Paukenschlag am Donnerstag
No. 38/2008
vom 28. August 2008

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

keine
Druckversion
 Kommentare lesen / schreiben

Stilles Wasser

Impressum
Startseite
EWK-Verlag
Newsletter bestellen
Paukenschläge 2007
Paukenschäge 2008
Weitere Kommentare
Leserbriefe
 
Paukenschläge 2008 (ältere)
1 Knut Beck
2 Bürgerkriech
3 Estate, real estate
4 Nur Börsencrash?
5 Unsere Freiheit 1
6 Unsere Freiheit 2
7 Zumwinkel, Klaus
8 Unsere Freiheit 3
9 Begrüßenswertes Urteil
10 Zur Schandtat unfähig
11 Feuer frei!
12 Die Welle
13 Fröhliches Aufsichtsraten
14 Über den Untersch. zwischen Privatisierung
15 945 Mrd. US$ Spurlos verschwunden
16 Zuvermismus
17 Christlich Soziales Versammeln
18 Narrenschiff - Narrenbahn
19 Frühjahrsmüdigkeit
20 Manneszucht
21 Verfassungsgut Kapitalismus
22 Protagonisten der Pataphysik
23 Straubinger, Max, Sprecher
24 Naomi Klein
25 Tswaansig-tswaansig
26 Blitzkrieg, Schweins- galopp, Gesetzgebung
27 Nun spart mal schön 
28 Antides lebt
29 Nine/twenty-eight
30 Von allen guten Geistern verlassen
 31 Nicht einfach zur Flasche greifen
 32 Sommerliche Erfrischungen
 33 Toll, doller., Dollar
34 Der SPD ins Stammbuch
 35 Das Wunder der gekleinten Zahl
 36 gemeinsam austreten
 37 fehlt noch
 
 
 
 Antides
 
 Volkszornindex

Der aktuelle Wert
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Stilles Wasser

Vorsicht! Verwechslungsgefahr!

Während "Stille Wasser" tief zu sein haben, hat "Stilles Wasser" die herausragende Eigenschaft, völlig, oder nahezu, frei von Kohlensäure zu sein.

Während "Stille Wasser" relativ selten sind und hauptsächlich metaphorisch in Essays oder exemplarisch in Traktaten und sonstigen, zum Unsachlichen tendierenden Schriften vorkommen, trittt "Stilles Wasser" ganz natürlich und in großen Quantitäten in Glas- oder PET-Flaschen auf, die in Super- und Getränkemärkten, Tankstellen und anderen Orten der Lustbarkeit bereitgestellt werden, um Konsumentendurst zu stillen.

Das sei banal, trivial, spitzfindig oder sonstwie unsinnig, meinen Sie?


Dass Sie sich da bloß nicht irren.

VW-Aktien, zum Beispiel, sind ja auch so eine Art "Stilles Wasser" unter den Aktien, weil ihnen eine bestimmte Eigenschaft fehlt.

Man kann sie zwar kaufen - und mit Gewinn wieder verkaufen, wie jede andere Aktie, man kann sie auch halten, und alle Jahre die Dividende einstreichen, wie bei jeder anderen Aktie,

- aber man kann sie nicht benutzen, um in der Hauptversammlung der VW Aktiengesellschaft Beschlüsse durchzusetzen, die dem Land Niedersachsen nicht gefallen. Man kann zwar Mehrheitsaktionär werden, aber man kann sich eben nicht die Stimmenmehrheit kaufen - wie bei fast allen anderen Aktien.

Das weiß eigentlich jeder.

Da gibt es nämlich extra ein extra VW-Gesetz, das damals beschlossen und in Kraft gesetzt wurde, als VW privatisiert wurde und die Volksaktien für Volkswagen ausgegeben wurden, um VW zum zweiten Mal vom Volk finanzieren zu lassen (weil die Anzahlungen für die KdF-Wagen inzwischen irgendwie verloren gegangen waren).

Dieses Gesetz war als Schutz gedacht, für die Kleinanleger und für die Mitarbeiter und für das Land Niedersachsen und die Bundesrepublik überhaupt - und dass die Großanleger, die Heuschrecken und Profitgeier deshalb einen Bogen um die VW-Aktie machen würden, das war nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern sogar beabsichtigt worden.

Nun kommen Leute daher, die offenbar des Lesens nicht, aber sonst recht mächtig sind, und erklären mit lautem Geschrei, dass es Betrug sei, Mineralwasser ohne Kohlensäure zu verkaufen. Das behindere die freie Entfaltung der Kohlensäureprickellüstlinge und widerspräche den Grundgedanken des freien Europa.
Aber sie wollen nicht etwa ihr Geld zurück, um sich Prickelwasser kaufen zu können, nein, sie verlangen, dass der Abfüller schnellstmöglich antanzt und ihnen die vermisste Kohlensäure ins Wasser presst.

Versuchen Sie mal, diese Nummer mit ihrem Träger "Stilles Wasser", der seit fünf Jahren unberührt im Keller steht, an der Tankstellenkasse ebenso locker und flockig durchzuziehen.

Man wird Sie bestenfalls nicht ernst nehmen.
Schlimmstenfalls hält man Ihren Geisteszustand für besorglich und beeilt sich, Pflegschaft und Verwahrung anzuordnen.

Andere lässt man gewähren und bewundert noch ihre Raff-Finesse. Im Manager-Magazin vom 23.10.2007, also vor knapp einem Jahr, schrieb Andreas Nölting zum Beispiel in einem hier knapp zitierten, devoten Jubelartikel:

"Der Fall des VW-Gesetzes ist nur ein kleiner Baustein im genialen Masterplan des Ferdinand Piëch: Volkswagen gehört bald der Familie Porsche/Piëch. Dann kann der Österreicher mit Deutschlands größtem Autobauer machen, was er will."

und ein paar Zeilen weiter heißt es dann:

"Knapp 31 Prozent der VW-Aktien hat Piëch bereits. Nun wird er das Paket weiter aufstocken. So nimmt der Stratege Volkswagen zu mehr als der Hälfte von der Börse und privatisiert einen der weltweit größten Autobauer unter dem Dach einer kleinen Familienholding, die für ihre Verschwiegenheit und Intransparenz bekannt ist."

Meinen Sie jetzt immer noch, der Unterschied zwischen Deutschland mit VW-Gesetz und Deutschland ohne VW-Gesetz sei banal, trivial und nicht der Rede wert?

Selbst für Sie ganz persönlich, die Sie keine einzige VW-Aktie im Depot haben, macht es einen Unterschied, ob sich jemand die Macht bei VW unter den Nagel reißt und sich das störende Gesetz von einer demokratisch nicht legitimierten Clique aus EU-Kommissaren und EuGH-Richtern aus dem Weg räumen lässt, während Sie für deren aufwendigen Bürobetrieb und ihre reichliche Entlohnung aufkommen - und anschließend mit Steuergeldern und Sozialbeiträgen die Folgen zu tragen haben, wenn auch in Wolfsburg die letzten Schranken des Sozialstaats zu Gunsten jener Leute fallen, denen man auf einen bloßen Wink hin (wenn schon nicht Federn in den Hintern, so doch) jede Menge prickelnder Kohlensäure ins Stille Wasser pumpt.

Angefangen hat das noch in ganz kleinem Maßstab.

In München, am Isarhochufer, gab es einen ganz tollen Biergarten, mit einer Dixieland-Kapelle und vielen, vielen fröhlichen Besuchern.

Daneben gab es etliche Grundstücke, bewohnt von Menschen, die seit Generationen ihren Frieden mit dem Biergarten und seinen Gästen geschlossen hatten. Und weil es dort immer ein bisschen lauter war, als in anderen schönen Gegenden rings um München, waren dort auch die Grundstückspreise ein schönes Stück niedriger, als in anderen schönen Gegenden rings um München.

Es reichte ein einziger, mit großer Raff-Finesse ausgestatter Grundstückserwerber (der sich übrigens keinen Augenblick darüber wunderte, dass das Traumgrundstück so billig war), um in einem erbitterten Rechtsstreit durchzusetzen, dass er, der Neuankömmling auf dem billig erworbenen Grund ein höheres Recht auf seine Ruhe habe, als das Recht des Biergartenbetreibers und seiner Besucher auf den unveränderten Weiterbetrieb. In München hat sich seinerzeit so mancher lautstark über diese Frechheit aufgeregt und die Boulevardzeitschriften waren durchweg auf der Seite der Biergartenfreunde. Aber da ging es ja letztlich auch nur um ein paar Millionen DM.

Heute, wo es um Milliarden Euro geht, nimmt die viel größere Frechheit anscheinend gar niemand mehr wahr. Der kluge Stratege, der sich nimmt, was er bekommen kann, wird stattdessen gerühmt und gelobt und Kindern und Jugendlichen als Vorbild hingestellt.

Gut, dass es wenigstens noch eine schöne Demonstration in Wolfsburg gegeben hat.
Schön, dass IG-Metall-Chef Huber sich für den Erhalt des VW-Gesetzes aussprach.

Weniger schön, ja unverständlich, dass der schwäbelnde Landesvater Baden-Württembergs, Herr Öttinger, aus dem Ländle heraus am Niederreißen des VW-Gesetzes mitwirkt. Ob das bloß Neid ist, weil es im Ländle weder ein Porsche-, noch ein Mercedes-Gesetz gibt? So eine persönliche Regung, eine Hoffnung auf ein Quentchen Schadenfreude, wenn dem Konkurrenten Wulff die Suppe versalzen wird, das wäre zu verstehen. Aber vermutlich wird Öttinger jede persönliche Regung bestreiten. Ihm geht es nur um fortschrittliche Industrie- und Wirtschaftspolitik, den globalen Bedingungen angemessen, und wenn deshalb in Niedersachsen eine letzte Bastion der Erhard'schen "Sozialen Marktwirtschaft" zu schleifen ist, dann muss das eben sein, Opfer müssen gebracht werden.

Frau Merkel hat sich dazu meines Wissens noch nicht dezidiert geäußert.
Dabei gehört doch ausgerechnet sie zu jenem elitären Zirkel, der in Europa bestimmt, wer als EU-Kommissar gegen welche Gesetze und Regelungen in destruktiver Absicht klagen darf.

Man könnte es durchaus für ein logische Argumentationskette halten, wenn jemand behauptet:

Wenn ein für die EU so wichtiges Land, wie Deutschland, es nicht schafft, seinen Einfluss in der EU dahin geltend zu machen, dass bewährte nationale Regelungen,
wie das VW-Gesetz, gar nicht erst von einem Kommissar angegriffen werden, dann kann getrost davon ausgegangen werden, dass die Vertreter Deutschlands im "Rat der Europäischen Union" (Ministerrat) gar kein Interesse daran haben, immer nur "Stilles Wasser" zu trinken.

Weil wir gerade bei Frau Merkel sind:

Vor kurzem ereignete sich der 1.000ste Tag ihrer Amtszeit, und kurz darauf konnte in der Statistik über Stellenabbau und Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland die Streichung der Zweimillionsten Stelle seit Merkels Amtsantritt verzeichnet werden.

Gut, das hat nichts miteinander zu tun.

Es ist ein völlig zufälliges Zusammentreffen.

Auch die Bildung eines Durchschnittswertes von 1.957 Stellen, deren Abbau seit Merkels Amtsantritt durchschnittlich pro Tag vollzogen oder für die Zukunft angekündigt wurde, ist eigentlich eine müßige Zahlenspielerei, denn der Abbau von Arbeitsplätzen hat mit der Politik der Großen Koalition unter ihrer Leitung nichts zu tun.
 Statistik


Oder doch?

Hatte es Schröder in der Zeit vom 2. Oktober 2002, dem Tag der Verkündung der Hartz'schen Module, bis zu seinem Ausscheiden aus dem Kanzleramt nicht auf durchschnittlich 2.757 abgebaute Jobs pro Tag gebracht?

Man darf es Frau Merkel nicht übelnehmen, dass sie diese Zahlen nicht mehr erreichen konnte. Schröder hat eben doch in mancher Beziehung ganze Arbeit geleistet. Da ist für Frau Merkel nicht mehr viel übrig geblieben.

 

Und dass beide angetreten sind, um wieder mehr Arbeit zu schaffen, weil sozial ist, was Arbeit schafft, das dürfen wir ja auch nicht vergessen.

Das statistische Bundesamt hat in diesen Tagen dokumentiert, was die vielen neuen Arbeitsplätze, die während Schröders und Merkels Amtszeit entstanden sind, im Grunde wert sind:

Der Anteil der sog. "Atypischen Beschäftigungsverhältnisse" an der Gesamtbeschäftigung, also das, was der Volksmund treffend als "beschissene Jobs" bezeichnet, ist von 17,5 % im Jahr 1997 auf 25,5 % im Jahr 2007 angestiegen.

Noch eine kleine, vollkommen abwegige Nebenrechnung:

Wenn bei rund 30 Millionen Beschäftigungsverhältnissen erst nur 17,5 % atypische waren (also Teilzeit, Zeitarbeit, befristete Stellen, usw.) dann waren das 5.250.000, fünfeinviertel Millionen. Bleiben 24,75 Millionen typische Beschäftigungsverhältnisse. Von diesen 24,75 Millionen braucht man dann nur noch 3 Millionen gutbezahlte Vollzeitjobs aufzulösen (die kommen als vernichtete Stellen in meiner Statistik vor) und durch 6 Millionen Teilzeitjobs zu ersetzen (die kommen in den Jubelreden der Politiker vor) - und schon hat man

  • 33 Millionen Beschäftigte, also 3 Millionen mehr (so viel wie seit Merkels Geburt nicht mehr), und
  • den vom Statistischen Bundesamt ausgewiesenen Anstieg der atypischen Beschäftigung.
Weil aber fast alle dieser atyptischen Jobs sozialversicherungspflichtig sind, können sie so schlecht gar nicht sein. Mit 400 Euro im Monat - und ab 400 Euro greift die Sozialversicherungspflicht - sollte man in Deutschland, wo das Leben so preiswert ist, nicht auch noch undankbar sein. Hauptsache Arbeit!
 
Und wer glaubt, sich von 400 Euro brutto im Monat die Kohlensäure im Champagner nicht leisten zu können, dem sei gesagt: Stilles Wasser ist auch nicht schlecht. Hol' dir einen Träger, stell ihn in den Keller - und nach ein paar Jahren klagst du dann, weil du meinst, du hättest für so viel Geld Champagner erwarten dürfen.
 
Und wenn man dir nicht gleich helfen will, dann droh' einfach ein bisschen. Du würdest den Kommissar holen, aus Brüssel, den, der auch dem Piech geholfen hat.

Dann wirst du Augen machen. Und du wirst etwas lernen:
  • Dass vor dem Gesetz alle Menschen gleich sind,
    wirst du lernen, aber auch, dass es glücklicherweise kein so saudummes Gesetz gibt, nach dem es die Pflicht des Brunnenbetreibers wäre, Stilles Wasser auf Verlangen in Champagner zu verwandeln
  • Und dann wirst du begreifen, dass es nicht viel nutzt, vor dem Gesetz gleich zu sein, dass man auch hinter dem Gesetz gleich sein müsste, da wo im Dunkeln die Strippen gezogen und die Paragraphen zurechtgebogen werden.
 
  • Und dann wirst du herumirren und den Bühneneingang suchen und auf einen Türsteher stoßen. Einen Ausbund an Gerechtigkeit, der wirklich alle gleich behandelt.
    Wer die Milliönchen zahlt, die er als Trinkgeld erwartet, kommt rein. Ganz ohne Ansehen der Person.
Und wer nicht zahlt, der bleibt draußen.
 
Gerechter geht es nicht.

In Bayern wird übrigens am 28. September der Landtag gewählt.

Bisher waren die Veranstaltungen im Landtag etwas, das sich gut mit Stillem Wasser vergleichen ließe, wenn nicht gar mit langjährig abgestandenem Stillen Wasser.

Nun droht die ewige absolute CSU-Mehrheit zu bröckeln.
 
Darf ich noch einmal daran erinnern: Je mehr Wähler sich an der Wahl beteiligen, desto geringer wird der Anteil der CSU-Stimmen.

Also, Bayern! Am 28. wählen.
Am besten eine Partei, die neben der CSU eine Chance hat, in den Landtag zu kommen. Gute Chancen haben die SPD, die LINKE, die Freien Wähler, die Grünen und diesmal vielleicht auch die ÖDP.

Im Ergebnis wird es in Bayern auf jeden Fall eine große Koalition geben.
 
Die FDP wird die 5% nicht schaffen, und die CSU kann aus ideologischen Gründen nicht mit der LINKEN und aus machtpolitischem Kalkül nicht mit den Freien Wählern zusammengehen.
 
Doch ob im Bayerischen Landtag weiterhin Stilles Wasser ruht, oder ob das Bayernparlament nach einem halben Jahrhundert endlich zu sprudelndem Leben erwacht, das hängt davon ab, wie stark die Opposition wird, die einer solchen Notgemeinschaft aus CSU und SPD Paroli bietet.
 
Also! Wählen!
Richtig Wählen!
 
...und noch einmal alle Freunde, Bekannten und Verwandten, Geschäftspartner und Internetsurfpartner aufmuntern, zur Wahl zur gehen.

Es ist die einzige Chance, auch ohne Trinkgeld am Türsteher vorbeizukommen.

Siehe auch PaD 29 /2008 "Nine-twenty-eight - Bayernwahl"
(Link gleich hier links, etwas höher)
 

Mit besten Grüßen
Egon W. Kreutzer

 

 

 nach oben  Newsletter bestellen


Übrigens: Newsletter-Abonnenten erhalten den Link auf den jeweils neuesten Paukenschlag immer, sobald er fertig ist. Manchmal am Montag, häufig am Dienstag, meist am Mittwoch - wenn auch Sie schneller sein wollen, melden Sie sich an

A
 
Reaktionen auf diesen Paukenschlag

An dieser Stelle werden Leser-Reaktionen in der Reihenfolge des Eingangs (jüngster Beitrag oben) veröffentlicht.
Ich behalte mir dabei Kürzungen vor und veröffentliche Reaktionen zum Schutz der Absender grundsätzlich anonymisiert.
Sehr geehrter Herr Kreutzer,

warum das Gemecker über Frau Merkel und den deutschen Einfluß auf die EU? Die tut doch perfekt ihren Job und folgt brav Kohls und Schröders Strategie des totalen Ausverkaufs von Deutschland gegen super wertvolles Papier namens doll und Dollar (Alles muß raus - Rabatte- und Schnäppchen-Wochen!). Immerhin ist jetzt schon in den Regalen die neue Planwirtschaft deutlich spürbar (und ich lebe in einer Großstadt, wo das schon ziemlich verblüfft und wo man das eigentlich als letztes merken sollte - ich frag' mich bang und bänger wie es eigentlich auf dem Land ausschaut).
Tante IM Erika möchte nun mal ihr gewohntes Lebensbild zurück, gut abgerundet durch ein paar wenige Mächtige - und es ist doch wirklich kein so großer Unterschied ob die paar wenigen Mächtigen "Politiker" oder "Wirtschaftsbosse" genannt werden. Hauptsach' alles ist wieder wie gewohnt. Ob das Mäntelchen Globalisierung heißt oder sonstwie - das intressiert doch nun wirklich keinen Menschen mehr und Worte sind nur Schall und Rauch in Zeiten der Begriffs-Inflation (Gibt es eigentlich in diesem unseren Lande noch jemand der sich WIRKLICH an die ehemalige Bedeutung solch leerer Worthülsen wie "Frieden", "Gerechtigkeit", "demokratisch", "Freiheit" und "Sozial" erinnert?).
Aber schön daß Franz "es-ist-unfair-SPD-und-CDU-an-ihren-Wahlversprechen-zu-messen" Münte wieder da ist - rechtzeitig zum Wahlkrampf :-). Damit wird in der neuen Rechtschreibreform "mündig" wenigstens endlich "müntig" buchstabiert.

Für VW ist nun wirklich lange genug ein Extra-Süppchen gekocht worden (Vorsicht: Ironie!) und nun wirds Zeit daß - wieder einmal natürlich alles nur zum Besten für uns, den Kunden, den Wähler, die zivile Einheit - dies angeglichen wird. Ein Merkel, wer Arges dabei denkt - Sozialer Staat... pffff - solln det!

Das nun Folgende hat jetzt nichts direkt damit zu tun aber ich frage mich seit längerem, wann die Regierung ein Service-Call-Center einrichtet - natürlich nur um für uns, den Wähler, Kunden, zivile Einheit... alles besser zu gestalten ("möchten Sie sich über die aktuelle Politik beschweren dann drücken sie bitte die 1; Haben Sie ein Problem mit Justiz und Gesetzgebung, so drücken Sie die 2; Fühlen Sie sich zu Unrecht überwacht, dann legen Sie bitte auf und sich ins Bett und träumen weiter... Wir machen Sie noch darauf aufmerksam, daß diese Nummer kostenpflichtig ist und seit Anfang des hergestellten Kontaktes 3,60 Euro pro Minute kostet und wünschen Ihnen noch einen schönen Tag - mit sozialistischem Gruß, Ihr Service-Team der Bimbersregierung").

...und dann frage ich mich schon seit längerem, wann eigentlich aus dem Kunden, dem Wähler, der zivilen Einheit wieder der (denkende) Mensch wird. Imerhin sind wir doch der Homo sapiens sapiens - oder?


mit freundlichen Grüßen

der übliche Verdächtige

Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits