Paukenschlag
am Donnerstag
No. 2 /2018
vom 11. Januar 2018


Kommentare zum Zeitgeschehen von Egon W. Kreutzer

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Druckversion: Sigbert Döring


Was wir noch können sollten,
wenn die KI mehr kann als wir.

Der Status quo

Künstliche Intelligenz ist nach wie vor ohne Bewusstsein. Ob die Schwelle zum eigenen Bewusstsein und damit zu einem eigenen Willen jemals von Computern überschritten werden wird, ist nicht abzusehen. Um diese Fragestellung soll es jedoch in diesem Aufsatz nicht gehen, sondern um die sehr viel konkretere und in naher Zukunft unausweichliche Frage, was dem Menschen übrig bleibt, wenn Computer nicht nur selbstständig Auto fahren, sondern auch selbstständig die Äcker bestellen, die Kühe füttern, melken, schlachten und zerlegen, wenn sie unseren Gesundheitszustand diagnostizieren, Therapien verordnen, Operationen durchführen, sich selbst, sowie alle "technischen" Erzeugnisse ohne menschliches Zutun reproduzieren und instand halten, also letztlich jede denkbare menschliche Routine-Arbeit im weitest denkbaren Sinne gleich gut oder besser beherrschen als die bis dahin damit beschäftigten Menschen.


Wir kennen solche Szenarien aus den Romanen und Filmen der Science-Fiction Autoren. Raumschiffbesatzungen unterhalten sich mit dem Computer, teilen ihm ihre Wünsche und Anweisungen mit und sind letztlich nur damit beschäftigt, mit den Bewohnern ferner Gestirne Kontakt aufzunehmen, Bündnisse zu schmieden oder interstellare Schlachten zu schlagen, während mehr oder minder auf humanoid gestylte Roboter als ständige Begleiter der "Menschen" Smartphone und Tablet unserer Tage abgelöst haben. Die wichtigste Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine ist Sprache. Für komplexe, wiederkehrende Befehle gibt es allerdings auch in den futuristischsten Raumschiffen immer noch eine Sammlung von Knöpfen und Schaltern, werden auch dort noch grafische Darstellungen der Systemzustände gezeigt.

Es erscheint als Notwendigkeit, dass es sich bei den Besatzungen dieser Raumschiffe um hochqualifizierte Personen handelt, die ihr Raumschiff und seine Funktionsweise bis ins Detail kennen, die in der Lage sind Sternenkarten ferner Galaxien richtig zu interpretieren und die zudem über jede Menge so genannter Soft Skills verfügen, um sich auf lange Reisen weder gegenseitig totzuschlagen, noch bei Kontakten mit anderen intelligenten Lebensformen sofort mit der Laserkanone loszuballern.

Was, wenn diese Vorstellung sich als ebenso falsch herausstellen würde, wie die Vorstellung von den notwendigen Fähigkeiten und Kenntnissen eines Autofahrers zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Der musste eine Anlasser-Kurbel betätigen können, ohne sich beim Anspringen des Motors den Arm auszukugeln, der musste in der Lage sein, die alle paar Kilometer platzenden Reifen zu wechseln und zu flicken, der musste mit einem kochenden Kühler richtig umzugehen wissen, die Symptome eines verstopften Vergasers erkennen und Verstopfung beheben können, er musste sich mit dem Entrußen von Zündkerzen beschäftigen und bei jedem Schaltvorgang gefühlvoll Zwischengas geben, um das nicht synchronisierte Getriebe vor Schaden zu bewahren. Er musste Straßenkarten lesen können, alle Verkehrszeichen kennen und sich ausrechnen, wie viele volle Benzinkanister er einladen musste, um ein etwas weiter entferntes Ziel auch erreichen zu können.

So, wie wir heute die ersten selbstfahrenden Automobile auf den Straßen haben, deren Fahrer keine Fahrer mehr sind, sondern nur noch Passagiere, ist es vorstellbar, dass Expeditionen ins Weltall keiner top ausgebildeten Astronauten mehr bedürfen. Alexa hört und reagiert auf alles, auf Erden, wie im Himmel. Die Frage, ob bemannte oder unbemannte Raumfahrt die Zukunft prägen wird, ist sowieso noch nicht entschieden. Die Versorgungsvehikel für die internationale Raumstation ISS kommen ohne steuernde Besatzung aus, können aber Passagiere transportieren, und die langjährigen Erkundungsflüge waren bisher sowieso schon - und sind es immer noch - unbemannte Missionen.

 

Schon morgen ...

Wagen wir gedanklich den letzten, entscheidenden Schritt. Stellen wir uns eine Welt vor, in welcher der Mensch für die Erzeugung von Nahrung, Kleidung, Behausung, Mobilität und Kommunikation jeder Art nicht mehr benötigt wird. Wie viele Jahre trennen uns noch davon? Fünf? Zehn? Fünfundzwanzig?
Ein Szenario der Freiheit von allen natürlichen Zwängen. Sogar der Schulunterricht wird hocheffektiv und vollautomatisch von Maschinen erteilt.
Und genau hier, bei der Thematik Bildung und Ausbildung, wird die Frage aus der Überschrift dieses Aufsatzes unvermittelt wichtig:

Was sollten wir noch können, wenn die KI mehr kann als wir?

Schon heute ist der Satz: "Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir", nur bedingt gültig. Der Anspruch, Spezialisierungen auf eine möglichst breite Allgemeinbildung aufzusetzen, führt doch in etlichen Fächern bei vielen Schülern zu Informationsmüllhaufen im erweiterten Kurzzeitgedächtnis, die nach den bestandenen Prüfungen still vor sich hin rotten, ohne jemals im Leben wieder aktiviert zu werden. Dennoch ist dieses Vorgehen im Großen und Ganzen richtig, weil der Weg, den der Schüler in der weiteren Ausbildung und im Beruf gehen wird, nicht mit der Einschulung feststeht und Teile des als unnütz angesehenen Wissens doch irgendwann einen Nutzen mit sich bringen, auch dann, wenn die Teile, die doch genutzt werden, von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind, keiner also "alles" brauchen kann, womit er von Bildungspolitikern, Lehrern und Ausbildern vorsorglich gefüttert wurde.

In einer Welt, die zum Nutzen des Menschen vollkommen von alleine funktioniert, in welcher wir alle nur noch "Passagiere" sind, schrumpft das notwendige Kapital an Wissen, Fertigkeiten und Erfahrungen, die zum Leben notwendig sind extrem zusammen. Rudimentäre Sprachfähigkeiten, gepaart mit der Fähigkeit, einige Dutzend Symbole zu deuten, würden vollkommen genügen, um gut über die Runden zu kommen, und nicht nur das. Weil es klassische Berufe nicht mehr gibt, die man erlernen müsste, um ein Einkommen zu erzielen, weil es keine Spezialisten mehr gibt, deren Fähigkeiten besonders hohe Einkommen garantieren, kann davon ausgegangen werden, dass diese vollautomatische Welt jedem - ohne Bezahlung oder andere Gegenleistung - alles zur Verfügung stellt, was er sich wünscht, so lange er sich damit im Rahmen des "Budgets" bewegt, das über den laufenden Bedarf hinaus für alle Menschen in gleicher Höhe für die Erfüllung von Sonderwünschen (vermutlich von den produzieren-den Maschinen) festgelegt und verwaltet wird.

Das Wort "Budget" legt nahe, dass zum geistigen Rüstzeug auch die Fähigkeit des Zählens und Rechnens gehören sollte, aber auch dies ist ein Trugschluss. Ein Trugschluss, weil eine vorausschauende Planung sich erübrigt. Das Leben ist gesichert, die meisten Wünsche können aus dem Budget erfüllt werden, und was nicht geht, geht eben nicht. Vermutlich geht es - das weiß dann aber niemand mehr - für alle nicht. Für keinen. Weil das System gerade andere Prioritäten hat. Vielleicht wird auch stets nur das angeboten, was mit dem vorhandenen Budget noch möglich ist. Jedenfalls wird jeder immer wissen, was noch möglich ist - und das wird in aller Regel reichen.

Auch das Erkennen oder Wiedererkennen von Gegenständen, Tieren, Menschen, Prozessen, Phänomenen muss nicht gelernt und geübt werden. Die Frage: "Was ist denn das?", wird im gewünschten Detaillierungsgrad beantwortet, abhängig von der Blickrichtung oder von gerade wahrgenommenen Geräuschen. Die Antwort könnte man sich merken, muss es aber nicht. Man kann ja wieder fragen. Man könnte die Frage auch erweitern, um: "Und wozu ist das gut?", und erhielte auch darauf eine erschöpfende Antwort im gewünschten Detaillierungsgrad, weil das Wissen der Menschheit in gigantischen Datenbanken liegt und von jedermann jederzeit an jedem Ort in Echtzeit abgerufen werden kann.


Diese Annahmen sind keine Utopie, deren Realität in ferner Zukunft liegt, wir rasen mit hohem Tempo darauf zu und haben in etlichen Gebieten bereits den Zustand der kaum mehr zu übertreffenden Perfektion erreicht.

