hierverbirgtsicheingeheimnis


6. Juni 2017

09.30 Uhr Die Vielgescholtene

An der relevanten Spitze der Bundesrepublik Deutschland steht eine Frau, die über viele Jahre nur bei wenigen Bürgern Anstoß erregte. Unvergessen in diesem Zusammenhang Volker Pispers' Zusammenfassung unter dem Motto "Besser als erwartet". Doch das ist viele Jahre her - und nun wird es allmählich doch eng für sie.

Die Ursache: Donald Trump.

Wäre es nur der "Berliner Kreis", der Merkels Kritik an Trumps Klima-Nicht-Politik verurteilt und - ganz im Gegenteil - von ihr fordert, sich endlich von der Erpressung durch die Klimaforschung zu befreien, es wäre ja noch nicht weiter schlimm. Das könnte sie wegsitzen.

Doch es mehren sich die Stimmen, die ihr anlasten, sie habe Deutschland nicht nur in der EU in die Isolation geführt, sondern auch viele andere verprellt. Nicht nur die Türkei. Viel schlimmer sei es, dass sie im Schulterschluss mit den prätrumpianischen USA auch Russland mit Sanktionen überzog und ein Feindbild gemalt hat, für das Putin irgendwann den Preis fordern wird -und nun hat sie auch noch mit den USA gebrochen, während sie aus China - dem Land des Lächelns - zwar ein Lächeln erhält, aber keine Zugeständnisse. Statt sich nach dem BREXIT mit den Briten bilateral gutzustellen, hat sie Öl ins Feuer gegossen und gießen lassen, und es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn sie es nicht auch noch schaffen würde, sich den Vatikan zum Feind zu machen.

Es sieht nämlich so aus, als legte sie es geradezu darauf an. Bestätigt wird diese Vermutung durch das Wiederansteigen ihrer Umfragewerte. Worauf also fällt der deutsche Michel diesmal herein?

Im Grunde ist es ganz einfach. Angela Merkel, die mächtigste Frau der Welt, kämpft unerschrocken gegen die ganze Welt. Ein echtes Drama. Sie strauchelt - und sie steht wieder auf. Ihre Gegner versammeln sich zu einem einzigen großen Heer - und ihr gelingt es, sie alle in ihren Gräben niederzuhalten.

Welchen Aufmerksamkeitswert erhält daneben ein Martin Schulz, der im stillen Kämmerlein seine kleinlichen Gerechtigkeitsfragen wälzt? Jetzt, wo es ums Ganze geht?

Sehen Sie, das ist der ganze Trick. Sich international viel größere und mächtigere Feinde zu schaffen, neben denen der Herausforderer gar nicht mehr wahrgenommen werden kann, und sich damit heldenhaft und schicksalsbestimmend in den Vordergrund zu schieben.

Da beten die Frommen zum Herrn, er möge ihr ein glückliches Händchen bewahren, damit sie das alles mit Besonnenheit wieder richten kann, und die weniger Frommen sagen sich, wenn das jemand wieder einrenken kann, dann nur sie selbst, also müssen wir sie behalten.

Deshalb wird jetzt Porzellan zerschlagen. Dieses Vorgehen ist nicht weniger gezielt und geplant als es in der letzten Woche die Durchsetzung von 13 erheblichen Änderungen des Grundgesetzes war, die uns ja nicht nur die De-facto-Privatisierung der Autobahnen bringen, sondern auch weitere Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten gegen das seichte Versprechen von mehr Sicherheit. Es könnte nach der Wahl nicht mehr für die verfassungsändernde 2/3-Mehrheit reichen. Also war Eile geboten - und dass die SPD dabei mitgeholfen hat, wird die Genossen weitere Stimmen kosten.

Das alles folgt einem Plan.

Die Annahme, Merkel hätte im Bierzelt in Trudering versehentlich einen Satz gesagt, der ihr nun leid tun müsste, halte ich für eher naiv. Im Übrigen halte ich auch die Schlussfolgerungen im hier verlinkten ZEIT-Artikel für naiv. Dass Merkels Satz nur zustande kommen konnte, weil Macron in Frankreich die Wahlen gewonnen hat und damit die autoritären Kräfte (schönes Wort, autoritär, für Le Pen) gestoppt sind, könne sie auf europäische Stärke setzen. Sie hat doch nicht auf europäische Stärke gesetzt.

Sie hat darauf gesetzt, dass die Schwäche der Rest-EU verhindern würde, dass ihr aus anderen europäischen Hauptstädten lautstark widersprochen würde - und sie hat mit ihrem Satz gerade den Rechten und deren Antiamerikanismus den Wind aus den Segeln genommen, indem sie sich wieder einmal an die Spitze der Bewegung gesetzt hat.

