9. Juni 2018

11.55 Uhr Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung - einmal ganz anders

Den Versuch, die wichtigsten Zusammenhänge einer Volkswirtschaft in einem einzigen, übersichtlichen und leicht verständlichen Schaubild darzustellen, habe ich immer wieder unternommen - heute endlich bin ich zufrieden damit.


große Ansicht

Betrachtet wird "die Wirtschaft", also die Unternehmen, die Produkte herstellen und Leistungen erbringen, um diese am Markt anzubieten und damit mehr als nur kostendeckende Umsätze, sondern eben auch - und zuerst - Gewinne zu erzielen.

Die Darstellung zeigt Ausgaben, also "Geldflüsse" auf. Über eine gesamte Volkswirtschaft hinweg ist die Unterscheidung in "Ausgaben" und "Werteverzehr/Abschreibungen" nicht erforderlich, da sich die pro Periode anfallenden Ausgaben für Investitionen und die zeitgleich anfallenden Abschreibungen auf die in Vorperioden ausgabewirksamen Investitionen - von leichten Schwankungen abgesehen - ausgleichen.

Nun zu den einzelnen Säulen:

Kosten nach Verursachern

Fiktive Kosten

Der Planet Erde, auf dem Menschen wirtschaften, hält alle Güter, die wirtschaftlich genutzt werden, kostenlos bereit. Erst durch Eigentumsrechte an Grund und Boden, aber auch durch Eigentumsrechte an Patenten und anderen geistigen Schöpfungen, wird es dem jeweiligen Rechteinhaber möglich, die Nutzung durch Dritte zu verwehren, bzw. für die Nutzung eine Gebühr zu erheben. Hierzu gehören alle Formen von Mieten und Pachten, Kreditzinsen und Lizenzgebühren. Von wenigen Ausnahmen abgesehen handelt es sich bei den hier erhobenen "Gebühren" um nicht leistungsadäquate, bisweilen vollkommen leistungslose Einkünfte. Solche Kosten entstehen praktisch in jedem Unternehmen - insgesamt steht diesen Kosten aber immer ein entsprechender Gewinn gegenüber, weshalb ich dafür den Begriff "fiktive Kosten gewählt habe.

Reale Kosten

Um die kostenlos vom Planeten zur Verfügung gestellten Güter wirtschaftlich nutzbar zu machen, ist Arbeit erforderlich, die mit der Urerzeugung beginnt und an der Ladenkasse noch nicht endet, weil letztlich auch die Müllabfuhr noch ihren Teil zur "Produktion" beiträgt.

Wo der Mensch sich selbst sein eigen nennen kann, fordert er als Arbeiter oder Angestellter eine Entlohnung. Nur die Kosten für den Lohn sind reale Kosten. Da eben diese Lohnkosten auch außerhalb der Unternehmen, nämlich beim Staat anfallen, der sich durch Steuern und Abgaben vom Lohn, aber auch durch Direktbelastung der Unternehmen bedient, gehören auch Steuern und Abgaben, die an die öffentlichen Haushalte fließen, zu den realen Kosten, auch dann, wenn die Bemessungsgrundlage der Unternehmensgewinn ist.

Alle anderen, vermeintlich realen Kosten, wie Materialkosten oder Energiekosten, lassen sich wieder auf Lohnkosten und Gebühren für die Nutzung von Eigentumsrechten zurückführen.

Kosten nach Verwendung

Konsum

Der überwiegende Teil der Lohnkosten wird von den Beschäftigten zu Konsumzwecken verwendet, das heißt, das für die Arbeit eingenommene Geld wird zur Deckung der Lebenshaltungskosten wieder ausgegeben und wird so zum Umsatz für die Wirtschaft (sh. Umsatz nach Herkunft).

Ebenfalls wird ein Teil der Gebühren für die Nutzung von Eigentumsrechten von den Begünstigten in Konsum umgesetzt.

Ersparnisse

Einkommensanteile die nicht verkonsumiert werden, werden zur Ersparnisbildung verwendet, das heißt, es findet daraus ein Vermögenswachstum statt. Zu diesem Vermögenswachstum tragen Teile der Lohn- und Gehaltsempfänger bei, überwiegend entstammt die Ersparnisbildung jedoch den nicht leistungsadäquaten Einkommen.

 

Umsatz nach Herkunft

Die Löhne,

als reale Kosten, müssen grundsätzlich niedriger sein als der Umsatz, der mit den entstandenen Produkten und Leistungen erzielt wird, da sonst kein Gewinn erzielt werden kann. Praktisch können mit Löhnen und Gehältern sowie dem Aufkommen an Steuern und Abgaben kaum mehr als die Hälfte des Umsatzes bezahlt werden. Auch der Konsum, der aus nicht leistungsadäquaten Einkommen bezahlt wird, trägt kaum zur Steigerung dieses Anteils bei.

Die Neuverschuldung,

als immerwährende Gemeinschaftsaufgabe von Privaten Haushalten, Unternehmen und dem Staat, ermöglicht es, ansonsten unverkäufliche Produkte und Leistungen in dem Maße abzunehmen, wie es für das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht (Preisstabilität, Vollbeschäftigung, außenwirtschaftliches Gleichgewicht und angemessenes Wirtschaftswachstum) sinnvoll ist. Unglücklicherweise sind die Banken als diejenigen, die Neuverschuldung möglich machen können, am gesamtwirtschaftlichen Gleichgewicht weniger interessiert als am eigenen Gewinn, so dass die Kreditvergabe periodisch zwischen Geldschwemme und Kreditklemme hin und her pendelt, statt sich in der Mitte zu stabilisieren.

Der Export

ist das "Überdruckventil" der Volkswirtschaft. Dargestellt ist hier nur der Exportüberschuss, da sich Importe bereits in den Kosten wiederfinden. Eine hochproduktive Volkswirtschaft, die weit mehr erzeugt als das, was aus dem Topf der realen Kosten bezahlt werden kann, sollte die Löhne kräftig erhöhen, um das außenwirtschaftliche Gleichgewicht nciht zu gefährden. Tut sie das nicht oder setzt im Gegenteil auf Senkung der Lohnkosten, muss sie den im Binnenmarkt nicht absetzbaren Überschuss exportieren.

Umsatz nach Verwendung

Reale Kosten

Klar, die realen Kosten müssen über den Umsatz wieder eingefahren werden, ein Teil des Umsatzes wird also immer verwendet werden müssen, um die Lohnkosten zu bezahlen.

Fiktive Kosten

Auch die fiktiven Kosten müssen über den Umsatz eingespielt werden, auch wenn sie - über die gesamte Volkswirtschaft betrachtet, zum größten Teil direkt in die Ersparnisbildung wandern.

Dieser Teil, der über die Vielzahl der Unternehmen vollkommen verschmiert wird, weil jedes Unternehmen solche fiktiven Kosten real bezahlen muss, stellt jedoch zugleich einen "zweiten Gewinn" dar, der oft direkt den vermögenden privaten Haushalten zufließt.

Gewinn

Das, was nach Abzug der realen und der fiktiven Kosten vom Umsatz übrig bleibt, ist der tatsächlich ausgewiesene "erste Gewinn", der wiederum zu großen Teilen ebenfalls der Ersparnisbildung, also dem Vermögenszuwachs zufließt.

 

Die Aussagen, die sich hieraus treffen lassen, sind ernüchternd.

Mehr dazu nächste Woche im zweiten Teil.


Seit letztem Wochenende gibt es eine Ausgabe von EWK-Zur Lage.

Schwerpunkt ist diesmal der Mega-Trend, der die nächsten Jahre bestimmen wird, nämlich der Sieg der Kapitalisten über die Globalisten mit der Folge einer

Renaissance der Nationalstaaten und des Nationalismus.

Vor vier Jahren, als ich die ersten schwachen Tendenzen dieses Trends wahrzunehmen glaubte, brachte ich meine Gedanken dazu in dem Buch "Wo bleibt die Revolution" zu Papier, das inzwischen allerdings nur noch in der E-Book Ausgabe verfügbar ist.

Heute lichten sich die Nebel, der Trend hat sich stablisiert und die konkreten Folgen werden absehbar.

Die aktuelle Ausgabe EWK - Zur Lage Nr. 25, Mai-Juni 2018 wurde am Morgen an meine Förder-Abonnenten versandt.

Es gibt sie - und alle vorangegangenden Ausgaben - allerdings auch einzeln zum Download als pdf im Online Shop. Die jeweils jüngste zum Preis von 11,90 Euro, die vorangegangene Ausgabe für 5,95 Euro und alle früheren für 3,57 Euro.


Das Pilzmycel, das die Demokratie permanent in ihr Gegenteil verkehrt, durchwuchert alles - und die Gefahr, den gesamten Staat zu zerstören, wollte man es radikal ausmerzen, ist hoch.

Dennoch gibt es gangbare Ansätze, mit denen der echten Demokratie Schritt für Schritt wieder auf die Beine geholfen werden könnte.

Das Buch heißt:

Demokratie - Fiktion der Volksherrschaft

und kann hier erworben werden.

 

Wenn Demokratie wie Beton ist,
bedeutet dies letztlich,
dass, wenn die Form erst einmal ausgehärtet ist,
mit einfachen Mitteln nichts mehr korrigiert werden kann.


 

Informieren Sie sich umfassend über den Untergang der Demokratie in Europa. Lesen Sie Florian Stumfalls Buch "Das EU-Diktat". Sie werden erkennen:
 
Der Spanien-Katalonien-Konflikt ist kein Zufall, sondern nur ein Anwendungsfall.
 

 

 

 


Mehr

 
 
oder greifen Sie zu "Macht macht untertan" von Herbert Ludwig:
 
darin finden Sie alles über die Methoden der Unterdrückung in der Demokratie.
 
... und falls Sie beide Bände schon kennen,
es gibt auch ein neues Buch von mir.

Demokratie ist nicht einfach. Dass demokratisch legitimierte Regierungen nicht unbedingt über ausreichend fachkundige Ressortminister verfügen, macht Demokratie nicht einfacher.

Wie sich die Dekadenz in unserer Demokratie entwickeln konnte, warum es kaum noch möglich scheint, daran etwas zu ändern, und was dennoch getan werden kann, um den Trend wieder umzukehren, habe ich in meinem neuen Buch beschrieben.

jetzt lieferbar


Golo spaziert

Aus dem Manuskript, das ich an dieser Stelle schon zweimal überschwänglich lobend erwähnte, ist seit gestern ein Buch geworden.

 

Teer Sandmann

Golo spaziert
Das Land der sicheren Freiheit

 

 

 

Hier finden Sie die ausführliche Buchvorstellung - und hier den direkten Link zum Buch im Shop.

(Ein wunderschönes Ei zum Ins-Nest-Legen, weil ja bald Ostern ist...)


Florian Stumfalls Abrechnung

mit der Woge des Schwachsinns,
die über uns hereingebrochen ist.

 

Holen Sie sich jetzt Ihr Exemplar!

 


Fabian Dittrichs Betriebswirtschaftslehre

verbindet auf einzigartige Weise die wissenschaftliche Basis erfolgreichen Wirtschaftens mit den Anforderungen der praktischen Realität.

Ein Buch, das auf das Verständnis der großen Zusammenhänge abzielt und dabei auf die im Studium überrepräsentierten mathematischen Verfahren, Formeln, Diagramme und Statistiken verzichtet. Ein Buch, dass die Grenzen betriebswirtschaftlicher Modelle aufzeigt und in vielen Bereichen auch die Schnittstellen zur Volkswirtschaftslehre behandelt.

Ein Buch, in dem es nicht um die Techniken, sondern um den Sinn betriebswirtschaftlichen Handelns geht. Konzipiert, um Studienabgängern den Übergang in die Praxis zu erleichtern, dabei frei von "wissenschaftlichem Kauderwelsch", ist es in seiner gesamten Tiefe und Breite für jeden Interessierten verständlich.

Wer es einmal gelesen hat, wird es nicht mehr missen wollen. Um eifrigen Gebrauch zu unterstützen, haben wir die 453 Seiten nicht in preiswerter Klebebindung sondern mit dauerhaft strapazierfähiger Fadenheftung binden lassen.

 

 

ISBN 978-3-938175-79-8 --- geb. Ladenpreis 32,00 €

Garantiert Nudging-frei!

zum Online-Shop

 

 

Schaukeln, nicht Verschaukeln lassen!

 

Es geht immer nur ums Geld.

Geld ist ein sonderbares Ding.

Wer das Geld versteht, versteht die Wirtschaft, den Wachstumszwang und die Entstehung des Wohlstands der Reichen.

 

2005 erschien die Erstausgabe des dritten Bandes meiner wahnwitzigen Wirtschaftslehre mit dem Untertitel

"Über das Geld"

2007 wurde er Teil der überarbeiteten Gesamtausgabe und wird bis heute nachgefragt und gelesen.

mehr

 

Samirah Kenawi

hat mit "Falschgeld - Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit" ein weiteres Standardwerk über das Geld im EWK-Verlag veröffentlicht, das aufgrund des nicht nachlassenden Interesses ebenfalls immer wieder nachgedruckt wird.

 

mehr

 

 Thomas Koudela

beschäftigt sich in seinem Werk "Entwicklungsprojekt Ökonomie" mit der Frage, wie eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus gestaltet werden könnte und trifft auch dabei wesentliche Aussagen zum Geld und über seine Wirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.

mehr

 

Manfred Gotthalmseder

hat sich, wie vorher schon Koudela, der Frage des Geldsystems im Postkapitalismus gewidmet und die Möglichkeiten zu seiner Gestaltung um ein interessantes neues Konzept erweitert.

 

mehr

 

 

Es geht auch anders.

Ein Buch, das sich der Frage annimmt, in welcher Welt wir eigentlich leben - und warum.

 

Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

Heide S. Nyaga, Wann denn, wenn nicht jetzt?

 

(Würde ich auch empfehlen, wenn es woanders erschienen wäre.)

Bücherstube

Neu ab 20. März:

 

Neu ab 15. März:

 

Kann weiterhin bestellt werden!

jetzt bestellen

 

Der Weg zum Wohlfühlgewicht
beginnt auf der Waage.

 

Hier
könnten Sie ihn fortsetzen.


 Priester Messident

Sprachverwirrung
Babel, babbel, brabbel

NEU am 31.01.206

- Hier -

,


 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

-Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits -