16. April 2018

09.00 Uhr Nikki Haleys deutsche Sprechpuppe

Nikki Haley ist die UN-Botschafterin der USA. Obwohl indischer Abstammung, gehört sie sicherlich nicht zu jenen Menschen, die Ghandi ob seiner Friedfertigkeit verehren. Die studierte Buchhalterin gehört eher zu jenen eiskalten Rechenmaschinen, die es schaffen, dem Finanzamt gegenüber ein Unternehmen mit überbordenden Gewinnen als Verlustgeschäft darzustellen. Kurz: Sie dreht alles so hin, wie sie es braucht -und das mit so unschuldiger Miene, dass die Presse nicht anders kann, als alles, was sie von sich gibt, für bare Münze zu nehmen.

Selbstverständlich hat Russland die Krim annektiert. Selbstverständlich tut Russland alles, um das Abkommen von Minsk zu sabotieren. Selbstverständlich hat Russland die US-Präsidentschaftswahlen manipuliert. Selbstverständlich hat Russland versucht, den Ex-Agenten Skripal zu vergiften. Selbstverständlich ermutigt Russland den syrischen Präsidenten Assad immer wieder zum Einsatz von Giftgas. Selbstverständlich hat Russland Soldaten an seinen Außengrenzen stationiert, um die NATO zu überfallen ...

Sie sagt das mit einer halb weinerlichen, halb trotzigen Stimme, schlägt empört die Augen auf, als flehe sie höhere Mächte um Beistand an, und will doch nichts anderes erreichen, als dass angesichts dieses unschuldigen Mädchengesichts alle Zweifel an ihrer Geschichte ausgetilgt werden aus dem dicken Buch des Sündenregisters der USA.

Mir wäre es lieber, ich würde Nikki Haley nur als Anhängerin Lord Voldemorts aus Joanne K. Rowlings Harry Potter Romanen kennen, statt zu wissen, dass ausgerechnet diese Republikanerin, die vehement gegen jede Einschränkung des Waffenbesitzes eintritt, die in Bezug auf Homosexualität, Schwangerschaftsabbruch und die Todesstrafe unerbittliche Positionen vertritt und wohl mit zu den erbittertsten Russlandhasserinnen der Welt gehört, als offizielle Stimme der USA vor den Vereinten Nationen sprechen darf.

Nun habe ich am Sonntagabend - ausnahmsweise, wegen der Syrien-Problematik - das ZDF eingeschaltet und mir den Bericht aus Berlin angesehen. Ein ausführliches Interview mit dem neuen deutschen Außenminister war zentraler Bestandteil dieser Sendung, und als Heiko Maas mit seinen maßgeschusterten Schuhen da am Pult stand und auf maßgeschneiderte Fragen maasgeschneiderte Antworten gab, da fragte ich mich, wozu wir eigenlich einen eigenen Außenminister brauchen. Ein Simultandolmetscher, der getreulich alles, was Nikki Haley von sich gibt, ins Deutsche übersetzt, würde nämlich - für weitaus weniger Geld - den gleichen Zweck erfüllen.

Nichts, aber auch gar nichts, unterscheidet die Interessen der USA von den Interessen Deutschlands. Nichts, aber auch gar nichts, unterscheidet die Wahrnehmung der USA von der Wahrnehmung Deutschlands. Man könnte meinen, das ZDF-Studio, in dem Maas interviewt wurde, befände sich nicht in Mainz, sondern in Minneapolis, Minnesota, wo die allgegenwärtigen Dreizehnstreifen-Hörnchen ohne Sorge vor einem Nuklearkrieg in Europa, munter durch den Chippewa National Forest turnen.

Ja, und am Schluss des Interviews sagt dieser ..., dieser Außenminister doch tatsächlich, man sei ja gesprächsbereit und wolle den Dialog mit Russland führen, aber dazu müssten die Russen endlich konstruktive Vorschläge machen und sich von ihren Positionen zurückziehen.

Nach allen Provokationen, nach allen Unterstellungen und Verleumdungen, nach aller Kriegsrethorik und aller kriegerischen Einkreisung Russlands - und nachdem Russland sich ums Verrecken nicht provozieren ließ, dieser Spruch!

Dass Putin erst kürzlich neue Waffen vorgestellt habe, habe auch nicht zur Entschärfung der Situation beigetragen ... Auch dies kam Maas ohne rot zu werden über die Lippen, als sei es vollkommen unverständlich, dass Russland - defensiv! - auf die Aktivitäten der so genannten westlichen "Werte-"Gemeinschaft, auf die Aufrüstung, den Raketenschutzschild und den Bruch der Zusage, die NATO nicht an die Außengrenzen Russlands vorzuschieben, reagieren musste, um sich nicht zur wehrlosen Beute der westlichen Lügengemeinschaft zu machen, deren inszenierte False-Flag-Aktionen vom Golf von Tonkin bis zur Brutkastenlüge, den irakischen Massenvernichtungswaffen und dem Krieg des wahnsinnigen Gaddafi gegen die eigene Bevölkerung stets so lange einen Kriegsgrund lieferten, bis die listige Lüge nach der Niederwerfung der Staaten zugegeben wurde, ohne dass sich ein Nürnberger Tribunal zusammenfand oder der Internationale Strafgerichtshof zu Den Haag versucht hätte, der Anstifter zu diesen Angriffskriegen habhaft zu werden.

Maas, der deutsche Außenminister, der gerade aufgrund der jüngeren deutschen Geschichte besonders sensibel auf kriegerische Aktionen jeglicher Art reagieren sollte, unterstützt mit seinen Einlassungen die völkerrechtswidrigen Aktionen Frankreichs, Großbritanniens und der USA. Es scheint, dass er sich auf der Seite der Sieger sicherer fühlt, als an der Seite der großen Mehrheit des deutschen Volkes, die das kriegerische Treiben von Haus aus verurteilt, und die Kriegslügen, die zur Rechtfertigung vorgetragen werden, durchschaut und verabscheut.


Gestern habe ich etwas über die Motive der Entscheider geschrieben. Viele haben das am Sonntag wohl nicht gefunden. Daher hier nochmals der Link.


 
Lassen Sie uns kurz noch über Tunesien sprechen.
 
In der jüngsten Geschichte wird die Selbstverbrennung des Gemüsehändlers Mohamed Bouazizi im Dezember 2010 als der Startschuss für den so genannten arabischen Frühling angesehen. Die Unruhen entwickelten sich schnell zur Revolution und griffen auf Algerien und Ägypten über.
In diesen unruhigen Zeiten entschlossen sich viele Tunesier, das Land zu verlassen und in Europa Schutz, Sicherheit und eine neue Perspektive zu suchen. Als in Lampedusa innerhalb von vier Tagen 5.000 tunesische Flüchtlinge anlandeten, verhängte Italien den Notstand über die Insel und holte Experten der europäischen Grenzschutzorganisation FRONTEX zu Hilfe.
 
Inzwischen gilt Tunesien wieder als sicheres Herkunftsland und das bedeutet für tunesische Flüchtlinge, die seit Jahren in Deutschland Fuß gefasst haben, die Auseinandersetzung mit der Aufforderung zur Rückkehr in ihre Heimat.
 
Damit ist ein Kreis geschlossen, der mit dem Verlust der Sicherheit in der Heimat begann, und über die Flucht, die Aufnahme und die Integration im Aufnahmeland, bis hin zur Wiederherstellung der Sicherheit in der Heimat und zur Rückkehr führt.
 
Peter Mannsdorff hat diesen Kreis in einem Buch für acht- bis zwölfjährig Kinder so nachgezeichnet, dass alle Aspekte, die in der Diskussion der Erwachsenen oft zu erbitterten Meinungsverschiedenheiten führen, angesprochen und beleuchtet werden, jedoch ohne die verhärteten Fronten zu stärken, sondern mit dem Ansatz, Verständnis für beide Einstellungen zu wecken - und eine Lösung des Problems möglich zu machen.
 
Sira ist ein tunesisches Mädchen, das mit seinen Eltern übers Mittelmeer nach Deutschland geflüchtet ist. Damals war sie acht, jetzt ist sie vier Jahre älter, geht zur Schule, spricht gut deutsch, hat aber noch keinen wirklichen Anschluss an Gleichaltrige gefunden. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass ihre Eltern ihrer Tochter nicht erlauben, sich alleine außerhalb der Wohnung frei zu bewegen und mit "Fremden" Freundschaft zu schließen.
 
Doch Sira hat sich in den Kopf gesetzt, einen Freund zu finden, und geht dabei ganz eigene Wege.
 
Mit Jonas trifft sie jemanden, der sie ernst nimmt. Ihm erzählt sie von ihrer Flucht, von den Verlusten, vom Leben in der alten Heimat und wie sich das Leben ihrer Familie in Deutschland gestaltet.
 
Jonas hat mit dieser Freundin ein Problem, vor allem, weil er weiß, dass seine Mutter doch ziemliche Ressentiments gegenüber den Flüchtlingen hegt.
 
Um dieses Problem aufzulösen, lässt er sich einiges einfallen, bis dann schließlich Sira und ihre Eltern bei Jonas und seiner Mutter zum Kaffee eingeladen sind.
 
Auch wenn die Begegnung nur mühsam in Gang kommt, Jonas erfährt, dass seine Mutter schon länger weiß, wer diese Sira ist und wo sie herkommt, und dass sie letztlich nichts gegen diese Freundschaft hat - und auch Siras Eltern zeigen sich großzügiger und wollen ihr mehr Freiheiten gewähren.
 
Als sich also die Probleme zügig in Friede-Freude-Eierkuchen verwandeln, erschüttert das Eintreffen des Ausreisebescheids die Gemüter. Jonas und sein Bruder legen sich ins Zeug, um die Abschiebung noch zu verhindern, kurbeln eine Art Petition im Internet an, sammeln Unterschriften für Sira und ihre Familie.
Am Ende leider vergeblich. Jonas und Sira werden getrennt - doch sind sie fest entschlossen, in Kontakt zu bleiben und sich, wenn immer es möglich sein sollte, auch zu besuchen. Sind ja nur sechs Stunden Flug - und die gibt es, hin und zurück, schon für 300 Euro.

Ein Buch, das die Möglichkeit des friedlichen und freundschaftlichen Miteinanders trotz kultureller Unterschiede aufzeigt, aber nicht darauf verzichtet, auch die Frage nach der Belastbarkeit eines Aufnahmelandes aufzuwerfen.

Die ersten Lesungen, die Peter Mannsdorff auf dem Programm hat, werden mit Dolmetscher vor Kindern stattfinden, die überwiegend aus dem arabisch-nordafrikanischen Raum stammen. Wir alle sind auf die Resonanz gespannt.

Sira ist in dieser Woche erschienen. Hier geht's zum Online-Buchladen.

 

 


 

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Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

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