14. August 2018

10.00 Uhr Bücher sind Freunde

Angelika Gutsche, einigen sicherlich von ihren regelmäßigen Beiträgen in der Freitag-Community bekannt, hat den "Golo" gelesen. Herausgekommen ist eine begeisterte Rezension, mit der sie das Besondere an Teer Sandmanns Roman-Erstling gekonnt herausarbeitet.

 Angelika Gutsche

Gegen den Strich
gebürstetes Denken


Im Roman „Golo spaziert - Das Land der sicheren Freiheit" von Teer Sandmann macht sich der Held Gedanken über den ganz normalen Wahnsinn - eine Generalabrechnung.

In seinem Roman „Golo spaziert“ bricht der Autor eine Lanze für das gegen den Strich gebürstete Denken und reiht erbarmungslos klugen Satz an klugen Satz, unversehens von Realismus in Surrealismus wechselnd. Ein sprach- und bildgewaltiges Werk, mit Wortschöpfungen, die auf der Zunge zergehen.

Folgt man dem Gedankenlabyrinth von Teer Sandmann, stellt sich genüssliches Staunen ein ob der genauen Alltagsbeobachtungen, die oft in kafkaesken Szenen enden, und die Schilderung eines Konzerts für Hörgeschädigte, in dessen Verlauf ein alter Mann immer wieder den Konzertablauf stört, weil ein Scheinwerfer verrutscht, valentineske Züge trägt.

Kleine Alltagsbeobachtungen, in denen sich die heutige Zeit verdichtet. Der Autor nähert sich Autoren, Regisseuren, Musikstücken, die mit seiner Biographie verknüpft sind und die auch in der Biographie vieler Leser eine Rolle spielen dürften; die Erinnerungen wachrufen an eine Zeit, in der zwar das Land, aber noch nicht „die sichere Freiheit“ existierten.

Liest man die auf besondere Art grafisch gestalteten Buchstaben, die die Kapitel einleiten, von innen nach außen, ergeben sie das Wort GOTT, von außen nach innen allerdings den Begriff TOT.

Oder es ist das Wort LOGO erkennbar, das aber auch GOLO ergibt.

 

Und so haben in dem Roman abwechselnd Gott und der Spaziergänger Golo das Wort, außer es ist ein Abschnitt einem Kurs der VHS sprich Volkshochschule gewidmet.

Golo hat Zeit und spaziert. Und macht sich dabei so seine Gedanken über die Welt und Gott, der in dem Roman seine eigenen Auftritte hat und abrechnet mit Richtern, Staatsanwälten und Politikern, die er alle töten will und die in ihrer Selbstgerechtigkeit gefangen um ihr Leben betteln. Die Presse übernimmt den Part des Gegenspieler Gottes. Deshalb wird Gott die Journalisten töten, um die Welt zu retten.

So ist es nur folgerichtig, dass die demokratischen Parteien Gott vom Verfassungsschutz beobachten lassen. Bleibt zu klären, ob Gott bereits gestellt ist, ob es ihn gar nicht gibt oder ob er eine Software, ein Social-Bot ist. Nicht nur über diese Fragen verzweifelt Gott, während er auf einem Balkon am Ohridsee sitzt und neben Tolstoi, Dostojewskij und Faukner auch über Auschwitz nachdenkt und sich in einem Film von Theo Angelopoulus wähnt, bevor er in Amsterdam durch ein Mondrian-Gemälde in den Himmel entschwebt.

Golo ist erfasst vom gerechten Zorn über einen ad absurdum geführten Freiheitsbegriff, genannt die „sichere Freiheit“. Nicht zufällig durchziehen Twin-Peaks-Szenen das Buch: der Zwerg, der Riese, das Schachbrettmuster, die roten Vorhänge, das Grammophon. Das Grauen und die Abgründe, die sich hinter dem allgegenwärtigen Spießertum auftun, finden sich auch hinter der deutschen Idylle.

Der Autor springt von Laubbläsern zu Fellini, Pasolini, Bertolucci und Zucchero, zu Moses und dem Alten Testament, zu kaukasischen Wiesen, zu Wasservögeln. Er rechnet mit der Sozialdemokratie ab, die nicht wüsste, dass der neue Schismus im Kleid des Antischismus auftritt, vermischt Tom Waits mit Sarajewo, Pale und dem Balkankrieg und die Titelmelodie von „Winnetou“ mit einem Spaziergang durch die Gassen von Lahore. Unvermittelt erfolgt ein Wechsel zu Caspar David Friedrich und den Laubbläsern.

Vom „Ungesundheitsvernichtungswahn“ geht es über Ingeborg Bachmann zu Prince. Frank Wedekind fehlt natürlich genauso wenig wie Goethe und dann wirft Gott wieder Blitze, bevor die „protestantische Verlogenheit“ und die unerschütterliche Korrektheit Gott aufs neue erzürnen. Die heutige Kunst wird beschrieben als „inhaltsleer, aber an Inhalt erinnernd“, große Kunst als „Quotenkunst“, als „Verhöhnung der Langsatzwelt“ von anno dazumal. Und mit einem Blitz aus der Wohnung eines schwulen Malers tötet Gott „innert Sekunden die Politiker auf allen Kontinenten.“ Wen wundert es da noch, dass es nur ein kurzer Schritt von Bachs Matthäus-Passion bis zu Abba ist?

Es geht natürlich auch um Sex, ums Schwulsein und sogar um die Liebe zu Knaben und den Sexualmord. Der Tatort spielt eine Rolle. Daneben geht es auch um Digitalisierung und die Angst vor dem Tod und warum das Wort „Unwort“ nie zum „Unwort des Jahres“ wurde, und warum man bei jedem Autor, dessen Gedanken man interessant findet, bei Wikipedia auf den Begriff „Verschwörungstheoretiker“ stößt und wieso jeder „böse“ ist, der bei unterschiedlichen politischen Fragen eine andere Meinung vertritt. Daneben findet sich der Leser in Indien, im Kaukasus, in Mexiko, auf dem Balkan, im Bayerischen Wald oder in Moorlandschaften wieder. Ein Engel darf auch nicht fehlen. Denn Golo ist auf der Suche nach der Romantik und der Sehnsucht.

Golos Art zu Denken: „Entartet!“

Verwirrend? Ja, schon!

Verblüffend? Jede Seite!

Lesenswert? Unbedingt!

 

"Golo spaziert - Das Land der sicheren Freiheit"
Teer Sandmann
EWK Verlag Elsendorf, März 2018

Es findet sich auch eine Rezension in der Literaturbeilage der NZZ vom 24.06.2018 (Seite 10 unten):

Sie haben zu wenig Geld, um sich ein Buch zu kaufen?

Das soll vorkommen. Doch wenn Sie vom dringenden Wunsch beseelt sind, den Golo oder ein anderes Buch aus dem EWK-Verlag zu lesen, dann gibt es da seit geraumer Zeit den

Bücher-Spenden-Fonds

Freundliche Menschen zahlen gelegentlich etwas mehr, manche auch viel mehr, als den Betrag, der auf der Rechnung steht, und möchten damit denen helfen, die wirtschaftlich schlechter gestellt sind.

So haben sich inzwischen wieder über 500 Euro im Bücherspendenfonds angesammelt.

Schreiben Sie mir einfach eine kurze Mail und nennen Sie den Titel, den Sie sich wünschen. Postanschrift nicht vergessen!



Ist unsere Demokratie am Ende?

 

 

Nicht ganz. Das Schifflein, obwohl von Piraten geentert und mit gebrochenem Hauptmast in der stürmischen See treibend - es schwimmt noch. Teile der Besatzung sind ebenfalls noch handlungsfähig.

In meinem Buch "Demokratie - Fiktion der Volksherrschaft" habe ich dargelegt, wie es dazu kommen konnte und was heute noch getan werden kann, um den Prozess umzukehren.

 


Die Urlaubslektüre, die Sie kaum aus der Hand legen werden!

sofort lieferbar.

 

 

 


So, wie es Menschen gibt, die besser wüssten, wie Fußball gespielt werden muss, ließe man sie nur als Bundestrainer antreten, gibt es auch Menschen, die besser wüssten, wie regiert werden muss, ließe man sie nur an die Macht.

Längst haben sich Schriftsteller dazu ihre Gedanken gemacht und Vorstellungen zum Ablauf eines Putsches entwickelt.

 

Peter Orzechowski und Robert Thiele lassen einen Bundeswehrgeneral antreten, dem es mit generalstabsmäßiger Planung und unter Mithilfe einer treu ergebenen Schar von Reservisten gelingt, die Bundesregierung ins Matt zu manövrieren.

"Der Staatsstreich" ist bei Peter Haisenko im Anderwelt Verlag erschienen und kann hier bestellt werden.

(Achtung, hier gibt es nur die Bücher aus dem Anderwelt Verlag)

 

 Andreas Reinhardt hat ein anderes Szenario aufgebaut. Eine Oppositionspartei hält das Handeln der Regierung für unerträglich und beschließt, den Regierungschef zu ermorden, um dann im Handstreich die Regierungsgeschäfte zu übernehmen.

"Operation Reiner Tisch" ist bei mir im EWK-Verlag erschienen und kann hier bestellt werden.

(Achtung, hier gibt es nur die Bücher aus dem EWK Verlag)

Wenn Sie das eine Buch lesen, während Löw gegen Schweden antritt, und das andere beim letzten Gruppenspiel gegen Südkorea, erleben Sie sicherlich mehr Spannung und Begeisterung als bei den Übertragungen im Fernsehen.

Also, leiden Sie nicht länger wie der junge Werther, erlesen Sie sich lieber den Weg zum politischen Befreiungsschlag!


Das Pilzmycel, das die Demokratie permanent in ihr Gegenteil verkehrt, durchwuchert alles - und die Gefahr, den gesamten Staat zu zerstören, wollte man es radikal ausmerzen, ist hoch.

Dennoch gibt es gangbare Ansätze, mit denen der echten Demokratie Schritt für Schritt wieder auf die Beine geholfen werden könnte.

Das Buch heißt:

Demokratie - Fiktion der Volksherrschaft

und kann hier erworben werden.

 

Wenn Demokratie wie Beton ist,
bedeutet dies letztlich,
dass, wenn die Form erst einmal ausgehärtet ist,
mit einfachen Mitteln nichts mehr korrigiert werden kann.


 

Informieren Sie sich umfassend über den Untergang der Demokratie in Europa. Lesen Sie Florian Stumfalls Buch "Das EU-Diktat". Sie werden erkennen:
 
Der Spanien-Katalonien-Konflikt ist kein Zufall, sondern nur ein Anwendungsfall.
 

 

 

 


Mehr

 
 
oder greifen Sie zu "Macht macht untertan" von Herbert Ludwig:
 
darin finden Sie alles über die Methoden der Unterdrückung in der Demokratie.
 
... und falls Sie beide Bände schon kennen,
es gibt auch ein neues Buch von mir.

Demokratie ist nicht einfach. Dass demokratisch legitimierte Regierungen nicht unbedingt über ausreichend fachkundige Ressortminister verfügen, macht Demokratie nicht einfacher.

Wie sich die Dekadenz in unserer Demokratie entwickeln konnte, warum es kaum noch möglich scheint, daran etwas zu ändern, und was dennoch getan werden kann, um den Trend wieder umzukehren, habe ich in meinem neuen Buch beschrieben.

jetzt lieferbar


Golo spaziert

Aus dem Manuskript, das ich an dieser Stelle schon zweimal überschwänglich lobend erwähnte, ist seit gestern ein Buch geworden.

 

Teer Sandmann

Golo spaziert
Das Land der sicheren Freiheit

 

 

 

Hier finden Sie die ausführliche Buchvorstellung - und hier den direkten Link zum Buch im Shop.

(Ein wunderschönes Ei zum Ins-Nest-Legen, weil ja bald Ostern ist...)


Florian Stumfalls Abrechnung

mit der Woge des Schwachsinns,
die über uns hereingebrochen ist.

 

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Fabian Dittrichs Betriebswirtschaftslehre

verbindet auf einzigartige Weise die wissenschaftliche Basis erfolgreichen Wirtschaftens mit den Anforderungen der praktischen Realität.

Ein Buch, das auf das Verständnis der großen Zusammenhänge abzielt und dabei auf die im Studium überrepräsentierten mathematischen Verfahren, Formeln, Diagramme und Statistiken verzichtet. Ein Buch, dass die Grenzen betriebswirtschaftlicher Modelle aufzeigt und in vielen Bereichen auch die Schnittstellen zur Volkswirtschaftslehre behandelt.

Ein Buch, in dem es nicht um die Techniken, sondern um den Sinn betriebswirtschaftlichen Handelns geht. Konzipiert, um Studienabgängern den Übergang in die Praxis zu erleichtern, dabei frei von "wissenschaftlichem Kauderwelsch", ist es in seiner gesamten Tiefe und Breite für jeden Interessierten verständlich.

Wer es einmal gelesen hat, wird es nicht mehr missen wollen. Um eifrigen Gebrauch zu unterstützen, haben wir die 453 Seiten nicht in preiswerter Klebebindung sondern mit dauerhaft strapazierfähiger Fadenheftung binden lassen.

 

 

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Schaukeln, nicht Verschaukeln lassen!

 

Es geht immer nur ums Geld.

Geld ist ein sonderbares Ding.

Wer das Geld versteht, versteht die Wirtschaft, den Wachstumszwang und die Entstehung des Wohlstands der Reichen.

 

2005 erschien die Erstausgabe des dritten Bandes meiner wahnwitzigen Wirtschaftslehre mit dem Untertitel

"Über das Geld"

2007 wurde er Teil der überarbeiteten Gesamtausgabe und wird bis heute nachgefragt und gelesen.

mehr

 

Samirah Kenawi

hat mit "Falschgeld - Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit" ein weiteres Standardwerk über das Geld im EWK-Verlag veröffentlicht, das aufgrund des nicht nachlassenden Interesses ebenfalls immer wieder nachgedruckt wird.

 

mehr

 

 Thomas Koudela

beschäftigt sich in seinem Werk "Entwicklungsprojekt Ökonomie" mit der Frage, wie eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus gestaltet werden könnte und trifft auch dabei wesentliche Aussagen zum Geld und über seine Wirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.

mehr

 

Manfred Gotthalmseder

hat sich, wie vorher schon Koudela, der Frage des Geldsystems im Postkapitalismus gewidmet und die Möglichkeiten zu seiner Gestaltung um ein interessantes neues Konzept erweitert.

 

mehr

 

 

Es geht auch anders.

Ein Buch, das sich der Frage annimmt, in welcher Welt wir eigentlich leben - und warum.

 

Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

Heide S. Nyaga, Wann denn, wenn nicht jetzt?

 

(Würde ich auch empfehlen, wenn es woanders erschienen wäre.)

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Der Weg zum Wohlfühlgewicht
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 Egon W. Kreutzer

Autor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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