hierverbirgtsicheingeheimnis


18. März 2017

Die Schere in meinem Kopf ist stumpf geworden.

10.00 Uhr Die Zukunft Europas - Kopftuchmädchen?

Es ist ungefähr acht Jahre her, dass Thilo Sarrazin, SPD, angefeindet wurde, weil er außerhalb der Faschingssaison Sätze wie diese sagte:

"Ich muß niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert."

"Ständig werden Bräute nachgeliefert: Das türkische Mädchen hier wird mit einem Anatolen verheiratet, der türkische Junge hier bekommt eine Braut aus einem anatolischen Dorf."

Es ist noch nicht ganz drei Jahre her, dass in Dresden erstmals eine Gruppe mit dem Namen "Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes" auf die Straße ging und dafür mit Hass und Hetze überschüttet wurde, weil man ihnen vorwarf, sie seien keine Patrioten sondern nur verkappte, dumpfe, braune, bildungsferne Fremdenfeinde.

Es ist erst ein paar Tage her, dass Recep Tayip Erdogan der Welt, Europa und den Deutschen erklärte, dass sie Demokratie erst noch lernen müssten, dass man der Türkei nichts befehlen könne, sondern sie bitten müsse, dass aber er entscheide, ob solche Bitten erhört würden. Es ist erst ein paar Tage her, dass der gleiche Recep uns und der ganzen Welt zu verstehen gab, er halte sich für den erwählten Anführer von zwei Milliarden Moslems auf dieser Welt, eine Macht, die man nicht unterschätzen solle.

Nun hat er die in Europa (und da gehört die Türkei immer noch nicht dazu) lebenden Türken aufgerufen, künftig fünf, statt drei Kinder in die Welt zu setzen, denn diese türkischen Kinder seien die Zukunft Europas. Fünf, statt drei Kinder, seien die beste Antwort auf die Unhöflichkeit und Feindschaft, die den Türken in Europa entgegengebracht werde.

Über all das berichtet die ZEIT pflichtgemäß und noch emotionsloser als sonst schon, als handle es sich um einen ganz normalen Vorgang, wenn der selbsternannten Anführer von zwei Milliarden Muslimen, Europa - und letztlich der ganzen Welt - den Fortpflanzungskrieg erklärt. Das ist das einzige Wort das mir dazu einfällt.

Vermutlich werden wir aber bald zu hören bekommen, es handle sich dabei doch nur um einen der Völkerverständigung dienenden, uneigennützigen Aufruf zur Behebung des Facharbeitermangels auf biologisch-ökologischem Wege.

Ich weiß, seit Franz-Joseph Strauß von "Ratten und Schmeißfliegen" sprach, ist es sehr problematisch, überhaupt noch Parallelen zum Tierreich aufzuzeigen, ich versuche es daher heute einmal mit Nützlingen. Nützlinge sind nützlich. Das könnte vermutlich gerade noch die Anforderungen der political correctness erfüllen. Jedenfalls, solange niemand weiterliest.

Zu den Nützlingen gehören z.B. Trichogramma evanescens, bzw. Ichneumonidae, beide auch als "Schlupfwespen" bekannt. Man bekommt sie hierzulande von Versandhändlern per Post geliefert.

Es soll unter den Apfelwicklern und Lebensmittelmotten eine starke rot-rot-grüne Mehrheit geben, die sich über jede in ihrer Nähe ausgebrachte Schlupfwespe freut, weil die multikulturelle Vielfalt schließlich eine Bereicherung des Lebensraumes darstellt.

Der vom Gärnter erwünschte Prozess sieht aber so aus, dass die Vielfalt nur ein Übergangsstadium sein soll. Die Strategie der Schlupfwespen ist - nach menschlichen Begriffen - eine mörderische Verdrängungsstrategie. Nur wenn Apfelwickler und Speisemotten mindestens ebenso vermehrungsfreudig wären wie die Schlupfwespen, bliebe die Vielfalt - zum Leidwesen des Gärtners - erhalten.

Bei der Unterscheidung von Lebewesen in Nützlinge und Schädlinge ist nämlich stets das Interesse dessen ausschlaggebend, in dessen Umfeld sie auftreten. Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall.

Wenn Erdogan eine Vielzahl von Geburten türkischer Kinder in Europa wünscht, und ihnen verheißt, sie seien die Zukunft Europas, dann sieht er den Nachwuchs der Auslandstürken als für sich und die Türkei nützlich an. Und mit fünf Kindern pro Frau kann auch die herbeigesehnte Todesstrafe ein exponentielles Bevölkerungswachstum kaum noch bremsen.

Wäre ich ein Apfelwickler, würde ich das alles überhaupt nicht begreifen, weil das rudimentäre Nervensystem, über das ich dann verfügte, noch nicht einmal eine Gefahr erkennen würde.

In der Natur heißt es eben nicht "Leben und leben lassen", sondern "Fressen und gefressen werden". In der Natur pendeln sich Artengemeinschaften in ihren Lebensräumen aber auch ganz von alleine ein. Nehmen die Räuber überhand, verschwinden die Beutetiere und die Population der Räuber geht wegen Nahrungsmangel zurück, was das neuerliche Aufwachsen der Beutetiere begünstigt, usw.

Unter Menschen gibt es das Fressen und Gefressen-Werden nicht mehr. Menschen sind nicht Fressfeinde, sondern Nahrungskonkurrenten, ja sogar Ressourcenkonkurrenten.

Solange in Europa genug für 500 Millionen Menschen da ist, kommen auch 500 Millionen über die Runden. Und weil alle Menschen gleich sind, ist es auch egal, wie sich diese 500 Millionen zusammensetzen.

Erdogan ist es nicht egal. Das ist das Dumme dabei. Er strebt 500 Millionen muslimische Türken zwischen Lissabon und Riga an. Gut, es kann noch hundert Jahre dauern, bis wenigstens die Hälfte geschafft ist, aber dieser "Verrückte" scheint - ganz anders als die Apfelwickler - in recht langen Zeiträumen zu denken.

Damit wird ihm die Evolution letztlich Recht geben - und Thilo Sarrazin und die Spaziergänger von Dresden bestätigen.

Mir kann's egal sein. Ich lebe dann nicht mehr.

Außerdem ist ein islamisches Abendland etwas Neues. Ein Fortschritt.

Weg mit dem dekadenten Christentum, wenn schon Religion, dann aber doch gleich eine Kopf-ab-schneidige! Weg mit dem dekadenten Rechtssystem, wenn schon Schuld, dann aber auch Scharia! Weg mit der verweichlichten Demokratie, wenn schon regiert werden muss, dann aber doch gleich diktatorisch!

Ist doch um alles nicht schade.

 

 

 

Schaukeln, nicht Verschaukeln lassen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 

Es geht auch anders.

Ein Buch, das sich der Frage annimmt, in welcher Welt wir eigentlich leben - und warum.

 

Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

Heide S. Nyaga, Wann denn, wenn nicht jetzt?

 

(Würde ich auch empfehlen, wenn es woanders erschienen wäre.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bücherstube


 

Der Weg zum Wohlfühlgewicht
beginnt auf der Waage.

 

Hier
könnten Sie ihn fortsetzen.


 Priester Messident

Sprachverwirrung
Babel, babbel, brabbel

NEU am 31.01.206

- Hier -

,


 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

-Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits -