicht.
Ich behalte mir dabei Kürzungen vor und veröffentliche Reaktionen zum Schutz der Absender grundsätzlich anonymisiert.


Hallo Egon Kreuzer.

Eine Abwertung des Dollars im Verhältnis 5 : 1 hätte unabsehbare Konsequenzen. Die anderen großen Wirtschaftsnationen würden sehr wahrscheinlich versuchen solch einen Sturz aufzufangen - jeder will schließlich auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig bleiben. Mittelfristig geht dies jedoch nur über Leitzinssenkungen. Werden die Zinsen tief genug gesenkt, bilden sich nicht nur Spekulationsblasen, sondern es kommt zu einem konjunkturbelebendem Effekt (vermehrte Investitionen, vorgezogener Konsum, etc.). Ein eigentlich wünschenswerter Effekt.

Kann jedoch die zusätzliche Nachfrage durch den zusätzlichen Konsum und die Investitionen nicht mehr durch eine erhöhte Kapazitätsauslastung ausgeglichen werden, oder es verteuern sich dadurch Rohstoffe und Arbeitskraft, dann kommt auch die Inflation. Aus diesem Grund werden wir meiner Meinung nach mittelfristig keine Abwertung des Dollars im Verhältnis 5 : 1 sehen (und auch keinen Abwertungswettlauf). Jede Zentralbank wird weiterhin nur kurzfristig auf globale Ereignisse reagieren, aber mittelfristig lokal ausgerichtet agieren.

Ich sehe noch keine Anzeichen für ein Endzeitszenario. Die Leitzinsen werden weiterhin über die Jahre hinweg sinken, bis alle
Leitwährungen auf dem Niveau von Japan dahinschippern. Der DAX und die anderen Börsenindizes werden weiterhin über die Jahre hinweg einen historischen Höchststand nach dem anderen erklimmen (zwischenzeitliche Einbrüche natürlich nicht ausgeschlossen). Es werden immer mal wieder Spekulationsblasen platzen, welche eine oder mehrere Banken bankrott
zurücklassen. Die Arbeitslosigkeit, die Perspektivlosigkeit und die prekären Arbeitsverhältnisse werden weiterhin zunehmen, bis vielleicht irgendwann das weitere Beschneiden der Sozialbezüge plus eine schlechte Ernte im Zusammenspiel mit dem Nahrungsmittelverheizen für Biosprit und Biomassekraftwerke zu einer Hungersnot mit sozialen Unruhen führt.

Ansonsten halte ich den Kapitalismus auch weiterhin für recht robust.
Spätestens 2010 wird die Immobilienkrise Geschichte und nicht einmal mehr in den Bilanzen der Kreditinstitute zu erkennen sein.

Schöne Grüße,


Hallo Herr Kreutzer,

eher durch Zufall bin ich in den letzten Tagen auf Ihre Seite aufmerksam geworden und habe einige Ihrer Paukenschläge gelesen. Es ist herzerfrischend Ihre scharfsinnigen und gleichzeitig für jedermann verständlichen Analysen zu lesen.

Insbesondere "Estate - real estate - Hypo Real Estate" und "Nur ein Börsencrash?" habe ich sowohl mit großem Interesse als auch mit großer Zustimmung gelesen. Ein Szenario wie dieses sehe ich auch für die Zukunft, wobei ich mich beim Zeitrahmen nicht unbedingt so genau festlegen will, da ich mich nicht sicher bin, welche "Tricks" die Politik und Finanzwelt noch auf Lager hat, um das Unvermeidliche doch noch (etwas) hinauszuzögern im Glauben es verhindern zu können.

In Ihrem Paukenschlag No. 33/2007 beschreiben Sie "das Überspringen der Krise auf den Rest der Welt" und Sie zählen dann einige Länder und Regionen auf. Bei China bin ich mir nicht sicher, ob es so glimpflich davon kommt und es rechtzeitig die Kurve bekommt und sich unabhänglg vom Rest der Welt durch den eigenen Binnenmarkt entwickeln kann. Im ungünstigsten Fall könnte es auch von einer Massenarbeitslosigkeit betroffen sein, was auch zu inneren Unruhen und im Extremfall zu einem Systemwechsel führen könnte.

Aber es gibt einige m. E. wichtige Länder, die Sie unerwähnt lassen. So sehe Ich sehe Russland aus mehreren Gründen weniger von der Krise getroffen und gestärkt gegenüber allen anderen (neben China) aus der Krise hervorgehen, vor allem wenn es schafft sich aus evt. stattfindenden Kriegen soweit wie möglich herauszuhalten. Unklar bin ich mir allerdings bei den Osteuropäischen Staaten, insbesondere unseren Nachbarn Polen, Slowakei und Tschechien. Diese haben den Vorteil nicht dem Euro-Raum anzugehören und diese könnten m. E. auch weniger stark als wir getroffen werden. Was denken Sie über diese
Länder?

Ich möchte dies auch zum Anlass nehmen, mich für Ihre Arbeit zu bedanken, Ihnen weiterhin viel Erfolg wünschen verbunden mit der Hoffnung, dass Sie noch vielen Mitmenschen die Augen öffnen können.

Mit freundlichen Grüßen

Anmerkung von Egon W. Kreutzer

Polen, Slowakei und Tschechien sind in ihrer Entwicklung abhängig von der Gesamt-Entwicklung der EU, die wiederum maßgeblich vom Wohlergehen der großen Mitgliedsstaaten abhängt.
Über Russland weiß ich einfach zu wenig, um eine Prognose zu wagen.


Sehr geehrter Herr Kreutzer,

Meinen Sie ehrlich, die USA könnten ihren Dollar im Verhältnis 5:1 abwerten?
Damit würden sie ja ihr Versagen in der (Wirtschafts)politik der Weltöffentlichkeit zugeben müssen......
Da aber die letzte verbliebene so genannte Weltmacht seit geraumer Zeit sehr unter Versagensängste leidet, wird das wohl niemals passieren.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Herr Kreutzer,

der gestrige Börsennachmittag und die heutige Börse muss etwas mit Zauberei zu tun haben. Ich habe folgendes in der WELT hinterlassen, falls es nicht gelöscht wurde:

"Hat sich gestern Lord Voldemort mit der Börsenwelt, den Todessern, zusammengetan und deren Probleme weggezaubert.?Wie heisst der Zauber nochmal? Vielleicht kann mir einer helfen. Und wie heisst der Gegenzauber, der unvermeidlich den bösen Du-Weißt-schon-Wen trifft? "

Mit freundlichen Grüßen aus Frankfurt,


Hallo Herr Kreutzer,
das ist ja mal ein Paukenschlag mit Happy End(?!?)…und…ohne Krieg…vorläufig…

(...)

An der Spitze ist ein Dabbelju (...). Wenn der mal Geld braucht, muss er dafür beim Kongress betteln gehen. Außer wenn es Krieg gibt, dann braucht er nicht mehr zu betteln, (...)

Dann gibt’s Geld und die Wirtschaft blüht wieder. Krieg ist also sexy für den Kapitalmarkt oder wie sagt man heutzutage? (Wer will sich da noch empören (!) ... ? Dass man im Krieg Frauen und Kinder tötet, hat uns die letzten paar tausend Jahre ja auch nicht interessiert, oder?)

Ich meine: Hören wir doch auf! Wir reden hier ja nicht vom lieben und guten König Artus, der in weiser Einsicht sein Volk regiert. Wir reden von Machterfüllungsgehilfen, die knallharte und skrupellose Einzelinteressen durchsetzen. In so einer Regierung gibt es kein Abwägen oder so etwas „Märchenhaftes“ wie Mitleid oder Moral!

