hierverbirgtsicheingeheimnis


23. Mai 2017

09.00 Uhr Des deutschen Sparers Wunderhorn

Sie haben es gehört, gesehen oder gelesen. Ein paar Tage lang wurde verbreitet, die deutschen Sparer hätten wegen der Niedrigzinspolitik 436 Milliarden Euro eingebüßt. Das sei ein Verlust von 5.317 Euro für jeden Deutschen, würde man die Milliarden auf die Bevölkerung umlegen.

Da können Sie aber froh sein, dass Ihr Sparbuch nur unterdurchschnittlich bestückt ist! So haben Sie vielleicht nur 20, 50 oder 100 Euro verloren! Dafür trifft es die Reicheren um so kräftiger!

Aber darauf will ich gar nicht hinaus. Es gibt ja noch zwei weitere Zahlen:

188 Milliarden Ersparnis seien zugleich bei den niedrigeren Zinssätzen für Kredite entstanden. Die müsse man gegenrechnen. Damit ergibt sich ein Saldo von

248 Milliarden Euro, so groß sei der tatsächliche Schaden für den deutschen Sparer.

Mein Gott! So blöd sind die deutschen Sparer!

Sie machen Schulden, um ihre Zinsverluste zu kompensieren!

Das sieht dann - beispielsweise - so aus:

Weil die auf dem Konto liegende Milliarde bei 0,03 Prozent Guthabenzins nur 300.000 Euro Zinsen einbringt, statt der gewohnten 30 Millionen bei 3 Prozent Zinsen, was einem Verlust von 29,7 Millionen entspricht, nehmen sie einen Kredit über eine halbe Milliarde auf, zu 1,0 Prozent Zinsen und zahlen dafür nur 5 Millionen, statt 25 Millionen bei 5 Prozent Zins, was einem Gewinn von 20 Millionen entspricht.

So schrumpft der Verlust von 29,7 Millionen auf 9,7 Millionen zusammen!

Ja, so blöd sind die deutschen Sparer.

Das will uns der Chefökonom der DZ-Bank doch tatsächlich weismachen - und die ARD verbreitet diesen Schwachsinn in ihrer täglichen Börsenberichterstattung.

Der Löwenanteil des zinstragenden Geldvermögens liegt in den Händen weniger privater Haushalte. Dort mag man tatsächlich über stark rückläufige Zinserträge klagen. Doch diese Klagen sind unberechtigt. Es gibt kein naturgesetzliches Recht auf Zinserträge, es gibt noch nicht einmal einen moralischen Anspruch darauf.

Es ist übrigens auch nicht möglich, dieses Geldvermögen, das auf Bankkonten liegt, von den Bankkonten wegzubringen. Die Ansage, man möge doch bitte Aktien kaufen, wenn man am Aufschwung mitverdienen will, gilt für den Einzelnen. Insgesamt gesehen ist das Geld dadurch, dass es den Inhaber wechselt, jedoch nicht verschwunden.

Um die Malaise mit den Billionen von Euro, die nun kaum noch Zinsen tragen, zu beenden, müsste das Geld in die Hände von Schuldnern geraten, die damit ihre Kredite tilgen. Dann verschwindet das Geld im gleichen Nichts, aus dem es entstanden ist. Doch warum sollte ein Reicher, der - wie Onkel Dagobert - im Geld schwimmt, sein Geld diesen Weg gehen lassen?

Es ist doch im Gegenteil so, dass aus jedem neuen Kredit, der aufgenommen werden muss,weil die Dagoberts dieser Welt das Geld aus dem Kreislauf herausziehen, wieder ein Teil (als Gewinn oder Zinsertrag) in eben diese Speicher fließt!

Dass die Bundesbank kürzlich endlich einmal in verständlicher Weise erklärt hat, dass es die Geschäftsbanken sind, die das Geld aus dem Nichts schaffen, hat einen Herrn Christian Müller veranlasst, dem in peinlicher Weise auf den Seiten der Ökonomenstimme zu widersprechen. Er meint: "Geld entsteht gerade nicht aus dem Nichts. Geld entsteht nur als Gegengeschäft zu einem Kredit!"

Hurra! Wenn Banken Geld verleihen, das es vorher nicht gab, dann kommt das nicht aus dem Nichts, sondern - irgendwie - aus dem Kredit. Geht's noch?

Die Begrifflichkeit der "Guthaben-Schulden-Paare", die von den Banken per Bilanzverlängerung in die Welt gesetzt werden, gehört zum Erkenntnisschatz jener, die schon vor vielen Jahren - als Verschwörungstheoretiker verschrieen - die Prinzipien der Geldschöpfung ergründet und darüber geschrieben haben. Ja. Der Kredit ist die Voraussetzung für die Geldschöpfung aus dem Nichts, aber er ändert nichts daran, dass das Geld vorher nicht da war.

Zudem hat das Geld die Neigung, sich sehr schnell vom Kredit zu trennen. Der Kreditnehmer gibt es nämlich in aller Regel aus, sobald es ihm gutgeschrieben wurde, weil er eine Rechnung zu bezahlen hat. Und fast immer bleibt irgendwie nach einem mehr oder minder langen Umlauf ein Teil des Geldes auf einem Guthabenkonto eines reichen privaten Haushalts übrig. Wo es bleibt und mehr wird, bis die Dekadenz einen Familienvorstand oder eine Erbengemeinschaft nach oben spült, denen es gelingt, auch ein Milliardenvermögen zu verjuxen.

Geld ist ein sonderbares Ding.

Wer das Geld versteht, versteht die Wirtschaft, den Wachstumszwang und die Entstehung des Wohlstands der Reichen.

 

2005 erschien die Erstausgabe des dritten Bandes meiner wahnwitzigen Wirtschaftslehre mit dem Untertitel

"Über das Geld"

2007 wurde er Teil der überarbeiteten Gesamtausgabe und wird bis heute nachgefragt und gelesen.

mehr

 

Samirah Kenawi

hat mit "Falschgeld - Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit" ein weiteres Standardwerk über das Geld im EWK-Verlag veröffentlicht, das aufgrund des nicht nachlassenden Interesses ebenfalls immer wieder nachgedruckt wird.

 

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 Thomas Koudela

beschäftigt sich in seinem Werk "Entwicklungsprojekt Ökonomie" mit der Frage, wie eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus gestaltet werden könnte und trifft auch dabei wesentliche Aussagen zum Geld und über seine Wirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.

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 Stefan Mekiffer

hat im Hansa Verlag seine Überlegungen darüber veröffentlicht, "Warum eigentlich genug Geld für alle da ist".

Wir haben einige Exemplare davon für Sie auf Lager gelegt.

 

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Manfred Gotthalmseder

hat sich, wie vorher schon Koudela, der Frage des Geldsystems im Postkapitalismus gewidmet und die Möglichkeiten zu seiner Gestaltung um ein interessantes neues Konzept erweitert.

 

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 Betriebswirtschaftslehre, für alle, die es noch mal wissen wollen,
weil die Theorie zu theoretisch war und die Praxis zu praktisch ist.
Fabian Dittrich bei EWK

 

 

Schaukeln, nicht Verschaukeln lassen!

 

Es geht auch anders.

Ein Buch, das sich der Frage annimmt, in welcher Welt wir eigentlich leben - und warum.

 

Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

Heide S. Nyaga, Wann denn, wenn nicht jetzt?

 

(Würde ich auch empfehlen, wenn es woanders erschienen wäre.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Weg zum Wohlfühlgewicht
beginnt auf der Waage.

 

Hier
könnten Sie ihn fortsetzen.


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Sprachverwirrung
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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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