hierverbirgtsicheingeheimnis


21. Oktober 2017


09.55 Uhr Bayern - Niederbayern - Kelheim - Weißbräu-Saal-Max Uthoff

Die Stühle hart und eng gestellt, der Saal im Stil der 90er Jahre des vorletzten Jahrhunderts bis an die Decke über der Empore holzgetäfelt, ein mobiles Scheinwerfergestell, die ausladenden Füße der beiden Pfosten mit Absperrband als Stolperfalle kenntlich gemacht, kein Ausschank während der Vorstellung, Ton- und Bildaufnahmen verboten...

Atmosphärisch erinnerte mich das an meinen allerersten Kinobesuch, muss 1956 gewesen sein. Ich war bei meiner Oma in Meilschnitz. Im Wirtshaussaal eng gestellte Stühle, dicke Luft - dann begann es auf der vorne aufgespannten Leinwand schwarz-weiß zu flackern. Wochenschau. Ungarn. Panzer. Eine Frau mit einem toten Kleinkind auf dem Arm wird von der Kamera eingefangen und quälend lange gezeigt.

Das hat sich mir eingebrannt bis heute.
Sonst weiß ich nichts mehr von diesem Film, von diesem Kinobesuch.

Ich frage mich, ob es so alte Säle mit solcher Bestuhlung überhaupt noch geben darf. Im Vorraum - Foyer wäre übertrüben - belegte Semmeln und kalte Getränke, offenbar überhaupt nur ein Fluchtweg über ein ziemlich enges Treppenhaus; es war schon schwer, nach dem Ende der Vorstellung ganz normal hinauszukommen. Was erst bei einer Panik?

Nun, es kam nicht zur Panik. Das lag am gereiften Publikum. Wohlwollend geschätztes Durchschnittsalter: 55 Jahre. Ja, hin und wieder jemand unter 30, aber deutlich mehr über 70. Da kann einer erzählen, was er will, und es mag noch so wahr und noch so erschütternd und noch so bedrohlich klingen, dieses Publikum hat schon so vieles überstanden, dass es auch einen Uthoff ganz entspannt genießen - und auch an den richtigen Stellen lauthals lachen und reichlich applaudieren konnte.

Der Saal fasst - laut Homepage - 500 Personen. Die waren auch da.

In Kelheim, in Niederbayern, wo die CSU bei der Bundestagswahl im Wahlkreis 228 immer noch 43,35 Prozent eingefahren hat und die AfD auf 12,97 Prozent gekommen ist, versammeln sich immerhin die Einwohner von rund fünf Durchschnittsquadratkilometern, sitzen sich die Hintern auf unbequemen Stühlen breit, zahlen 25 Euro Eintritt und hören zwei Stunden lang einem Solo-Kabarettisten zu. Wahnsinn!

Nun ja, Niederbayern ist so etwas wie ein Hotspot für das deutsche Kabarett. Wer kam da nicht schon alles her? Alleine die Scharfrichter in Passau haben viel dazu beigetragen. Bruno Jonas, Siggi Zimmerschied, Otfried Fischer - Django Asül ist im niederbayerischen Hengersbach aufgewachsen, usw., usw., (soll ja kein Führer durch die bayerische Kabarettszene werden ...).

So sind sie halt, die Bayern: hinterfotzig!

Sie wählen die CSU nämlich nicht, weil sie die CSU lieben, sondern um ihren Kabarettisten reichlich Futter zu liefern, damit sie sich dann wieder jahrelang auf den harten Stühlen der Kleinkunstbühnen vor Lachen auf die Schenkel klopfen können, wenn "die G'schwoischädel" durch den Kakao gezogen werden.

(G'schwoischädel = Wasserkopf = Dickschädel = die, die das Sagen haben)

Und diese Gaudi gönnen sie sich, weil sie vielleicht als erste in Deutschland begriffen haben, dass Wahlen nichts ändern. Ist ja auch nicht so schwer, in Bayern, zu so einer Erkenntnis zu kommen.

Ach ja. Der Uthoff war gut. Sehr gut.

Vor der Pause pfiffig, witzig, bisweilen ätzend, schnell die Pointen abschießend, sehr aktuell, und dabei weit weniger in der zynischen Attitüde, die man von ihm von der Anstalt her kennt.

Nach der Pause: eindringlicher, fast belehrend, fast flehend, bisweilen bedrückend. Er hat eine Botschaft, und die hatte gestern Abend zwei wesentliche Aspekte:

Aufpassen! Hinhören! Hinterfragen! Erkennen was und wie gespielt wird - nicht mitspielen und nicht aufgeben!

und weil das anstrengend sein kann und ernüchternd und ermüdend, gab er seinem Publikum den Rat,

die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und so dem Schlechten immer noch das Gute abzugewinnen.

"Der Strom ist teuer?" - "So lange noch Geld da ist, um einen XYZ mit Scheinwerfern anzustrahlen, kann der Strom noch gar nicht teuer genug sein!"
 
"Reframing", sagt man heute dazu. Und weil "Reframing" eine Kunst ist, die schon angewandt wird, bevor wir von etwas erfahren, damit wir es so erfahren, wie wir es erfahren sollen, eröffnet der veränderte Blickwinkel im Grunde nur den Blick auf die nackte, ungeschönte Realität.
 
Ein großartiger Auftritt!
 
Danke, Max Uthoff!
 
demnächst vielleicht auch in Ihrer Nähe


Fabian Dittrichs Betriebswirtschaftslehre

verbindet auf einzigartige Weise die wissenschaftliche Basis erfolgreichen Wirtschaftens mit den Anforderungen der praktischen Realität.

Ein Buch, das auf das Verständnis der großen Zusammenhänge abzielt und dabei auf die im Studium überrepräsentierten mathematischen Verfahren, Formeln, Diagramme und Statistiken verzichtet. Ein Buch, dass die Grenzen betriebswirtschaftlicher Modelle aufzeigt und in vielen Bereichen auch die Schnittstellen zur Volkswirtschaftslehre behandelt.

Ein Buch, in dem es nicht um die Techniken, sondern um den Sinn betriebswirtschaftlichen Handelns geht. Konzipiert, um Studienabgängern den Übergang in die Praxis zu erleichtern, dabei frei von "wissenschaftlichem Kauderwelsch", ist es in seiner gesamten Tiefe und Breite für jeden Interessierten verständlich.

Wer es einmal gelesen hat, wird es nicht mehr missen wollen. Um eifrigen Gebrauch zu unterstützen, haben wir die 453 Seiten nicht in preiswerter Klebebindung sondern mit dauerhaft strapazierfähiger Fadenheftung binden lassen.

 

 

ISBN 978-3-938175-79-8 --- geb. Ladenpreis 32,00 €

Garantiert Nudging-frei!

zum Online-Shop


Ebenso empfehlensert:

Florian Stumfalls Abrechnung

mit der Woge des Schwachsinns,
die über uns hereingebrochen ist.

 

Holen Sie sich jetzt Ihr Exemplar!


 

Nebenbei bemerkt:

So lange wir uns mit "Kindereien" wie dem Binnen-I beschäftigen lassen, solange wir von stärker Pigmentierten zu sprechen haben, wenn wir Neger meinen, und uns in kraftraubende Diskussionen darüber verstricken lasen, ob es zwischen "wertkonservativ" und "rechtsradikal" nicht vielleicht doch einen Unterschied gibt, werden wir Schwierigkeiten haben, uns mit den wirklich substantiellen Entwicklungen und Problemen auseinander zu setzen.

Haben Sie auch immer öfter den Eindruck, dass das Irrationale im Kampf gegen die Vernunft den Sieg davonträgt? Fürchten Sie, dass über 200 Lehrstühle für "Genderwissenschaften" an deutschen Universitäten im Grunde nur Schwachsinn produzieren können? Brauchen Sie den Beweis dafür, dass nicht Sie spinnen, sondern die anderen? Hier könnten Sie die Lösung finden.

 


LSBTTIQ*-Community (Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle und Menschen, die sich als Queer verstehen).

 

Schaukeln, nicht Verschaukeln lassen!

 

Es geht immer nur ums Geld.

Geld ist ein sonderbares Ding.

Wer das Geld versteht, versteht die Wirtschaft, den Wachstumszwang und die Entstehung des Wohlstands der Reichen.

 

2005 erschien die Erstausgabe des dritten Bandes meiner wahnwitzigen Wirtschaftslehre mit dem Untertitel

"Über das Geld"

2007 wurde er Teil der überarbeiteten Gesamtausgabe und wird bis heute nachgefragt und gelesen.

mehr

 

Samirah Kenawi

hat mit "Falschgeld - Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit" ein weiteres Standardwerk über das Geld im EWK-Verlag veröffentlicht, das aufgrund des nicht nachlassenden Interesses ebenfalls immer wieder nachgedruckt wird.

 

mehr

 

 Thomas Koudela

beschäftigt sich in seinem Werk "Entwicklungsprojekt Ökonomie" mit der Frage, wie eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus gestaltet werden könnte und trifft auch dabei wesentliche Aussagen zum Geld und über seine Wirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.

mehr

 

 Stefan Mekiffer

hat im Hansa Verlag seine Überlegungen darüber veröffentlicht, "Warum eigentlich genug Geld für alle da ist".

Wir haben einige Exemplare davon für Sie auf Lager gelegt.

 

mehr

 

Manfred Gotthalmseder

hat sich, wie vorher schon Koudela, der Frage des Geldsystems im Postkapitalismus gewidmet und die Möglichkeiten zu seiner Gestaltung um ein interessantes neues Konzept erweitert.

 

mehr

 

 

Es geht auch anders.

Ein Buch, das sich der Frage annimmt, in welcher Welt wir eigentlich leben - und warum.

 

Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

Heide S. Nyaga, Wann denn, wenn nicht jetzt?

 

(Würde ich auch empfehlen, wenn es woanders erschienen wäre.)

Bücherstube

In Kürze erscheint

Jetzt schnell noch zum günstigen Subskriptionspreis vorbestellen!
jetzt bestellen

 


 

Der Weg zum Wohlfühlgewicht
beginnt auf der Waage.

 

Hier
könnten Sie ihn fortsetzen.


 Priester Messident

Sprachverwirrung
Babel, babbel, brabbel

NEU am 31.01.206

- Hier -

,


 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

-Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits -