Paukenschlag
am Donnerstag
No. 36 /2018
vom 20. September 2018


Kommentare zum Zeitgeschehen von Egon W. Kreutzer

Druckversion (PDF)
Kommentare lesen schreiben

Druckversion: Sigbert Döring


 
Die Welt als Theorie
 
Weil wir mit unseren Sinnesorganen die Realität nicht erfassen können, sondern nur das Wenige, was diese uns darüber sagen, sind wir allesamt, ohne uns das klarmachen zu können, Theoretiker, deren Basis das „Offenkundige“ ist, und deren Argumentation mit dem Beweis durch das Offenkundige endet.
 
Kluge Geister haben versucht, den Unterschied zwischen der Dreidimensionalität des Offenkundigen und der Vierdimensionalität des Wahrscheinlichen durch Gedankenexperimente mit zweidimensionalen Wesen aufzuzeigen, ohne damit wirklich Erfolg zu haben, denn eine zweidimensionale Existenz erscheint ebenso widersinnig, weil von unseren Sinnen nicht erfassbar, wie die vierdimensionale.
 
Die Erkenntnisfortschritte der Physik lassen uns, oder jedenfalls diejenigen, die sich damit beschäftigen, erahnen, dass selbst die körperliche Existenz eines Menschen nichts anderes ist als die Information über Quantenstrukturen, die sich, obwohl im Grunde immateriell, unseren Sinnen als feste und belebte Materie darstellen. Doch über das Staunen hinaus ändert das nichts an unserer Theorie über die Welt und ihre Beschaffenheit, die sich mit Händen greifen, mit Augen sehen und mit Ohren hören lässt.
Dabei nehmen die Augen nicht das wahr, was wir sehen, die Ohren nehmen nicht wahr, was wir hören und die Hände ertasten nicht das, was wir fühlen.
 
Bilder, Geräusche und Tastempfindungen werden vom Gehirn produziert, durchaus zweckdienlich, um die Theorie von der Existenz des Offenkundigen zu stützen, durchaus sinnvoll, um in unserem Biotop zu überleben, aber eben leider alles „Qualitäten“, die da draußen, außerhalb unseres Gehirns so nicht existieren.
 
Wenn uns unser Gehirn die ganze Welt nur auf eine ganz bestimmte Weise erkennen lässt, die sicherlich nützlich ist, jedenfalls für den derzeitigen Entwicklungsstand der Spezies Mensch, ist es wenigstens dann, wenn wir das, was uns erreicht, beurteilen und bewerten, nur ein neutrales Werkzeug, oder schneidet es uns auch hier von Erkenntnismöglichkeiten ab, weil sie bisher für das Überleben im Biotop nicht nützlich waren oder nicht mehr nützlich sind?
 
Die Evolution legt Wert auf Effizienz. Was nicht gebraucht wird, verkümmert. Ein schönes Beispiel am menschlichen Körper: Das Steißbein. Von das aus wuchs uns auch einmal ein Schwanz. Oder sehen Sie sich Ihre Zehen an – gegenüber den Fingern sind sie total verkümmert, weil kaum noch gebraucht.
 
Sollte das nicht Anlass sein, sich die Frage zu stellen, was wir, außer dem Schwanz, noch alles verloren haben?
 
Auf dem Weg vom ersten Feuer zur Zentralheizung, auf dem Weg vom Teil der Natur zum eingesponnenen Wesen in einem dichten Kokon, dessen Informationen zu einem erschreckend großen Teil nur noch auf „elektronischer Telepathie“ beruhen, lernen wir, die Mimik zu deuten, nicht mehr von real existierenden Menschen, sondern von den Schatten, die Schauspieler auf dem Bildschirm exakt so hinterlassen, wie Regisseur, Kameramann und Beleuchter sie zeigen wollen, nachdem per Casting ausgewählt wurde, wer den Guten und wer den Bösen zu spielen hat.
Kuh und Schwein kennen wir nur von ihren im Supermarkt angebotenen Leichenteilen, Vogelstimmen lassen wir uns per MP3-Konserve vorspielen, Durst, Hunger und Kälte, jene Gefühle, die für den Erhalt des Lebens und der Leistungsfähigkeit eminent wichtige Reize auslösen, kennen die meisten zivilisierten Mitteleuropäer nur vom Hörensagen, und wenn sie tatsächlich auftreten, werden sie leicht als Missempfindungen falsch interpretiert und mit untauglichen Mitteln unterdrückt.
 
Dies alles, was wir uns als Realität geschaffen haben, durchläuft in unserem Gehirn exakt die gleichen Prozeduren. Statt flimmernder Bildpunkte zeigen sie uns bewegte und ggfs. dreidimensionale Bilder, samt künstlich-kunstvoll erzeugten Tönen, die, wenn wir sie wahrnehmen längst verklungen sind.
 
Sexpuppen sollen inzwischen so weit entwickelt sein und so phänomenale „Gefühlsechtheit“ vermitteln, dass es Menschen gibt, die sie realen Partnern absolut vorziehen.
 
Die Theorie, das Offenkundige müsse real sein, führt auf der ganzen Linie zu absurden Effekten, bei denen letztlich jeder Verlust eigener Wahrnehmung, eigenen Empfindens und vor allem eigenen Denkens als Fortschritt gefeiert und bejubelt wird.
So vieles braucht nicht mehr gelernt, nicht mehr mit Lehrgeld bezahlt zu werden: Wozu noch Karten lesen, einen Kompass nutzen? Das Navi kann‘s viel besser und weiß sogar noch, wie welcher Stau am besten zu umfahren ist.
 
Das Interesse, etwas Unbekanntes zu verstehen, wird nicht mehr an Menschen herangetragen, sondern lässt sich von Google, Wikipedia und einer nicht mehr zählbaren Menge von Foren schnell, und oft auch korrekt stillen.
Doch weil sich dieser Prozess so steril und emotionslos vollzieht, gelangt das frisch aufgenommene Wissen nicht in den Langzeitspeicher, sondern verfliegt genauso schnell wieder, wie es gewonnen wurde. Macht ja nichts. Man kann schließlich wieder Googeln.
 
Fernsehfilme und -Serien gaukeln uns ein „Miterleben“ vor, zeigen Probleme und Lösungen, die wir in unsere Theorie der Realität einbauen, besonders dann, wenn gegenwartsnahe Ereignisse aufgegriffen werden und unser Gehirn sie nahtlos mit den Inhalten der Nachrichten verknüpft, weil das eine das andere so perfekt bestätigt, dass man nicht einmal auf die Idee kommt, zu fragen, wer uns diesen Mix in welcher Absicht vorsetzt.
 
Der moderne Mensch, verwachsen mit dem Smartphone wie der Baum mit dem rostigen Fahrrad, schwebt in der Gefahr, sich vollends in der virtuellen Welt zu verlieren. Der Fortschritt der die Produktivität wachsen und die Arbeitslosigkeit ansteigen lässt, befreit noch ein Stück mehr vom Kontakt mit der Realität, weil Arbeitsplatz, Kollegen und vor allem die eigene Tätigkeit verschwinden und das Überleben in den Systemen der sozialen Sicherung dennoch gewährleistet ist.
 
Doch auch die Arbeitsplätze haben immer weniger mit „Arbeit“ im engeren Sinne zu tun, geraten sie doch mehr und mehr zum Starren auf Bildschirme, die meist in abstrakter Form Informationen über das Geschehen in einer vielleicht nur wenige Meter, vielleicht aber auch viele Kilometer entfernten Realität liefern und nach dem Multiple-Choice-Verfahren Handlungsoptionen anbieten, die wiederum nicht „Arbeit“ bedeuten, sondern oft nur noch einen Mausklick.
 
Der Milchviehindustrielle an seinem PC, fernab vom vollautomatischen Stall, der die Fütterung nach speziellen Rezepturen für jede einzelne Kuh vornimmt und zugleich selbstreinigend die Gülle abtransportiert, in dem sich die Kühe am Melkkarussell anstellen und die letzte Aufgabe des einstigen Bauern darin besteht, die Anträge auf EU-Fördermittel rechtzeitig und vollständig auszufüllen, der ist doch schon Realität. Losgelöst, von dem was wirklich geschieht, ist für ihn ein Studium der Betriebswirtschaft ausreichend, um den landwirtschaftlichen Betrieb zu managen.
 
Er wird sich als Milchbauer bezeichnen und seine Theorie davon, was ein Milchbauer ist, wird sich ihm aus dem, was für ihn offenkundig ist, unweigerlich so entwickeln, dass sie mit dem virtuellen Gebilde, das er für Realität hält, deckungsgleich wird. Spätestens in der nächsten Generation, die nicht die Entwicklung gesehen hat, sondern nur das Ergebnis.
 
Das als Einstieg.
 
 
Die Schlussfolgerung, dass das hier Dargelegte nicht auf die genannten Beispiele beschränkt sein kann, sondern eine Grundkonstante menschlichen Lebens sein muss, drängt sich nicht nur auf, sie ist höchstwahrscheinlich zutreffend.
 
Wir wissen nichts. Wir haben nur Theorien, die sich am Offenkundigen orientieren – und die umso stärker von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind, je weiter sie die Bereiche abstrakter Begriffe, moralischer Werte und Glaubensüberzeugungen oder Ideologien berühren, wo das Offenkundige nicht mehr greifbar, sichtbar, hörbar ist, sondern ganz und gar Behauptung ist, die der Deutung des Gehirns überlassen bleibt.
 
Es gibt ein altes Experiment aus der Verhaltensforschung. Neugeborene Katzen wurden in eine Versuchsanordnung gebracht, in welcher es keine horizontalen Linien gab, andere wurden ausschließlich mit horizontalen Linien konfrontiert. Das Ergebnis: Im fünften Lebensmonat waren sie für die Linienorientierung blind geworden, mit der sie nicht stimuliert worden waren. Diejenigen, die keine senkrechten Linien kannten, konnten sich wohl auf eine waagrechte Stuhlfläche setzen, liefen aber blindlings gegen die senkrechten Stuhlbeine, die sie nicht wahrnehmen konnten, die anderen konnten zwar den Stuhlbeinen ausweichen, weigerten sich aber auf die für sie nicht vorhandene Stuhlfläche zu springen. (Google Books Allgemeine Psychologie: Eine Einführung, Seite 146 oben)
 
Rainer Maria Rilke war schon Jahrzehnte vorher – intuitiv? – zum gleichen Ergebnis gekommen und hat das in seinem Gedicht „Der Panther“ recht eingängig beschrieben.
 
Rainer Maria Rilke
 
Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris
 
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
 
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
 
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.
 
Für den Käfig des Panthers wurde in unseren Tagen der Begriff „Echokammer“ geprägt, der im Grunde nichts anderes besagt, als dass der, der nie etwas anderes zu hören bekommt, als das, was er für wahr hält, im wahrsten Sinne des Wortes „erblindet“ für alle Erscheinungen, mit denen er – wie es im Katzenexperiment hieß, „nicht stimuliert“ wurde.
 
Nehmen wir nun diese Erkenntnis und verknüpfen sie mit dem Trend des modernen Menschen, sich in einen Kokon einzuspinnen, die Verbindung mit der realen Außenwelt zu ersetzen, durch „elektronische Telepathie“ und der Möglichkeit, allem auszuweichen, was als fremd und daher als unangenehm empfunden wird, ausgedrückt z.B. in der Audi-Werbung, wo sich das vom Vater immer wieder ermahnte Kind, halbwegs erwachsen geworden, dem letzten Versuch einer Ermahnung mit dem Auftrag ans Auto: „Spiel mir Musik von meiner Playlist!“ entzieht und sich - im Kokon aus Blech und Elektronik – endlich der Illusion vollkommener Freiheit hingibt.
 
In den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde von Experten dringend angeraten, Babys möglichst bei jeder Gelegenheit auf den Bauch zu legen. Die Kinderwagen-Designer brachten daraufhin optisch fragwürdige Plastik-Sichtscheiben so an, dass ein in Fahrtrichtung auf dem Bauch liegendes Kind, gelang es ihm, den Kopf ein bisschen zu heben, die Umwelt erkennen konnte. Da aber sah es nie das Gesicht der Mutter, auch nicht die Bäume oder den Himmel, sondern immer nur schmutzige Gehwegplatten oder bestenfalls das Gras der Wiese. Danach war die Bauchlage verpönt. Es hieß, sie begünstige den plötzlichen Kindstod, doch inzwischen wird sie wieder „ergebnisoffen“ diskutiert …
 
Genug der Beispiele, zurück zum Kern des Problems:
 
Es ist beunruhigend genug, dass der Mensch – bauartbedingt – nur jenen Ausschnitt der „Wirklichkeit“ wahrnehmen kann, der ihm über seine Sinnesorgane vermittelt wird, und dass die dabei entstehenden „Rohdaten“ erst im Gehirn zu jenen - in der Außenwelt nicht existierenden - Bildern, Geräuschen, Gerüchen, Geschmäcken und Tastempfindungen umgewandelt werden, die wir für ein getreues Abbild unserer Umwelt erachten. Doch dieses System der Erzeugung von spezifischen Wahrnehmungsmustern hat sich im Verlaufe der Evolution als soweit sinnvoll und nützlich erwiesen, dass es uns die relevanten Aspekte der Umwelt in brauchbarer Form zugänglich macht und unser Navigieren in dieser Umwelt erst ermöglicht. Tatsächlich ist es aber vergleichbar einem Modell aus der Betriebswirtschaftslehre, mit dem grundsätzliche Zusammenhänge, weitgehend abstrahiert und auf ein überschaubares Maß reduziert, dargestellt werden, ohne auch nur im Entferntesten die Komplexität der Realität aufzuzeigen.
 
Solange dieses Modell der Wahrheitsfindung dient, ist alles gut. Dann entspricht es der Landkarte des Wanderers und ermöglicht es, zumindest die Realität am Rande des gewählten Weges zu erkennen.
 
Wo Modelle aber manipuliert werden, wo wesentliche Fakten ausgeblendet werden, nur um die zu propagierende These zu stützen und vermeintlich zu beweisen, gerät der Wanderer, dessen Karte das militärische Sperrgebiet kunstvoll verschleiert, in höchste Gefahr.
 
Unser Gehirn, dessen Volumen kaum über 1,4 Liter hinausgeht, ist darauf angewiesen, mit dieser vorhandenen „Masse“ so effizient wie irgend möglich umzugehen. Also neigt es zu Vereinfachungen und Verallgemeinerungen, arbeitet mit grundsätzlichen, wiederkehrenden Strukturen, schließt auch gerne vom Detail auf das Ganze und ermöglicht so die im Gefahrenfall überlebenswichtige schnelle Reaktion. Leider ist diese Fähigkeit inzwischen vielfach verpönt, weil sie, obwohl viel größer und mächtiger, ausschließlich als Vorurteil angesehen wird.
 
Das im Wortsinne augenblickliche Schließen der Lider, wenn auch nur ein schnell bewegter Schatten aus dem Nichts auftaucht, und das Misstrauen gegenüber allem Fremden beruhen auf dem gleichen Reflex unserer Gehirne.
 
Das Misstrauen, ja die Aggressivität gegenüber eigentlich Vertrautem, entspringt jedoch manipulativen Eingriffen, die es ermöglichen, auch erwachsenen Menschen – im übertragenen Sinne – das Erkennen waagerechter oder senkrechter Linien abzutrainieren.
 
Wenn sich heute zwei Menschen, die in der Schule die gleiche Bank gedrückt haben, die sich in vielen Situationen kennen- und einzuschätzen gelernt haben, auf der Straße gewaltbereit gegenüberstehen, der eine mit der Antifa-Fahne in der Hand, der andere das AfD-Banner hochhaltend, und nicht mehr in der Lage sind, miteinander zu reden, weil sie sich nicht mehr verstehen, dann ist das Folge einer perfiden Manipulation.
 
Da sehen wir, die sogenannten Linken, wie die sogenannten Rechten, vollkommen klar, wie in den arabischen Ländern langjährig friedlich zusammenlebende Menschen, angestachelt von Agenten der rivalisierenden Weltmächte, sich in Terroristen und gemäßigte Terroristen und Revolutionäre verwandeln, während sich die regulären Truppen und jene Bevölkerungsteile, die der Regierung die Treue halten, ebenfalls radikalisieren – da erkennen wir deutlich, die sogenannten Linken, wie die sogenannten Rechten, wo die eigentlichen Kriegs- und Fluchtursachen liegen, doch bringen wir es nicht auf die Reihe, diese Muster auf die eigene Situation zu übertragen.
 
 
Wenn auch ich nur das vertreten kann, was meiner Theorie entspricht, mir also durchaus bewusst bin, die Realität auch nicht erkennen zu können, so halte ich es doch für gewiss, dass das, was Deutschland spaltet, was die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Stärke in Europa dominierende Macht an den Rand der Handlungsunfähigkeit gebracht hat, sich nicht „einfach so“ entwickelt hat, weil – je nach Sichtweise – der andere Teil der Bevölkerung plötzlich vom galoppierenden Wahnsinn befallen wurde, sondern dass dies ein interessengelenkter Prozess ist, dem nicht nur „die Deutschen“, sondern die gesamte Bevölkerung des Landes, im doch allgemein vorhandenen Interesse am Frieden entgegentreten muss.
 
Statt sich immer weiter auf den Inseln der Gegensätze einzugraben, braucht es die Entschlossenheit, das Meer der Gemeinsamkeiten wieder zu erkennen und die Inseln miteinander zu verbinden.
 
Frage ein jeder in seiner ihm ablehnend gegenüberstehenden Umgebung, ob man sich nicht wenigstens erst einmal darauf einigen könnte, dass ein Bürgerkrieg unter allen Umständen vermieden werden müsse.
 
Ich bin mir sicher, die Zustimmung zu dieser Aussage ist überwältigend!
 
Von dieser Zustimmung aus, kann man weiter fragen, und zwar nach den Gründen dafür, warum ein Bürgerkrieg vermieden werden muss.
 
Ich bin mir sicher, es werden viele gute und schwerwiegende Argumente auf den Tisch kommen, die allesamt für ein friedliches Zusammenleben sprechen.
 
Ich bin mir sicher, die Gemeinsamkeiten, die so wiederentdeckt werden, bringen zweierlei zum Vorschein, nämlich einerseits die Geringfügigkeit der Streitpunkte, die bis zum Platzen aufgeblasen wurden, und andererseits Hinweise auf die Urheber der Streitigkeiten.
 
Wenn das gemeinsame Ziel, den Frieden zu wahren, erst einmal wieder vom Rand der achtlos verdrängten Selbstverständlichkeiten in die Mitte der Notwendigkeiten gerückt worden ist, finden wir auch die auf der Hand liegenden Möglichkeiten, unsere Konflikte beizulegen.
 
 
Es gilt, eine neue Theorie zu entwickeln, die es ermöglicht, die Gegensätze zu überwinden, weil die alten, falschen, destruktiven Theorien, würden sie aufrecht erhalten, nur in die Katastrophe führen können.
 
Es gilt, den Kokon zu verlassen, es gilt, neugierig auf den Andersdenkenden zuzugehen, es gilt, verstehen zu wollen und sich Mühe zu geben, verstanden werden zu können, nur so können die auseinanderstrebenden Kräfte wieder gebündelt werden, nur so kann Politik wieder Staatsziele verfolgen, statt im Zickzack zwischen den Partikularinteressen hin und her zu springen, um bloß keine Wählerstimme zu verlieren.
 
Wer sich klar macht, dass Theorien nicht die Wahrheit, nicht die Realität abbilden, und daher ihre Wirkungen in Bezug auf das Ziel, nennen wir es „Wohlstand in Frieden“, permanent überprüft und bereit ist, sie ggfs. zu korrigieren, gehört zu den Hoffnungsträgern unserer Tage.
 
Diejenigen, die stolz darauf sind, auch wenn die schlimmen Wirkungen schon sichtbar sind, an ihren Theorien erbittert festzuhalten, werden sich auch dann nicht mehr davon lösen können, wenn sie feststellen, dass sie sich die Betonklötze an den Füßen, die sie in den Untergang reißen, selbst gegossen haben.
 


Natürlich ist unsere Demokratie weit davon entfernt, perfekt zu sein.
 
Aber auch das ist kein abgekartetes Spiel, sondern das Ergebnis von Machtkämpfen und Kompromissen. Der IST-Zustand ist kein Endzustand. Wir können die weitere Entwicklung beeinflussen.
 
Ich habe ein Buch über den Zustand unserer Demokratie geschrieben.
 
Peter Haisenko hat gerade eine Rezension dazu veröffentlicht.
 

 
 
So viel Freiheit, wie möglich, so viel Sicherheit, wie nötig - nicht umgekehrt!
 


Florian Stumfall beleuchtet in dem Roman "Tripoli Charlie" das skrupellose Wirken der Hochfinanz in Afrika.
Es wäre naiv, anzunehmen, dass die gleichen Kräfte nicht auch - mit ähnlichen Zielsetzungen, aber angepassten Methoden - in Europa wirken.
 
 
 
 
 
 

 

 
Ebenfalls sehr lesenswert:
 
 
Florian Stumfall
DAS LIMBURG SYNDROM
 
 
 
Florian Stumfall
Das EU-Diktat
 
 
 
 

 

Ein Beitrag aus der aktiven Mitte



 

Neuerscheinung!

Neuerscheinung!

 

Jetzt bestellen!

jetzt bestellen


 


 

Der Weg zum Wohlfühlgewicht
beginnt auf der Waage.

 

Hier
könnten Sie ihn fortsetzen.

Wann denn, wenn nicht jetzt?,
Kurzgeschichten und Essays
mit Scharfblick auf Menschen
der Ersten und Dritten Welt

H. S. Nyaga lebt als Fotografin und
Autorin in Ostafrika.

jetzt bestellen

Autoren - Texte - Manuskript - BoD -
Book on Demand - Verlag - Lektorat - ISBN - Kontakt

Informationen


 Egon W. Kreutzer

Autor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.