Paukenschlag am Donnerstag
No. 2/2008
vom 10. Januar 2008

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer
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Der Bürgerkriech

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Paukenschläge 2008 (ältere)
 1 Knut Beck
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Der Bürgerkriech

Oberammergau zeigt der Welt alle 10 Jahre sein berühmtes Passionsspiel. In Rostock stellen sich die Großsegler alljährlich bei der "Hanse Sail" zur Schau. Ebenfalls alle Jahre ergötzt sich das Publikum zu Furth im Wald am Drachenstich - die größte, traditionelle Zurschaustellung bürgerlicher Tugend und Sitte ist jedoch der in ganz Deutschland ganzjährig zu bestaunende Bürgerkriech.

Der Bürgerkriech ist so etwas ähnliches, wie ein Schneckenrennen, nur dass hier die Schnecken Beine haben. Martin Morlock hat es in seinem Gedicht "HUGO - eine deutsche Tragödie" seinerzeit so in Verse gegossen:

"Hierzulande wird gekrochen,
Emsig ernst, so will's der Brauch.
Wer sich steif hält, wird gebrochen,
Kaltgestellt und ausgestochen.
Die, die ihre Wirbelknochen
Biegen können, wie die Rochen,
Kommen heil durch die Epochen -
Hierzulande wird gekrochen.
Auf den Leim und auf dem Bauch."

Und wie die Schnecken im Schneckenrennen sind auch die Bürger im Bürgerkriech so von der ihnen zugedachten Rolle durchdrungen, dass sie gar nicht mehr auf die Idee kommen, ihre Situation bewusst zu reflektieren, ihr Verhalten zu hinterfragen und sich dabei der eigenen Lächerlichkeit bewusst zu werden. Den Schnecken reicht ein lockend hingehaltenes Salatblatt, um diesem bis zur Ziellinie Zentimeter für Zentimeter blind nachzujagen, während den Teilnehmern am Bürgerkriech noch nicht einmal eine Belohnung winkt, wenn sie sich - ohne nachzudenken - im vorauseilenden Gehorsam kriechend verbiegen, sich den immer neuen Phantasmagorien unterwerfen, die von der sogenannten, selbsternannten "Mitte" in übermütig schneller Folge in das geworfen werden, was immer noch "Die Diskussion" genannt wird.

Hört ihr Leut' und lasst Euch sagen,
uns're Glock hat zwölf geschlagen...

 

Das Prinzip des Zufalls ist die Häufung.

Es wäre also nur Zufall, hätte es tatsächlich in den letzten Wochen eine Häufung krimineller Akte jugendlicher Ausländer gegeben. Es wäre ein zusätzlicher Zufall, hätte es zeitgleich eine Häufung von Fällen tödlich endender Kindesvernachlässigung und Kindesmisshandlung gegeben.

Einer zufälligen Häufung müsste jedoch bald darauf eine mehr oder minder lange Phase geringer krimineller Aktivität jugendlicher Ausländer und niedriger Kindesmisshandlungszahlen folgen.

Das vermeintliche Problem wäre ein Possenspiel des Zufalls, und wenn das tumbe Volk das schon nicht erkennt: Verantwortliche Politiker sollten es wissen und den schnell entfachten Schrei der Massen nach Rache dämpfen.

 

Das Prinzip der Manipulation hingegen
ist die geschickte Lenkung der Aufmerksamkeit.

Sollte die vermeintliche Häufung krimineller Akte jugendlicher Ausländer, die vermeintliche Häufung von Fällen vernachlässigter und misshandelter Kinder nur dadurch zum Thema geworden sein,

  • dass Politiker und Medien die Aufmerksamkeit des Publikums auf Tatbestände lenken, die sonst - aus welchen Gründen auch immer - von Politik und Medien lieber verborgen gehalten werden,
  • um eine Stimmung zu erzeugen, in der dumpfe Rachegelüste endlich wieder einmal als legitimes Streben nach Gerechtigkeit verstanden werden dürfen,
  • dann wird den hysterischen Meldungen der letzten Woche keine mehr oder minder lange Phase ohne kriminelle Aktivität und ohne Kindesmisshandlung folgen, sondern, wenn der Zweck erreicht, die Wahl gewonnen ist, wird lediglich die diesbezügliche Berichterstattung nachlassen und dann für lange Zeit wieder ganz verschwinden.
  • Und das Schöne daran:

    Der Bürger darf sich freuen. Die Sicherheit ist mit der Wahl des Hardliners wiederhergestellt. Mutiges Eingreifen, strengere Gesetze härtere Strafen haben gewirkt. Es ist doch wieder ruhig geworden im Lande. So jedenfalls sieht es aus, solange man den Kopf nicht hebt, denn:

     

    Zum Thema Kindesmisshandlung

    wissen die Kriminalämter von Bund und Ländern zu berichten, dass alleine die erfassten Fälle von Kindesmisshandlung im Jahre 2006 bundesweit die Größenordung von vier Fällen pro 100.000 Einwohner erreichten.

    Das sind also in absoluten Zahlen rund 3.200 bis 3.300 Fälle pro Jahr, jeden Tag neun Fälle von roher Gewalt oder Gesundheitsschädigung gegenüber Kindern durch "böswillige Vernachlässigung" der Sorgepflicht. Ein Delikt, für welches das Strafrecht längst Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vorsieht. Wohl gemerkt, es handelt sich um neun erfasste Fälle pro Tag. Die Dunkelziffer, so heißt es, soll ganz besonders hoch sein.

    Was bezweckt nun die Hohe Politik,
    wenn sie den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit auf ein Phänomen lenkt, das so alt ist, wie die Menschheit? Was soll die Strafverschärfung helfen, wenn schon heute für Misshandlung ohne tödlichen Ausgang zehn Jahre Gefängnis drohen und trotzdem alle zweieinhalb Stunden von den Behörden der Fall eines misshandelten Kindes erfasst wird, dessen Leidensgeschichte sich im Zweifelsfall über Wochen, Monate oder gar Jahre hingezogen hat?

    Auch die mit den allergrößten Krokodilstränen vorgetragnen Appelle an die Mitverantwortung der Mitbürger werden kein Kind retten - und die Kultur des Hinsehens, die uns angeblich fehlt, obwohl an Gaffern und Voyeuren, an Zuträgern und Denunzianten nie ein Mangel herrscht, wird ebenfalls kein Menschenleben retten - aber sie wird Zwietracht und Unfrieden, Misstrauen und Hass säen und so in ihrer Wirkung die uralte Herrschaftsregel "divid et impera - teile und herrsche" offenbaren.

    Als ich in diesem Zusammenhang erstmals das ungeheuerliche Wort von der "Kultur des Hinsehens" hörte, fielen mir zuerst die Heerscharen der Blockwarte und der "IM", der inoffiziellen Mitarbeiter der Stasi ein. Braucht unser Staat (ist es überhaupt noch unser Staat?) neben der annähernd totalen Kommunikationsüberwachung, die zugleich auch die Überwachung des Aufenthaltsortes aller elektronisch kommunizierenden Bürger einschließt, wirklich auch noch den jederzeitigen Zugang zu allen Wohnungen?

    Verbirgt sich hinter dem Vorwand, dem Kindeswohl dienen zu wollen, nicht wieder nur ein Versuch, endlich das störende Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung so weit auszuhöhlen, dass der Bürger dem Staat nicht weniger nackt und unverhüllt untersteht, wie der Gefangene im Tag und Nacht beleuchteten, ringsum offenen Käfig in Guantanamo seinen Wärtern?


    Sie meinen, das sei übertrieben? Träumen Sie weiter.

    Wenn sich künftig verdächtig macht, wer sich nicht beeilt, dem Sozialamt die Wohnungstür aufzuschließen, dann ist auch dieser letzte Damm gebrochen - und wofür eigentlich?

    Wir haben nun doch weiß Gott ausreichend viele Kriminalfilme gesehen, um zu wissen - auch ohne dass wir die Polizeigesetze der Bundesländer auswendig aufsagen können - dass die Polizei bei begründetem Verdacht und konkreten Hinweisen auf eine Straftat auch heute schon mit Hilfe eines richterlichen Durchsuchungsbefehls - und bei Gefahr in Verzug auch ohne - jede Wohnung betreten und durchsuchen darf. Von den Mitarbeitern der geheimen Dienste ganz zu schweigen.

    Und wenn erst einmal das Sozialamt das Kindeswohl per unangemeldetem Hausbesuch kontrolliert, folgt dann nicht zwangsläufig der unangemeldete Kontrollbesuch zum Schutz der Ehefrau vor Übergriffen des Ehemannes, zum Schutz des potentiell depressiven Suizid-Singles im Ein-Zimmer-Appartement vor sich selbst?

    Hört ihr Leut' und lasst euch sagen,
    uns're Glock hat zwölf geschlagen...


    Versuchen Sie sich doch einfach daran zu erinnern, wie spät es wirklich schon ist!
    Hier eine keineswegs vollständige Sammlung von Beispielen:

    Harmlose Sommerzeit

    Seit Urzeiten ticken alle biologischen Uhren in dem Rhythmus, in dem sich unsere Erde um ihre eigene Achse dreht. Und wenn auch der persönliche Rhythmus jedes einzelnen Menschen seine eigenen Höhen und Täler kennt, so sind doch alle in jenes Gleichmaß eingebunden, dass mit dem Höchststand der Sonne die Tagesmitte markiert.

    Doch der Bürgerkriech verlangt, dass wir in sieben von zwölf Monaten unseren Rhythmus verleugnen, dass wir länger und öfter bei Dunkelheit aufstehen, dass lieber wir mit dem Ende der Dämmerung zu Bett gehen, statt laue Sommerabende im flackernden Schein von Fackeln und Windlichtern zu genießen, wenn wir nicht als Alternative die physischen und psychischen Folgen des Schlafmangels auf uns nehmen wollen.

    Die freie Entscheidung des Einzelnen, seinem Tagesrhythmus entsprechend zu leben, ist aufgehoben und durch ein kollektives, zwangsweises Fehlverhalten ersetzt. Einen stichhaltigen Grund dafür gibt es nicht. Sommerzeit ist ein Schauplatz von Bürgerkriech. Nur wer mitkriecht, kann gewinnen. Und wenn man seinen Rhythmus verloren hat, unter Schlafentzug leidet, dann kriecht sich's um so leichter.

     

    Aus Liebe zum Legastheniker - die Rechtschreibreform

    Kultusbürokraten haben Sprachverstümmelung betrieben. Mit grausamen Halbheiten - Ketschup - zum Beispiel, haben sie nicht nur dem Deutschen eine ganze Reihe von heimatlosen Wortmonstern verordnet, sondern darüber hinaus auch noch das fremdsprachliche Original verunglimpft. Vor allem aber die neuen Regeln über Getrennt- und Zusammenschreibung haben ganze Wortgruppen ausgelöscht, Sinngehalte getilgt und Sprachverständnis verwirrt, weil die aus Jux und Tollerei befohlene, konsequente Getrenntschreibung sinnentleerte oder sinnverkehrende Gebilde hervorbringt, deren geschriebene Form dem gesprochenen Wort Hohn spricht.

    Ja, wir haben jetzt eine Hohn sprechende Rechtschreibung (eine sprechende Schreibung!), in welcher die Haushälterin Haus halten muss (als ob es fliehen oder aus der Hand fallen wollte, das Haus). Was hilft es, wenn per Übergangsregelungen und Sowohl-als-auch-Regeln Notbehelfe geschaffen wurden? Was hilft es, dass die Reform der Reform der Reform stattfand, bevor per Machtwort das Ende der Diskussion und die verbindliche Einführung verordnet wurde? Hat dies alles nicht nur zur weiteren Steigerung der Verwirrung beitragen.

    Der angebliche Zweck, die Fehlerquote in Diktat und Aufsatz zu minimieren, ist nicht im Ansatz gelungen. Aber PISA bestätigt, dass die Fähigkeit der Schüler, längere Texte überhaupt noch zu erfassen und zu verstehen, erschreckend niedrig ist.

    Viele Erwachsene haben durch die Rechtschreibreform eine ihrer wichtigsten Fähigkeiten, der sie sich intuitiv sicher waren, verloren oder doch soweit eingebüßt, dass sie sich ihrer - reformbedingten - Rechtschreibfehler vor Kindern und Enkeln schämen müssen.

    Der Widerstand der Schrift stellenden Zeitgenossen, der Verleger und der Zeitungsredaktionen ist zusammen gebrochen. Der Bürgerkriech ist mit Spagetti und Portmonee in eine neue Etappe der Zins tragenden Volksverdummung eingetreten. Babylon lässt grüßen.

     

    Rettung aus den Gefahren der Globalisierung - die Arbeitsmarktreformen

    Angesichts von (heute) 6 Millionen Arbeitslosengeldempfängern
    (1 Million ALG I, 5 Millionen ALG II) werden die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung um rund 7 Milliarden Euro gesenkt. Da Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung Lohnbestandteile sind, sinken die Personalkosten (= steigen die Gewinne) der Unternehmen um 3,5 Milliarden Euro. Die fehlen fortan nicht nur den Arbeitslosen zur Bestreitung des Lebensunterhalts sondern ebenso als Kaufkraft im Binnenmarkt.

    Angesichts von (heute) 6 Millionen Arbeitslosengeldempfängern
    wird, kaum ist die "Rente mit 67" beschlossen, ein noch späteres Rentenbeginnalter in die Diskussion geworfen.
    Weil es die Jobs für die 66 und 67-jährigen aber nicht gibt - es gibt ja schon für die 60-jährigen keine mehr - läuft alles auf Rentenkürzungen hinaus. Für die Arbeitgeber werden damit die Personalkosten gesenkt (= die Gewinne gesteigert) - doch das Geld fehlt fortan im Binnenmarkt.

    Angesichts von (heute) 6 Millionen Arbeitslosengeldempfängern
    werden Kommunen, Sozialeinrichtungen, aber auch eigens frisch gegründete Trägerorganisationen von unserem (?) Staat ermuntert, ihre Dienste unter Ausbeutung der Leistung von Ein-Euro-Jobbern anzubieten und damit regulären Unternehmen mit regulär bezahlten Arbeitnehmern ganz offen - und gegen die Schutz-Vorschriften des Gesetzes, die offenbar niemand kontrollieren will - Konkurrenz zu machen.

    Über Kombi-Lohn und andere "Aufstocker-Modelle" werden weitere Unternehmer massiv subventioniert. Die Kosten bürdet unser (?) Staat seinen (!) Steuerzahlern auf.

    Angesichts von (heute) 6 Millionen Arbeitslosengeldemfpängern
    hat unser (?) Staat daher die Mehrwertsteuer, die ganz überwiegend von den Haushalten der Arbeitnehmer, der Arbeitslosen und der Rentner aufgebracht wird, massiv erhöht, während die Besteuerung unserer (?) Großkonzernen und unserer (?) Global Player unaufhaltsam weiter nach unten reformiert wird.

    (Damit der Exportweltmeister endlich wieder international wettbewerbsfähig wird.)

    Dies alles und noch viel mehr gehört zu den herausragenden und von den Zuschauern begeistert bejubelten Massenveranstaltungen des Bürgerkriechs von 2002 bis 2007.

     

    Feinstaub - Ökozone - Holzofen

    Bürger mit alten Autos dürfen nicht mehr in die Innenstädte.

    Als ob die wenigen noch übrigen alten Pkws tatsächlich einen nennenswerten Beitrag zur Feinstaubbelastung leisten könnten. Stattdessen müssen Millionen Fahrzeuge mit einer Plakette versehen werden. Die muss man sich holen (mit dem Auto hinfahren) und bezahlen und den Folienträger in die Mülltonne werfen - das alles schont die Umwelt!

    Alte und neue Kachelöfen, auch moderne Pelletsheizungen sollen durch sogenannte "Umwelt-Auflagen" unwirtschaftlich gemacht werden. Die Verfeuerung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ist zwar - im Gegensatz zur Ölheizung -- CO2-neutral und auch sonst höchst umweltfreundlich, aber es wird behauptet, die beim Anheizen in der kalten Jahreszeit in die Umwelt getragenen Aschepartikel seien ein dringend auszurottendes Übel. Bei genauem Hinsehen handelt es sich um ein Nichts, im Vergleich zu dem, was Millionen von Diesel-Lkws das ganze Jahr in die Luft blasen - aber da kann man so schnell nichts machen. Da nicht.

    Die ganze zur Schau getragene Geschäftigkeit ist letztlich eine - mit den Sprüchen von Umweltschutz und Klima-Katastrophe nur unzureichend kaschierte - Voodoo-Ökonomie, die einen steten Kauf- und Instandhaltungszwang auslösen soll, um der heiligen Kuh "Wirtschaftswachstum" ihr Opfer zu bringen - ungeachtet des dadurch erst ausgelösten zusätzlichen Ressourcenverzehrs.

    Gleichzeitig wurden allerdings, in schöner Inkonsequenz, rund drei Dutzend Kohlekraftwerksdreckschleudern auf Vorrat genehmigt, damit die Herren der Energiekonzerne noch ordentlich Verschmutzungsrechte einsammeln können. Diese geschenkten Verschmutzungsrechte werden in der Kalkulation der Konzerne übrigens so behandelt, als hätte man sie kaufen müssen. Schließlich haben sie einen Wert - und daher muss der Stromkunde seinen (?) Energielieferaten das teuer bezahlen, was sein (?) Staat verschenkt hat. Stellt jemand die Frage, ob das nun mehr dem Schutz des Klimas oder mehr dem Schutz der Unternehmensgewinne dient? Nein?

    Entwertung von Eigentum und massive Teuerung, werden so - und das in grobem Widerspruch zwischen Wort und Tat und bei klar erkennbarer einseitiger Begünstigung der großen Global Player - von oben herab verordnet. Die Zuschauer auf den Rängen, die niemand sieht, weil keiner wagt, den Kopf so weit zu heben, ergötzen sich daran, wie die Schnecken sich abmühen, mit den zusätzlichen Hindernissen des Bürgerkriech-Parcours fertig zu werden und schließen ihre Wetten ab. Nur wer es schafft, ständig ganz unten zu bleiben, den Kopf keinen Augenblick zum Widerspruch zu erheben, der hat als Spitzenkriecher gute Chancen, aus einem der nächsten nationalen Wettbewerbe als Sieger hervorzugehen. Er darf sich nur nicht aufrichten, schon gar nicht auf dem Siegertreppchen - ein solcher Formfehler führt gnadenlos zur Disqualifikation - denn Kriecher müssen auch und gerade im Triumph ein Vorbild sein.

     

    Erst anmelden, dann glotzen - die GEZ

    Wer ein Rundfunk- oder Fernsehgerät zum Empfang bereithält...

    Die allgemeine, grenzenlose Rundfunk- und Fernsehsteuer mit ihrer ungeliebten Einzugsorganisation hat nun auch, dank obrigkeitlicher Beschlüsse, die PC-Besitzer in die Reihen ihrer Melkkühe integriert und ohne nennenswerten Widerstand an die große Melkmaschine angeschlossen, die inzwischen überwiegend als öffentlich rechtliches Versorgungswerk für Kerner und Gottschalk, für unsäglichen Volksmusikanten-Verschnitt, für die Vereinskassen der Fußball-Bundesliga und jene weiblichen und männlichen Heroen des Halb- und Unterwelt-Sports dient, die sich auch deshalb die Augenbrauen blutig und das Hirn weich schlagen, weil es ARD und ZDF gefallen hat, solche Brutalo-Veranstaltungen wieder salonfähig zu machen und sie mit Gebührenzahlergeldern zu überschütten.

    Dass für den PC vorerst "nur" Rundfunkgebühren erhoben werden, ist ebenso Salamitaktik wie die Tatsache, dass Autobahnmaut vorläufig "nur" für Lkws erhoben wird. Beides wird nicht mehr lange so bleiben.

    Die Veranstalter der Bürgerkriechfestivals der kommenden Jahre werden auf der Suche nach neuem Nervenkitzel nicht daran vorbeikommen.

     

    Die unverzichtbare dritte Säule - Riester Rente

    Damit zu beginnen, eine gute, sinnvolle, umlagefinanzierte Rentenversicherung der Bürger aus ganz kurzfristigen und kurzsichtigen Überlegungen in ein Produkt der renditeraffenden Finanzkonzerne umzuwandeln, ist ein Schildbürgerstreich, dessen Fernwirkungen verheerend sein werden.

    Rentner leben weder von Geld, noch von Aktien. Sie leben einzig von dem, was die arbeitende Generation an Gütern und Leistungen hervorbringt.

    Und wenn es (was höchst unwahrscheinlich ist) tatsächlich so kommen sollte, wie vollmundig behauptet wird, dass die arbeitende Generation nämlich aufgrund der demografischen Entwicklung eines fernen Tages nach 2050 nicht mehr in der Lage sein sollte, ihre Rentner zu ernähren, dann werden die Rentner auch auf dem größten Berg von Ersparnissen verhungern und erfrieren müssen - Geld hat eben nur einen geringen Heiz- und keinerlei Nährwert.

    Dass aber die Spargelder derjenigen, die heute ihre Riester-Verträge abschließen, auf dem Binnenmarkt der Gegenwart bereits als Kaufkraft fehlen, während sie von einigen wildgewordenen Spekulanten in den Chefetagen der Banken u. a. dafür verwendet wurden, um - mit den bekannten Folgen - Schrott-Immobilien in den USA zu finanzieren, das wird von den Bürgerkriechern mit einem wohligen Schauern und satter Schadenfreude wahrgenommen. Schließlich ist es doch gut, wenn denen da oben auch einmal etwas in die Hose geht.

    Wer sich beim Bürgerkriech engagiert, sieht eben immer nur das Büschel Gras vor sich, in das er eines Tages zu beißen hat. Dass die da oben, wenn es ganz schief gegangen ist, dafür, dass sie die Spargelder der künftigen Rentner verzockt haben, mit einer Abfindung belohnt werden, das sieht nur, wer den Kopf hebt und aufsteht - und das wird mit Disqualifikation bestraft.

    So bleibt es halt nicht mehr als ein Stückchen juristischer Erbauungsliteratur, dass das Grundgesetz den Bürgern ein Widerstandsrecht einräumt, sofern anders keine Abhilfe geschaffen werden kann.

    Denn Widerstand, den muss erst einmal einer leisten - und zwar gegen die Interpretation der Herrschenden und gegen die innige Verwobenheit der ach so getrennten Gewalten.

    Ob das Recht zum Widerstand zu Recht in Anspruch genommen wurde, befindet ein Gericht nachdem der Widerstand Erfolg hatte, und ob es zu Unrecht in Anspruch genommen wurde, befindet ein Gericht, nachdem der Widerstand erfolglos zusammengebrochen ist.

    Vom verbrieften Recht alleine wird nichts besser. Man muss es ausüben, wenn man als guter Demokrat nach vielen vergeblichen Versuchen zur Gewissheit gelangt ist, dass anders keine Abhilfe möglich sei.

     

    Das ist jedoch nicht ungefährlich.

    Ach was waren das für putzige Männlein, die damals, als ich zur Schule ging, als "Schupo" bezeichnet wurden und dem Spruch "Die Polizei, dein Freund und Helfer" in jeder Hinsicht gerecht wurden.

    Wenn man heute die hinter den Visieren ihrer Helme anonym bleibenden Kampfmaschinen sieht, die wie eine Roboterarmee aus dem Krieg der Sterne aufmarschieren, bereit, blind ihren Befehlen folgend, mit Schild und Kampfstock, mit Tränengas und Wasserwerfer jeden Widerstand zu brechen - und wenn man dazu weiß, dass diese Bilder nicht nur aus fernen Diktaturen und Aufstandsprovinzen, sondern immer wieder, in detailgetreuer Übereinstimmung, auch mitten aus Deutschland kommen, wenn man gesehen hat, wie Düsenjäger im Tiefstflug über friedliche Demonstranten jagen um mit Kriegstechnologie Feindaufklärung zu treiben - dann weiß man, dass es gefährlich ist, überhaupt an einige Artikel des Grundgesetzes zu denken, dass es gefährlich ist, den Gedanken daran am Telefon zu äußern und dass es gefährlich ist, über das Internet Kontakte zu pflegen, ja schon bestimmte Seiten aufzusuchen...

    Und weil es so gefährlich geworden ist, ist es auch ein weiter Weg bis zum Erreichen der Schmerzgrenze geworden, bis zu dem Punkt, an dem nicht nur die Gewissheit steht, dass andere Abhilfe nicht möglich ist, sondern auch die physische und psychische Erfahrung gemacht ist, dass alles andere nur besser sein kann, als weiter mitzukriechen.

     

    Die gefährlichen Fremden - diesmal in Gestalt jugendlicher ausländischer Straftäter

    Stimmt, das hatten wir schon. Aber wir waren noch nicht bei den Erziehungs-Camps, noch nicht beim Warnschuss-Arrest.

    Ganz genau so wie beim Themenkreis Kindesmisshandlung sind urplötzlich die gefährlichen jugendlichen und noch dazu ausländischen Straftäter in aller Munde - und, kaum hat man das grelle Licht der öffentlichen Meinung dorthin gelenkt, wird auch schon die Abhilfe in hektischer Hetze übers Knie gebrochen. Schärfere, härtere Strafen, Warnschuss-Arrest (droht beim nächsten Mal dann der finale Todesschuss-Knast?) dazu noch nicht näher beschriebene Erziehungscamps und Besserungslager sollen den Jugendlichen helfen, sich beim Bürgerkriech bestmöglich einzugliedern. Und wer dagegen ist, der wird flugs als Neosozialist beschimpft und selbst als Gefahr für das Land bezeichnet.

    Dass die Antwort der SPD darauf so ausgefallen ist, wie sie ausgefallen ist, nämlich insoweit zustimmend, dass man die bestehenden Gesetze nur ausschöpfen und schneller urteilen müsse, man sich ansonsten aber nicht in diese Diskussion hineinziehen lassen will, macht mich betroffen. Es scheint mir nicht gerade ein Zeichen von Mut, einer Diskussion, die aus wahltaktischen Gründen mit fadenscheinigen populistischen Argumenten losgetreten wurde, aus ebenfalls wahltaktischen Gründen auszuweichen, statt mit guten und besseren Argumenten gegen die unausgegorenen Schnellschuss-Parolen anzutreten. Neben das Koch-Thema einfach ungerührt das Mindestlohnthema zu stellen und zu glauben, so könne die dringend notwendige Auseinandersetzung vermieden werden und die Bürger würden das schon nicht merken, gehört zu den absurden Beispielen dafür, wie tief wir alle kriechen, wenn es nur opportun erscheint.

    Alle ernsten Töne von Seiten derjenigen, die sich tatsächlich mit dem Phänomen der Jugendkriminalität auskennen, werden grob und hurtig in den Wind geschlagen.

    Es ist Wahlkampf,
    heißt die Entschuldigung,
    mit der das Wissen darum,

    dass Strafen nichts ändern,
    solange nicht die Sümpfe der Ursachen trockengelegt werden,

    von den Protagonisten des Rächerstaates hohnlachend übergangen wird.

    Und deren politische Gegner wenden dem Thema verschämt den Rücken zu und erwärmen sich lieber am schon niedergebrannten Feuerchen Mindestlohn, als sich in dieser wichtigen Diskussion aus gutem Grunde zu erhitzen.

    Darf denn ein Wahlkampf wirklich Grund genug dafür sein, die letztlich doch sehr sinnvolle Unterscheidung zwischen Jugend- und Erwachsenenstrafrecht aufzuheben oder - so wie es sich anhört - sie von den Wirkungen her eher umzukehren?

    Ich meine nein, nein und nochmals nein. Wir brauchen doch erst klare Informationen über das, was wirklich geschieht, Zahlen und Fakten, Tendenzen und Prognosen. Dann brauchen wir eine neutrale, von keiner Ideologie beeinflusste Ursachenforschung - und wenn die Ursachen auf dem Tisch liegen, sollten vernünftige und besonnene Frauen und Männer entscheiden, was der Staat tun kann, um die Ursachen zu beseitigen.

    Stattdessen werden heute die jugendlichen ausländischen Straftäter vom Wahlkämpfer Koch und seinen Hilfstruppen nahezu unterschiedslos mit gleichem Abscheu und gleicher Härte angegriffen, wie mordende Terroristen und Selbstmordattentäter.

    Ja - es ist abscheulich, wenn ein Rentner nachts in der U-Bahn brutal zusammengeschlagen wird, gar keine Frage - aber wer jegliches Personal von den U-Bahnsteigen abgezogen hat, um die Kosten des öffentlichen Nahverkehrs zu senken, wer daran mitgewirkt hat, die Zahl der noch für den Schutz der Bürger eingesetzten Polizeibeamten um viele Tausende zu senken, der trägt auch ein Stück Mitschuld daran, dass die so geschaffenen "Freiräume" immer wieder zum Missbrauch einladen.

    Vor den Luxusläden in der Innenstadt fehlt es nicht an Streifenpolizisten, die alles vertreiben, was bei der hochwohlgeborenen Kundschaft Abscheu oder Ekel errregen könnte. Dort wird niemand auf dem Bürgersteig zusammengeschlagen, in hundert Jahren nicht - und falls doch, dann eher von Polizisten im Zuge der Auflösung einer unerwünschten Demonstration, als von jugendlichen ausländischen Straftätern...

    Die sind dorthin vertrieben, wo es nicht lohnt, Polizei so einzusetzen, dass sie tatsächlich dem Schutz der Bürger dient - und da schlagen sie eben zu. Das hat bis vor vier Wochen - von wenigen spektakulären Fällen mit rassistischem Hintergrund abgesehen - niemanden interessiert.

    Wird jetzt, aus dem Wahlkampf heraus, eine Verschärfung des Jugendstrafrechts und des Jugenstrafvollzugs in die Welt gesetzt, wie es die CDU ja bereits beschlossen hat, werden diese voreiligen Maßnahmen nach dem Wahlkampf, der sie hervorgebracht hat, nicht wieder verschwinden.

    Es wird auch nicht mehr alleine um ausländische jugendliche Straftäter gehen. Wir werden erleben, dass im so inbrünstig beschworenen Law-and-Order-Staat das, was bislang als das Vorrecht der Jugend galt, nämlich schneller und heftiger aufzubegehren, als die schon Gebeugten und Gebrochenen, nicht mehr ausreicht, um einen mildernden Umstand zu begründen.

     

    Der Kampf gegen den Terror erfordert Vorratsdatenspeicherung

    Wer glaubt, allen vorstehenden Aussagen widersprechen zu müssen, der möge sich zuerst darüber klar werden, dass unser (?) Staat mit der Unterschrift unseres (?) Bundespräsidenten beschlossen hat, vom 1. Januar dieses Jahres an über jeden Bürger ein Dossier anlegen zu lassen, das mit den Dossiers aller anderen Bürger zu einem riesigen Spinnennetz verknüpft ist, in dem sich jeder verfangen muss, der sich auch nur eine Handbreit von dem ihm zugewiesenen Platz in der Kriecherkolonne entfernt.

    Vorratsdatenspeicherung ist die bisher spektakulärste Errungenschaft zur Weiterentwicklung des Bürgerkriechs. Selbst der kleinste Regelverstoß, das geringste Heben der Schultern beim Einatmen wird künftig aktenkundig und sechs Monate lang aufbewahrt. Wenn der Staat erst einmal weiß, wer wann mit wem von welchem Ort aus kommuniziert hat, werden große Computer keine Mühe damit haben, schöne Grafiken zu erzeugen, feine Gespinste aus Beziehungslinien, die man wie einen Film auch über die Zeit animieren kann. Computer werden künftig darüber entscheiden, wer - weil er einmal zu oft Kontakt zu Bürgern oder Webseiten hatte, die den Wahrern der staatlichen Ordnern suspekt erscheinen - selbst mit dem Kennzeichen "suspekt" oder "potentieller Gefährder" oder gar "erkannter Terrorist" gebrandmarkt wird.

    Natürlich steht im Gesetz, dass die Polizei einen richterlichen Beschluss braucht, wenn sie an die Daten will.

    Aber was bedeutet das? Nichts!

    Erstens

    werden bei Bedarf und nach richterlicher Genehmigung zwangsläufig die Kommunikationsdaten zigtausender Bürger über den gesamten gespeicherten Zeitraum hinaus eingesehen und verarbeitet, weil sich anders der gewünschte Effekt, nämlich alle relevanten Kontakte zu erfassen, gar nicht herstellen lässt.

    Zweitens

    werden die Kommunikationdaten der Bürger nicht in den Dateien der zur Aufbewahrung verpflichteten Unternehmen bleiben. Die hier gesammelten Informationen sind viel zu wertvoll, als dass nicht mit äußerster krimineller Energie jede Anstrengung unternommen würde, einen effizienten Datentransfer zugunsten großer kommerzieller Datensammlungen, auch in den Einflußsphären des organisierten Verbrechens herzustellen.

    Drittens

    mögen Einschränkungen im Zugriff für reguläre Polizeiaufgaben gelten und kontrollierbar sein. Doch wer beschränkt und kontrolliert den Zugriff der Geheimdienste?

    Viertens

    mögen zwar Einschränkungen für die Nutzung durch inländische Behörden festgeschrieben werden, doch wie sieht es aus mit der Weitergabe von Daten an befreundete Staaten und deren Dienste?

    Fünftens

    und wenn die Daten erst mal draußen sind, dann kann man sich die 6-Monatsfrist getrost neben den Gamsbart an den Hut stecken. Die Kopien leben im Zweifelsfalle ewig.

     

    Der Staat nimmt sich, wie wir erfahren mussten, oft mehr heraus, als das, was ihm zusteht.

    Der Online-Zugriff auf PCs war schon Praxis, bevor öffentlich darüber nachgedacht wurde, ob man ihn braucht.

    Die Behauptung, G8-Gipfel-Gegner bildeten eine terroristische Vereinigung hat genügt, um zu dem Zeitpunkt, an dem es gewünscht war, mit allerlei Repressalien aufzuwarten. Dass dies nun nachträglich vom Gericht als nicht zulässig eingestuft wird, das hatten die Verantwortlichen doch von vornherein einkalkuliert und sich darauf verlassen, dass die diesbezügliche Meldung zwei Tage nach dem Richterspruch vergessen sein wird und dass beim nächsten Mal ganz andere Kriterien zur Begründung der Annahme herangezogen werden können, bei Bürgern, die es wagen, den Kopf ein paar Zentimeter über das staatliche festgesetzte Limit zu heben, handele es sich ganz selbstverständlich um das, was gemeinhin als terroristische Vereinigung zu bezeichnen ist.

     

    Letztlich weiß nur der Staat, was dem Bürger gut tut -

    und lehnt, wie just in Bayern, die Durchführung einer Volksabstimmung ab, weil das Recht des Parlaments (hier das Recht der CSU als alleinregierender Partei) über die Verwendung der Steuergelder frei zu entscheiden, als ein Recht angesehen wird, das durch eine Volksabstimmung über den Bau der Transrapidstrecke zum Flughafen Franz-Josef-Strauß keinesfalls beeinträchtigt werden darf.

    Da ist von "Souverän" nichts mehr übrig. Das ist Bürgerkriech.

    Hört' ihr Leut...


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    Reaktionen auf diesen Paukenschlag

    An dieser Stelle werden Leser-Reaktionen in der Reihenfolge des Eingangs (jüngster Beitrag oben) veröffentlicht.
    Ich behalte mir dabei Kürzungen vor und veröffentliche Reaktionen zum Schutz der Absender grundsätzlich anonymisiert.


    Hallo Herr Kreutzer,

    Vielleicht ist meine Reaktion auf den PAD 02/2008 etwas verspätet, aber auch für eine Antwort muß man erst mal Muße haben. Nun hatte ich aber auch schon Gelegenheit, die Reaktionen der anderen auf den Bürgerkriech zu lesen. Sehr vielschichtig und interessant. Was mich aber vorschlagen möchte: Fügen Sie dem Bürgerkriech die sogenannte Klimakatastrophe hinzu. Nichts erfüllt die von Ihnen selbst aufgestellten Kriterien besser als dieser durch alle Lebensbereiche gehende Wahn! Analysieren Sie, was damit alles angestellt wird: Anwendung von Begriffen und Formulierungen, Zuweisung von Schuld, Lösungsvorschläge, Überspitzung unter Ausblendung von Tatsachen, usw.

    Oder glauben Sie etwa daran? In dem Zusammenhang wende ich mich auch gegen den Begriff Dreckschleuder für neue Kohlekraftwerke, denn noch nie waren Kohlekraftwerke so sauber wie die jetzt verfügbaren Technologien. Warum man Kohle dennoch nicht verbrennen sollte, liegt einfach daran, weil man den Kohlenstoff noch für eine funktienierende zukünftige Kunststoffwirtschaft brauchen wird. Überhaupt: Technologien kann man keine Schuld zuweisen, sie werden von Menschen entwickelt, weil man damit bestimmte Ziele verfolgt; z. B. Gewinn zu machen. Da müßte man aber eine viel weitgehendere Diskussion führen über die Rolle von Gesellschaft und Produktivkraftentwicklung.

    Übrigens, und das ist jetzt viel allgemeiner, habe ich mich immer gewundert, wie Sie bei aller erkannten Mißstände noch immer auf die Kraft der Demokratie in diesem Lande gebaut haben. Dieses Vertrauen scheint Ihnen aber nun doch langsam aber sicher abhanden zu kommen. Dazu nur folgendes: Eine Professorin für Politikwissenschaft aus Bremen hat ebenso wie Sie an der TU Dresden vorgetragen und ihr Fazit lautete: Die parlamentarische Demokratie ist unter bestimmten Umständen die optimale Herrschaftsform für das Kapital; d. h. wenn die Kapitalverwertung nicht mehr gesichert ist, dann muß sich die Herrschaftsform ändern.

    Und auf diesem Wege befinden wir uns gerade. Ich warte bei all Ihren Kommentaren auch noch darauf, daß Sie mal ein Beispiel finden, wo die DDR in positivem Sinne erscheint.

    Viele Grüße


    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    da scheinen Sie ja mit Ihrem 2. Jahresbeitrag 2008 einigen "schlafenden Hunden" mächtig auf den Schwanz getreten zu haben, oder anders gesagt, in das richtige Wespennest gestoßen zu haben. (Siehe u.a. die derzeit 2. Leserreaktion nach dem Gedicht.)
    Lassen Sie sich in Zukunft bitte von solchen Reaktionen nicht entmutigen, bleiben Sie weiterhin so "bissig"! Jemand muss es den Leuten doch sagen.....
    Ihr "Bürgerkriech" ist eine in allen Punkten absolut zutreffende Gesellschaftskritik, das wohl Beste, das ich bisher von Ihnen gelesen habe.

    Mit freundlichen Grüßen

    ("Bürgerkriech" toller Begriff)

    Hallo Herr Kreutzer

    Holla!!! Ein Rundumschlag wie er jede Stunde in den Nachrichten läuft! Wie, etwa nicht?
    Was mir dazu noch einfällt? Was da noch fehlt? Na ein Gedicht!

     

    Schiller und der Denker Tod
    (Rechtschreibreform…eine Reform, wie alle anderen so genannten, in diesen Tagen…):

     

    Gong…!

    Die Glocke der Wahrheit. Sie schlägt Stund um Stund.

     

    Gong…!

    Jetzo mit der Kraft des Stranges
    Wiegt die Glock mir aus der Gruft,
    Daß sie in das Reich des Klanges
    Steige, in die Himmelsluft.

    Gong…!

    Ziehet, ziehet, hebt!
    Sie bewegt sich, schwebt,
    Freude diesem Land bedeute,
    Friede sei ihr erst Geläute

     

    Gong…!

    Doch wenn zum zwölften Mal sie schallet
    Niemand mehr in Staunen wallet
    Der Glocken Glanz ist längst dahin
    und nur ihr Schein bleibt uns im Sinn

    Gong…!

    Die Stille im Alltagslärm
    Der Gedanken Tod,
    von Dunkelheit geblendet.

    (Leise, kaum wahrnehmbar hört man eine Stimme heiser singen „Üb immer Treu und Redlichkeit…“)

    Gong…!

    Gefahr! Wer wagt es hier, der Wahrheit Tor zu öffnen?
    Wisset ihr denn nicht was daraus folgt, sich formt?

    Gong…!

    Gefährlich ist's, den Leu zu wecken,
    Verderblich ist des Tigers Zahn,
    Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
    Das ist der Mensch in seinem Wahn.

    Gong…!

    Weh denen, die dem Ewigblinden
    Des Lichtes Himmelsfackel leihn!
    Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
    Und äschert Städt und Länder ein.

    Gong…!

    Der Schein
    Die Glocke, Fackel, Licht ,die Wahrheit?
    Zu oft es blendet nur, das Licht?
    Jedoch den Weg, es zeigt uns nicht.

    Zu heiß, es sengt uns den Verstand!
    Zu schnell, die Thesen eingebrannt!

    Gong…!

    Die Gefahr nicht Fantasie
    Die Gefahr ist Anarchie
    Und die Angst davor, geschürt
    Alle Geister uns verwirrt

    Gong…!

    Oh je! Bald ertönt der letzte Schlag
    Ist dies nun auch der letzte Tag?
    Fünf vor Zwölf der Gong war weit.
    Sind wir schon zum Tod bereit?

    Gong…!Püp^^^püp^^^püp^^^püüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüü-
    üüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüp-------------------------------

     

    Doch keine Sorge – die Lebensfunktionen werden noch aufrecht gehalten…man braucht das Volk der willenlosen Sklaven…

    bis die Tage


    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    obwohl ich hier gegen den Strom der übrigen Kommentare schwimme, ist für mich "Der Bürgerkriech" leider weder ein Paukenschlag und schon lange keine Gesellschaftskritik.
    Wie die Kommentare zeigen, wird hier (wie auch bei den sogennaten Comedians oder den Kabarettisten im deutschen Fernsehen) wohl vor allem die Rolle des "Hofnarren" ausgefüllt. Statt Hofnarren könnte man auch Weltverbesserer, Bürgerrechtler, Unangepasster oder einfach - Opportunist sagen.
    Man ist stolz darauf, das auszusprechen, wofür anderen (vorerst noch im Mittelalter und im letzten deutschen Reich, dem noch so viele huldigen) der Kopf abgeschlagen wird und man dünkt sich besonders schlau und hellwach zu sein, öffentlich einige Symptome der Krankheit erkannt zu haben und so mutig sie zu benennen.


    Aber was sind die Ursachen, die Therapien?
    Die Welt ist schlecht, BRD ist schlecht, die DDR war noch schlechter, die Menschen sind dumm und Duckmäuser - nur ich (der Hofnarr) bin es nicht. Und ich bin auch noch stolz darauf, denn es tut meinem Ego gut.
    Hofnarren und Opportunisten sind kein Teil der Lösung, sondern ein Teil des Problems.
    Hat schon mal ein Hofnarr die Welt verändert?
    Nein, er war immer ein Ventil für die Unzufriedenen, damit die Welt so bleibt wie sie ist.
    Also nicht nur sagen was alles schlecht ist, was man nicht will, sonder auch sagen, was man will und wo die tatsächlichen Alternativen liegen. Erst dann zeigt sich, ob man Hofnarr oder Aufklärer ist.
    Ein Pickel verschwindet nicht, wenn man es überdeckt und allein den Schmerz zu bekämpfen, hat noch keine Krankheit geheilt.
    Die Geschichte hat mehrfach bewiesen, man muß dem "Hofnarren" nur einen Posten geben (manchmal genügt es schon einen in Aussicht zustellen), dazu eine gewisse Teilhabe am Profit, verbunden sogar mit einem Dienstwagen und der Illusion, er gehöre nun zum Kreis der "Auserwählten".
    Schon zeigt er, wer er ist:: Ein Teil des Systems, zumeist sogar ein eifrigerer als sein Herr.
    Herr Fischer und seine Nachfolger lassen grüßen, ein Teil der "Linken " ist eifrig dabei es zu lernen bzw. beherrscht es bereits recht gut.

    Mit freundlichen Grüßen

    Anmerkung von Egon W. Kreutzer

    gut, nun weiß ich, was Sie von mir halten. Ich halte Ihnen zugute, dass Sie höchstwahrscheinlich mit "Der Bürgerkriech" erstmals von mir gehört/gelesen haben.

    Es hätte Ihnen sonst der eine oder andere Hinweis auf Zielsetzungen und gangbare Alternativen nicht verborgen bleiben können. Vielleicht hilft es ja schon, sich
    HIER einmal kurz umzusehen.

    Aber dennoch, vielen Dank für dieses Feedback.
    Egon W. Kreutzer


    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    mit Freude las ich auch diesmal wieder ihren Paukenschlag. Ich gehe mal davon aus, daß diese mail von unseren Verfassungshütern aufgrund der gewaltigen Datenflut nicht gelesen wird, sprich übersehen wird. Vielleicht sollte man es sich abgewöhnen auf diese Art zu kommunizieren. Aus Prinzip. Das geht natürlich nicht. Dennoch hat mir Tatsache der Vorratdatenspeicherung, der Massenarmut aufgrund der Umverteilung des Reichtums von unten nach oben, des Prinzips Workfare - siehe EIN-Euro-Job-, das gegenseitige Aufhetzen der Armen gegeneinander durch Fersehen und Bildzeitung und, und, und, mittlerweile jegliche Illusion darüber genommen wer in diesem Lande das Sagen hat. Es sind die Reichen. Man mag jetzt denken,das ist eine Plattitüde. Auch ich habe in der Vergangenheit oft gedacht, nein, so einfach kann es doch nicht sein. Doch es ist so. Die Bevölkerung hat nichts zu melden. Armut wird einfach zum Unterschichtenproblem erklärt und damit wegrationalisiert. Große Anteile der Kabelfersehsender (RTL, PRO 7 etc.) gehören der Bertelsmannstiftung, einer deutschen Variante der neoliberalen Thinktanks, die dafür sorgen, dass die soziale Realität zu Ihren Gunsten interpretiert wird. Grosse Teile der staatlichen Infrastruktur werden an Investoren verhökert weil die soviel Geld haben, dass sie schon gar nicht wissen, wohin damit. Und wer die Musik bezahlt, kann auch bestimmen was gespielt wird. Die Bundeswehr rückt mehr und mehr in die Rolle des sicheren Arbeitgebers. Damit unsere jungen Leute eine sichere Zukunft haben. Auf den Kriegsschauplätzen dieser Welt. Wenn sie es denn überleben. und so weiter, usw. usw.
    Übrigens: Wer Oliver Twist von Charles Dickens gelesen hat, weiß, dass das Prinzip "Arbeit gegen Essen" a´la HARTZ IV nichts Neues ist, sondern ein schönes altes Prinzip des englischen Kapiltalismus des vorvorherigen Jahrhunderts. Altbewährtes kommt eben immer wieder zurück.

    Mit freundlichen GRüßen


    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    anscheinend gibt es sowas wie einen newsletter von Ihnen? Den hätte ich gern bestellt.
    Vielen Dank im voraus. Geben Sies den Leuten weiter so. Leider lesens nur die, die sowieso wach sind. Ach, noch was: Bei Ihnen fehlen wie bei allen anderen Gesellschaftskritikern die Tiere. Warum ist das so? Sehen Sie nicht, daß die Tiere die am schlimmsten und grausamst verachteten, mißhandelten, versklavten, gefolterten, ermordeten "Menschen" dieser Welt sind? Daß auch die Denkenden und die Linken das nicht sehen, empört mich zutiefst. Nicht nur Rosa Luxemburg hat es gesehen, viele andere große und kleine Menschen aller Zeiten auch, warum das linke Spektrum nicht??

    mit freundlichem Gruß

    Lieber Egon W. Kreutzer,

    (was müssen das für Ignoranten sein, die auf Grund dieses Paukenschlags Ihren Newsletter abmelden? Daran erkennt man die Feinde und oft auch Denunzianten im eigenen Lager, warum haben diese überhaupt den Paukenschlag abonniert? Daran erkennt man warum es so ist wie es ist, im Land).

    Sie sprechen mir jedoch aus der Seele. Da hilft nur noch:
    "Boykot auf der ganzen Linie:"

    eine Wochen nicht arbeiten gehen,
    eine Woche nicht konsumieren,
    eine Woche nicht Auto fahren,
    eine Woche nur Wasser aus der Leitung trinken,
    eine Woche fasten (ist gesund), eine Woche Licht nur mit Kerzen oder Petroliumleuchtern,
    eine Woche nicht in ein Restaurant oder die Kneipe gehen, eine Woche nicht ins Kino gehen,
    eine Woche nicht.......

    Diese eine Woche dazu nutzen, mit anderen Menschen über die unmenschlichen Verhältnisse in der unmenschleichen BRD zu reden. Aufzuklären über die unmenschlichen Verhältnisse, welche von Politikvassalen, Heuchlern und (...) eingefädelt wurden und werden. Kann sich jemand vorstellen, welchen Dreck die am Stecken haben müssen, um in dieser Form das
    eigene Volk zu veraten und zu verkaufen. Ohne Abhängigkeiten bzw. ohne die Möglichkeit durch Erpressung, diese Gesetze und Verordnungen der Lobbyisten (Industrien, Banken und Versicherungen u.s.w.) durchzudrücken, wäre das gar nicht möglich. Dieses Kriechen hat sich leider bereits auf den größten Teil unseres Volkes übertragen. Daraus ist ein Kollektiv geworden,
    und das schleichend, ohne dass es die Masse gemerkt hat. Wie im Kleinen so im Großen. Ohne die vielen Mittäter und Helfershelfer wäre das gar nicht möglich.

    (...)

    Diese eine Woche würde Wunder tun, glauben Sie mir.
    Können Sie sich vorstellen, was das für einen Aufschrei in den Reihen der wahren Machtgeber auslösen würde. Los machen Sie was, los stellen sie das ab, wir verdienen kein Geld mehr (bzw. keinen Profit mehr), unsere Aktien brechen ein u.s.w. (glauben Sie mir, bei diesem Gedanken kommt in mir Freude auf und sogar ein bisschen Schadenfreude).
    Das wäre der Supergau.
    Eine Woche würde völlig ausreichen.

    Das Grundgesetz (...) gibt seinem Volk das verbriefte Recht Widerstand auszuüben.

    (...)

    Leider kann man nicht mehr sagen: wehret den Anfängen, da wir bereits mitten drin sind, wenn nicht sogar schon kurz vor dem Ende.

    Da aber Millionen in unserem Land von Massenmedien, wie der Bildzeitung gebildet werden ( der Werbeslogan "BILD, Dir Deine Meinung" ist bezeichnend, wenn es diese Masse von Verbildeten überhaupt schon gemerkt hat, was in diesem Slogan steckt), wage ich zu behaupten, dass damit kein Hund hinter dem Ofen hervorgelockt werden kann.
    Also schuftet weiter für die Master, zahlt weiter Doppel- und Dreifachsteuer, konsumiert, laßt euch bilden und haltet vor allem den Mund. Euch fehlt völlig der Überblick. Wir machen Politik und meinen damit die "Wissenschaft des Nichts- oder Falschsagens".

    Machen Sie trotzdem weiter so, ich freue mich immer auf Ihren Paukenschlag.

    Vielen Dank und beste Grüße


    Lieber Herr Kreutzer,

    Betrachte ich die Geschichte beginnend mit der Entstehung des Römischen Reiches so stellt man fest, dass alles auf Treibsand gebaut worden / entstanden ist. Treibsand für verdrängte Emotionen und Gefühle.
    Romulus erschlägt seinen Zwillingsbruder Remus als dieser über seine "Furche" springt. Mauer, Begrenzung, SICHERHEIT und Kontrolle sind Ausdruck der Furche, der Furcht, auch Angst genannt. Betrachtet man die Geschichte des Römischen Reiches mit seinem Versuch, Ordnung und Sicherheit herzustellen, muss man entsetzt erkennen: es geht immer nur um Mord und Totschlag, Haben und Macht, um den "heiligen Zorn". Immer wieder Menschen die versuchen das "Schicksal" zu wenden.

    "Ich will aufwachen, ich will mich lieben lernen", waren der Hauptgrund für die dann erfolgte Veränderung. Es geht für mich darum, meinen Verstand von einem "Diktator" zu einem "Berater" zu verändern. Immer wenn in der Vergangenheit ein besonders "schlimmes Gefühl" in mir hochstieg wie "ob du lebst oder nicht lebst, das interessiert doch sowieso keinen", habe ich dieses nach besten Kräften verdrängt. Als ich solche Gefühle nun zuließ, musste ich mich fragen, ob ich leben will. Eine entsetzliche Frage.

    Als ich irgendwann mit einem ja antworten konnte kam schon die nächste Frage: und für was. War gar nicht so einfach dahinter zukommen, dass ich für mich leben will. Ich habe verschiedene Denkmuster in meinem Kopf entdeckt wie:

    • Es ist alles in Ordnung, beruhige dich.
    • Auf Biegen und Brechen.
    • Oh Gott, was denken die jetzt alle von mir.
    • Ich bin aber auch fertig.
    • Ich weiß nicht wie.
    • Wer will denn schon mit dir etwas zu tun haben.
    • Darüber muss ich erst einmal nachdenken.
    • Der Kümmeltürke.
    • ...

    Ich schämte mich, als ich "der Kümmeltürke" dachte. Für mich leben, mich lieben, eine Frau mit solchen Gedanken. Ich habe mich eigentlich nur noch geschämt. Mein Verstand hatte mir doch vorher immer Bilder gezeigt, in denen ich mich als sehr menschlich und human gesehen habe. Meine Kindheitsgeschichte war für mich nicht einfach auszuhalten, Rache oder zumindest Genugtuung war mein Lebensmotor. Mit dem Aufdecken meiner eigenen Gedanken hat sich das Thema für mich erübrigt, sehr zum Wohle der Familie und noch mehr, für meinen eigenen Frieden.

    Es ist nur ein kleiner Auszug aus meinem Kopf - aber mir ist jetzt klar, warum ich mich unbedingt verbergen und einkapseln musste. Die Sprache zu vereinfachen, zu verschleiern, scheint mir in diesem Zusammenhang mehr als "logisch", verrät sie doch allzu oft die wahre Gesinnung. Im römischen Reich wurde Augustus der erste Kaiser, im deutschen römischen Reich Karl der Große. König, Adel, Ständeordnung, über Sprachakrobatik erreicht, um einen äußerlichen Anschein zu erwecken.

    Emotionen und Gefühle zu leben heißt für mich, was in meinem "Bauch" hochkommt, umzusetzen, Freiheit.

    • In der Straßenbahn singen, was sollen die Leute von dir denken.
    • Auf der Straße singen, zeigen wie einsam man sich fühlt.
    • Das erste Mal in meinem Leben einen Pornoshop besucht, als wenn ich irgendwo einkaufen gehe.
    • Sich selber in den Mittelpunkt stellen.
    • Freiheit ist sich seiner "Bewusst" werden.
    • Was willst du? Was findest du toll an dir? Was findest du schön in deinem Leben?
      Ernsthaft nachgefragt in einem selber, ohne wenn und aber, eine sehr schwer zu beantwortende Frage.
     

    Ich war auf dem Grundsicherungsamt und bin dabei über die "Furche" des Sachbearbeiters gesprungen, indem ich ihm mitgeteilt habe dass ich mir unter einem Leben in Würde nach Art. 1 des Grundgesetzes, etwas anderes vorstelle als das, was das SGB II sagt. Ich habe gesagt: "Ich bin eine erwachsene Frau, ich brauche keine Bevormundung ich kann meinen Bedarf selber ermitteln." Das verstehe ich unter Würde und einer freien Entscheidung, denn ich als Mensch habe ein Recht zu leben Ich habe nichts Schlimmes getan, was rechtfertigen könnte, dass ich bis an mein Lebensende zur "Höchststrafe" bei Wasser und Brot verurteilt werde. Ich kann nicht verstehen dass ich zu einem "Minimum"gemacht werde, mit einem Existenzminimum, nur weil ich einer erwerbsmäßigen Arbeit nicht nachgehe. Es gibt keine "bessere Leistung", keine "bessere Arbeit"
    Leistung = Arbeit Mal Zeit.

    Es war ein langes Anlaufen gegen eine Gummi- Gesetzeswand.
    Zum Schluss bin ich völlig eingebrochen. (Mit neuem Mut und Bewusstwerden, mache ich weiter). Es ist unglaublich schwer, die eigenen Gedanken und Gefühle betrachten zu lernen und auszuhalten. Es ist fast noch schwerer, das, was man zu sehen bekommt, auszuhalten. Die Mauern Begrenzungen, die Sicherheiten und das Kontrollieren des eigenen Status, ist gebaut auf Angst. Nichts Zeigen, nichts zu erkennen geben, der Feind hört und sieht alles.
    Die Angst, die immer noch in mir ist, zeigt sich mit vielen verschiedenen Gesichtern, meist unverhofft, in Momenten in denen ich in Sicherheit bin. Ich denke über meinen Widerspruch nach - und lese und schreibe - und denke dabei an Friedrich (VII) und was er Schlimmes getan hat, ich bin in Sicherheit, ich kann über andere nachdenken und plötzlich der Gedanke: Du kannst das nicht! Warum soll ich das tun? Ich habe schon so viel erlebt, soviel getan. Ich werde ganz klein, ganz weinerlich, ich will mitspielen mich anpassen, unterordnen und verstecken.
    Ich will beschützt und ernst genommen werden, ich mache mich klein und will als Erwachsene behandelt werden und wunder' mich, dass ich bevormundet werde.


    Je mehr Emotionen und Gefühle umso weniger Angst.
    Sich seiner immer bewusster werden heißt, Gefühle zuzulassen.
    Kaum noch Furcht, keine Furche, keine Mauern, Barriere und Besitz.
    Innere Sicherheit bedarf keiner Kontrolle, weil die Feinde verschwinden.

    Grüße


    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    mit Ihrem Paukenschlag über den „Bürgerkriech“ haben Sie völlig recht und es war mir ein besonderes Vergnügen, über die Schlechtschreibreform zu lesen. Mittlerweile kennen auch Lehrer nicht mehr den Unterschied zwischen „das“ und „daß“. Ich habe noch keinen getroffen, der diese (und andere) Beschlüsse in dieser Demokratie gut findet.

    Aber daß die Berichte über Ausländerkriminalität eines der Medienspiele sein soll, das haben Sie schlecht recherchiert. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. (...) Daß diesmal die Medien den Schleier ein wenig gelüftet haben, ist das Staunenswerte. Es kursieren zu Ihrer Erklärung dieser Erscheinung alternative Erklärungen.

    Vielleicht bewegen Sie sich vornehmlich im beschützten Innenstadtbereich? Gehen Sie doch einmal in eine Diskothek, oder, in einen ausländischen Mitbürgern vorbehaltenen Bezirk von Unterkünften. Ich bin mitten in Frankfurt bereits zweimal angefallen worden, einmal, weil ich in einen Laden Flaschen zurückbringen wollte („…das ist unser Laden!“), einmal, weil ich einem Mitbürger in der Straßenbahn ohne Fahrschein empfohlen habe, seine kotigen Schuhe vom Sitzpolster zu nehmen. Und es ist gerade zwei Wochen her, daß mich ein „südländisch aussehender“ Mitbürger aus dem Auto zerren und verprügeln wollte, weil ich ob seiner gefährlichen Fahrweise ihn angehupt und angeblinkt habe. (...)

    Freilich ist diese Akzentverschiebung erst recht ein Grund, zum Aufstand aufzurufen! Die Wirtschaft wird zerstört, die Sprache, die Freiheit des einzelnen, die Unverletzlichkeit der Wohnung, die Existenz vieler kleiner Leute, und das Erlöschen des Volkes ist weniger eine Utopie als Sie wahrnehmen.

    Das Prinzip des Zufalls? Vielleicht sollten Sie Überlegungen anstellen, wie es denn bloß kommen konnte, daß im Volke der Dichter und Denker die frei gewählten Vertreter des ganzen Volkes soviel zerstörenden Mist beschließen (...)

    Mit freundlichen Grüßen


    Hallo Herr Kreutzer,

    es tut mir so gut, zu wissen, dass ich nicht nur von Idioten umgeben bin (ich lebe in Bayern)und irgendwo in Deutschland noch Menschen leben, die ihr Gehirn auch gebrauchen können und es auch wagen. Leider bin ich hier ein Einzelkämpfer (bzw. habe ich noch keine wirklich intellektuellen Kontakte knüpfen können) und renne tagtäglich gegen Mauern aus Dummheit, Ignoranz oder Unterwürfigkeit, genau wie in diesem Artikel beschrieben.
    Ihre "Paukenschläge" geben mir aber immer wieder neuen Mut und neue Argumente, trotz blutendem Kopf, aufrecht stehen zu bleiben und für meine Freiheit und Menschenwürde zu kämpfen.

    DANKE!!! Und weiter so!


    Ich teile Ihre Meinung! Was von unserem ehemaligen "gerechten & demokratischen" Staat noch übrig geblieben ist: Technisch hat die Überwachung der Bürger in der BRD die "DDR" bereits überholt - gesetzlich werden nach und nach alle gewünschten Voraussetzungen geschaffen! Und ist der Ruf erst ruiniert..., dann

    ...und danke für Ihre Wirtschaftslehre.
    Endlich macht meine Irritation (irgendetwas ist verdammt faul mit unserem System) der Klarheit platz. Ein äußerst angenehmes Gefühl. Alles ist wieder offen für mich. Meine verinnerlichte Verweigerungshaltung (Konsum, Mitarbeit), die vor einigen Jahren zum Abbruch meines Studiums der Landwirtschaft noch während des Diploms führte, machte Sinn und war mit der inneren Verwirrtheit schwer zu ertragen. Jetzt sehe ich klarer und der Blick wird wieder weit. Sie haben mir viel Freude bereitet!

    Es gibt noch ein Buch was mich stark berührt hat und dem ich Freude und die Möglichkeit zum inneren Wandel verdanke.
    Marshall B. Rosenberg schrieb das Buch: Gewaltfreie Kommunikation
    Ich möchte es Ihnen, Herr Kreutzer ans Herz legen in der Hoffnung, auch Sie damit zu beschenken.

    alles Gute


    Bitte nehmen Sie mich aus dem Verteiler
    Danke

    Lieber Herr Kreutzer,

    ich fragte meine Frau, ob Ende März die Uhr eigentlich eine Stunde vor- oder zurückgestellt wird.
    Vor, meinte sie. als ich sie durchdringend ansah, wurde sie unsicher, dann fing sie an zu rechnen.
    Nein, nach, meinte sie schließlich.
    Sie sehen. Es wurmt die Menschen nicht besonders. Sie sind sich gar nicht so klar, was
    da geschieht
    Aber die schönste Pointe haben Sie sich leider, Entschuldigung, versaut:
    Die vielen so schnell in Angriff genommen Kohlekraftwerke sind eine klare Steuererhöhung,
    bzw. Teuerraub: Die Kohlekraftwerke dürfen ihre ihnen geschenkten Verschmutzungsrechte
    als Kosten einsetzen. Damit erzielen sie keine Mehr-Gewinne. Das heißt diese bleiben steuerfrei.
    Wenn das kein Grund ist, die Preise zu erhöhen!

    Herzlich Ihr

    Anmerkung von Egon W. Kreutzer

    sind Sie da ganz sicher? Ich hätte jetzt zunächst einmal angenommen, dass nur abgeschrieben werden kann, was auch aktiviert worden ist. Eine Aktiva in die Bilanz zu heben erfordert aber eine Gegenbuchung. Dazu gibt es die folgenden grundsätzlichen Möglichkeiten

    a) Gegenkonto Verbindlichkeiten

    Bei einem Kauf gegen Rechnung, die erst später bezahlt wird, erhöhen sich die Verbindlichkeiten. Das können wir hier ausschließen, denn durch die Übertragung der Verschmutzungsrechte wird keine Verbindlichkeit begründet.

    b) Gegenkonto Finanzkonto

    Wenn aus der Kasse oder vom Bankkonto Beträge abgeflossen sind (oder auch andere Aktiva gegen die zu aktivierenden Rechte eingetauscht wurde) wird die Gegenbuchung üblicherweise ein Finanzkonto mindern.
    Auch das können wir hier ausschließen, denn ist keine Gegenleistung geflossen.

    c) Gegenkonto Erlöskonto

    Sollten die Verschmutzungsrechte durch kostenlose Stromlieferungen abgegolten worden sein, könnte theoretisch auch ein Konto, auf dem Umsatzerlöse verbucht werden, als Gegenkonto verwendet werden. Auch dies ist nicht der Fall.

    d) Gegenkonto "Außerordentliche Erträge"

    Hier - und nirgends anders - wird die Energiewirtschaft das Gegenkonto für die Aktivierung der Verschmutzungsrechte gefunden haben. Damit aber gehen diese außerordentlichen Erträge in die G+V Rechnung ein - und, weil dabei kein Bilanzkonto als Gegenkonto angesprochen wird, muss die Aktivierung auch als Bilanzgewinn aufscheinen.

    Falls Sie aber einen besseren Buchungstrick kennen, bin ich sehr daran interessiert.

    Mit besten Grüßen
    Egon W. Kreutzer



    Hallo, sehr geehrter Herr Kreutzer...,

    Ich frage nicht, weil ich es nicht verstehe oder es mir nicht erklären kann, sondern weil es so unglaublich einfach scheint... alles Psychopathen...!!??

    Die Formel der Welt muß lauten: Hin zum Weniger und eben weg vom immer Mehr!! Das muß zum Gewinn werden!!!

    ...ja, man kann sich fragen weshalb die Staatsvertreter solche Überwachungsszenarien benötigen? Machterhalt, na,ja, aber bei 1x Macht müßte es doch reichen, weshalb 2x Macht und mehr? Alles Pschychopathen? Ums Geld? 1 Millionen reicht doch, weshalb mehr? Welchen Gewinn hat das Täuble? Rache? Rettung vor dem Terrorismus? Besser wäre die Rettung vor den Verkehrstoten, oder den irren Volksvertretern!
    G8 Gipfel nur um das gute Essen und Flugreisen im Staatsjet? Online PC Überwachung um aus Millionen Daten ein paar herauszugreifen? Um sie dann einzulochen und auf ihnen rumzuhacken? Doch Pschychopathen?

    Was hat denn u.a. Honecker von seinem Leben gehabt? Luxus pur ist doch ein Witz? Auf die armen Wichte heruntergucken? Die Stasi und KGB und CIA und Geheimdienst hat nie stattgefunden?! Genauso wie alle anderen Greueltaten? Ja, es müssen alles Pschychopathen sein??!!
    Was haben die von einem geknechteten Volk?? Wo ist der Gewinn?? Was hat jemand davon wenn er eine selbstgefertigte Bombe verkauft und von anderen auf andere fallen läßt? Tote als Marktwirtschaftsumsatz??? Palästinenser gegen Israelis? Weiß gegen Schwarz? Hungern und Frieren ausschalten?

    Was hat denn Putin wenn er Geld frißt? Oder seine Milliadäre? Oder der Schröder? Den Geschmack von Scheinen, die das Volk angegrabbelt hat? Oder Schuldscheine an die Wand hängen??

    Feinstaub, GEZ, Rente, Rassismus, Widerstand für eine Veränderung? Aber welche? Andere Psychopathen an die Macht? Besonnene Frauen und Männer? Wo sollen die herkommen?

    Jeder Diktator war Psychopath!! Besonnen sind noch nicht mal die Christenführer oder Islamisten-Helden!!

    Ja, eine Lösung wird es kaum geben, doch wichtig bleiben Information, Bildung und innere Überzeugung für eine schöne Welt...

    ...wenn ich eine andere plausible Antwort habe, schreibe ich das auf...

    Herzlichen Gruß

    Endlich - er ist wieder da :-)

    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    scheinbar haben Ihnen die Weihnachtsfeiertage gutgetan. Endlich ist er wieder da, der bösartige, zynische, satirische Herr Kreutzer, den ich schon ein bißchen vermißt hatte (natürlich nur im Stil - nie im Inhalt). Mit den letzten PaDs hätte ich nämlich kaum dem Bürgerkriech kommen können wenn ich ihn auf etwas aufmerksam hätte machen wollen - die waren wirklich nur etwas für überzeugte "Kreutzer"-Fans da sie - mit Verlaub gesagt - etwas zu trocken waren im Charakter - aber es perlt ja wieder :-)))
    In diesem Sinn wünsche ich Ihnen ein halbwegs ordentlich verlaufendes Jahr 08 und uns reichlich von Ihrem "prickelnden Gedanken-Champagner" auf das wir schnelle und brilliante Argumentationshilfen gegen den Bürgerkriech erhalten.

    Übrigens - um mal direkt auf den PaD einzugehen - gibt es schon für 40-jährige kaum Jobs da jeder Chef (Arbeitgeber ist so ein falsches Wort da er ja keine Arbeit gibt - das tut derjenige der sie macht) lieber irgendwo einen 18-jährigen einstellt, der nach Kohls sorgfältig gebauter "Dumm macht glücklicher"-Version von Ausbildung erzogen/verausgebildert/veralbert wurde und der sich widerstandslos wegschmeißen läßt sobald nicht mehr gebraucht oder der sich mit 20 von einem erneuten (und noch dümmeren) frischen 18-jährigen ersetzen läßt. Ich sehe eigentlich - von 1-Euro-Sklaven-Jobs mal abgesehen - schon für 30-Jährige ziemlich schwarz.
    Interresanterweise eine kleine Anekdote zu den Arbeitslosenzahlen: ich habe mich kürzlich mit einer Dame unterhalten, die bei der äußerst suspekten Firma (...) arbeitet (ein Partner des Arbeitsamtes, der vom Staat viel Geld pro Arbeitslosem kassiert und ihn 10 Monate lang zu so ziemlich allem bringen darf wonach ihnen ist) und ihr gesagt, die Arbeitslosenzahlen würden doch gar nicht stimmen und wir hätten doch in wirklichkeit über 7 Millionen - zu meiner vollkommenen Verblüffung war ihre Antwort: "stimmt haargenau".
    Nun erinnere ich auch wieder einmal daran, das eine ehemalige FDJ-Sekretärin seinerzeit eine wohl profunde Ausbildung in der Abteilung "Agitation und Propaganda" des Ministeriums für Sicherheit (kurz MfS oder auch StaSi genannt) eines an dieser Stelle nicht näher bezeichneten Landes erhalten hat. Man kann sagen was man will - eine gutfundierte Ausbildung bringt doch wirklich allerhand wie man so sieht :-)

    Man könnte sich noch weiter äußern zu den Themen Kindsmißhandlung, Jugendstrafrecht (heee, wieso hat da eigentlich ausgerechnet Roland Koch sein Sprachorgan so weit aufgerissen? Stehen bei dem nicht noch einige Milliönchen irgendwo in schwarzen Köfferchen offen 'rum aus der Leuna-Zeit und der Schwarzgeld-Kontenaffäre der CDU? Und wie ist es mit seinem rechtlich zumindest äußerst fragwürdigen Posten bei der FraPort AG während er doch gleichzeitig Hessens MP ist? und etliche andere "Nebensächlichkeiten"). Immer wieder verblüffend, wenn sich ausgerechnet solche Leute für eine "Verschärfung von Strafrecht" aussprechen (oder meint der gute Mann ihn ginge das nix an weil er ja kein Jugendlicher mehr ist?)
    Man könnte sich auch zu den Feinstaub-Plaketten äußern die dank des Fleißes von Dingsbums... wie hieß er doch gleich wieder? ahja Sigmar Gabriel (kennt den einer?) trotz der inzwischen erwiesenen Unwirksamkeit der Filteranlagen in den Autos durchgesetzt wurden (und die nach dem Schweizer Prüfunternehmen teilweise sogar Schadstoffe freisetzen, die vorher noch im Motor selber rumgedümpelt sind, Quelle hier Frontal21 vom 21.Aug.'07 z.B.). Gabriel dazu in etwa sinngemäß: uns ist das Problem bekannt, wir arbeiten an einer Lösung.

    usw. usw. kriech... kriech... kriech... - aber besonders schön Ihre Formulierung: [...] dass sie gar nicht mehr auf die Idee kommen, ihre Situation bewusst zu reflektieren, ihr Verhalten zu hinterfragen und sich dabei der eigenen Lächerlichkeit bewusst zu werden.

    es grüßt herzlichst und wie immer dankbar und unter weiterer totaler Verweigerung der neuen Rächtshreipunk

    (ein üblicher Verdächtiger)

    Huhu,

    du bist mit deinem Paukenschlag auch von Wirtschaftsanalyse weit abgekommen zu einem weiteren, der schon tausendfach existierenden "autonomen Blätter" die über alles mögliche und jedes Symptom einen Bericht schreiben....

    Hat mächtig an Qualität verloren dein Getexte.

    es ist einfach unklar geworden, was du jetzt eigentlich noch für nen ziel verfolgst, auch mit dem paukebnschlag. du machst da nur noch rundumschläge über alle möglichen (auch rand-)themen nur weil da irgendeine stadt alle paar jahre irgendne veranstaltung macht....

    was hast du denn für ein ziel, außer profilierung und dich an deinen eigenen schachtelsätzen aufzugeilen? :o)


    Gruß


    Lieber Herr Kreutzer,
    zunächst meine allerbesten Wünsche Ihnen, für ein erfolgreiches 2008 bei bester Gesundheit.

    Bei allem Elend und dem Irrinn mit dem "man" uns das Fürchten lehrt, es mußt einfach "gesagt" werden:

    Ihre exzellente Wortwahl und die ausgefeilten Sätze, Woche für Woche, sind Ihre Ausführungen Balsam
    für meine Seele und bringen mich meist zum lachen. Herzlichen Dank dafür.

    Liebe Grüße

    Hallo Herr Kreutzer,

    was mir immer wiedere auffällt ist, dass offensichtlich kaum jemand weiß, dass auch die Arbeitslosenzahlen der
    69 Optionskommunen in die Statistik der BA nicht eingehen. Sie werden einfach unterschlagen, da sie dort nicht
    gemeldet werden! Wie viele mögen es sein? Einige Hunderttausend mit Sicherheit! Vielleicht sollte man darauf einmal deutlich hinweisen!

    Auch ansonsten fehlen viele: die über 58-jährigen; diejenigen, die in Auffanggesellschaften sind; die, die von ihren Abfindungen leben müssen; die Bedarfsgemeinschaften (einer wird mindestens nicht erfasst); die Dunkelziffer; die Jugendlichen bis 25 Jahre, die zuhause leben müssen; Praktikanten und Minijobber; und, und, und ...

    Insgesamt leben derzeit (Kinder inklusive) über 50 % der Gesamtbevölkerung auf Hartz-IV-Niveau oder sogar darunter (z. B. Rentner). Denn an jedem Arbeitslosen hängen durchschnittlich rund 2 weitere Betroffene. Die Millionen Rentner, die mittlerweile in Armut leben (rund 21 Millionen + eventueller Partner), werden regelmäßig unterschlagen.

    Gruß

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