Wie war das doch, nach Fukushima, als sich die Physikerin den Abschied von der Atomenergie auf die Fahnen schrieb? 10,7 Prozent holten die Grünen noch bei der Bundestagswahl 2009, zwei Jahre nach Fukushima und Merkels Atomausstieg hatten die Grünen jeden fünften ihrer Wähler verloren und brachten es noch 8,4 Prozent. Wenn im September ein neuer Bundestag gewählt wird, müssen die Grünen bangen, die 5-Prozent-Hürde zu schaffen.

Und wie wird sie das Verhältnis zu den USA wieder kitten? Nichts einfacher als das. Sie wird nach ihrem Wahlsieg im Herbst mit wehenden Fahnen zu Donald Trump überlaufen, seine Politik unterstützen und erklären: "Wir leben in einer Zeit, in der es wichtiger ist, pragmatisch das Wichtige zu tun, statt lange zu grübeln, ob es auch das Richtige sei. Die westliche Wertegemeinschaft darf sich nicht länger spalten lassen, sondern vom gemeinsamen Nenner aus, und sei er noch so klein, wieder gemeinsame Politik machen."

Wer sich das nicht vorstellen kann, möge sich daran erinnern, wie schnell sie es geschafft hat, ein herzliches Verhältnis zu jenem Präsidenten Obama aufzubauen, dem sie zuvor den großen Auftritt als Wahlkämpfer in Berlin verboten hatte. Das war ein Affront, der noch weit über das Besuchsverbot für Bundestagsabgeordnete in Incirlik hinausging, und doch war er schneller ausgebügelt als man es sich vorstellen wollte.

Warum muss jetzt übrigens Gabriel den Abzug aus Incirlik beschließen und verantworten? Warum muss Gabriel damit nicht nur die Türkei brüskieren, sondern auch die NATO beschädigen? Weil es ein Zeichen deutscher Stärke ist, das nicht Gabriel, sondern Merkel zugeschrieben werden wird, und weil Merkel sich die Option offen halten will, Gabriel am Ende (also nach der Wahl) als kleinen Jungen dastehen zu lassen, dessen Fehler sie dann wieder mit einer Charme-Offensive in Richtung Türkei und NATO und USA ausbügeln wird.

 

 

 

 

 

Schaukeln, nicht Verschaukeln lassen!

 

Es geht immer nur ums Geld.

Geld ist ein sonderbares Ding.

Wer das Geld versteht, versteht die Wirtschaft, den Wachstumszwang und die Entstehung des Wohlstands der Reichen.

 

2005 erschien die Erstausgabe des dritten Bandes meiner wahnwitzigen Wirtschaftslehre mit dem Untertitel

"Über das Geld"

2007 wurde er Teil der überarbeiteten Gesamtausgabe und wird bis heute nachgefragt und gelesen.

mehr

 

Samirah Kenawi

hat mit "Falschgeld - Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit" ein weiteres Standardwerk über das Geld im EWK-Verlag veröffentlicht, das aufgrund des nicht nachlassenden Interesses ebenfalls immer wieder nachgedruckt wird.

 

mehr

 

 Thomas Koudela

beschäftigt sich in seinem Werk "Entwicklungsprojekt Ökonomie" mit der Frage, wie eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus gestaltet werden könnte und trifft auch dabei wesentliche Aussagen zum Geld und über seine Wirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.

mehr

 

 Stefan Mekiffer

hat im Hansa Verlag seine Überlegungen darüber veröffentlicht, "Warum eigentlich genug Geld für alle da ist".

Wir haben einige Exemplare davon für Sie auf Lager gelegt.

 

mehr

 

Manfred Gotthalmseder

hat sich, wie vorher schon Koudela, der Frage des Geldsystems im Postkapitalismus gewidmet und die Möglichkeiten zu seiner Gestaltung um ein interessantes neues Konzept erweitert.

 

mehr

 

 

Es geht auch anders.

Ein Buch, das sich der Frage annimmt, in welcher Welt wir eigentlich leben - und warum.

 

Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

Heide S. Nyaga, Wann denn, wenn nicht jetzt?

 

(Würde ich auch empfehlen, wenn es woanders erschienen wäre.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bücherstube
Bücherstube


Druckfrisch lieferbar

jetzt bestellen

 


 

Der Weg zum Wohlfühlgewicht
beginnt auf der Waage.

 

Hier
könnten Sie ihn fortsetzen.


 Priester Messident

Sprachverwirrung
Babel, babbel, brabbel

NEU am 31.01.206

- Hier -

,


 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

-Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits -