hierverbirgtsicheingeheimnis


32. März 2017

08.00 Uhr Welt-Fake-News-Tag - world-Lügengeschichten-day

Sind Sie heute schon in den April geschickt worden, haben Sie schon jemanden in den April geschickt? Genießen Sie diesen Luxus - schon im nächsten Jahr wird die "in den April-Schickerei" verboten sein. Jedenfalls wenn sich ein Gefoppter beschwert und alle alles löschen müssen, und zwar ratz-fatz, innerhalb von 24 Stunden, und weil am 1. April erfahrungsgemäß notorische Lügenmäuler in Massen auftreten, wird Herr Maas die Löschfrist an jedem ersten April von 24 auf 1 Stunde herabsetzen. Es wird den Goldgräbern im Kassenhäuschen der Sozialen Netzwerke doch wohl möglich sein, eine ausreichend große Löschmannschaft an die Konsolen zu setzen. Amazon schafft das Weihnachtsgeschäft schließlich auch alle Jahre wieder - trotz Verdi-Streik.

Ganz im Ernst: Was soll dieses kindische Gehabe uns auch bringen? Außerdem ist es frauenfeindlich. Wie das Imanuel Kant Institut für reine Vernunft in seiner jüngsten Studie herausgefunden hat, ist das frauentypische Einparkproblem zwar kaum mehr zu beobachten, seit die Autos das von alleine machen, doch auch das typisch weibliche Urvertrauen, was keineswegs mit Naivität verwechselt werden darf, ist inzwischen nicht mehr damit überfordert, zwischen einem Aprilscherz und der Wahrheit zu unterscheiden, selbst wenn der Scherz von einer vertrauenswürdigen Quelle stammt und durchaus auch wahr sein könnte.

Könnte ja wahr sein, dass es heute auf dem Markt nicht nur Radieschen, Petersilie und anderes Grünzeug zu sehen gibt, sondern auch eine gemeinsame Erklärung von Petra Kelly - nee! die andere, Frauke Petry - und Sahra Wagenknecht, die angeblich die Gründung einer neuen Partei der totalen Mitte bekanntgeben wollen.

Könnte ja sein, dass Martin Schulz unter Anleitung von Günther Wallraff und in Begleitung der gesamten Weltpresse ein vierstündiges Praktikum als Küchenhilfe in einer Großkantine absolvieren will.

Könnte ja sein, dass Angela Merkel und Wolfgang Schäuble noch einmal versichern mussten, dass die Sparkassen und die Volksbanken zwar begonnen haben, für Barabhebungen am Geldautomaten Gebühren zu verlangen, dass das Geld trotzdem sicher sei.

Könnte ja sein, dass in London zur Feier des BREXITs an diesem Wochenende eine große Parade, mitsamt Queen Mum in der vergoldeten Prachtkarosse, stattfindet, wozu die Air-Britain unter allen ersten Anrufern unter der 0800 XXX XXX 1.000 Freiflüge ab München, Frankfurt und Berlin verlost.

Könnte ja sein, dass Ursula von der Leyen sämtliche deutschen Soldaten aus der Türkei zurückbeordert hat und in der Freiherr von Ludwigshausen Kaserne in Plön jedem einzelnen den großen Fronteinsatzorden am Bande um den Hals hängen will.

Könnte alles sein. Ist es aber nicht. Und das weiß jede Frau!

Deshalb ist es frauenfeindlich, solche Geschichten zu erzählen, weil nämlich die meisten Frauen sofort begreifen, dass sie veräppelt werden sollen, während nur die Machos darauf beharren, dass die Blondinen ja sowieso nichts raffen.

Ist wie mit den Negern, das mit den Blondinen. Fast, jedenfalls.
Schotten, Schwaben und Ostfriesen nicht zu vergessen, und - na, Sie wissen schon, wer einmal angefangen hat, mit der Diskriminiererei, der findet kein Ende mehr. Wie war das nun, was war politisch korrekt: "Säugling", oder doch "Baby"? Oder gleich "junges Wesen mit KiTa-Anspruch"?

Zum Verbreiten von Fake-News kommt also auch noch die Verächtlichmachung der Frau - und aller anderen Minderheiten diesseits und jenseits der Mitte hinzu, was durchaus als Hate-Speech gewertet werden kann.

Also helfen Sie mit, die frauenfeindliche, ausländerdiskriminierende und genderverhöhnende, ja offenkundig auch klimaskeptische Sitte des Aprilscherzes zu ächten und aus dem Leben der zukünftigen Generationen zu verbannen!

Helfen Sie auch mit, die Missetaten der russischen Hacker zu unterbinden, deren Fake-News inzwischen so täuschend echt nachgemacht sind, dass sie auch von Spezialisten nicht mehr von der Wahrheit unterschieden werden können, ja sogar als quasi wahrheitsidentische Fake-News nur deshalb noch enttarnt werden können, weil diese Wahrheiten sonst nirgends gesagt werden.

Melden Sie also jeden Aprilscherz, der Ihnen auffällt - selbst wenn sich herausstellen sollte, dass es gar keiner ist - bei Facebook, Twitter und den anderen Netzwerken, verlangen Sie die unverzügliche Löschung - und senden Sie eine Kopie Ihres Löschbegehrens an Heiko Maas, damit der die Wirkung prüfen und sein Gesetz gegebenenfalls noch einmal verschärfen kann.

Sie erinnern sich: Das Gesetz heißt "Netzwerkdurchsetzungsgesetz".

Weitere Durchsetzungsgesetze sind in allen Ministerien in Arbeit. Das wichtigste davon ist zweifellos das Demokratiedurchsetzungsgesetz, das von Innenminister de Maiziere vorangetrieben wird. Hauptzweck: Verhinderung des Missbrauchs der Demokratie zur Erschwerung des Regierungshandelns, was so aussehen soll, dass künftig Sitz-Kontingente für die großen Parteien CDU (350) SPD (200) im Bundestag für alle Zeiten fest vorgegeben werden, während die übrigen Sitze für die demokratienotwendige Opposition durch freie, gleiche und geheime Wahlen von den Wahlberechtigten an alle sonstigen Parteien vergeben werden können. Da sich daran ausschließlich die Anhänger dieser Splitterparteien beteiligen, können deren Daten erfasst und in einer Falschwählerdatei beim Bundeskriminalamt gespeichert werden. Über deren spätere Nutzung ist noch nichts bekannt, außer: Nichts ist unmöglich!

Mit den weiteren geplanten Durchsetzungsgesetzen soll endlich auch das durchgesetzt werden können, was trotz aller trickreichen Täuschungsversuche und aller Geheimhaltung vorzeitig ans Licht kommt und von aufgehetzten demokratischen Mehrheiten lauthals protestierend abgelehnt wird. Gelingt das, wird auch wieder mehr Transparenz in der Politik möglich, denn was durchgesetzt werden kann, braucht weder verschleiert noch geheimgehalten zu werden. Da kann man endlich frisch-fromm-fröhlich durchregieren!

Insgesamt ist beabsichtigt, noch vor der letzten Sitzung dieses Bundestages ein ganzes Durchsetzungsgesetzbuch zu verabschieden, das sowohl das Bürgerliche Gesetzbuch, als auch alle Sozialgesetzbücher vollinhaltlich ersetzen und das Strafgesetzbuch mit hunderten neuer Rechtswidrigkeits-Tatbestände ergänzen, ja glanzvoll übertreffen wird.

Nun - Sie wissen, das sind Spinnereien. Das schreibt der Kreutzer am 1. April, da falle ich doch nicht drauf rein.

Aber denken Sie bitte stets daran, dass immer wieder Pferde vor der Apotheke das Kotzen kriegen. Denken Sie vor allem daran, dass in diesem unseren Lande seit geraumer Zeit die Realität alles übertrifft, was man sich als äußerste dystopische Vision noch am Vortag auszumalen vermochte.

Und ob das Ding am Ende "Durchsetzungsgesetzbuch" heißen wird oder "Grundrechtskorrekturgesetz", ist im Grunde völlig egal. Es kommt nur drauf an, dass es wirkt - und da sind sie alle dran. Alle.

EINWIRKEN - DURCHSETZEN - MACHTHABEN!

Oder doch nicht? Es ist doch 1. April. Heuer darf man noch. Erfasst werden die Aprilscherzer aber bestimmt schon heute - sonst weiß man doch nächstes Jahr gar nicht, auf wen man besonders achten muss.

Es ist nicht einfach. Aber niemand hat gesagt, dass es einfach werden wird.

 

Schaukeln, nicht Verschaukeln lassen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 

Es geht auch anders.

Ein Buch, das sich der Frage annimmt, in welcher Welt wir eigentlich leben - und warum.

 

Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

Heide S. Nyaga, Wann denn, wenn nicht jetzt?

 

(Würde ich auch empfehlen, wenn es woanders erschienen wäre.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bücherstube


 

Der Weg zum Wohlfühlgewicht
beginnt auf der Waage.

 

Hier
könnten Sie ihn fortsetzen.


 Priester Messident

Sprachverwirrung
Babel, babbel, brabbel

NEU am 31.01.206

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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