19. März 2018

09.30 Uhr Die Buchmesse und die Gedankengüter

Viel linkes und ein bisschen rechtes Gedankengut, ein paar umstrittene konservative Autoren, etliche aufgebrachte Aktivisten an deren Ständen, nur ein bisschen Pfeifkonzert, ein bisschen Gerangel, ein bisschen Schaden an den Ständen der drei rechten Verlage.

Das reichte aus, um in unserer schmuseweichgespülten, allzeit politisch korrekten Republik, einen Hauch von Politik zu verspüren:

Noch nie war eine Buchmesse so politisch wie diese, sagte der Geschäftsführer der Leipziger Buchmesse - und: "Eine Demokratie kann und muss das aushalten."

Ein sonderbares Resümee. Ich habe etliche Artikel über die Buchmesse gelesen. Meist geschrieben wie der Bericht der Fünftklässler vom Schulausflug. Besucherzahlen rückläufig, Schneechaos verhindert Anreise, Buchverkauf rückläufig, das waren die Highlights der Berichterstattung von der einen Seite. Auf der anderen Seite schrieb die WELT: "Nach Prostesten der Antifa eskaliert die Situation." Das Börsenblatt des deutschen Buchhandels titelte: "Rein in die Kontroverse!", der Tagesspiegelt erkannte: "Mehr Abgrund als gedacht" und die Süddeutsche offenbarte ihren Lesern: "Drinnen der Geist, draußen die Hooligans."

Von "Politik" war allerdings gar nicht die Rede, es sei denn, man erklärt den Versuch linker Aktivisten, die Stände der drei (ganze drei!) so genannten "rechten Verlage" zu verunzieren und deren Veranstaltungen zu stören, schon als Politik. Dann allerdings müsste die Aussage des Geschäftsführers der Buchmesse umgedeutet werden. Nicht die drei rechten Verlage könne und müsse die Demokratie aushalten, sondern die Antifa-Provokationen müssten ausgehalten werden, als legitimierte "Gewalt" gegen rechts.

Besonders hervorgetan hat sich in diesem Zusammenhang auch Jakob Augstein, der im Freitag zur Buchmesse schreibt:

Das Harte unterliegt - Buchmesse Ein Buchhändler, der mit den Nazis kämpft, ein Bestsellerautor, der rechte Sprüche klopft: Das gedruckte Wort lebt. Immerhin.

In diesem Artikel ist die Buchmesse allerdings nur ein Aufhänger. Inhaltlich kommt sie praktisch nicht vor, doch hat sich Augstein darin mit dem Begriff "aufgeklärte Vernunft" ein Mäntelchen der moralischen Überlegenheit umgehängt, von dem er offenbar glaubt, es genüge, sich selbst für einen der Guten zu halten, um ohne inhaltliche Argumente gegen alles was nicht links genug ist, auszukeilen.

Ich habe dazu bei "Hinter den Schlagzeilen" einen Kommentar hinterlassen, doch der dort verlinkte Artikel ist über Nacht schon wieder so weit nach hinten gerutscht, dass ihn niemand mehr findet, der nicht gezielt danach sucht, so dass ich meine eigene Seite nutze, ihn weiter zu verbreiten.


Augstein schreibt, Zitat:

Wie soll sich die aufgeklärte Vernunft dagegen wappnen? Auf der Frankfurter Messe führte die Gegenwart rechter Verlage im vergangenen Jahr zum Eklat. Bücher können eben nicht nur ein schützenswertes Kulturgut sein – sondern auch Instrument der Propaganda.

Es fällt mir schwer, dem abstrakten Begriff „aufgeklärte Vernunft“ eine konkrete Deutung zu geben, ein Beispiel zu finden, an dem sich „aufgeklärte Vernunft“ exemplarisch darstellen und begreifen ließe.

Im Grunde sagt Augstein mit dem ersten hier zitierten Satz doch nichts anderes, als: „Ich, als vernünftiger, im Sinne der Aufklärung sozialisierter Mensch, weiß nicht, was ich rechtem Gedankengut entgegensetzen soll.“ Das hilft zur Begriffsklärung zwar nicht weiter, könnte den hohen Anspruch des Begriffs jedoch auf ein menschliches Maß herunterbrechen und damit als Meinung durchgehen, statt als Signal einer elitär-moralischen Überlegenheit.

Es ist diese elitäre Arroganz, die den gesamten Artikel durchzieht. Erst einmal emotional anrührend die Geschichte des Neuköllner Buchhändlers, dem die Scheibe eingeworfen und das Auto angezündet wurde. Ein Mann, der gegen Rechts angetreten ist, wurde (vermutlich) von Rechten attackiert. Nehmen wir an, es war so, nehmen wir an, Fenster einzuschlagen und Autos anzuzünden sei eine allgemein geächtete Form der politischen Auseinandersetzung, dann sollte die „aufgeklärte Vernunft“ doch zuallererst Abstand von solchen „Argumenten“ nehmen. Nehmen wir weiter an, es handle sich um radikalisierte, extremistische rechte Splittergruppen, so wie es sich bei der Antifa um radikalisierte, extremistische Splittergruppen handelt, wenn Linke den Rechten die Autos anzünden und die Häuser beschmieren, dann sollte man beide aus der Diskussion um die Inhalte herauslassen und nur über das sprechen, was gewaltfrei in Rede und Gegenrede geäußert wird.

Damit ist der auch von mir bedauerte Buchhändler aus dem Spiel und der halbe Artikel ist abgearbeitet, endlich kommt die Buchmesse dran. Nein. Sie kommt nicht dran. Jetzt wird der Schriftsteller Tellkamp als „in Wahrheit verkrachte Existenz“ persönlich angegriffen, weil er – ganz im Sinne der Aufklärung – das rationale Denken herausfordert und es wagt, an einer Ideologie zu kratzen, die seiner Meinung nach für Deutschland schädliche Folgen zeitigt.

Wer, außer Angela Merkel und den ihr in Treue folgenden Politikern und Journalisten, kann ernsthaft der Auffassung sein, die Grenzöffnung im September 2015 und der bis heute nicht beendete Kontrollverlust des Staates hätten sich im Rahmen von Recht und Ordnung abgespielt? Es ist ein klarer, bis heute andauernder Rechtsbruch, der z.B. mit der Einschaltung des Parlaments hätte geheilt werden können. Doch das Parlament hat sich bis heute nicht damit befasst. Was ist Tellkamp also vorzuwerfen, wenn er hier Kritik übt? Verletzung der Political Correctness? Und wo hat diese Political Correctness in der aufgeklärten Vernunft ihren Platz? Ist Anpassung der Gipfel der Aufklärung?

Ja, und dann hat er noch davon gesprochen, dass die Presse zum Sprachrohr dieser PC verkommen ist und ihre Rolle als Vierte Gewalt verlassen hat, womöglich hat er sogar „gleichgeschaltet“ gesagt. Auch hier muss die Frage gestellt werden, wer, außer Claus Kleber und seinen „Artgenossen“, hat in den letzten Jahren nicht den Eindruck gewonnen, dass Presse und Medien einseitig und parteiisch agitieren, statt zu informieren. Ein Blick auf die Seiten der „Ständigen Publikumskonferenz“ könnte hier durchaus erhellend sein. Doch die „aufgeklärte Vernunft“ scheut offenbar davor zurück. Führe mich nicht in Versuchung! Ich habe nichts davon gewusst!

Allerdings hat er auch fälschlich behauptet, es brauche Mut, die eigentlichen Wahrheiten auszusprechen. Die absolute oder auch nur die eigentliche Wahrheit gibt es nicht. Es gibt nur ein Fürwahrhalten – und, tatsächlich, es braucht Mut, das auszusprechen, was man für wahr hält, wenn es von dem abweicht, was die PC gestattet. Das kann man an Thilo Sarrazin ebenso erkennen, wie an Günter Grass, man kann es an Jürgen Elsässer erkennen und an Uwe Tellkamp. Man kann es an den Attacken linker Aktivisten auf der Buchmesse erkennen und auch am Mahnmal im Vorgarten von Björn Höcke. Zudem reicht das Spektrum der Betroffenen linker Aggressivität sehr viel weiter und macht auch vor relativ kleinen und unbekannten Bloggern nicht halt, wie z.B. Konrad Kustos (Chaos mit System), der entnervt aufgegeben hat.

Ähnlich verhält es sich mit der von Augstein angegriffenen Aussage, kaum ein Flüchtling sei wirklich ein Verfolgter. Ginge es nach immer noch geltendem, allerdings seit dem Herbst 2015 nicht mehr angewandtem Recht, die Zahl der Asylbewerber mit Aussicht auf Erfolg wäre so niedrig, dass niemand auch nur davon Notiz nähme.

Dass die Kosten der Zuwanderung nicht aus der Portokasse des Finanzministers beglichen werden können – von den Stadtkämmerern ganz abgesehen, sollte bei rationaler Beurteilung auch niemandem unmöglich erscheinen – dass wir zugleich zum „Tafelland“ geworden sind, dass wir viele Rentner dort sehen, weil die Rente nicht zum Leben reicht, ist ebenfalls kein Geheimnis, genausowenig wie die drohende Alterarmut künftiger Rentnergenerationen. Was also ist falsch daran, wenigstens die Frage zu stellen, ob die Gelder nicht besser anders zu verteilen wären?

Ja, und wenn dann der Deutschlandfunk eine vernünftige Debatte anmahnt, dann hat der stete Tropfen des rechten Giftes seinen Weg gefunden.

Bitte, Herr Augstein, erklären Sie, über Schmähbegriffe und Beleidigungen hinaus, was an dem Versuch, den nationalen Interessen Deutschlands und des deutschen Volkes (das sind die mit der deutschen Staatsbürgerschaft, die als Staatsvolk ein Staatsgebiet besiedeln und von einer Staatsmacht regiert werden) wieder mehr Gewicht zu verleihen, so grottenfalsch ist, dass man es als „rechtes Gift“ bezeichnen muss?

So lange die ernsthafte Diskussion darüber von links verweigert wird, so lange man sich – sprachlos – nur anfeindet, wird die AfD ihren Stimmenanteil halten und ausbauen können, trotz aller aufgeklärten Vernunft in der abgeschotteten linken Echokammer.

Noch was von heute - Ihre Duftmarken abgesetzt haben Annette Widmann-Mauz und Manuela Schwesig.

Die Integrationsbeauftragte der neuen Bundesregierung, Widmann-Mauz, distanzierte sich vom Begriff der Leitkultur. Wow!

Nur um anschließend zu erklären, "wir" müssten uns konkret darüber verständigen, was Gleichberechtigung, Religions- und Meinungsfreiheit, sowie das Prinzip der Gewaltlosigkeit konkret bedeuten, und dass es natürlich neben dem Grundgesetz auch ungeschriebene Regeln und Erwartungen gäbe, die für ein gutes Miteinander wichtig seien. Schade, dass sie selbst nicht konkreter wird, sonst hätte sie vielleicht einen vernünftigen Kriterienkatalog für das, was sie nicht Leitkultur nennen mag, aufstellen können.

Aus Meck-Pomm meldet sich Manuela Schwesig und fährt Jens Spahn in der Frage des Werbeverbots für Abtreibungen und gleich auch noch Horst Seehofer in der Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre, in die Parade. Interessant ihre Begründung: "Die Menschen in Deutschland erwarten, dass die neue Bundesregierung jetzt ihre Arbeit macht und schnell erste Ergebnisse liefert. Debatten, die das Land spalten, helfen niemandem weiter."

Ei guckemal doo!

Es sind nicht die Debatten, die angestoßen werden, die das Land spalten. Das Land ist längst gespalten und braucht diese Debatten dringend. Nicht nur in Bezug auf das Abtreibungsrecht, nicht nur in der Frage nach dem Umgang mit dem Islam. Auch die vom Islam absolut getrennt zu betrachtende Zuwanderungspolitik, das Kriminalitätsproblem, das Armutsproblem, die EU- und Euro-Politik spalten, ebenso das Verhältnis zu den USA und zu Russland, zu Poroschenko und zur Krim. Die Bruchlinien der Spaltung sind vielfältig und verlaufen keineswegs alle in der gleichen Richtung.

Debattenverweigerung ist hier Realitätsverweigerung, Vogel-Strauß-Politik, einfallsloses Weiter-So, in der Hoffnung, dass, wenn nur Zeit kommt, auch Rat kommen wird.

Auf welche schnellen Ergebnisse, liebe Frau Schwesig, glauben Sie, dass die Menschen in Deutschland warten?

Und überhaupt: Wen meinen Sie, wenn Sie "Menschen in Deutschland" sagen? Die US-Truppen in Ramstein?, Ja?, die nicht auffindbaren Ausreisepflichtigen?, ja?, die in Deutschland ansässigen oder arbeitenden Bürger anderer EU-Staaten?, ja?, die überforderten Polizisten?, die Arbeitslosen?, die Hartz-IV-Empfänger?, die Mini-Rentner?, die PISA-Versager?, die arbeitslosen Jugendlichen?, die aufstockenden Teilzeit- und Mini-Jobber? -- oder eher doch die 195 Milliardäre?, das reichste eine Prozent?

 


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Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

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