Beispiel: Das GPS System zur Ermittlung des exakten Standortes und der Bewegungsrichtung und der Geschwindigkeiten eines GPS-Gerätes ist praktisch nicht mehr zu übertreffen. Es ist eine "Basistechnologie", die ausentwickelt ist und nur noch immer neue Anwendungsfälle findet.
Beispiel: Die automatische Mustererkennung, die inzwischen so präzise ist, dass sie nicht nur zur automatischen Identifikation von Menschen genutzt wird (Gesichtserkennung) sondern auch über deren Bewegungsmuster Vorhersagen für das bevorstehende Verhalten erlaubt, ist an der Grenze zur Perfektion und wird sie bald erreichen, also eine Genauigkeit von 99,999 Prozent aufweisen.
Beispiel: Auf riesigen Farmen rücken autonome landwirtschaftliche Maschinen GPS-gesteuert aus, wenn aus den Satellitendaten der optimale Zeitpunkt für Aussaat, Düngung, Schädlingsbekämpfung und Ernte ermittelt ist.
Beispiel: Die Milchkuh mit dem Chip QZ21397/61 im Ohr trottet bei vollem Euter zum Melkroboter, aus der Analyse der Milch ermittelt der Computer die Futtermischung, einschl. eventueller Medikamentenzugabe und stellt sie genau dieser Kuh da zur Verfügung, wo sie sich zum Fressen und Saufen an den Fütterungsauslässen anstellt.


Noch erscheint der Tierarzt zur Besamung, noch sind Menschen zur Stelle, wenn die Kuh kalbt, doch der Trend weist längst darüber hinaus. Gentechnische Verfahren sind in Erprobung, um Fleisch in Zellkulturen zu züchten. Wenn dies serienreif ist, wird die Herstellung von Milch aus kuhlosen Eutern ein einfacher nächster Schritt sein, der ganz sicher auch gegangen werden wird.

Die Zahl der Menschen in den Fabrikhallen reduziert sich rapide, weil Roboter längst nicht mehr nur die schweren und gefährlichen Arbeiten übernehmen, sondern vor allem jene, für die der Mensch einfach zu langsam und zu unpräzise funktioniert. Auch in den Büros beschleunigt sich der Angestelltenschwund weiter.

Nur noch da, wo es gilt, zwischen Menschen einen Deal zu verabreden, bei der Beschaffung von Material, bei der Einstellung von Mitarbeitern, beim Verkauf von Produkten an Handel oder Endabnehmer, werden noch Strategien entwickelt, werden Besprechungen gehalten, um am Ende die Ergebnisse des Deals ins "System" einzuspeisen, wo sie in Kalkulation und Fertigungsplanung ebenso eingehen, wie in Gehaltsabrechnungen und Buchhaltung. Damit aber nicht genug, die gleichen Daten werden automatisch an die Logistikunternehmen weitergeleitet, um benötigte Transportkapazitäten just in time vor Ort zu haben. Schon heute üben selbstfahrende LKWs in diesem Szenario mit und werden in wenigen Jahren die Branche der stolzen Kapitäne der Landstraße überflüssig gemacht haben.

Der Ernstfall

Es ist - wenn man an die Beschäftigten denkt - beängstigend, und wenn man die sich noch ergebenden Möglichkeiten bedenkt, faszinierend, zuzusehen, in welchem Tempo die Vernetzung fortschreitet, bis komplexe Prozesse vom Goldschürfen in südafrikanischen Minen bis zur Auslieferung der online konfigurierten Eheringe per Drohne in San Franzisko und die Abbuchung des Kaufpreises vom PayPal-Konto vollständig über maschinelle Schnittstellen ohne jeden menschlichen Eingriff von statten gehen werden.

Wenn also über Wohl und Wehe der Menschheit eines Tages nicht mehr Konzernlenker und Politiker entscheiden, sondern Maschinen bestmöglich für das Wohl Sorge tragen: Ist das dann "die Herrschaft der Maschinen"? Oder handelt es sich um die Perfektion des göttlichen Auftrags: "Macht euch die Erde untertan!"?

Ich meine, das wird ein Zustand sein, der beiden Aspekten gerecht wird. Der Traum vom Schlaraffenland ist erfüllt - und zugleich ist der Albtraum des vollständigen Ausgeliefertseins immer unfähigerer Individuen an "fremde, nicht menschliche Mächte" wahr geworden.

Noch treiben wir darauf zu.


Was, wenn wir angekommen sein werden?

Wenn wir angekommen sein werden, wird es den in seiner Gestalt dem Menschen sehr ähnlichen Roboter geben, robuster und belastbarer allerdings, der gegen geringes Entgelt mit immer wieder neuen, anderen, gerade erforderlichen Arbeitsprogrammen aus allen denkbaren Gewerken des Handwerks ausgestattet werden kann.
Die Entwicklung solcher Apps für autonome Roboter, die wechselnde individuelle Arbeiten in wechselnden Umgebungen ermöglichen, wird ungeheuer schnell vonstattengehen.

Die gleichen Roboter werden heute mit Malerprogrammierung die Fenster streichen, morgen, als Installateure programmiert, Rohrleitungen verlegen und Badewannen einbauen, übermorgen werden sie als Vermessungsingenieure die Parzellen von Neubaugebieten ausmessen, die Grenzsteine setzen und die Daten an den Katastercomputer ermitteln, der die Flurkarten auf Basis von Satellitenaufnahmen erstellt.
So wie in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts das Fachwissen der Büroangestellten in die Computerprogramme Einzug gehalten hat, werden Meister- und Gesellenfähigkeiten des Handwerks auf die Roboter übertragen, die ohne Arbeitszeitbegrenzung, ohne Pausen, ohne blauen Montag, ohne Smalltalk unter Kollegen und, ohne Material für ihre Schwarzarbeitsbaustelle zu entwenden, tadellose präzise Arbeiten abliefern.

Wenn dieser Zustand nahekommt, kommt es zum Finale des Untergangs der menschlichen Fähigkeiten.

Ein Absterben, das längst begonnen hat.
Wer hat es noch nicht erlebt, dass die Person, die an der Supermarktkasse die Strichcodelabels über die Leseplatte zieht, wenn sie einen Fehler gemacht hat, oder das System einmal "spinnt", nicht in der Lage ist, vom Rechnungsbetrag von 38,75 Euro den zu viel erfassten Betrag von 1,99 Euro im Kopf abzuziehen?
Subtrahieren ist ja auch so schwierig. Doch 1,99 Euro zu addieren, geht ja auch nicht mehr ohne den am Kassentisch liegenden, kleinen Taschenrechner - und manchmal auch mit dem nicht.

Machen wir die Beispiele einfacher:

Wer kann heute noch einem Pferd die Hufe beschlagen? Den Hufschmied gab es vor hundert Jahren noch in jedem Dorf!

Wer kann heute noch gezielt zum richtigen Zeitpunkt hinausgehen in die Natur und bestimmte Kräuter finden, sammeln, trocknen und daraus einen heilkräftigen Tee brühen?

Welche Hausfrau kann noch ein Huhn oder eine Gans rupfen, geschweige denn schlachten und ausnehmen?

Fähigkeiten, die fast verloren gegangen sind, weil sich großräumig arbeitsteiliges Wirtschaften durchgesetzt hat, die daher nur bei wenigen Spezialisten noch vorhanden sind. Ohne diese Spezialisten gäbe es weder Springreittourniere, noch den Bronchialtee in der Apotheke, noch die tiefgefrorene Gans in der Kühltruhe des Supermarktes.
Wenn die dazu erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten allerdings erst einmal in Programme gegossen sind, eines Tages vielleicht nur noch als Maschinencode existieren, sind sie für die Menschheit endgültig verloren. Mit ihnen die Kenntnis jener Werkzeuge und Vorrichtungen, die von Menschen dabei benutzt wurden, bevor die Tätigkeiten von Maschinen übernommen wurden.

Vergleichbar den Folgen einer großen Katastrophe, wie z.B. der Zerstörung weiter Teile der elektronischen Bauteile durch gezielt eingesetzte EMP-Waffen, wird ein Teil der Menschheit mit jedem weiteren Schritt der Auslieferung an das große vernetzte System von der Teilhabe am "Fortschritt" ausgeschlossen. Das Ergebnis sind zwei strikt getrennte "Klassen", nämlich:

1. Die Klasse derjenigen, die als Eigentümer des Systems die Kontrolle darüber haben und es zu ihrem Nutzen umbauen oder weiter entwickeln können, also jene, die sich als "die Eliten" verstehen.

2. Die Klasse derjenigen, die auf die Rundum-Versorgung durch das System angewiesen sind, aber selbst keine Rolle dabei spielen und schon gar keine Kontrolle darüber haben, also jene, die schon jetzt als "das Prekariat" bezeichnet werden.

Dies geschieht nicht plötzlich und schlagartig, sondern allmählich, schleichend, aber unaufhaltsam. Es kann unschwer festgestellt werden, dass dieser Prozess weltweit bereits begonnen hat. Wir unterscheiden in aller Unbedarftheit zwischen bildungsfernen Schichten und Eliten und legen damit den Grundstock für die weitere Entwicklung, die sich ebenfalls schon jetzt in der Vernachlässigung des öffentlichen Schul- und Bildungssystems bei gleichzeitigem starkem Zuwachs von privaten Schulen und Hochschulen ankündigt.

Die große Illusion

Die Annahme, bei Erreichen der vollständigen Automatisierung der Welt, würden endlich alle Menschen - wenn schon nicht im Überfluss eines Schlaraffenlandes, so doch in einem gewissen Wohlstand oder zumindest in gesicherten Verhältnissen leben können, entpuppt sich jedoch schnell als Illusion.

Die Einigung auf allgemeine Teilhabe, auf so etwas, wie ein "Bedingungsloses Grundeinkommen", an anderer Stelle in diesem Text als "Budget" angedeutet, wird nicht möglich sein, bevor die Automatisierung der Produktion nahezu abgeschlossen ist. Das liegt daran, dass die Finanzierungsfrage erst gelöst werden kann, wenn praktisch nichts mehr finanziert werden muss, weil das System alles aus sich selbst heraus hervorbringt.

