11. April 2018 (mit Nachtrag 16.00 Uhr und 19.00 Uhr)

13.00 Uhr Bundeswehr unterstützt US-Marine vor der syrischen Küste?

Die USA schickt eine Armada ins östliche Mittelmeer, angeführt vom Flugzeugträger USS Harry S. Truman, begleitet von den Zerstörern USS Normandy, USS Arleigh Burke, USS Bulkeley, USS Forest Sherman und USS Farragut. Zwei weitere Zerstörer werden später zu dem in Norfolk auslaufenden Verband dazustoßen - und die deutsche Fregatte Hessen wird "irgendwie" mit diesem Verband gemeinsam operieren.

Weiß Frau von der Leyen das?

Eine der Army nahestehende, wenn auch "vollkommen unabhängige" Website aus den USA weiß es jedenfalls schon. Hier.

Was, bitteschön, sollen deutsche Soldaten im Konvoi mit einer US-Flotte, die zweifellos beabsichtigt, Krieg gegen Syrien -und damit gegen Russland - zu führen? Muss Deutschland jetzt am Alewiten-Gebirge verteidigt werden, nachdem diese Verteidigerei schon am Hindukusch so prima funktioniert hat?

Gibt es ein Mandat des Bundestages für diesen Einsatz?

Und, falls ja, wie ist es zustandegekommen? Gab es eine Aussprache?

Bitte, berufen Sie sich jetzt nicht auf das Mandat vom 2. Dezember 2015. Ja, da wurden Aufklärungstornados und Tankflugzeuge und eine Fregatte genehmigt. Für den Kampf gegen den IS!

Soll jetzt behauptet werden, der IS sei in Wahrheit von Präsiden Assad gesteuert? Um den IS besiegen zu können, müsse also Assad vernichtet werden, und wenn ganz Syrien darüber in Schutt und Asche fällt? Denn heute verteidigen wir Deutschland, und morgen die ganze Welt, oder was?

Stoppen Sie diesen Irrsinn, Frau von der Leyen!

Der Krieg hat doch längst begonnen. Wenn auch Frau May noch nach mehr Beweisen fragt, bevor sie ihre Truppen in Marsch setzen will - ich bin sicher, sie wird diese Beweise bekommen. Hat der BND nicht auch Informationen über Assads unterirdische Giftgasfabriken, von denen eine Tagesproduktion ausreichen würde, um alle 7 Milliarden Menschen auf dieser Erde zu vernichten? Ich würde mich sehr wundern. Wenn diese Beweise nicht aufzutreiben werden. Und links des Rheins scharrt Macron mit den Füßen und ruft alle halbe Stunde bei Trump an, um zu erfahren, wann es denn endlich losgeht.

Die Türkei hat sich längst im Norden Syriens breitgemacht und wird von da aus in das weitere Geschehen eingreifen. Allerdings weiß man nicht so genau, auf welcher Seite Erdogan am Ende zu finden sein wird. Vermutlich auf Seiten der Sieger, aber die stehen halt auch noch nicht fest.

Die Israelis durften ja schon wieder mal den Luftwaffenstützpunkt in Homs bombardieren. War vermutlich nur ein Test, um festzustellen, ob die Russen tatsächlich über wirksame Luftabwehr verfügen. Sputniknews weiß zu berichten, dass fünf von acht Raketen abgeschossen werden konnten - aber drei kamen durch. Da werden sich die Herren der Raketen und Marschflugkörper die Hände gerieben haben. Fast 40% erfolgreich durchgekommen, das reicht doch!

Vermutlich sind auch längst wieder jene britischen Spezialkommandos in Syrien unterwegs, deren Job es ist, Ziele zu markieren, und, wenn's geht, auch schon selbst ein bisschen Sabotage zu verüben.

Ja, und dann fällt über Algerien eine Transportmaschine russischer Bauart mit über hundert, angeblich sogar fast 200 Soldaten am Bord einfach mal so vom Himmel.

Wer's glaubt, wird selig. Aber hier wird niemand einen Untersuchungsausschuss einrichten, um festzustellen, wie es zu diesem "Unglück" kommen konnte. Nach meiner Einschätzung kann es sich in Anbetracht der Gesamtlage nur um einen gezielten Abschuss gehandelt haben. Einen gezielten Abschuss, um Algerien, einem der wichtigsten Waffenkunden Russlands, mit einer überaus starken Armee, mit einem Schuss vor den Bug zu zeigen, dass es besser sei, im bevorstehenden Krieg die Füße ruhig zu halten. Immerhin ist Algerien so nahe an Gibraltar, dass ein Flottenverband auf dem Weg ins östliche Mittelmeer von Algerien aus ein leichtes Ziel böte. Und es dauert höchstens ein Woche, bis die Harry S. Truman mit ihrem Verband vor Algerien auftaucht.

Die Warnung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit vor Raketen, Marschflugkörpern und anderem zerstörerischen Gerät im östlichen Mittelmeerraum zeigte Wirkung.

Der Himmel über Syrien wird gemieden, wie die Pest.

Es kann also losgehen.

Ja, es kann wirklich losgehen. Die WHO hat soeben bei 500 Personen in Duma "Anzeichen für einen Giftgasangriff" feststellen dürfen. Da wird sich auch Frau May freuen. Die hatte diese Auskunft ja quasi bestellt. Die Lieferung kam prompt.

Gut, dass das Auswärtige Amt schon im Januar eine Reisewarnung für Syrien ausgesprochen und alle Deutschen zur Rückkehr aufgefordert hat. So kann man jetzt, nachdem die Warnung wirklich ernst ist, zusätzliche Aufregung durch eine Aktualisierung vermeiden.

Ja, was sagt Frau von der Leyen zu alledem?

Die Spekulationen, sie wolle den Vorsitz der EU-Kommission übernehmen oder Jens Stoltenberg als NATO-Generalsekretär beerben, sind alle zu langfristig, um noch vor Beginn des Waffenganges mit Bundeswehrbeteiligung eintreffen zu können. Also hat sie sich letzte Woche schon mal mit ihrem französichen Kollegen getroffen. Vielleicht konnte der ihr ja sagen, wo der Platz und die Rolle der Bundeswehr in den nächsten Wochen liegen werden.

Was Frau Merkel dazu sagt, braucht man gar nicht zu fragen.

Am Ende wird sie, wenn sich der Pulverdampf und der radioaktive Staub gelegt haben, sofern sie noch in der Lage dazu ist und sofern noch jemand da ist, der ihr zuhören kann und will, zu Protokoll geben: "Ich habe immer schon gesagt, dass ich am Ende die richtigen Wort finden werde."

Nachtrag 16.00 Uhr

Nun hat sie doch etwas gesagt. Genauer gesagt, hat sie nachgesagt, was vorgesagt worden ist, eine starke Antwort müsse gegeben werden. Erschütternd sei es, dass in Syrien immer wieder Chemiewaffen eingesetzt werden. Nicht von Syrien, in Syrien, aber das sind Feinheiten, auf die sie sich später zurückziehen kann...

Macron, von dem sie den Text weitgehend übernommen hat, drohte gar mit einer starken Reaktion der "Weltgemeinschaft". Herrschaftszeiten! Was nimmt der xxxx sich heraus, ein paar Scharfmacher in den Regierungen der USA, Britanniens und Frankreichs schon als Weltgemeinschaft zu bezeichnen?

Die Welt besteht vor allem aus weit mehr als 7,5 Milliarden Menschen, die nichts anderes wollen, als in Frieden zu leben.

Diejenigen, denen dieses Bedürfnis, dieser Herzenswunsch der Menschheit am Allerwertesten vorbei geht, die Lüge auf Lüge türmen, um ihren Angriff als "Verteidigung" aussehen zu lassen, wären für die Welt verzichtbar. Die "Weltgemeinschaft" stellen sie jedenfalls nicht dar, eher das Gegenteil.

Schade, dass die Evolution keinen Schalter ins menschliche Gehirn eingebaut hat, der zum sofortigen Herzstillstand führt, wenn so ein blutrünstiges Individuum einen Angriffsbefehl gibt.

Egal, ob da ein religiös verwirrter Narr in der Hoffnung auf X-Jungfrauen mit dem Sprengstoffgürtel um den Bauch losgeschickt wird, um einen Marktplatz zu zerfetzen, oder ein kadavergehorsamer General, in der Hoffnung auf noch ein Stück Blech mehr an der Brust, dem Befehl folgt, Millionen von Menschen samt ihrem Hab und Gut in den Tod zu schicken.

Wir haben diesen Schalter nicht. Wir haben noch nicht einmal mehrheitlich genug Verstand, um die Irren dieser Welt zu erkennen und sie in geschlossenen Anstalten zu verwahren, auf dass sie keinen Schaden anrichten können.

So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen.

Nachtrag 19.00 Uhr

Unsägliche Sprüche des Tages, gesammelt auf BILD

  • Bestie Assad (Das hat die blutrünstige BILD zur Einstimmung ihrer Leser wohl selbst getextet.)
  • Ischinger, Münchner Kriegskonferenzen: Die US-Syrienpolitik ist im Kern gescheitert, weil Assad im Amt bleibt und Russland gewinnt. - Wo bleibt Deutschland? Was ist mit deutscher außenpolitischer Mitverantwortung?
  • Bruno Tertrais, franz. Politikwissenschaftler: Es ist schwer vorstellbar, dass sie (=USA+Frankreich) sich nur mit einem symbolischen Militärschlag zufrieden geben.
  • M&M (Maas und Merkel): Berlin wird einen möglichen Militärschlag der USA in Syrien nicht verurteilen, sondern Verständnis äußern.
  • Graf Lambsdorf: Ich bin beunruhigt über die mangelnde Ernsthaftigkeit des US-Präsidenten.
  • Norbert Röttgen, der mal wieder: Das Wichtigste ist, dass der Krieg in Syrien nicht mehr von der internationalen Tagesordnung verschwinden darf. Denn dann gibt es einen Gewinner, Assad, und sehr viele Verlierer, die Menschen in Syrien.
Der dümmste Spruch ist der von Röttgen. Assad ist der gewählte Präsident der Syrer. Die Massenflucht aus Syrien hat weder mit seiner, noch seines Vaters Präsidentschaft begonnen, sondern erst, als Syrien - zumindest mit Unterstützung des Westens - zur Kriegs- und Krisenregion gemacht wurde. Russland hat, um die Eskalation des Krieges zu verhindern, erst dafür gesorgt, dass die Chemiewaffen Syriens kontrolliert vernichtet wurden. Als es immer noch keine Ruhe gab, weil der Kampf gegen den IS in Syrien mehr ein Kampf gegen Syrien als gegen den IS war, hat Russland Truppen geschickt und relativ schnell mit den Islamisten aufgeräumt. Nun ist wieder die Giftgas-Mär als letzter Strohhalm, doch noch einen Kriegsgrund zu finden ergriffen worden.
Maas und Merkel können nur als das bezeichnet werden, wovon es in Deutschland schon einmal zu viele gab: Mitläufer. Die großen Starken machen was, der werden wir nicht meckern. Schön blöd wären wir. Mächtigste Frau der Welt? Ja, wie in der Augsburger Puppenkiste!
Ischinger, der Ober-Lobbyist der Waffenschmieden, gießt natürlich auch hier wieder sein Öl ins Feuer und will Deutschland mit an vorderster Front sehen.
 
Und das BILD "Bestie" schreibt, sieht sehr danach aus, als wollte man die Deutschen schon einmal darauf einstimmen, dass Assad ebenso gemeuchelt wird, wie Saddam Hussein und Muammar al Gaddafi.
 
Wo bleibt der deutsche Politiker aus der ersten Reihe, der diese Kriegstreiberei beim Namen nennt und verurteilt?

 


 

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