hierverbirgtsicheingeheimnis


24. April 2017

(Der heutige Tageskommentar gliedert sich in einen lustigen, satirischen Teil und einen gar nicht lustigen, ernsthaften Teil. Letzterer ist auch als PDF verlinkt.)

09.30 Uhr Russische Hacker sabotieren Kölner Großdemo

Unvorstellbares Entsetzen stand in den Gesichtern der führenden Toleranzbolzen als am Morgen des 22. April allmählich klar wurde, dass über 80 Prozent der Plätze in der eigentlich ausverkauften Heumarkt-Arena leerbleiben würden. Ein Heer von 50.000 Aktiven hatte sich angemeldet, doch nicht einmal jeder Fünfte erreichte das Aufmarschgebiet. Fast sah es so aus, als übersteige die Zahl der Sicherheitskräfte die Zahl der Demonstranten.

Heute morgen kam Licht ins Dunkel. 50.000 waren aufgebrochen, doch nur die Ortskundigen erreichten ihr Ziel. Von der Cyberabwehrtruppe der Bundeswehr (derzeit 30% der Rechner einsatzfähig, 50% in Wartung, 20% als Ersatzteilreserve bevorratet) kam die Erklärung:

Russische Hacker hatten einen temporär wirksamen Virus in sämtliche Navigationssysteme eingeschleust, der bei Annäherung an Köln per Zufallsgenerator die GPS-Signale verfälschte, so dass Köln stets dort zu liegen schien, wo es nicht lag. Hunderte von Bussen mit ausgehungerten und verdurstenden Demonstranten blieben mit leeren Tanks entlang der Autobahnen liegen und auch die schienengebundenen Verkehrsmittel wurden von gehackten Weichen in Richtung der Prellböcke am Ende der Geleise geschickt. Über 40.000 Kämpfer gegen die rückwärtsgewandten, rassistischen und menschenverachtenden Delegierten der AfD versuchen seit Sonntagabend per Anhalter in ihre Heimatgalaxien zurückzukehren, wobei ihnen klar ist, dass sie wohl keine Chance mehr haben, die zugesagten Aufwandsentschädigungen einfordern zu können.

Heiko Maas hat daraufhin das Netzwerkdurchsetzungsgesetz noch einmal erweitert. Nicht nur soziale Netzwerke einer bestimmten Größenordnung, sondern auch Präsident Putin ist nun verpflichtet, Fake News, insbesondere aber so genannte "Fake Maps" (nepravil'naya karta) bei Androhung einer Strafe von 50 Milliarden Rubel innerhalb von 24 Sekunden vom Netz zu nehmen.

Ende des lustigen Teils.

Wie schon im lustigen Teil am Rande bemerkt, spielen bei der Bekämpfung der AfD vor allem drei Begriffe eine ausschlaggebene Rolle. Was steckt dahinter?

Beginn des gar nicht lustigen, ernsthaften Teils

 

Rückwärtsgewandt
Völkisch
Rassistisch
Menschenverachtend

 

Erste Erzählung, die so genannte Verfassung

 

Name: Gesetz

Vorname: Grund

geb. am: 23.05..1949

Geschlecht: -/-

Staatsangehörigkeit: deutsch

Besondere Kennzeichen: sehr viele OP-Narben am gesamten Körper

 

Präambel des Grundgesetzes
in der aktuellen Fassung vom 3. Oktober 1990:

Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.

Die Deutschen in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet. Damit gilt dieses Grundgesetz für das gesamte Deutsche Volk.

 

Die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland:

Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben,
brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand:
Blüh im Glanze dieses Glückes,
blühe, deutsches Vaterland!

 

Grundgesetz, Artikel 1, Satz 2

Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

 

Grundgesetz, Artikel 8, Satz 1

Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.

 

Grundgesetz, Artikel 9, Satz 1

Alle Deutschen haben das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden.

 

Grundgesetz, Artikel 11, Satz 1

Alle Deutschen genießen Freizügigkeit im ganzen Bundesgebiet.

 

Grundgesetz, Artikel 12, Satz 1

Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.

 

Grundgesetz, Artikel 16

(1) Die deutsche Staatsangehörigkeit darf nicht entzogen werden. Der Verlust der Staatsangehörigkeit darf nur auf Grund eines Gesetzes und gegen den Willen des Betroffenen nur dann eintreten, wenn der Betroffene dadurch nicht staatenlos wird.

(2) Kein Deutscher darf an das Ausland ausgeliefert werden. Durch Gesetz kann eine abweichende Regelung für Auslieferungen an einen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder an einen internationalen Gerichtshof getroffen werden, soweit rechtsstaatliche Grundsätze gewahrt sind.

 

Grundgesetz, Artikel 20, Satz 1

Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

 

Grundgesetz, Artikel 22

(1) Die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin. Die Repräsentation des Gesamtstaates in der Hauptstadt ist Aufgabe des Bundes. Das Nähere wird durch Bundesgesetz geregelt.

(2) Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold.

 

Grundgesetz, Artikel 33, Satz 1 und 2

(1) Jeder Deutsche hat in jedem Lande die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.

(2) Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.

 

Grundgesetz, Artikel 54, Satz 1

Der Bundespräsident wird ohne Aussprache von der Bundesversammlung gewählt. Wählbar ist jeder Deutsche, der das Wahlrecht zum Bundestage besitzt und das vierzigste Lebensjahr vollendet hat.

 

Grundgesetz, Artikel 56

Der Bundespräsident leistet bei seinem Amtsantritt vor den versammelten Mitgliedern des Bundestages und des Bundesrates folgenden Eid:

"Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe." Der Eid kann auch ohne religiöse Beteuerung geleistet werden.

 

Grundgesetz, Artikel 116

(1) Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist vorbehaltlich anderweitiger gesetzlicher Regelung, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat.

(2) Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist, und ihre Abkömmlinge sind auf Antrag wieder einzubürgern. Sie gelten als nicht ausgebürgert, sofern sie nach dem 8. Mai 1945 ihren Wohnsitz in Deutschland genommen haben und nicht einen entgegengesetzten Willen zum Ausdruck gebracht haben.

 

Grundgesetz, Artikel 146

Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.

 

Liste der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen
Hier veröffentlicht.

Deutschland 18. September 1973

-- Die Deutsche Demokratische Republik und die Bundesrepublik Deutschland wurden am 18. September 1973 Mitglieder der Vereinten Nationen. Durch den Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 haben sich die beiden deutschen Staaten vereinigt und bilden einen souveränen Staat.

Es gibt also doch „Deutschland“, „Deutsche“ und ein „deutsches Volk“.

Alle diese Begriffe sind hochoffiziell belegt und vor allem im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland verankert. Am Reichstagsgebäude in Berlin ist immer noch zu lesen:

„DEM DEUTSCHEN VOLKE“

Womit geklärt sein dürfte, dass es sich bei den vorgenannten Begriffen nicht um Symbole oder Propagandamittel verbotener Organisationen handelt (§§86, 86a StGB), sondern um Begriffe aus unserem höchsten staatlichen Recht, dem Grundgesetz.

Allerdings muss konstatiert werden, dass, wer daran erinnert, bereits damit zu rechnen hat, als „rückwärtsgewandt“ und „völkisch“ angesehen und angepöbelt zu werden.

Leider gibt es im allgemeinen Sprachgebrauch noch keine Bezeichnung für jene, die andere als „Rückwärtsgewandte“ bezeichnen.

Ich schlage daher vor, dafür künftig – wahlweise und kontextsensitiv - die Begriffe

· Geschichtsvergessene

· Entwurzelte oder (Sprachspäßchen) "radikal Entwurzelte"

· Fremdbestimmte

· geistige Emigranten

· Volksverächter

· Schlafwandler

oder

· Deutschlandhasser

zu verwenden. Für alle diese Begriffe gibt es durchaus erkennbare Beispiele.

Nur „Vorwärtsgewandte“ kann man sie nicht nennen, denn wer nicht weiß, wo er herkommt, und es auch nicht wissen will, für den sind letztlich alle Richtungen, in die er rennt oder taumelt, vorne. Für ihn ist jeder Schritt, egal wohin, schon ein Fortschritt.

Es mag viel mit unserer schnelllebigen Zeit und der zur Mode gewordenen Beliebigkeit der Anschauungen, der sozialen Bindungen, der Jobs und der Freizeitgestaltung zu tun haben, die es ermöglichen, schnell allem Unangenehmen, vor allem ungeliebten Pflichten zu entfliehen, weil das Wertvolle gar nicht mehr gesehen, gar nicht mehr gepflegt wird. Da wird dann auch so etwas wie Staat, Nation, Heimat, Volk oder Kultur zum austauschbaren Modeartikel, den man achtlos entsorgt, wenn von den Trendsetzern etwas Anderes „angesagt“ wird.

Mich erinnern diese Geschichtsvergessenen und Entwurzelten, diese Fremdbestimmten und geistigen Emigranten, dies Volksverächter, Schlafwandler und Deutschlandhasser viel zu sehr an ein altes Märchen, als dass ich darauf verzichten könnte, es zu erwähnen.

Hans (alter deutscher Vorname) im Glück, hatte sich einen Klumpen Gold erarbeitet. Doch er erkannte nicht den Wert, sondern stöhnte nur unter dem Gewicht. Statt sein Gold weiter zu tragen, lässt er sich selbst tragen und tauscht das Gold gegen ein Pferd. Auch das behagt ihm nicht auf Dauer, eine Kuh und deren Milch wecken seine Begierde, dann ein Schwein, eine Gans, am Ende tauscht er die Gans gegen einen Schleifstein. Gewicht: vermutlich höher als das Gewicht des Goldes; Wert: Nahe null.

Ich habe dazu sehr viele Assoziationen, die ich allerdings nicht aufschreibe.

Nur eines noch: Wer sich so entwurzelt treiben lässt, wird auch an der neuen Mode nicht lange die reine Freude haben und sich wieder etwas suchen, was wieder den Kitzel des Neuen in sich birgt.

 

Zweite Erzählung, Rassenkunde

Rassismus war einst ein sehr viel konkreterer Begriff als „rückwärtsgewandt“, was aber inzwischen nicht mehr gilt. Ob es nun universitär gebildete Spin-Doktoren waren oder einfach nur ungebildete Schreihälse, die „Rassismus“ neu definierten, es wird nie mehr feststellbar sein.

Heute gilt als „Rassist“, wer sich eine differenzierende Betrachtungsweise bewahrt hat. Die inzwischen unzulässige Unterscheidung in Menschen unterschiedlicher Hautfarben ist dabei ja nur die Spitze des Eisbergs. Selbst wer es wagt, über Sinn oder Unsinn veganer Lebensweisen (oder sind es Lebensformen?) laut nachzudenken, hat schnell das Etikett „Rassist“ am Revers.

Auch wird vielfach die Kritik an bestimmten Formen und Lehren muslimischen Glaubens als Rassismus angegriffen, als ob ein Leben nach dem Gesetz der Scharia eine bestimmte Rasse hervorgebracht habe, die der Rassist damit diskriminiert.

Doch hier verfangen sich die Dummschwätzer oft in den selbst ausgelegten Schlingen. Es gibt ihrer Überzeugung nach ja keine Rassen, so wie es keine biologisch determinierten Geschlechter gibt, weswegen sie statt Rassen jetzt „Ethnien“ sagen. Ethnien, in denen es von den unterschiedlichsten Gendern nur so wimmelt, die allerdings – Ethnien und Gender - keineswegs irgendeine biologische, d.h., genetische Grundlage haben, auch keine aus irgendeiner Form von Sozialisation hervorgegangene Ursache, ja nicht einmal eine wirklich greifbare Form und Gestalt, sondern allein dem freien Willen der Individuen entstammen, die sich selbst in ihrer Einzigartigkeit erschaffen haben, um dann wiederum in ihrer ganzen Vielfalt ununterscheidbar gleich sein müssen, damit sich nicht 7 Milliarden diskriminiert fühlen, wenn einer als das, was er ist, bezeichnet wird.

Solche Experimente mit der Selbsterschaffung des Individuums aus den Tiefen seines Urbewusstseins gab es auch in der Vergangenheit schon.

Vor rund 2500 Jahren setzte der ägyptische König Psammetich I. zwei neugeborene Kinder bei einem Ziegenhirten in der Wildnis aus, um die menschliche Ursprache zu erforschen. Der Ziegenhirte durfte mit den Kindern natürlich kein Wort reden, so waren deren einzige »Ansprechpartner« die Ziegen. Nach zwei Jahren war das einzige Wort, das die Kinder sprachen »bek bek« - eine Nachahmung des Meckerns der Ziegen.

Im 18. Jahrhundert versuchte Friedrich der Zweite – so ist es jedenfalls überliefert – herauszufinden, welche Sprache Kinder entwickeln würden, wenn sie, zwar hinreichend ernährt, jedoch ohne Ansprache und Zuneigung aufwüchsen. Der Ausgang war fatal. Die Kinder entwickelten weder eine Sprache, noch eine sexuelle Identität, sie starben einfach.

Für mich ergibt sich daraus der Analogieschluss, dass ein ganzes Volk, dem man erklärt,

jegliche Orientierung an irgendwelchen Vorbildern sei schlecht, daher möge jede-s-r*usw.Innen*etc. darin sich doch ganz nach eigenem Gusto entscheiden, was und wie er sein will,

ebenfalls aufhören wird, zu existieren, also „sterben“ muss, weil es sich schlicht und einfach in lauter unabhängige Partikel auflösen wird, die unfähig sind, sich untereinander noch zu verständigen.

 

Es gibt auch für den Begriff „Rassist“ kein gebräuchliches Wort in der deutschen Sprache, welches das Gegenteil ausdrücken würde. Ich schlage daher vor, dafür künftig – wahlweise und kontextsensitiv - die Begriffe

· gleichgültige Gleichmacher

· beidäugig blinde Blindenführer

· selbstgenügsame Denkverweigerer

· heillos Verwirrte

· an Begriffsarmut Krankende

· Schlafwandler

oder

· Deutschenhasser

zu verwenden. Für alle diese Begriffe gibt es durchaus erkennbare Beispiele. Für echte Rassisten hingegen gibt es hierzulande glücklicherweise nur wenige Beispiele.

 

 

Dritte Erzählung, Kampfbegriff „menschenverachtend“

Klar, wer ein Rassist ist, der kann auch nur menschenverachtend sein. Und weil die Welt – und insbesondere Deutschland – nun einmal vor Rassisten nur so wimmelt,

zumal ja jeder, der ohne rot zu werden bekennt, ein Deutscher zu sein, schon alleine deshalb ein Rassist ist, weshalb womöglich der Bundespersonalausweis zugleich ein Rassistenausweis ist,

kann das Attribut menschenverachtend auf jeden angewandt werden, der nicht lautstark ruft „Deutschland verrecke!“, oder sich zumindest zu solchen Rufern hingezogen fühlt.

Das Gegenteil von Menschenverachtung ist allerdings nicht so schwer aufzufinden. Am einfachsten, wenn auch nicht ganz genau passend, ist es da, dem Menschenverachter den“ Humanisten“ gegenüberzustellen, der auch in der naiveren Ausprägung als „gemeiner Gutmensch“ auftreten kann.

Der Humanist ist natürlich erst dann ein Humanist, wenn er auch eine humanistische Bildung genossen hat, oder im Ruch steht, nach seinem Ableben vom Papst heilig, oder zumindest selig gesprochen zu werden.

Wer also so gewappnet ins Feld zieht, darf – trotz aller humanistischen Ideale – andere Menschen, die andere Meinungen vertreten, verachten. Er darf sie als rückwärtsgewandt, rassistisch und menschenverachtend bezeichnen, nur weil sie nicht so einfältig sind, ihren Klumpen Gold begeistert gegen seinen Schleifstein einzutauschen.

Wer so gewappnet ins Feld zieht, darf – nicht trotz, sondern wegen seiner humanistischen Ideale – jeden humanitären Militäreinsatz begrüßen, denn vernichtet, zerfetzt oder verbrannt werden ja nicht Menschen, sondern Ziele. Weichziele, wie es heißt, und außerdem so genannte Kollateralschäden, die ja auch keine Menschen sind, sondern Kollaterale, also, das weiß der Humanist aus der Anatomie oder dem Latein-Unterricht – eher was Nebensächliches, über das man hinweggehen kann.

Wer so gewappnet ins Feld zieht, der kann sich überhaupt so ziemlich alles erlauben, denn sein Humanismus edelt jede Tat und jeden Gedanken, selbst den arroganten Blick auf die so sehr selbst schulden, bildungsfernen, unstrukturierten Hartz-IV-Bezieher aus Hell- und Dunkeldeutschland.

Es gibt allerdings unter jenen, die andere der Menschenverachtung beschuldigen, auch sehr viele, die ohne die höheren Weihen der humanistischen Bildung ihr Leben leben. Die plappern halt nach, was ihnen andere vorplappern, und sehen im Steinewerfen auf die Polizei auch nichts Menschenverachtendes, sondern lediglich eine Demonstration gegen den Staat, denn ein Polizist mag zwar ein Mensch gewesen sein, doch mit der Entscheidung, sich zum Büttel machen zu lassen, hat er sich selbst zum Menschenverächter gemacht – und zwischen Menschen und Menschenverächtern besteht nun mal der gleiche Unterschied wie zwischen Schweinen und Schweinemetzgern.

Stellen Sie sich eine Welt voller Veganer vor, voller glücklicher Schweine in den Wäldern – wo wäre da noch Platz für einen Schweinemetzger? Absurd, nicht wahr?

Menschenverachtend ist, wer unbeirrt sein Feindbild pflegt und ausrottet.

Gleichgültig ist es dabei, ob die USA mit Drohnen und Motherbombs morden, ohne den „Feind“ je zu Gesicht bekommen zu haben, oder ob Nicht-Links-Grüne mit allen Mitteln bekämpft und verfolgt werden, um sie mundtot zu machen. Zwischen beiden Aktivitäten besteht nur der Unterschied, dass die einen über Massenvernichtungswaffen verfügen, während die anderen mit weniger martialischen, aber nicht weniger wirksamen Mitteln auskommen müssen.

Was ist das, wenn Kneipenwirte mit der Androhung des existenzvernichtenden Boykotts und Rufmords gezwungen werden, das diskriminierende Schild

„Kein Kölsch für Nazis“

an die Eingangstüren ihrer Wirtshäuser zu hängen? Wo ist der Unterschied, zu „Kauft nicht bei Juden!“?

Ganz einfach sei das, heißt es. Wir kämpfen heute gegen die heutigen Nazis, die man mit allen Mitteln (Argumente ausdrücklich ausgenommen) bekämpfen muss, damit sie nicht wieder mit „Kauft nicht bei Juden“ zum Boykott aufrufen, weil nämlich der Zweck die Mittel heiligt, und, weil, wenn zwei das Gleiche tun, es noch lange nicht das Gleiche ist. Sieht man z.B. an Poroschenko, der mit guter Absicht auf die eigene Bevölkerung schießen lässt, während Assad dies in abgrundtief böser Absicht tut.

Gefährliches Pflaster. Retten wir uns auf den auch nicht ganz ungefährlichen Bürgersteig:

Wenn es um die Zuwanderer geht, hört man von den gleichen Humanistikern immer wieder den Spruch, man könne doch nicht alle in einen Topf werfen, die meisten seien doch friedliebende, arbeitsame und integrationswillige, vom Krieg und der Flucht traumatisierte Menschen, und wenn es unter denen Kriminalität geben sollte, dann sei das doch nur normal, auch unter denen die schon länger hier leben, gibt es doch Kriminalität, aber die thematisiert niemand. Wer Einzelfälle zitiert, um eine ganze Gruppe zu verunglimpfen, der ist doch ein Rassist, ein menschenverachtender!

Und wenn es um PEGIDA und AfD geht? Da sind alle ohne Unterschied „Nazis“ und „Dunkeldeutsche“?

Hätten jene Menschen, denen es um die Wahrung nationaler Interessen geht, nicht das gleiche Recht in Schutz genommen zu werden? Müsste es nicht heißen, wenn ein Flüchtlingsheim brennt: Erst müssen wir herausfinden, wie es zu dem Brand gekommen ist, und falls sich herausstellt, dass tatsächlich Deutsche einen Brand gelegt haben, dann gibt das noch lange niemandem das Recht, deshalb die ganze PEGIDA und die ganze AfD zu verdammen! Wo bleiben hier die „bedauerlichen Einzelfälle“? Was ist so schwer daran, anzunehmen, dass die übrigen Konservativen ganz normale friedliebende, arbeitssame und integrationsfördernde Menschen sind, die nur in Ruhe leben wollen, aber von den Nachrichten über Islamisten und den Islamischen Staat im höchsten Grade beunruhigt sind?

Selektiv menschenverachtende Humanistiker erachten jeden deutschen Einzelfall für verallgemeinerungspflichtig, während ihnen die nichtdeutschen Einzelfälle dank eines perfektionierten Verdrängungsmechanismus zumeist gar nicht bekannt sind.

Wer so mit zweierlei Maß misst, und dabei grundsätzlich die Deutschen aufgrund ihrer Abstammung, ihrer Sprache, ihrer Heimat und Herkunft, ihrer religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt, der ist viel eher ein Rassist als jemand, der sich aus einer zulässigen religiösen und politischen Anschauung heraus, gegen die Islamisierung des Abendlandes wendet.

 

Vierte Erzählung, Wo bleibt die Demokratie?

Es mag manchen verwirrt haben, was ich in den ersten drei Erzählungen vorgetragen habe. Daher betone ich ausdrücklich, obwohl es mich ärgert, dass dies notwendig ist:

Dies ist kein Plädoyer für die AfD.

Auch wenn ich mit einigen ihrer Ziele durchaus einverstanden bin, so wie ich mit einigen Zielen anderer Parteien ebenfalls einverstanden bin: Die Partei, zu der ich vorbehaltlos ja sagen könnte, gibt es leider nicht. Daher kann ich keiner Partei angehören, weil ich sonst das tun müsste, was Bundestagsabgeordnete nicht tun bräuchten, nämlich den eigenen Verstand und/oder das eigene Gewissen abzuschalten.

Diese Erzählungen sind ein Plädoyer für den Frieden im Lande, der meines Erachtens von jenen weit mehr gestört wird, die sich auf dem Weg vom Goldklumpen zum Schleifstein begeben haben, als von jenen, die rückwärtsgewandt im Goldklumpen den Lohn für sieben Jahre Arbeit erkennen und die Last, die er darstellt, im Vergleich zu seinem Wert als gering empfinden.

So, wie übersteigerter Nationalstolz als ein verrückter Irrweg namens Nationalismus abgelehnt werden muss, muss auch die totale Ablehnung aller nationalen Gefühle und Interessen als eine Verrücktheit erkannt und abgelehnt werden.

Es mag das Besondere an den Deutschen sein – und das ist durchaus als rassistisches Vorurteil zu werten – dass es ihnen unmöglich ist, eine besonnene Position zwischen den Extremen einzunehmen.

 

Doch wenn es mir gelingt, der ich gerne ein Deutscher bin, warum sollte es nicht vielen anderen auch gelingen?

Vertraut darauf:

Heimat, Vaterland, Muttersprache und ein einiges Volk,
das sind hohe Werte, die es zu bewahren und zu schützen gilt.

Wer diese Werte aufgibt, weil eine verrückte Mode es darauf abgesehen hat, sie nicht nur gering zu schätzen, sondern dieses „identitätstiftende, innere Gut“ eines jeden Deutschen zu vernichten, so dass er sich nach den Maßgaben der politischen Korrektheit erst frei fühlen darf, wenn er - heimatlos geworden - als vaterlandsloser Geselle seine Muttersprache verleugnet, um sich per Denglisch von dem Verdacht reinzuwaschen, er sympathisiere mit dem Deutschen Volk, dessen Intoleranz gegenüber den eigenen Wurzeln wird ihn, wenn ihm die Umkehr nicht doch noch gelingt, wahrscheinlich irgendwann in die Mannschaft des Kapitäns Bernard Fokke einreihen.

Wenn dies einzig für Deutschland, die Deutschen, das Deutsche Volk gelten sollte, dann, liebe Leute, wären Zweifel angebracht. Da es aber offenbar nur für Deutschland nicht gelten soll, sind noch größere Zweifel angebracht.

Sehen Sie sich dieses kurze Video an – und fragen Sie sich dann, woran Deutschland krankt.

Interessante Informationen zur Nationalhymne der USA (vollständiger Text, auch in deutscher Übersetzung, Entstehungsgeschichte und Verhaltensvorschriften für US-Amerikaner beim Erklingen der Nationalhymne) finden Sie hier.

Wobei ich mir anzumerken erlaube, dass der Text der US-Hymne den der ersten Strophe des Deutschlandliedes an nationalistischer Tendenz noch deutlich übertrifft.

 

 

 

Schaukeln, nicht Verschaukeln lassen!

 

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Ein Buch, das sich der Frage annimmt, in welcher Welt wir eigentlich leben - und warum.

 

Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

Heide S. Nyaga, Wann denn, wenn nicht jetzt?

 

(Würde ich auch empfehlen, wenn es woanders erschienen wäre.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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