Daher wird der Fortschritt der Digitalisierung, dessen Kehrseite der Rückgang der entlohnten Arbeit ist, mit jedem Automatisierungsschritt auch einen weiteren Einschnitt in die Sozialsysteme erforderlich machen. Dazu gehören nicht nur Soziallhilfe, Arbeitslosengeld und Rentenversicherung, sondern gerade auch die medizinische Versorgung, die für die Masse der von Transferleistungen lebenden Menschen nicht mehr finanzierbar sein wird. Es kommt also zu dem Paradoxon, dass die "Möglichkeit" immer mehr Menschen mit immer mehr Gütern und Leistungen aus vollautomatisierten Systemen zu versorgen, mehr und mehr ins Leere zielt, weil das Angebot sich an Zielgruppen richtet, die mangels Kaufkraft nicht mehr als Nachfrage am Markt auftreten können.

Das ist immer noch nicht das von Karl Marx vorhergesagte Ende des Kapitalismus.
Es ist nur das Ende des Traums von "einer Menschheit".


Ökonomischer Sachzwang

Die Klasse derjenigen, welche die Produktion kontrollieren, wird - bis der Zustand der vollständigen Automatisierung sämtlicher Versorgungssysteme erreicht ist - diese Versorgungssysteme kontinuierlich an die rückläufige Nachfrage anpassen. Nicht mehr rentable Anlagen werden stillgelegt, der Kreis derjenigen, die von der immer müheloseren Versorgung profitieren, wird ganz von alleine immer kleiner, bis jener Schwellenwert erreicht ist, an dem die Population der Profitierenden auf jene Zahl von Individuen geschrumpft ist, ab der eine weitere Reduzierung der Systemleistung technisch nicht mehr sinnvoll möglich ist. An diesem Punkt wird man sich darauf einigen, untereinander keine Preise mehr zu fordern, man wird sich darauf einigen, die sich selbst steuernden, sich selbst erhaltenden und bei Bedarf selbst reproduzierenden Produktionsanlagen als Gemeinschaftseigentum anzusehen, wobei jeder sich das nimmt oder produzieren lässt, was er gerade braucht.

Das ist, um diese problematische, weil religiös angehauchte Metapher zu gebrauchen, das Leben auf der "Insel der Seligen".

Doch was vollzieht sich gleichzeitig bei den Angehörigen jener Klasse, die nicht zu den Eliten zählt?

Hier lassen sich die Auswirkungen des gleichen Prozesses, jedoch mit umgekehrten Vorzeichen feststellen. Weil die menschliche Gesellschaft unter dem Diktat des Kapitalismus so organisiert ist, dass das gemeine Volk sich selbst (und den Staat) von dem zu erhalten hat, was dem erwerbstätigen Teil als Lohn zugestanden wird, führt der Rückgang der Beschäftigung zwangsläufig zur drastischen Senkung des Lebensstandards.
Unterversorgung, im Klartext: Unterernährung, Mangel an sauberem Trinkwasser, unzureichende Unterkünfte und fehlende medizinische Versorgung führen zu einem rapiden Rückgang der durchschnittlichen Lebenserwartung. Praktisch jede Erkrankung, die über eine triviale Erkältung hinausgeht, trägt für die vom Mangel geschwächten Menschen ein erhöhtes Todesrisiko in sich. Die Alten werden ohne Brillen, ohne Hörgeräte und ohne Zähne dahinvegetieren müssen wie vor fünfhundert Jahren.

Widerstand gegen diese Entwicklung wird kaum zu organisieren sein.

Der Versuch der SPD, dem drohenden Unheil im Bereich der medizinischen Versorgung mit einer Bürgerversicherung entgegenzutreten, das sei am Rande erwähnt, kommt um mindestens 30 Jahre zu spät! Die Klasse der Eliten hat inzwischen einen zu großen Abstand von der Klasse des Prekariats gewonnen und weiß sich, dank gesicherten Einflusses auf politische Entscheidungen, vor der Plünderung ihrer Besitzstände zu schützen. Und selbst wenn - wie durch ein "demokratisches Wunder" - die politische Entscheidung zustande kommen sollte, ist das Risiko hoch, dass die Bürgerversicherung bald darauf vor dem Verfassungsgericht scheitern würde.

Auch sonst hat das Prekariat kaum Aussichten, seine Interessen zu artikulieren oder gar durchzusetzen. Einerseits, weil die Gesellschaft längst keinen inneren Zusammenhalt mehr hat, andererseits weil die staatlichen Fähigkeiten, präventiv jeden Widerstand noch vor dem Sichtbarwerden von nennenswerten Gruppen im Keim zu ersticken, in den letzten Jahren gezielt geschaffen wurden.

In den Eliten wird sich - ebenfalls relativ bald - die Auffassung durchsetzen, dass das Prekariat keinen Beitrag zum Erhalt der Gesellschaft, bzw. der Menschheit, erbringt, sondern lediglich aufwändig unterhalten werden muss.
Dies wird zunächst dazu führen, dass die mit der Gentrifizierung bereits in Gang befindliche räumliche Trennung zwischen den Wohn- und Arbeitsbereichen der Eliten und den Wohnbereichen des Prekariats vollendet und verschärft werden wird. Vermutlich wird man dem Prekariat am Ende die Großstädte überlassen, weil dort Wohnraum und Infrastruktur für die Massenunterbringung auf engstem Raum bereits existieren, während die Eliten sich in naturnahe, landschaftlich reizvolle und nur gering schadstoffbelastete Gegenden zurückziehen.
Auch dies ist als Trend längst festzustellen.

