hierverbirgtsicheingeheimnis


9. Oktober 2017

10.00 Uhr Kreißende Quadrate

Was da gestern Abend in Berlin wirklich herausgekommen ist, konnte ich bis zuletzt nach Anne Will auch den Tagesthemen nicht entnehmen. Die Sprache ist nach wie vor verwirrend, der Terminus "Flüchtling" immer noch zu dominant, das atmende Kontingent eine Schimäre, an deren unteren Ende die Behandlung des Asylrechts ebenso unklar bleibt, wie am oberen Ende das Fachkräfte-Zuzugs-Zuwanderungs-Recht, das noch geschaffen werden soll.

In ersten Kommentaren war von zwei blauen Augen die Rede, die man sich gegenseitig geschlagen hat; ich möchte die Betonung auf die fortwährende Blauäugigkeit lenken, mit welcher der Versuch, den Wackelpudding als an die Wand genagelt erscheinen zu lassen, dem Wahlvolk verkauft werden soll.

Der typische CSU-Wähler in Bayern wird zweifellos zuallererst feststellen, dass sich Angela Merkel durchgesetzt und den Kern des Zwistes, die "Obergrenze" aus der gemeinsamen Willenserklärung herausgehalten hat. Aus der von Seehofer angekündigten klaren Kante ist damit wieder einmal eine windelweich gepolsterte Abrundung geworden, eine schwammige Position, die noch dazu wieder nur Verhandlungsposition in den Gesprächen mit Grünen und FDP sein kann, wobei sich wohl auch noch die letzten Reste des bajuwarischen Aufbegehrens in ein lauwarmes Lüftchen verwandeln dürften.

Die Absicht, an den Grenzen "Lager" zu errichten, in denen alle Ankommenden solange verwahrt werden sollen, bis über ihren Aufenthaltsstatus entschieden ist, wird im Aufschrei der Gutmenschen schneller untergehen als die Titanic nach dem Zusammenstoß mit dem Eisberg.

Das ausflüchtige Gerede von den sicheren EU-Außengrenzen wird wiederum bei den Bösmenschen ein höhnisches Gelächter auslösen, weil sichere EU-Außengrenzen aus ihrer Sichtweise eine Wahnvorstellung sind und das auch noch für lange Jahre, vermutlich bis zum endgültigen Zerfall der EU bleiben werden.

Wenn es dann auch noch so sein soll, dass (die wenigen) tatsächlich Asylberechtigten und die von der Wirtschaft geforderten Fachkräfte beim atmenden Kontingent nicht berücksichtigt werden und, dass das atmende Kontingent nur die "Netto-Zuwanderung" abbilden soll, also für jeden freiwilligen Rückkehrer und für jeden erfolgreich Abgeschobenen einem weiteren Zuwanderer Einlass gewährt, wobei das "Atmen" sich auf die "humanitäre Lage" bezieht, also genau den seit September 2015 aufrechterhaltenen "Rechtsbruch" legalisieren soll (ich betone hier nochmals, es handelt sich um meine Schlüsse aus den gestern verfügbaren Informationen), dann hat die CSU die Lufthoheit über den bayerischen Stammtischen verloren.

Der typische CDU-Wähler aus der Herz-Jesu-Fraktion, der sich seine Reise nach Berlin so erhebend ausmalte, als sei es schon eine Wallfahrt zur Eremitage der Hl. Angela, wird sich verwundert die Augen reiben und sich fragen, wo denn nun das so lange hochgehaltene, unverhandelbare Grundrecht auf unkontrollierbare Grenzen geblieben sei. Das was im Konsenspapier nicht drin steht, nämlich die Obergrenze, wird ihm angesichts der Zahl 200.000 als Gipfel der Verlogenheit erscheinen und auch alles Gerede von "atmend" und "Zuwanderungsgesetz" wird nicht helfen, in der Festlegung auf 200.000 den Wortbruch zu sehen, der niemals hätte stattfinden dürfen.

Die Schwestern haben sich gegenseitig demontiert. Sie standen vor einer Weggabelung, und nach langem Streit, ob man sich nun gemeinsam nach links oder gemeinsam nach rechts wenden soll, haben sie sich dafür entschieden, die Wege zu verlassen und sich in der Mitte zwischen beiden Wegen trotzig auf den mühsamen Marsch durch die sumpfige Wiese zu machen. Hauptsache: Keiner hat sich durchsetzen können!

Quadratur des Kreises?

Ich frage mich, ob es nicht besser wäre, wenn CDU und CSU - wie schon die SPD - zu der Einsicht gelangten, eine Regenerationsphase auf den harten Oppositionsbänken sei für beide die jetzt angezeigte Medizin!

Dass Seehofer am 4. November vom Parteitag der CSU nochmals als Vorsitzender bestätigt werden wird, ist sehr zweifelhaft geworden. Seine einzige Chance besteht noch darin, dass das unterschwellige Unbehagen vor einem Nachfolger Söder die Ober-und Niederbayern, die Oberpfälzer und die Schwaben doch noch einmal zurückschrecken lässt.

Angela Merkel wird dessen ungeachtet in den Sondierungsgesprächen alle jetzt vereinbarten bayerischen Minimalforderungen wieder zur Disposition stellen und dabei gerne inkauf nehmen, die CSU ganz bewusst noch weiter zu marginalisieren.

Ihr Ziel sind offenbar Neuwahlen, denn nur Neuwahlen machen es der SPD möglich, doch wieder ja zu einer Neuauflage der GroKo zu sagen.

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