Um also mal langsam wieder zum Thema zurück zu kommen:

Das könnte ja schon passen, mit dem Verhältnis 5:1

aber glauben Sie wirklich an das vernünftige Handeln einer solchen Regierung? Einer Regierung die immer noch nach dem gleichen, Jahrtausende alten Schema handelt? Einer Regierung, von der man gar nicht weiß, wer Sie kontrolliert? Einer Regierung, die sich einen Dreck um Aufklärung schert und immer eher das Gegenteil betreibt? Einer Regierung, die trotz ihrer Macht, ihr eigenes Land an die Wand fährt? Einer Regierung die sich einen Dreck um Umweltverschmutzung kümmert? Einer Regierung, die fast eine ganze Welt beherrscht und schon lange dabei ist diese Herrschaft vollständig an sich zu reißen?

13 Billionen Dollar BIP (na gut, das bedeutet ja bald nicht mehr viel…)
9,6 Millionen Quadratkilometer Fläche, 300 Millionen Einwohner

Man mag zugeben, das war mal viel Geld. Fast 45.000 Dollar pro Einwohner! Man mag zugeben, dass dieses Land wirklich ein toller und wunderbarer Erdteil ist! Unbestritten! Man mag an das Gute in den 300.000.000 Menschen glauben.

Aber diese Regierung?

(...)

Ich wünsche den Menschen in den USA und allen anderen Menschen auf der Welt, die dieses Regime ertragen müssen, alles Gute und viel Glück für die Zukunft!

(und ja, ich würde mich auch von Herzen freuen, wenn Sie mit diesem Paukenschlag recht behalten, bzw. wenn diese Regierung Ihren Vorschlag erhören könnte! 5:1, das wären = fünf zu eins für die Intelligenz! Wer weiß, vielleicht gibt es doch intelligentes Leben auf diesem Planeten!?)

bis die Tage

ps.: alles nichts, oder? Irgendwie herrscht Chaos in meinen Gedanken. Man scheint ohnmächtig angesichts dieser Veränderungen…! Oder tut sich da doch die große Chance auf?

Der Ausweg aus allem, was gerade so schief läuft bei uns – ist das nicht nur ein kleiner Gedankensprung?


Sehr geehrter Herr Kreutzer,

da die Wahrscheinlich gegen Null tendiert, daß die USA den Dollar freiwillig entwerten, kann man also nicht hoffen. Gut so: ich besitze nämlich noch einen 1-Dollar-Schein, auf dem in den späten 80er Jahren mal eine amerikanische Freundin "I love you" gekritzelt hat - dann bleibt mir mein Reichtum ja auch erhalten (sollte abgesehen von dem Schein, der wirklich existiert, ein Scherz sein).

Ich bin gespannt, wann Ihre Voraussagen eintreffen, denn daß sie eintreffen steht für mich außer Frage. Intressant finde ich die Idee, der weltweite Turbo-Kapitalismus würde auf exzessive Gewinne verzichten müssen - dazu möchte ich einmal ein Zitat aus enem Film von und mit Marty Feldman bringen ("Dreist und Gottesfürchtig" USA 1980): "Natürlich werden eines Tages die Armen und Bedürftigen über das Erdreich herrschen - aber erst dann wenn die Reichen und Mächtigen damit fertig sind und dann wird es sich nicht mehr lohnen es zu beherrschen"

Und zu den Raubtier-Kapitalisten und immer weiterziehenden Heuschrecken des Weltmarktes und ihrem prekariatösen Bodensatz (auch 'Bürgerkriech' genannt wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahren habe) fällt mir spontan aus dem Volksmund dazu ein: Nichts ist so gerecht verteilt wie der Verstand - jeder meint, genug davon zu haben.

Im Übrigen werde ich mir sowieso kein Nokia mehr kaufen weil die Dinger eine derartig starke Sendeleistung haben, daß schon nach wenigen Minuten Gespräch das Hirn und die Augen als mikrowellenvorgebacken gelten dürfen - die Gelegenheit zu diesem Entschluß war gerade so günstig :-) und wo wir gerade bei Nokia sind - zufällig "Report Mainz" vom 21.Jan. gesehen? Es hätte sich gelohnt.

In diesem Sinne grüße ich Sie und verbleibe

ein üblicher Verdächtiger

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