In der noch harmlosen, eher passiven Form als "Reichen-Ghetto" mit Mauern drumherum, eigenem Sicherheitsdienst und strenger Zugangskontrolle, in der weniger harmlosen, aktiv aggressiven Form durch Errichtung von Mauern und Zäunen zwischen den USA und Mexiko, an Ungarns Grenzen oder zwischen den Palästinensergebieten und rein israelischem Territorium.

Irgendwann werden diese "Quartiere", "Kieze", "Lager" und "Slums" wegen einer nicht mehr hinnehmbaren Zahl von Übergriffen dann eingezäunt. Gegen Ausbruchsversuche könnten die Erfahrungen mit den Grenzsicherungsanlagen der DDR genutzt werden. Allerdings ohne menschliche, unter Umständen von Skrupeln geplagte NVA, sondern mit bewaffneten Grenzschutzrobotern.

Überleben werden dort auf Dauer nur die Starken und Mutigen, die Pragmatiker und die neuen "Schamanen".

Menschen und Wilde

Die Menschen


Unter den Eliten selbst wird die endlich gewonnene Freiheit von der Pflicht zum Erhalt des Prekariats keinesfalls zu einem friedlichen Miteinander führen. Es wird auch hier zu einer feiner abgestuften Aufspaltung in gesellschaftliche Hierarchie-Ebenen kommen, und es wird zu Klassenkämpfen kommen, deren wesentlichstes Element im Kampf von unten nach oben Sabotageakte sein werden, ausgeübt von denjenigen, die über Detailkenntnisse der tieferen Schichten des Systems verfügen und daher als "nützliche Idioten" noch unverzichtbar sind, während von oben nach unten mit unbarmherzigen Strafaktionen und Verbannung in die Lager des Prekariats darauf geantwortet wird.

Bis sich stabile, ausgewogene Kräfteverhältnisse zwischen rivalisierenden Gruppen mit unterschiedlichen Zielsetzungen gebildet haben, wird man sich in einer Art parlamentarischer Demokratie in verfeindeten Parteien aneinander abarbeiten.

Und dann kommen Paradies und Schlaraffenland gleichzeitig?

Nein.


Dann sind jene 500 Millionen "Menschen", die den Planeten nach den Forderungen der Guide Stones dauerhaft bewohnen sollen, unter sich.
500 Millionen "Menschen" auf der Welt, das bedeutet, dass es in Deutschland eben nur noch 6 Millionen "Menschen" gibt. Von den Münchnern verbleiben 100.000, die sich allerdings aus der vom Prekariat gefüllten Stadt zurückgezogen haben werden.
München, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Hamburg, Berlin, Leipzig und viele weitere urbane Ballungsräume werden aber nicht nur das eingezäunte Prekariat aufzunehmen haben, sie werden auch vom "System" abgekoppelt.

Für die Eliten wird es sehr viel einfacher und zweckmäßiger sein, eine neue, auf den bestehenden Bedarf zugeschnittene Infrastruktur zu errichten und die alte sich selbst zu überlassen, als - mit nicht vorhersehbaren Folgen - zu versuchen, Teile des durch und durch vernetzten Systems auszugliedern und stillzulegen.

Die Eliten werden auf diese Weise also ihre Absonderung vollenden. Ob sie noch fähig sind, ihr System weiterzuentwickeln, ist fraglich, aber nicht ausgeschlossen.
Ob sie zu einem friedlichen Zusammenleben fähig sein werden, ist fraglich, aber auch das ist nicht ausgeschlossen, denn das System macht gleich. Neid und Habgier werden schwinden, wenn auch nicht ganz verschwinden, doch das System wird so programmiert sein, dass Übergriffe fehlschlagen müssen. Es besteht schließlich weiterhin totale Transparenz, nur noch gläserne Menschen begegnen sich und erkennen im Voraus die gegenseitigen Absichten.
Man wird ein System der Geburtenkontrolle errichten, um das System stabil zu halten.

Das Schicksal der Eliten scheint vorhersehbar. Diejenigen, die es geschafft haben, über den Einfluss ihres Kapitals bis zum Endstand der Entwicklung dabei zu bleiben, und diejenigen, die aufgrund ihrer Fähigkeiten bis zuletzt unverzichtbar blieben, haben miteinander ein neues Niveau der "Menschheitsentwicklung" erklommen und sind damit zugleich an einem Nullpunkt angekommen.

Alle erreichbaren Ziele sind erreicht. Kommt nun eine Ruhephase, ein Kräftesammeln, ein neuer Aufbruch? Vermutlich. Es erscheint wahrscheinlicher als immerwährender Stillstand.

Damit können die Eliten aus dieser Betrachtung verschwinden.

Die Wilden

Die Frage, was wir noch können sollten, wenn die KI mehr kann als wir, gilt für jene, die ausgeschlossen und nicht auf den zivilisatorischen Höhenflug mitgenommen werden.
Wie viele von den jetzt fast sieben Milliarden Erdenbürgern dann noch existieren ist schwer vorhersagbar, doch diese Massen, die unter nicht menschenwürdigen Bedingungen in erbärmliches Ghettos zusammengepfercht wurden, werden nicht mehr als "Menschen" angesehen. Die Begriffe werden sich weiter verändern. Gelten heute noch "Prekariat" und "Bildungsferne Schichten" als abgrenzenden Bezeichnung, wird man sie vielleicht demnächst als "Wilde" oder "Barbaren" führen, und noch später, wenn sie beginnen, sich wie heute schon die Wildschweine in den von Mülltonnen voller Futter strotzenden Ansiedlungen der Eliten zu bedienen, wird man sie wie die Schadbären abschießen und für lästiges Ungeziefer halten.

Was ist zu tun?

Um dies herausfinden zu können, gilt es zunächst, zu einigen realistischen Einsichten bezüglich der eigenen Situation zu gelangen. Die wichtigste davon dürfte sein, dass es tausendmal besser ist, nicht als Bedrohung wahrgenommen zu werden, als sich mit ungleichen Waffen in den Kampf zu wagen und damit die vollständige Vernichtung zu provozieren. Die Situation ist vergleichbar jener der Ureinwohner Nordamerikas, unterscheidet sich jedoch in einem Aspekt deutlich: Die Eliten, eingesponnen in ihr lebenserhaltendes System, sind nicht im gleichen Maße expansiv, sondern eher darauf aus, die von ihnen genutzten Gebiete gegen Übergriffe zu verteidigen. Den Status der friedlichen Koexistenz zu erhalten, ist also möglich.

Eine weitere notwendige Einsicht ist die, dass die in den Ghettos vorhandenen technischen Einrichtungen nur noch "offline" funktionieren. Alle aus der zentralen Vernetzung stammenden, übergeordneten Kontroll- und Steuerungssysteme sind abgeschaltet, ebenso sind die Logistikketten unterbrochen. Das heißt, dass ein Heizkraftwerk zwar grundsätzlich noch funktionsbereit ist, dass aber die Möglichkeit der manuellen Steuerung reaktiviert oder neu geschaffen werden muss, und, dass der Transport des Heizmaterials zum Kraftwerk neu organisiert werden muss.

Dieses Beispiel soll zugleich darauf hinweisen, dass neben der Versorgung mit Wasser die Versorgung mit elektrischer Energie zu den vordringlichsten Aufgaben gehört, die mindestens im unbedingt notwendigen Umfang sichergestellt werden muss, wenn die Ghettos von den Netzen gehen. Sonst wird der Rückfall nicht auf einen Entwicklungsstand von 1950, sondern auf den von 1850 erfolgen.

Es handelt sich in weiten Teilen um weiterhin existierende Infrastruktur, die unbedingt erhalten und mit den vorhandenen Mitteln in Betrieb gehalten werden muss!

Weil der Prozess schon begonnen hat, sollten bei jeder Entlassungswelle aufgrund des Fortschreitens der Automatisierung die Kollegen versuchen, Kontakt zu halten. Gerade dann, wenn es sich um Anlagen der lebensnotwendigen Infrastruktur handelt.
Weil der Prozess schon begonnen hat, ist es wichtig, sich schon heute auf den Zeitpunkt vorzubereiten, an dem die Kontrolle übernommen werden muss. Es kann also nicht schaden, schon jetzt Betriebsanweisungen, Bau- und Schaltpläne, soweit sie noch in Papierform existieren, zu sammeln und zu verhindern, dass ggfs. noch nutzbare Elemente abgebaut oder Ersatzteile abgezogen werden.

Dies zeigt aber auch, dass es noch wichtiger ist, eine personelle Struktur aufzubauen, die sämtliche erforderlichen Planungs- und Verwaltungsaktivitäten übernimmt. Auch hier werden die Menschen, die vor der Voll-Automatisierung diese Aufgaben wahrgenommen haben, am ehesten in der Lage sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen, die richtigen Prioritäten zu setzen.
Um es auf den Punkt zu bringen: Die wichtigsten Ressorts der Stadtverwaltungen in den Ghettos müssen funktionsfähig bleiben. Das Letzte, was eine solche "Siedlung" gebrauchen kann, ist ein Aufstand gegen die eigene Verwaltung. Leider ist es relativ leicht, einen wütenden Mob zu organisieren, der sich in seiner Sehnsucht nach Rache und Vergeltung lieber selbst den Ast absägt, auf dem er sitzt, als sich von vernünftigen Argumenten überzeugen zu lassen.
Gerade in der Übergangsphase, wenn die Ghettoisierung von vielen noch nicht wirklich als ein geplantes und gezieltes Vorgehen erkannt wird, und die Notwendigkeit einer gemeinsamen Überlebensanstrengung von vielen noch nicht gesehen wird, ist die Existenz eines funktionierenden Sicherheitsapparates unumgänglich. Dieser sollte aus den vorhandenen Polizeikräften hervorgehen, doch ist im Zweifelsfall und in der Übergangsphase eine auf die Verteidigung der Ordnung abzielende Bürgerwehr besser, als den Chaoten und Aufrührern das Feld zu überlassen.

Es wird kein Handynetz und kein Internet mehr zugänglich sein. Auch die Festnetztelefonie wird abgeschaltet. Google und Wikipedia sind nicht mehr verfügbar. Um Wissen zu retten, ist es wichtig, die Bibliotheken mit gedruckten Büchern zu retten. Kommunikation wird auf einfachere Mittel zurückgreifen müssen. WK II Feldtelefone mit Handkurbel könnten für geraume Zeit sehr nützlich sein.

Wichtigste Aufgabe wird sein, die Produktion und die Verteilung von Nahrungsmitteln zu organisieren. Die Herstellung zuverlässiger Transportverbindungen zwischen den einzelnen Siedlungsinseln des Proletariats wird nicht gestattet sein. Daher ist das jeweils innerhalb der Einzäunung zur Verfügung stehende Gelände die einzige Quelle für die Nahrungsmittelerzeugung. Das Wissen um Aussaat und Ernte gehört zu den elementaren Überlebensbedingungen! Ebenso das Wissen um Lagerung und Haltbarmachung. Ob es noch Traktoren gibt, ob es, falls es sie gibt, noch Dieselvorräte für ihren Betrieb gibt, steht in den Sternen.
Im Zweifelsfall ist mühsame Handarbeit notwendig. Gut, wenn es noch jemanden gibt, der weiß, wie einfache Werkzeuge, Hacke, Spaten, Sense, Rechen, etc. selbst hergestellt werden können. Hammer, Amboss und Holzkohle für ein Schmiedefeuer könnten sich dann als überaus wichtig erweisen.
Je geringer die unbebaute, landwirtschaftlich nutzbare Fläche, die zur Verfügung steht, desto mehr müssen Flachdächer und Balkone einbezogen werden, müssen unter Umständen auch Straßen und Wege "rekultiviert" werden. Dennoch wird es - zumindest am Anfang - ohne Rationierung nicht funktionieren.

Das alles scheint sehr schwierig, zum Teil unmöglich, und dabei ist vieles noch gar nicht erwähnt, doch die Tatsache, dass Menschen schon lange vor der Erfindung der Dampfmaschine leben und überleben konnten, sollte zuversichtlich stimmen.

Von der gewohnten, bequemen Zivilisation abgeschnitten zu werden, ist etwas, was Sozialhilfeempfänger heute schon erleben. Heute helfen sich manche mit dem Sammeln von Pfandflaschen. Das wird es dann nicht mehr geben. Doch "Sammeln" kann man, wenn es wichtig wird, auch vieles andere, das nicht über den Umweg von Geld, sondern direkt nützlich ist. Brennholz, Beeren, Pilze, Altmetall, Altpapier, usw., usw. Andere können es weiterverarbeiten. Die Welt des Prekariats wird und muss arbeitsteilig bleiben.

Wichtig wird es sein, das Wissen der Älteren, deren wiederverwendbaren Windeln noch im Bottich gekocht wurden, statt sie im Mülleimer zu entsorgen, wieder zu achten, anzuwenden und darauf neu aufzubauen. Denn was die nicht mehr wissen und können, das kann sonst keiner mehr und muss erst wieder mühsam erworben werden.

Zugegeben, diese Gedanken wirken eher pessimistisch als realistisch.

Die hohen Ideale der Menschlichkeit, die alledem entgegenwirken sollten, sind vollkommen ausgeblendet.

Heißt es nicht in der Ode an die Freude, der Hymne der EU: "Alle Menschen werden Brüder"?

Leben wir diese Verbrüderung nicht gerade aller Welt vor, indem wir die Mühseligen und Beladenen ohne Ansehen der Person in christlicher Nächstenliebe bei uns aufnehmen?

Wird es nicht immer wieder neue Wachstumstechnologien geben, aus denen immer wieder neue Arbeitsplätze und neuer Wohlstand entstehen?

Fortschrittsfeinde und Maschinenstürmer haben doch noch nie Recht behalten.

Und die Trennung in Reiche und Arme, in Eliten und den Rest, die gab es doch auch schon immer. Auch den Feudalismus und den Rassismus hat die Menschheit als Menschheit überwunden. Sicher, es gibt Schwankungen, aber das gleicht sich doch immer wieder aus.

Die Menschen sind und bleiben aufeinander angewiesen.

 

Aus dem gegenwärtigen Trend lässt sich das allerdings nicht ablesen.

 

 

 

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.